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Kontakt mit eigenem Kind wichtiger als Smartphone

Vertreterinnen und Vertreter des Netzwerks Frühe Hilfen, der Stadt Remscheid, der Fachstelle Frühe Hilfen und des Lokalen Bündnis für Familie starteten gestern die Kampagne „Im Kontakt?!" Sie soll im Laufe des Jahres mit Hilfe von 1600 Plakaten, Veranstaltungen und gezielten Ansprachen möglichst viele junge (und ältere) Eltern zu einem Nachdenken bewegen über die Auswirkungen eines allzu intensiven Gebrauchs von Smartphones auf die Entwicklung ihrer Kinder. Ein informativer Appell ohne erhobenen Zeigefinger soll es werden, wie die Veranstalter gestern Nachmittag auf einer Pressekonferenz im Neuen Lindenhof auf Honsberg betonten. Das zeigte sich bereits an den vier verschiedenen heiteren Motiven der Plakate. Sie setzen sich  auf eine positive Art mit der Smartphone-Nutzung junger Eltern in Alltagssituationen auseinander. Gestaltet wurden sie von der Cartoonistin Renate Alf, und zu sehen sein werden sie in den nächsten Tagen und Wochen in den Remscheider Kindertagesstätten, Geschäften, im Sana-Klinikum, in Schulen, bei Kinderärzten und in Beratungsstellen, also an vielen Orten, die von jungen Familien besucht werden. Die durchaus ernste Botschaft dieser Plakate: Eine übermäßige Smartphone-Nutzung durch die Eltern stört die Entwicklung von Bindung und Beziehung zwischen Vater/Mutter und Kind. Und mehr noch: Das schlechte Vorbild der Eltern prägt womöglich den späteren Umgang der Kinder mit elektronischen Medien. Je höher also die Medienkompetenz der Eltern, desto besser dürfte das für die Entwicklung des Kindes sein.

Prof. Dr.  Rainer Riedl, Direktor des Instituts für Medizinökonomie & Medizinische Versorgungsforschung an der Rheinischen Fachhochschule Köln, gestern in Remscheid. 

Wissenschaftlich untermauert wurde das in der gestrigen Auftaktveranstaltung von Prof. Dr. med. Dipl.-Kfm. (FH) Rainer Riedl, Arzt für Nervenheilkunde, Psychotherapie, Direktor des Instituts für Medizinökonomie & Medizinische Versorgungsforschung an der Rheinischen Fachhochschule Köln (RFH). Dafür interessierten sich im großen Saal des Lindenhofs ab 17 Uhr rund 90 Eltern und Fachkräfte aus Kindertageseinrichtungen, Schulen, offenen Jugendfreizeiteinrichtungen sowie öffentlicher und freier Jugendhilfe. Riedls  Fachvortrag informierte über das von der Bundesregierung geförderte Projekt „BLIKK-Medien" (Bewältigung, Lernverhalten, Intelligenz, Kompetenz, Kommunikation). Darin hatten Kinderärzte in Deutschland rund 5.600 Kinder und Jugendliche untersucht, darüber hinaus hatten diese und ihre Eltern einen Fragebogen beantwortet, der ihrem Umgang mit elektronischen Medien galt. Der Referent empfahl den Eltern, ihren Kindern in den ersten drei Lebensjahren elektronische Medien nicht zum Spielen zu überlassen, weil sie zu eindimensional seien. Ein Bilderbuch zum Ausmalen fördere die Feinmotorik und Konzentrationsfähigkeit der Kleinkinder weit mehr. Aber auch die Eltern selbst sollten verstärkt darauf achten, wann und wo sie ihr Smartphone nutzen - und wo besser nicht. Etwa auf dem Spielplatz, wo Vater/Mutter ihr Kind immer wieder im Blick haben sollten. Es stimme nachdenklich, dass sich die Zahl der jährlichen Unfälle mit Kindern auf Spielplätzen verdreifacht habe. Aber in der Wohnung – beim gemeinsamen Essen oder beim Spielen mit dem Kind – sollte das Smartphone „Sendepause“ haben. Motto: Ohne Gespräche zwischen Vater/Mutter und Kind keine Förderung der Bindungsfähigkeit und der Sprachentwicklung!

Flankierende Aktionen übers Jahr sollen das Thema in der öffentlichen Diskussion halten:

  • Die Fachstelle Frühe Hilfen und das Lokale Bündnis für Familie werden beim Tag der Offenen Tür der Frauenklinik im Sana-Klinikum am 21. April von 11 bis 16 Uhr mit der  „Fotobox - Blickkontakt von Anfang an erwünscht" eine Mitmach-Aktion für junge Eltern anbieten. Diese können sich dort mit ihren Kindern oder als Paar während der Schwangerschaft fotografieren lassen. Und erhalten bei der Gelegenheit Informationen über die Bedeutung der Bindung zum Kind.
  • Die 60 Kindertageseinrichtungen in freier und städtischer Trägerschaft unterstützen die Aktion nicht nur durch den Aushang der Plakate, sondern greifen die Thematik auch in den Fachgesprächen der gemeinsamen Netzwerke auf. Denkbar sind im Anschluss weitere Veranstaltungen im Rahmen von Elternabenden oder Elternbildungsangeboten der Familienzentren.
  • Die Pantomimin Annedore Wirth wird ein Auftritts- bzw. Aktions-Format zum Thema Smartphone-Nutzung und Kontakt mit Kindern entwickeln, das Alt und Jung mit Charme & Witz, Ernst & Tiefgang und meist einem "zwinkernden Auge" zum Nachdenken anregen soll. Das eigens hierfür entwickelte Stück soll bei Festen und Veranstaltungen gezeigt werden.
  • Das Durchsholzer Marionetten- und Puppentheater von Markus Heip entwickelt einen Videoclip für die Internetplattform YouTube, der ebenfalls zum Schmunzeln und Nachdenken anregen soll. Für Liveauftritten  bereitet das Theater eine spannende Interaktion zwischen Künstler, Puppe und Publikum vor (gesponsert von der  Ulrike und Lothar Kaiser Stiftung).

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