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Betrieb wegen Legionellen vorerst eingestellt

Pressemitteilung der Stadt Remscheid

Gestern Nachmittag hat ein Betrieb in Remscheid-Lennep dem städtischen Fachdienst Umwelt gemeldet, dass bei einer routinemäßigen Kontrollmessung an Kühlanlagen erhöhte Legionellenwerte festgestellt worden waren. Die Messwerte lagen dabei mit bis zu 180.000 KBE (koloniebildende Einheiten) pro 100 ml deutlich über dem Schwellenwert von 100 KBE. Bei einem Ortstermin heute Vormittag haben die städtischen Fachdienste Umwelt und Gesundheitswesen gemeinsam mit dem Betrieb entschieden, die betroffenen Anlagen vorsorglich stillzulegen. Eine Wiederinbetriebnahme erfolgt, sobald die Kontrollmessung den Prüfwert unterschreitet.

Um den Gesundheitsbehörden im Falle einer Häufung der Erkrankungen die Quellensuche zu erleichtern, hat der Gesetzgeber eine Melde- und Untersuchungspflicht für Trinkwasser und Bäder, aber auch Kühlanlagen eingeführt, die ein legionellenhaltiges Aerosol freisetzen können. Ab einem definierten Maßnahmenwert ist eine Information der Öffentlichkeit vorgeschrieben. Daneben müssen Maßnahmen zur Gefahrenabwehr erfolgen. Die zuständige Behörde ist hierbei die untere Umweltbehörde. Die Information der Öffentlichkeit hat den Zweck, Ärztinnen und Ärzte sowie Menschen mit schweren Grunderkrankungen darauf aufmerksam zu machen, dass bei Auftreten einer Lungenentzündung möglicherweise eine Legionelleninfektion hierfür ursächlich ist und eine gezielte Therapie ohne Zeitverzögerung eingeleitet werden kann. Antibiotikaresistenz kommt bei Legionellen bis dato nicht vor, so dass hier bei rechtzeitiger Diagnose die Erkrankung gut behandelbar ist.

Bereits gestern leitete der betroffene Betrieb alle erforderlichen Maßnahmen gegen die erhöhten Werte ein. Zur Ursachenfindung wurde ein Sachverständiger eingeschaltet. Es wurden Biozide zum Kühlkreislauf zugegeben, um die Legionellen abzutöten. Außerdem wurden weitere Kontrollmessungen veranlasst, um einen möglichen Messfehler auszuschließen. Denn alle bisherigen Untersuchungen lagen weit unter dem Prüfwert 1 – so auch die letzte Messung an der betreffenden Anlage im November 2017 mit einem Wert von nur fünf KBE pro 100 ml. Die erste Kontrollmessung ist bereits für den 17. Mai geplant.

Hintergrund: Legionellen sind überall vorkommende Umweltkeime, die zu Erkrankungen führen können, die aber überwiegend symptomlos ablaufen. Es gibt zwei Erkrankungsformen: Am häufigsten kommt es zum sogenannten Pontiac-Fieber mit grippeähnlichen Symptomen, die ohne spezielle Therapie innerhalb von wenigen Tagen abklingen, nur sehr selten kommt es zu einer schweren Lungenentzündung (Legionellenpneumonie). Als Risikogruppen für eine solche Erkrankung gelten insbesondere Menschen mit chronischen Herz-/Lungenerkrankungen, Immunschwäche oder ältere Menschen. Bei der Legionellenpneumonie handelt es sich insgesamt um eine sehr seltene Erkrankung. Sie tritt in Deutschland mit einer Häufigkeit von ca. 1,2 pro 100.000 Einwohner und Jahr auf. In Remscheid gab es im laufenden Jahr noch keinen, im vergangenen Jahr einen einzigen Krankheitsfall. Eine Infektion erfolgt durch Inhalation keimhaltiger Aerosole, wie sie durch Duschen, Sprudelbäder oder Kühl-/Klimaanlagen freigesetzt werden können.

Da die Inkubationszeit einer Legionellenpneumonie bis zu zehn Tage betragen kann, wird für diesen Zeitraum eine erhöhte Aufmerksamkeit bei Auftreten hochfieberhafter schwerer Atemwegsinfekte für alle medizinischen Institutionen und Fachpersonal empfohlen. Da die Emissionsquelle seit heute stillgelegt ist, gilt diese Empfehlung bis zum 26. Mai.

Erkrankungen des Menschen treten weltweit sporadisch oder im Rahmen von Ausbrüchen auf. Die Mehrzahl der Erkrankungen werden als Einzelfälle registriert, wenngleich es auch hin und wieder zu Ausbrüchen kommen kann – angefangen von kleineren Häufungen bis hin zu spektakulären Ausbrüchen mit weit über hundert betroffenen Erkrankten, wie beispielsweise 1999 auf einer Blumenschau in den Niederlanden oder 2001 in der Stadt Murcia in Spanien. Bei solch großen „community acquired“ Ausbrüchen sind oftmals Rückkühlwerke, die sich auf den Dächern von größeren Gebäuden befinden, die Infektionsquelle. Durch massenhafte Vermehrung von Legionellen in solchen Systemen können große Mengen Legionellen-kontaminierter Aerosole in die Luft gelangen und zu weit verstreuten Erkrankungen führen. So auch bei einem Ausbruch im Jahr 2010, wo im Stadtgebiet von Ulm und Neu-Ulm über 60 Personen erkrankten – ausgelöst durch ein kontaminiertes Nassrückkühlwerk einer Großklimaanlage. Hin und wieder kommt es auch zu Häufungen auf Kreuzfahrtschiffen, wo meist das Wassersystem oder an Bord befindliche Whirlpools eine mögliche Infektionsursache sind. Solche Ausbruchsgeschehen haben jedoch nur einen vergleichsweise kleinen Anteil an den Gesamterkrankungszahlen.

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