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Die Wupper-Talsperre wurde vor 20 Jahren eingeweiht

Pressemitteilung des Wupper-Verbandes

Vor 20 Jahren, am 11. November 1987, wurde die Wupper-Talsperre im Rahmen einer Feierstunde eingeweiht. Der damalige Ministerpräsident des Landes Nordrhein-Westfalen, Johannes Rau, nahm damals die Talsperre des Wupperverbandes in Betrieb. Sie ist mit einem Stauvolumen von 25,6 Mio. Kubikmetern die zweitgrößte Talsperre des Verbandes, liegt auf dem Gebiet der Städte Hückeswagen, Radevormwald und Remscheid und hat eine Staufläche von 227 Hektar und ein Einzugsgebiet von 212 Quadratkilometern. Die Wupper-Talsperre bildet zusammen mit der Bever-Talsperre, der Brucher-Talsperre und der Lingese-Talsperre ein Talsperrensystem am Oberlauf der Wupper. Die Aufgaben dieser Talsperren sind Hochwasserschutz und die Abgabe von Wasser an die Gewässer in Trockenzeiten. Der Bau der Talsperre kostete seinerzeit 235 Mio. DM. Das Land Nordrhein-Westfalen unterstützte das Bauprojekt mit einem Zuschuss von 103 Mio. DM für den Hochwasserschutz. Der feierlichen Einweihung war eine lange Vorgeschichte vorausgegangen:

Wasser ist im Bergischen Land das prägende Element. Die Wupper und ihre unzähligen Nebenbäche bilden ein Gewässernetz von insgesamt ca. 2.300 Kilometern Länge. Im Durchschnitt fallen an der Bever-Talsperre 1.327 Liter Niederschlag pro Jahr, etwa doppelt so viel wie z. B. in Leverkusen. Charakteristisch für die Region ist auch, dass das Wasserangebot schwankt, Regen- und Trockenphasen wechseln sich ab. Die Folge waren Hochwässer und auch fast trockene Flussläufe.

Da der Bedarf an Trinkwasser und Brauchwasser durch Bevölkerungswachstum und Industrieentwicklung stieg, entschieden sich die Verantwortlichen schon Ende des 19. Jahrhunderts für den Bau von Talsperren. Diese sollten ausreichend Trink- und Brauchwasser bereitstellen und die Wasserführung in der Wupper ausgleichen. Eine wichtige Funktion der Talsperren sollte auch der Schutz der unterhalb liegenden Gebiete vor Hochwasser sein. Am Oberlauf der Wupper entstanden zwischen 1899 und 1937 die Lingese-Talsperre, die Brucher-Talsperre und die Bever-Talsperre, die noch heute dem Hochwasserschutz und der Abgabe von Wasser an die Gewässer in Trockenzeiten dienen.

Wupper-Talsperre: Verbesserung im Hochwasserschutz

Das Hochwasser im Februar 1946 zeigte, dass das vorhandene Volumen der drei Talsperren von insgesamt 29,6 Mio. Kubikmetern und das Hochwasserschutzvolumen von 6,5 Mio. Kubikmetern noch nicht ausreichten. Die Wupper-Talsperre mit einem Stauinhalt von 25,6 Mio. Kubikmetern und einem Hochwasserschutzvolumen von 9,9 Mio. Kubikmetern sollte entstehen, um den Hochwasserschutz und den Ausgleich der Wasserführung in Trockenzeiten zu verbessern.

Von der Idee bis zur Einweihung der Wupper-Talsperre vergingen viele Jahre. 1961 erteilte das zuständige Ministerium des Landes Nordrhein-Westfalen die Genehmigung für das Großprojekt. Zwischen 1974 und 1976 wurde die Wupper-Vorsperre gebaut. In den Jahren 1982 bis 1987 entstanden der Hauptabsperrdamm der Talsperre sowie weitere Vorstauanlagen. Am 11. November 1987 wurde die Talsperre feierlich eingeweiht und der Probestau begann. Am 5. Mai 1989 erreichte die Wupper-Talsperre erstmals das Stauziel von 252,5 Metern über Normalnull.

Der Bau der Wupper-Talsperre stellte einen erheblichen Einschnitt im Leben der dort wohnenden Menschen und einen Eingriff in die Landschaft, in die Tier- und Pflanzenwelt dar. 750 Menschen mussten ihre Häuser und Orte verlassen. Ein 227 Hektar großes Gebiet wurde überstaut. Daher galt es im Vorfeld, die Vor- und Nachteile der Talsperre gegeneinander abzuwägen und zu prüfen, ob auch andere Lösungen denkbar waren. Schließlich wurde das Projekt genehmigt, weil das Talsperrenvolumen der Wupper-Talsperre u.a. für viele Tausend Menschen an der mittleren und unteren Wupper eine deutliche Verbesserung des Schutzes vor Hochwasser bedeutete.

Deutlich geringere Hochwasserabflüsse

Seit dem Bau der Wupper-Talsperre wurde bisher auch bei starken Niederschlägen maximal ein Abfluss von 103 Kubikmetern pro Sekunde (Pegel Kluserbrücke in Wuppertal) bzw. ein Wasserstand von ca. 1,93 Metern verzeichnet. Vorher lagen die Hochwasserabflüsse häufig deutlich darüber. Bei den verheerenden Hochwässern von 1890 und 1946 wurden Abflüsse von 370 bzw. 210 Kubikmetern pro Sekunde (dies entspricht einem Wasserstand von 2,90 bzw. 2,50 Metern) verzeichnet. Heute erfolgt ab einem Abfluss von 50 Kubikmetern pro Sekunde am Pegel Kluserbrücke eine Information der Stadtverwaltung Wuppertal. Durch die Information bei einem für das Wuppertaler Stadtgebiet noch unkritischen Abfluss können bei weiter steigendem Wasserstand frühzeitig geeignete Maßnahmen ergriffen werden.

Gleichzeitig trägt das Wasser aus der Talsperre maßgeblich dazu bei, dass in der Wupper in Trockenzeiten eine Mindestwassermenge von 3,5 Kubikmetern pro Sekunde (Pegel Kluserbrücke) bzw. ein Wasserstand von ca. 20 Zentimetern gewährleistet wird. Durch diese Mindestwassermenge wird sichergestellt, dass die Wupper nicht austrocknet und eine ausreichende Mischung mit dem aus den Klärwerken eingeleiteten Wasser erfolgen kann - zum Wohle der Fische, Wasserpflanzen und Kleinlebewesen.

Ökologische Maßnahmen als Ausgleich für den Talsperrenbau

Um den Eingriff in die Natur durch den Talsperrenbau zu mildern, wurde ein landschaftspflegerischer Begleitplan mit zahlreichen ökologischen Maßnahmen entwickelt, z. B. Ruhezonen für Tiere und Pflanzen an vier Vorsperren. Darüber hinaus wurden Feuchtbiotope und Streuwiesen angelegt sowie Laubwaldaufforstungen durchgeführt.

Es hat eine Zeit lang gedauert, bis sich die Tier- und Pflanzenwelt den neuen Lebensraum erobert hat. Heute haben Tiere und Pflanzen ihren Platz gefunden und auch die Menschen haben die Talsperre angenommen, wie die große Zahl der Wanderer, Wassersportler und Erholung suchenden zeigt. Die Wupper-Talsperre ist heute Bestandteil der Landschaft geworden und hat sich als ein wichtiger Baustein der Wasserwirtschaft des Bergischen Landes bewährt.


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