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Verkehrs- und Förderverein wendet sich gegen "X-Museum"

Die Gesellschaft der Freunde und Förderer des Deutschen Röntgenmuseums hätten angesichts der neuen Museumskonzeption gerne einen politischen Beschluss, dass das Museum künftig den Untertitel "Museum X trägt" (über eine Namensergänzung des Fördervereins ist nichts bekannt). In die Diskussion um das „Museum X“, über die der Waterbölles am 20. August berichtete,  hat sich jetzt im Namen des Lenneper Verkehrs- und Förderverein dessen Vorsitzender Klaus Kreutzer eingeschaltet. Er schrieb einen mahnenden Brief an Bezirksvorsteher Dr. Dieter Rohrweck und die Mitglieder der Bezirksvertretung Lennep, den der Waterbölles nachfolgend dokumentiert:

„Sehr geehrter Herr Bezirksvorsteher, sehr geehrte Damen und Herren,

Zum Tagesordnungspunkt 6 - Drucksache 41/35 (liegt der Einladung zur Sitzung der BV am 14.11.2007 noch nicht bei) möchten wir nachfolgende Stellungnahme abgeben:

Als Wilhelm Conrad Röntgen am 8. November 1895 als Rektor der Justus-von-Liebig-Universität Würzburg dort seine größte Entdeckung machte, nannte er diese ihm zunächst völlig unbekannten Strahlen „X Strahlen*. Später wurden diese Strahlen ihm zur Ehre „Röntgenstrahlen" genannt, Der Name X- Strahlen verschwand im deutschsprachigen Raum völlig, und niemand benutzt hier im alltäglichen Sprachgebrauch den Namen X-Strahlen. So geht der Patient zur Röntgen Untersuchung und nicht zum „Xen“. Der Besucher steht vor dem Röntgen Denkmal oder Röntgen Geburtshaus. Er besucht oder bestaunt nicht ein X-Denkmal oder ein X-Geburtshaus.

Der Verkehrs- und Förderverein Lennep e.V. hat mit großer Aufmerksamkeit und auch mit Sorge die Diskussion um die zunächst geplante Namensänderung in X Museum, dann die Namensergänzung des Deutschen Röntgenmuseums durch den Zusatz X Museum verfolgt. Der Gebrauch von Anglizismen hat ein Übermaß angenommen, dass es eine Unart in unserem heutigen Sprachgebrauch darstellt. Anglizismen bedrohen in vielen Bereichen die deutsche Sprache und die Deutsche Kultur. In den allermeisten Fällen existiert ein deutsches Wort, das denselben Zweck auch erfüllen würde. Somit ist der reale Nutzen in Frage gestellt.

 

Dem größten Sohn unserer Stadt sollte mehr Respekt entgegengebracht werden, als das nach ihm benannte Museum mit derartigen unnötigen Zusätzen zu versehen. Es wird zudem befürchtet, dass, sollte der „X-Zusatz" erst einmal Bestandteil des Namens werden, dieser Zusatz sehr leicht zur Hauptaussage werden wird und der Titel „Deutsches Röntgenmuseum“ völlig verschwinden wird.

In Lennep ist über die Neugestaltung des Museums schon oft kontrovers gesprochen worden. Wir erinnern an die Metallfassade, die Kosten in Höhe von € 111.000 verursacht hat. Wir erinnern weiter an den zerstörten Brunnen im Museum. Bitte lassen Sie es nicht zu, dass der Name „Deutsches Röntgenmuseum“ mit Namenszusätzen und/oder Änderungen verwässert wird.“


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Kommentare

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Frank Schneider am :

Im Englischen werden Röntgenstrahlen als "X-Rays" bezeichnet. Da es sich um eine Entdeckung mit weltweiter Bedeutung handelt, ist die Idee des Untertitels also gar nicht so weit hergeholt, denn vermutlich kennen weltweit mehr Menschen die Entdeckung von Wilhelm Conrad Röntgen unter dem Begriff "X-Rays" als unter "Röntgenstrahlen". Für Deutsche und Remscheider mag das seltsam klingen und auch gewöhnungsbedürftig sein, aber nicht zuletzt durch die Anerkennung der internationalen Bedeutung der Entdeckung durch einen solchen Zusatztitel würdigt man die Lebensleistung von Wilhelm Conrad Röntgen.

Chronist am :

Auf den Begriff „X-Strahlen“ verweist auch die Beschlussvorlage der Verwaltung. Der habe sich im englischsprachigen Raum als X-Ray für Röntgenstrahlen international durchgesetzt. Und das solle seinen Ausdruck finden im untertitelten Namenszusatz „Museum X", dem Namen „Deutsches Röntgen-Museum" mit einem Gedankenstrich nachgestellt. Weiter heißt es in der Vorlage für die Kulturausschuss-Sitzung am kommenden Dienstag: „Der Name „Deutsches Röntgen-Museum" steht seit 1951 für die Tradition eines 1932 gegründeten Röntgen-Gedächtnismuseums, das als 'ein bergisches, deutsches Heimatmuseum f...] den konservativen, heimatverbundenen Zug der bergischen Bevölkerung und ihren fortschrittlichen Sinn in technisch-naturwissenschaftlichen Aufgaben zum Ausdruck' bringen und 'eine Stätte der Belehrung und des Fortschritts' verkörpern sollte. Der neue Namenszusatz „Museum X" verweist auf die Museumsneukonzeption (Anm.: vom Hauptausschuss am 16. August 2007 beschlossen) und auf den internationalen Anspruch eines „Living-Science-Museums", das als modernes naturwissenschaftlich-technisches Themen- und Erlebnismuseum ein interaktives Laboratorium des Wissens und Lernens darstellt, das einen Dialog und Informationstransfer zwischen Naturwissenschaft und Gesellschaft / Wissenschaft / Wirtschaft / Öffentlichkeit leisten soll und das von den angestrebten Zielgruppen wie Schülern, Studenten, Familien, aber auch Experten im Sinne der Entdeckungslust eines Wilhelm Conrad Röntgen „decodiert" werden möge.“ (Zitat Ende)

Hans Gerd Göbert am :

Um es vorweg zu nehmen: Ich bin nicht dafür, in Lennep aus dem Deutschen Röntgen-Museum per "museumx" ein X-beliebes Museum zu machen. Da hätte die Formulierung X-Ray-Museum schon deutlich mehr Inhalt. Aber bitte in kleiner Schrift dem "Deutsches Röntgen- Museum" untergeordnet. Sonst ni-X. Der Eiffelturm heisst vor Ort neuerdings auch nicht "Eiffel-Tower" und die Müngstener Brücke auch nicht "THE BRIDGE". Von dort führt kein "nice hiking trail " to the "palace castle" and "lake-Eschbach-dam". Die Trasse des Werkzeug ist noch nicht der "way of tools, traffic lights and rubbish". Wie das Wartemodul neben zwei Schienen noch nicht "MK wie Mehdorns Knibbelhäuschen" oder "KS wie Kennepohls Sommernachtstraum" heißt. Oder übersehen deutsche Touristen vielleicht die Chinesische Mauer, weil dort nicht in meterhohen Schriftzügen alle 100 Meter "THE WALL" aufgemalt ist? Wenn sich, wie leider zu erwarten, Politiker und Fachleute aus Kultur und Anglizismen noch gehörig darüber in die Wolle geraten, hätte ich folgenden Vorschlag für einen Minimal-Konsens, um dem X gerecht zu werden: Könnte man nicht auf den Speisekarten der Lenneper Gaststätten für die zahlreichen ausländischen Touristen täglich frische Ha-X-en anbieten? Damit die nach Ende ihres Besuchs noch einen weiteren Grund zum Strahlen hätten. Wohl bekomms!

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