Skip to content

Anzeige

Bau-Innung Remscheid Innung für elektrotechnische Handwerke Remscheid Fachinnung für Metall- und Graviertechnik Innung für Sanitär- und Heizungstechnik Remscheid
Dachdecker-Innung Remscheid Friseur-Innung Remscheid Maler- und Lackierer-Innung Remscheid Kraftfahrzeughandwerk Remscheid

Studenten: "Der Honsberg braucht mehr Luft und Platz!"

„Die Visionen machen zum Teil Spaß, zum Teil auch Angst“, beschrieb Ralf Noll vom Stadtteil e.V. Honsberg am vergangenen Donnerstag im Jugendhilfeausschuss die Entwürfe angehender Stadtplaner, die gestern zahlreiche Anwohner, aber auch Kommunalpolitiker und Mitarbeiter der Stadtverwaltung in den ev. Gemeindesaal in Honsberg lockten. Darunter waren auch Oberbürgermeisterin Beate Wilding, Stadtplaner Hans Gerd Sonnenschein und Michael Happe vom Essener „Büro für Kommunal- und Regionalplanung". Seine Aufgabe ist es, den „Stadtumbau West“ mit Hilfe der inzwischen zugesagten Landeszuschüsse voranzubringen. Und da können ihm Anregungen, von wem auch immer, nur gelegen kommen. Die gestrige Präsentation der Arbeiten von fünf Studentinnen und einem Studenten des Fachbereichs Architektur der Uni Wuppertal war für Happe folglich bei aller persönlichen Neugierde auch ein Pflichttermin: „Was wir für sinnvoll halten, nehmen wir auf“, hatte er bereits tags zuvor im Jugendhilfeausschuss versprochen.  

Spaß und Angst!? Spaß machte es mitzuerleben, mit viel Engagement und Phantasie die Arbeitsgruppe der Uni Wuppertal ans Werk gegangen war. Und die Angst, mit der der eine oder andere Anwohner womöglich der Einladung gefolgt war, weil er sein Haus, seine Mietwohnung schon morgen unter der Abrissbirne sah, verflog sehr schnell: Denn es handelte sich in der Tat um Zukunftsmusik, die da in sechs Variationen erklang. Wobei man sich wünschte, dass das eine oder andere in dem heruntergekommenen Stadtteil lieber morgen als übermorgen Wirklichkeit würde. Das aber hängt nicht von den Planern aus Essen, den Zuschüssen des Landes oder der Stadt Remscheid ab, sondern von privaten Investoren, allen voran der GEWAG ab, die in Honsberg viele Mietshäuser besitzt; teilweise stehen sie inzwischen völlig leer, teilweise sind die Wohnungen nur noch zur Hälfte bewohnt.

Dipl.-Ing. Axel Häusler, Leiter des Lehrstuhls Städtebau im Fachbereich Architektur der Bergischen Universität Wuppertal, hatte den Honsberg im Zusammenhang mit Stadtteilplanung in das laufende Semester integriert und dazu den Studenten ein Seminar („Ich und die anderen“) angeboten. Was dabei herauskam, stellte Häusler im Januar in der Uni Vertretern der Stadt und Mitgliedern der Stadtteilentwicklungskonferenz Honsberg (SEK) vor, darunter Ralf Noll vom Stadtteil e.V. Sie zeigten sich damals beeindruckt von den Ideen, die die Studenten entwickelt hatten und die sich unter dem Slogan zusammen fassen lassen „Gemeinsam leben im Grünen“.

Moderiert wurde der gestrige Abend von David R. Froessler von der „Innovationsagentur Stadtumbau West“. Auf deren Internetseite findet sich eine ausführliche Beschreibung der gegenwärtigen Wohnsituation des alten Arbeiterviertels Honsberg. Zitat daraus: „Bis auf wenige, über die Fläche verteilte, kleinere Einfamilienhäuser und Schieferhausensemble wird Honsberg durch eine große zusammenhängende Genossenschafts- und Werkssiedlung geprägt. Erste deutliche Zeichen eines einsetzenden Funktionsverlustes als Wohnstandort und Stadtteilzentrum zeigen sich neben den starken Bevölkerungsverlusten von über vierzehn Prozent in den letzten sieben Jahren, auch durch einen nahezu gleichmäßig über den Stadtteil verteilten Zuwachs an Leerständen. Dies betrifft neben dem Wohnungsbau insbesondere die in den Stadtteilen vorhandenen Ladenlokale aber auch Gewerbeimmobilien. (…) Es muss darum gehen, den Stadtteil wieder zu stabilisieren und attraktiv und lebenswert für eine vielfältige Bewohnerstruktur zu machen.“

Gemeinsam leben im Grünen? Wer heute den Honsberg befährt, sieht von grüner Landschaft kaum etwas. Denn die Straßen sind eingefasst von aneinander gereihten Mietshäusern, Häuserriegeln, deren rückwärtiges Gelände uneinsehbar bleibt. Das fanden gestern auch die sechs Architekturstudenten, nachdem sie sich den Stadtteil näher angesehen hatten. Und deshalb schnitten sie (in ihren Planskizzen) die bestehenden Gebäuderiegel kurzerhand auf, brachen Gebäudeteile heraus, um Platz für Grünzonen, für Freiräume zu schaffen und um von der Straße aus die Innenhöfe sichtbar zu machen. „Der Honsberg braucht mehr Luft und Platz“, sagte eine Studentin bei ihrer Präsentation treffend. Und die Honsberger, die ihr zuhörten, fanden des ebenfalls, wie ihr Beifall bewies.


Trackbacks

Waterbölles am : Bürgertreff zu Freiraum-Plänen im Stadtumbau West-Gebiet

Vorschau anzeigen
Pressemitteilung der Stadt Remscheid Die vier südlichen Remscheider Stadtteile Blumental, Honsberg, Kremenholl und Stachelhausen haben vieles gemeinsam, wenn es um die Freiräume geht, die für alle Bürgerinnen und Bürger zugänglich sein sollen. Künftig so

Kommentare

Ansicht der Kommentare: Linear | Verschachtelt

Noch keine Kommentare

Kommentar schreiben

Die angegebene E-Mail-Adresse wird nicht dargestellt, sondern nur für eventuelle Benachrichtigungen verwendet.

Um maschinelle und automatische Übertragung von Spamkommentaren zu verhindern, bitte die Zeichenfolge im dargestellten Bild in der Eingabemaske eintragen. Nur wenn die Zeichenfolge richtig eingegeben wurde, kann der Kommentar angenommen werden. Bitte beachten Sie, dass Ihr Browser Cookies unterstützen muss, um dieses Verfahren anzuwenden.
CAPTCHA

Standard-Text Smilies wie :-) und ;-) werden zu Bildern konvertiert.
Formular-Optionen

Die einzelnen Beiträge im "Waterbölles" geben allein die Meinung des Autors / der Autorin wieder. Enthalten eingeschickte Texte verleumderische, diskriminierende oder rassistische Äußerungen oder Werbung oder verstoßen sie gegen das Urheberrecht oder gegen andere rechtliche Bestimmungen oder sind sie nicht namentlich gekennzeichnet nebst E-Mail-Adresse, werden sie nicht veröffentlicht. Das gilt auch für substanzlose Bemerkungen ("Find ich gut/schlecht/blöd...etc."). Aus den oben genannten juristischen Gründen sowie bei längeren Texten sind auch Kürzungen nicht ausgeschlossen.

Kommentare werden erst nach redaktioneller Prüfung freigeschaltet!