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Test-Verkehr erst, wenn Lenneper Boulevard in Sicht kommt

CDU-Ratsmitglied Hilmar Somborn. Foto: Lothar Kaiser

Der Durchgangsverkehr fließt auch in den nächsten Jahren weiter durch die Kölner Straße. Die Bezirksvertretung Lennep lehnte vergangenen Mittwoch den Vorschlag der Verwaltung ab, testweise durch abknickende Vorfahrtsregelungen den Durchgangsverkehr von der oberen Kölner Straße über die Robert-Schumacher-Straße (kleine Westtangente) zur Lüttringhauser Straße zu führen (und umgekehrt). Auch der ergänzende Vorschlag von Gerald Hein, Leiter des Fachbereichs Straßen- und Brückenbau, durch zusätzliche Hinweisschilder auf die „Lenneper Einkaufsmeile“ hinzuweisen, konnten CDU, FDP und W.I.R. von ihrem Nein nicht abbringen. Lediglich die SPD und die Grünen befürworteten den Testbetrieb, um Erkenntnisse zu gewinnen für den frühestens im Jahre 2015 mit Hilfe von Landeszuschüssen machbaren Ausbau der Kölner Straße zu Lenneps „Boulevard“. „Eine lange Zeit, da kann sich die Verkehrsplanung noch oft ändern“, befand Hilmar Somborn (CDU/Foto) und schlug vor, den Test erst zwei Jahre vor einer dann absehbaren Bewilligung der Landeszuschüsse für den „Boulevard“ anlaufen zu lassen. Dem konnte sich Hein am Ende der recht hitzig geführten Diskussion anschließen: „Wir sind nicht in Zugzwang!“

Bibiana Martz (Grüne) und Udo Hellmann (SPD) hatten zuvor daran erinnert, dass die kleine Westtangente überhaupt erst mit Blick auf den „Boulevard entstanden sei: „Die abknickende Vorfahrt ist die logische Konsequenz aus der Westtangente. Niemand sagt, dass damit die Weiterfahrt auf der Kölner Straße verboten sei; es wird kein Mäuerchen quer über die Straße gebaut!“ Bibiana Martz ironisch: „Kein Autofahrer entscheidet sich spontan zu einem Rollstuhlkauf, wenn er die Kölner Straße befährt“. Das zielte auf die Einzelhändler und ihren Protest, wer „zwangsgeführt“ werde, könne keinen Spontaneinkauf mehr machen.

Klaus Kreutzer, der Vorsitzende des Verkehrs- und Fördervereins Lennep e.V. Foto: Lothar Kaiser

Klaus Kreutzer (Sanitätshaus), und Steffen Siewert, Geschäftsleiter von Hertie (Karstadt) in Lennep, hatten bei der Bezirksvertretung schriftlich protestiert. Sie befürchteten – wie der Verein „Lennep offensiv“ - für den Fall der abknickenden Vorfahrt Umsatzeinbußen für den Einzelhandel. Siewert: „Wir können uns nicht vorstellen, dass es Ziel der Politik sein kann, dem ohnehin schwierigen Einzelhandelsstandort Lennep … weiter zu schwächen.“

Nach der jüngsten Verkehrszählung wird die Kölner Straße alle 3,5 Sekunden von einem Auto befahren. Ob sich da für das Sanitätshaus Kreutzer nicht ein Autoschalter lohne, an dem man Stützstrümpfe kaufen könne, geisterte am Mittwoch scherzhaft durch den Sitzungssaal. Doch Udo Hellmann warnte, allzu sehr dürfe sich der Einzelhandel vom Durchgangsverkehr, vom Autoverkehr insgesamt nicht versprechen. Denn: „Nachdem in der Lenneper Altstadt wieder Autos fahren dürfen, ist dort der Einzelhandel auch nicht wieder aufgeblüht! Bezirksvorsteher Dr. Heinz Dieter Rohrweck dazu: „Die Verkehrsberuhigung für die Altstadt war ein Fehler!“


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Kommentare

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Harald Fetsch am :

Die Argumente sowohl für die Einrichtung einer Innenstadtumgehung auf der Westtangente als auch für die Belassung des Durchgangsverkehrs auf der Kölner Straße sind durchaus stichhaltig. Diese Positionen sind aber nicht unbedingt widersprüchlich. Es ist sogar sinnvoll, sich das von selber entwickeln zu lassen. Die Verkehrsregelung würde so aussehen, dass es den Autofahrerinnen und Autofahrern überlassen bleibt, welche Straße sie benutzen. Aus dem vorhandenen Fundus der Stadtverwaltung kann die Kölner Straße ein wenig mehr boulevardmäßig hergerichtet werden, um mehr Aufenthaltsqualität zu erreichen. Der LKW-Verkehr sollte konsequent über die Westtangente geleitet werden. An Hand der Entwicklung kann dann über zukünftige Maßnahmen weiter entschieden werden.

Klaus Kreutzer am :

In der frühzeitigen Bürgerbeteiligung vom 29.8. – 16.9.1994 und einer Bürgerversammlung am 30.08.1994 wurden die Bürger über Pläne und Ziele der Umgestaltung informiert. Aus dieser Versammlung und weiteren Eingaben gingen viele Anregungen und Bedenken hervor, die von der Verwaltung aufgenommen und bearbeitet wurden. Ziel des BP 445 war und ist, das wurde deutlich formuliert: Eine Stärkung des Einzelhandels. Ich darf die Grüne Dame in der BV 3 daran erinnern, das den Anwohnern und Gewerbetreibenden bei der Anhörung zum BP 445 versprochen wurde: Erst der Boulevard und dann die Westumgehung und nicht umgekehrt. Wenn Sie sich das in Erinnerung rufen und zudem berücksichtigen würden, dass (politische) Entscheidungen und Versprechen (auch) etwas mit Glaubwürdigkeit zu tun haben, dann hätte Sie den ebenso dummen wie überflüssigen Vergleich mit dem Rollstuhl unterlassen. Nicht alle sind so mobil, dass sie mit dem Rad und Ihrer Hosenklammerideologie durch die Landschaft düsen. Es bedarf keiner Testphase. Wenn der Boulevard fertig gestellt ist - und erst dann -, soll die Umgehung in Betrieb gehen. Nicht eher und nicht später. Und noch ein Tip Frau Martz: "Wenn Du entdeckst, dass Du ein totes Pferd reitest, steig ab."

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