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Die Geizkragen traf ein gewaltiger Funkenregen

An den Wochenenden kamen oftmals Besucher in den Kotten, um sich das Spektakel der lodernden Feuer, des Funken Regen und des gewaltigen Getöses anzusehen und anzuhören. Wenn sie dann die zarten Andeutungen der Arbeiter über leere Flaschen und einen gewaltigen Brand in den Kehlen überhören und sich heimlich still und leise aus dem Hammer verdrücken wollten, hieß es „Moment, meine Damen und Herren, das Interessanteste haben Sie ja noch nicht mitbekommen, den Abstich aus dem Puddelofen und das Schmieden der Luppe. Es ist gerade so weit, kommen Sie näher.“

Was die Geizkragen dann auch taten, möglichst dicht, um ja nichts zu verpassen, gruppierten sie sich um den Schwanzhammer und dahinter hautnah die Gesellen dicht an dicht, so dass ein Entrinnen nur schwerlich möglich war. Die andere Mannschaft holte inzwischen den teigigen, glühenden Eisenklumpen aus dem Puddelofen und schob ihn vorsichtig auf die Karre. Bald lag das weiß glühende Eisen geheimnisvoll auf dem Amboss. Nach einer kurzen Stille gab der Hammerführer laut den Befehl zum Zuschlagen. Dann sauste der bis zu zehn- Zentner Hammerklotz herab mitten in den glühenden Stahlbrei hinein. Sogleich spritzte ein gewaltiger Funken Regen nach allen Seiten bis in die entlegensten Winkel.

Die Geizkragen traf es mit voller Wucht, sie versuchten ihre Gesichter mit den Händen zu schützen und sie knipsten mit den Fingern kleine glühende Eisenspritzer von ihrer Kleidung. Nach hinten konnte man nicht schnell genug weg kommen, da standen die Gesellen grinsend dicht an dicht. Dann sauste der Hammer wieder herunter, wieder so ein Funken Regen und dann in einem fort. Dem Gedränge, das die Gesellen von hinten verursachten, vermochte keiner so rasch zu entkommen. Nach fünf solcher Hammerschläge gab man den Ring dann endlich frei und die Geizkragen verließen fluchend und fluchtartig das Gelände, verfolgt von dem Höllengelächter der Gesellen. (Auszüge aus „Villa Goldenberg“, 207 Seiten mit Fotos und Stammbaum, Verlag Der Rheinländer, ISBN 978-3-942035-04-0, © Bernd Kleuser, Auf Jägert 1, 53572 Unkel.)


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