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Trotz Rollstuhl hat Jeannine das Ziel "Abitur" fest im Blick

Die neue, zwölf Meter lange Rampe macht für Janine Nowicki den Weg frei in die Mensa zu ihren Mitschüler/innen. Dafür eingesetzt hatten sich Thomas Judt, Chef des städtischen Gebäudemanagements (Mitte) und Oberstudiendirektor Hans Heinz Schumacher, der Leiter des Ernst-Moritz-Arndt-Gymnasiums. Foto: Lothar KaiserAm Abend des  26. Juni 2009 feierte in Remscheid eine fröhliche Schüler-Clique das Ende eines Schuljahres. Nach den Ferien konnte es am Ernst-Moritz-Arndt-Gymnasium (EMA) in der 11. Klasse weitergehen. Und dann in zwei Jahren das Abitur … Mit dabei damals: die 17-jährige Schülerin Jeannine Nowicki. Ein Freund wollte sie in dieser Nacht auf seinem Motorrad nach Hause bringen. In einer Kurve stürzte er. Jeannine Nowocki wurde schwer verletzt, lag mehr als einen Monat im Koma. Die Diagnose der Ärzte, die das Mädchen noch in der Nacht am Rücken operierten, war für die ganze Familie ein Schock: Querschnittslähmung. Und das bedeutete für Jeannine: ein Leben im Rollstuhl!

Es folgten acht Monate in einer Reha-Klinik in Herdecke. Schulkameradrinnen besuchten sie dort, sprachen ihr Mut zu. Derweil organisierte die Schule ein Benefiz-Konzert, um Geld zu sammeln, damit Jeannine auch künftig Gesangsunterricht nehmen kann. Denn sie war und ist eine gute Sängerin, Mitglied in zwei Chören. Was aber würde aus dem erhofften Abitur werden?

Ende März kam Jeannine Nowicki wieder zur Schule. Im Rollstuhl. Wenn sie zur Toilette musste, blieb nichts anderes übrig, als zur Behindertentoilette im hundert Meter entfernen Ämterhaus zu fahren. Auf Dauer ein Unding! Gut, dass es das Konjunkturpaket der Bundesregierung gab, das die Stadt für energetische Maßnahmen an Schulen nutzt. Schulleiter Hans-Heinz Schumacher und Thomas Judt, der Chef des städtischen Gebäudemanagements, vereinbarten, einen Teil des Geldes, das für die EMA verplant war, für eine neue Behindertentoilette im Erdgeschoss und eine zwölf Meter lange Rampe zu verwenden, über die Jeannine die neue Mensa im Souterrain erreichen kann, um sich dort in den Pausen mit ihren Mitschülerinnen treffen zu können. Einen Aufzug gab es im Neubau der Schule von  Anfang an. „Somit kann Jeannine 60 Prozent aller Klassenräume erreichen“, berichtete Schumacher gestern vor der Presse. „Und die Türen kann ich eigenhändig öffnen; das habe ich im Krankenhaus gelernt“, ergänzt die inzwischen 18 Jahre alte Schülerin, die ihren Rollstuhl inzwischen am liebsten ohne fremde Hilfe bedient. Seit dem Unfall ist ihre Sehkraft sehr eingeschränkt, ebenso ihr Hörvermögen. Die Schule berücksichtigt das durch gezielten Förderunterricht.

Vor den Osternferien habe man mit dem Umbauarbeiten begonnen, sagt Norbert Schüttler, Mitarbeiter des Gebäudemanagements. Er stimmte sich bei den Planungen – genaue DIN-Vorschriften galt es einzuhalten – mit Norbert Heider ab, bei der Stadtverwaltung nach eigenen Angaben „für Behindertenangelegenheiten zuständig“, ohne damit gleich „Behindertenbeauftragter“ zu sein. Er war zur Präsentation der Ein- und Umbauten ebenso erschienen wie Herbert Güthe, der Vorsitzende des Behindertenbeirats. Wie Lehrer und Mitschüler sie nach der REHA aufgenommen hätten, fragte Heider die Schülerin.  „Alle haben mich mit offenen Armen empfangen!“

Durch die Rampe und die neue Behindertentoilette – Gesamtkosten 45.000 Euro – wurde die EMA zu Remscheids einzigem behindertengerechten Gymnasium, wie Judt bestätigte. Das habe sich inzwischen offenbar schon herumgesprochen, ergänzt Schumacher. Eine weitere Schülerin sei angemeldet worden, die unter einer Knochenkrankheit leide, die womöglich eines Tages ebenfalls einen Rollstuhl erfordere. Nicht ausgeschlossen, dass weitere Anmeldungen folgen werden.


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