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START-Sponsoren wenden sich bergischen Studenten zu

Im Vordergrund die Stipendiaten, dahinter von li. n. re. W. Jürgen Ackermann, Heike Michel, Harald Lux, Stefan Beyer, Dr. Christian Henkelmann, Michael Birker und Dr. Peter Wurm. Foto: Kaiser

Die laufenden Stipendien werden fortgeführt. Doch danach ist in Remscheid endgültig Schluss mit „START“. Ende Mai hatte es der Waterbölles bereits angekündigt: „START steht in Remscheid überraschend vor dem Aus“. Gestern, nach den Sommerferien, erläuterten die Sponsoren den Stipendiaten im Kleinen Sitzungssaal des Rathauses, warum sie „schweren Herzens“ aus dem Projekt ausgestiegen sind. Seit 2006 hatten sie die bundesweit tätige START-Stiftung mit insgesamt 220.000 Euro unterstützt. 20 Remscheider Schülerinnen und Schüler mit Migrationshintergrund erhielten – einige studieren inzwischen oder absolvieren eine duale Susbildung - bzw. erhalten noch jährlich 5.000 Euro in Form von Sachwerten (z.B. PC-Ausrüstung) und Seminaren mit dem Ziel besserer Chancen für einen höheren Schulabschlusses. Voraussetzung für diese Förderung sind sehr gute schulische Leistungen, ein soziales Engagement und Eltern mit geringem Einkommen. In einem Punkt unterschieden sich die Remscheider Sponsoren von denen in anderen Städten: Sie spendeten nicht nur Geld und blieben ansonsten anonym, sondern sie suchten die Stipendiaten aus dem Kreis der Bewerber/innen mit aus und hielten danach weiter Kontakt zu „ihren“ Stipendiaten, übernahmen eine Art Patenschaft.  

Im Mai erfuhren die Sponsoren von den Geschäftführern der Frankfurter START-Stiftung, dass dieses „Remscheider Modell“ künftig aufgrund einer geänderten Satzung nicht mehr möglich sei. Die Bewerber/innen aus dem Bergischen Land werden künftig zentral in Wuppertal ausgesucht, wo die Stiftung ein Büro unterhält. „Wir sind traurig, eine Erfolgsgeschichte beenden zu müssen“, sagte beim gestrigen Gespräch mit den Stipendiaten Kulturdezernent Dr. Christian Henkelmann. Das bestätigten auch die anwesenden Sponsoren: Harald Lux und W. Jürgen Ackermann vom Vorstand der Lux-Stiftung, Stefan Beyer (Deutsche Bank), Michael Birker (Rotarier), Dr. Peter Wurm und Heike Michel. Sie hatte in der Stadtverwaltung im Rahmen ihrer Halbtagstätigkeit auch die Koordinierung des START-Projektes übernommen. Henkelmann: „Der entsprechende Vertrag zwischen der Stadt und der Stiftung lief schon 2008 aus. Aber wir haben die Aufgabe unentgeltlich weiter übernommen!“ Die Bereitschaft habe man den START-Geschäftsführern im Mai signalisiert.

Damals war aber auch die Forderung der Remscheider Sponsoren zur Sprache gekommen, mehr junge Leute als bisher zu fördern. Konkret: Die jährliche Fördersumme sollte auf 2.500 Euro halbiert werden (schließlich sein ja auch Computer sehr viel preiswerter geworden). Und die Förderung sollte sich nicht mehr über drei, sondern nur noch über zwei Jahr erstrecken. W. Jürgen Ackermann: „Eine Rechnung, die hätte aufgehen können Wir hätten doppelt so viele Schüler/innen fördern können wie bisher!“ Doch die Idee kam bei den START-Mitarbeitern nicht gut an. Ackermann: „Die Stimmung im Raum war so eisig wie draußen!“ Die Forderung sei als Kriegserklärung aufgenommen worden. Und das, wie gestern Harald Lux ergänzte, „bei Verwaltungskosten der Stiftung von 40 Pozent. Deren Wasserkopf ist größer geworden auf Kosten der jungen Leute, um die es eigentlich geht. Andere Stiftungen kommen mit einem Anteil von zwei bis drei Prozent aus!“

Die Höhe der Förderung und deren Dauer sei damals allerdings durchaus verhandelbar gewesen,  so Jürgen Ackermann, nicht aber das, was den Remscheider Sponsoren in dem „förmlichen Ablehnungsbrief“ mitgeteilt wurde, der auf das Gespräch folgte: Die Zentralisierung der Auswahlgespräche in Wuppertal. Das erste Auswahlverfahren in der Nachbarstadt fand noch im Mai statt. Zwei Kandidaten aus Remscheid seien in die Förderung aufgenommen worden, hieß es gestern. Ihre Namen kannte offenbar niemand im Kreis.

Wie die Stipendiaten gestern erfuhren, haben die Sponsoren die Sommerpause genutzt, um sich nach künftigen Fördermöglichkeiten umzusehen. Dabei bot sich die Bergische Universität Wuppertal an. Sie darf eigenständig Studentenstipendien einwerben und bekommt die gleiche Summe, die sie von den Sponsoren erhält, vom Land noch einmal dazu. Dr. Peter Wurm: „Die Remscheider Industrie braucht das Fachwissen von Universitätsabsolventen insbesondere auf den Gebieten Mathematik, Ingenieurwesen, Naturwissenschaft und Technik, kurz MINT.“ Jeder Stipendiat / jede Stipendiatin erhält nach dem neuen Fördermodell 300 Euro im Monat, je zur Hälfte von den Sponsoren und dem Land NRW. Doch in einem Punkt gleicht das Modell dem (neuen) der START-Stiftung: Die Sponsoren sind an der Auswahl der Stipendiaten nicht beteiligt. Dafür sind die Professoren zuständig. Wurm: „Was nicht heißt, dass wir mit den ausgewählten Stipendiaten keinen Kontakt aufnehmen dürften!“


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