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"Beim Röntgenstadion den Druck aus dem Kessel nehmen!“

„Es ist höchste Zeit, wieder mehr Sachlichkeit in die Debatte über die Zukunft des Röntgen-Stadions zu bringen“, befand der CDU-Fraktionsvorsitzende Jochen Siegfried am 14. Dezember in einer Presseerklärung. Um sodann aus einem persönlichen Gespräch mit Oberbürgermeisterin Beate Wilding vom 30. November zu zitieren, zum Stadiongelände, auf dem sich einst eine Müllkippe befand und das als Standort für einen Baumarkt im Gespräch ist, lägen bereits zwei von drei Gutachten vor. Wilding habe ihm dazu gesagt: ‚Eigentlich müsste ich das Stadion mit einem roten Band absperren.’ An dieser Darstellung hielt Siegfried in der gestrigen Ratssitzung fest, obwohl Wilding zuvor in einer längeren Stellungnahme betont hatte, vom roten Flatterband gesprochen zu haben, „wenn eine Belastung des Bodens vorhanden sein sollte“, nicht aber, dass diese bereits feststehe. Für den SPD-Fraktionsvorsitzenden Hans Peter Meinecke war daraufhin der Fall klar: „Herr Siegfried: „Sie wollen die Bürger verunsichern. Oder sind Sie nur ein Wichtigtuer?!“ Wenn Siegfried, wie in der Ratssitzung, von „Vorkommnissen“ spreche, wolle er offenbar eine Affäre konstruieren, die es gar nicht gebe. „Herr Siegfried, statt Verschwörungstheorien zu entwickelt, sollten Sie vernünftige Arbeit machen!“

Ob nicht auch im Bereich des ehemaligen Pflanzenmarkts Klee, Neuenteich 2, nebst angrenzendem Grundstück an der Raderstraße ein Baumarkt angesiedelt werden könne, hatte im Vorfeld der Ratssitzung die CDU-Fraktion wissen wollen. Dazu müsse die Möglichkeit der Überbauung des Lenneper Bachs fachrechtlich geprüft werden, lautete die Antwort der Verwaltung. Dafür habe sie aber von der Politik keinen Auftrag. Den wird sie, wie gestern im Rat besprochen, wahrscheinlich in der nächsten Sitzung des Haupt- und Finanzausschusses bekommen. Auch, so der Lenneper Bezirksbürgermeister Dr. Heinz Dieter Rohrweck, um „in puncto Röntgenstadion den Druck aus dem Kessel zu nehmen“. Den Prüfauftrag schon gestern zu beschließen, lehnte die so genannte Gestaltungsmehrheit von SPD, FDP und Grünen ab. Der SPD-Fraktionsvorsitzende Hans Peter Meinecke: „Nicht aus der Lameng! Bitte schriftlich und näher verdeutlicht!“

Auf die Frage nach den Kosten der Bodenuntersuchungen auf dem Lenneper Schützenplatz und im Röntgenstation bekam gestern Rosemarie Stippekohl von Stadtplaner Hans Gerd Sonnenschein die Antwort: „23.000 bis 25.000 Euro“. Die Arbeiten seien ja wohl, so Stippekohl weiter, ohne Zustimmung der Politik in Auftrag gegeben worden. Sonnenschein: Aufträge dieser Größenordnung gehörten, wie in diesem Jahr mit den Fraktionen vereinbart, zum laufenden Geschäft der Verwaltung. Demnach hätte, schlussfolgert der Waterbölles, also auch die Überbauung des Lenneper Bachs längst geprüft sein können.

Nachfolgend die Erklärung der Oberbürgermeisterin in Auszügen:

„Nach den Berichterstattungen rund um das Röntgenstadion in den zurückliegenden Tagen – insbesondere aber auch nach den Reaktionen aus dem politischen Raum – möchte ich Sie an dieser Stelle über den aktuellen Sachstand informieren. Am 15. April beschloss der Haupt- und Finanzausschuss in öffentlicher Sitzung einstimmig, ich zitiere: „Die Verwaltung wird beauftragt, die näheren Untersuchungen durchzuführen, ob im Sinne der Stadtentwicklung das Gelände des Stadions Lennep für eine Bebauung mit einem Baumarkt freigegeben werden kann und ob ein adäquater Ersatz für das Stadion mit dem erzielten Grundstückserlös geschaffen werden kann.“ Ich habe dem Gremium zugleich mitgeteilt, dass die Verwaltung zu gegebener Zeit über die Ergebnisse der Gespräche – und natürlich der Untersuchungen – informieren werde. Dieses Wort gilt.

In Zusammenhang mit den an die Stadt Remscheid herangetretenen Interessenten für die Errichtung eines neuen Standortes für einen Baumarkt gibt es keine neuen Erkenntnisse. Es hat auch keine Geheimverhandlungen gegeben, in denen Grundstücksverkäufe zur Unterschriftsreife gebracht worden sind – solche und ähnliche Gerüchte entbehren jeder Grundlage. Die Rahmenbedingungen für die Prüfungen sind klar – spätestens durch den Beschluss des Haupt- und Finanzausschusses. Bereits in den Bürgerforen – unter anderem im Forum Hackenberg – zum Maßnahmenplan habe ich gesagt, dass es einen adäquaten Ersatz für die Spielflächen geben muss, sollte es zu einer Umnutzung der Fläche kommen. In Zusammenhang mit dem Maßnahmenplan zum Schuldenabbau wurde am 25. März 2010 innerhalb der Verwaltung eine Abfrage zur Belegung des Stadions, zu möglichen Altlasten, zum Hochbau und zu den Unterhaltungsaufwendungen gestartet,

Sie werden fragen: Und was ist seit dem Beschluss des Haupt- und Finanzausschusses geschehen? Darauf möchte ich gerne antworten: Nach der Beschlussfassung des Haupt- und Finanzausschusses wurde diese Abfrage am 5. Mai auf Behörden, Eigenbetriebe und Unternehmen und ausgeweitet. Es wurden Anfragen an die REB, die Bodendenkmalpflege, den Kampfmittelräumdienst bei der Bezirksregierung, die Unternehmen der Wasser- und Energieversorgung und der Telekommunikation gerichtet. Am 9. Juni wurde der Kreis der Behörden, Eigenbetriebe und Unternehmen an die Berichterstattung erinnert. Am gleichen Tage wurden Angebote zur Bodenuntersuchung für das Gebiet des Röntgenstadions abgefragt.

Diese Angebote wurden am 23. Juni zusammengefasst. Am 24. Juni ist die Stellungnahme des Kampfmittelräumdienstes als letzter Rücklauf der Beteiligung von Behörden und Unternehmen eingegangen. Am 30. Juni lag der Bericht der Unteren Bodenschutzbehörde zu den Angeboten im Kontext der Bodenuntersuchungen vor, der am 6. Juli 2010 zu Nachforderungen bei der Ausgestaltung der Angebote führte. Die Stellungnahme der Unteren Bodenschutzbehörde lautet: Das Röntgenstadion wurde 1927 erbaut, der Nebenplatz später. Zu Schaffung von ebenen Spielflächen und Nebenanlagen ist es zu größeren Anschüttungen gekommen. Das Stadion ist Teil der im Altlasten- und Verdachtsflächenkataster unter der Nummer 528 erfassten „Deponie Lennep / Wupperstraße“. Vor dem Bau des Stadions befand sich auf dem Grundstück bis in die 1890er Jahre die Lederfabrik Fritz Zimmermann (mit einer Gerberei), danach bis ca. 1925 die Maschinenfabrik Gustav Sieper (mit einer Schmiede, einer Schlosserei, einer Dreherei und einer Acetyl-Anlage, letztere aus dem Jahr 1903). Die Firmengebäude lagen südlich des Lenneper Bachs. Der Bach durchfloss das heutige Röntgenstadion etwa mittig. Die bis 1925 gewerblich und industriell genutzten Flächen befinden sich also unter dem zentralen Spielfeldbereich des Stadions.

Es liegen bisher keine Altlastenuntersuchungen im Stadionbereich vor, Zwei Baugrundgutachten zu den Tribünen des Stadions treffen wenige Aussagen zur Anschüttungsmächtigkeit und zur Zusammensetzung des Anschüttungsmaterials. Gemeint sind hier die Haupttribüne aus dem Jahr 1982 und die Gegentribüne aus dem Jahr 1974. Es wurde an den untersuchten Stellen Bodenmaterial mit wechselnden Gehalten an Bauschutt, Aschen und Schlacken angetroffen. Ähnliches ist aus Untersuchungen aus dem Stadionumfeld bekannt. Hinweise auf Haus- und Gewerbe- bzw. Industrieabfälle – wie östlich der Ringstraße – liegen bisher nicht vor. Viele Remscheiderinnen und Remscheider werden sich daran erinnern, welche umfangreichen Bodenarbeiten für die Errichtung des Autohauses an der Kreuzung Ringstraße und Raderstraße notwendig waren. Auf diese Fläche nimmt die Stellungnahme Bezug.

Was geschah weiter? Auf eine letztmalige Erinnerung zu den Berichterstattungen aus dem eigenen Hause, ging am 28. Juli 2010 der letzte interne Verwaltungsbericht ein. In Hinblick auf die aus den Berichten gewonnen Erkenntnisse sind dann am 30. Juli 2010 verwaltungsintern weitere Angaben nachgefordert worden. Am 10. August 2010 fand ein Abstimmungsgespräch mit dem Rechnungsprüfungsamt (RPA) zur Vergabe der Bodenprüfung statt. Am 30. August 2010 wurde das Ergebnis der Prüfung durch das RPA mitgeteilt. Am 31. August 2010 hat der Verwaltungsvorstand aus Gründen der Kostenersparnis entschieden, die Bodenuntersuchung auch auf die Fläche des Schützenplatzes auszuweiten. Hierzu wurden am 3. November die Angebote erneut abgefragt. Am 12. November lagen die Ergänzungen vor, so dass die Auftragserteilung am 30. November erfolgte. In der Zwischenzeit wurden für die Untersuchung die Nutzungsstruktur des Stadions und die Personalaufwendungen für den Betrieb abgefragt.

Sie sehen: Die Verwaltung hat weder ohne Auftrag ins Blaue hinein gehandelt, noch ist sie in den zurückliegenden Monaten untätig gewesen. Es sind auch keine Untersuchungsergebnisse verheimlicht oder unter den Teppich gekehrt worden, da die endgültige Zusammenfassung aller Erkenntnisse noch aussteht. Danach werde ich – wie zugesagt – den Haupt- und Finanzausschuss und die Öffentlichkeit über den Ergebnisbericht informieren. Die Entscheidung über das weitere Verfahren wird der Rat nach Beratung durch die zuständigen Ausschüsse und der Bezirksvertretung Lennep treffen. (…)

Was ist dran am Sturm im Wasserglas? Nachdem Sie die Chronologie gehört haben, darf ich wohl feststellen: Eigentlich nur heiße Luft! Es ist richtig, Herr Siegfried sprach am 30. November das Thema Röntgenstadion an. Ich habe ihm daraufhin gesagt, dass die Fläche belastet sein könnte (!). Nichts anderes kann aus der Stellungnahme der Unteren Bodenschutzbehörde abgeleitet werden. — Es gibt einen Hinweis, aber keine Gewissheit. Dann habe ich – und hier bitte ich mich vollständig wiederzugeben – sinngemäß gesagt: Wenn eine Belastung vorhanden sein sollte, werde ich rotes Flatterband nehmen und das Stadion sperren müssen. Ich wiederhole: — Wenn (!) eine Belastung vorhanden sein sollte. Ich sagte „wenn“ und nicht, „dass“ es eine Belastung gibt. Damit kein Zweifel besteht. Sollten Untersuchungen – in diesem oder in anderen Fällen – eine Gefährdung für Nutzerinnen und Nutzer bedeuten, wird die Stadtverwaltung Remscheid entsprechend handeln. Das haben der Stadtdirektor und ich beim Pilzbefall in der Grundschule Struck so gehalten und so wird es in jedem anderen Fall auch gehandhabt. (…)

Ich bedauere, den Eindruck, der bei den Bürgerinnen und Bürgern in den vergangenen Tagen entstanden sind. Ich hoffe sehr, dass meine Klarstellung dazu beigetragen hat, diese Eindrücke wieder zu Recht zu rücken. Ich sage dies auch mit Blick auf die Vereine und Schulen, die das Röntgenstadion nutzen. (…) "


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Waterbölles am : Baumarkt auf dem früheren Klee-Gelände in der Prüfung

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Einstimmig haben die Mitglieder der Bezirksvertretung (BV) Lennep gestern Abend die Verwaltung um Prüfung gebeten, ob die Ansiedlung eines Baumarktes auf dem Grundstück möglich ist, auf dem sich früher der ‚Klee-Gartenmarkt’ befand, eventuell um benachbar

Kommentare

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Chronist am :

Die Altlastenuntersuchung im Bereich des Lenneper Schützenplatzes habe "keinen Handlungsbedarf ergeben, der die Nutzung einschränken würde", berichtete Oberbürgermeisterin Beate Wilding in der heutigen Ratssitzung. Das Ergebnis der Untersuchung im Bereich des Stadions Lennep stehe noch aus.

Chronist am :

Auch das Bodengutachten für das Lenneper Röntgenstadion liegt nunmehr vor, verfasst von der Remscheider Firma „Fülling Beratende Geologen GmbH“. Umweltrelevante Belastungen des Grundwassers verzeichnet es ebenso wenig akute Gefährdungen der Umwelt. Für den Fall einer späteren Bebauung des Geländes seien allerdings weitere Bodenuntersuchungen erforderlich.

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