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Vorstand des B.V. 10 will wissen, wohin die Reise geht

Als neue „Besitzer“ der Jahn-Halle an der Neuenkamper Straße präsentierte sich am 11. Februar 2016 der geschäftsführende Vorstand des RSV der lokalen Presse: Hartmut Bau, Dirk Riemer, Horst Zolnowski und Wolfgang Pipiorka. Ihr Bestreben  sei es, neues Leben in das alte Gemäuer zu bringen. Denn „Die Jahn-Halle rechnet sich für den RSV noch nicht“, wie sie damals sagten. Hintergrund: Der Zusammenschluss zwischen dem TV Jahn und dem Remscheider Schwimm-Verein war verbrieft und der Besitz des TV Jahn an den RSV übergegangen (Grundbucheintrag schon im September 2015). Das betraf nicht nur die 60 Jahre alte Turnhalle, sondern auch das 10.000 Quadratmeter große Grundstück mit dem Sportplatz (Foto).

Der Sportplatz Neuenkamp bleibt bis 2020 "unter Vertrag", berichtete der Waterbölles am 17. März 2015. Damit waren TV Jahn und RSV gemeint. Der TV Jahn hatte 1990 den Sportplatz, Heimplatz des B.V. 10, für 30 Jahre an die Stadt Remscheid verpachtet. Sein Rechtsnachfolger sollte damals schon der RSV werden. „Mithin bleibt der Pachtvertrag ... bis 2020 bestehen“, teilt die Verwaltung damals mit. „2020!? Das ist nicht mehr lange hin!“, stellte am Mittwoch im Sportausschuss Markus Kötter fest. „Da muss dringend etwas passieren!“ Damit meinte der Vorsitzende des Sportausschusses die Verwaltung, und Sportamtsleiter Martin Sternkopf nahm den Ball auf: Eine schriftliche Mitteilungsvorlage sei leider zur Sitzung nicht rechtzeitig fertig geworden, aber die könne er gerne mündlich vortragen. Und das tat er denn auch. Kernaussage: Alles ist möglich, nichts beschlossene Sache. Zitat: „Der Sportplatz Neuenkamp ist von der Stadt Remscheid bis 31. Mai 2020 als Sportfläche gepachtet (...).Auch unter Zugrundelegung der Sportstättenentwicklungsplanung sollen mit dem Eigentümer (RSV) Verhandlungen über die künftige Planung für das ... Areal aufgenommen werden. Parallel dazu finden Gespräche mit dem B.V. 10 ... statt.“ Nach derzeitiger Planung sei nicht auszuschließen, dass der Sportplatz Neuenkamp als Ersatzfläche während der Umbauphase für das Sportzentrum Hackenberg benötigt wird. Nach derzeitiger Planung sei lediglich beabsichtigt, die Sportanlage Düppelstraße nach Fertigstellung des Sportzentrums Hackenberg aufzugeben.

Die von Sternkopf verlesene Verwaltungsvorlage ist die Antwort auf eine Anfrage der CDU-Fraktion vom 13. Februar. Darin war auch ganz allgemein nach den weiteren baurechtlichen Nutzungsmöglichkeiten des Grundstücks gefragt worden. Antwort der Verwaltung: „Denkbar sind soziale Nutzungen sowie gewerbliche Nutzungen, die die westliche Wohnnutzung nicht stören, ggf. mit Abstufungen entsprechend den einzuhaltenden Immissionsrichtwerten.“

Vertreter des B.V. 10 machten am Mittwoch in der Sportausschusssitzung klar, dass sie alsbald wissen möchten, wohin die Reise geht. Der RSV als Besitzer des Sportplatzes habe jedenfalls keine Bedenken gegen eine Verlängerung des Pachtvertrages mit der Stadt Remscheid. Sportdezernent Thomas Neuhaus wollte sich noch nicht festlegen, sondern sagte lediglich zu, dass der Verein „ein angemessenes Angebot bekommt“. Den Vorstand des B.V. 10 beschäftigt gegenwärtig nicht nur die ungewisse Standortfrage, sondern auch die zunehmende Konkurrenz durch andere Remscheider Sportvereine, die mit Kunstrasenplatzen werben können. Dadurch habe man schon ganze Mannschaften verloren.

In diesem Zusammenhang ließ am Mittwoch die Aussage von Prof. Dr. Horst Hübner und Oliver Wulf von FoKoS, der Forschungsstelle „Kommunale Sportentwicklungsplanung“ der Universität Wuppertal, aufhorchen, dass in Remscheid inzwischen beinahe die Hälfte aller Fußballfelder mit Kunstrasen belegt sei. In ganz NRW sei das lediglich bei einem Viertel aller Plätze der Fall. Von einem weiteren Kunstrasenplatz rieten die beiden Experten ab, zumal bei den älteren Kunstrasenplätzen in Remscheid in einigen Jahren schon die ersten aufwendigen Instandsetzungsarbeiten anstünden.

Zwei Ferien-Wochen wie die Erwachsene fühlen

Bei der gestrigen Pressekonferenz zur "Kinderstadt" 2017. Foto: Lothar Kaiser

„Wir bewerben einen absoluten Klassiker, und das in diesem Jahr zum 23. Mal“, eröffnete gestern Mittag Sozialdezernent Thomas Neuhaus im Gemeindehaus der Ev. Lutherkirchengemeinde an der Johann-Sebastian-Bach-Straße die Pressekonferenz zur Remscheider „Kinderstadt“ 2017. Sie wird in diesem Jahr vom 17. bis 28. Juli stattfinden, jeweils montags bis freitags von 9.30 bis 16 Uhr (am 28.7. bis 14 Uhr), und zwar nicht in der Albert-Einstein-Gesamtschule (AES) wie im vergangenen Jahr, sondern in der Sophie-Scholl-Gesamtschule (wie in den Vorjahren). „Gut, die Wahl zu haben“, befand Til Rebelsky vom städtischen Fachdienst Jugend, Soziales und Wohnen. Der Wechsel habe mit den geplanten Umbauarbeiten in der Aula der AES zu tun. In beiden Schulen sei die „Kinderstadt“ in den Ferien gern gesehen, „ohne dass die Schule gleich die Aufsicht übernimmt. Das ist eine Remscheider Besonderheit gegenüber den anderen ‚Kinderstädten‘ im Bundesgebiet.

An der Zielgruppe hat sich nichts geändert: 220 Kinder im Alter von sieben bis zwölf Jahren mit und ohne Behinderung, darunter je zehn Kinder aus Flüchtlingsfamilien und aus Einrichtungen der evangelischen Jugendhilfe Bergisch Land (wie die Ev. Lutherkirchengemeinde erstmals Mitveranstalter). Die verschiedenen Träger der beliebten Ferienaktion zeichnen sich durch sehr unterschi8edliche Kompetenzen aus. Ihnen und den Sponsoren, ohne die die Aktion gar nicht realisierbar wäre, dankte Neuhaus herzlich. Besonders hob er das Bildungszentrum des Sana Klinikums Remscheid hervor. Denn die Krankenpflegeschüler/innen nehmen im Rahmen ihrer Ausbildung an der „§Kinderstadt“ teil, auch in diesem Jahr wieder zuständig die medizinische Erstversorgung vor Ort. Und spielerisch kommt die „Operation“ von Kuscheltieren und das Eingipsen von „Knochenbrüchen“ hinzu (alle Jahre wieder d i e Schrecksekunde für Väter und Mütter beim Abholen am Nachmittag).

Zehn Tage „Kinderstadt“ kostet je Kind 110 € (inkl. Mittagessen) bzw. 130 € (inkl. Frühbetreuung, Frühstück und Mittagessen). „Aber am Geld darf es nicht scheitern“, betonte gestern Thomas Neuhaus. Deshalb besteht auch diesmal wieder für Eltern mit geringerem Einkommen die Möglichkeit der Ermäßigung. Nähere Informationen bei Frau Günther (Fachdienst Jugend, Soziales und Wohnen) unter Tel. RS 163478.

Die Anmeldung für Regelplätze beginnt am Samstag, 4. März,  um 10 Uhr Im Gemeinde- und Stadtteilzentrum Esche, Eschenstraße 25, der Verkauf der Restverkauf am 6. März im Fachdienst Jugend, Soziales und Wohnen, Haddenbacher Str. 38, Zimmer 008. Anmeldung für Integrativplätze (Kinder mit Behinderung)  sind dort unter  Tel. 163637 möglich.

In der „Kinderstadt“ werde das allseits bekannte „Vater-Mutter-Kind-Spiel“ weiterentwickelt zu einer Erlebniswelt, in der sich die Jungen und Mädchen wie Erwachsene fühlen könnten, erläuterte Til Rebelsky das Konzept dieses „dynamischen pädagogischen Großspielprojekts“. Denn in diesen zwei Sommerferienwochen lebe die „Kinderstadt“ mit eigener Währung (dem sog. „Fichtentaler"), einer eigenen Bank, einem Bürgeramt, einem Arbeitsamt, Freizeit und Konsumangeboten und vielem mehr. Und sogar Wahlkampf wird gemacht – für die Sitze im „Kinderstadtrat“. Das aller erfordert natürlich viele Helfer/innen. [Rebelsky sprach von einem „Sack Flöhe“, den es zu hüten gelte. ;-) ] Die ehrenamtlichen Betreuer/innen müssen mindestens 16 Jahre sein.  Interessenten können sich bei Daniela Kann (Stadt Remscheid, Fachdienst Jugend, Soziales und Wohnen), Tel.: 16 36 37 melden.

Vorhersehbarer Kahlschlag an der Düstergasse

Einen der wertvollsten Bäume der Stadt illegal gefällt“, überschrieb der Waterbölles am 11. Oktober 2016 eine Pressemitteilung der Stadt Remscheid, wonach ein Fachunternehmen im Auftrag eines Investors auf dem Grundstück Heinrich-Hertz-Straße 1 eine Buche mit 5,90 Metern Stammumfang illegal gefällt hatte. Wer dafür konkret zur Rechenschaft gezogen werden kann, steht bis heute nicht fest.

Und nun wieder Baumfällungen in Lennep. Das hat aber mit dem Bauprojekt („Wohnen im Park“) nichts zu tun, auch wenn in beiden Fällen die Stadtsparkasse Wuppertal mit im Geschäft ist. Hinter dem Bauvorhaben auf einem bisher parkähnlichen Grundstück Ecke Poststraße / Düstergasse (Poststraße 27) steht die Friedrich Baumanagement GmbH & Co. Die teilweise mehr als 100 Jahre alten Bäume dort wurden inzwischen gefällt. Das hat in der Nachbarschaft Empörung ausgelöst, war aber schon lange vorhersehbar und ist mit der „Nacht und Nebel-Aktion“ auf der Knusthöhe nicht vergleichbar. Jörg Schubert, Leiter des Fachdienst Bauen, Vermessung und Kataster, Untere Denkmalbehörde der Stadt Remscheid: „Die nötigen Baumfällungen auf dem Grundstück wurden im Rahmen des Baugenehmigungsverfahrens rechtlich und fachlich begleitet.“  Das Areal  - rund 3.500 Quadratmater groß - liege innerhalb eines im Zusammenhang bebauten Ortsteiles. Die Zulässigkeit des Vorhabens richte sich somit nach § 34 Baugesetzbuch (BauGB).

Bereits vor der Sommerpause 2016 hatte Schubert den Mitgliedern der Bezirksvertretung Lennep die Pläne des Wuppertaler Investors erläutert. Diese sehen auf dem Grundstück drei neue Mehrfamilienhäuser vor. In zwei der Häuser sollen je sieben Wohnungen, in dem anderen zur Poststraße hin fünf Wohnungen untergebracht sein. Macht zusammen 19 Wohneinheiten, sechs davon barrierefrei. Die Häuser im modernen Stadtvillenstil (Foto links) sollen auf einer Tiefgarage mit 20 Stellplätzen stehen mit Zufahrt von der Düstergasse aus. Für das Haus an Poststraße sind zudem vier weitere Garagen sowie Stellplätze vorgesehen.

Auf Nachfrage des Waterbölles bestätigte Jörg Schubert, dass im Zuge der Baumaßnahme „auch Eingriffe in den Straßenraum der Düstergasse erfolgen“ werden. Diese seien zwischen dem Bauherrn und der Stadt als Straßenbaulastträger abgestimmt. Auf die Frage nach einem darüber hinaus gehenden Ausbau der Düstergasse, der für alle Anlieger zu Erschließungskosten führen würde verwies er an die Technischen Betriebe Remscheid (TBR).  Doch deren Chef Michael Zirngiebl gab Entwarnung: Von einem Ausbau zu Lasten der Stadt sei ihm nichts bekannt; das stünde ansonsten im Etat.

Wie das Bauprojekt („Wohnen im Park“) befindet sich auch das am Rande der Lenneper Altstadt inzwischen in der Vermarktung – etwa in der Immobilienzeitschrift der Sparkasse Wuppertal, Ausgabe Februar 2017. Zitat zum Bauprojekt Ecke Poststraße / Düstrergasse: „Wohnungen in allen Größen von zwei bis sechs Zimmern sowie 68 m² bis 131 m² Wohnfläche sind, auch als Penthouse, noch erhältlich. Die Bauarbeiten werden in Kürze beginnen.“

(Sozialer) Wohnungsbau statt leerstehender Kaserne?

Was wird aus der alten Polizeikaserne an der Uhlandstraße?“, fragte der Waterbölles am 21. Juli 2008. Zitat: „Im Januar 2007 waren Gerüchte aufgekommen, die Polizei wolle sich in Remscheid kleiner setzen und liebäugele mit einem Umzug zum zentral gelegenen Hauptbahnhof. Tatsache ist: Im Wuppertaler Polizeipräsidium würde man die Polizeiinspektion Remscheid gerne in einem moderneren Gebäude sehen. Das aber scheint bislang noch nicht gefunden worden zu sein. Oder ist der Plan aus finanziellen Gründen / auf Anweisung des Innenministeriums NRW fallen gelassen worden? Jedenfalls ist von einem Umzug seitdem keine Rede mehr…“

Nun hat die Remscheider SPD die Frage in ähnlicher Form erneut gestellt: „Wohnen und Leben im Gebäude der Polizei, was halten die Remscheiderinnen und Remscheider davon?“ Bereits 2013 habe die SPD in der Bezirksvertretung Alt-Remscheid nach möglichen Plänen für das Gebäude gefragt. „Schon damals wurde der Verfall des Gebäudes der ehemaligen Polizeikaserne immer offensichtlicher. Das Land investiere nur, wenn Mieter in Sicht sind, so die Aussage des Bau- und Liegenschaftsbetrieb NRW (BLB) m August 2013. „Auf eine erneute Anfrage beim BLB NRW liegt uns nun eine Antwort vor“, sagt der SPD-Fraktionsvorsitzende Sven Wolf. „Nach wie vor ist ein Teil des Gebäudes an die Polizei Remscheid vermietet. Eine Fläche von mehr als 2.500 qm stehen leer. Zurzeit wird seitens der BLB eine Marktanalyse erstellt, und anschließend soll über das weitere Vorgehen entschieden werden“. Die SPD meint, aus der ehemaligen Polizeikaserne könnten zum Beispiel schöne Wohneinheiten entstehen, wenn die Denkmalschützer diesen Plänen offen gegenüberstünden.

Landeszuschüsse zum Neubau von Mietwohnungen

Zur Sitzung des Haupt-, Finanz- und Beteiligungsausschusses am 2.März hat die SPD-Fraktion nach den städtischen Maßnahmen zum Wohnraumförderungsprogramm 2014-2017 des Landes NRW gefragt. Das Land NRW hat für das Programm 2017 insgesamt 369.300.000 Euro bewilligt zur Förderung der Neuschaffung von Mietwohnungen inkl. Förderung von Wohnraum für Flüchtlinge und Asylbewerber. Davon werden der Stadt Remscheid  6,4 Millionen Euro bereitgestellt. Zudem erhält die Stadt Remscheid Fördermittel für investive Maßnahmen im Bestand in Höhe von 523.000 Euro, zusammen also 6.923.000 Euro. Der SPD-Fraktionsvorsitzende Sven Wolf: „Erfreulich für Remscheid ist, dass die Stadt im Vergleich zu den beiden Nachbargemeinden und zum Durchschnitt in NRW für die Neuschaffung von Mietwohnungen ein deutlich höheres Pro-Kopf-Budget erhält.“ Von der Vewrwaltung möchte die Fraktion jetzt gerne wissen, welche Maßnahmen aus dem Budget finanziert werden sollen, welche Beratungsangebote die Stadt Remscheid im Bereich der Wohnraumförderung unterhält und wie hat sich die Bewilligung von Fördermitteln für die Wohnraumförderung von seit 2007 bis heute entwickelt hat.

Die Kreuzung Trecknase während der Umbauphase

Die Kreuzung „Trecknase“, Schnittpunkt der Bundesstraßen B 229 und B 51 und damit einer der am meisten befahrenen Verkehrsknotenpunkte Remscheids, wird bis Sommer 2018vollständig ausgebaut.

  • Sie befahren die Borner Straße? Sie können nicht links in die Trecknase (Richtung Grenzwall) einbiegen und nicht geradeaus die Kölner Straße befahren. Zum Erreichen der Trecknase (Richtung Grenzwall) müssen Sie an der Kreuzung Trecknase links abbiegen und am sogenannten Bypass (siehe Zeichnung) an der Ampel links abbiegen. Die Kölner Straße erreichen Sie nur, wenn Sie an der Kreuzung Trecknase rechts in die Ringstraße abbiegen und im Anschluss nach Bedarf links abbiegen.
  • Sie befahren die Lenneper Straße?  Sie können nicht links in die Kölner Straße und nicht rechts in die Borner Straße abbiegen? Um nach Bergisch Born, Grenzwall oder Wermelskirchen zu gelangen, müssen Sie am sogenannten Bypass (siehe Zeichnung) rechts abbiegen.
  • Sie befahren die Kölner Straße? Die Durchfahrt zur Kreuzung Trecknase ist nicht möglich. Sie müssen hierfür vorher links abbiegen, um über die Ringstraße (B51 / B229) die Trecknase zu erreichen.
  • Sie befahren die Ringstraße? Sie können nicht rechts in die Kölner Straße und nicht links in die Borner Straße abbiegen. Zum Erreichen der Borner Straße müssen Sie bis zum sogenannten Bypass (siehe Zeichnung) geradeaus bis zur nächsten Ampel fahren und dort links abbiegen. Die Kölner Straße erreichen Sie nur, wenn Sie an der Kreuzung Trecknase geradeaus fahren und im Anschluss nach Bedarf links abbiegen.

(Nach einem druckfrischen Flyer der Stadtverwaltung Remscheid; siehe auch Waterbölles vom 5. Oktober 2016: Kreuzungsausbau ab 2017 kostet ca. 4,5 Millionen €).

 

Ihre Beweggründe nannte die CDU bisher noch nicht

Vorbemerkung: Schön, wenn Politiker den Wählern Orientierung geben können. Und wenn sie mit ihrer Meinung nicht hinter dem Berg halten. Ist die eigene Meinung noch nicht gefestigt, können Anfragen an die Exekutive helfen. Auf kommunaler Ebene sind das die Verwaltungen.
Ich habe längst aufgehört, die Anfragen der Lokalpolitiker zu zählen, mit denen sich im Rathaus allzu viele allzu lange beschäftigen müssen – vom Sachbearbeiter über den Amtsleiter bis zum Dezernenten und Oberbürgermeister. Anfragen, die die Verwaltung in ihren wirklichen Aufgaben lähmen, ohne zu neuen Erkenntnissen zu führen. Denn die einzige Aufgabe vieler Anfragen, mit denen die Ratsgruppen und Fraktionen die Verwaltung beschäftigen, besteht darin, im öffentlichen Diskurs Themen zu belegen, den Eindruck zu erwecken, als kümmere man sich gerade um dieses eine Thema ganz besonders.
Das kann man populistisch nennen, aber auch scheinheilig. Vor allem dann, wenn Fragen gestellt werden, auf die der Fragesteller die Antwort längst selbst kennt oder kennen sollte. Weil er an voraufgegangenen Debatten / Beschlüssen selbst beteiligt war oder weil er seine Erinnerungen über die Protokolle der betreffenden Ausschüsse leicht hätte auffrischen können. Aber, wie gesagt, Erkenntnisgewinn zur Meinungsbildung ist (leider) das Ziel vieler Anfragen nicht. Ein Beispiel gefällig?

Planung für großes Sport- und Spielfest hat begonnen“ überschrieb der Waterbölles am 11. November 2016 seinen Bericht über die Sitzung des Integrationsrates, in der Alexa Bell (CDU) für diesen Plan des Integrationsrates so geworben hatte: „Jeder, der hier sitzt, muss zehn Leute im Rücken haben, damit wir das auch hinkriegen!“ „Helfende Hände und weitere Ideen“ wünschte sich damals auch Erden Ankay-Nachtwein, die Vorsitzende des Integrationsrates. Der Waterbölles damals: „Für den 2. Juli 2017 plant der Integrationsrat der Stadt Remscheid, gestützt auf das Sportamt der Stadt und den Sportbund Remscheid, im Stadion Reinshagen ein großes Internationales Sport- und Spielfest, und alle Migrantenvereine in Remscheid seien herzlich eingeladen, sich zu beteiligen. Sportamtsleiter Martin Sternkopf hatte damals berichtet, ein internationales Catering sei geplant, Sportflächen für Kinder, internationale Tänze und die Vorstellung eher wenig bekannter (Rand-) Sportarten.

Zur Sitzung des Sportausschusses am kommenden Mittwoch legt die Verwaltung nunmehr der Politik eine Mitteilung vor, in der sie fünf Fragen der CDU-Fraktion beantwortet. Darin wird zunächst ausführlich die Entstehungsgeschichte dieses Vorhabens beschrieben:

„Der Integrationsrat der Stadt Remscheid erwog in seiner Sitzung am 22.10.2015, eine eigene Sportveranstaltung zu veranstalten, und bat den Fachdienst Sport und Freizeit der Stadt Remscheid und den Sportbund Remscheid um Unterstützung bei einer Realisierung im Jahr 2016. In einem Arbeitsgespräch zwischen der Vorsitzenden des Integrationsrates, dem Sportbund und Vertreterinnen des Fachdienstes Sport und Freizeit wurde dem Integrationsrat die Unterstützung bei der Durchführung unter der Bedingung zugesagt, dass hierfür keine Haushaltsmittel der Stadtverwaltung zur Verfügung stehen. Die Kosten des Integrationssportfestes sollen durch Spenden finanziert werden, die der Integrationsrat einwirbt.
Aufgrund von Terminschwierigkeiten in 2016 beim Integrationsrat und bei Sportvereinen wurde am 19.4.2016 vom Integrationsrat eine Durchführung verworfen und in Abstimmung mit dem Fachdienst Sport und Freizeit auf den 2.7.2017 festgelegt. Der Sportbund wies darauf hin, dass er diesen Termin nicht wahrnehmen könnte, bei der Vorbereitung aber helfen würde.
Im September 2016 wird mitgeteilt, dass die Stadtsparkasse Remscheid in Zusammenarbeit mit dem  Sportbund Remscheid am 24.6.2017 ein Familienfest plant.“

Und damit zu den Fragen der CDU:

  • Der Integrationsrat hat beschlossen, mit Hilfe des Sportamtes ein Integrationssportfest zu veranstalten: Was sind die konkreten Inhalte dieser Veranstaltung?

Antwort der Verwaltung: „Der Integrationsrat hat einstimmig beschlossen, ein Interkulturelles Sport- und Spielefest unter Mitwirkung des Sportbundes und es Sportamtes zu organisieren. Die Hauptmotive sind die Multikulturalität und  die Sportarten, die in Remscheid angeboten werden, im Rahmen eines feierlichen Tages  kennenzulernen. Weitere Gestaltungen werden in den Arbeitsgruppen vorbereitet und durch die Mitglieder des Integrationsrates begleitet.“

  • An welchen Teilnehmerkreis richtet sich die Veranstaltung?

Antwort der Verwaltung: Die Veranstaltung richtet sich an alle Remscheiderinnen und Remscheider und deren Kinder.

  • Richtet sich das Integrationssportfest vor allem an ausländische Mitbürger muslimischen Glaubens?

Antwort der Verwaltung: Nein.

  • Entstehen der Stadt Remscheid hierdurch Kosten? Wenn ja, wie hoch sind diese?

Antwort der Verwaltung: Durch das Dezernat 2 der Stadt Remscheid wurde bereits zu Beginn der Planung darauf hingewiesen, dass keine Haushaltsmittel für eine derartige Veranstaltung zur Verfügung stehen. Eine Unterstützung der Veranstaltung durch den Fachdienst Sport und Freizeit wurde wie bei vergleichbaren Veranstaltungen des Jugendrates, von Stadtteilinitiativen, Ferienangeboten für Jugendliche in der Planung, bei der Genehmigung und durch die Zurverfügungstellung von Sport- und Spielgeräten zugesagt.

  • Wer beteiligt sich an der Durchführung? Welche Ämter, Vereine und / oder anderen Institutionen sollen an diesem Integrationssportfest teilnehmen?

Antwort der Verwaltung: Die Organisation der Durchführung obliegt dem Veranstalter Integrationsrat der Stadt Remscheid. Der Fachdienst Sport und Freizeit und der Sportbund unterstützen bei der Realisierung im Rahmen ihrer Aufgaben und Möglichkeiten. Inzwischen wird mit den Mitgliedern des Integrationsrates und des Fachdienstes Sport und Freizeit über eine Verschiebung des Termins auf den 17. September 2017 gesprochen. Der Integrationsrat hofft, dass der Sportbund, der im Oktober 2016 wegen eines privaten Grundes seine Teilnahme für den 2.7.2017 nicht zusagen konnte, durch die Verschiebung des Termins wieder gewonnen werden kann. Danach wird sich zeigen, welche Sportarten und welche Sportvereine noch mitmachen werden.

  • Wie ist die Kommunikation zwischen Sportbund und Sportamt im Vorfeld der beiden für den Sommer geplanten Großveranstaltungen, die zeitlich dicht aufeinander folgen, gelaufen?

Antwort der Verwaltung: Bereits am 20.1.2016 fand ein erstes Vorbereitungsgespräch für ein Integrationssportfest des Integrationsrates statt, an dem der Sportbund Remscheid und der Fachdienst Sport und Freizeit teilnahmen. Die weiteren Planungen und Abstimmungen fanden in Abstimmung der drei Institutionen statt. Im Integrationsrat wurde von der Vorsitzenden Frau Ankay-Nachtwein über den jeweils aktuellen Stand regelmäßig informiert.

Waterbölles: Die Antworten der Verwaltung liegen der CDU-Fraktion seit der vergangenen Woche vor. Sie dürfte bis Mittwoch genügend Zeit haben, daraus Honig zu saugen. Man darf also gespannt sein auf ihren Erkenntnisgewinn. Oder auf die Erhellung des eigentlichen Erkenntnisinteresses, des Subtextes sozusagen. Der öffentliche Teil der Sportausschusssitzung beginnt um 17 Uhr im Seminarraum der Sporthalle Neuenkamp.

Februar 2007: Der Waterbölles blättert zurück

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Das war „Besucherrekord“: Rund 70 Bürger aus dem Gebiet Überfelder Straße/Auf dem Knapp nahmen vor zehn Jahren an der Sondersitzung der Bezirksvertretung Süd teil, um gegen den Plan der Stadtwerke zu protestieren (Stein des Anstoßes), die Buslinie 665 einzusparen und stattdessen für die Linie 664 die Straße 'Auf dem Knapp'' durch Ausbau eines Fußwegs zur Bussonderspur mit der Ueberfelder Straße zu verbinden. Die werde bei 80 bis 100 Omnibusse pro Tag „zur Staufalle“, befürchteten Anlieger damals. Heute längst kein Thema mehr!

Vor zehn Jahren meldeten sich Anwohner der Bismarckstraße zu Wort, die hatten Angst vor Spannern, die ihnen in die Fenster ihrer Schlafzimmer blicken könnten. Das hatte mit dem „Nordsteg“ zu tun, den der Bauausschuss im Februar 2007 in Auftrag gab. Wie hoch würde die Fußgängerbrücke werden. Hoch genug, um von ihr aus bequem in die Fenster neben liegenden Häuser blicken zu können? Auch für diesen „Aufreger“ galt: Alles wurde gut.

An Begriffe wie „Rasenrampe“, „Florentinische Treppe“ und „Bastion“ mussten sich die Remscheider vor zehn Jahren erst noch gewöhnen. Im Bauausschuss zeigten im Februar 2007 Landschaft- und andere Architekten auf, wie das Bahnhofsgelände mit „Kaufland“ und P&R-Parkhaus bis 2008 aussehen soll (Foto rechts).

Vor zehn Jahren präsentierte der Remscheider Seniorenbeirat de Auswertung der 2000 Fragebögen, die er Ende August 2006 an ältere Mitbürger/innen verteilt hatte, um ihre Wünsche für ein Leben und Wohnen im Alter zu erfahren. Remscheids Senioren seien aktiver, als es manchmal den Anschein habe, war damals das Fazit von Erika Schmitz. Als Verbesserungsvorschläge hinsichtlich Wohnsituation/Wohnumfeld hatten die Senioren am häufigsten fehlende Aufzüge, fehlende bzw. mangelhafte Einkaufsmöglichkeiten sowie unzureichende Busverbindungen genannt.

Gedruckt auf Papier und gebrannt auf CD präsentierte die Stadt Remscheid vor zehn Jahren ihren neuen „Migrationsatlas“. Demnach hatten von den 119.048 Einwohnerinnen und Einwohnern am 31.12.2005 ein Viertel (25,3 Prozent = 30.177) einen Migrationshintergrund. Davon waren 14,5 Prozent Ausländer, 9,2 Prozent Deutsche mit einem zweiten Pass und 1,6 Prozent Eingebürgerten. Die türkisch-stämmigen Einwohner stellten mit 8,6 Prozent der Bevölkerung die größte Migrantengruppe Gruppe.

Seit Frühjahr 2006 suchte die Stadt für ihre Altenheime einen „strategischen Partner“. Im Februar 2007 stellte sich den Mitgliedern des städtischen Betriebsausschusses ein erster Kandidat vorgestellt, die Bergische Diakonie Aprath. Für einen Verkauf der Altenheime hatte sich zuvor die Wählergemeinschaft W.I.R. stark gemacht. Und dazu kam es dann später auch.

Zwei Wochen nach dem Orkan „Kyrill“, im Februar 2007, hatte der Forstbetrieb des Wupperverbandes die Uferwege an den Talsperren des Verbandes weitgehend von umgestürzten Bäumen befreit. Ausnahme: An der Bever-Talsperre war der Wanderweg weiterhin nicht begehbar, weil die Holzfällbetriebe mit der Arbeit nicht nachkamen.

Ein Zug des „Müngsteners“ im, Februar 2007 nachts bei Sturm gegen einen auf die Gleise gestürzten Baum , entgleiste und fuhr in die Böschung.

Die Mitarbeiter des Archiv konnten damit beginnen, die Archivbestände im alten Domizil an der Honsberger Straße zu verpacken: Im Kulturausschuss teilte die Verwaltung im Februar 2007 mitgeteilt, dass der Mietvertrag über die ehemalige Aldi-Filiale an der Hastener Straße unterschriftsreif sei. Die vor dem Umzug des Stadtarchiv nötigen Umbauten (Einbruch- und Brandmeldeanlage, Raumluft- und EDV-Technik) seien abgestimmt.

Zwei Schüler der Alexander-von-Humboldt-Realschule wurdenim Februar 2007 auf Beschluss der aus Lehrern, Eltern und Schülern bestehenden „Schulkonferenz“ der Schule verwiesen. Im Dezember 2006 hatten sie im Internet die Tötung von vier namentlich genannten Lehrern angekündigt und waren daraufhin vom Amtsgericht Remscheid – ruckzuck - wegen „Störung des öffentlichen Friedens durch Androhung von Straftaten“ (§ 126 StGB) zu je drei Wochen Dauerarrest verurteilt worden. Die Strafe mussten sie sofort antreten. Die beiden Luftgewehre, acht Kleinwaffen sowie ein Jagdmesser, die bei einem der Beschuldigten gefunden worden waren, wurden vom Gericht eingezogen.

Die „Stolpersteine des Kölner Künstlers Günter Demnig erinnern an „die Vertreibung und Vernichtung der Juden, der Zigeuner, der politisch Verfolgten, der Homosexuellen, der Zeugen Jehovas und der Euthanasieopfer im Nationalsozialismus lebendig erhält“ Knapp 50 dieser metallenen Erinnerungen an die schwärzesten Jahre der Geschichte Deutschlands wurden von Dezember 2005 bis Februar 2007 in Remscheid verlegt. Dann folgten weitere. Der Aktionskreis schätzte damals die Zahl der in der Nazi-Zeit umgekommenen Remscheider Juden auf ca. 170, die der politischen Widerstandskämpfer auf 30 bis 50. Wie viele Remscheider Sinti, Roma, Homosexuelle oder Behinderte umgekommen sind, ist bis heute nicht bekannt.

Vor zehn Jahren kündigte die evangelische Stadtkirchengemeinde an, ihr Gemeindehaus auf dem Honsberg in dreieinhalb Jahren schließen zu wollen. Die damalige Idee, das Haus von Pfarrer Hans-Günter Korb für Gemeindezwecke herzurichten, wenn dieser in vier Jahren in Pension geht, brauchte zum Glück nicht lange verfolgt zu werden. Die, einen „Neuen Lindenhof“ zu bauen, war weit besser.

Nach einem ZDF-„Länderspiegel“ über „Zocken in Hagen“, das zu 700 Millionen Euro Schulden gefürt hatte, betonte im Februar 2007 im Finanzausschuss in Remscheid Stadtkämmerer Jürgen Müller, ein solches „Zinsmanagement“ mit Swaps sei unter den kreisfreien Städten absolut üblich. Die Kommunalaufsicht habe da auch keine Bedenken. Insgesamt habe die Stadt Remscheid mit „Zinssicherungsinstrumenten“ 2006 einen Gewinn von einer Million Euro gemacht. Dass es unterm Strich ein Verlust von rund 20 Millionen Euro war, der Müller sein Amt kostete, stellte sich erst später heraus.

Weil die Stadt Remscheid sparen müsse, werde es in manchen Wohnungen dunkler, berichtete der Waterbölles im Febuar 2007. Denn die Straßenbaume dürften nunmehr ungezügelter in den Himmel wachsen. Weil die Stadt einen Baumschnitt nur noch dann vornehme, wenn er zur Aufrechterhaltung der Verkehrssicherheit unverzichtbar sei. Das hatte ein Schriftwechsel zwischen dem Beamten-Wohnungsbauverein e.G. Remscheid-Lennep und der Stadtverwaltung ergeben.

Elf Jahren und vier Monaten war der gebürtige Remscheider Rolf Söhnchen Direktor des Remscheider Amtsgerichts. Am 27. Februar 2007, seinem 65. Geburtstag, ging er in den Ruhestand (Nachfolger: Paul-Dieter Dudda). Bevor Rolf Söhnchen 1995 als „Chef“ nach Remscheid kam, war er Richter in Wuppertal und Direktor am Amtsgericht Mettmann.

Mit einem Blumenstrauß verabschiedete Bezirksvorsteher Bernd Quinting (CDU) vor zehn Jahren in der Bezirksvertretung Alt-Remscheid Christel Herrmann von den Grünen. Sie und ihren Ehemann Jochen, langjähriger Lokalredakteur des RGA, zog es damals in die Bretagne.

Sven Wolf auf Platz 16 der SPD-Landesliste

Sven Wolf.Die NRW-SPD startete in Düsseldorf in den Landtagswahlkampf und stellte mit Personen und Programm die Weichen für eine erfolgreiche Wahl am 14. Mai 2017.  Hannelore Kraft wurde einstimmig als Spitzenkandidatin bestätigt und führt die Landesliste an. "Es war eine unglaublich tolle Stimmung auf dem Parteitag. Wir haben ein starkes Programm und mit Hannelore Kraft eine starke Spitzenkandidatin" so Sven Wolf. Der Landtagskandidat für Remscheid und Radevormwald wurde mit 99,5 Prozent auf Platz 16 der Landesliste gewählt, damit verbessert er sich gegenüber der zurückliegenden Landtagswahl um 62 Plätze. „Ich freue mich über dieses klare Vertrauensvotum. Es gibt mir Rückenwind dafür, den neuen Landtagswahlkreis Remscheid-Radevormwald direkt zu holen“, sagte Sven Wolf nach Bekanntgabe des Ergebnisses. Der Remscheider gehört seit 2010 als direktgewählter Abgeordneter dem Landtag an. Er ist dort der rechtspolitische Sprecher seiner Fraktion. Vorgestern hat ihm der Landtag die Leitung des neuen Untersuchungsausschusses zum Fall Amri übertragen. Hannelore Kraft: „Sven Wolf kümmert sich verlässlich um die großen Themen im Land genauso wie um die alltäglichen Anliegen der Menschen aus seiner bergischen Heimat. Ein guter Anwalt fürs Bergische.“ (nach SPD-Pressemitteilung)

Spaß ohne Alkohol ist besser als Zudröhnen

‚Buddys‘ gegen Alkohol, wo Gespräch noch möglich ist“, überschrieb der Waterbölles am 28. Januar 2016 einen Bericht über die neun frisch geschulten Buddys, die Bernd Liebetrau, Leiter der Fachstelle Sucht des Diakonischen Werks Remscheid, und Sandra Schwabe vom städtischen Fachdienst Jugend, Soziales und Wohnen damals den lokalen Medien vorgestellt hatte. Die gleiche Überschrift könnte auch über diesem Bericht stehen. Zum siebten Mal (seit 2012) nehmen in diesem Jahr Studenten/innen aus Wuppertal (innerhalb eines studienbegleitenden Praktikums) und Schüler/innen des Käthe-Kollwitz-Berufskollegs (als Ehrenamtliche) an dem Remscheider „Buddy“-Projekt teil, acht Frauen und drei Männer. Von der Uni Wuppertal kommen Jonas Kruse, Jessica Förster, Bianca Förster, Lisa Pastors und Michaela Böhme, vom Käthe-Kollwitz-Berufskolleg Leonie Masuth, Kevin Wientzek, Svenja Leonhardt, David Voges, Elena Joost und Cathrin Melzer. Aauf ihre Einsätze gegen zu großen Alkoholkonsum von Jugendlichen wareen sie im 2. Halbjahr 2016 sieintensiv vorbereitet worden. Jetzt steht der erste Einsatz kurz bevor –  die „Antidrogen-Disco“ am Freitag, 24. Februar, im Zelt des Lenneper Karnevalsgesellschaft. Und zwei Tage später, vor dem Rosenmontagszug, von 10 bis 14.11 Uhr, dann der zweite.

„Buddys“, das sind die Freunde, die Kumpels. Dementsprechend treten sie bei ihrer besonderen Art der Alkoholprävention Jugendlichen auf Augenhöhe gegenüber. Nicht als Besserwisser, sondern als Ratgeber, Konflikte vermeidend, die Jugendlichen über ihren Konsum zum Nachdenken anregend. Auch mit ein paar „Giveaways“. Motto: Spaß haben ohne Alkohol und Drogen ist besser als Zudröhnen! Und wenn mehr als ein guter Ratschlag, sondern echte Hilfe gefordert ist, können sich die Buddys, unterwegs als Zweier-Team, stets an die Mitarbeiter des Ordnungsamtes wenden, die am Rosenmontag in Lennep im Einsatz sind, wie Arndt Liesenfeld vom städtischen Ordnungsamt bestätigte. Er schätzt die Buddys ebenso wie Gunther Brockmann. Der Vorsitzende der Lenneper Karnevalsgesellschaft e.V. berichtete beim Pressetermin am vergangenen Mittwoch von Eltern, die den Jugendschutz offenbar nicht kennen oder nicht ernst nehmen. Denn es gingen bei ihm zunehmend Anfragen ein, ob zum Karnevalfeiern im Zelt nicht auch eigene Kinder unter 16 Jahren mitgebracht werden dürften. Brockmann: „Das geht natürlich gar nicht!“ Auch die so genannten Muttizettel würden am Zelteingang von den Ordnungskräften nicht akzeptiert. (Auf dem Muttizettel überträgt der/die Erziehungsberechtigte die Aufsicht über sein minderjähriges Kind einem anderen Erwachsenen.)

Zur „Feierkultur“ von Jugendlichen gehören außer Alkohol und Zigaretten in zunehmendem Maße auch Canabis und Amphetamine („Speed“), berichtete Bernd Liebetrau. Das sei eine besonders ungesunde Mischung, lege sich der künstliche Suchtstoff doch über den Alkohol und verhindere eine noch halbwegs reale Selbsteinschätzung der körperlich-geistigen Lage. Auch dies thematisieren die Buddys gegenüber Gleichaltrigen, wenn sie in ihrem Konsum wenig wählerisch erscheinen. Im vergangenen Jahr waren es 14 stark unter Alkohol- bzw. Drogeneinfluss stehende Jugendliche, denen in der im Röntgen-Museum eingerichteten „Jugendschutzstelle“ geholfen werden musste. Eine gegenüber den Rhein-Metropolen Düsseldorf und Köln vergleichsweise kleine Zahl. Das gilt auch für die 33 Jugendlichen, die im vergangenen Jahr wegen einer Alkoholvergiftung im Sana-Klinikum Remscheid behandelt werden mussten. (Weiterhin besteht eine Vereinbarung zwischen der Sana-Klinik und der Fachstelle Sucht des Diakonischen Werkes zwecks Ansprache der betroffenen Eltern. Dies habe 2016, so Liebetrau, zu acht Einzelberatungen bzw. Gruppengesprächen mit Eltern und Jugendlichen geführt. Hinzu kommen als weitere Schnittstellen, um Jugendliche mit riskantem Alkoholkonsum frühzeitig zu erreichen, Jugendberufshilfe, Ärzte, Schulsozialarbeit und Justiz.)

Dieses Netzwerk gegen den Alkohol-/Suchtmissbrauch bei Jugendlichen ist inzwischen auch bei der Landesregierung anerkannt. Liebetrau hofft deshalb darauf, dass der Antrag auf Förderung aus Mitteln der „Aktion Sucht“, den er im Mai stellen will, positiv beschieden wird. Das könnte dem Remscheider Projekt zu 53.000 Euro verhelfen. Denn eines ist klar: Die Alkoholprävention geht weiter. Im Laufe des Jahrs beispielsweise bei „Housepark“ und AGOT-Party „RS United“ im Stadtpark. Aber auch Einsätze vor den Glühweinständen des Remscheider Weihnachtsmarktes, bei denen Erwachsene auf den Alkoholkonsum ihre Kinder angesprochen werden, kann sich Bernd Liebetrau vorstellen.