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Freiheitstraße: Neue Steuergeräte für die Ampeln

Hoffentlich bald weniger rote Ampeln auf der Freiheitstraße“, titelte der Waterbölles am 21. Januar 2008, also vor mehr als neun Jahren. Die Autoabgase (’Dicke Luft’) auf der vielbefahrenen Freiheitstraße waren schon damals ein Dauerthema für Rat und Verwaltung. Dort bestehe Handlungsbedarf, hatte die Umweltverwaltung schon ein Jahr zuvor bestätigt und zur Prävention „eine Verflüssigung des Verkehrs durch den Ersatz veralteter Ampelanlagen“ vorgeschlagen (Waterbölles von damals). Die Fragen, die die SPD-Fraktion am 28.März an die Verwaltung richtete und die in der gestrigen Sitzung der Bezirksvertretung Alt-Remscheid schriftlich beantwortet wurden, betrafen ohne Hinweis auf diese Vorgeschichte Lärm- und Luftschadstoffmessungen auf der Freiheitstraße nachts und tagsüber und den „aktuellen Sachstand zur Umsetzung von lärm- und luftschadstoffmindernden Maßnahmen“ auf der verkehrsreichen Bundesstraße zwischen Amtsgericht und Bahnhof.

Antwort 1: Gemessen wird dort „kontinuierlich die Belastung mit Stickstoffdioxid  über einen Passivsammler des Landesamtes für Natur, Umwelt und Verbraucherschutz NRW“, bisher ohne Hinweis auf eine evtl. Grenzwertüberschreitung. Aber: „Der Jahresmittelwert für das Jahr 2016 liegt gegenwärtig noch nicht vor“. Eine erneute Lärmberechnung sei vorgesehen und die hierfür notwendige Erhebung der durchschnittlichen täglichen Verkehrsbelastung in Vorbereitung. Konkrete Messungen sind jedoch nicht geplant. Begründung: Ein vergleichbares Ergebnis einer sogenannten Linienschallquelle wie dem Straßenverkehr würde einen hohen Aufwand und Kosten verursachen.

Antwort 2: Der Luftreinhalteplan für die Stadt Remscheid vom 20. September 2012 (http://www.brd.nrw.de/umweltschutz/umweltzone_luftreinhaltung/pdf/2012_09_21_LRP_Remscheid.pdf) sieht für die Freiheitstraße durch Koordination aller Lichtzeichenanlagen eine Verkehrsverstetigung vor, die eine Minderung der Luftschadstoff- als auch der Lärmbelastung zum Ziel hat. „Die Ausschreibung zur Erneuerung der Steuergeräte für die Lichtzeichenanlagen an der Freiheitstraße ist in der Bearbeitung. Diese ist so weit fortgeschritten, dass mit einer Vergabe der Arbeiten noch vor den Sommerferien zu rechnen ist. Die Technik wird so sein, dass keine Induktionsschleifen in die Fahrbahn eingebaut werden müssen. Die Detektion des Fahrverkehrs erfolgt ausschließlich durch Kameras und ist somit unabhängig von der Fahrbahn. Die Masten werden soweit wie notwendig  erneutet. Die Anlagen, die noch nicht mit LED-Technik ausgestattet sind, werden entsprechend umgerüstet. Diese Maßnahme ist nach Angaben der Verwaltung schon seit November 2015 beschlossene Sache. Die lange Anlaufzeit spricht für eine „schwere Geburt“! Verkehrsplaner Udo Wilde drückte es gestern so aus: Der Planungsstand bezüglich der Ampel sei wie „Schnee von gestern“, aus den 1980er Jahren.

Zur Minderung der Lärmbelastung an der Freiheitstraße sieht der Lärmaktionsplan Remscheid ((http://www.remscheid.de/leben/medienpool/dokumente020/LAP_RS_Maerz_2016.pdf) durch Ratsbeschluss vom 30. Juni 2016  eine nächtliche Geschwindigkeitsreduzierung und – langfristig – im Zuge der geplanten Fahrbahnsanierung den Einsatz von lärmminderndem Asphalt. Aber: Die Anordnung einer Geschwindigkeitsbeschränkung erfordere eine „weitreichende rechtliche und sachliche Prüfung von Seiten der zuständigen Straßenverkehrsbehörde, die bisher noch nicht abgeschlossen werden konnte“, so die Verwaltung. Der Grund dafür wird in der neuen Mitteilungsvorlage nicht genannt. In der Sitzung deutete Elke Ellenbeck vom Umweltamt allerdings personelle Engpässe an.

Noch länger dürfte der neue Asphaltbelag auf sich warten lassen. Zitat: „Die Sanierung der Fahrbahn unter Verwendung vom lärmmindernden Asphalt kann nur im Rahmen  einer grundlegenden Erneuerung erfolgen. Hierfür  sind Kosten in der Größenordnung von vier Millionen € anzusetzen. Diese Mittel sind im Investitionsplan derzeit für spätere Jahre, d.h. frühestens ab dem Jahr 2021, vorgesehen.“

Aber für die Besitzer der Mietshäuser entlang der Freiheitstraße besteht schon vorher ein kleiner Hoffnungsschimmer, so sie denn eigenes Geld investieren können und wollen. Denn seit dem 1. Januar besteht ein Förderprogramm für passive Lärmschutzmaßnahmen an Lärmschwerpunkten, dass der Rat am 24. November 2016 beschlossen hat ((http://www.remscheid.de/leben/medienpool/dokumente020/1.31.0_Foerderprogramm_passiver_Laermschutz_161124.pdf) Bezuschusst wird demnach der Einbau von Lärmschutzfenstern und von schallgedämmten Lüftungseinrichtungen durch die Stadt Remscheid, soweit eine höhere Lärmbelastung durch Straßenverkehr vorliegt. Die Gebäude, die für  eine Förderung in Betracht kommen,  könnten dem Geodatenportal unter (http://geoportal.remscheid.de/mapbender3/application/laermschutz_foerderprogramm) entnommen werden, so die Verwaltung. „Viele Gebäude an der Freiheitstraße weisen eine solche Lärmbelastung auf, die eine Inanspruchnahme der Fördermittel möglich macht.“

Fazit von Bezirksbürgermeister Otto Mähler: „Viel tut sich zu diesem Thema nicht!“

ISG Alleestraße: Blumenbeete und eine Ausstellung

Auf Handlungsempfehlungen soll Projektzeitplan folgen“, schrieb der Waterbölles am 19. August 2016 über einen Workshop des ISG Alleestraße e.V. hatte Moderator Oliver Haarmann von der „oh! Design- und Beratungsagentur in einem kleinen Kreis interessierter Mitglieder von jedem Teilnehmer eine Ergänzung des Satzes „Die Alleestraße würde ein wundervoller Ort werden, wenn …“ erbeten. Münden sollten die Ergebnisse des vierstündigen Workshops in einen Katalog von Handlungsempfehlungen. Anhand derer wollte die ISG dann einen verbindlichen Projektzeitplan erarbeiten und die dazu gehörende Öffentlichkeitsarbeit. Ob das inzwischen geschehen ist, blieb in der gestrigen Sitzung der Bezirksvertretung Alt-Remscheid auch nach dem Bericht von Haarmann über den damaligen Workshop „Leitbild, Identität und Marke für unsere Alleestraße“ weiter vage.

Zuvor hatte ISG-Geschäftsführer Ralf Wieber die bisherigen Aktivitäten des ISG Alleestraße e.V. so zusammengefasst: In 2016 sei die Alleestraße einmal grundgereinigt worden. Ein Hausmeister gehe die Fußgängerzone werktäglich zwei bis drei Stunden lang ab. An der Alleestraße habe die ISG ein Büro eingerichtet, das täglich „mindestens fünf Stunden Lang“ besetzt sei. In diesem Jahr habe man angefangen, die Beete (Baumscheiben) zu bepflanzen. Für die untere Alleestraße sei eine Ausstellung geplant über die negativen Folgen des Internethandels für den lokalen Einzelhandel („Amazon ist keine Stadt!“) Und im Übrigen stimme die ISG alle Aktionen im Rahmen ihres Budgets („Nur 398.000 Euro innerhalb von fünf Jahren!“) wie vorgeschrieben mit der Stadt ab. Die ersten Gelder seien im Juni vergangenen Jahres in die Vereinskasse geflossen. Damit seien keine großen Sprünge möglich. Aber, so Wieber, man könne ja auf Millionen-Zuschüsse des Landes im Zuge der beschlossenen Revitalisierung der Innenstadt hoffen und darauf, „dass wir dieses Geld vernünftig verballern werden“. Zwischenruf von Bezirksbürgermeister Otto Mähler: „... dass wir dieses Geld gut verplanen werden!“

Widerspruch zur geplanten „Internet-Ausstellung“ kam von Hans Lothar Schiffer (FDP): Das dafür vorgesehene Geld lasse sich sicherlich sinnvoller einsetzen. Denn der Trend zum Interneteinkauf lasse sich nicht mehr umkehren.

Fachwerkhäuser sind stark sanierungsbedürftig

Mit dem Designer Outlet-Center, für das die Stadt am vergangenen Freitag die Baugenehmigung erteilt hat, rückt auch die Lenneper Altstadt wieder ins Blickfeld. Der Stadt Remscheid ist das nur recht. Sie besitzt an der Brandgasse, am Mollplatz, am Munsterplatz, der Neugasse, Mühlenstraße, Tuchmachergasse und Wallstraße insgesamt 19 bergische Schiefer-/Fachwerkhäuser mit insgesamt 5.103 Quadratmeter Wohnfläche – und würde einige davon gerne verkaufen. Denn die Wohnfläche, für die die Stadt derzeit Miete kassiert, ist um etwa ein Viertel niedriger als die Gesamtfläche. Denn vier Häuser stehen komplett leer, davon sind drei stark sanierungsbedürftig. Von denen wiederum zwei zum Verkauf anstehen. Erheblich bis stark sanierungsbedürftig sind des Weiteren auch drei vermiete Häuser. und in zwei anderen sind aus dem gleichen Grund die Dachgeschosswohnungen nicht bewohnbar. Das geht aus einer Aufstellung der Liegenschaftsabteilung hervor, die am Mittwoch, 26. April, auf der Tagesordnung der Bezirksvertretung Lennep steht. Die öffentliche Sitzung beginnt um 17.30 Uhr in der Hilda-Heinemann-Förderschule, Hackenberger Str. 117.

In einem Fall ist der Sanierungsbedarf auch äußerlich leicht zu erkennen: Das leerstehende Haus Munsterplatz 19 (oben links) muss abgestützt werden, um es standsicher zu halten. Dort „sind die Schäden im Fachwerk soweit fortgeschritten, dass eine Ausfachung aus dem Fachwerk gekippt ist“, heißt es im Bericht der Verwaltung. Und weiter: „Im Bereich Munsterplatz sind die Häuser 17, 19 und 21 als ein Ensemble zu betrachten. Das Haus 17 (links), zum eigentlichen Munsterplatz gerichtet, ist aufgrund auszubessernder Boden- und Deckenbalken als sanierungsbedürftig einzustufen. Bei den Häusern 19 und 21 (links davon), an der Gasse zur Wallstraße als Doppelhaus gelegen, wurden erheblich Schäden am Fachwerk festgestellt. Die geschädigten Balken im Haus 19 müssen denkmalgerecht ausgetauscht werden.“

Auch das Haus Munsterplatz 24/Wallstr. 20 ist stark sanierungsbedürftig:  Im Zuge einer Schadensreparatur im Dachbereich waren  Schäden im Fachwerk (Pilzbefall und Fäulnis) entdeckt worden, die nach Angaben eines Gutachters bereits vor etwa 40 Jahren bei einer ersten Sanierung entstanden sind. Das miteinander verbundene Doppelhaus werde derzeit an einen privaten Investor mit der Auflage einer zeitnahen und denkmalgerechten Sanierung veräußert, so die Verwaltung.

Das Haus Mühlenstraße 14 ist zum größten Teil an eine Hilfsorganisation und an eine Privatperson vermietet. Eine leer stehende Wohnung im Obergeschoss ist aufgrund von damaligen Sanierungs- und Bausünden als sanierungsbedürftig anzusehen. Im Haus Neugasse 2 sind die Räumlichkeiten im Erdgeschoss an eine soziale Einrichtung sowie im Obergeschoss an Privat vermietet. „Das Dachgeschoss ist aufgrund von Schäden im Fachwerk erheblich sanierungsbedürftig“, ist im Bericht der Verwaltung zu lesen.

Fazit der Stadt: „Gemeinsam mit der GEWAG als Verwalter werden die Kosten für eine denkmalgerechte Sanierung aller als sanierungsbedürftig bezeichneten Objekte ermittelt und zusammengestellt. Seitens der Verwaltung ist danach ein Konzept zu entwickeln, in wie weit eine Sanierung umgehend durchgeführt werden soll und Objekte danach verkauft werden oder im Eigentum verbleiben und vermietet werden.“

Für den Fall, dass Liebhaber bergischer Fachwerkhäuser die Verhandlungen mit der Unteren Denkmalschutzbehörde über die notwendige Sanierung nicht scheut: „Alternativ können Objekte je nach wirtschaftlicher Auswirkung ohne vorherige Sanierung zu angemessenen Preisen verkauft werden!“

April 2007: Der Waterbölles blättert zurück

Die "Ära Kennepohl" ging vor zehn Jahren überraschend zu Ende: Eine Stimme fehlte Baudezernent Helmut Kennepohl am 26. April 2007 zur Wiederwahl. Wahlberechtigt waren alle 58 Ratsmitglieder (und alle waren erschienen) und Oberbürgermeisterin Beate Wilding. Macht 59 Stimmen. Auf 29 Wahlzettel war „Ja“ angekreuzt, auf 30 „Nein“. Da sich vor der Wahl SPD und Grüne gegen Kennepohl ausgesprochen hatten (zusammen 25 Stimmen) und das „bürgerliche Lager“ von CDU, FDP und W.I.R. (zusammen 33 Stimmen) für ihn, müssen unter den Befürwortern einer Wiederwahl mindestens vier Abweichler gewesen sein, ein geschlossenes „Nein“ bei SPD und Grünen vorausgesetzt (keine Stimme war ungültig; es gab keine Enthaltungen). Acht Jahren zuvor hatten Abweichler in den Reihen der SPD Kennepohl zu einer Wiederwahl verholfen, damals zur großen Verärgerung des SPD-Fraktionsvorsitzenden Hans Peter Meinecke. Im Vorfeld des 26. April 2007 hatte alles auf eine Wiederwahl Kennepohls hingedeutet. Eine Nicht-Wahl des „Unvollendeten“ (Bergische Morgenpost) wäre eine glatte Sensation, mutmaßte damals der Waterbölles. Elke Rühl (CDU), damals Vorsitzende des städtischen Bauausschusses hatte sich als glühende Befürworterin einer Wiederwahl Kennepohls geoutet. Remscheid habe dem „Visionär“ sehr viel zu verdanken. „Die Neugestaltung des Hauptbahnhofs mit dem Schaufenster der Wirtschaft sowie der Stadtumbau West werden unter seiner Verantwortung umgesetzt“. BM-Redakteur Henning Röser stellte daraufhin fest, vor allem in der CDU werde der Baudezernent „von manchen Ratsmitgliedern geradezu kulthaft verehrt“.

Eine Modernisierungsoffensive für Bahnhöfe in Nordrhein-Westfalen erreicht1 im April 2007 den Bahnhof Remscheid Hbf in Form des erste Spatenstichs für den Bahnhofsneubau durch Oberbürgermeisterin Beate Wilding. Für mobilitätseingeschränkte Reisende werde ein neuer Aufzug gebaut, hieß es damals. Außerdem erhalte der neue Mittelbahnsteig bis September 2008 ein Blindenleitsystem, ein neues Wegeleitsystem, überdachte Wartebereiche sowie eine komplett neue Bahnsteigmöblierung. Die damals noch spürbare Euphorie hast sich längst gelegt.

In einem „Gemeindebrief Extra“ verwies die Evangelische Stadtkirchengemeinde Remscheid im April 2007 auf ihren jahrhundertealten Friedhof mitten in der Stadt. Bis 1761 war der Friedhof ausschließlich unmittelbar um die Kirche herum belegt. In jenem Jahr erweiterte man ihn gen Nordosten bis an die heutigen Kirchhofstraße. Ab 1780 veranlasste die herzogliche Regierung die Gemeinden zur Anlegung neuer Friedhöfe außerhalb des bebauten Raumes. Im gleichen Jahr suchte man ein schuleigenes Gelände unweit der Stadtkirche für Friedhofszwecken aus. Dieses Gelände bildet bis heute den älteren Teil des Evangelischen Stadtfriedhofes. Seit 1801 lassen sich dort erste Beerdigungen nachweisen.

Als Rolf Söhnchen am 27. Februar 2007 als Direktors des Amtsgerichts Remscheid in den Ruhestand gegangen war, hatte er schon sechs Wochen später, im April, ein neues Amt: Als erstes und bislang einziges Bundesland bekam Nordrhein-Westfalen damals mit ihm einen Ombudsmann für den Justizvollzug. Justizministerin Roswitha Müller-Piepenkötter, Ehefrau des damaligen Remscheider Stadtkämmerers Jürgen Müller,  stellte ihn in Düsseldorf der Öffentlichkeit vor. Zur Seite standen Rolf Söhnchen am Wuppertal, Sedanstraße 15,  fünf Mitarbeiterinnen und Mitarbeiter. Zum Jahresende 2010 legte Rolf Söhnchen sein Amt nieder.

Im April 2007 beschloss der Bauausschuss die Aufstellung eines Bebauungsplanes für das Gelände der Maschinenfabrik Strasmann in Ehringhausen, um daraus nach Abriss der Fabrik den Bau von Einfamilienhäusern möglich zu machen. Dafür hatten die Grünen gewarnt mit Hinweis auf Altlasten auf dem Gelände. Stadtplaner Hans Gerd Sonnenschein hielt damals dagegen: Wenn mit dem Bau begonnen werde, bestehe keine Gefahr mehr für die Bürger. Entweder werde der kontaminierte Boden abgedeckt oder abgefahren.

Stadt und Sportvereine vor juristischer Auseinandersetzung?, fragte der Waterbölles am 4. April 2007. Reinhard Ulbrich, der Vorsitzende des Sportbundes Remscheid, hatte den 78 Mitgliedsvereinen den schriftlichen Rat gegeben, die an die Stadt zu zahlenden Hallennutzungsgebühren zunächst auf ein Sonderkonto des Sportbundes zu überweisen. Die Zahlungen auf ein Sonderkonto seien wenig hilfreich, reagierte damals Dezernent Dr. Christian Henkelmann vergrätzt.

Die städtische Gemeinschaftshauptschule Hölterfeld werde zum 1. 8. 2007) aufgelöst, teilte vor zehn Jahren die Verwaltung mit. Die verbleibenden Jahrgänge würden der Schule der städtischen Gemeinschaftshauptschule (GHS) Wilhelmstrasse zugeordnet; der Unterricht erfolgt in der Dependance Tersteegenstraße. Das Angebot an naturwissenschaftlichen Räumen sei am Standort Tersteegenstraße besser als im Gebäude Hölterfeld.

„Waterbölles“ einst auch eine Schülerzeitung des „Städtischen Gymnasiums Remscheid“ an der Hindenburgstraße, ursprünglich eine Schule nur für Jungen. Daran erinnert der Waterbölles vor zehn Jahren. Die Nr. 2 des Jahrgangs 1966/67 war damals von einem Wuppertaler Antiquariat für 9,50 Euro zum Kauf angeboten worden. Waterbölles las Waterbölles: „Seit nunmehr einem Jahr tummelt sich ein Dutzend weibliche Wesen in unseren Gängen“, beginnt auf Seite 28 das „aktuelle Interview“ mit Margit und Rita, geführt von Friedhelm Köhne, Jürgen Sauer und Andres Kunz. Insgesamt 52 Seiten umfasste diese Ausgabe der Schülerzeitung Waterbölles aus dem Jahre 1967.

Die Müllbehälter in Remscheid seien – mal abgesehen von denen auf der Alleestraße – zu klein,  und es gebe zu wenige, hatte im Februar 2007 Christel Hermann (Grüne) in einer Sitzung der Bezirksvertretung Alt-Remscheid beklagt. Und einen Monat später, am 1. April) später berichtete der Waterbölles über ersten Prototypen von neuen, größeren Müllbehälter; sie seien bereits im Neubaugebiet auf dem Hohenhagen zu bewundern.  Sollten sich die Betonschalen bewähren, sei daran gedacht, eine Serie davon für Kreuzungspunkte in der Innenstadt in Auftrag zu geben. So könne man anknüpfen das Konzept für Sicherheit, Ordnung, Sauberkeit an, mit dem Oberbürgermeister Fred Schulz in den Jahren 2003 und 2004 Schlagzeilen gemacht hatte.

Skulpturenpark: Entspannung pur unter frischem Grün

Kleiner Ausflugstipp gefällig? Nur 20 Minuten von Remscheid entfernt liegt über dem Tal der Wupper im Waldgebiet „Christbusch“ zwischen den Wuppertaler Stadtteilen Elberfeld und Barmen (Adresse: Hirschstraße 12) ein Skulpturenpark, der den Namen „Waldfrieden“ trägt. So nannte der Lackfabrikant Dr. Kurt Herberts seine zweigeschossige Villa, die er dort 1946 bis 1950 auf den Grundmauern eines im Krieg zerstörten Ausflugslokales hatte bauen lassen. „Ein Haus wie ein lebender Organismus, ohne rechte Winkel, mit weit geschwungenen Terrassen, fließend ineinander übergehenden Räumen, deren sanft wogenden Wände jeden, der eintritt, liebevoll umfangen“, heißt es dazu heute auf der Homepage des Skulpturenparks. Er befindet sich seit 2008 in der Trägerschaft einer gemeinnützigen Stiftung der Familie Cragg. Zwei Jahre zuvor, 2006, 30 Jahre nach Beginn seiner Ausstellungstätigkeit, hatte der Bildhauer Anthony Douglas Cragg aus Liverpool (Künstlername: Tony Cragg), von 2009 bis 2013 Rektor der Kunstakademie Düsseldorf, wo er schon 1979 gelehrt hatte, nach einem geeigneten Gelände für seine mächtigen Skulpturen gesucht, das verwaiste Anwesen „Waldfrieden“ entdeckt und es von der Stadt Wuppertal gekauft. Kurz darauf begann die Umgestaltung von Parkanlage und Gebäuden. Letztere mussten nach langem Leerstand grundlegend saniert und modernisiert werden.

Der Park enthält heute nicht nur Arbeiten von Tony Cragg, sondern auch anderer bekannter Bildhauer. Am Rand der großen Rasenfläche, die die ehemalige Herberts-Villa umgibt und an den Parkwald grenzt, entstand 2007 ein sechs Meter hoher Ausstellungspavillon mit gläsernen Wänden für Skulpturen, die nicht im Freien gezeigt werden können. Noch bis zum 25. Juni ist dort die Ausstellung von Klaus Rinke zu sehen, in deren Mittelpunkt Bahnhofsuhren unterschiedlicher Größe stehen, für Rinke als Vorreiter der Prozesskunst ein Symbol für die Kürze des mensch­lichen Lebens. Öffentliche Sonderführungen durch diese Ausstellung (90 Minuten, vier € Person zzgl. zum Eintritt) sind für den 7. Mai und 8. Juni jeweils ab 13 Uhr vorgesehen (Anmeldung unter Tel. 0202-47898120 oder E-Mail mail@skulpturenpark-waldfrieden.de).

Doch der Skulpturenpark, der sich über eine Fläche von zwölf Hektar bis in einen der vielen Hangwälder von Wuppertal erstreckt, zieht zu Recht nicht nur Kunst-, sondern auch Naturfreunde an. Gerade jetzt, im Frühling, bietet er an sonnigen Tagen mit seinem frischen, hellen Grün und zahlreichen freien Sitzbänken (im Sommer eher besetzt) Entspannung pur. Denn viele alte Laubbäume prägen das Bild der Grünanlage, darunter Kastanien, Linden, Robinien, Ahorn, Lärchen, Eichen und Buchen, darunter die rotlaubige Purpurbuche. Die Waldwege erfordern allerdings festes Schuhwerk, und für gehbehinderte Menschen ist die Besichtigung des Parks nur eingeschränkt möglich.

Nicht weit vom Eingang zum Skulpturenpark entfernt befindet sich im grob gemauerten Erdgeschoss eines vor mehr als 100 Jahren erbauten Wohnhauses das einladende Café Podest. Es öffnet in der Hauptsaison von März bis Oktober täglich, außer Montag, um 11 Uhr (eine Stunde später als der Park) und schließt mit diesem um  19 Uhr (von Juli bis September donnerstags erst um 22 Uhr). Von November bis Februar sind Skulpturenpark und Café gleichermaßen Freitag bis Sonntag von 11 bis 17 Uhr geöffnet. Die Eintrittspreise des Parks: Tageskarte 12 Euro (erm. neun Euro für Studenten, Schwerbehinderte ab 50% , Arbeitslose/Empfänger von ALG2 oder Hartz IV und Sozialhilfeempfänger),  Jahreskarte 40 Euro (erm. 30).

Möhrchen: Pro Jahr 80.000 Euro für Schulessen

Rund 11.000 Remscheider Bürger/innen sind Sozialhilfe nach SGBII angewiesen. In diesen Hartz IV-Familien kommt es darauf an, jeden Euro dreimal umzudrehen, bevor er ausgegeben wird. Da gehört dann der Elternanteil für das Schulessen des Kinder / der Kinder nicht immer zu den vordringlichen Ausgaben. „Viele Eltern kriegen ein Frühstück für ihre Kinder einfach nicht hin!“, beklagen Grundschullehrer. Und das muss nicht unbedingt in jedem Fall unbedingt am fehlenden Geld liegen. Das dann mit „verantwortungslos“ zu kommentieren und im Übrigen die Achseln  zu zucken und auf eine sozialere Verteilung der Einkommen zwischen Arm und Reich oder den Sozialstaat im Allgemeinen zu hoffen, hilft den Jungen und Mädchen nicht weiter, die morgens ohne Frühstück zur Schule gehen. Verantwortungslos wäre es vielmehr, diese Kinder in Haftung zu nehmen für ihre Eltern. Hier besteht also tagtäglich akuter Handlungsbedarf, ohne die längerfristige Einflussnahme auf die Politik mit dem Ziel besserer sozialpolitischer Rahmenbedingungen außer Acht zu lassen.

Das Beste wäre es natürlich, könnte auf den „sozialen Kitt“ gänzlich verzichtet werden, für den in Remscheid seit seiner Gründung im Februar 2006 der “Förderverein Mittagstisch in Remscheider Schulen e.V.”, sorgt, besser bekannt als „Möhrchen e.V.“ (Internet: www.moehrchen-rs.de; Facebook: https://www.facebook.com/pages/Möhrchen/) Am 6. November 2014 übernahm Oberbürgermeister Mast-Weisz von Beate Wilding den Vorsitz im Vereinsvorstand, dem des Weiteren Gründungsmitglied Constanze Epe als 2. Vorsitzende, Michael Wellershaus als Schatzmeister und Jörg Biermann als Geschäftsführer angehören. Aus Anlass der jährlichen Mitgliederversammlung zogen sie gestern eine Bilanz der zurückliegenden zehn Jahre. Und die kann sich sehenlassen:

Der Förderverein verhilft inzwischen an jedem Schultag an 17 Grundschulen und zwei Förderschulen insgesamt 419 Jungen und Mädchen zu einem Frühstück (elf Prozent aller Grundschulkinder, 17 Prozent aller OGS-Kinder) und 416 zu einem Mittagessen Frühstück (acht Prozent aller Grundschulkinder, 13 Prozent aller OGS-Kinder). Die Gesamtbilanz über  die vergangenen zehn Jahre: 530.800 Euro für eine Million Mahlzeiten für Kinder aus 5.198 bedürftigen Familien. Das sind 835 Mahlzeiten am Tag, wobei der Verein Wert darauf legt, dass unter den Schüler/innen nicht bekannt wird, welches Kind ein gefördertes Essen erhält.

Dafür müssen im Laufe eines Jahres mehr als 80.000 Euro in der Kasse sein. Und das sind sie auch. Denn: „Auf die Remscheider ist Verlass“, sagt Burkhard Mast-Weisz. „Sie helfen mit größeren und kleineren Summen!“ Die Spenden können steuerlich geltend gemacht werden; Spender erhalten eine Spendenquittung. Im vergangenen Jahr wies zum Beispiel ein Remscheider, der gegenüber der Öffentlichkeit anonym bleiben will, seine Bank an, auf das Konto von Möhrchen bei der Stadtsparkasse Remscheid (IBAN: DE 48 34050000 0012100780, BIC: WELADEDR XXX) jeden Monat 1.000 Euro zu überweisen, wie Michael Wellershaus gestern in der Pressekonferenz berichtete. Die Zahl der Großspender mit Beträgen von 1.000 Euro und mehr bleibt in Laufe eines Jahres allerdings überschaubar – es ist gerade Mal ein Dutzend. Der überwiegende Teil der Summe, die der ehrenamtliche Vorstand ohne Abzug von Verwaltungs- oder Personalkosten für das Schulessen in voller Höhe einsetzen kann, setzt sich aus kleineren Spenden zusammen. Im Vergangenen Jahr kamen so 110.000 Euro zusammen, so dass der finanzielle Grundstock für das Schuljahr 2017/2018 schon gelegt werden konnte. Der OB: „Jeder Euro zählt!“

Der gesamte Vorstand zweifelt nicht daran, dass die sozialpolitische Aufgabe von Möhrchen auf absehbare Zeit anhält. Mast-Weisz sieht das so: „Die Aufgabe macht stolz, bereitet zugleich aber auch Bauichschmerzen!“ Denn der Unterstützungsbedarf endet nicht beim Übergang von der Grund- zu einer weiterführenden Schule. Aber: „Das kriegen wir nicht gestemmt“, räumt Constanze Epe ein.

Also konzentriert sich der Verein mit Hilfe der OGS-Träger auf das Essen in den Grundschulen. Der Verein könne sich dabei auf ein Netzwerk vieler Remscheider Bürger stützen, die in den Schulen und dem Offenen Ganztag, ebenfalls ehrenamtlich, für Möhrchen arbeiten, betonte gestern Jörg Biermann. „Dafür sind wir sehr dankbar“, ergänzte der Oberbürgermeister. Merke: "Ein Schulsystem muss die besten Bildungschancen bieten!" Und das kann beim Frühstück und Mittagessen in der Schule beginnen.

Fünf Stunden auf dem romatischen Mittelrhein

Kleiner Ausflugstipp gefällig? Nur zwei Autostunden von Remscheid entfernt liegt Sankt Goar. Dort legt in der Hauptsaison der Köln-Düsseldorfer Rheinschifffahrtsgesellschaft (Fahrplan) täglich um 12.20 Uhr die „Asbach“ an, von Koblenz kommend. Vorbei an der Loreley und zahlreichen romantischen Burgen und Weindörfern fährt sie nach Rüdesheim. 20 Minuten Aufenthalt reichen dort für einen Gang durch die von Touristen brummende Drosselgasse, dann legt das Restaurationsschiff wieder ab und fährt zurück nach St. Goar (Ankunft 17.55 Uhr)

Stadt will dem Grillen enge Grenzen setzen

Aktuell ist das Grillen in den Remscheider Grün- und Parkanlagen generell erlaubt. Lediglich das Landesimmissionsschutzgesetz setzt dem Grillen derzeit Grenzen, z.B. bei starker Rauchentwicklung oder Sachbeschädigung. Doch das soll sich ändern. In den Bezirksvertretungen, dem Ausschuss für Bürger, Umwelt, Klimaschutz und Ordnung, dem Haupt- und Finanzausschuss und schließlich auch dem Rat der Stadt steht in den kommenden Wochen ein Beschlussvorschlag der Verwaltung auf der Tagesordnung, wonach durch Änderung der Ordnungsbehördlichen Verordnung zur Aufrechterhaltung der öffentlichen Sicherheit und Ordnung im Stadtgebiet Remscheid vom 17. Dezember 2003 das öffentliche Grillen künftig nur noch in ausgewiesenen Bereichen erlaubt sein soll. Zunächst will die Verwaltung Grillbereiche im Kuckuck und im „Lenneper Bachtal" ausweisen. Mit den TBR wurde vereinbart, dass diese Grillbereiche beschildert und dort separate Abfallbehälter aufgestellt werden sollen.

In § 8 der Verordnung soll als Absatz 5 eingefügt werden, dass beim Grillen keine erheblichen Belästigungen für die Umgebung und für andere Personen entstehen darf durch Rauch, Geruch oder Flugasche und es zu keinen Schäden an dem Untergrund und den umliegenden Sträuchern und Bäumen oder Einrichtungen der Anlage kommt. Als Brennmaterial seien Holzkohle oder Grillbriketts zulässig. Verboten seien Spiritus oder andere flüssige Grillanzünder sowie offenes Feuer. Ständig sei eine Löschhilfe (z.B. Sand oder Wasserflasche) bereitzuhalten. Beim Verlassen des Grillplatzes sei das Grillfeuer vollständig abzulöschen. Die vollständig abgelöschte Grillasche und die Grillabfälle seien mitzunehmen oder in den dafür aufgestellten Abfallbehältern zu entsorgen. Insbesondere bei trockenen Wetterlagen behält sich die Stadt Remscheid vor, das Grillen für bestimmte Zeiträume oder Teilbereiche zu untersagen.

Hintergrund: Im vergangenen Jahr hatten sich Nutzer der Remscheider Grünanlagen mehrfach über Grill-Runden beschwert. Der Kommunale Ordnungsdienst hatte die Anlagen daraufhin abends und am Wochenende häufiger als früher kontrolliert und die dabei festgestellten Ordnungswidrigkeiten und Sachbeschädigungen zur Anzeige gebracht. Doch damit scheint sich das Problem auf Dauer nicht lösen zu lassen. Deshalb möchte die Stadtverwaltung von der Politik das Grillen im öffentlichen Raum generell verbieten zu lassen. Lediglich in den ausgewiesenen Teilbereichen soll es künftig weiter erlaubt sein. Generell verboten sind demnach künftig Einweggrills. Auch muss beim Grillen eine volljährige Person anwesend sein. Die Grillasche muss gelöscht und entsorgt werden. Wer dagegen verstößt, hat ein Bußgeld zu erwarten.

Auch für Hundebesitzer wird sich etwas ändern. Im Stadtpark, Honsbergpark, Edelhoffpark, Sieper Park, Hardtpark und auf dem Professor-Herrmann-Platz sowie in der Grünanlage „Kuckuck“, in der Grünanlage auf dem Quimperplatz und der Grünanlage an der Kreuzbergstraße müssen Hunde an einer reißfesten, höchstens 1,50 m langen Leine geführt werden. Lediglich in ausgewiesenen Freilaufflächen können Hunde künftig weiter ohne Leine laufen. Und auch dort muss die Beaufsichtigung des Hundes / der Hunde sichergestellt sein. Mit der TBR wird aktuell über eine weitere Freilauffläche im Kuckuck verhandelt.

Freiheitstraße weiter mit Stickstoffdioxid belastet

Pressemitteilung der Stadt Remscheid

Das Landesamt für Natur, Umwelt und Verbraucherschutz NRW hat den Bericht über die Luftqualität im Jahr 2016 veröffentlicht. Dieser findet sich unter https://www.lanuv.nrw.de/umwelt/luft/immissionen/berichte-und-trends/jahreskenngroessen-und-jahresberichte/. Der Jahresmittelwert für die Stickstoffdioxidkonzentration (NO2) der Messstelle an der Freiheitstraße beträgt 42 μg/m³ (Mikrogramm pro Kubikmeter Luft). Der geltende Grenzwert von 40 μg/m³ wird damit weiterhin überschritten.  Die Bestimmungen des Luftreinhalteplans für die Remscheider Umweltzone werden sich dadurch nicht verändern. Es sind weiterhin lediglich Fahrzeuge mit grüner Plakette zum Befahren der Umweltzone zugelassen. Landesweit liegen die Werte an 60 von insgesamt 127 Messstellen über dem zulässigen Grenzwert. Von den Überschreitungen betroffen sind ausnahmslos verkehrsbelastete Bereiche. Der Trend der NO2  - Belastung für NRW zeigt einen schwachen kontinuierlichen Rückgang, der in Bezug auf die Verkehrsmessstationen über die vergangenen 10 Jahre durchschnittlich bei einer Rate von etwa 2 % pro Jahr liegt. Der Kfz-Verkehr und insbesondere die Diesel-Fahrzeuge sind als Verursacher der hohen NO2-Belastung anzusehen.

Nachfolgend die Tabelle:

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