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Dreck von Tauben & Hunden und Renovierungsstau

Zufallsbegegnung auf dem Alter Markt in Lennep: Oberbürgermeister Burkhard Mast-Weisz hatte gerade seinen Stand für eine Bürgersprechstunde aufgebaut, als diese Kleinen mit ihren Betreuerinnen Britta Kuske und Sandra Reinbott von der „Großkindertagespflege Hummelswiese“. Foto: Lothar KaiserZufallsbegegnung auf dem Alter Markt in Lennep: Oberbürgermeister Burkhard Mast-Weisz hatte gerade seinen Stand für eine Bürgersprechstunde aufgebaut, als diese Kleinen mit ihren Betreuerinnen Britta Kuske und Sandra Reinbott von der „Großkindertagespflege Hummelswiese“, Rospattstraße 26, vorbeikamen, ganz ohne Wünsche an den OB (Foto). Im Übrigen hatten bei dem gestrigen Termin auch nur ganz wenige Erwachsene etwas auf dem Herzen. Da war Ursula Alberti aus der Ringelstraße, die sich über Lärm und Mist von 30 bis 50 Tauben in der Lenneper Altstadt beklagte, derer niemand bisher Herr habe werden können. TBR-Chef Michael Zirngiebl riet, sie „beharrlich zu vergrämen“,  etwa dadurch, dass sie es sich nirgendwo am Haus längere Zeit bequem machen könnten (siehe "Taubenabwehr").

Erika Dotzauer, die im Frühjahr gerne die ersten Frühlingsblüher auf ein städtisches Grundstück an der Pestalozzischule pflanzt, bat um ein Hinweisschild, das Hundebesitzer davon abhalten soll,  ihrer Hunde ausgerechnet an diesen Blumen  „Gassi gehen zu lassen“; das Schild werde dort wohl nicht lange stehen bleiben, vermutete Zirngiebl. Des Weiteren wies die Anwohnerin auf zwei Papierkörbe an dieser Stelle hin, die nachmittags oft von Büroabfall überquöllen. Mit den Autonummern der Verursacher konnte sie jedoch leider nicht dienen.

Und dann war da noch Wolfgang Moritz vom Vorstand des „Kulturzentrums Klosterkirche e.V.“. Er erinnerte den Oberbürgermeister an ein Gespräch zwischen dem Vereinsvorstand und Mitarbeitern des städtischen Gebäudemanagements, das im vergangenen Jahr mit der Übereinkunft geendet habe, der „Renovierungsstau an der Klosterkirche“ werde ab Dezember abgebaut. Moritz: „Getan hat sich leider nichts. Und je länger die Arbeiten auf sich warten lassen, desto teurer werden sie!“ Der OB sagte zu, mit Thomas Judt vom Gebäudemanagement Rücksprache zu halten.  Der habe gegenwärtig „eine ganze Reihe von Baustellen“. Und das bei weniger Personal, wie kürzlich bekannt geworden war. Aber Entlastung naht: Zum 1. April will die Verwaltung im Gebäudemanagement vier neue Stellen einrichten, zweic für Bautrechniker/&innen, eine für eine(n) Meister/in bzw. Techniker/&in zur Instandhaltung technischer Anlagen und eine für eine(n) Meister/in bzw. Techniker/in zur Instandhaltung von Heizung, Lüftung, Sanitär. Darüber soll der Hauptausschuss in seiner nächsten Sitzung beschließen.

 

 

 

 

 

 

 

Pressemitteilungen der Stadt in aller Kürze

Fundsachen werden versteigert: Am Freitag, 24. März, werden ab 14 Uhr in der Aula der Gemeinschaftshauptschule Wilhelmstraße, Wilhelmstraße 25, wieder Regenschirme, Geldbörsen, Handtaschen, Handys, sogar neue Markenkleidung, Spielzeug, Schmuck, Fahrräder, Kinderwagen und vieles mehr versteigert. Es handelt sich um Fundsachen, die im städtischen Fundbüro und bei den Verkehrsbetrieben der Stadtwerke Remscheid abgegeben und nicht abgeholt worden sind. 

10. Bergischer Müllsammeltag am 25. März: Auch in diesem Jahr soll Remscheid wieder „picobello“ werden. Bei der gemeinschaftlichen Putz- und Aufräumaktion, die mit Unterstützung der Technischen Betriebe Remscheid (TBR) in diesem Jahr in die 10. Runde geht, greifen Remscheider Freiwillige gemeinsam zu Handschuhen und Müllbeuteln und säubern ihre Umgebung von allem, was da nicht hingehört. Schulen und Kindertageseinrichtungen gehen bereits einen Tag vorher - also am 24. März - auf Müllsammeltour. Anmeldungen zur gemeinschaftlichen Putz- und Aufräumaktion „picobello „sind beim Remscheider Stadtmarketing unter stadtmarketing@remscheid.de, Tel. RS 163078 (vormittags) oder Telefax 163297 nach wie vor möglich.

Tastschreiben in vier Stunden: Eine neue Methode, die beide Gehirnhälften aktiviert, ermöglicht es, sich das gesamte Tastaturfeld eines PC schnell und präzise einzuprägen. Dieser Vorgang wird als "Lernen mit Assoziationen" bezeichnet. Statt wie früher in 30 bis 40 Unterrichtsstunden lernen die Teilnehmer das 10-Finger-System mit Spaß und wenig Zeitaufwand in nur vier Stunden! Termine: 2 x freitags ab 24. März, jeweils 17 bis 19.15 Uhr. Ort: VHS Remscheid (Ämterhaus), Elberfelder Str. 32, Raum 132. Entgelt: 51,95 Euro (incl. Buch zum Kurs).

Interkulturelle Kompetenz: Was ist kulturelle Identität? Wie kann Teilhabe an der Kultur eines Landes aussehen? Was sind Verfassungsrahmen und gefühlte Wirklichkeit von „Integration“ in Deutschland? Was verbindet und trennt christliche Kultur und Islam? Wie kann man Fremdheit überwinden und zum Gelingen von Integration beitragen? Dieser VHS Kurs am Samstag 25. März, von 10 bis 14.45 Uhrim Ämterhaus, Elberfelder Str. 32, Raum 226, richtet sich an ehrenamtlich Mitarbeitende in der Arbeit mit Migrantinnen und Migranten. Ziel ist ein besseres Verständnis von interkulturellen und interreligiösen Gemeinsamkeiten und Verschiedenheiten. Dieses kostenlose Seminar wird getragen von der Bürgerstiftung Remscheid.

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"Lokale 'Härtefallkommission' reaktivieren!"

Zur Sitzung des Rates am 30. März hat die Fraktion der Grünen den Antrag gestellt, die früherer „Härtefallkommission“, offiziell: „Ausländerrechtliche Beratungskommission“ wieder ins Leben zu rufen. Sie war zu Beginn der laufenden Legislaturperiode mit der Neuwahl des Rates 2014 nicht wieder eingesetzt worden und hatte bis dahin u.a. aus Kirchenvertreter*innen und Juristen bestanden. Sie war bios dato einberufen worden, wenn es um eine Empfehlung zu der Frage ging, ob die Abschiebung eines Geflüchteten auch aus ethischer Sicht zu rechtfertigen war. „Derzeit kann in solchen Fragen nur auf direktem Wege der Petitionsausschuss oder die Härtefallkommission des Landes NRW zur Rate gezogen werden“, so die Antragsteller.

Politik wünscht zentrales Fördermanagement

Zur Sitzung des Rates am 30. März haben die Fraktionen und Gruppen von CDU, SPD, Bündnis 90/Die Grünen, DIE LINKE, FDP und W.i.R. den Antrag gestellt,  Oberbürgermeister Burkhard Mast-Weisz möge die Einrichtung eines zentralen Fördermanagements in der Stadtverwaltung Remscheid prüfen und den zuständigen Ratsgremien das Ergebnis zur Beratung vorzulegen. Ferner soll geprüft werden, inwieweit eine Kofinanzierung sichergestellt werden kann. Die Einbindung einer externen Begleitung durch die Kommunale Gemeinschaftsstelle für Verwaltungsmanagement (KGSt) wird empfohlen.

Begründung: „In den zurückliegenden Monaten ist die Bedeutung der gezielten Akquise von Förderprogrammen des Landes, des Bundes und/oder der Europäischen Union durch die erfolgreiche Einwerbung von Fördermitteln für die Stadt Remscheid nochmals verdeutlicht worden. Als Beispiele seien hier zwei Projekte aus dem Städtebausonderprogramm für Geflüchtete und die Förderung des Breitbandausbaus genannt. Die deutlich wachsende Zahl von Förderwettbewerben erfordert eine weitergehende Begleitung durch Rat und Verwaltung. Aus diesem Grunde wird angeregt, nach dem Beispiel der Stadt Wuppertal eine zentrale Förderstelle zu entwickeln und einzurichten, um die Chancen auf einen erfolgreichen Zugriff auf Fördermittel zu verbessern. Dazu gehört der enge Informationsaustausch mit den Fördergebern auf allen drei Ebenen genauso wie mit den kommunalen Spitzenverbänden. An Remscheid sollte kein Förderprogramm vorübergehen.“ Neben der Recherche nach Förderoptionen biete ein zentrales Fördermanagement die Chance, den Antrags- und ggf. Durchführungsprozess zu begleiten, um einen einheitlichen Standard bei der Planrechnung, der Abrechnung und der Anwendung der Förderrichtlinien zu erhalten, merinen die Anragsteller. Eine breite Streuung entsprechender Informationen und die Begleitung von Vereinen, Verbänden und Unternehmen bei der Suche nach geeigneten Förderprogrammen und die Begleitung bei der Antragsstellung sollte in einem weiteren Schritt mittelfristiges Ziel eines zentralen Fördermanagements für Remscheid sein. Auf diese Weise könnten die Stadtgesellschaft und die lokale Wirtschaft weitere Impulse erhalten.

VHS im Internet optisch und funktional besser

Jürgen Beckstette, Leiter des Bereichs Beruf, EDV und Persönlichkeitsentwicklung der Vvolkdhochschule Remscheid, stellte den Mitgliedern des Kulturausschusses am Mittwoch den neuen Internetauftritt der VHS vor. Gegenüber der bisherigen, etwas altbacken wirkenden Version ist die neue nicht nur optisch, sondern auch funktional deutlich besser geworden. Bei klarer Gliederung der Angebote (siehe Foto) ist die Webseite nunmehr auch smartphonefähig, erfüllt die üblichen Anforderungen an Barrierefreiheit und bietet sogar einen Lautsprecher-Button. Ein Klick darauf, und bekommt den Text auf der Seite vorgelesen. Schon seit Ende Januar ist die neue Homepage online und hat dafür gesorgt, dass die Klickzahlen deutlich in die Höhe geschnellt sind – von ca. 2.000 auf 6.000 im Monat.

Auch auf Facebook werde die VHS Remscheid in einigen Wochen vertreten sein, berichtete Nicole Grüdl-Jakobs, die Leiterin des Kommunalen Bildungszentrums (Volkshochschule, Stadtbibliothek, Musik- und Kunstschule). Mit der Entwicklung der Stadtbibliothek zeigte sie sich zufrieden. Gegenüber 2015 seien im vergangenen Jahr zehn Prozent mehr Neuanmeldungen zu verzeichnen gewesen. Zwar seien die Ausleihen um vier Prozent zurückgegangen, aber die Zahl der aktiven Nutzer sei konstant geblieben.

Preise am örtlichen Immobilienmarkt ziehen an

Pressemitteilung des Gutachterausschusses für Grundstückswerte in der Stadt Remscheid

Im Jahr 2016 wurde mit 1.252 die höchste Anzahl an Kauffällen der letzten zehn Jahre registriert. Die Zunahme gegenüber 2015 beträgt ca. 30 Prozent. Der Geldumsatz stieg um ca. 25 Prozent an. Die Zahl der Kauffälle über unbebaute Grundstücke ist im Vergleich zum Vorjahr deutlich um ca. 40 Prozent gestiegen. Die meisten Bauplätze wurden im neuen Wohnbaugebiet an der Hans-Potyka-Straße (Bereich des ehemaligen Krankenhauses Lennep) veräußert. Aufgrund der höheren Kaufpreise wurden die Bodenrichtwerte für Ein- und Zweifamilienhausgrundstücke im Stadtgebiet Remscheid überwiegend um zehn €/m² angehoben. Baugrundstücke für Ein- und Zweifamilienhäuser mit einer Fläche von ca. 470 m² wurden unabhängig von der Lage zu einem durchschnittlichen Preis von rd. 108.600 € gehandelt. Die Zahl der Kauffälle über bebaute Grundstücke ist im Vergleich zum Vorjahr um ca. 13 Prozent angestiegen. Insgesamt wechselten 481 Objekte den Eigentümer. Im Teilmarkt der Ein- und Zweifamilienhäuser wurden ca. 6 Prozent mehr Kaufverträge registriert. Für Ein- und Zweifamilienhäuser wurden ca. 3 Prozent höhere Kaufpreise gezahlt als im Jahr 2015.

Neubauten wurden wiederholt nur wenige gehandelt. Die Zahl der Kauffälle über Wohnungs- und Teileigentum ist im Vergleich zum Vorjahr um ca. 45 Prozent angestiegen. Insgesamt wechselten 540 Objekte den Eigentümer. Gebrauchte Eigentumswohnungen wurden zu einem durchschnittlichen Kaufpreis von 1.130 €/m² gehandelt und waren damit um ca. 5 Prozent teurer als im Jahr 2015. Der Preis für neu errichtete Eigentumswohnungen lag im Mittel bei 2.950 €/m². Bei gebrauchten Immobilien richten sich die Kaufpreise unter anderem nach dem Baujahr. Eine nach Baujahren differenzierte Tabelle mit Kaufpreisen liegt für Ein- und Zweifamilien-häuser wie auch für Eigentumswohnungen im Grundstücksmarktbericht 2017 vor.

Seit dem 1.1.2016 stehen sowohl die Grundstücksmarktberichte als auch die Bodenricht-wertkarten des Gutachterausschusses unter www.boris.nrw.de kostenfrei zur Verfügung. Die Geschäftsstelle des Gutachterausschusses für Grundstückswerte in der Stadt Remscheid befindet sich im Rathaus (Theodor-Heuss-Platz 1, Zimmer 153 bis 161). Auch dieses Jahr ist die Geschäftsstelle des Gutachterausschusses mit einem eigenen Stand auf der der Immobilienmesse der Stadtsparkasse Remscheid (25.3.2017) vertreten.

Rechtsschutz der Bürger bewusst eingeschränkt?

Presseerklärung der Bürgerinitiative Lennep e.V. 

Im heute erschienenen Amtsblatt Nr. 5 vom 22. März 2017 ist der Bebauungsplan Nr. 657 – Gebiet Röntgen-Stadion, Jahnplatz und Kirmesplatz in Remscheid-Lennep (DOC) immer noch nicht ortsüblich bekannt gemacht worden, obwohl der Satzungsbeschluss bereits am 13.12.2016 gefasst wurde. Der Bebauungsplan ist damit auch nach mehr als drei Monaten noch nicht in Kraft gesetzt worden, obwohl der Oberbürgermeister dazu verpflichtet ist, die Voraussetzungen für das In-Kraft-Treten eines Bebauungsplans unverzüglich zu schaffen. Nur wenn ein Bebauungsplan als Satzung beschlossen und der Beschluss öffentlich bekannt gemacht worden ist, kann er juristisch angegriffen werden. Dies wollen Stadt und Investor offenbar mit allen Mitteln verhindern.

Ein Unterlassen der nach § 10 Abs. 3 BauGB erforderlichen Bekanntmachung eines Bebauungsplans – möglicherweise sogar mit Ziel, den betroffenen Rechtsschutz durch ein Normenkontrollverfahren abzuschneiden – ist rechtswidrig. Von Seiten des Oberbürgermeisters und der Verwaltung ist vor kurzem mehrfach angekündigt worden, dass die Baugenehmigungen bald kommen werden. Es ist daher zu vermuten, dass die Stadt Remscheid dem Investor Baugenehmigungen ohne rechtskräftigen Bebauungsplan vorab erteilen will. Offensichtlich wollen Stadt und Investor durch diese Taktik verhindern, dass der Bebauungsplan vom zuständigen Oberverwaltungsgericht für das Land Nordrhein-Westfalen in Münster zuvor überprüft und für rechtswidrig erklärt wird. Es soll offenbar den Bürgern die Möglichkeit genommen werden, die Erteilung einer Baugenehmigung auf der Grundlage des rechtskräftigen Bebauungsplans zu verhindern.

Die BI-Lennep e.V. vermutet, dass durch dieses Vorgehen der Stadt die gesetzlich vorgesehenen Rechtsschutzmöglichkeiten der Bürger bewusst eingeschränkt bzw. verzögert werden sollen. Daher hat die BI-Lennep e.V. eine auf das öffentliche Baurecht spezialisierte Anwaltskanzlei beauftragt, den Oberbürgermeister aufzufordern, den Bebauungsplan entsprechend der gesetzlichen Anforderungen an das Bebauungsplanverfahren und der persönlichen gesetzlichen Verpflichtung als Oberbürgermeister umgehend durch ortsübliche Bekanntmachung in Kraft zu setzen.

Bei "effizienter Organisation" möchte die Politik mitreden

Ratsmehrheit fordert Geld für Katalog von Maßnahmen“, titelte der Waterbölles am 24. November 2016. In einem gemeinsamen Antrag zur damaligen Sitzung des Rates hatten die Ratsfraktionen  und -gruppen von CDU, SPD, Bündnis‘90/DIE GRÜNEN, FDP und W.i.R. Änderungen im Entwurf zur Haushaltssatzung 2017/2018 und in der 6. Fortschreibung des Haushaltssanierungsplanes beantragt, die sich auf ca. eine Million Euro im Jahr summierten. Auf den Weg gebracht wurde damals auch ein verwaltungsweites eGovernments. Das soll nicht nur die Bereitstellung von Soft- und Hardware betreffen, sondern auch die effiziente Organisation des Verwaltungshandelns. Der Vorbereitung soll ein externes Fachgutachten dienen, für das in den Etat 2017 40.000 Euro eingestellt wurde.

Was ist unter einer „effizienten Organisation des Verwaltungshandeln“ zu verstehen? Nun sieht es danach aus, als ob die Verwaltung, konkret: der Verwaltungsvorstand mit Oberbürgermeister Burkhard Mast-Weisz an der Spitze, und die Mehrheit des Rates in dieser Frage uneins seien. Jedenfalls soll darüber nicht allein die Verwaltung im Rahmen ihrer „laufenden Geschäfte“ entscheiden können, sondern die Politik möchte hier ein entscheidendes Wort mitsprechen. So lässt sich der Antrag verstehen, den die damaligen Antragsteller jetzt zur Sitzung des Haupt-, Finanz- und Beteiligungsausschusses am 23. März konkretisierend nachgeschoben haben. Sie möchten per Beschluss sicherstellen, „dass vor Vergabe des Gutachtens zur Einführung eines verwaltungsweiten eGovernments die Verwaltung dessen Inhalte im Haupt- Finanz-, und Beteiligungsausschuss abstimmt und im Anschluss den Entwurf der Projektanforderungen dem Haupt-, Finanz- und Beteiligungsausschuss zur Freigabe vorlegt.“ Dazu heißt es in der Begründung: „Wir sind der Überzeugung, dass die Digitalisierungsstrategie der Stadt Remscheid als wichtiger Teil der städtischen Gesamtstrategie partnerschaftlich von Verwaltung und Politik entwickelt werden muss.“ Das klingt danach, als ob dies bisher von der Verwaltung bisher etwas anders gesehen worden sei...

Dadaist hätte „Schnaddel-daddeldumfdös" gesagt

Von Klaus Küster*

„Auf eine Sprache, die missbräuchlich eingesetzt wird, kann verzichtet werden." Diese Auffassung vertraten vor 100 Jahren dadaistische Künstler. Wie wahr in einer Zeit, in der Flüchtlingslager „Willkommenszentren" und gewisse Ämter „Integration Point" heißen. Was soll man davon halten, wenn der Oberbürgermeister seit der Schließung der städtischen Galerie 2014 in mehrmonatlichen Abständen vollmundig die Förderung einer Bleibe für die zeitgenössische Kunst verspricht und nun als Ergebnis ein „Open Space" ins Leben ruft, in dessen Beschreibung sich auf Seite 10 des hochgradig unterhaltsamen Fachkräfte-Geschwurbels eine „beiläufige Möglichkeit" anbietet, „unter Federführung der Kulturverwaltung in Zusammenarbeit (usw. usw.) ein ehrenamtlich begleitetes und organisiertes Ausstellungsangebot außerhalb der Öffnungszeiten der Projektbüros zu realisieren."

Was also soll man davon halten? Der Dadaist Kurt Schwitters hätte es vermutlich ein „Schnaddel-daddeldumfdös" genannt. Schließlich diente den Dadaisten die Macht des unverständlichen Wortes der Notwehr der Beherrschten. Da können wir Heutigen was Lernen! Während das Pons Englisch-Wörterbuch für „Open Space" die Übersetzung „Freifläche" bietet, stößt man bei Wikipedia unter diesem Begriff auf eine in den 1980er Jahren entstandene Konferenzmethode, bei der Sozialforen als offene Räume konzipiert waren. So sollten Orte entstehen, an denen möglichst alle Menschen willkommen sind und - im Gegensatz zum Remscheider „Kappen-Projekt" „alle die vorhandenen Ressourcen gleichberechtigt nutzen können, die jeder mitgestalten kann und in denen es keine institutionalisierten Entscheidungsversammlungen oder Leiter gibt, die um Erlaubnis gefragt werden müssen."

Übrigens erzählte der Begründer dieser Methode - Harrison Owen - immer wieder gerne, er habe 1983 ein Jahr lang einen Kongress für 250 Organisationsentwickler vorbereitet und durchgeführt. Am Ende der Konferenz kamen alle Beteiligten einhellig zu dem Schluss, dass der „wirklich nützliche Teil" des im Übrigen gelungenen Treffens in den Kaffeepausen bestanden habe". Ich wünsche allen künftig Beteiligten noch schöne Kaffeepausen im Remscheider Pepita-Mosaik!

Wolfgang Tillmans steht bestimmt schon in den Schlaglöchern, Verzeihung Startlöchern, um am Remscheider Markt seine Fotos nur wenige Zentimeter unterhalb der Federführung der Kulturverwal­tung außerhalb der Öffnungszeiten irgendwohin zu hängen.

(*Klaus Küster, kulturpolitischer Sprecher der Fraktion DIE LINKE, gestern im Ausschuss für Kultur und Weiterbildung unter dem Tagesordnungspunkt, der sich mit dem ehemaligen Radiogeschäft Kappen am Markt beschäftigte, das für die Stadtverwaltung künftig drei Aufgaben gleichzeitig erfüllen soll.)

Rolf Griesenbeck zum 90. Geburtstag alles Gute

Pressemitteilung der Stadtwerke Remscheid

Rolf Griesenbeck, ehemaliger Vorsitzender der Geschäfts­führung der Stadtwerke Remscheid GmbH, feiert heute seinen 90. Geburtstag. In Derschlag im Oberbergischer Kreis geboren, studierte er nach dem Abitur Betriebswirtschaft an der Kölner Albertus-Magnus-Universität, machte 1955 sein Staatsexamen als Diplomkaufmann (ursprünglich wollte er lieber Medizin studieren) und war von 1955 bis1961 Prüfer bei einer Wirtschaftsberatungsgesellschaft in Gummersbach, bevor er am 19. Juli1961 als Leiter der kaufmännischen Abteilung zu den Stadtwerken Remscheid kam. Mit der von ihm fachlich begleiteten Umgründung des damaligen Eigenbetriebs der Stadt Remscheid in eine Kapitalgesellschaft wurde er 1964 zum Prokuristen und Leiter des Rechnungswesens. 1966 wählte ihn der Aufsichtsrat in die Geschäftsführung der Stadtwerke GmbH und zum Leiter der kaufmännischen Verwaltung. Von 1969 bis zu seiner Pensionierung am 31. März 1990 war er Vorsitzender der Geschäftsführung.

Die Projekte in  dieser Zeit, an denen Rolf Griesenbeck mit Weitsicht, großem Engagement und fundiertem Fachwissen beteiligt war, waren in den folgenden Jahrzehnten für die Stadtwerke Remscheid als Versorgungsunternehmen eine solide Basis. Griesenbeck stellte die Stadtwerke damit auf wirtschaftlich gesunde Füße, hatte stets das Vertrauen des Aufsichtsrates und war trotz oder gerade wegen seiner Gradlinigkeit bei seinen Mitarbeiter/innen beliebt.

Auch nach Eintritt in den Ruhestand blieb Rolf Griesenbeck aktiv. Er ging als Berater nach Chemnitz (damals Karl-Marx-Stadt) und half, aus dem dortigen ehemals volkseigenen Betrieb (VEB Energie) ein modernes Stadtwerke-Unternehmen aufzubauen. Noch heute verfolgt er mit sehr regem Interesse, was „seine“ Stadtwerke in Remscheid so alles bewegen. Für seine herausragenden beruflichen Leistungen und sein ehrenamtliches Engagement verlieh ihm Bundespräsident Johannes Rau im Dezember 2003 das Bundesverdienstkreuz am Bande der Bundesrepublik Deutschland.

Aufsichtsräte, Geschäftsführung, Betriebsräte und alle Mitarbeiter wünschen Herrn Griesenbeck alles Gute und eine stabile Gesundheit für die Zukunft! (Prof. Dr. Hoffmann)