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ISG Alleestraße: Blumenbeete und eine Ausstellung

Auf Handlungsempfehlungen soll Projektzeitplan folgen“, schrieb der Waterbölles am 19. August 2016 über einen Workshop des ISG Alleestraße e.V. hatte Moderator Oliver Haarmann von der „oh! Design- und Beratungsagentur in einem kleinen Kreis interessierter Mitglieder von jedem Teilnehmer eine Ergänzung des Satzes „Die Alleestraße würde ein wundervoller Ort werden, wenn …“ erbeten. Münden sollten die Ergebnisse des vierstündigen Workshops in einen Katalog von Handlungsempfehlungen. Anhand derer wollte die ISG dann einen verbindlichen Projektzeitplan erarbeiten und die dazu gehörende Öffentlichkeitsarbeit. Ob das inzwischen geschehen ist, blieb in der gestrigen Sitzung der Bezirksvertretung Alt-Remscheid auch nach dem Bericht von Haarmann über den damaligen Workshop „Leitbild, Identität und Marke für unsere Alleestraße“ weiter vage.

Zuvor hatte ISG-Geschäftsführer Ralf Wieber die bisherigen Aktivitäten des ISG Alleestraße e.V. so zusammengefasst: In 2016 sei die Alleestraße einmal grundgereinigt worden. Ein Hausmeister gehe die Fußgängerzone werktäglich zwei bis drei Stunden lang ab. An der Alleestraße habe die ISG ein Büro eingerichtet, das täglich „mindestens fünf Stunden Lang“ besetzt sei. In diesem Jahr habe man angefangen, die Beete (Baumscheiben) zu bepflanzen. Für die untere Alleestraße sei eine Ausstellung geplant über die negativen Folgen des Internethandels für den lokalen Einzelhandel („Amazon ist keine Stadt!“) Und im Übrigen stimme die ISG alle Aktionen im Rahmen ihres Budgets („Nur 398.000 Euro innerhalb von fünf Jahren!“) wie vorgeschrieben mit der Stadt ab. Die ersten Gelder seien im Juni vergangenen Jahres in die Vereinskasse geflossen. Damit seien keine großen Sprünge möglich. Aber, so Wieber, man könne ja auf Millionen-Zuschüsse des Landes im Zuge der beschlossenen Revitalisierung der Innenstadt hoffen und darauf, „dass wir dieses Geld vernünftig verballern werden“. Zwischenruf von Bezirksbürgermeister Otto Mähler: „... dass wir dieses Geld gut verplanen werden!“

Widerspruch zur geplanten „Internet-Ausstellung“ kam von Hans Lothar Schiffer (FDP): Das dafür vorgesehene Geld lasse sich sicherlich sinnvoller einsetzen. Denn der Trend zum Interneteinkauf lasse sich nicht mehr umkehren.

Fachwerkhäuser sind stark sanierungsbedürftig

Mit dem Designer Outlet-Center, für das die Stadt am vergangenen Freitag die Baugenehmigung erteilt hat, rückt auch die Lenneper Altstadt wieder ins Blickfeld. Der Stadt Remscheid ist das nur recht. Sie besitzt an der Brandgasse, am Mollplatz, am Munsterplatz, der Neugasse, Mühlenstraße, Tuchmachergasse und Wallstraße insgesamt 19 bergische Schiefer-/Fachwerkhäuser mit insgesamt 5.103 Quadratmeter Wohnfläche – und würde einige davon gerne verkaufen. Denn die Wohnfläche, für die die Stadt derzeit Miete kassiert, ist um etwa ein Viertel niedriger als die Gesamtfläche. Denn vier Häuser stehen komplett leer, davon sind drei stark sanierungsbedürftig. Von denen wiederum zwei zum Verkauf anstehen. Erheblich bis stark sanierungsbedürftig sind des Weiteren auch drei vermiete Häuser. und in zwei anderen sind aus dem gleichen Grund die Dachgeschosswohnungen nicht bewohnbar. Das geht aus einer Aufstellung der Liegenschaftsabteilung hervor, die am Mittwoch, 26. April, auf der Tagesordnung der Bezirksvertretung Lennep steht. Die öffentliche Sitzung beginnt um 17.30 Uhr in der Hilda-Heinemann-Förderschule, Hackenberger Str. 117.

In einem Fall ist der Sanierungsbedarf auch äußerlich leicht zu erkennen: Das leerstehende Haus Munsterplatz 19 (oben links) muss abgestützt werden, um es standsicher zu halten. Dort „sind die Schäden im Fachwerk soweit fortgeschritten, dass eine Ausfachung aus dem Fachwerk gekippt ist“, heißt es im Bericht der Verwaltung. Und weiter: „Im Bereich Munsterplatz sind die Häuser 17, 19 und 21 als ein Ensemble zu betrachten. Das Haus 17 (links), zum eigentlichen Munsterplatz gerichtet, ist aufgrund auszubessernder Boden- und Deckenbalken als sanierungsbedürftig einzustufen. Bei den Häusern 19 und 21 (links davon), an der Gasse zur Wallstraße als Doppelhaus gelegen, wurden erheblich Schäden am Fachwerk festgestellt. Die geschädigten Balken im Haus 19 müssen denkmalgerecht ausgetauscht werden.“

Auch das Haus Munsterplatz 24/Wallstr. 20 ist stark sanierungsbedürftig:  Im Zuge einer Schadensreparatur im Dachbereich waren  Schäden im Fachwerk (Pilzbefall und Fäulnis) entdeckt worden, die nach Angaben eines Gutachters bereits vor etwa 40 Jahren bei einer ersten Sanierung entstanden sind. Das miteinander verbundene Doppelhaus werde derzeit an einen privaten Investor mit der Auflage einer zeitnahen und denkmalgerechten Sanierung veräußert, so die Verwaltung.

Das Haus Mühlenstraße 14 ist zum größten Teil an eine Hilfsorganisation und an eine Privatperson vermietet. Eine leer stehende Wohnung im Obergeschoss ist aufgrund von damaligen Sanierungs- und Bausünden als sanierungsbedürftig anzusehen. Im Haus Neugasse 2 sind die Räumlichkeiten im Erdgeschoss an eine soziale Einrichtung sowie im Obergeschoss an Privat vermietet. „Das Dachgeschoss ist aufgrund von Schäden im Fachwerk erheblich sanierungsbedürftig“, ist im Bericht der Verwaltung zu lesen.

Fazit der Stadt: „Gemeinsam mit der GEWAG als Verwalter werden die Kosten für eine denkmalgerechte Sanierung aller als sanierungsbedürftig bezeichneten Objekte ermittelt und zusammengestellt. Seitens der Verwaltung ist danach ein Konzept zu entwickeln, in wie weit eine Sanierung umgehend durchgeführt werden soll und Objekte danach verkauft werden oder im Eigentum verbleiben und vermietet werden.“

Für den Fall, dass Liebhaber bergischer Fachwerkhäuser die Verhandlungen mit der Unteren Denkmalschutzbehörde über die notwendige Sanierung nicht scheut: „Alternativ können Objekte je nach wirtschaftlicher Auswirkung ohne vorherige Sanierung zu angemessenen Preisen verkauft werden!“

Jugendberufsagentur Remscheid geht an den Start


Insgesamt 516 junge Menschen unter 25 Jahre waren im März in Remscheid arbeitslos gemeldet, 21 Personen oder 4,2 Prozent mehr als vor einem Jahr. Davon wurden 192 junge Menschen ohne Job von der Agentur für Arbeit Remscheid (Rechtskreis SGB III) und 324 Personen vom Jobcenter Remscheid (Rechtskreis SGB II) betreut. Die Agentur für Arbeit berät frühzeitig beruflich, das Jobcenter unterstützt besonders förderungsbedürftige Jugendliche, und der dritte Sozialleistungsträger im Bunde ist die Jugendhilfe. Sie setzt sich insbesondere für benachteiligte junge Menschen einsetzt, die entweder intensive Unterstützung im Elternhaus benötigen oder gar in Pflegefamilien oder Heimeinrichtungen leben. Für die hilfesuchenden / hilfsbedürftigen Jugendliche bedeutet das unterschiedliche Anlaufstellen und verschiedene Ansprechpartner. Denn jede Institution hat ihre eigenen Kompetenzen, eigene Angebote und Budgets. All diese professionellen und differenzierten Dienstleistungsangebote zur besseren Förderung der Jugendlichen sinnvoll miteinander zu verknüpfen, ist Aufgabe der neuen Jugendberatungsagentur, die gestern im Remscheider Rathaus mit den Unterschrift der Repräsentanten der drei beteiligten Institutionen - der Stadt Remscheid (vertreten durch Oberbürgermeister Burkhard Mast-Weisz), des Jobcenters Remscheid (Dirk Faust) und der für Remscheid zuständigen Agentur für Arbeit Solingen-Wuppertal (Martin Klebe) - besiegelt wurde. Es ist die erste Jugendberufsagentur (JBA) im bergischen Städtedreieck; eine zweite ist für Solingen vorgesehen.

Der Übergang von der Schule in den Beruf ist für junge Menschen ein wichtiger Schritt ins weitere Leben. Dabei hilft in Remscheid beispielsweise die im Kommunalen Integrationszentrum mit Landeszuschüssen eingerichtete Koordinierungsstelle für ‚Kein Abschluss ohne Anschluss‘ (KAoA). Zielgruppe sind Schüler/innen der Sekundarstufe I (8. Und 9. Klasse). Ihnen sollen mit Hilfe von „Potenzialanalyse“ und praktischen Berufsfelderkundungen geeignete Berufe schmackhaft gemacht bzw. realistische Chancen auf dem Arbeitsmarkt aufgezeigt werden, um nach Schulabschluss den Einstieg in die Arbeitslosigkeit möglichst zu vermeiden

Bei einem zweiten Projekt arbeiten in Remscheid seit März 2015 Arbeitsagentur und Jobcenter mit der städtischen Tochtergesellschaft Arbeit Remscheid gGmbH gemeinsam an der „Assistierten Ausbildung“ (AsA). Sie gilt Jugendlichen, die auf Grund ihrer Noten oder aus anderen Gründen einen schwierigen Start in die Ausbildung befürchten müssen. Sie erhalten an der Freiheitstraße einen Stütz- und Förderunterricht und machen in einem Remscheider Unternehmen ein Praktikum, um zeigen zu können, wie es um ihre Motivation und Eignung bestellt ist. Des Weiteren betreibt die Arbeit Remscheid die Produktionsschule „„Catering und Eingemachtes“ (Freiheitstraße 181/ Am Bruch), für derzeit zwölf schulmüde und sogenannte „ausgeförderter“ Jugendliche, die durch sinnstiftendes und praktisches Arbeiten wieder auf „den Geschmack“ kommen sollen zu lernen.

Gemeinsam haben diese drei Beispiele die Erkenntnis, dass nicht alle jungen Menschen die gleichen Startbedingungen haben und viele bei der Suche nach einer Ausbildungsstelle auf Hilfen angewiesen sind. Nicht wenige Jugendliche drohen den Anschluss völlig zu verlieren. Schulabbruch, Schulden, schwieriger familiärer Hintergrund - die fehlende Perspektive kann viele Gründe haben. Und wenn dann noch ein Zuständigkeitswirrwarr die existierenden Hilfsangebote unüberschaubar erscheinen lässt...

Die neue Jugendberufsagentur

Zielgruppen der Jugendberufsagentur sind Jugendliche

  • mit erhöhtem Unterstützungsbedarf, die noch nicht wissen, was sie im Anschluss an die Schule machen wollen, deren Abschluss aber unmittelbar bevorsteht.
  • die Gefahr laufen, die Schule ohne Abschluss verlassen zu müssen
  • die die Schule zum Jobben verlassen haben, jetzt aber doch eine Ausbildung anstreben.

Die Jugendberufsagentur bietet ihnen ein umfassendes Informations-, Beratungs- und Qualifizierungsangebot. Sie bündelt und strukturiert die Angebote des Jobcenters Remscheid, der Stadt Remscheid, und der Agentur für Arbeit Remscheid. Die beteiligten Träger tauschen sich über geplante oder bereits erfolgte Unterstützungsmaßnahmen für Jugendliche aus und stimmen diese aufeinander ab. Folgende Ziele sollen erreicht werden:

  • erleichterter Zugang für alle jungen Menschen zu den Dienstleistungsangeboten der drei beteiligten Träger, insbesondere für die Gruppe der sozial benachteiligten Jugendlichen mit erhöhtem Unterstützungsbedarf,
  • Optimierung der Kommunikation und des Informationsaustausches zwischen den beteiligten Institutionen,
  • gemeinsame Maßnahmeplanung bei den Förderangeboten und
  • gemeinsame Fallberatung und -besprechung.

Die Öffnungszeiten der JBA sind Montag bis Donnerstag von 7.30 Uhr bis 12.30 Uhr und Freitag von 7.30 Uhr bis 12 Uhr. Die Anmeldung erfolgt über die Eingangszonen von Jobcenter (im Erdgeschoß) und Arbeitsagentur (1. Etage) sowie für die Mitarbeiter/innen der Jugendsozialarbeit über eine telefonische Terminvereinbarung.

Hier will die neue Jugendberufsagentur strategisch, aber auch im Einzelfall ansetzen. Durch die neue JBA sollen die verschiedenen Institutionen und deren Hilfssysteme zusammenrücken und den Jugendlichen Beratung aus einer Hand anbieten – und an einem Ort, in diesem Fall am Sitz von Jobcenter und Arbeitsagentur im Haus Bismarckstr. 8-10 in Bahnhofsnähe. Dort werden künftig stundenweise auch Mitarbeiter der Jugendsozialarbeit der Stadt Remscheid anzutreffen sein, darunter auch Lutz Pawlas, wie Oberbürgermeister Burkhard Mast-Weisz gestern bemerkte: „Wir schaffen keine neue Institution, sondern intensivieren die Zusammenarbeit der drei Einrichtungen. Bisher wurden im ungünstigsten Fall vereinzelt Jugendliche von A nach B geschickt, weil sich die Zuständigkeit überschnitt. In der Jugendberufsagentur können wir dies in gemeinsamen Fallbesprechungen viel schneller im Sinne der Kunden klären. Durch die Kooperationsvereinbarung können wir einfacher Daten austauschen, leichter notwendige Maßnahmen abstimmen und damit auch schneller die jungen Leute gezielt fördern oder anderweitig für sie tätig werden."

Für Martin Klebe, Vorsitzender der Geschäftsführung der Agentur für Arbeit Solingen-Wuppertal, besitzt die JBA eine große Bedeutung für den Arbeits- und Ausbildungsmarkt: „Aufgrund der demografischen Entwicklung sinkt die Zahl der Schulabgänger stetig. Zugleich steigt der Fachkräftebedarf der Unternehmen im bergischen Land. Wenn wir der Wirtschaft auch weiterhin genügend Fachkräfte vermitteln wollen, dann dürfen wir keinen Jugendlichen zurücklassen. Wir brauchen jeden, und durch die Jugendberufsagentur soll jeder Jugendliche dort abgeholt werden, wo er gerade steht und die Unterstützung erhalten, die er benötigt." Dirk Faust, Geschäftsführer des Jobcenters Remscheid, sieht vor allem die Chance, mit der Kooperation mittelfristig den Weg in die Langzeitarbeitslosigkeit zu unterbrechen. „Ein stabiler Lebenslauf mit guter Ausbildung ist die Basis für eine spätere existenzsichernde Beschäftigung. In der Jugendberufsagentur können wir unsere unterschiedlichen Angebote stärker bündeln und gemeinsam insbesondere Jugendlichen mit erhöhtem Unterstützungsbedarf zielführende Angebote machen und sie auf dem Weg in Ausbildung begleiten."

„Gut ausgebildete Jugendliche, die ihr Auskommen mit ihrem Einkommen haben, sind der Rohrstoff für unsere Stadt“, betonte der OB. Da dürfe niemand durch „durchs Netz fallen“. Von Arbeitslosigkeit betroffen seien insbesondere Jugendliche mit Migrationshintergrund bzw. ohne Schulabschluss, so Dirk Faust. Leider sei gegenwärtig die Jugendarbeitslosigkeit in Remscheid um einige Projektpunkte höher als im Landesdurchschnitt, ergänzte Sozialdezernent Thomas Neuhaus. „Mit Qualifizierungs- und Arbeitsangeboten wollen wir versuchen, die Arbeitslosigkeit abzubauen.“

Daran arbeitet im Job-Center das so genannte „U25-Team“. Und das wird künftig von städtischen Jugendsozialarbeitern unterstützt, um jene arbeitslose Jugendlichen wieder zu erreichen, die sich der Arbeitsagentur oder dem Jobcenter entzogen haben. Was die Mitarbeiter der Arbeitsagentur und des Jobcenters nicht leisten können, sollen die Jugendsozialarbeiter übernehmen – in die Familien gehen, mit den Eltern sprechen, den Jugendlichen klar machen, wie wichtig ist, „dass sie endlich aus dem Quark kommen und wieder zu einem festen Tagesrhythmus kommen“. Mast-Weisz weiter: „Schul- und Leistungsverweigerung sind keine Lösung, verstärken im Gegenteil nur die vorhandene Probleme!“ Und Jobs ohne fachliche / technische Kenntnisse durch Ausbildung werde es künftig auf dem Arbeitsmarkt kaum noch geben.

Wie die Problemlösung im Einzelfall aussieht, soll das neue Team der Jugendberufsagentur am Runden Tisch festlegen und einen entsprechenden Hilfeplan aufstellen. „Wir müssen verhindern, dass die jungen Leute sich nicht weitere Jahre ihre eigene Zukunft verstellen!“ Das habe auch eine volkswirtschaftliche Seite, räumte der Oberbürgermeister ein: Für den Lebensunterhalt von Arbeitslosen muss die Allgemeinheit aufkommen. „Arbeitslosigkeit ist der größte Luxus, den sich eine Gesellschaft leisten kann!“

 

Aktionstag des Lokalen Bündnisses für Familie

Presseinformation der Stadt Remscheid

Für Samstag, 29. April, laden die Mitglieder des Lokalen Bündnisses für Familie von 11 bis 16 Uhr ins Sana-Klinikum zu einer Mitmach-Aktion zum Thema „Die 1-Million-Euro-Frage für Remscheids Familien“ ein. Im Rahmen des „Tags der offenen Tür rund um Mutter und Kind“ des Sana-Klinikums können Interessierte am Stand des Lokalen Bündnisses für Familie auf einer großen Pinnwand mit symbolischen „Geldscheinen aufzeigen, wie sie sich die Verbesserung der Familienfreundlichkeit in Remscheid vorstellen. Die Veranstalter möchten die Besucher auf diese Weise dazu anzuregen, über Bedürfnisse und Interessen von Familien nachzudenken und ihre Ideen und Anregungen im gemeinsamen Gespräch an das Bündnis zurückzugeben.

Stadt Remscheid erteilt Baugenehmigung für DOC

Presseinformation der Stadt Remscheid

Die McArthurGlen-Gruppe hat heute die Baugenehmigung für ein Designer-Outlet-Center in Remscheid erhalten. Damit steht fest: Remscheid erhält im Bereich Röntgen-Stadion, Jahnplatz und Kirmesplatz im Stadtteil Lennep ein Einkaufszentrum mit einer Verkaufsfläche von 20.000 Quadratmetern ergänzt um Tourismusbüro, Gastronomie, Tiefgarage und Parkhaus.

Oberbürgermeister Burkhard Mast-Weisz überreichte im Rathaus Remscheid persönlich die Baugenehmigung an Henning Balzer (Development Director Deutschland/McArthurGlen) und bekräftigte seine große Freude darüber, dass Remscheid als zweite nordrhein-westfälische Stadt zum deutschlandweit vierten Centerstandort der europaweit agierenden Investorengruppe wird. „Ich freue mich sehr auf das Designer Outlet Remscheid. Es wird wichtiger Impulsgeber sein für unsere Stadt und die Region. Von einem Imagegewinn durch das DOC der McArthurGlen Group und einer deutlichen Steigerung des Bekanntheits- und Beliebtheitsgrades Remscheids bin ich überzeugt. Das machen uns Städte mit vergleichbaren Einkaufszentren vor“, so Oberbürgermeister Mast-Weisz. Mit einem Investment von geschätzten 165 Millionen Euro ist das DOC das zurzeit wichtigste städtebauliche Projekt Remscheids. Es gilt als wichtiger Motor, der die Stärkung der Stadt und der umliegenden Region, des lokalen Arbeits- und Ausbildungsmarktes, der örtlichen Wirtschaft und des regionalen Tourismus vorantreibt.

Bereits im Dezember 2013 hatte der Remscheider Stadtrat den Grundsatzbeschluss zur Ansiedlung eines Designer-Outlet-Centers in Remscheid-Lennep gefasst und den Verkauf von städtischen Flächen an den Investor McArthurGlen beschlossen. Diese Beschlüsse machten den Weg frei für die Fortführung des Bauleitplanverfahrens zum Bebauungsplan 657, den der Stadtrat am 13.12.2016 als Voraussetzung für Baurecht gemeinsam mit dem städtebaulichen Vertrag mit dem Investor beschloss. Am 16.12.2016 reichte McArthurGlen den Bauantrag für das Einkaufszentrum ein. Die Verwaltung arbeitete seitdem mit Hochdruck am Genehmigungsverfahren.

Das DOC war von Beginn an ein Schlüsselthema für Remscheid. Um die breite Unterstützung aus der Bevölkerung bei der Realisierung dieses Großprojekts zu sichern, waren die Bürgerinnen und Bürger von den frühesten Anfängen an gefragt, sich im offenen Dialog und mit formellen Eingaben an den einzelnen Planungsschritten zu beteiligen. Auf eine Bürgerbefragung im Oktober 2011 folgten öffentliche Bürgerversammlungen, Informationsveranstaltungen, formelle Öffentlichkeitsbeteiligungen und Zukunftswerkstätten. Für ein offenes und strukturiertes Gesprächsangebot ging im Januar 2015 außerdem das „Baubüro DOC“ in der Altstadt Lennep mit anlassbezogenen Öffnungen an den Start. Das Thema DOC fand darüber hinaus in vielen Bürgerdialogen genauso regelmäßig seinen Platz wie in den Einwohnerfragestunden der politischen Gremien. (Einen Überblick über das Großprojekt und die damit verbundenen Teilprojekte gibt die Stadt Remscheid unter www.doc-remscheid.de.)

Auszüge aus Presseinformation des DOC-Investors McArthurGlen, übermittelt per E-Mail durch Karen Hoffmann, BuildIt Communication, Hamburg

Die Baugenehmigungen umfassen sowohl den Bau des Centers als auch der Parkgarage auf dem Kirmesplatz. (...) Henning Balzer, Development Director für Deutschland bei McArthurGlen: „Wir freuen uns, dass die Genehmigungen nun vorliegen. Gemeinsam mit der Stadt werden wir in den kommenden Monaten die bauvorbereitenden Planungen vorantreiben, um zu Beginn des kommenden Jahres mit den Bauarbeiten beginnen zu können.“ Mit der Eröffnung rechnet McArthurGlen in der zweiten Jahreshälfte 2019. (...)Das Designer Outlet Center fungiert als Katalysator für das lokale Wirtschaftsumfeld und stärkt durch umfangreiche Kooperationen den lokalen Einzelhandel sowie Unternehmen der örtlichen Hotellerie und Gastronomie. Ziel ist es, Synergien zwischen diesen Anbietern und dem Designer Outlet zu schaffen und dies bereits während der Bauphase. „Was die Auswahl der einzelnen Gewerke betrifft, die in die Baumaßnahmen einbezogen sind, sollen insbesondere Unternehmen aus der Region berücksichtigt werden. Dadurch sorgen wir bereits zu einem sehr frühen Zeitpunkt für positive Beschäftigungsimpulse“, so Balzer.

Henrik Madsen, Managing Director Nord Europa bei McArthurGlen, sagt: „Vom Erfolg des Centers in Remscheid, dem einzigen Designer Outlet der Region, sind wir als europäischer Marktführer überzeugt. Mit der Investition von 165 Millionen Euro in unser viertes Designer Outlet in Deutschland, im bevölkerungsreichsten Bundesland Nordrhein-Westfalen, unterstreichen wir unsere Wachstumsstrategie.“ (...) Mindestens 800 neue Arbeitsplätze entstehen in den rund 125 Shops und gastronomischen Einrichtungen. Wie andere McArthurGlen Designer Outlets auch, wird das neue Center in Remscheid im offenen Villagestil errichtet. Das laufende Jahr nutzen Stadt und Investor, um die bauvorbereitenden Maßnahmen und notwendigen Umverlagerungsmaßnahmen vorzubereiten und teilweise durchzuführen.

Neue App für mehr Mobilität im ÖPNV

Pressemitteilung der Stadtwerke Remscheid

Die Stadtwerke in Remscheid bieten seit einigen Tagen ihren Fahrgästen eine neue App für Fahrplanauskunft und Ticketkauf an. „Mit der neuen Mobilitäts-App verbessern wir den Service für unsere Kunden in Remscheid und der Region noch weiter“, so Geschäftsführer Hoffmann. Die neue SR App zeichne sich durch ein modernes Design und eine einfache Benutzerführung aus. Außerdem verfüge sie über einen praktischen Ticket-Shop und viele weitere nützliche Funktionen. Pendler können z.B.  ihre Stammstrecken als Favoriten markieren, eine Umgebungskarte zeigt Haltestellen und wichtige Einrichtungen im Start- oder Ziel-Umfeld und dank des Designs der Fahrtenübersicht hat man alle Verbindungen, Fahrtzeiten, Umstiege und Ticketpreise direkt im Blick.

Im neu strukturierten VRR TicketShop können Kunden Tickets künftig komfortabler kaufen – und zwar sowohl aus der Fahrplanauskunft heraus als auch in der Funktion Ticketshop. Dabei kann zwischen der Zahlung per Kreditkarte und per Lastschriftverfahren gewählt werden. Wer einmalig seine Zahlungsinformationen hinterlegt, kann alle gängigen Tickets auch von unterwegs aus kaufen. Zusätzlich können in der App exklusive Online-Tickets, wie beispielsweise das 30-TageTicket und das HappyHourTicket, erworben werden. Ebenfalls können Fahrgäste in der SR App eine Hinweisfunktion einstellen, die sie über Störungen und Behinderungen auf ihrer täglichen Route informiert. Die Live-Auskunft berücksichtigt bei der Verbindungssuche Echtzeitdaten, d.h. eventuell auftretende Verspätungen werden mit angezeigt. Kommt es zu Störungen und Fahrplanänderungen, erhält man eine Mitteilung auf das mobile Endgerät. Für welche Linien dies der Fall sein soll, kann man in den persönlichen Einstellungen festlegen. Die SR App steht den Fahrgästen ab sofort kostenlos im AppStore von Apple und bei Google Play zum Download zur Verfügung.

Paten für Kinder psychisch kranker Eltern

Pressemitteilung der Stadt Remscheid

Die Erziehungs-, Familien- und Schulberatung der Psychologischen Beratungsstelle der Stadt Remscheid bietet seit vielen Jahren Familien, in denen ein Elternteil psychisch erkrankt ist, ein besonderes Beratungsangebot an: Im Mittelpunkt dieser Beratung stehen die Auswirkungen der psychischen Erkrankung des Elternteils auf die Familienbeziehungen und die Kinder. In der Arbeit mit den Familien zeigte sich allerdings, dass es neben den bestehenden intensiven Jugendhilfemaßnahmen oftmals auch einer anderen, niederschwelligen, lebenspraktischen und alltagsnahen Hilfe bedarf - ein Angebot, das dem psychisch kranken Elternteil Entlastung im Alltag bietet und den Kindern kleine Auszeiten ermöglicht. Damit war die Idee des Kinder-Patenschaftsprojekts geboren, das Ende 2014 an den Start ging.

In Ergänzung zu professionellen Angeboten wird diese Unterstützung durch engagierte Bürgerinnen und Bürger erbracht: Die Patenschaften im Kontext sozialer Arbeit sind zusätzliche Angebote von ehrenamtlich Tätigen, die durch die Anbindung an die Psychologische Beratungsstelle fachlich qualifiziert und begleitet werden. Die Entscheidung für eine Patenschaft setzt selbstverständlich die Freiwilligkeit aller Beteiligten voraus. Zurzeit suchen Gabriele Koch als Fachdienstleiterin der Psychologischen Beratungsstelle und Dipl.-Psych. Thomas Friedrich-Hett (Psychologische Beratungsstelle) gemeinsam mit Ursula Roth als ehrenamtliche Projektkoordinatorin für das Kinder-Patenschaftsprojekt weitere geeignete Patinnen und Paten.

Möhrchen: Pro Jahr 80.000 Euro für Schulessen

Rund 11.000 Remscheider Bürger/innen sind Sozialhilfe nach SGBII angewiesen. In diesen Hartz IV-Familien kommt es darauf an, jeden Euro dreimal umzudrehen, bevor er ausgegeben wird. Da gehört dann der Elternanteil für das Schulessen des Kinder / der Kinder nicht immer zu den vordringlichen Ausgaben. „Viele Eltern kriegen ein Frühstück für ihre Kinder einfach nicht hin!“, beklagen Grundschullehrer. Und das muss nicht unbedingt in jedem Fall unbedingt am fehlenden Geld liegen. Das dann mit „verantwortungslos“ zu kommentieren und im Übrigen die Achseln  zu zucken und auf eine sozialere Verteilung der Einkommen zwischen Arm und Reich oder den Sozialstaat im Allgemeinen zu hoffen, hilft den Jungen und Mädchen nicht weiter, die morgens ohne Frühstück zur Schule gehen. Verantwortungslos wäre es vielmehr, diese Kinder in Haftung zu nehmen für ihre Eltern. Hier besteht also tagtäglich akuter Handlungsbedarf, ohne die längerfristige Einflussnahme auf die Politik mit dem Ziel besserer sozialpolitischer Rahmenbedingungen außer Acht zu lassen.

Das Beste wäre es natürlich, könnte auf den „sozialen Kitt“ gänzlich verzichtet werden, für den in Remscheid seit seiner Gründung im Februar 2006 der “Förderverein Mittagstisch in Remscheider Schulen e.V.”, sorgt, besser bekannt als „Möhrchen e.V.“ (Internet: www.moehrchen-rs.de; Facebook: https://www.facebook.com/pages/Möhrchen/) Am 6. November 2014 übernahm Oberbürgermeister Mast-Weisz von Beate Wilding den Vorsitz im Vereinsvorstand, dem des Weiteren Gründungsmitglied Constanze Epe als 2. Vorsitzende, Michael Wellershaus als Schatzmeister und Jörg Biermann als Geschäftsführer angehören. Aus Anlass der jährlichen Mitgliederversammlung zogen sie gestern eine Bilanz der zurückliegenden zehn Jahre. Und die kann sich sehenlassen:

Der Förderverein verhilft inzwischen an jedem Schultag an 17 Grundschulen und zwei Förderschulen insgesamt 419 Jungen und Mädchen zu einem Frühstück (elf Prozent aller Grundschulkinder, 17 Prozent aller OGS-Kinder) und 416 zu einem Mittagessen Frühstück (acht Prozent aller Grundschulkinder, 13 Prozent aller OGS-Kinder). Die Gesamtbilanz über  die vergangenen zehn Jahre: 530.800 Euro für eine Million Mahlzeiten für Kinder aus 5.198 bedürftigen Familien. Das sind 835 Mahlzeiten am Tag, wobei der Verein Wert darauf legt, dass unter den Schüler/innen nicht bekannt wird, welches Kind ein gefördertes Essen erhält.

Dafür müssen im Laufe eines Jahres mehr als 80.000 Euro in der Kasse sein. Und das sind sie auch. Denn: „Auf die Remscheider ist Verlass“, sagt Burkhard Mast-Weisz. „Sie helfen mit größeren und kleineren Summen!“ Die Spenden können steuerlich geltend gemacht werden; Spender erhalten eine Spendenquittung. Im vergangenen Jahr wies zum Beispiel ein Remscheider, der gegenüber der Öffentlichkeit anonym bleiben will, seine Bank an, auf das Konto von Möhrchen bei der Stadtsparkasse Remscheid (IBAN: DE 48 34050000 0012100780, BIC: WELADEDR XXX) jeden Monat 1.000 Euro zu überweisen, wie Michael Wellershaus gestern in der Pressekonferenz berichtete. Die Zahl der Großspender mit Beträgen von 1.000 Euro und mehr bleibt in Laufe eines Jahres allerdings überschaubar – es ist gerade Mal ein Dutzend. Der überwiegende Teil der Summe, die der ehrenamtliche Vorstand ohne Abzug von Verwaltungs- oder Personalkosten für das Schulessen in voller Höhe einsetzen kann, setzt sich aus kleineren Spenden zusammen. Im Vergangenen Jahr kamen so 110.000 Euro zusammen, so dass der finanzielle Grundstock für das Schuljahr 2017/2018 schon gelegt werden konnte. Der OB: „Jeder Euro zählt!“

Der gesamte Vorstand zweifelt nicht daran, dass die sozialpolitische Aufgabe von Möhrchen auf absehbare Zeit anhält. Mast-Weisz sieht das so: „Die Aufgabe macht stolz, bereitet zugleich aber auch Bauichschmerzen!“ Denn der Unterstützungsbedarf endet nicht beim Übergang von der Grund- zu einer weiterführenden Schule. Aber: „Das kriegen wir nicht gestemmt“, räumt Constanze Epe ein.

Also konzentriert sich der Verein mit Hilfe der OGS-Träger auf das Essen in den Grundschulen. Der Verein könne sich dabei auf ein Netzwerk vieler Remscheider Bürger stützen, die in den Schulen und dem Offenen Ganztag, ebenfalls ehrenamtlich, für Möhrchen arbeiten, betonte gestern Jörg Biermann. „Dafür sind wir sehr dankbar“, ergänzte der Oberbürgermeister. Merke: "Ein Schulsystem muss die besten Bildungschancen bieten!" Und das kann beim Frühstück und Mittagessen in der Schule beginnen.

Lütteraten fürchten Niedergang der Bibliothek

Der Förderverein „Die Lütteraten“ verfolgt die Medien- und Personalausstattung der Stadtbibliothek Remscheid mit wachsender Sorge, gemessen an den Gesamtausgaben. Während die Gesamt-Ausgaben der hauptamtlich geleiteten öffentlichen Bibliothek in Remscheid im Zeitraum 2008 – 2015 um ca. 16,4 Prozent gesunken sei, seien im gleichen Zeitraum in NRW die Gesamtausgaben in allen öffentlichen und hauptamtlich geleiteten  Bibliotheken um ca. 18,6 Prozent erhöht.worden. Seit 2008 seien in Remscheid die Ausgaben der Bibliothek für neue Medien pro Jahr um ca. 6,3 Prozent gesunken – von 219.500 € in 2008 auf 109.250 €  in 2015, und 28 Prozent der Personalstellen seien weggefallen, beklagt der Verein. Zugleich hätten in diesem Zeitraum die Ausleihzahlen einschl. Fernleihe um ca. 15,2 Prozent abgenommen. Ein Zusammenhang mit der sächlichen und personellen Ausstattung liege nahe, zumal die negative Einwohnerentwicklung von 2008 bis 2015 um ca. 3,6 Prozent diese Entwicklung allein nicht erkläre. Daraus ergibt sich aus der Sicht der Lütteraten folgende Situation:

  • „Der Ausbau des Selbstlernzentrums ist gefährdet.
  • Die fachliche Kompetenz durch Wegfall von Diplom-Bibliothekar-Stellen geht verloren. Der Einsatz von Ehrenamtlern ist keine Kompensation.
  • Ein verstärktes, erforderliches Serviceangebot für Migranten und Zuwanderern bleibt auf der Strecke
  • Der externe Lernort Bibliothek zum unterstützenden Erwerb der Lese-,Sprach-und Informationskompetenz verliert an Bedeutung.
  • Die Bereitstellung von themenbezogenen Medien für Schulen und Vorschuleinrichtungen wird reduziert.
  • Das Angebot des Vorleseangebots in den Ferien schränkt sich ein.
  • Der Ausbau zum Ort der „kulturellen Kommunikation und Treffpunkt zum Verweilen und Informieren“ wird verzögert bzw. unmöglich.
  • Der Medienbedarf ist zunehmend auf das Sponsoring in den Standorten angewiesen.
  • Die Erweiterung des Kulturangebots zum Beispiel durch „Schreibwerkstätten in Bibliotheken“ oder eventartig aufgezogene „Nächte der Bibliothek“ ist mit den reduzierten Mitteln nicht bzw. nur eingeschränkt möglich."

Diese Entwicklung sei bedingt durch das Haushaltssicherungs-Gesetz, das der Stadt Remscheid bis 2020 Ausgaben im Kultur- und Sportbereich als freiwillige Leistung nur eingeschränkt erlaube, und durch die politischen Gremien, in denen die städtischer Bildungseinrichtung der Stadt nicht mehr den ihr gebührenden Stellenwert habe.

In einem Positionspapier haben die Lütteraten nun den Parteien verschiedene möglicheGegenmaßnahmen benannt, über die geredet werden müsse:

  • Gründung eines Fördervereins Zentralbibliothek.
  • Suche nach einem langfristig tätigen Sponsor auf Ortsebene unter Mitwirkung des kommunalen Bildungszentrums.
  • Forciertes Vorpreschen der Kommunen in NRW in Richtung Bibliothekengesetz ( siehe Thüringen, Sachsen Anhalt, Hessen, Rheinland-Pfalz) unter Mitwirkung der Landtagsabgeordneten und der Kommunalverbände.
  • Änderung des § 18, Abs.1  Landesgesetz NRW im Hinblick auf die Beteiligung des Landes an den Betriebskosten der öffentlichen Bibliotheken – dauerhaft und nicht projektbezogen. (Hier sind die örtlichen MdL  gefordert). Gegebenenfalls landesweite Medien-Kampagne für ein Bibliotheken-Gesetz und der Änderung des § 18.

Grünes Licht für das DOC bleibt abzuwarten

Zuerst das DOC und dann alles Übrige. So könnte man die Aussage der Mitteilungsvorlage der Verwaltung zusammenfassen, die für Mittwoch, 26. April, auf der Tagesordnung der Bezirksvertretung Lennep steht. Konkret heißt es darin: „Für den Stadtraum Lennep - Umgebung Altstadt, DOC, Umfeld Kölner Straße und Bahnhof Lennep - wird die Erstellung eines integrierten Stadtentwicklungskonzepts weiterverfolgt, sobald die Errichtung des Designer-Outlet-Centers sichergestellt ist. Die Abgrenzung eines Projektgebietes ist noch nicht vorhanden.“ Die planerische Vorbereitung des Designer-Outlet-Centers (DOC) in Remscheid befände sich auf der Zielgeraden, stellt die Verwaltung weiter fest. „Nachdem seit dem 8. Juni 2016 die 5. Änderung des Flächennutzungsplanes - Gebiet Röntgen-Stadion, Jahnplatz und Kirmesplatz in Remscheid-Lennep - wirksam ist, hat der Rat der Stadt Remscheid am 13. Dezember 2016 den Satzungsbeschluss zum Bebauungsplan 657 gefasst. Ebenfalls in dieser Sitzung hat der Rat dem bereits notariell beurkundeten städtebaulichen Vertrag zugestimmt. Vor einem Baubeginn des DOC werden aktuell Rechts- und Klagefristen abgewartet. Parallel zu den Bauleitplanungen wurde die Integration des DOC in den Stadtraum vorbereitet.!

Die Verwaltung erinnert an die „Zukunftswerkstätten“ (9. März 2016 und am 12. April 2016). In Arbeitsgruppen hätten Bürgerinnen und Bürger, Gewerbetreibende, Eigentümer, Interessevertreter der Altstadt Lennep, des DOC-Investors damals zusammen mit Kommunalpolitikern und Vertreter der städtischen Fachämter Ideen und Projekte entwickelt. Daran hätte  sich dann „Entwurfswerkstätten“ (10. März 2016 und am 15. April 2016) angeschlossen unter Beteiligung des Investors, den beauftragten Architekten und Landschaftsarchitekten und Vertretern der Stadtverwaltung. Zitat: „Die Ergebnisse sind in der Konzeptbroschüre „INTEGRATION DES DESIGNER-OUTLET-CENTERS REMSCHEID-LENNEP – Gesamtkonzept und Ergebnis der Werkstätten“ dokumentiert, in der auch ein Gestaltungsleitfaden für den neuen Gelenkplatz zwischen DOC und Altstadt enthalten ist.“

Bereits älteren Datums ist das „Regionale Strukturprogramm für die Förderperiode 2014-2020“ (am 27. November 2014 einstimmig vom Rat beschlossen). Es sieht mit dem „Aktionsraum Lennep“ inklusive der zugeordneten Projekte „Lennep Pur“ und „Rad Router“, sowie der „Neugestaltung Röntgen-Geburtshaus in Remscheid-Lennep“ eine strukturelle Aufwertung des Lenneper Stadtraums vor, so die Verwaltung, wobei DOC-Bezüge bzw. Möglichkeiten zur Berücksichtigung des DOC vorhanden seien. Als Förderquellen werden Programme der Europäischen Union (EFRE Achse IV A Städtebauförderung, ESF) sowie des Bundes (GRW) benannt.

Weiterhin relevant sei auch das vom Rat am 12. Februar 2009 einstimmig beschlossene Integrierte Stadtentwicklungskonzept für das gesamte Stadtgebiet. Denn damals sei  festgelegt, dass eine Anpassung dieses Konzeptes an veränderte Rahmenbedingungen bzw. eine Fortschreibung unter Beteiligung der Bürger und der Politik zu erfolgen hat. So sei etwa bei jeder Einzelmaßnahme den zuständigen politischen Gremien aktuelle Zahlen (Zeiten, Kosten, Finanzierung etc.) vorzulegen.  Am 25. September 2014 habe der Rat der Stadt in das Integrierte Stadtentwicklungskonzept zusätzliche Schlüsselprojekte integriert, darunter auch die „Ansiedlung eines Designer Outlet Centers“, eingeschlossen die in Frage stehende nähere Umgebung des DOC (Analyseergebnisse, Entwicklungsziele und Projekte). Zitat aus der aktuellen Vorlage: „ Die Vorschläge für eine integrierte Entwicklung in der Umgebung Altstadt, DOC, Umfeld Kölner Straße und Bahnhof Lennep werden aufgegriffen (...), sobald sichergestellt ist, dass das DOC tatsächlich gebaut wird.“

OB ist Schirmherr der Verkehrswacht Remscheid e.V.

Im Bild v. li. n. re. Verkehrswacht-Geschäftsführer Bernd Schäfer, Oberbürgermeister Burkhard Mast-EWeoisz und Otto Mähler, Vorsitzender der Verkehrswacht Remscheid. Foto: Lothar Kaiser

Mit einem roten Schirm und einer Urkunde kehrte Oberbürgermeister Burkhard Mas-Weisz am Donnerstagnachmittag von einem Termin im Café Sahnetörtchen ins Rathaus zurück. Beides hatte ihm dort Bezirksbürgermeister Otto Mähler in seiner Eigenschaft als Vorsitzender der Verkehrswacht Remscheid e.V. überreichte als Symbol und Dank dafür, dass der OB die Schirmherrschaft über die Verkehrswacht übernommen hat. „Wir hoffen auf gemeinsame Erfolge im Bemühen um die Verkehrssicherheit auf den Straßen Remscheids“, steht auf der gerahmten Urkunde, die ihren Platz im Amtszimmer des OB bekommen soll.

Lange Jahre war der einzige Vertreter der Verkehrswacht in Remscheid der Polizeibezirksbeamte Karl August Latussek. Erst nach dessen Tod bekam die Verkehrswacht Remscheid einen Vorstand und wurde ins Vereinsregister eingetragen. Die Satzung, die in der Hauptversammlung am 12. November 2003 beschlossen wurde, gilt auch heute noch. Satzungszweck sind demnach „Maßnahmen zur Verkehrssicherheit von Schülern, Eltern und Senioren.“

Schulwegpläne in RS sind teilweise veraltet“, titelte der Waterbölles am 10. Februar. Die Verkehrswacht Remscheid hatte damals bei allen Grundschulen der Stadt angefragt, ob ihre Schulwegpläne noch aktuell seien. Der Bitte um Rückmeldungen an den Fachdienst Schule und Bildung der Stadt Remscheid bis Ende Juni, damit veraltete Schulwegpläne rechtzeitig zum Start in das neue Schuljahr neu aufgelegt werden könnten, seien bisher zwei Schulleiter gefolgt (Schule Siepen und Daniel-Schürmann-Schule). Hinter der Aktion steht das Bemühen der Verkehrswacht, für mehr Sicherheit von Kindern auf dem Schulweg zu sorgen, Eltern / Großeltern anzuregen, über ihr eigenes Verhalten im Straßenverkehr /“ Kiss and Go“ im absoluten Halteverbot vor Schulen) nachzudenken, und ganz generell die Zusammenarbeit zwischen Schule, Schulamt, Ordnungsbehörde und Polizei (Verkehrssicherheitsberatung, Bezirksbeamte) zum Wohle der Kinder zu verbessern. Otto Mähler drückte das am Donnerstag so aus: Man wolle die Ämter in die Pflicht nehmen.

Da kann die Übernahme der Schirmherrschaft durch den Oberbürgermeister nur förderlich sein. Und der zierte sich auch nicht lange, sondern nahm sie sofort an. „Die Sicherheit von Kindern und Senioren im Straßenverkehr ist ein wichtiges Thema. Wenn ich da Bindeglied sein kann zwischen Polizei, Verwaltung und Verkehrswacht, mache ich das sehr gerne!“

Unterstützung kann die Verkehrswacht Remscheid e.V. aber nicht nur ideell, sondern auch finanziell und personell gut gebrauchen. Gegenwärtig sie 13 Mitglieder, davon acht aktive. Da summiert sich der Jahresbeitrag von zwölf Euro zum Jahresende gerade mal auf 156 Euro. Ein Glück, dass Sponsoren wie die Stadtsparkasse die Arbeit regelmäßig unterstützen. Fehlt nur noch weitere Manpower. Denn die Zahl der Veranstaltungen in Remscheid, an denen sich die Verkehrswacht beteiligt oder die sie sogar selbst organisiert (Verkehrsaufklärung in Kitas und Schulen, aktuell: Jugendfahrradtag am 27. und 28. Juni im Innenhof der Polizei an der Uhlandstraße; Auftakt zu Aufklärungsaktionen auf der Balkantrasse am 19. Juli in Bergisch Born), hat in den vergangenen Jahren deutlich zugenommen. Da ist es verständlich, dass sich der Vorstand – vertreten am Donnerstag auch durch Geschäftsführer Bernd Schäfer, pensionierter Berufsfeuerwehrmann,  und Kassierer Michael Albrecht, pensionierter Grundschullehrer und Fachberater für Verkehrssicherheit beim Schulamt – über weitere Mitglieder freuen würde, wie sie betonten. Spontane Reaktion des Oberbürgermeisters: „Dann schickt mir mal einen Aufnahmeantrag!“