Die Waterbölles-Glosse

Es geht doch nichts über eine objektive Berichterstattung in den überparteilichen, unabhängigen Printmedien. Die Anzeigenblätter jetzt mal ausgeklammert, haben wir davon in Remscheid noch zwei. Den Remscheider General-Anzeiger und die Bergische Morgenpost (Rheinische Post). Sie sorgten dafür, dass sich die Leser/innen im Vorfeld der jüngsten Landtagswahl ein klares politisches Bild machen konnten – hin und wieder auch nach dem Motto „Ein bisschen Publikumsbeeinflussung hat noch nie geschadet“. Christian Lindner und seine Freien Demokraten werden es den Verlegern gewiss zu danken wissen.
Und was auf Bundes- und Landesebene funktioniert, verfehlt sein Ziel womöglich auch nicht auf lokaler Ebene. Beispiel „Bergische Symphoniker“. Nachdem am Mittwoch, 26. April, Generalmusikdirektor Peter Kuhn das Konzert der Bergischen Symphoniker im Teo Otto Theater abrupt unterbrochen und in die lautlose Stille den Satz gesprochen hatte, „So hört es sich an, wenn es kein Orchester mehr gibt“, war das Thema tags darauf natürlich in allen Medien. „Das Haus war ausverkauft“, waren sich Ulrich Mutz (Bergische Morgenpost ) und Thomas Wintgen (RGA) in ihren Berichten einig. (Mutz ist bei der BM Freier Mitarbeiter - und dem Orchester eng verbunden; von ihm stammen die Einführungsvorträge im Vorfeld der Konzerte.)
War bei beiden objektiven Berichterstattern der Wunsch der Vater des Gedankens? Konzert vor ausverkauftem Haus?? Der Waterbölles fragte damals nach und erfuhr: Von den 616 Zuschauer/innen hatten 83 so genannte Kollegenkarten zum Preis von fünf Euro, 41 Karten waren von den Orchesterfreunden gesponsert (für Schüler/innen) und 15 Besucher/innen hatten Freikarten. Seltsam: Auch nachdem der Waterbölles die Fakten nachgeliefert hatte, hielt sich in den Printmedien das „ausverkauft“ hartnäckig. "Voll besetzt" wäre richtiger gewesen.
Gestern nun war im RGA ein Bericht über die Premiere der Operette "Orpheus in der Unterwelt" zu lesen – „im gut besuchten Teo Otto Theater“, wie es im Text hieß. Gut besucht? Bekanntlich ist Vertrauen gut, Kontrolle aber besser. Also fragte der Waterbölles wiederum bei der Stadtverwaltung nach und erfuhr: Von den 587 Plätzen im Theatersaal waren am Samstag, 19. Mai, 174 besetzt (29,6 Prozent), davon 169 tatsächlich verkauft (28,8 Prozent). Am Sonntag, 20. Mai, waren 192 besetzt (32,7 Prozent) und 190 tatsächlich verkauft (32,4 Prozent). Nicht besetzt waren somit am Samstag 413 Plätze (70,4 Prozent) und am Sonntag 395 (67,2 Prozent). Gut besucht? Die Fakten sehen anders aus.
Das Thema „Bergische Symphoniker“ wird den Medien und ihren Konsumenten noch einige Zeit erhalten bleiben. So darf man gespannt sein, was die Bergische Morgenpost am kommenden Donnerstag zu berichten haben wird. Denn am Mittwoch, 23. Mai, macht ihre „Mobile Redaktion“ in Remscheid Station. Und wo ist sie dann ab 18.30 Uhr zu finden? Dreimal dürfen Sie raten. Vor dem Teo Otto Theater natürlich, in dem die Bergischen Symphoniker dann ab 20 Uhr ein Philharmonisches Konzert geben werden. Generalmusikdirektor Peter Kuhn hat der BM-Redaktion sein Kommen schon zugesagt...
„Am kommenden Sonntag, 27. Mai, beginnt in Remscheid der Sommer!“ Da waren sich gestern auf einer Pressekonferenz im Rathaus Anja Hamm und Sascha Hilverkus vom Stadtmarketing, Hans-Lothar Schiffer vom Verein „KulturStadt Remscheid e.V.“ und Martin Winkler von der Stadtsparkasse Remscheid ganz sicher. Jedenfalls, was den „Remscheider Sommer“ angeht. Die beliebte Veranstaltungsreihe für Jung und Alt („von 0 bis 100“, so Schiffer) – und speziell für jene Bürger/innen, denen das Geld fehlt für eine Urlaubsreise – verspricht auch in diesem Jahr auf und um die Konzertmuschel im Stadtpark eine Fülle unterhaltsamer Ferienerlebnisse – diesmal unter dem Motto „Sommerzeit – Konzertmuschelzeit“: Lustiges Kindertheater, Chormusik, Konzerte und Comedy. Von den 20.000 Euro, mit denen die Sparkassenstiftung in diesem Jahr „KulturStadt Remscheid“ unterstützt, ist die Hälfte für den „Remscheider Sommer“ bestimmt.
Zum Auftakt am Pfingstsonntag gestaltet der Chorverband Bergisch Land e.V. einen „Chortag“. Auftreten werden ab 14 Uhr insgesamt acht Chöre, darunter auch der erst im Oktober vergangenen Jahres gegründete Kinderchor. Dem Chorverband. gehören derzeit insgesamt 38 Chöre mit 1070 aktiven Mitgliedern an. Im Jahr 2011 wurden insgesamt 50 Konzerte gegeben. Dazu kommen noch unzählige Auftritte in Altenheimen und Krankenhäusern in Remscheid und Umgebung.

Mindestens genauso turbulent wird es am 7. Juni beim „Trotz-Alledem-Theater“ zugehen. Schnickschnack und Schnuck begeben sich auf eine aufregende Reise um den Globus auf der Suche nach der verschwundenen Liebe. Am 15. Juli erklärt das „Theater Tom Teuer“, wie der Elefant zu seinem Rüssel kam, und Donatus Weinert verzaubert am 29. Juli die Besucher im wahrsten Sinne des Wortes. Sein Programm „Mali Malo Malei, Zauberkraft herbei“ ist Unterhaltung für die ganze Familie. Des Kaisers neue Kleider können dann am 5. August bestaunt werden. Das temporeiche und humorvolle Theaterstück des „Theaters 1 + 1“ wird das Publikum mit witzigen Dialogen und Bezügen zur Gegenwart in seinen Bann ziehen. Mit dem Klassiker „Pinocchio“ entführt das „Theater Chapiteau“ am 12. August alle großen und kleinen Zuschauer in die zauberhafte Welt der kleinen Holzpuppe. Pinocchios Abenteuer werden in diesem Fall als Zirkus-Spektakel präsentiert. Zum Ende der Sommerferien möchte das „Theater Kreuz und Quer“ am 19. August mit einem wohl jedem bekannten Märchen „Dornröschen“ sowohl Groß als auch Klein begeistern.
 Im Rahmen des Internationalen Museumstages stellen Viola Jürgens und Kay Jürgens ihre Werke im Tuchmuseum in Lennep aus. Ab 20. Mai, zu den gewohnten Öffnungszeiten des Museums ( sonntags 14 bis 17 Uhr, dienstags 12 bis 16 Uhr und nach Vereinbarung) kann man die unterschiedlichen Werke der beiden Künstler sehen. Die Ausstellung läuft bis zum 31. Juli. Museen im Wandel - dem Motto entsprechend bietet das Museum Einblick nicht nur in die neue Sonderausstellung der Freiburger Künstler, sondern präsentiert auch zum ersten Mal die Neuausrichtung der ständigen Ausstellung. Als Stadtteilmuseum für Lennep investierte die „Anna Hardt Stiftung“ in neue Technik einer Coesfelder Firma, die die Anschaulichkeit der Geschichte der Tuchmacher unterstützen soll. Eine professionelle Grafik- und Gestaltungsfirma zog einen neuen „roten Faden“ durch die bekannte Dauerausstellung. Viola Jürgens wurde 1947 in Freiburg geboren und arbeitete zusammen mit ihrem Vater Hans Baumhauer, Kunstmaler und Bildhauer, an vielen internationalen Projekten mit. Inzwischen hat sie sich auf vielen Ausstellungen in der Schweiz, Frankreich, Liechtenstein und Deutschland selbst einen Namen gemacht. In ihren Arbeiten liebt sie die überdimensionalen Formen (Foto links). Zusammen mit ihrem Mann Kay Jürgens betreibt sie ein Atelier im Zentrum Freiburgs. Kay Jürgens schafft Skulpturen aus Metallresten, Schlüsseln, Sieben usw. - die „dünnen Kerle“ (Foto rechts). Auf dem Gebiet der Malerei hat er Rost als Farbe zur Gestaltung von Landschaften entdeckt.
Ob und wann der Vertrag mit Generalmusikdirektor Peter Kuhn verlängert wird, ist ungewiss. Auf der Tagesordnung steht dieser Punkt jedenfalls nicht, wenn sich die Gesellschafter der Orchester GmbH zur nächsten Sitzung treffen. Solingens Oberbürgermeister Veith hätte die Personalie sicherlich gerne bald geklärt, Remscheids Oberbürgermeisterin Wilding aber sieht zunächst grundsätzlicheren Klärungsbedarf. Sie hält gemeinsam mit den übrigen Mitgliedern des Verwaltungsvorstandes der Stadt das Orchester für nicht mehr finanzierbar und hat Solingen angeboten, die Gesellschaftsanteile der Stadt Remscheid zu übernehmen. Vor und hinter den Kulissen wird darüber derzeit hitzig diskutiert. Und auch im Waterbölles treffen die Meinungen aufeinander. Beispiele: „Was für eine leere und tote Stadt Remscheid … werden wird ohne das Orchester, das können wir uns alle jetzt noch gar nicht vorstellen“, schrieb am 14. Mai Dieter Aatrops. Für Christoph Humpert ist der Verzicht auf das Orchester dagegen eine finanzielle Notwendigkeit. Er schrieb am 18. April: „Mich nerven die Leute, die auf der einen Seite das Geld mit der Schubkarre raushauen wollen, aber nicht sagen, wer es am Ende bezahlen soll. Ich hätte auch gerne eine Stadthalle und eine vernünftige S-Bahn-Infrastruktur in Remscheid, jedoch sind wir hier nicht bei ‚Wünsch Dir was!’!“ Remscheid, eine kulturelle Wüste ohne das Orchester? Roland Kirchner fragte am 18. April: „Haben alle Menschen, die in einer Stadt ohne eigenes Orchester wohnen, einen ‚kulturellen Schaden’? Geraten alle Kinder in diesen Städten auf die ‚schiefe Bahn’?“ Über weite Strecken wird die Diskussion in der Öffentlichkeit von Emotionen geprägt. Vielleicht können da die nachfolgenden Fakten hilfreich sein, sprich: für etwas mehr Besonnenheit und weniger Aufgeregtheit sorgen.
Insgesamt hat NRW 396 Städte und Gemeinden in NRW. Ein eigenes Orchester haben die wenigsten. Lediglich 19 Großstädte und zwei Kreisstädte können sich (noch) ein Orchester leisten, wobei vier Kommunen (Krefeld/Mönchengladbach und Remscheid /Solingen) aus finanziellen Gründen eine „Orchester-Ehe“ eingegangen sind. Unter den 29 Großstädten in NRW mit mehr als 100.000 Einwohnern liegt Remscheid mit 111.000 Einwohnern auf Platz 26. Noch. „Remscheid verzeichnet die stärksten Bevölkerungsverluste aller kreisfreien Städte in NRW“, hieß es bereits 2009 im „Städtebaulichen Entwicklungskonzept“ der Stadtverwaltung. Sie prognostizierte damals bis 2020 einen weiteren Rückgang um 11.000 bis 13.000 Einwohner. Und auch die Bevölkerungsstruktur ändert sich. Erst gestern berichtete der Waterbölles darüber: Jede vierte Remscheider Schüler(in) spricht zuhause kein Deutsch.
Schon jetzt verfügen weit größere NRW-Städte als Remscheid über kein eigenes Orchester: Hamm, Mülheim a. d. Ruhr, Herne, Leverkusen, Neuss, Paderborn und Bottrop. Insgesamt haben zehn Großstädte in NRW kein Orchester. Von den 21 Kommunen, die sich noch ein Orchester leisten, unterliegen zwölf den Nothaushaltsrecht, d.h. sie sind überschuldet und können keinen ausgeglichenen Haushalt vorweisen. Dazu gehören auch Solingen und Remscheid. Aber nur vier Städte sind aufgrund ihrer aussichtslosen Finanzlage gezwungen, in diesem Jahr an der 1. Phase des Stärkungspaktes NRW mit drastischen Sparmaßnahmen teilzunehmen, um Finanzhilfe des Landes erwarten zu können.
Pressemitteilung der Bergischen Symphoniker
Die Bergischen Symphoniker laden für Sonntag, 27.Mai, um 11.15 Uhr zu ihrem 5. Kammerkonzert ins obere Foyer des Teo Otto Theaters ein. Das Kammermusikensemble setzt sich dieses Mal zusammen aus Marlies Klumpenaar (Klarinette), Alexei Serebrianyi (Violine) und Kira Ratner (Klavier). Die Musiker beginnen ihr Konzert mit dem dreisätzigen Trio für Klarinette, Violine und Klavier von Aram Chatschaturjan. Danach erklingt die Sonate für Klarinette und Klavier von Francis Poulenc. Nach der Pause folgt die Sonate für Violine und Klavier vom gleichen Komponisten. Das Trio verabschiedet sich mit der Suite für Violine, Klarinette und Klavier von Darius Milhaud. Eintrittskarten zu sechs Euro (Jugendticket fünf Euro) sind erhältlich unter der Tel. RS 162650. (Manuela Scheuber)
Pressemitteilung der Stadt Remscheid
Der Internationale Museumstag findet in diesem Jahr am 20. Mai statt und steht unter dem Motto „Welt im Wandel – Museen im Wandel“. Ein buntes Programm erwartet aus diesem Anlass die Besucher des Historischen Zentrums in Remscheid-Hasten, Cleffstraße. Es beginnt bereits am Samstagnachmittag mit „Pöhlsches’ Schieten von 14.30 bis 17.30 Uhr, einem einst beliebten Wettbewerbsspiel der Schmiede und Schleifer des Bergischen. Organisiert wird es von Otto Mähler. Um 16 Uhr startet am Haus Cleff unter dem Motto „Von Kaufleuten und Sägenfabrikanten“ ein Rundgang durch Teile des alten Hastens mit seiner interessanten Geschichte. Die Leitung haben Dr. Urs Diederichs und Hans H. Krielke. Eine Ausstellung zum Thema „Hasten“ der Gruppe „FotoArtisten Remscheid“ eröffnet am Sonntag, 20. Mai, um 12 Uhr im Deutschen Werkzeugmuseum das Programm. Im Anschluss daran sollte man einen Blick in die Schmieden und Kotten auf dem Museumsgelände werfen. Denn dort gibt es ab 13 Uhr – angeregt durch „Paul Stuppmanns Höllenfahrt“ von Siegfried Horstmann - interessante und oft auch delikate Geschichten aus Remscheids Vergangenheit zu hören. Erzählt werden sie vom Schleifergesellen Gerd (Gerd Schmale), dem Feilenhauerhorst (Horst Kaiser), Karl Heinz dem Schmied (Karl Heinz Brüseke) und der treuen Haushälterin Minna („Tuffi“ Ursula Schneider). Wer will, kann danach jenen „Paul Stuppmann“ (Dieter Bieler) zum nahegelegenen Steffenshammer begleiten.
Im Haus Cleff gibt es Sonntag ab 13 Uhr zwei Führungen des Vereins in Gründung der Freunde und Förderer des Stadtmuseums Haus Cleff: Zunächst steht dabei unter der Leitung von Ralf Neuhaus die Sammlung Gerd Arntz im Mittelpunkt, ab 14 Uhr führt Beatrice Schlieper die Besucherinnen und Besucher durch das Museum. Um 15 Uhr folgt eine Spezialführung von Dr. Urs Diederichs unter dem Titel „Als in Hasten noch das Remscheider Rathaus war“ mit historischen Informationen zum Haus Hilger, das danach als „Haus Sonntag“ und später als „Haus Cleff“ bekannt war. Schwerpunkt ist die Zeit des Umbruchs vom „Ancien Régime“ zur preußischen Herrschaft. Für das leibliche Wohl sorgen am Sonntag der Verein in Gründung der Freunde und Förderer des Stadtmuseums Haus Cleff mit Waffeln und Kaffee sowie der Förderkreis Deutsches Werkzeugmuseum e.V. mit Grillwürstchen. Auch der Bergische Geschichtsverein – Abt. Remscheid e.V. und die IGH - Interessengemeinschaft Hasten e.V. unterstützen die Veranstaltungen. Das Stadtmuseum „Haus Cleff“ und das Deutsche Werkzeugmuseum sind an beiden Tagen von 11 bis 16 Uhr geöffnet. (Büro der Oberbürgermeisterin)
Pressemitteilung der Akademie Remscheid und KulturStadt Remscheid e.V.
Was einmal ganz klein in Remscheid begann, ist nun richtig groß geworden: das Erzählfestival mit vielen Geschichten – wahren, erfundenen, nicht ganz so ernst zunehmenden, solchen, die wie ein Spiegel wirken und solchen, über die man einfach nur lachen muss. Und erzählt werden sie von Meisterinnen und Meistern ihres Fachs. Vom 15. bis zum 20. Mai kommen Geschichtenerzähler aus den USA, dem Libanon, Frankreich, den Niederlanden und verschiedenen Regionen Deutschlands nach Remscheid. Das Erzählfestival an der Akademie Remscheid ist eine der wichtigsten Veranstaltungen dieser At in Deutschland und regelmäßig ein Magnet für Menschen jeden Alters, die gerne Geschichten und Erzählungen hören. Die Erzähler/innen sind zu Gast in der Akademie Remscheid und geben dort in Workshops ihr Wissen und Können weiter. In 22 Veranstaltungen in den bergischen Städten Langenfeld, Mettmann, Remscheid, Solingen, Wülfrath und Wuppertal zeigen sie ihr Können. Oder besser gesagt: Sie lassen ihr Können hören.
Pressemitteilung der Bergischen Symphoniker
Für Dienstag, 22. Mai, Konzertsaal in Solingen, und Mittwoch, 23. Mai, Teo Otto Theater in Remscheid, jeweils um 20 Uhr, laden die Bergischen Symphoniker herzlich zu Ihrem 9. Philharmonischen Konzert ein. Auf dem Programm: Drei Werken von Antonín Dvořák. Zuerst sind zwei der zehn Legenden op. 59 die Nr. 1 und Nr. 6 zu hören; gefolgt von dem Lied ohne Worte. Anschließend spielen die Symphoniker „Taras Bulba“ von Leo Janáček. Der Titel der dreiteiligen symphonischen Rhapsodie bezieht sich auf Gogols Romanbearbeitung der ukrainischen Sage des Kosaken Taras Bulba, der nach erfolgreichem Kampf gegen die Polen den Heldentod fand. Nach der Pause spielt das Orchester zusammen mit dem jungen Cellisten Mark Schumann Dvořás Konzerts für Violoncello und Orchester in h-Moll. Es ist eines seiner berühmtesten Cellokonzerte und gehört zu den wichtigsten des Violoncello-Repertoires. Das Konzert dirigiert Dirk Kaftan, Generalmusikdirektor des Philharmonischen Orchesters Augsburg. Einführungsvorträge zu beiden Konzerten hält Ulrich Mutz jeweils um 19.15 Uhr. Karten für das Solinger Konzert sind erhältlich ab 15,60 Euro unter der Telefonnummer 0212 / 20 48 20 und für das Remscheider Konzert ab 18 Euro unter der Telefonnummer 02191 / 16 26 50.

Heute Nachmittag auf der „Trasse des Werkzeugs“: Bestes Wetter, um „auf der Hut“ zu sein. Denn zwischen der Kremenholler Straße und dem alten Bahnhof Vieringhausen hatten Musiker und Kleinkünstler viel zu bieten, wie diese kleine Fotoauswahl beweist. Und dass die Strecke gut bevölkert war – was sich in den Hüten der Kleinkünstler in barer Münze bemerkbar machte -, freute Stadtführerin Melanie Clemens besonders.
Ein Wort in eigener Sache

Mit dem Waterbölles ist die "Lothar und Ulrike Kaiser-Stiftung" verbunden (siehe „Stiftungsverzeichnis des Landes NRW"). Zusätzlich zu den Erträgen der Stiftung kommen auch die Einkünfte aus Werbung im Waterbölles in voller Höhe gemeinnützigen Zwecken zugute: Ein Werbebanner, das 52 Wochen lang (jede Woche einmal neu) erscheint - bei freier Wahl des Wochentages -, kostet 300 Euro, ein einmaliges Werbebanner zwölf Euro. Die Idee in anderen Worten: Wer ohnehin vor hat, einer gemeinnützigen Einrichtung in Remscheid 300 Euro zu spenden, tut dies über die Stiftung des Waterbölles und bekommt dafür 52 Werbebanner „geschenkt“.
Pressemitteilung des Kirchenkreises Lennep
Vom 11. bis zum 13. Mai finden in diesem Jahr die „Lenneper Cembalo-Tage“ das 7. Fest der Alten Musik und des Cembalos. Mit vier Konzerten mit renommierten Künstlerinnen und Künstlern, einem ein Meisterkursus und drei Workshops. Hinzu kommt am 19. und 20. Mai je ein „Nachklang-Konzert“ in Hückeswagen bzw. Solingen-Gräfrath. Das zweisprachige Motto des Festivals „Rencontres musicales – Musikalische Begegnungen“ deutet es an: Ein besonderer musikalischer Schwerpunkt wird in diesem Jahr auf der Begegnung und Gegenüberstellung von Musik französischer und deutscher Komponisten liegen. Außerdem kennzeichnet es den besonderen Charme dieses Musikfestes: anerkannte Profis und ambitionierte Laien, Studierende und Musikliebhaber, Instrumentenbauer und ein aufgeschlossenes Publikum aus der Region begegnen einander – eine genussreiche Begegnung mit der Welt historischer Tasteninstrumente und ihrer Musik! (Die Kirchenmusiker Heidemarie und Markus Fritz)
„Bei Grünflächen und öffentlichem Grün geht gar nichts mehr“, titelte der Waterbölles am 30. April, Zuvor hatte die Verwaltung klar gemacht, dass ihre jüngsten Sparvorschläge, die am 28. Juni auf der Tagesordnung des Rates der Stadt stehen, sich auf das Erscheinungsbild der Stadt negativ auswirken werden. Beispiel Grünflächen: „Reparaturen in den Anlagen müssen vernachlässigt werden, … Gehwege werden in Teilen nicht mehr frei geschnitten, Wegereparaturen werden weitgehend nicht mehr ausgeführt. … Die Reduzierung des Spielangebotes wird durch den Abbau nicht reparabler Geräte … weiter voranschreiten.“ Beispiel Straßen: „Für das Jahr 2013 werden keine Straßenunterhaltungsarbeiten und Tiefbauarbeiten für die Verkehrstechnik ausgeschrieben. An Gehwegen und Fahrbahnen (werden) nur noch Flickarbeiten zur Aufrechterhaltung der Verkehrssicherheit ausgeführt.“
Dass in der gegenwärtigen Finanzkrise, die die Stadt Remscheid mit erheblichen Einsparungen und mit Hilfe des „Stärkungspaktes“ des Landes meistern will (und muss), auch Kultureinrichtungen wie die Bergischen Symphoniker, die den einen lieb und den anderen zu teuer sind, zur Disposition gestellt werden, ist kein ortsbezogenes Phänomen. Das machte gestern Abend in der Denkerschmette Kulturdezernent Dr. Christian Henkelmann deutlich, indem er auf die großen Rheinmetropolen Köln, Düsseldorf und Duisburg verwies. Auch Köln leidet unter einer schwierige Haushaltssituation. Unklar ist bislang, mit welchen Zuschüssen das dortige Schauspielhaus für die im Herbst beginnende neue Spielzeit rechnen kann. Und deshalb lässt der neue Theaterspielplan auf sich warten. Noch schwieriger sei die Lage in Düsseldorf, berichtete Henkelmann weiter. Dort drohe aus finanziellen Gründen die “Opern-Ehe“ mit Duisburg zu scheitern. Seinen Duisburger Kollegen Karl Janssen zitierte Henkelmann mit den Worten, die Rheinoper sei zwar ein Erfolgsmodell, aber es müssten nun mal Millionen eingespart werden. Entweder man müsse in Duisburg die Rheinoper schließen oder viele andere Kultureinrichtungen in der Stadt.
In ähnlich misslicher Lage sieht sich der Remscheider Kulturdezernent: „Die Qualität der Bergischen Symphoniker ist unstrittig. Aber die Teilnahme der Stadt am Stärkungspakt des Landes ist ein Muss!" Darauf basiere der Vorschlag der Stadtverwaltung an die Politik, den Orchestervertrag mit der Stadt Solingen zu kündigen, um so wenigstens noch das Theater erhalten zu können. „Ein Theater ohne Orchester geht, ein Orchester ohne Theater geht gar nicht!“ Die Einsparungen in Millionenhöhe seien erforderlich, um nach langen Jahren endlich aus der Schuldenfalle herauszukommen. Henkelmann: „Der Stärkungspakt ist unsere letzte Chance!“ Sonst verbiete die Bezirksregierung auch künftig freiwillige Investitionen wie die Sanierung der maroden Bühnentechnik des Teo Otto Theaters.
Leider sei eine Fusion der Bergischen Symphoniker mit dem Orchester der Stadt Wuppertal von Wuppertal verworfen worden, fuhr Henkelmann fort. Es sei die einzige Chance gewesen, das Orchester – bei abschmelzender Zahl der Musiker – zu erhalten. „Ein ‚Weiter so!’ geht nicht. Das wird auch Wuppertal noch erkennen müssen!“ Derweil rüstet sich die Stadt für Gespräche mit Solingen, will dem Mitgesellschafter in der Orchester-GmbH womöglich anbietet, Anteile der finanzschwächeren Stadt Remscheid zu übernehmen. Henkelmann: „Aber diesen Gesprächs- und Verhandlungsauftrag muss die Verwaltung erst noch von der Politik erhalten – durch einen Grundsatzbeschluss in der Ratssitzung am 28. Juni.“ Wie der ausfallen wird, ist derzeit noch völlig unklar. Die internen Beratungen der Fraktionen über das juristisch abgesicherte Sparpaket der Oberbürgermeisterin haben gerade erst begonnen oder beginnen, wie bei der SPD, erst in der kommenden Woche.
Philipp Wallutat, Fraktionsgeschäftsführer der FDP in einer E-Mail an den Waterbölles: „Unsere Fraktionsberatungen und die Beratungen innerhalb der Gestaltungsmehrheit werden wir spätestens bis Anfang/Mitte Juni abschließen. Sofern sich neue Handlungsoptionen hinsichtlich der Zukunft der Bergischen Symphoniker ergeben, so werden wir uns natürlich mit ihnen beschäftigen.“ Im Übrigen sei den Äußerungen des FDP-Fraktionsvorsitzenden Wolf Lüttinger in der Pressekonferenz zum Haushaltssanierungsplan am 20. April ("Einsparung zu Lasten Dritter ist noch kein Rettungsplan!") nichts hinzuzufügen. Lüttinger hatte damals erklärt, von einem echten Einsparungskonzept des Orchesters könne keine Rede sein. Zu Gunsten des Orchesters den Theater-Etat von 800.000 Euro auf 400.000 Euro zu kürzen, sei für die FDP „kein akzeptabler Vorschlag. Das Orchester scheint gar keinen Rettungsplan zu haben!“ Der SPD-Fraktionsgeschäftsführer Martin Brink dazu auf Anfrage: „Ein Konzept des Orchesters liegt unserer Fraktion nicht vor. Die SPD-Fraktion hat dem Geschäftsführer der Bergischen Symphoniker ein Gesprächsangebot bezüglich der das Orchester betreffenden Maßnahme angeboten.“
Auf die Frage nach einem konkreten Sparvorschlag blieb Geschäftsführer Stefan Schreiner auch gestern in der Denkerschmette – wie an gleicher Stelle am 4. April beim Presseclub – die Antwort schuldig: “Die Situationsbeschreibung von Herrn Henkelmann ist richtig. Wir sind mit allen Beteiligten im Gespräch, um einen Konsens zu versuchen, mit dem alle leben können. Das ist ein schwieriger Weg, auf dem alle bereit sein müssen, offen und ehrlich ihr Teil beizutragen. Das setzt großes Verständnis voraus und keine verhärteten Fronten!“ Da war Kulturdezernent Dr. Henkelmann gestern schon deutlicher: „Wer den Theater-Etat halbieren will, hat das Theater gleich mit ruiniert!“
Die verhärteten Fronten waren auch in der gestrigen Diskussion unüberseh- und unüberhörbar. Auf der einen Seite die „Kultur-Lobby“ mit Generalmusikdirektor Peter Kuhn (der für sich das Recht auf Emotionen reklamierte, wie sie auch die Musik vermittele), Geschäftsführer Stefan Schreiner, Martin Haunhorst, zweiter Konzertmeister bei den Bergischen Symphonikern, und Dr. Walter Spelsberg, langjähriges Vorstandsmitglied der Remscheider Orchesterfreunde. Und auf der anderen Seite als realistischer „Finanz-Politiker“ Roland Kirchner, der Fraktionsgeschäftsführer der W.i.R. („Ich stehe zum Stärkungspakt ohne Wenn und Aber!“) Linke, SPD und FDP waren gestern nicht vertreten. Die Meinung des CDU-Kreisvorsitzenden Jens Nettekoven zum Stärkungspakt blieb unklar, und Beatrice Schlieper von den Grünen wollte sich zum jetzigen Zeitpunkt noch nicht festlegen. Zu Gunsten des Orchesters klar Position bezogen haben bislang lediglich die Fraktion der Linken und der CDU, erst kürzlich noch einmal der CDU-Fraktionsvorsitzende Jochen Siegfried und Fraktionsvorsitzenden und der kulturpolitischen Sprecher Karl-Heinz Humpert. „Die bergischen Symphoniker sind unverzichtbar für die Kulturlandschaft in Remscheid und Solingen!“, hatten sie im Anschluss an ein Gespräch mit der CDU-Spitze im Rat der Stadt Solingen betont.

Vom Sparzwang der Stadt Remscheid war da keine Rede. Ebenso wenig gestern bei Dr. Walter Spelsberg. Er wiederholte seine frühere Forderung aus dem Presseclub, die Verwaltung müsse erst einmal beim eigenen Personal sparen, und hielt Roland Kirchner entgegen: „Kultur war noch nie ein Konsumgut für die Massen!“ Kirchner hatte zuvor den anwesenden Orchestermusiker erklärt: „Remscheid verdient Sie nicht.“ Weil die Stadt das Geld für das Orchester nicht „verdiene“, spricht einnehmen könne. Oder glaube jemand ernsthaft, eine Erhöhung der Grundsteuer B um 50 Punkte gleich 20 Euro pro Einwohner, mit der das Orchester dann finanziert werden könnte, ließe sich tatsächlich durchsetzen?! Die W.i.R. habe schon vor sechs Jahren vor der finanziellen Katastrophe gewarnt und ein „Bürgerorchester“ vorgeschlagen, getragen von Sponsoren über einem privaten Verein.
Doch auf diesem Ohr waren die Orchesterfreunde taub. Und so wurde denn knapp drei Stunden lang klassisch aneinander vorbei geredet, unterbrochen von gepflegter, meist beschwingter Kaffeehausmusik aus einer Zeit, so Martin Haunhorst, „als man noch glaubte, alles werde gut“.
Waterbölles-Kommentar

Im Waterbölles stand schon einige Male zu lesen: „Bitte mehr Zivilcourage! Davon lebt eine Demokratie. Duckmäusertum hatten wir in der ersten Hälfte des vorigen Jahrhunderts mehr als genug.“ Dass ich diese Bitte jetzt ausgerechnet im Zusammenhang mit Berichten und Kommentaren zur Zukunft der Bergischen Symphoniker wiederholen musste, hätte ich nicht gedacht. Seltsam auch, dass sich an der Diskussion häufiger als sonst Personen mit schnell einzurichtenden E-Mail-Adressen ohne Anbindung an eine Homepage beteiligen, deren Namen im Remscheider Telefonbuch nicht zu finden sind. Im Übrigen: Auch und gerade Freunde der Kultur sollten in der Argumentation und Debatte um die Zukunft der Bergischen Symphoniker ein gewisses Niveau nicht unterschreiten. Vorwürfe gegenüber einzelnen Personen führen zu nichts.
Wer in Remscheid an Kultur im Allgemeinen und den Bergischen Symphonikern im Besonderen interessiert ist, erwartet von den Ratsfraktionen ein klares Wort. In den vergangenen Tagen war einige Male von einem Gegenvorschlag des Orchesters die Rede. Von einem schriftlichen Vorschlag ist nichts bekannt. Die Öffentlichkeit ist weiterhin auf Vermutungen und Spekulationen angewiesen. Gibt es einen Orchestervorschlag, über den in den Fraktionen schon jetzt beraten wird? Oder erst nach der Landtagswahl? Mir erscheint das Thema für eine interne Klientel-, um nicht zu sagen Klüngel-Politik zu wichtig zu sein. Hier ist Transparenz weit mehr gefragt als bei vielen anderen, weniger bedeutenden Maßnahmen des jüngsten Sparpakets der Verwaltung. Hier müssen – losgelöst von Emotionen und Befindlichkeiten - Zahlen und Fakten sprechen. Es wäre schön, wenn sich die Remscheider Ratsfraktionen daran ebenso beteiligen würden wie die Remscheider Orchesterfreunde, Generalmusikdirektor Peter Kuhn, Geschäftsführer Stefan Schreiner sowie Vorstand und Betriebsrat der Bergischen Symphoniker - in aller gebotenen Sachlichkeit und Offenheit und ohne bedeutungsschwangere Worthülsen. Statt dessen Schweigen im Walde!
Die in den Printmedien und auch im Waterbölles teilweise allzu emotional geführte Debatte ist nicht hilfreich. Will das Orchester erst genommen werden, muss es sich daran ebenfalls halten – und den Parteien und der Verwaltung endlich einen konkreten Lösungsvorschlag machen. Gestern Abend, als in der Denkerschmette Orchestermusiker im Stile eines Salonorchesters gekonnt musizierten und zwischendurch vor und mit einem guten Dutzend interessierter Bürger/innen (mehr leider nicht; die Lobbyisten, Kommunalpolitiker und Pressevertreter nicht mitgezählt) lebhaft über das in ihren Fall juristisch abgesicherte Sparpaket der Verwaltung und ihre bedrohte Zukunft diskutierten, blieben alle Verfechter des Orchesters – wieder einmal – nebulös, unkonkret, moralinsauer und lamoyant. Das aber bringt die Bergischen Symphoniker keinen Schritt weiter, das schadet ihnen nur. (Dem Kommentar zur gestrigen Veranstaltung wird im Laufe des Tages noch ein Bericht folgen)
Pressemitteilung der Stadt Remscheid
Vom 18. Mai bis zum 9. Juni wird in der Remscheider Zentralbibliothek eine kleine Ausstellung mit privaten "Schätzen" aus Quimper und Umgebung gezeigt. Die Exponate stammen alle aus Familienbesitz und wurden von Bürgerinnen und Bürgern aus Quimper und Umgebung zur Verfügung gestellt. Neben historischen Kostümen, Gebrauchsgegenständen aus Porzellan und Keramik, Stickarbeiten und Kuriositäten werden auch alte Fotos zu sehen sein. Diesen kleinen Einblick in bretonische Alltagskultur ermöglicht der Partnerschaftsverein Remscheid-Quimper mit Hilfe seiner französischen Gäste, die vom 16. bis zum 20. Mai Remscheid besuchen. (Zentralbibliothek, Scharffstraße 4-6, geöffnet Di, Do, Fr, Sa von 10 bis 12 Uhr und Di, Mi, Do, Fr von 14 bis 19 Uhr). (Büro der Oberbürgermeisterin)
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Zur Vorgeschichte
"Ein von der Remscheider Ratsmehrheit aus SPD, FDP und Grünen in Auftrag gegebenes Rechtsgutachten liegt der dortigen Verwaltung vor. Es befasst sich mit Auflösungsszenarien für das Orchester. Geprüft wurde dabei, ob die Stadt den Gesellschaftervertrag als Trägerin der Bergischen Symphoniker einseitig aufkündigen kann. Und offenbar ist das möglich", berichtete das Solinger Tageblatt am 28. März. Das war aus heutiger Sicht eine recht großzügige Interpretation der Tatsachen. Zwar hatte, wie Sven Wiertz, Persönlicher Referent der Oberbürgermeisterin dem Waterbölles am 5. April bestätigte, die Oberbürgermeisterin eine Rechtsanwaltssozietät beauftragt, zur Frage der Möglichkeiten eines Ausstiegs der Stadt Remscheid als Gesellschafterin eine Rechtsauskunft zu geben. Allerdings erfuhren die Mitglieder des Ältestenrates erst am 17. April – und lediglich mündlich –, zu welchen Erkenntnissen die Remscheider Rechtsanwälte Oliver Teubner und Dr. Christof Heußel gekommen waren. An diesem Abend wurde vereinbart, den Fraktionen die juristischen Bewertungen des Gesellschaftervertrages zwischen den Städten Solingen und Remscheid über die Bergischen Symphoniker auch schriftlich zukommen lassen.
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Die angeforderte schriftliche Rechtsauskunft der Remscheider Rechtsanwälte Oliver Teubner und Dr. Christof Heußel vom 3. Mai, ob die Stadt den Vertrag mit der Stadt Solingen über die GmbH als Trägerin der Bergischen Symphoniker einseitig aufkündigen könne, hat die Stadtverwaltung heute auf ihrer Internetseite veröffentlicht - zusammen mit weiteren Dokumenten. Sie reagierte damit offensichtlich auf einen Bericht der Bergischen Morgenpost, in dem es unter der Überschrift „Orchester-Kündigung birgt Risiken“ heißt: „Ob die Kündigung (Anm.: des Vertrages) vor Gericht Bestand haben würde, ist … keineswegs sicher.“ Das sei das Fazit der zehnseitigen Rechtsauskunft, so die BM weiter. Tatsächlich heißt es in der Stellungnahme von Teubner und Heußel: „Der Stadt Remscheid ist es möglich, sich nötigenfalls auch durch einseitiges Handeln von den finanziellen Verpflichtungen im Zusammenhang mit der Bergischen Symphoniker (BS) GmbH zu lösen. Dabei ist jedoch zu berücksichtigen, dass - sollte es zu einer gerichtlichen Auseinandersetzung über die Nichtigkeit des Gesellschafterbeschlusses oder das Vorliegen eines ein Austrittsrecht begründenden wichtigen Grundes kommen - stets eine richterliche Würdigung des Einzelfalls erfolgt, deren Ergebnis nicht mit Sicherheit vorhergesagt werden kann.“ Weitere Kernaussagen der Juristen:
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„Der Gesellschafterbeschluss vom 15.5.1996, welcher faktisch eine unbeschränkte Nachschusspflicht der Stadt Remscheid als Gesellschafterin der Bergische Symphoniker GmbH begründet, dürfte unwirksam sein. (…) Die Stadt Remscheid kann sich vor diesem Hintergrund mit Aussicht auf Erfolg auf die Nichtigkeit des die Zahlungsverpflichtungen begründenden Gesellschafterbeschlusses berufen.“
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„Der Gesellschaftsvertrag der BS GmbH sieht unmittelbar kein vertragliches Kündigungs- oder Austrittsrecht vor; der Vertrag enthält keine Regelungen über die einseitige Beendigung der Gesellschaft. (…) Eine ‚ewige’ Bindung an die Gesellschaft bei gleichzeitig zeitlich und in der Höhe unbegrenzten Zahlungspflichten (ist) unzumutbar.“
Nachfolgend dokumentiert der Waterbölles das Schreiben der Rechtsanwälte an Oberbürgermeisterin Beate Wilding:

Nicht geradlinig verlief die Geschichte des Remscheider Theaters, das als städtische Einrichtung seit 1919 existierte. Mehrmals dirigierte der Rotstift der Sparkünstler im Rathaus die Kulturarbeit wirkungsvoller als die Intentionen des Intendanten.Obwohl die Musenherrscher schon mit dem publikumsträchtigsten Genre, der Operette, lockten, blieb das Theater in einem Maße von Subventionen abhängig, dass es den verantwortlichen Stadtverordneten 1931 angezeigt erschien, das »Faß ohne Boden« ganz in die Ecke zu stellen, das heißt, das eigene Ensemble aufzulösen. Vor knapp 81 Jahren, am 27. Mai 1931, in der Zeit der größten Wirtschaftskrise, die mit lang anhaltender Arbeitslosigkeit einherging, verabschiedeten sich Sänger und Schauspieler von ihrem Remscheider Publikum mit einer bunten Szenenfolge. Der Reinertrag des Abends war für das Personal bestimmt. Der Eintrittspreis war den Zeiten angemessen und lag zwischen 50 Pfennig und drei Mark. Das damals noch existierende Warenhaus Tietz, der spätere Kaufhof, hatte den Vorverkauf inne.
Mit der Entlassung des künstlerischen Personals war das Theaterleben in Remscheid nicht gänzlich zu Ende. Intendant Müller-Multa blieb als eine Art städtischer Impresario und organisierte die fälligen Gastspiele aus Wuppertal. Die Städtischen Bühnen der ebenfalls 1929 durch Zusammenlegung von Elberfeld und Barmen sowie Eingemeindung von Ronsdorf, Cronenberg und eines Teils von Lüttringhausen entstandenen bergischen Metropole standen damals unter der Leitung des Intendanten Maurenbrecher. Die Wuppertaler kamen und brachten das gängige Opern- und Operettenrepertoire. Müller-Multa schneiderte die Inszenierungen für Remscheider Bühnenverhältnisse zurecht. Im Schauspiel, am ehesten ein Spiegel der Zeit, gab es »Die Geschwister« von Goethe, Calderons »Das Leben ein Traum«, Hebbels »Judith«, Zuckmayers »Hauptmann von Köpenick«, schließlich solche Eintagsfliegen wie »Juwelenraub in der Kärntner Straße« von Fodor und »Der Mann aus dem Kaffernlande« von Glasenapp. Im Übrigen mussten die Remscheider immer zu gutem Besuch angehalten werden, andernfalls, so hieß es, müsse das Theater ganz geschlossen werden. 1933 änderte sich das wie so vieles. Theater wurde jetzt auch Mittel zum Zweck, zur Erziehung des Volkes im neuen Geist. Unwillkommene Autoren, jüdische zumal, durften nicht mehr gespielt werden, wohl aber Werke aus der Feder der Angepassten.
Inzwischen leben die Remscheider von der Substanz. Die Einzahlungen bei der Sparkasse überschreiten die Auszahlungen kaum noch. Viele sind gezwungen, ihre Notgroschen anzugreifen. Fürs Vergnügen bleibt wenig. Immerhin die Kinos, seit kurzem mit der Attraktion des Tonfilms. Sie locken mit »Pat und Patachon auf dem Pulverfass«, einer Klamotte der beiden Skandinavier Karl Schenkström und Harald Madsen. Harry Liedtke bezaubert die Frauen im »Donauwalzer«, Conrad Veidt begeistert die Männer in »Die letzte Companie«, und das alles spielt sich im »Lichtspielpalast Stachelhauser Straße«, im »Tempo 1« und »Tempo 2« sowie im »Modernen Theater« ab.
Das Musikleben in Remscheid wurde durch zwei wesentliche Faktoren bestimmt: durch die intensive Pflege des Männergesangs in zahlreichen Chören, die zum Teil schon seit dem 19. Jahrhundert existierten, und durch das Städtische Orchester, das im Jahre 1925 durch Oberbürgermeister Dr. Walther Hartmann gegründet worden war. Ein Jahr später wurde ein Städtisches Musikamt eingerichtet, das 1927 aus der Hand Karl Selves an Dr. Felix Oberborbeck überging. Er führte das Orchester auf beachtliche Höhe, doch mit den künstlerischen Erfolgen konnten die wirtschaftlichen nicht Schritt halten. Die miserable Haushaltslage der Stadt führte 1931 nicht nur zur Auflösung des Theaterensembles, sondern auch des Orchesters. Wenn es trotzdem gelang, die vorgesehenen Konzerte durchzuführen, dann nur deshalb, weil die Musiker unter teilweise erheblichen Opfern zusammenblieben und als »ehemaliges Städtisches Orchester» weiterwirkten. Hin und wieder half eine Behörde: das Arbeitsamt. Die arbeitslosen Musiker mussten es sich zwar gefallen lassen, als »Arbeitsamtsorchester« bezeichnet zu werden, konnten dafür aber alle Abonnementskonzerte, Kammermusikabende und Jugendkonzerte spielen. 32 Musiker und die pro Konzert mehr als 700 Remscheider machten es möglich. Diese Hilfskonstruktion dauerte analog zur Theatersituation bis 1933. Oberborbeck, der Mann, der Remscheids Musikleben seit 1925 maßgeblich bestimmt hatte, verließ die Stadt 1934. Es dauerte eine Zeit, ehe die Lücke, die sein Weggang hinterließ, geschlossen werden konnte. - Kaspar Wittkop (1862-1936), (im Foto oben links) ursprünglich Sägenschmied, war Dichter volkstümlicher Lieder und Vertoner seiner Schöpfungen mit den ‚Sängern van der Beek (Foto)’. Wittkop war ein Original. Er dirigierte die Darbietungen seines Gesangvereins mit einer Gerte, die er sich aus einer Stechpalme schnitt, der sogenannten »Hölsenschmicke«
Remscheids Kirmes ist ein so tief im Volksempfinden eingewurzeltes Vergnügen, dass daran trotz aller Not nicht gerüttelt wird. 1931 waren an Neuigkeiten die Motorradfahrer an der Todeswand, Nervenkitzel für 20 Pfennig, und die Revue der Geschwister Ackermann zu verzeichnen. Ein ehemaliger Hippodrombesitzer ließ seine vier Töchter, die bis vor kurzem noch Sterne des Essener Opernballetts gewesen waren, auf der Kirmes auftreten. Sagte Vater Ackermann. Zeichen der Zeit oder geschickter Werbegag? Das Hippodrom, nun unter neuer Leitung, fehlte nicht. Schreibt die Lokalzeitung: »Die Liliput-Pferdchen sind immer noch so klein wie früher, und der Vollbart des Besitzers hat sich auch nur in der Farbe geändert.« Doch Kino und Kirmes bringen nur kurzfristige Ablenkung, die Not will nicht weichen. In Remscheid bastelt man an einer Winternothilfe. Der Remscheider General-Anzeiger macht praktische Vorschläge, Gutscheine für Mittagessen an die Bedürftigen auszugeben, Wettbewerbe für Arbeitslose mit Preisverteilung, Lebensmittelpakete für Alleinstehende, Milch und Kakao für Schulkinder. Trotz allem wird der Winter 1931/32 schlimm. (aus: „Remscheid so wie es war 2“, von Dr. Gerd Courts, erschienen im Droste Verlag, Düsseldorf, im Jahre 1978.)
 Pressemitteilung der Stadt Remscheid
„Auf der Hut“ sollten Sie am Sonntag, den 13. Mai, zwischen 14 und 17 Uhr auf der Trasse des Werkzeugs sein! Denn zwischen der Kremenholler Straße und dem alten Bahnhof Vieringhausen erwarten Sie an diesem Tag bereits zum fünften Mal Remscheider Stadtführer, Musiker und Kleinkünstler mit Geschichten und Geschehen. Landet Ihre Münze im Hut, erwecken Sie die phantasievollen Gestalten zum Leben! Hinter den zehn Hüten verbergen sich dieses Mal folgende Akteure:
Lesung klingt nach ruhiger Stimmung und großer Literatur. Wer jedoch im Februar in der Klosterkirche Zeuge wurde, wie Sascha Thamm innerhalb von fünf Minuten die Zuhörer aus den Sitzen gerissen hat, der weiß, dass Lesung auch richtig rocken kann und die Hörerschaft lachend unter den Sitzen liegt. Der Remscheider stand 2010 und 2011 im Finale der NRW- Meisterschaft im Poetry Slam, und nun liest er auf der Trasse des Werkzeugs über Schrottsammler, Baumstachler und Lagerfeuer-Experimente an der Bever...
Lediglich mit seiner Akkustikgitarre "bewaffnet", sorgt Holger Brinkmann mit akkustischem Blues, Soul und Rock für eine gefühlvolle Zeit, egal, ob Eigenkomposition oder Coversong. „Auf der Hut und von der Rolle“ ist die (be)zaubernde Putzfrau Wilhelmine, mit Clown & Klon Transporten und mit der pantomimischen Big-Band HASTE TÖNE. Melanie Clemens präsentiert auf der Trasse wieder die fleißigen Helfer des Alexanderwerks. In einem Quiz können die Spaziergänger ihr Wissen um die alten Haushaltsmaschinen unter Beweis stellen. Das alte bergische Spiel Pöhlsches`schieten wird von dem jungen Team MFMLM präsentiert. Mitmachen erwünscht! Hakan Eren leitet eine Jonglage & Clownerie-Gruppe in der "Welle". Er bringt von dort am 13. Mai nicht nur sein Material, sondern auch ein paar Kinder mit und veranstaltet eine Mitmach-Aktion. Jeder junge und jung gebliebene Mensch ist herzlich eingeladen, bei Hakan und den kleinen Clowns mitzumachen!
Nicht nur grob, sondern auch fein schnitzt Benjamin Antrecht mit der Motorsäge aus Stammabschnitten Figuren! Es entstehen Pilze, Stühle, Adler und Bären! Mit Altbewährtem ist „Spielwaren Schabernack“ wieder mit dabei: Jonglieren, Spielen, Seifenblasen für Jung und Alt. Und Gitarrenbauer Knut Reiter stellt handgefertigte Instrumente vor und spielt sie auch. Das Duo StringTyme widmet sich der amerikanischen Folkmusik. Stücke aus den Genres Bluegrass, Country, Western Swing und Blues werden mit zweistimmigem Gesang dargeboten und gekonnt mit Fiddle, Mandoline, Gitarre und Dobro instrumentiert.
Stärkung für den kleinen oder großen Hunger gibt es nach den starken Eindrücken auf der Trasse an Winni`s Brutzelbude. Alle Beteiligten freuen sich auf die großen und kleinen Besucher. Für Geocaching-Fans hat Melanie Clemens speziell am Veranstaltungstag einen „Nano“ versteckt! Wer sich auf die Suche begeben will: N 51°10.867`, E 007°09.949`. (Bei Dauerregen fällt die Veranstaltung leider aus!) (Büro der Oberbürgermeisterin)
Pressmitteilung der Stadt Remscheid
Der "Reiz der Herausforderung" zeichnet die Acryl-Bilder der Remscheider Malerin Edda Groß aus. Ihre Werke können vom 4. Mai bis zum 4. Juni auf den Fluren des Remscheider Rathauses während der Öffnungszeiten (montags bis donnerstags von 8 bis 18 Uhr und freitags von 8 bis 16 Uhr) besichtigt werden. Die Ausstellung wird am Freitag, 4. Mai, um 18 Uhr im Foyer der 2. Etage offiziell eröffnet. Interessierte sind hierzu herzlich eingeladen. (Büro der Oberbürgermeisterin)
von Thomas Brützel
zu: „"Einsparung zu Lasten Dritter ist noch kein Rettungsplan!"
Vielleicht sollte man noch einmal betonen, dass nicht die Qualität und die Leistung des Orchesters das Thema ist, sondern die Finanzlage der Stadt Remscheid. Es bleibt unbestritten, dass das Orchester eines der wirtschaftlich effizientesten Orchester ist mit einer hervorragenden Kulturarbeit. Es hat nur ein Problem: Es hat den falschen Eigentümer! Denn die Stadt Remscheid ist pleite. Genau deswegen haben W.i.R. ja versucht, eine Debatte um die Möglichkeiten alternativer Finanzierungen zu führen – um die Bergischen Symphoniker zu retten, weil die heutige Diskussion vorhersehbar war. Damals wurde diese Diskussion verweigert. Und ich würde gerne einen guten Rat geben: Wer das Orchester wirklich retten will (und W.i.R. würde es gerne), muss endlich eine Debatte annehmen, wie alternative Finanzmittel gefunden werden können. In diesem Zusammenhang möchte ich zwei Dinge nennen, die mir sauer aufstoßen: Zum einen habe ich keinerlei Verständnis für Protestbriefschreiber aus Wermelskirchen, Radevormwald und Hückeswagen (oft auch dort ansässige Gewerbesteuerzahler), die die Remscheider Politik bedrängen. Die sollten zunächst einmal ein Bürgerbegehren in ihrer Stadt starten, damit die sich an den Bergischen Symphonikern beteiligt. Oder – eine Alternative – diese Unternehmer sollten ihren Gewerbestandort nach Remscheid verlegen! Zum anderen bin ich echt angewidert, dass kaum jemand von denen, die sich heute vehement für das Orchester einsetzen, sich genauso für die Jugendmusikschule eingesetzt hat. Das macht die Betonung der Schularbeit des Orchesters (die ich toll finde) in der öffentlichen Diskussion schon ziemlich unglaubwürdig!
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Auch ein „Schaufenster-Suchspiel“… … gehört in diesem Jahr wieder zur Röntgen-Festwoche. Es gilt, die laufenden Nummern der Bilder den jeweiligen ausstellenden Geschäften zuzuordnen. Alle Teilnahmebögen mit 50 und mehr richtigen Lösungen nehmen an der Verlosung der Gewinne teil. Bögen mit 100 und mehr richtigen Lösungen kommen zusätzlich in eine Sonderziehung. Zahlreiche Lenneper Gewerbetreibenden haben Sachpreise und Gutscheine gestiftet, darunter einen Tandem-Fallschirmsprung über dem Flugplatz Radevormwald. Die Gewinner beim Lenneper Stammtisch am 31. Mai um 19 Uhr in der Gaststätte „B3-Lounge“, Berliner Str. 3, bekannt gegeben. Teilnahmeschluss ist der 16. Mai.
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Wer alte Autos liebt, hat am Samstag, 12. Mai, die Qual der Wahl. Wo soll er sich die 126 Oldtimer bis Baujahr 1982 näher ansehen, die an diesem Tag an der 12. „Röntgen-Classic“ der Landesgruppe NRW im Deutschen Automobil-Veteranen-Club (DAVC) teilnehmen? Beim Start um 8.30 Uhr am Tenter Weg, am Nachmittag gegen 14.30 Uhr, wenn die Wagen von der 160 Kilometer langen Fahrt durch das Bergische Land (bis nach Köln und Düsseldorf) zurückgekehrt sind, auf dem Parkplatz des Möbelhauses Knappstein an der Neuenkamper Straße oder ab 15.30 Uhr auf dem für die Oldtimer eigens freigeräumten Gelände des Autohauses Kaltenbach an der Borner Straße? Keine Zeit am Samstag? Dann hat Friedhelm Steinhaus, der Präsident der DAVC-Landesgruppe, noch die Oldtimer-Schau am Vorabend ab 18 Uhr auf dem Alter Markt im Angebot. Eine gute Gelegenheit, den alten Schätzchen auf vier Reifen auch mal unter die Motorhaube zu gucken. Bei Live-Musik mit Dr. Mojo, „deftigen Speisen und zünftigen Getränken“, wie es im Programm der diesjährigen Röntgen-Festwoche heißt, die Thomas Schmittkamp und Dr. Gerhard Wollnitz vom Verein Lennep Offensiv e.V. in dieser Woche präsentierten. An Oldtimern wird es auch am 11. Mai in Lennep nicht mangeln. Denn für sie es heißt an diesem Tag ausnahmsweise: „Freie Fahrt bis auf den Alten Markt!“ Friedhelm Steinhaus: "Die 'Röntgen-Classsic' wird von Jahr zu Jahr bekannter und beliebter!"
Eröffnet wird die Röntgen-Festwoche auch in diesem Jahr wieder mit der „Röntgen-Party“ in der Klosterkirche. Thomas Schmittkamp ist sicher: „Es wird ein ‚volles Haus’!“ Denn was der „Bürgerempfang“ für die Bezirksvertretung Lennep ist, ist diese Party für Lennep Offensiv – eine gute Gelegenheit, mit Vertretern von Parteien, Verwaltung, Vereinen, Verbänden und interessierten Bürgern ganz allgemein ins Gespräch zu kommen über „die neuesten Entwicklungen und Projekte in Lennep“. Sie alle werden an diesem Abend „himmlisch-irdische Geschichten über die Menschen, die Religion und die Leichtigkeit des Seins“ hören. Denn auf der Bühne steht dann „'ne bergische Jung“, der bekannte Karnevalist und Diakon Willibert Pauels. Mit dabei auch Martin Kuske („Too Saxy“) mit seinem Saxophon. Karten von Preis von zehn Euro gibt es im Vorverkauf in der Klosterkirche und diversen anderen Stellen in Lennep.
Noch ein paar andere Programmpunkte gefällig? Die Stadtteilbibliothek stellt aktuelle Literatur über Lennep und Röntgen vor. „Lennep trifft sich“ ist am Sonntag, 6.Mai das Bühnenprogramm im Augusta-Hardt-Heim überschrieben (12 bis 19 Uhr), Harald Blondrath lädt als „Herr Röntgen“ für den 8. Mai zu einer Stadtführung ein und Dr. Wilhelm R. Schmidt für den 11. Mai zu einer weiteren, die der alten Firma Wender & Dürholt gewidmet ist, und am 9. Mai bietet Ulrich Hennig, Direktor des Röntgen-Museums, eine kostenlose Sonderführung bei ermäßigtem Museumseintritt. Nachfolgend das komplette Programm, von dem sich Lennep Offensiv einen regen Zuspruch verspricht:
„Als Jugendlicher (Lenneper) fuhr ich in den 1950er und noch in den 1960er Jahren oft und gerne nach Remscheid, um Kunst-Ausstellungen und -Vorträge im Stadttheater zu besuchen. Vom damaligen Kulturreferenten Heinz Roux kuratiert, fanden dort, in mehreren Ausstellungsräumen auf der 1. Etage, bemerkenswerte, sogar internationale Ausstellungen statt. Ab 1972 erfuhr dieser Ausstellungsort eine Neuerung: die jährlich im Mai stattfindende Remscheider „Maiausstellung“ des Berufsverbandes Bildender Künstler (Berg. Land). Leider wurden die Ausstellungsräume schon zu Beginn der 80er Jahre durch Umbauten anderen Zwecken (Notenarchiv u.a.) zugeführt. Der in den 70er Jahren installierte Kunstbeirat, ein Unterorgan des Kulturausschusses, wurde bald danach aufgelöst. Es dauerte nicht lange, bis Remscheids Image im Bergischen Land als kunstfeindlich galt, denn in den Nachbarstädten Solingen und Wuppertal gab es unter anderem durch eigene Kunstmuseen ein größeres, besseres Kulturangebot. Bemühungen, das Remscheider Kulturangebot wieder zu verbessern, gestalteten sich sehr schwierig. Erst 1992 gelang es, den seit Anfang der 1970er Jahre gehegten Traum von einer „Städtischen Galerie“ zu verwirklichen. Der Trick, mit dem dies gelang, hieß „Begegnungsstätte“. Mit dieser Deutung ließ sich ein Landeszuschuss von 1,5 Millionen Mark nach Remscheid holen.
Städtische Galerien haben einen besonderen Status. Im Gegensatz zu privaten Galerien befinden sie sich quasi nicht auf dem Kunstmarkt und vermitteln zeitgenössische Bildende Kunst als Bildungsaufgabe und nicht in kommerzieller Absicht. Wegen ihres in qualitativer Hinsicht guten Rufes sind sie als Ausstellungsorte bei Besuchern geschätzt und bei Künstlern, besonders den jüngeren, begehrt. So wuchs auch das junge Remscheider Pflänzchen in 20 Jahren zu einer bundesweit anerkannten Institution - und dank des gegenwärtigen Leiters Oliver Zybok auch zur kostengünstigsten in Deutschland. (…) Diese Einrichtung soll nun - sogar vor Ablauf der Landesmittelbindung im Jahre 2017 - bereits Ende 2014 schließen, also trotz einer dann fälligen Rückerstattung der restlichen Landesmittel von jährlich 30.000 Euro und selbst dann, wenn bis dahin noch keine Käufer für die beiden Häuser gefunden sein sollten. Ohne neue Eigentümer wird das so schon geringe Einsparpotenzial noch niedriger sein als prognostiziert, da Kosten verursachende Vorkehrungen zur Klimatisierung der Häuser getroffen werden müssten, um sie vor völligem Verfall zu bewahren.
Ein gewisser Sanierungsbedarf besteht bereits heute, weil die Stadt Remscheid ihrer Pflicht zur baulichen Unterhaltung der beiden denkmalgeschützten Häuser nicht mehr ausreichend nachgekommen ist. Da der Gebäudeunterhaltungsetat ebenfalls erheblich reduziert werden soll, kann man sich vorstellen, wohin das alles führt.“ (Zitate von Klaus Küster, Ratsmitglied der Linken, aus der gestern veröffentlichten Maiausgabe des „Standpunkts“, die seine Partei als pdf-Datei per E-Mail vertreiben.)
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