Skip to content

Anzeige

Bau-Innung Remscheid Innung für elektrotechnische Handwerke Remscheid Fachinnung für Metall- und Graviertechnik Innung für Sanitär- und Heizungstechnik Remscheid
Dachdecker-Innung Remscheid Friseur-Innung Remscheid Maler- und Lackierer-Innung Remscheid Kraftfahrzeughandwerk Remscheid

"SAM", der neue Service des Werkzeugmuseums

Das Deutschen Werkzeugmuseums hält für ermüdete oder gehbehinderte Besucher/innen einen neuen Service parat: Künftig können sie am Eingang einen Rollstuhl leihen und sich von jemand anderem – einem Verwandten, Bekannten oder einem anderen hilfsbereiten Besucher – durch die Ausstellung schieben lassen. Der leichte Rollstuhl mit Sicherheitsgriff, der das Gefährt im Bedarfsfall schnell stoppen lässt, wird unter dem Namen "SAM" („Sit and more - Sitz und mehr") von der Wermelskirchener Provita Medical GmbH & Co. KG speziell für den Einsatz in Flughäfen, Altenheimen, Museen und Einkaufszentren angeboten. Und Museumsdirektor Dr. Andreas Wallbrecht hielt die Anschaffung für das Werkzeugmuseum (und später auch für Haus Cleff) für sinnvoll, weil er bei seinen anderthalbstündigen Führungen die Erfahrung gemacht hatte, dass vor allem ältere Besucher sich nach einer gewissen Zeit nach einem Platz zum Ausruhen sehnen – und danach fragen.

Archiv der Deutschen Museen soll umziehen

Remscheid beherbergt - was für die Remscheider nichts Neues ist – gleich zwei Museen, die das „Deutsch“ im Namen tragen: Das Deutsche Werkzeugmuseum im Ortsteil Hasten und das Deutsche Röntgen-Museum in Lennep. Weniger bekannt dürfte sein, dass beide Museen zurzeit gemeinsam eine ca. 1.600 Quadratmeter große ehemalige Fabrikhalle in Radevormwald-Dahlerau an der Wupper als Museumsarchiv nutzen, nicht weit entfernt Textilmuseum Wülfing. Die Halle beherbergt unzählige Röntgenapparaten und -zubehörteile bzw. Maschinen zur Metallverarbeitung und Interieur von Haus Cleff, das zur Sanierung ausgeräumt werden musste. Alles Dinge, die (noch) nicht reif sind für eine Präsentation in den öffentlichen Museumsräumen oder die dorthin eines Tages zurückkehren sollen.

Dem Waterbölles stellten Dr. Uwe Busch, der Leiter des Röntgen-Museums, und Thomas Judt, Chef des städtischen Gebäudemanagements, die vielen „Schätze“ vor. Dazu gehören rund 800 sorgsam verpackte gläserne Röntgen-Lampen in allen Größen und ein großes Regal voller alter Röntgenfilme im 16-Millimeter-Format, die darauf warten, digitalisiert zu werden, vor allem aber 400 bis 500 Objekte, deren Transport eines belastbaren Hubladers bedarf. Denn sie wiegen zwischen 100 Kilogramm und 15 Tonnen.

Dass die Museumsstücke im  engen Tal der Wupper wegen der dortigen hohen Luftfeuchtigkeit und Temperaturschwankungen nicht optimal untergebracht sind, hat inzwischen ein Experte des Landschaftsverbandes Rheinland der Stadt Remscheid bescheinigt. Und deshalb gab die Politik grünes Licht für die Suche nach einer neuen Lagerhalle, möglichst im Stadtgebiet. So richtig fündig ist man aber leider noch nicht geworden.

41. Wochenrückblick vom 7. bis 14. Januar 2018

Dezember 2008: Der Waterbölles blättert zurück

Einen Architekten-Wettbewerb zwecks "gehobener Gastronomie" startete vor zehn Jahren die Solinger  Lebenshilfe e.V., nachdem sie das traditionsreiche Ausflugslokal unter der Müngstener Brücke gekauft hatte,  in dem zuletzt die Diskothek „Exit“ befand. Bei dem Wettbewerb ging es auch um die Frage, ob umgebaut werden kann oder abgerissen werden muss. Die Antwort dürfte allgemein bekannt sein...

Peter Maar, der Vorsitzende des Heimatbundes Lüttringhausen, bei der Laudatio für Renate Roessberg und ihren Bruder Stephan Hundt. Foto: Lothar Kaiser  Die  Goldene Ehrennadel für die Geschwister Hundt vergab im Januar 2008 der Heimatbund Lüttringhausen anlässlich seines traditionellen „Kottenbutteressens“. Renate Roessberg und Stephan Hundt hatten die alten Klewinghaus-Häuser einschließlich des Hauses Richthofenstraße 36 mittels umfangreicher Investitionen, u.a. in 15 15 Wohnungen für Senioren („Betreutes Wohnen“) wieder zu einem Schmuckstück im historischen Lüttringhauser Ortskern gemacht.

Der Bunker an der Humboldtstraße/Stahlstraße in Honsberg steht zum Verkauf. Fotos: Lothar KaiserDen  alten Bunker im Stadtteil Honsberg stellte die Bundesanstalt für Immobilienaufgaben vor zehn Jahren im Internet zum Verkauf. Für den unter Denkmalschutz stehenden Betonklotz auf 676 Quadratmetern interessierte sich zeitweilig auch ein örtlicher muslimischer Moschee-Verein. Zum Zuge kam letztlich der Verein, der in dem Bunker seitdem ein „Museum für Kino- und Luftschutzgeschichte“ aufbaut.

Das kommunale Wahlrecht für Migranten forderte die grüne Ratsfraktion am 15. Januar 2008 . Beatrice Schlieper, Fraktionssprecherin, Jutta Velte, migrationspolitische Sprecherin, und Harald Sellner, sozialpolitischer Sprecher, begründeten das so: "Die politische Teilhabe über Wahlen und Abstimmungen ist eines der Kernelemente jeder demokratischen Verfassung, so auch unseres Grundgesetzes. Viele demokratische Länder haben in ihren jeweiligen Verfassungen dieses bedeutende Grundrecht bei Kommunalwahlen nicht von der Staatsangehörigkeit der Bürgerinnen und Bürger abhängig gemacht, sondern allein vom dauerhaften Lebensmittelpunkt der Menschen. (...) Für die Identifikation aller Migrantinnen und Migranten mit ihrer Heimatstadt und damit letztlich für eine gelingende Integration ist das kommunale Wahlrecht förderlich, da es demokratische Teilhabe und Mitwirkung z.B. bei der Gestaltung des unmittelbaren Wohnumfeldes möglich macht.“ Das Wahlrecht für Migranten ohne deutschen Pass von außerhalb der EU gibt es bis heute nicht.

Starke Windböen rissen vergangene Nacht dieses Wellblechdach im Neubaugebiet Hohenhagen zu Boden. Foto: Lothar KaiserZehn Jahre ist es her, da machte auf dem Hohenhagen ein Sturm dieses  Wellblechdach zu Schrott. Es gehörte zum Mehrfamilienhaus Am alten Flugplatz Nr. 93 der Firma Runkel. Zum Glück war die Fläche vor dem Haus menschenleer, als das Wellblechdach dort in der Nacht mit einigem Getöse landete. Nach Angaben der Polizei wurden lediglich ein Laternenmast und ein abgestellter Pkw beschädigt.

Freuten sich über die Neuerwerbung: Gernot Tödt, Jörg Koch to Krax und Dr. Urs Diederichs. Foto: Lothar KaiserDie „Sammlung Gerd Arntz“ der Stadt Remscheid im „Haus Cleff“ konnte im Januar 2008 um einen kleinen Schatz erweitert werden. Der Förderkreis Deutsches Werkzeugmuseum hat mit Hilfe der Stiftung der Stadtsparkasse Remscheid (9.000 Euro) und der Moog-Stiftung (1.000 Euro) ein (seltenes) Exemplar des von Gerd Arntz in den 1930-er Jahren geschaffenen Bilderatlas „Wirtschaft und Gesellschaft“ erworben. Museumsleiter Dr. Urs Diederichs und sein Stellvertreter Ulrich Horz werteten den aus 100 einzelnen bildstatistischen Tafeln bestehenden Atlas als eine wertvolle Bereicherung der Sammlung.

Schwimmen zu lernen würde einer Muslimin nicht schaden“, befanden im Januar 2008 Sabine Ernst, die Leiterin der Alexander-Von-Humboldt-Realschule (AvH), und Schuldezernent Dr. Christian Henkelmann. Eine elfjährige muslimische Schülerin hatten die Eltern „aus religiösen Gründen“ vom Schwimmunterricht befreien wollen. Als dies abgelehnt wurde, bemühten sie die Justiz. Da stand dann der Bildungsauftrag der Schule gegen das individuelle Recht auf Religionsfreiheit. Doch im Mai entschied das Gericht: Das elfjährige Mädchen muss am Schwimmunterricht teilnehmen.

Die Bezirksvertretung Süd hätte gerne ein Geschoss weniger."Ein Geschoss weniger sollte es schon sein!", forderte im Januar 2008 die Bezirksvertretung Süd von dem Remscheider Architekten Walter Arns, der das baumbestandene Grundstück am Ahornweg zwischen Sedanstraße und Föhrenstraße zwecks Bau von 41 Wohnungen . Lediglich Margot Halbach (FDP) war gegen eine Reduzierung der Bauplanung um ein Vollgeschoss (weil sich die Investition für den Architekten sonst nicht lohne). Doch nach längerem Hickhack setzte sich die BV schließlich durch. Ein mächtiger Klotz wurde es dennoch.

Kaiser schrieb: "Hoffentlich von Segen für die Menschheit!"

Das Röntgenmuseum in Lennep, als der moderne Anbau noch nicht entstanden war.Unmittelbar an der Stelle, wo Lenneps Stadtmauer vom „Schwelmer Tor" unterbrochen wurde, steht das „Deutsche Röntgen-Museum". Das Fachwerkhaus wurde 1803 von der Familie Oelbermann erbaut und am 18. Juli 1932 von der Stadt Remscheid erworben. Es dauerte aber noch bis  1951, ehe das Museum, mit seiner umfangreichen Bücherei in der Dependance Gänsemarkt 1 (Geburtshaus Röntgens), seinen offiziellen und heute noch gültigen Namen erhielt. Das Foto aus den 1920er Jahren zeigt links das alte Schieferhaus, das später dem modernen Anbau des Museums weichen musste.

(aus: „Remscheid. Ein verlorenes Stadtbild“, von Rolf Lotzmann, erschienen 1994 im Wartberg-Verlag)

1845 wurde in Lennep ein Mann geboren, der Weltruf erlangen sollte: Wilhelm Conrad Röntgen. Für die Entdeckung der nach ihm benannten Strahlen erhielt er 1901 den ersten Nobelpreis für Physik. Zwar war die Geburt Röntgens in Lennep, in einem kleinen zweistöckigen Schie­ferhaus, ein eher zufälliges Ereignis, denn die Familie stammte aus Holland und verblieb auch nicht lange in Len­nep, aber die Lenneper - und später, nach der Eingemeindung, auch die Remscheider - haben Röntgen stets als einen der ih­ren betrachtet und entsprechend geehrt. Am 28. Dezember 1895 hatte Röntgen, damals Professor in Würzburg, das Manuskript seiner ersten Mitteilung über die von ihm entdeckten X-Strahlen, deren Absorption nicht wie bei Lichtstrahlen durch die chemische Zusammensetzung der Materie, sondern nur durch deren Dichte bestimmt wird (Knochen absorbieren stärker als Haut), zum Druck gegeben. Die Wiener Tageszeitung »Die Presse« nahm die Sache als er­ste auf.

Am 7. Januar 1896 (Anm.: also heute vor 122 Jahren) steht die Nachricht auch in allen deutschen Blättern. Zwei Tage später erhält Röntgen ein Telegramm aus Berlin: „Habe eben mit tiefstem Erstaunen in der Zeitung Ihre weltbewegende Entdeckung gelesen. Wenn sich der Bericht bewahrheitet, so gratuliere ich Ihnen aus vollem Herzen und preise Gott, dass unserem deutschen Vaterlande der neue Triumph der Wissenschaft beschert ist, welcher hoffentlich von reichem Segen für die Menschheit sein wird. Sobald Sie Zeit haben, wäre ich Ihnen dankbar, wenn Sie mir einen Vor­trag über Ihre Erfindung halten könnten. Wilhelm II.“ - Röntgen antwortet:

Wilhelm Conrad Röntgen, 1854 - 1923, Entdecker der Röntgenstrahlen. Das alte Oelbergmannsche Haus an der Schwelmer Straße in Lennep, in dem später das Röntgen-Museum sein  Domizil fand.

Röntgen wich den Folgen seiner mächtig gewachsenen Po­pularität am liebsten aus. Die Physik sei ein Gebiet, um das mit ehrlicher Mühe geworben werden müsse, sagte er, und als Antwort auf immer wieder vorgetragene Bitten, doch vor großen Menschenmengen über seine Entdeckungen zu spre­chen: »Man kann allenfalls so vortragen, dass ein Laienkreis in die irrtümliche Ansicht versetzt wird, er habe das Vorgetra­gene verstanden.«

Trotz solcher Schroffheit im Umgang mit der Öffentlichkeit bewahrte ihm seine Vaterstadt Lennep und später auch Remscheid ein gutes Andenken. 1930 wurde Röntgen ein Denk­mal gesetzt, 1932 das Röntgen-Museum im Oelbermannschen Empirehaus an der Schwelmer Straße eröffnet. (aus: „Remscheid so wie es war“, von Dr. Gerd Courts, erschienen 1974 im Droste Verlag.)

Wochenrückblick vom 1. bis 6. Januar 2018

Altenhammer war zuletzt ein Ausflugslokal mit Teich

Vom Neuenhammer im Eschbachtal 400 Meter weiter talabwärts kommen wir an den Teich des ehemaligen Altenhammers. Eine alte Familienurkunde aus dem Halbach´schen Besitz zu Müngsten weist den zweiten Huttenplatz neben dem Neuenhammer nach: Im Eschbachtal legte "Peter auf dem Hohenhagen" 1591 eine Eisenschmelzhütte mit Gieserei und Hammerwerk "uff der Eifscherbach under Erinhusen" an. Der Standort Altenhammer gehörte zu der Zeit Peter uff dem Hohenhagen. Gustav Hermann Halbach entdeckte bei seinen Forschungen eine im Familienbesitz befindliche Urkunde folgenden Wortlaut: "Von Gottes Gnaden wir Wilhelm, Herzog zu Jülich, Kleve und Berg, Graf zu der Mark und Ravensberg, Herr zu Ravenstein usw. tun kund, nachdem unser Untertan unseres Amtes Bornefeld, Peter auf dem Hohenhagen, uns durch ein Gesuch untertänigst gebeten hat, ihm an Eifscherbach (Eschbach) unterhalb von Eheringhausen den Bau einer Eisenhütte und eines Hammers gegen Entrichtung des gebührlichen Zehnten zu bewilligen, und wir uns von unsern dortigen zuständigen Beamten untertänig haben berichten lassen, daß in fraglichem Gelände noch keiner eine Betriebsbefugnis besitzt: Obwohl noch im laufenden Jahre eine Hütte auf einem alten Hüttenplatze ohne vorherige Erlaubnis wieder instandgesetzt worden ist, so könnte eine weitere Neuanlage nur förderlich sein und Unterhalt und Auskommen geben. Demnach bekennen wir hiermit für uns, unsere Erben und Nachkommen, daß wir besagtem Peter die Erbauung geplanter Hütte nebst Hammer gnädig bewilligt haben. Wir verfügen weiterhin, daß niemand im Umkreis von 2 Meilen eine gleichartige Hütte oder einen Hammer errichten darf. Und weil zu dem Werke auch eine Gießereianlage gehört, so gewähren wir ihm aus dem hohen Walde und sonstwo Bau- und Rüstholz, doch abseits von pfadlosen Waldstellen, wie es auch in anderen Fällen geschehen ist. Dagegen hat er uns für die Dauer seines Betriebes von dem verhütteten Eisenstein den gebührlichen Zehnten zu entrichten. Mittels unseres aufgedrückten Geheim -Siegels gegeben zu Düsseldorf am 7. Januar unsres Herrn Geburt 1591. Hochernannt zeugend für meinen gnädigsten Fürsten und Herrn Herzog. Zu Zeugen Joes. Hardenrath und Redinghoven (als Schreiber). Somit ist die zweite Hütte im Eschbachtal mit einem Standort versehen.

Um 1675 scheint die gesamte Anlage zerfallen zu sein, denn 1679 wird durch Franz Hasenclever zu Ehringhausen ein neuer Reckhammer errichtet. Da zu der Urkunde und dem Gründungsgesuch 1591 nichts hinzuzufügen ist, betrachten wir die älteste Erhebung des Burger Kellners Johann Bernhard Francken aus dem Jahre 1692. Dieser Kellner war bekanntlich auf der Burg der bergischen Grafen der Verwaltungs- und Rechnungsbeamte, der die Steuern in Geld und Bodenerzeugnissen einzuziehen und zu verbuchen hatte. Dazu gehörte auch die sogenannte "Wassererkenntnis" ,womit die Abgabe für die Nutznießung der dem Landesherrn gehörigen Wasserkraft bezeichnet wurde. Die Wasserwerke an der Nordgrenze Remscheids, auf dem rechten Ufer des Morsbachs und Muckenbachs gehörten ins Beyenburger, die auf der linken Seite dieser Bäche ins Bornefelder Gebiet. Letztgenannte unterstanden daher der Kellnerei Burg. Engels vermutete, das der älteste Hammer aus dem Anfang des 16. Jhdt. stamme, also noch vor dem 1591 genehmigten Bau (Konzession vom 7.1.1591) bestanden habe. 1800 ist als neuer Besitzer Bernard Hasenclever vermeldet. 1824 ist … ist vom Sensenbreithammer der „Fabrikanstalt des Bernard Hasenclever & Sohne in Remscheid Ehringhausen“ die Rede. Zwei Klipperhämmer zum Schärfen und Polieren der Sensen waren installiert. 1815 standen an dieser Stelle drei Hämmer, davon einer mit Wohngeschoss, bewohnt mit vier Personen. 1867  sind in zwei Wohnhäusern insgesamt 16 Personen verzeichnet. (Nach dem 2.Weltkrieg war das Anwesen verwaist.)

1834 liest man von einem Meisterknecht und einem Lehrling, die in eigener Regie und alleinigem Lohn des Besitzers den Hammer betreiben. 1852 steht nur noch ein Hammer am Teich. Dieser wird von Johann Bernhard Hasenclever & Sohne mit mehreren Arbeitern betrieben. Ab1853 steht der Hammer still; das Wasserrad betrieb keinen Hammer mehr, sondern bis ungefähr  um 1914 nur noch die vier Schleifsteine des Meisters Donath, der hier - offensichtlich als Pächter- einen Kotten unterhielt. Laut "Hermann Hasenclever (Ehringhausen, 1935)" war der Altenhammer bis zum Abriss im Besitz der Firma Johann Bernhard Hasenclever & Sohne. Hammer II, 1629 konzessioniert, wurde von Franz Hasenclever zu Ehringhausen am gleichen Teich errichtet. Es war ein Klipperhammer, also ein Schnellschlager zum feineren Ausschlagen der Sensen. 1829 arbeitet der Hammer mit drei Wasserrädern für zwei Hammerwellen und einem Gebläse. Er hat nur halbes Wasser, deshalb ist er von Johannis bis Michaelis nur 1/4 der Zeit in Betrieb. 1834 wird der Hammer durch einen Knecht zum Polieren der Sensen im alleinigen Lohn des Besitzers betrieben. 1852 ist der Hammer nicht mehr in den Annalen aufgeführt. Die hier zuletzt ansässigen Wirtsleute Laudenberg wurden durch Abriss in den letzten Kriegsjahren gezwungen, ins Morsbachtal zu wechseln. Dort haben sie noch lange den „Morsbacher Hof“ betrieben. (nach: Hämmer- und Kottenforschung in Remscheid. Herausgegeben von Günther Schmidt, Band 5 - Vom Blombach bis Eschbach)

Auf der Suche nach "alten Schätzen"

Liebe Leserinnen und Leser,

Über Remscheid, seine Geschichte, seine Bürger und deren Eigenarten ist schon viel geschrieben worden. Und vieles davon ist auch wieder in Vergessenheit geraten. Der Waterbölles möchte es im Internet lebendig erhalten. Hin und wieder ein „Vertällscher“ aus alter Zeit, gerne auch in Platt, wird sicherlich seine Leser/innen finden. Als Autoren in Wort und Bild fallen da Gustav Hermann Halbach, Hans Funke, Fritz Knäpper und Max Eulenhöfer ein. Aber gewiss gibt es noch andere, die über Remscheid in der einen oder anderen Form publiziert haben und inzwischen verstorben sind. Wer verwaltet ihren Nachlass? Auf wen sind als Erben die Urheberrechte der Verfasser übergegangen, die 70 Jahre nach deren Tod bestehen bleiben? Um die „alten Schätze“ heben zu können, ist der Waterbölles auf Hinweise aus seiner Leserschaft angewiesen. Dafür schon im Voraus vielen Dank.

Herzlich Ihr Lothar Kaiser

Altes Rathaus war zugleich Telegrafenstation

Das alte Remscheider Rathaus. Dort steht heute das EMA-Gymnasium.

Es war der 29. Mai 1906, genau 8.30 Uhr, als diese Aufnahme von dem alten Remscheider Rathaus gemacht wurde. Elberfelder Straße 48, so lautete damals die genaue Postadresse. Der eher schlichte Bau (aber über Telegrafie fügte man schon, wie der linke Dachaufbau verdeutlicht) steht an der Stelle, wo am 1. April 1913 das Realgymnasium und spätere „Ernst-Moritz-Arndt-Gymnasium" (EMA) festlich eingeweiht wurde. Nach diesem „alten Rathaus" führt die Alte-Rathaus-Straße heute ihren Namen. (nach: „Remscheid. Ein verlorenes Stadtbild“, von Rolf Lotzmann, erschienen 1994 im Wartberg-Verlag)

Das bescheidene, langgestreckte Schieferhaus bot neben einem Sitzungs­saal auch dem Oberbürgermeister noch Wohnung. Die Giebelseite trug auf der linken Ecke eine Uhr und auf dem Ausstieg eine kleine Glocke. Wie mir ein alter Herr erzählte, machte es damals nicht viele Umstände, den Herrn Bürgermeister zu erreichen. Vorzimmer waren noch nicht modern. Man fiel nicht nur mit der Tür ins Haus, son­dern war auch gleich beim Stadtoberhaupt. Was diese Amtsstuben gehört und gesehen haben, ist heute Geschichte. (aus: „Remscheider Bilderbogen“ von Max Eulenhöfer aus dem Jahre 1950)

Wochenrückblick vom 25. bis 31. Dezember 2017