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Verkaufsoffener 1. Advent in Remscheid chancenlos

Heimatbund vertraut auf Einhaltung von Zusagen“, verkündeten am 7. Februar Peter Maar und Karlheinz Meermagen in einer Pressemitteilung des Heimatbundes Lüttringhausen. Beim traditionellen Kottenbutteressen des Heimatbundes am 21. Januar hätten die anwesenden Fraktions- und Gruppenvorsitzenden von CDU, SPD, Linke, W.i.R und Grünen übereinstimmend erklärt, dass der 41.Gemeinnützige Lüttringhauser Weihnachtsmarkt am 3. Dezember (1. Advent) als Traditionsveranstaltung mit regionaler Bedeutung geschützt werden müsse und deshalb ein verkaufsoffener Sonntag in der Remscheider Innenstadt am gleichen Tag abgelehnt werde. Rosemarie Stippekohl (CDU) kommentierte das in der Ratssitzung am vergangenen Donnerstag so: „Mur ist nicht bekannt, dass das Kottenbutteressen zur Ratssitzung mutiert wäre!“ Und auch CDU-Ratsmitglied Ralf Wieber (Marketing Innenstadt e.V.) hatte Bedenken gegen die damaligen Zusagen und wurde von Alexa Bell unterstützt: Darüber sei das letzte Wort noch nicht gesprochen... Ein paralleler verkaufsoffener Sonntag in Remscheid sei rechtlich durchaus möglich, meinte Wieber, und würde seiner Meinung nach dem Lüttringhauser Weihnachtsmarkt auch in keiner Weise schaden.

Nach den damaligen Willensbekundungen der Parteisprecher werde die Verwaltung von sich aus keinen verkaufsoffenen Sonntag für den 1. Advent in Remscheid beantragen. Das müsse dann schon von der Politik ausgehen, meldete sich Oberbürgermeister Burkhard Mast-Weisz zu Wort. Sven Wolf (SPD) und Jens Peter Nettekoven (CDU) ließen jedoch keinen Zweifel darüber aufkommen, dass sie weiterhin zu ihrem Wort stehen. Ein Antrag des Marketingrates Remscheid hätte folglich keine Chance, vom Rat der Stadt genehmigt zu werden. Nettekoven damals wie gestern: „Wir sollen die Stadtteile nicht gegeneinander ausspielen!“

Stadt Remscheid tritt der "Gründerschmiede" bei

"‘Gründerschmiede‘ ist jetzt ein eingetragener Verein“, berichtete der Waterbölles am 31. Mai 2016. Gestern nun beschloss der Rat der Stadt einstimmig, dem Verein beizutreten. Das hatten die Fraktionen und Gruppen von SPD, GRÜNEN, FDP und W.i.R. beantragt. „Die jungen Leute (siehe Archivfoto rechts) haben ausdrücklich Unterstützung verdient, auch was geeignete Räume angeht“, hatte Oberbürgermeister Burkhard Mast-Weisz in der Sitzung den Antrag befürwortet, und auch der CDU-.Fraktionsvorsitzende Jens Peter Nettekoven  sah darin „eine gute Initiative“.

Der Verein besteht aus Remscheider Gründern, den Wirtschaftsjunioren Remscheid und der Forschungsgemeinschaft Werkzeuge und Werkstoffe. Mitglied können Privatpersonen oder Unternehmen werden, die die Gründungskultur in Remscheid unterstützen möchten. „Remscheid muss für Unternehmensgründer ein guter Standort sein. Wir brauchen StartUp-Kultur, die es Menschen mit Ideen ermöglicht, diese auch vor Ort direkt umzusetzen. Die Gründung des Vereins Gründerschmiede Remscheid e. V. ist ein sehr guter erster Schritt für die Unternehmenskultur in Remscheid. Wirtschaft, Politik und Verwaltung können gemeinsam eine Atmosphäre für Gründer in Remscheid schaffen“, hatten SPD, GRÜNEN, FDP und W.i.R. ihren Antrag begründet und darauf verwiesen, dass auch die Stadtsparkasse Remscheid und die Volksbank Remscheid-Solingen eG. Die „Gründerschmiede“ unterstützen. Eine Mitgliedschaft der Stadt Remscheid in dem Verein sei „ ein wichtiger Beitrag und ein Signal für Gründungswillige in unserer Stadt“.

1,2 Millionen Euro für neu verlegtes Altstadt-Pflaster

Die Stadtwerke Remscheid planen, in der Lenneper Altstadt neue Gas- und Wasserleitungen zu verlegen und gegebenenfalls auch neue Stromleitungen. Insbesondere für Hausbesitzer ohne Gasanschluss eine gute Gelegenheit, diesen bei der EWR in Auftrag zu geben. Wie Gerald Hein von den Technischen Betrieben Remscheid (TBR) den Mitgliedern der Bezirksvertretung Lennep (und den zahlreichen Zuhörer/innen) am Mittwoch im Sitzungssaal des Röntgen-Museums berichtete, sollen die Bauarbeiten nach Rosenmontag beginnen. Sie werden im Laufe dieses Jahres die Kronenstraße, die Mühlenstraße, die Klostergasse und den Alter Markt betreffen, 2018 dann die Berliner Straße und die Wetterauer Straße. Während des „Lenneper Sommer“ wird es eine Baupause geben; auch sollen sonstige Veranstaltungen berücksichtigt werden.

Um Synergieeffekte zu erzielen (die Baugruben werden nur provisorisch geschlossen), die Hein gestern mit rund 70.000 Euro bezifferte, soll auf den genannten Straßen nach Verlegen der neuen Leitungen die Gehwegplatten und das Kopfsteinpflaster neu gesetzt werden (unter Verwendung der alten Steine und Platten, soweit möglich und nicht verschlissen), um Fahrrinnen und Stolperstellen zu beseitigen. Auch diese Arbeiten, für die insgesamt 1,2 Millionen Euro veranschlagt sind, will man abgeschlossen haben, „wenn die ersten DOC-Besucher in die Altstadt strömen“, so Hein. Nachfolgend der Zeitplan für Straßeninstandsetzungen:

  • 2017: Kronenstraße, Mühlenstraße
  • 2018: Alter Markt
  • 2018/2019: Berliner Straße, Wetterauer Straße, Kölner Straße, Schwelmer Straße.

"Blumiger Sonntag" ohne Ladenöffnung wäre absurd

Einstimmig hat die Bezirksvertretung Lennep gestern trotz Einwänden der Gewerkschaft ver.di dem Rat der Stadt empfohlen, der Verordnung über das Offenhalten von Verkaufsstellen am Sonntag, 2. April, zuzustimmen. Für diesen Tag plant „Lennep Offensiv“ für die Lenneper Altstadt mit 16 inhabergeführten Läden und einer gesamten Verkaufsfläche von ca. 407 Quadratmetern  die (Blumen-)Veranstaltung „Lennep blüht auf“. Die Gewerkschaftsvertreter hatten in einem Abstimmungsgespräch mit Oberbürgermeister Burkhard Mast-Weisz am 19. Januar gegen diese Veranstaltung „Lennep blüht auf“ erhebliche Bedenken erhoben („Nicht rechtskonform!“), wenngleich die Ladenöffnung bewusst auf den Altstadtkern und somit auf das direkte Umfeld der Veranstaltung begrenzt werden soll. Es sei deshalb nicht auszuschließen, dass über diese Verordnung kein Einvernahmen mit den Beteiligten erzielt werden könne, so Ordungsamtsleiter Jürgen Beckmann gestern in der BV-Sitzung. Doch mit Schreiben vom 3. Februar hatte der Verein „Lennep Offensiv“ mitgeteilt, dass er an dem geplanten verkaufsoffenen „Blumen-Sonntag“ festhält. Er weist darauf hin, dass die Veranstaltung bereits seit Jahren stattfindet. Der Veranstalter geht auf einer Gesamtfläche von 1.500m² auf dem unteren und oberen Alter Markt von zehn großflächigen Ständen aus und rechnet mit mehreren tausend Besuchern. Zudem findet in dem Bereich der Lenneper Altstadt als weiterer Anziehungspunkt die ebenfalls etablierte Veranstaltung „Lennep liest“ statt.

Gemäß § 6 (4) Gesetz zur Regelung der Ladenöffnungszeit (LÖG NRW) darf die zuständige Ordnungsbehörde einen verkaufsoffenen Sonntags nur dann genehmigen, wenn die damit verbundene Veranstaltung „einen beträchtlichen Besucherstrom“ anzieht. Der mögliche Besucherstrom darf nicht erst durch die Ladenöffnung ausgelöst werden. Im Gespräch zwischen Gewerkschaft und Oberbürgermeister war vereinbart worden, die Besucherströme bei der Veranstaltung „Lennep blüht auf“ in diesem Jahr zu erheben und auf Grundlage dieser Daten eine Sonntagsöffnung für das Jahr 2018 erneut zu prüfen und diese dann mit der Gewerkschaft abzustimmen. Darüber wunderte sich gestern Roland Kirchner (W.i.R.). „Ohne Öffnung der Geschäfte am Sonntag wäre eine Veranstaltung, die den Einzelhandel fördern soll, geradezu absurd. Dann kann man sich die auch gleich schenken!“

Donald Trump, TTIP und christliche Gesellschaftslehre

Die Angst vor dem Chlorhähnchen – auf europäischer Seite - oder um Rohmilchkäse als Biowaffe – auf amerikanischer Seite – waren für Prof. Dr. Ursula Nothelle-Wildfeuer, Dekanin der Theologischen Fakultät an der Albert-Ludwigs-Universität Freiburg, die ersten Ausgangspunkte für sozialethischen Überlegungen zu TTIP (Transatlantic Trade and Investment Partnership, dem seit 2013 verhandelten transatlantischen Freihandelsabkommen zwischen der EU und den USA. Die Inhaberin des Lehrstuhl für Christliche Gesellschaftslehre hatte im vergangenen Jahr die Einladung des Remscheider Katholikenrat angenommen, beim traditionellen  Jahresempfang im Pfarrzentrum St. Josef an der Menninghauser Straße über „TTIP zwischen Ökonomie und Ethik“ zu referieren. Ihre Ausgangspunkte hatte Dr. Ursula Nothelle-Wildfeuer allerdings wesentlich ergänzen müssen. Denn im November wurde, vielfach unerwartet, der Milliardär Donald Trump zum Präsidenten der Vereinigten Staaten gewählt. Und zu einer seiner ersten Amtshandlungen gehörte die Aufkündigung des Transpazifischen Freihandelsabkommen (TPP) getreu seinem Wahlversprechens, die US-Wirtschaft mit höheren Zöllen zu schützen.

Wem nützen Freihandelsabkommen überhaupt? Auch dieser Frage ging Prof. Dr. Ursula Nothelle-Wildfeuer, die der "Kommission für gesellschaftliche und soziale Fragen" der Deutschen Bischofskonferenz angehört, beim gestrigen Jahresempfang nach. Zitat: „Armutsbeseitigung ist keine automatisch eintretende Folge von Wettbewerb, sondern es braucht dazu mehr und anderes als nur eine funktionierende Marktwirtschaft. Wettbewerb für sich genommen kann gnadenlos sein. Schnell verstößt er gegen das Prinzip der Tausch- und Chancengerechtigkeit. Immer sind deswegen auch Förderungs- und Schutzmaßnahmen für die Schwachen notwendig, es braucht dementsprechende rechtliche und soziale Institutionen, die auf der einen Seite Handel und Wettbewerb nicht über Gebühr einschränken, die aber auf der anderen Seite doch für einen ermöglichenden Ordnungsrahmen sorgen. Hier ist etwa ein transnationales Kartellamt, die Beseitigung von Marktverzerrungen (etwas durch Protektionismus) sowie die Berücksichtigung entsprechender Mindeststandards in verschiedenen Bereichen notwendig zu nennen.“ (Der Waterbölles hat die vollständigen Vortrag unter http://waterboelles.de/kai/TTIP nach Trump.pdf dokumentiert)

Auch Rat und Verwaltung waren stark vertreten beim gestrigen Jahresempfang des Katholikenrates Remscheid. Insgesamt konnte Vorsitzender Dr. Erwin Bürgel rund 150 Gäste begrüßen - Vertreter der Pfarrgemeinderäte, katholischer Verbände wie der Kath. Arbeitnehmerschaft Deutschlands, des Caritasverbandes und des Bundes FDewutscher Katrholischer Jugend sowie Vertreter der pastorelen Dienste im Stadtdekanat Remscheid. Auch der evangelische Superintendent Hartmut Demski und seine Stellvertreterin Kristiane Voll nahmen an dem Empfang teil.

Fabian Günther, neuer Leiter des ImmobilienCenters

Pressemitteilung der Stadtsparkasse Remscheid

Fabian Günther hat die Leitung des ImmobilienCenters der Stadtsparkasse Remscheid übernommen. Er folgt damit auf Thomas Christ, der in das interne Kreditmanagement gewechselt ist und dort eine Führungsposition innehat. Fabian Günther verfügt über eine langjährige Berufserfahrung in der Stadtsparkasse Remscheid. Nach seinem erfolgreichen Abitur am Röntgen-Gymnasium in Lennep begann er 2008 seine Ausbildung zum Bankkaufmann bei der Remscheider Sparkasse. Im Anschluss wechselte der 28-Jährige in die Abteilung Firmenkunden, wo er bis 2016 als Kundenberater tätig war. Im Januar dieses Jahres schloss Günther zudem erfolgreich sein berufsbegleitendes Studium zum Master of Business Administration (MBA) ab.
Das ImmobilienCenter der Stadtsparkasse ist der größte und erfolgreichste Immobilienvermittler in Remscheid.  Neben Fabian Günther als Leiter umfasst das Team zwölf Mitarbeiterinnen und Mitarbeiter. Aktuell läuft der Countdown für die ImmobilienBörse am 25. März.  Das ImmobilienCenter der Stadtsparkasse ist der größte und erfolgreichste Immobilienvermittler in Remscheid.  Neben Fabian Günther als Leiter

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Fragezeichen hinter Standorten von neuen Bäumen

Pressemitteilung des Naturschutzbeirates

Der Naturschutzbeirat hat dem Bebauungsplan des DOC in Lennep zugestimmt, da so der Eingriff im Außenbereich an der Blume nicht weiter verfolgt wurde. Aus ökologisch-fachlicher Sicht wäre die Baumaßnahme an diesem Standort wegen der zu erwartenden Verschlechterung für die wasserbildenden Schichten nicht durchführbar gewesen. Der Standort Lennep führt wieder vor Augen, dass der Boden nicht vermehrbar ist. Schon in die Planung müsste der Ausgleich für das verlorene Grün eingebracht werden, wie Fachleute das immer wieder fordern. Wie viele Bäume der Investor in seinem Verkaufsdorf nachpflanzt ist noch nicht abschließend geklärt.  Die Möglichkeit, den Ausgleich in der Stadt, wie es die Baumschutzsatzung vorsieht, ausführen zu können, ist mit einem großen Fragezeichen zu versehen.  Es wird finanzieller Ausgleich stattfinden.

Nach §31 Abs. 4 des Landesnaturschutzgesetzes erstellt die Naturschutzbehörde Listen über Maßnahmen und Ersatzgeldzahlungen, die dem Naturschutzbeirat zur Kenntnis gegeben werden. Die Verwendung der Mittel muss innerhalb von vier Jahren erfolgen. Somit ist die notwendige Transparenz für den Bürger gewährleistet. Der Naturschutzbeirat wird mit den Bürgern und der Behörde nach Lösungen suchen. Im Rahmen einer ganzheitlichen Betrachtung von Natur und Umwelt muss jedoch die Auslegung der Trennung im Landesnaturschutzgesetz von Innen- und Außenbereich in der kleinsten kreisfreien Stadt hinterfragt werden. (Gabriele Lipka, Vorsitzende des Landschaftsbeirates)

Heimatbund vertraut auf Einhaltung von Zusagen

Pressemitteilung des Heimatbundes Lüttringhausen

 Der Rat der Stadt Remscheid soll in seiner Sitzung am 9. Februar über die „Verordnung zur Offenhaltung von Verkaufsstellen im Stadtbezirk Alt-Remscheid“ einen Beschluss fassen. Der Vorlage ist ein Antrag des Marketingrates Innenstadt e.V. beigefügt, nach dem am Sonntag, 3.12.2017 (1. Advent), der auf dem Theodor-Heuss-Platz stattfindende kommerzielle Weihnachtsmarkt durch ein „Kinder- und Familienfest“ ergänzt werden soll. Dieses erstmals geplante „Kinder- und Familienfest“ wurde erdacht, um die rechtlichen Voraussetzungen für den ebenfalls an diesem Tag vom Marketingrat Innenstadt e.V. geplanten verkaufsoffenen Sonntag in Alt-Remscheid rechtfertigen zu können.

Bereits mit Schreiben vom 10.10.2016 an den Marketingrat Innenstadt, auf das wir bis heute bemerkenswerter Weise keine Antwort erhalten haben, hatten wir uns gegen diese Planungen ausgesprochen, denn seit jetzt 40 Jahren veranstaltet der Heimatbund Lüttringhausen am 1. Adventssonntag den „Gemeinnützigen Lüttringhauser Weihnachtsmarkt“, verbunden mit einem verkaufsoffenen Sonntag. Auch für 2017 ist der Weihnachtsmarkt auf den 1. Advent – 3.12.2017 – terminiert.

Ein verkaufsoffener Sonntag in Alt-Remscheid, verbunden mit einem aufgebesserten kommerziellen Weihnachtsmarkt zur Rechtfertigung eines verkaufsoffenen Sonntags, würde in erster Linie zu Lasten des gemeinnützigen Lüttringhauser Weihnachtsmarktes und seiner vielen hundert ehrenamtlichen Mitwirkenden aus dem gemeinnützigen Bereich gehen. Die Suche nach geeigneten Veranstaltungen zur Legitimation verkaufsoffener Sonntage kann nicht zu Lasten anderer Stadtbezirke gehen, erst recht nicht, wenn Traditionsveranstaltungen hiervon negativ beeinflusst werden. Wir können auch nicht nachvollziehen, dass wir als Veranstalter des größten ideellen Weihnachtsmarktes in der Region nicht zu den sogenannten „Konsensgesprächen“, bei denen die Terminplanungen erörtert wurden, eingeladen worden sind.

Beim traditionellen Kottenbutteressen des Heimatbundes am 21. Januar haben die anwesenden Fraktions- und Gruppenvorsitzenden aus dem Rat der Stadt Remscheid von CDU, SPD, Linke, W.i.R und B 90/Die Grünen übereinstimmend erklärt, dass der 41.Gemeinnützige Lüttringhauser Weihnachtsmarkt am 3.12.2017 (1. Advent) als Traditionsveranstaltung mit regionaler Bedeutung geschützt werden müsse und deshalb ein verkaufsoffener Sonntag in der Remscheider Innenstadt am gleichen Tag abgelehnt wird. Der Heimatbund Lüttringhausen e.V. vertraut zusammen mit den vielen ehrenamtlich Aktiven des gemeinnützigen Weihnachtsmarktes in Lüttringhausen auf die Einhaltung dieser Zusagen.

Peter Maar                   Karlheinz Meermagen
Vorsitzender                 Beiratsvorsitzender

Lebendige Moschee oder Bauruine auf unbestimmte Zeit?

Waterbölles-Kommentar

334.600 Euro des Landes liegen für neue Moschee bereit“, titelte der Waterbölles am 3. Januar. Die Städtebauförderungsmittel ( „Stadtumbau West“), die der Regionalrat der Bezirksregierung Düsseldorf im Oktober – auf Antrag der Stadt Remscheid von  April – für einen öffentlichen Vorplatz und Innenhof der Moschee bewilligt hatte, sind an eine Bedingung geknüpft: Die Remscheider DITIB-Gemeinde muss als Bauherr der Moschee a) den öffentlichen Zugang garantieren und b) einen Eigenanteil von 83.650 Euro (gleich 20 Prozent der Gesamtsumme von 418.250 Euro) sicherstellen.

Das eine (a) scheint innerhalb des Moscheevereins weiterhin strittig zu sein, wäre letztlich aber nicht relevant, sofern (b) dem Moscheeverein das Geld ausgegangen ist. Es dürfte in der Tat die schwierige Finanzlage des Vereins sein, die am kommenden Freitag im Mittelpunkt eines Gespräches von Oberbürgermeister Burkhard Mast-Weisz und Stadtplaner Robin Denstorff mit dem DITIB-Vorsitzenden Himmet Ertürk (und weiteren Vorstandsmitgliedern?) stehen wird.

„Der Verein hat noch Fragen“, zitierte die Bergische Morgenpost am Samstag den OB. Verkehrte Welt! Wer fragt hier wen?! Stadt und Land stehen parat, um den Moscheebau zu fördern. Dieser Vorgang sollte eigentlich auch für die CDU unstrittig sein (und wäre es vielleicht auch, wäre da nicht die Versuchung groß, daraus für den bevorstehenden Landtagswahlkampf politisches Kapital zu schlagen). Wer in den vergangenen Wochen abgetaucht zu sein schien und peinlichen Fragen aus dem Wege ging, war der DITIB-Vorstand. Nicht etwa wegen der Vorwürfe gegen den DITIB-Landesverband in Köln, von der Türkei (Erdogan) finanzierte Imame hätten in Deutschland Kritiker der türkischen Regierungspartei AKP bespitzelt. Sondern weil noch immer kein Einweihungstermin für die Moschee genannt werden kann. Und das hat mit fehlendem Geld zu tun. Die Landesmittel fließen erst, wenn der Moscheeverein seinen Eigenanteil bezahlen kann.

Die Fragen, die sich aus dieser Sachlage ergeben, liegen auf der Hand. Angefangen bei der Gemeinnützigkeit: Es reicht nicht, Spendenbescheinigungen auszustellen¸ Ein Finanzamt möchte grundsätzlich wissen, auf welchen Konten eingegangene Spenden verbucht worden und wie viel davon noch vorhanden sind. Von einer ordnungsgemäßen Steuererklärung hängt es schließlich grundsätzlich ab, ob ein gemeinnütziger Verein seine Freistellungsbescheinigung behält, die Voraussetzung für künftige Spenden, die der Geldgeber dann von seiner Steuer absetzen kann. Die Remscheider DITIB – in finanziellen Schwierigkeiten? Man wird sehen. Es wäre dann das zweite Mal. Denn schon einmal, vor zehn Jahren, sah es um den Moscheeverein düster aus.

Wann hat der DITIB-Vereine zuletzt eine Steuererklärung abgegeben? Bis wann ist sein Freistellungsbescheid gültig? Wieviel Geld ist noch in der Vereinskasse? Und für den Fall, dass es nicht reichen sollte für den Eigenanteil, der zu den Landesmitteln von 334.600 Euro verhelfen könnte: Ist in absehbarer Zeit mit einem neuen Geldfluss zu rechnen?

Bis zur Ratssitzung am kommenden Donnerstag sind Antworten auf diese Fragen wohl kaum zu erwarten. Auch für die interne Besprechung zwischen Stadt und Verein am darauffolgenden Tag sind sie eher unwahrscheinlich. Aber ohne diese Antworten bleibt alles weiterhin pure Spekulation. Das kann zwar politische Sitzungen und Zeitungsseiten füllen, aber keinen Deut weiterhelfen. Oder könnte womöglich das Finanzamt Licht ins Dunkel bringen? Nicht ausgeschlossen, dass ansonsten an der Weststraße auf unbestimmte Zeit eine Bauruine droht.

Von einem Mann, der in Lennep viel bewegte

von Dr. Wilhelm R. Schmidt

Der Lenneper Baumeister und Architekt Albert Schmidt (1841-1932) berichtete in seinen privaten und geschäftlichen Erinnerungen mehrfach über die Entwicklung des Lenneper Stadtbildes in den 1880er Jahren. Dabei hob er immer wieder seine gute Zusammenarbeit mit dem seinerzeitigen Lenneper Bürgermeister Peter Eduard Ferdinand Sauerbronn hervor, dem er eine „eigenartige, kluge und geschickte Tätigkeit“ bescheinigte. Sauerbronn lebte von 1833 bis 1901. Nach seinem Regierungsreferendariat im hohenzollernpreußischen Sigmaringen (1864-1866) war er von 1872 bis 1897 Bürgermeister der Stadt Lennep. 1874 heiratete er in Lennep Caecilia Johanna Dorothea Clarenbach. Obwohl nach ihm eine repräsentative Straße in Lennep benannt wurde, ist über ihn heute kaum noch etwas bekannt.

Nach den Lebenserinnerungen von Albert Schmidt war der Lenneper Stadtrat für Bürgermeister Sauerbronn (Foto links) ein Instrument, auf dem er meisterhaft zu spielen verstand, nicht durch die Macht der Überredung, er ließ andere für seine Ideen kämpfen, sondern dadurch, dass er nichts vorbrachte, ohne sich vorher vergewissert zu haben, dass die maßgebende Mehrheit dafür war. Sauerbronn hatte das Glück, auf diese Weise eine Mehrheit im Stadtrat zu haben, die für alle Dinge der fortschreitenden Entwicklung zu haben war. Es fehlte auch damals zwar nicht an Opposition von Seiten der Konservativen, die jedem Fortschritt abhold waren, und auch nicht an Kritikern, die politisch fortschrittlich sein wollten, aber so manchen Fortschritt doch ablehnten, weil durch neue Einrichtungen Schulden gemacht werden mussten.  Diese Kommunalpolitiker, so Albert Schmidt, blieben aber bei allen großen örtlichen Fragen dank der Regierungskunst des Bürgermeisters in der Minderheit.

In der jahrelangen Zusammenarbeit in der städtischen Baukommission, welche für den Baumeister Albert Schmidt vierzehn Jahre lang auch mit den Funktionen eines Stadtbaumeisters verbunden war, hatte der Bürgermeister die Eigenarten der Technischen Mitglieder gründlich kennengelernt und wusste sie im Interesse der Stadt auszunutzen. Wenn er sonntags im Zylinder und Gehrock, von einigen Stadträten begleitet, Albert Schmidt in seinem Hause an der Knusthöhe einen Besuch machte, so wusste man, dass er nun versuchen würde, ihn zu irgend einem neuen Projekt, und natürlich mit der Betonung des städtischen und allgemeinen Interesses und Wohls, zu veranlassen.

Im Frühjahr 1885 erschien Sauerbronn an der Spitze einer Kommission, um dem Baumeister zu erklären, dass der Zugang zum Bahnhof durch die schmale Bahnhofstraße (die heutige Bergstraße) ungenügend  und eine direkte Verbindung des Bahnhofs mit dem Inneren der Stadt notwendig sei – durch die dadurch gewonnenen wertvollen Bauplätze sicher auch rentabel zu realisieren. Da der Stadtrat dafür aber nicht in Stimmung war, schlug der Bürgermeister dem Baumeister die spätere so genannte Kaiser-Straßen-Spekulation vor; die Stadt wolle ihm in jeder Beziehung behilflich sein, die Grundstücke in seinen Besitz bringen. Die Kosten für den Grunderwerb und Straßen bau sollten dann auf die zu gewinnenden Baustellen umgelegt werden. Sauerbronn schilderte das Vorhaben als ein äußerst rentables Geschäft, und da dieser damals nicht übermäßig beschäftigt war, erklärte er sich bereit, das Projekt in Angriff zu nehmen.

Man begann also, die heutige Bahnhofstraße (damals Kaiserstraße) und die heutige Düstergasse (damals ein Zeit lang Rathausstraße) zu bauen. Auch einige Wohnhäuser wurden dort schon errichtet. Und man war noch mit dem Straßenbau beschäftigt, da erschien der Bürgermeister Sauerbronn ,wieder in Gala, ein zweites Mal bei Albert Schmidt, diesmal in Begleitung des damaligen höchstrangigen Eisenbahnmanagers. Es sollte nun auch ein Eisenbahnbetriebswerk errichtet werden. Es hieß, man habe die Wahl zwischen Lennep und Remscheid und wollte dem Minister denjenigen Ort vorschlagen, der dafür entgegenkommenderweise ein Gebäude zur Verfügung stellen wolle. Die Eisenbahnverwaltung wollte das zwar nicht selbst bauen, da die weitere Entwicklung des Lenneper Bahnhofs abgewartet werden sollte, war aber geneigt, das Gebäude für sechs Jahre zu mieten und es alsdann anzukaufen, weshalb ein Vorkaufsrecht im Mietvertrag vorgesehen werden sollte.

Links sieht man das ehemalige Vereinshaus, das eine Zeit auch das Lenneper Alumnat beherbergte, über lange Jahre residierte hier später das RWE.Albert Schmidts Bemerkung, es wäre doch am einfachsten, wenn die Stadt selbst das Betriebsamt erbaue, wurde vom Bürgermeister als unmöglich zurückgewiesen, weil alles doch vorläufig und ein Provisorium sei. Die erworbenen Grundstücke an den neuen Straßen lägen sehr bequem für die Bahn, und es müsse doch dazu beigetragen werden, das Betriebsamt für die Kreisstadt Lennep zu sichern. Albert Schmidt erklärte sich denn auch bereit, das Gebäude auf seine Kosten nach dem Plan des Eisenbahninspektors zu erbauen. Ein Mietvertrag mit der Eisenbahn wurde abgeschlossen, aber so gefasst, dass der Erbauer wohl gebunden war, nicht aber die Eisenbahn, ihre ursprüngliche Absprache zu halten. Infolgedessen wurde das Gebäude nicht nach sechs, sondern erst nach zwanzig Jahren im Jahre 1906 für die ursprüngliche Vertragssumme von ihr angekauft, ein Verlustgeschäft für den Planer und in Vorleistung getretenen Erbauer. Auf ähnliche Weise, wie Albert Schmidt weiter berichtete, auch das so genannte Vereinshaus mit Alumnat und Versammlungssaal zuerst auf seine Kosten erbaut und dann vom Verein für Gemeinwohl übernommen.

Im Jahr 1890 sollte der Berliner Hof durch die Stadt für das Bezirkskommando angekauft werden. Bürgermeister Sauerbronn holte wieder einmal seinen Zylinder hervor und machte bei Albert Schmidt einen freundlichen Besuch, wobei u. a. mehr beiläufig erwähnt wurde, es wäre doch sehr bedauerlich, wenn der einzige Gasthof für bessere Reisende, der „Berliner Hof“, nun seiner eigentlichen Funktion beraubt werden sollte. Es wäre sicherlich ein glänzendes Geschäft, wenn ein neuer Gasthof auf dem Eckgrundstück dem Bahnhof gegenüber an der Kaiserstraße (heute Bahnhofstraße) errichtet würde, natürlich habe auch die Stadt Lennep Interesse an der Sache, da doch die Reisenden der besseren Stände, die die Stadt besuchten, die Gelegenheit haben müssten, angenehm zu logieren.

Die guten Aussichten auf Rentabilität, insbesondere wegen des angekündigten Fortfalls des Berliner Hofs, sowie die Bewertung des brachliegenden Grundstücks an der oberen Kaiserstraße veranlassten Albert Schmidt im Jahre 1890, mit dem Bau des „Kaiserhofs“ auf eigene Rechnung zu beginnen. Aber aus der Umwandlung des „Berliner Hofs“ in ein Bezirkskommando wurde nichts, so dass der „Kaiserhof“ nur wenige Logiergäste fand und die Mieteinnahmen kaum die Zinsen und Unkosten deckten. Der Baumeister war also wieder hereingelegt worden, so sah er es selbst, und hat nach jahrelangen Kämpfen mit den verschiedenen Mietern das Gebäude unter Selbstkostenpreis verkauft, da er es nicht ertragen konnte, „auf dem Wirtshausschild nach den gesetzlichen Bestimmungen als Herbergsvater zu figurieren.“

Man kann davon ausgehen, dass der Lenneper Baumeister und Architekt bei den hier von ihm selbst geschilderten Vorhaben nicht zum armen Manne wurde, da diese Verluste durch andere Aufträge in der Industrie Lenneps und an der Wupper ausgeglichen wurden. Insgesamt wird er als Generalplaner und Investor auch bei der genannten Kaiserstraßen-Spekulation unter dem Strich gut verdient haben, wenngleich er als zeitweises Mitglied des Städtischen Bauausschusses an öffentlichen Aufträgen nichts verdienen durfte. Vierzehn Jahre war er auch "nebenberuflicher", aber „funktionierender“ Stadtbaumeister der Stadt Lennep und begleitete in dieser Funktion bis 1889 den Lenneper Bürgermeister in dessen Plänen, bis eine hauptamtliche Stadtbaumeisterstelle eingerichtet werden konnte.

Die Anlage und der Ausbau der damaligen Kaiserstraße und der umliegenden Grundstücke in der so genannten Gründerzeit, insbesondere in den 1880er Jahren im Zusammenhang mit der damals notwendigen Stadterweiterung, die u.a. durch die steigende Bedeutung des Lenneper Bahnhofs begründet war, wurden zu einem Aushängeschild des wilhelminischen Lennep. Und diese Entwicklung wurde nach der Auffassung Albert Schmidts in erheblichem Maße durch die geschilderte „Eigenartigkeit“ von  Sauerbronn gefördert. Albert Schmidt formulierte hier: „Unser Stadtoberhaupt konnte alle diese großartigen Projekte, Verhandlungen und Vorarbeiten ohne besondere städtische Beamte vornehmen lassen, sein Stadtbüro bestand nur aus dem Stadtsekretär Albert Frielinghaus und einem Schreiber, heute würden dafür zwanzig Beamte notwendig sein.“