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Dat frikassierte Kannapie

Nüahlich woaret wiar sowiat. Ech sach temm Kaal, hüarens, wiar müaten us molls en nöüs Kannepie kuopen. Kniestechkeit hin odder her, datt ess schäbbich. Füaren dran es allet schwatt jeschuard. Unn ett hätt Fuozkuolen. Sonn flammnüoh Kannepie datt wär schon watt. Dann gewen wiar uss nix to Chresdach unn schenken us enn nöüs Sofa. Tehiemen sual ett doch gemüötlech sinn. Unn denn schäbbigen Müter van dem letzten Johrhungert, datt meit kian Staat miar her.

Do nützt dem Kaal och kian jomern un jankern, wiar sind nom Mobilejar-Hus und hang us watt anjekeken. De Kaal woar knästereg un wual sech nech molls probesetten. Hee mukst nur römm, evver datt woar dem Klärchen egal, denn wenn datt Klärchen sech mal watt in denn Kopp jesett har, dann wüard datt och jemakt.

Wiar sind hin und her jeluapen, watt fürren Kannepie woar datt gemüötchste, unn wo passt ming Hengerschen droppen. Endlich har ech watt jefongen. Hin und Her hann ech ett uutprobiert und dann hand wiar ett jekoppt. Ett wüard evver iarscht später geliewert, datt makt nix.

Vörige Weeke woar ett dann sowieat. Do kuamen se mett demm nieuem Kannepie. Dur die Husdüör woar kian Problem, evver die Düör no demm Wohnzimmer, do ging datt verdampte Drietding nicht duar. Hin und her, hoch un runger, alles hand se probeert. Nix te maken. Also datt ianjepakte Kannepie iarschtmol opp de Terasse.

Am necksten Dag har ech enn Polsterer bestöllt, datt wiar enn Problem hang. Datt Kannepie es te gruat für de jute Stuv, watt man do maken kann. He hat sech dat anjekiekt und seed, dat ess kian Problemm. He wüard de Siadendiel affschruwen und dann passt datt dur de Dühr unn im Wohnzemmer wiar draanschruwen.

Jeseit jemakt, he kuam un he unn de Kaal (he zooch emmer noch ne Schnute) hand datt frikassierte Kannapie in dat Wohnzemmer gekregen und nu stiat ett staats an de Wand. Datt aule Sofa kömmt opp de Kipp und dat Klärchen hätt endlich wiar enn ordentlichen Platz tom strecken.

Wenn de Kaal sech wiar ianjekregen har, darf er sech och mett do dropp setten.

Bis strackes, önker Klärchen

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Kannapie/Sofa-Couch,  Kniestechkeit/Geiz, Fuozkuhlen/Furzkuhlen-eingesessene Dellen,  Schäbbigen Müter/schäbiges Stück, jomern un jankern/jammern und stänkern, Hengerschen/Hintern,  Siadendiel/Seitenteil, staats/stolz-schön,

Pfingstausflug in alter Zeit

von Alma Mühlhausen

Seit langem schon war es bei den Skatfreunden beschlossene Sache, den Familienausflug diesmal nicht zum „Sti'enernen Krüzz", sondern nach Burg zu machen. Und es schien, als wären die Skatfreunde und ihr Vorhaben dem Petrus besonders sympathisch, denn eine strahlende Sonne lachte aus seidenblauem Himmel hernieder. Da war es kein Wunder, wenn in dem mit Birkenreisern und Hainbuchenlaub geschmückten Ort eine glänzende Stimmung herrschte. Schon kurz nach dem ersten Hahnenschrei hatte der Gesangverein die Hofgemeinschaft mit seinen pfingstlichen Liedern aus den Federn geholt, und die Feuerwehrkapelle hatte das ihrige mit der Lautstärke ihrer Blasmusik dazugetan.

Vor dem Hause des Friseurs Emil Barke, der sein ambulantes Gewerbe vorwiegend in Schmieden, Haustuben und Werkstätten ausübte, hatte sich eine festlich gekleidete Gesellschaft eingefunden. Und wie „Staats" hatten die Mütter ihre Kinder gemacht! Große Strohhüte mit bunten Bändern beschatteten die Gesichter der Jungen und Mädchen. Friedchen, die elfjährige Tochter des Drechslermeisters Müller, putzte alle Augenblicke an den Lackspitzen ihrer Knopfstiefel mit dem Taschentuch herum. Und das sechsjährige Pitterken, dem eine Botanisiertrommel über die Schulter hing, ließ jeden seine Kanonenstiefel bestaunen.

Ungeduldig trippelten die Kinder umher und schauten die Straße hinab, ob die letzten säumigen Teilnehmer noch nicht in Sicht waren. Da stürmte plötzlich et Fränzken auf den Platz und schrie: „Se kuomen! Äwer Se brängen dat eklege Selma met." Ein unwilliges Gemurmel ging durch die Reihen. „Wat?", grollte der Müllers Otto, „Et Selma? Dat fehlt us noch. Werr heet dat dann egeladen?" Dat sall wall dr Baatschräbber om Gewessen han . . . böss stell, Emil, dat es su", sagte der Fennand. „Äwer", fuhr er fort, als er die betretenen Gesichter sah, „söffer us denn Dag nit met dem Selma verderwen. Ech hault et en Räsong, do kaffier ech vür."

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Der letzte Brief

von Alma Mühlhausen

Draußen lag schon die Dämmerung des frühen Novemberabends, und gegen die Fensterscheiben trommelte der Regen sein monotones Lied. Sinnend stand Mutter Burgdorf am Fenster und schaute auf den Rinnstein, in dem die dürren, lebensmüden Blätter wie kleine Schiffchen trieben. Mit einem Seufzer wandte sie sich dann vom Fenster ab und schaltete das Licht an. Als die Läden dicht geschlossen vor den Scheiben lagen, setzte sie sich hin und überließ sich ihren Gedanken, die sich heute besonders dem gefallenen Sohne zu-wandten. Ein bitteres Gefühl, ein heißes Aufbegehren: Warum musste gerade er, der doch noch in der Blüte seiner Jugend stand und sich so hohe Ziele gesetzt hatte, sterben? Doch blieb die Frage ohne Antwort. Aber über die Erbitterung trug das Wissen um das Schöne im Leben ihres Kindes schließlich den Sieg davon. Diese Erinnerung konnte ihr auch der Krieg nicht nehmen. Und — so sagte sich Mutter Burgdorf — trugen nicht die Mütter der ganzen Welt das gleiche Leid? Flossen die Tränen der Mütter, die ihr Liebstes geopfert hatten, an diesem Tage nicht genau so reich und heiß wie die ihren? Stark musste man sein . . .

Hastig ihre Tränen trocknend, erhob sich Mutter Burgdorf und entnahm einer Schublade einen großen, bis obenhin mit Briefen gefüllten Karton. Wie ihr seine Schrift vertraut war! Und die Anrede lautete immer gleich: „Du, meine liebe, gute Mutter!" Und diese Liebe war mit seinem frühen Tode nicht gestorben. Sie lebte in ihrem Herzen weiter. Kein Grab war so groß und tief, dass es die Liebe ihres Jungen zu seiner Mutter fassen konnte.

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Galerie der Rem­scheider Originale gut bestückt

Ohne Gesangvereine ist das Leben im alten Remscheid nicht denkbar. Einer für viele: der Damenchor »Edelweiß«

Großem Schaugepränge und allzu anspruchsvollen kulturel­len Höhenflügen abhold, hatte der alte Remscheider immer ein Herz für den Gesang, unter anderem, weil es dabei für ihn so leicht schien, selbst aktiv zu werden. Wo viele sich mühen, kommt hier und dort Glänzendes zustande. Doch ist Singen im Remscheider Raum so zweckfreies Vergnügen nicht ge­blieben, wie mancher es sich gedacht hatte. Zu Kaiser Wilhelms Zeiten wurde, wie Bert Voß, bekannter Remscheider Chorleiter, es einmal ausdrückte, »der nationale Notenschrank leergesungen«, in der Nazizeit gab es ideolo­gisch gelenkte Chorparaden, dazwischen, nach dem Ersten Weltkrieg, auch große Leistungen: Felix Oberborbeck mit dem Remscheider Männer-Gesangverein, Edmund Siefener mit dem BSI-Chor und dem Lehrergesangverein, Peter We­ber mit der Bergischen Liedertafel, Heinz Mönig mit der Germania, Ewald Hußmann mit den Rosenhügelern. Insgesamt bleibt die Feststellung: der Rem­scheider bot dem Gesang, auch wenn er mit ihm gelegentlich in historische Fehlentwicklungen hineingeriet, stets eine Heimstatt, und die Frauenstimmen fehlten im Konzert der Chöre keineswegs.

Was den Sport betrifft, so sind in Remscheids Geschichte auch hier die großen Namen rar. Früh schon erschloss man sich den Jahnschen Ideen. Um die Mitte des 19. Jahr­hunderts entstanden die ersten Turnvereine. Man turnte in Gasthäusern oder gar im Freien. Der Remscheider Turnver­ein von 1887, der Turnverein Jahn von 1892 und der Hastener Turnverein 1901 begannen mit dem Bau eigener Hallen. Und diese Vereine, dazu zwei Männer mit Namen Karl Grüber und Otto Witte, der eine als Stadtturnrat und Gauturnwart, der andere im TV Jahn und besonders mit der Verbesserung des Volksschulturnens befasst, machten für lange Zeit aus Remscheid eine Turnerstadt.

Sportvereine kamen meist erst nach 1900 dazu. Sie brachten einige Spitzenkönner hervor, die erwähnt werden sollen: den Sprinter Richard Corts (Haddenbacher Turn- und Ballspielverein, später VfB), der mehrmals Deut­scher Meister über 100 Meter wurde und 1928 in der deut­schen 4xl00-m-Silbermedaillen-Staffel von Amsterdam stand. Dr. Heinz Tüscher aus Remscheid brachte es im Ten­nis bis zur Nominierung für die Davis-Cup-Mannschaft 1934. Im Fußball spielte der Ballspielverein 08 Lüttringhau­sen Ende der zwanziger Jahre in der höchsten deutschen Klasse, und im Rollsport war Remscheid 1934 bis 1937 eine Hochburg, dank eines Mannes namens Wilhelm Müller, der mit Gerda Herold und Ulla Krumm-Höptner Deutsche Meisterinnen an den Start brachte und mit Paul Mehrfeld bei einer Europameisterschaft den zweiten Platz belegte.

Reich ist die Galerie der Rem­scheider Originale bestückt. Da war zunächst einmal der evangelische Pfarrer Friedrich Wilhelm Thümmel, 1856 in Barmen geboren, ein Katholikenfresser wie er im Buche stand. Thümmel war 1884 nach Remscheid berufen worden, und verfasste zwischen 1886 und 1894 derb-kritische, geist­reiche und scharfsinnige Streitschriften gegen die römische Kirche. Einige Titel: »Die Anbetung der lückenhaften Stoff­teile in Trier« (Polemik gegen die Verehrung des Hl. Rocks), »Clarenbachs Asche« (Streitschrift wider die Verbrennung des Reformators). Thümmel wurde wegen »Beschimpfung von Einrichtungen der katholischen Kirche« zu Gefängnis verurteilt, und als zur Zeit der gegen ihn laufenden Prozesse der 1885 zum Erzbischof von Köln ernannte, spätere Kardi­nal Dr. Philipp Krementz im Rahmen einer Firmungsreise Remscheid besuchte, zeigte sich, wie populär Thümmel, der seine Remscheider zu nehmen wusste, in der Stadt geworden war. Dem hohen Kölner Herrn schollen Spottverse entgegen: »Hoch lebe Pfarrer Thümmel! Derr Eäzenbischoff es en Lümmel!« Thümmel wurde später Hochschullehrer in Berlin und wirkte bis zu seinem Tode 1928 als Professor der Evange­lischen Theologie und Geheimer Kirchenrat zu Jena. Das zweite hier zu erwähnende Original: Wittkops Kasper (1862-1936), von Beruf Sägenschmied, volkstümlicher plattdeutscher Liederdichter und Vertoner seiner eigenen Schöpfungen. Diese trug der von ihm gegründete Gesang­verein »Guot Fröng - de Sänger van derr Beek« vor, und Wittkop schlug den Takt stets mit einem Hölsenschmickelschen, einem zu einer Gerte zugeschnittenen Ilex-Zweig mit roten Früchten.

Der Dritte im Bunde der Originale: Leo Lihn, genannt der bergische Diogenes (1857-1944). Er war ein fröhlicher Le­bensweiser und ein Außenseiter in seiner Kleidung. Er hatte einmal eine kleine Fabrik, doch dann zerschlug ihm die Inflation alles. Fortan handelte er mit Zigarren. Er war sommers wie winters ohne Hut, Mantel und Strümpfe un­terwegs, mit einem Geschäftsköfferchen an der Hand und einem oft krückenlosen Regenschirm unter dem Arm. Um den Hals trug er einen Stehkragen, vor der Brust einen grell­gelben Schlips, der durch einen Messingring gezogen war. Und mit gewaltiger Stimme trug er überall seine Weltan­schauung vor. Gedichte schrieb er auch. Eines davon: »Nach Klarheit ringt die Menschenseele, sie will bis zu dem Her­zensgrund; sie will dorthin ohn' Falsch und Fehle, sie weiß, dort wird sie nur gesund. Doch bangt ihr vor der großen Tie­fe, sie kann so recht den Grund nicht sehn. Sie tut, als ob vor Angst sie schliefe und glaubt kaum, dass der Grund so schön. Doch wenn sie mal am Grund gewesen und hat die Ruhe dort gesehn, dann ist vom Irrwahn sie genesen, dann weiß sie, wo es wunderschön.« (aus: „Remscheid so wie es war“, von Dr. Gerd Courts, erschienen 1974 im Droste Verlag.)

Oktober 2007: Der Waterbölles blättert zurück

Remscheids größtes Graffiti“ (Foto rechts) präsentierten vor zehn Jahren  die Grüne Jugend Remscheid und der Parkservice Remscheid (PSR im Parkhaus am Markt / an der Kirchhofstraße.

Von den Grünen stammte vor zehn Jahren der Antrag, bei der Bauleitplanung den Bevölkerungsschwund zu bedenken, also bei der Flächennutzungsplanung und neuen Bebauungsplänen die aktuellen demographischen Daten zu Grunde zu legen statt eines veralteten Datenmaterials. Da klaffe zwischen zwei Bevölkerungsprognosen für 2015 eine Lücke von 4000 Menschen.

Kopfzerbrechen bereitete dem Vorstand des Verkehrs- und Fördervereins Lennep mit Klaus Kreutzer als Vorsitzendem im Oktober 2007 die anhaltende Zitterpartie um das Lenneper Oktoberfest auf der neuen „Westumgehung“ in Lennep. Zwei angrenzende Unternehmen bemühten sich per Einstweiliger Verfügung beim Verwaltungsgericht, das Fest doch noch zu verhindern, nachdem ihre Widersprüche gegen die ordnungsbehördliche Genehmigung des Festes erfolglos geblieben waren. Zur Erleichterung des Vereins teilten die Rechtsanwälte der beiden Firmen, die bei der Stadt vergeblich gegen die Sperrung der Westtangente Widerspruch eingelegt hatten, ein paar Tage später mit, das Verwaltungsgericht Düsseldorf werde nicht angerufen.

Bis Oktober 2007 hatten die Befürworter des Schaufensters der Wirtschaft– allen voran Klaus W. Kühn, Chef der Firma Erbschloe Fun Construct GmbH, und der damalige RGA-Verleger Dr. Wolfgang Pütz – noch die Hoffnung, mit Hilfe des Bahnhofsinvestors „HBB Gewerbebau Projektgesellschaften mbH“ und öffentlichen Zuschüsse das ehrgeizige Projekt quasi in letzter Sekunde doch noch retten zu können. In Bremen erfuhren Kühn und Pütz dann von HBB-Geschäftsführer Harald Ortner gehört,  dass das Projekt ohne einen Zuschuss von Land und Stadt in Höhe von zwei Millionen Euro auf tönernen Füßen stehe. Danach gingen wiederum mehr als zwei Wochen ins Land, ohne dass sich die Stadt Remscheid oder die Bezirksregierung in Düsseldorf zur Frage der Finanzierung zu Wort gemeldet hätte. Und dabei blieb es dann auch. Ohne Moos nix los.

Einer Arbeitsgruppe der Arbeitsgemeinschaft "Hilfen zur Erziehung" erarbeitete vor zehn Jahren "Leitlinien zum Schutz des Kindeswohls" bei akuten Gefährdungssituationen – als Grundlage für gesetzlich vorgeschriebene Vereinbarungen mit allen Trägern von Diensten und Einrichtungen, die nach dem Kinder- und Jugendhilfegesetz Leistungen erbringen. Damit übernahmen später alle Träger der Jugendhilfe in gleicher Weise den Schutzauftrag für das Kindeswohl und verpflichteten sich, das Jugendamt zu informieren, wenn die Gefährdung des Kindeswohls mit den ihnen zur Verfügung stehenden Mitteln nicht abgewendet werden kann. Besondere Bedeutung kommt dabei Kontrollbögen für das Wohl von Kindern und Jugendlichen zu. Als Risikofaktoren für eine mögliche Gefährdung bei 14- bis 18-Jährigen nennt der Schutzbogen Traurigkeit/Zurückgezogenheit, auffällige Ruhe bzw. Teilnahmslosigkeit, depressives Verhalten, fehlende emotionale Schwingungsfähigkeit, aufmerksamkeits-/ beziehungssuchendes Verhalten, auffällig mangelnde Frustrationstoleranz, Selbstverletzungen, Antriebsarmut bzw. mangelndes Interesse an der Umwelt, anhaltende Schaukelbewegungen, unsicheres/wechselndes Nähe- und Distanzverhalten, auffälliges Kontaktverhalten gegenüber Gleichaltrigen, mangelndes Selbstwertgefühl, Hinweise auf Zugehörigkeit zu einer extremistischen Gruppierung, Missbrauch von Alkohol und Drogen, Straffälligkeit (Diebstahl, Drogen, Körperverletzung, Sexualstraftat), schwere psychische Störung und auffälligen Medienkonsum.

Die Ankündigung der Stadt Remscheid, auf der Fichtenstraße die Beschränkung auf 30 km/h aufzuheben und wieder 50 km/h zuzulassen, schließlich handele es sich um eine Haupterschließungsstraße, löste vor zehn Jahren in der Bezirksvertretung Süd heftige Diskussionen aus. Anwohner der Fichtenstraße konnten sich noch daran erinnern, dass die Bauverwaltung d auf einer frühen Bürgerversammlung zum geplanten Neubaugebiet „Alter Flugplatz“ im Anschluss an den Straßenausbau verkehrsberuhigende Maßnahmen angekündigt hatte, um den Durchgangsverkehr von der Fichtenstraße fernzuhalten, Und die Kindertagesstätten Ahömchen e.V. und Sedanstraße, die Walter-Hartmann-Schule und andere sammelten vor zehn Jahren fast 500 Unterschriften gegen Tempo 50. Doch die Verwaltung blieb hart. „Wir brauchen Straßen, auf denen der Verkehr fließen kann!“, sagte damals in der BV Verkehrsplaner Udo Wilde.-.Sieben Jahren zuvor hatte sich das in einer Antwort der Verwaltung auf eine Antrag der CDU noch ganz anders angehört: „Von einer Aufhebung der bestehenden „Zonen 30" (wird) abgeraten, zumal die entsprechende Entwicklung innerhalb des Stadtgebietes von Remscheid im Wesentlichen als abgeschlossen betrachtet werden kann und sich bewährt hat.“

Ehrenmitglied der Jungen Union wurde im Oktober 2007 Staatssekretär a.D. Gerd Lemmer.  Der Remscheider war nach Ende des Zweiten Weltkriegs der erste JU-Vorsitzende in Remscheid. Auf der Feier zum 60-jährigen Bestehen der Jungen Union (JU) schilderte Lemmer, wie schwierig – in vielerlei Hinsicht, auch politisch – in Remscheid die ersten Nachkriegsjahre gewesen seien. Damals habe die Junge Union gerne die Versammlungen der Kommunisten besucht und kräftig mitdiskutiert. Zwar sei man auch zu den Sozialdemokraten gegangen. „Aber da war es langweiliger!“

Auf das Oktoberfest auf der neuen Verbindungsstraße zwischen den Straßen „Am Bahnhof" und „Alte Kölner Straße" folgte 2007 übrigens auf einstimmigen Beschluss der Bezirksvertretung Lennep die Namensnennung in „Robert-Schumacher-Straße“. Damit wurde zwölf Jahre nach seinem Tod ein Kommunalpolitiker und Landtagsabgeordneter gewürdigt, der über viele Jahre hinweg in Remscheid die SPD verkörpert hatte. Robert Schumacher starb am 14. Januar 1995 im Alter von 59 Jahren in Lennep, wo er die letzten 22 Jahre seines Lebens verbracht hatte.

Im Oktober 2007 dachte die Leitung des Landesbetriebs Straßenbau (LSB) Nordrhein-Westfalen erstmals über alternative Standorte für die Autobahn-Raststätte Remscheid nach. Der Grund: Nach dem dreispurigen Ausbau der  A1 sei dort für eine Raststätte kein Platz mehr. Zumal schon jetzt die Zahl der Parkplätze für Lastwagen nicht mehr ausreiche. Und Lastwagenfahrer seien verpflichtet, ihre Ruhezeiten einzuhalten, fänden aber immer häufiger keinen freien Rastplatz. Und das bei einem in den nächsten Jahren weiter anwachsendem Güterverkehr auf den Autobahnen. Eine Prognose, die sich längst bewahrheitet hat. Die Raststätte Remscheid gibt es immer noch, und ein Ersatz ist nicht in Sicht.

Der Orkan „Kyrill“ von Januar 2007 habe in Remscheid Wälder auf einer Gesamtfläche von etwa 130 Hektar zerstört, teilte im Oktober 2007 die Stadt Remscheid mit. Das entspreche nahezu sechs Prozent der Gesamtwaldfläche und etwa 27 Prozent der bisherigen Fichtenfläche. Für die Wiederaufforstung zur Begründung neuer Mischwälder aus Laub- und Nadelhölzern durch das Remscheider Stadtforstamt wurden damals mindestens drei Jahre veranschlagt. Die Ergebnisse nach zehn Jahren: sehenswert!

Am Mittwoch, 31. Oktober 2007, wurde der notarielle Vertrag unterzeichnet, und dem damaligen Sozialdezernent Burkhard Mast-Weisz sah man bei der anschließenden Pressekonferenz die Erleichterung an, dass nun alles „in trockenen Tüchern“ ist: Eine gemeinnützige GmbH, ausgestattet mit dem geringstmöglichen Betriebskapital von 25.000 Euro, löste die bisherigen städtischen Altenheime „Stockder-Stiftung" und „Haus Lennep" mit ihren 220 Pflegeplätzen ab und betreibt seit dem 1. Dezember 2007 die „Bergische Alten- und Pflegeinrichtungen Remscheid“. An der neuen Gesellschaft hält die Bergische Diakonie Aprath (BDA) 51 Prozent (=12.750 Euro) und die Stadt Remscheid 49 Prozent (=12.250 Euro). Dem hatte im April 2007 der Rat der Stadt zugestimmt.

Alles begann mit Pressburger Tinten-Pulver

von Dr. Wilhelm R. Schmidt

Dieser Tage übergab mir eine Dame in Lennep ein gerahmtes historisches Zeitungsblatt aus dem Jahre 1832. Sie hatte mir zuvor per Mail mitgeteilt, dass das „Bild“ aus der Wohnungsauflösung einer Freundin stamme und sie sich freue, damit noch etwas Sinnvolles anfangen zu können. Es handelte sich um ein Doppelblatt des Lenneper Kreisblatts vom Mittwoch, 4. Januar 1832. Neben einem historischen Rückblick auf die „Feier des Neujahrtages“ in den europäischen Ländern, der Angabe des aktuellen Geldkurses, der  Frucht- und Branntweinpreise sowie einem Hinweis auf einen Ball bei J.P. Karthaus in Radevormwald am zukünftigen Sonntag ist unter der Rubrik „Anzeigen“ vor allem eine „Empfehlung“ der Lenneper Firma E. und W. Grüderich abgedruckt. Eine Großmutter der jetzigen Erblasserin hatte, so ermittelte die Übergeberin des Objekts, um 1900 bei der Familie Grüderich in Dienst gestanden, es handelt sich also um die Erinnerung an eine Arbeitgeberfamilie im alten Lennep.

Aber wer waren diese Familie und diese Firma eigentlich? Mir und meiner Familie sind sie durchaus bekannt, und gerade in der letzten Zeit werde ich bei Lennep-Führungen des Öfteren danach gefragt. So mancher „alte“ Lenneper erinnert sich noch daran, dass in der Franz-Heinrich-Straße nahe des Stadions früher eine Lackfabrik gestanden hat, deren zwischenzeitlicher Eigentümer ein Franz Heinrich Müller war, der der Straße den Namen gab, und von dem ich noch eine Ehrenurkunde des Verbands Deutscher Lackfabrikanten aus dem Jahre 1919 verwahre.

Die Ausgabe des Lenneper Kreisblatts vom Mittwoch, 4. Januar 1832, die eine „Empfehlung“  für die in diesem Jahr gegründete Lenneper Chemie- und Lackfabrik E. und W. Grüderich enthielt.Der Name Grüderich ist in Lennep schon zu Beginn des 19. Jahrhunderts nachgewiesen. Es existieren sogar noch Fotos aus der Nachkriegszeit und aus der Abrisszeit Mitte der 1980er Jahre, auf denen teilweise das  Schmelz- und Sudhaus, das Tanklager und die Fabrikation der Firma zu sehen sind. Die Familie Grüderich gehörte auch in den Umkreis der Dürholts, Haas, Lisners, Schmidts und Wenders in Lennep, der offizielle Firmensitz war lange Zeit an der Wupperstraße 11 angesiedelt, und es gibt eine Anekdote, dass ein pedantischer Firmenchef immer auf  Tag und Stunde genau auf  Geschäftsreise zum Bahnhof schritt und zurückkam, wegen seiner rosa Gesichtsfarbe nannte man ihn das „Röschen“.

In dem Zeitungsblatt aus dem Jahre 1832 war die Werbung der Firma Grüderich war wahrscheinlich ihre allererste. Denn später, bis noch in die Zeit nach dem Zweiten Weltkrieg, warb sie damit, just im Jahre 1832 gegründet worden zu sein. „Qualität seit 125 Jahren“ hieß es später auf Rechnungsformularen.

Wie aber hatte alles begonnen? Angefangen hat es mit dem seinerzeit beliebten Prager bzw. Pressburger Schnell-Tinten-Pulver, das ein gewisser Dr. Marini erfunden hatte, und das durch eine bloße Mischung mit kochendem Wasser eine sogleich brauchbare und dauerhafte Tinte lieferte. So etwas konnte man sicherlich auch gut im Kreis Lennep und darüber hinaus verkaufen, zumal das Produkt nach den Angaben der Familie Grüderich gleich mehrere positive Eigenschaften vereinigte, nämlich Güte, Bequemlichkeit und Wohlfeilheit. Zugleich empfahl die Lenneper Firma in der Zeitungsannonce damals noch ihre echte englische permanente Zeichentinte, zum Zeichnen auf Leinen, Hemden, Bett-, Handtüchern etc. Garantiert konnte diese Tinte durch Waschen und Bleichen „nicht vertilgt“ werden. Weitere Produkte waren die beliebte holländische „Bitter-Essenz sowie Material- und Farbwaren".

Schon früh also gab es Ansätze zur lange später kurz so genannten „Lackfabrik“  in Lennep, die sich selbst über weite Strecken der Geschichte auch als „Chemische Fabrik“  bezeichnete. In meinen Unterlagen gibt es noch einen originalen Rechnungsbrief vom 26. August 1846 an einen Bezieher in „Cassel“ sowie Fotos aus der unmittelbaren Nachkriegszeit 1949, auf denen man das Schmelz- und Sudhaus, das Tanklager und  weitere Firmenteile an der Franz-Heinrich-Straße erkennt. Auch aus dem Jahre 1984 sind noch Fotos der Gebäude überliefert. 1986 entstand dann an gleicher Stelle ein moderner Bau der Lenneper Firma „Marmor Florath“.

Es scheint in den Lenneper Familien weit verbreitet gewesen zu sein, frühe Ausgaben des Kreisblatts zu verwahren, allerdings nur, sofern darin etwas über die eigene Familie oder besonders interessierende Vorkommnisse stand. Das heutige Rotationstheater und das Rotationscafé erinnern in Lennep an der Kölner Straße 10 noch an den einstigen Druckort. Obwohl das damalige Blatt in erster Linie amtlichen Charakter hatte, fanden die Leser doch darin auch historische Betrachtungen, Anekdoten und Rätsel.

 

De Herfs kümmt mett gruoten Schretten

Nu hand wiar dat Joar bold wiar ömm. De Herfs kümmt. De Blehder fallen opp dat Trotoar unn ett wüard wiar flutschig. Emm Gaaren iss wiar völl te donn. De Büam un datt Geströcks müaten jeschieden wärden. De Fetzebuohnen sind och bald wech. De Gaarenmüabel wiar in denn Keller rinn. De Erika in datt Bluamenküwen. De Heeg mett de Heegescheär affjeschnieden unn de Vuogelsfuor in de Vuogelshüsken. De freeten joo wie de Raderdollen, datt jött en botten Wengter.

De Kaal hätt för datt Ottomobil nieue Wengterriepen bestöllt. He hätt schon Glüahwian, Marzepanearpel unn Spekelazius tem zoppen im Koffe und dann op ett Schwattbruot, jekoppt, die jött ett joo schuan seit Anfang September in de Geschäfte.

Meddendrin in de Arbiet, iss dann och de Muader vam Kaal jestorwen unn wiar muaten mett de Liek gonn. Donoh joow ett enn ordentleche Liekzech mett allem dröm un dran. De Muader hätt datt all schon vüranapp geplant. Demm Kaal sian Bruader, de Erwin, woor och doo. Datt es enn Siewerbacken. Doo goov ett wiar Konkelfusen unn Geseier. Ech kann denn Kearl nech aff. He kuam stiefstaats mett schwattem Aantogg unn schwoafelt in Huohdütsch drömrömm. Hee ist huohpöazeg und pritteg. Ett iss enn Jonggesell unn datt blievt he och. De Kaal ess doch janz angersch.

Nuu können de Kaal un de Erwin dat Erwe verjöcken.

Ech glüof ech hann mech verküöhlt am Sonndag opp dem Lütterkuser Bauernmarkt. Ech hann mal wiar Ströppmuos mett Mettwüarschtchen besorcht. Unn enn gerüökerte Forell har ech jekuopt biar de Ruotuogen. Enn paar leckere Äppel unn Bullebäusken för nohmidags emm Koffedrenken. De goov ett ja wedder alles, fresch jebackenes Bruot unn Platz, Wüarschtkes, freschen Appelsaft, Bluamen unn Kürbis, Büöker unn Woll, Vuogelshüsken unn Nüdelkes, Lachs un Matjesbrüötchen, un noch völl miar.

Alle hand Pläsier un Vermach unn hand en ordentlechen Reibach jemakt.

Ett Bergesche ess doch fien, watt ett hiar all givt. Unn de Langkschäp iarscht, de Kanädiän Sammer emm Bosch.

Bis Strackes önker Klärchen

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Herfs/Herbst, Trotoar/Gehweg, Fetzebuohnen/Strauchbohnen, Vuogelsfuor/Vogelschar, mett de Liek gonn/mit der Leiche gehen/Beerdigung, Liekzech/Reu-essen, Siewerbacken/Dummschwätzer, Konkelfusen/dummes Geschwätz, Geseier/Schwafelei, huohpöazeg/hochmütig, pritteg/hochnäsig, verjöcken/verjubeln, Ströppmuas/Rübstiel,  Platz/Stuten, Pläsier/Spass, Vermach/Abwechslung, Reibach/Gewinn. Langkschäp/Landschaft

Eine Straßenbahn 1907 am Kaiserplatz in Lennep

Die Straßenbahn am einstigen Kaiserplatz in Lennep, heute Mollplatz

von Dr. Wilhelm R. Schmidt

Unsere heutige Ansichtskarte wurde am 2. März 1908 in Lennep zur Post gegeben und gestempelt. Sie ist an eine Maria Langshausen in Zülpich gerichtet, und auf der Rückseite haben einige Lenneper ihre Unterschrift gesetzt. Man sieht den heutigen Mollplatz, damals hieß er Kaiserplatz, und eine Straßenbahn, die augenscheinlich das Interesse von Jung und Alt erregt. Warum dies, das wird man sich vielleicht heute fragen? Die Antwort: die Straßenbahnlinie von Remscheid über Lennep nach Lüttringhausen war damals nicht einmal ein Jahr alt, und wahrscheinlich entstand die Ansichtskarte gleich nach Eröffnung der Bahnstrecke im Jahr 1907.

Wenn man genau hinsieht, sieht man, dass die Schienen sehr nah am Bürgersteig, am Trottoir wie man damals sagte, verlaufen, und in der Tat war die Enge in diesem Bereich und dem nahen Beginn der oberen Poststraße extrem und führte später schon in den 1930er Jahren zu Konzepten der Neugestaltung. Mollplatz und Poststraße wurden dann aber erst in den 1960er Jahren neu gestaltet und verbreitert. Der Kaiserplatz gehörte vor dem Ersten Weltkrieg zu den Vorzeigearealen des wilhelminischen Lennep, nicht nur wegen seiner repräsentativen Bebauung mit stattlichen Häusern, die damals auch schon rund 90 Jahre alt waren, sondern vor allem wegen des Kaiser- und Kriegerdenkmals, das unter Beteiligung namhafter Künstler und Architekten vor allem an den Sieg über Frankreich im Krieg 1870/71 erinnern sollte.

Die Begeisterung für die neue Straßenbahnlinie war damals groß. Und natürlich musste seinerzeit auch eine Lenneper Firma eine entsprechende Ansichtskarte produzieren. Es war die Buchhandlung Schmitz an der Wetterauer Straße, die dort seit 1850 residierte und später  auch einen Lenneper Verlag umfasste. Die Straßenbahn durch Lennep habe ich als Kind noch erlebt, mehr noch, ich trage eine sichtbare Erinnerung an sie auf der Stirn, bei einer waghalsigen Rollerfahrt die Poststraße hinunter, das war damals zwischendurch verkehrsmäßig noch möglich, rutschte ich unterhalb des Berliner Hofs auf den Blättern einer riesigen Blutbuche aus, die die Schienen bedeckten, und schlug mir die Stirn auf. Die uralte Blutbuche fiel später auch der Straßenmodernisierung zum Opfer; die Narbe aber habe ich immer noch.

Gottes Wort als Zuspruch und Anspruch

Eine kleine Torte machte gestern Abend im Vaßbender Saal am Remscheider Markt den zahlreichen geladenen Gäste schon bei der Begrüßung am Eingang durch Superintendent Hartmut Demski schnell klar: Dieser Jahresempfang war etwas Besonderes. Nicht wegen der größeren Zahl der Teilnehmer im Vergleich zu den Vorjahren, sondern weil er im Zeichen des Doppeljubiläums von 500 Jahren Reformation und 200 Jahren Kirchenkreis Lennep stand. Letzteres war auf der Torte nicht zu übersehen. Sie stamme „aus berufener Wermelskirchener Hand“, verriet Pfarrerin Kristiane Voll, Assessorin des Kirchenkreises. Und auf das einsetzende Geraune und leise Lachen im Saal  - viele wussten, welcher Konditor gemeint war - reagierte sie schmunzelnd: „Der Superintendent hat sie nicht gemacht!“

Die Jubiläumstorte. Foto: Lothar KaiserEs blieb nicht bei diesem einzigen Zeichen von Humor und guter Laune. Gut aufgelegt war musikalisch auch der Gospelchor „Mixed generations" unter Leitung von Kirchenmusikdirektor Christoph Spengler. Und was Hartmut Demski aus dem druckfrischen Buch „„200 Jahre Ev.  Evangelisch im Bergischen Land. Der Kirchenkreis Lennep und seine Gemeinden 1817 - 2017“Kirchenkreis Lennep" von Wolfgang Motte berichtete, das ab sofort für 24 Euro zu haben ist, stimmte nicht nur nachdenklich, sondern war manchmal auch erheiternd. Beides galt auch für die persönlichen Erinnerungen von Pfarrer i. R. Karlheinz Potthoff, der 1990 bis 1995 Superintendent des Kirchenkreises Lennep war.  „Vergnügt, erlöst, befreit"  intonierten die „Mixed generations“ dazu. Der abwechslungsreiche Abend klang aus mit guten Begegnungen und Gesprächen bei einem Imbiss. Letzterem hatte Kristiane Voll ein Luther-Zitat vorausgeschickt: „Iss, was da ist; trink, was klar ist, red‘, was wahr ist!“

Im Vorwort zu dem neuen Buch betont Superintendent Demski, Autor Wolfgang Motte habe darin seine langjährige und umfängliche Beschäftigung mit der Rheinischen Kirchengeschichte einfließen lassen – als Pfarrer einer Gemeinde und als langjähriger Assessor des Kirchenkreises, „den die Beschäftigung mit dem Weg seiner Kirche nie losgelassen hat. Entstanden sei so ein „Protokoll des Wandels“. Wir sehen vor uns die wesentlichen Stationen eines 200-jährigen Prozes­ses der Entwicklung und der Veränderung. „Jeder von uns ist zu seiner Zeit mitverantwortlich für den Weg, den Kirche und Gemeinde nehmen. Darum wünsche ich diesem Buch viele interessierte und auch kritische Leser. Was können wir lernen aus den Prozessen der vergangenen 200 Jahre? Welche Kräfte wollen wir stärken für den weiteren Weg unseres Kirchenkreises? Inmitten aller Veränderung und Bewegung bleibt unübersehbar das Wort Gottes als Zuspruch und Anspruch für unser ganzes Leben. (...) „Das Wort Gottes bleibt in Ewigkeit" schrieb die Bekenntnissynode 1934 unter die Barmer Theolo­gische Erklärung. Weil das gilt, können wir auch die Veränderungen in unserer Kirche unaufgeregt und gelassen betrachten.“

"Ein Buch zum Nachschlagen und Stöbern!"

von Superintendent Hartmut Demski*

Der Kirchenkreis Lennep geht in seinem derzeitigen geographischen Bestand zurück auf den Landkreis Lennep, eine Schöpfung der preußischen Administration. Inzwischen hat die geschichtliche Entwicklung diese Struktur überholt. Wenn wir uns heute irgendwo als Mitarbeiter des Kirchenkreises Lennep vorstellen, ist das schon manchmal erklärungsbedürftig; denn so allgemeiner Bekanntheit erfreut sich Lennep nicht. So verwundert es nicht, dass es vor einigen Jahren im Rahmen des Leitbildprozesse in unserer Kreissynode Überlegungen gab, einen anderen Namen für den Kirchenkreis zu wählen: vorgeschlagen war u.a. ‚Kirchenkreis im Bergischen Land‘ oder ‚Kirchenkreis an der Wupper‘. Doch keiner der Vorschläge fand eine Mehrheit, und so feiern wir heute den Geburtstag eines Kirchenkreises, der zwar seine Grenzen deutlich verändert hat, aber noch immer auf den gleichen Namen hört: der Kirchenkreis Lennep.

Wolfgang Motte hat auf unsere Bitte hin zur Geschichte des Kirchenkreis eine Chronik veröffentlicht, die ab heute erhältlich ist: „Evangelisch im Bergischen Land - Der Kirchenkreis Lennep und seine Gemeinden". Ich habe die große Freude, Ihnen dieses neue Buch heute vorstellen zu können und damit einige Einblicke in die 200 jährige Geschichte des Kirchenkreises zu ermöglichen.

„Evangelisch im Bergischen Land. Der Kirchenkreis Lennep und seine Gemeinden 1817-2017“
ISBN 978-3-945763-41-4, 1.Auflage August 2017, 208 Seiten DIN A4, Copyright 2017 - Ev. Kirchenkreis Lennep - Wolfgang Motte. Herausgeber: Evangelischer Kirchenkreis Lennep, Autor: Wolfgang Motte, Konzeption: Hartmut Demski, Wolfgang Motte.
Gesamtherstellung und Vertrieb: Bergischer Verlag, RS Gesellschaft für Informationstechnik mbH & Co. KG, Verleger Arndt Halbach, Martin Czialla, Auf dem Knapp 35, 42855 Remscheid, www.bergischerverlag.de, E-Mail: info@bergischerverlag.de.

*Gestern stellte Hartmut Demski beim Jahresempfang des Evangelischen Kirchenkreises Lennep im Vaßbendersaal am Remscheider Markt das neue Buch „200 Jahre Evangelischer Kirchenkreis Lennep“ von Wolfgang Motte vor.

Wolfgang Motte war bis zu seiner Pensionierung Pfarrer in der reformierten Kirchengemeinde Radevormwald und zugleich Assessor des Kirchenkreises Lennep. Schon immer geschichtlich interessiert hat er sich vor allem nach seiner Pensionierung intensiver mit der Kirchengeschichte unserer Region befassen können. Als Synodalbeauftragter für die Archivarbeit im Kirchenkreis hat er damit begonnen, sich mit der alten Schrift und dem Lesen alter Pläne und Dokumente vertraut zu machen. Schon das ist manchmal eine Aufgabe für sich. Eine seiner ersten Veröffentlichungen war dann die kommentierte Herausgabe der Synodalprotokolle der Kreissynoden des Kirchenkreises aus den ersten 36 Jahren, also von 1817 bis 1843. Weitere Untersuchungen und Darstellungen schlossen sich an, so dass das jetzt erschiene Buch die Arbeit der vergangenen 20 Jahre abrundet.

Die Themen „Trauerhaus Emmaus", der Leitbildprozess, aktuelle ökumenische Entwicklungen und „Die Stiftung Tannenhof in der NS Zeit" sind von Johannes Haun beigetragen worden. An den aktuellen Abschnitten hat er als Pfarrer in der Kirchengemeinde bei der Stiftung Tannenhof selbst teilgehabt, den Rückblick auf die NS Zeit hat er im Zusammenhang der Aufarbeitung dieser Thematik durch die Stiftung Tannenhof erarbeitet.

Michael Müller hat neben einer peniblen Korrekturarbeit viele Anregungen zum Entstehen des Buches und zu der Gesamtkonzeption gegeben. Nicht zuletzt verdankt das Buch seine schöne äußere Gestaltung, die lesefreundliche Darstellung und die einladende Aufmachung der sehr hilfreichen Begleitung durch den Bergischen Verlag, der uns als Neulingen in der Herausgabe solch eines Werkes von großer Bedeutung war. Insbesondere der Buchherstellung von Herrn Bruchhaus sowie der Verlagsleitung, Thomas Halbach, verdanken wir hier viele gute Anregungen und Ideen.

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