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Gegen Demenz helfen rege soziale Kontakte im Quartier

Ziel der Landesinitiative Demenz-Service NRW – gefördert vom Ministerium für Gesundheit, Emanzipation, Pflege und Alter des Landes NRW und den Landesverbänden der Pflegekassen und koordiniert vom Kuratorium Deutsche Altershilfe – ist die Verbesserung der wohnortnahen Versorgung für Menschen mit Demenz und deren Angehörige. Daran arbeiten in NRW (als einzigem Bundesland) derzeit 13 Demenz-Servicecenter. Für die Städte Remscheid, Solingen und Wuppertal sowie den Oberbergischen und den Rheinisch-Bergischen Kreis ist das Demenz-Servicezentrum Bergisches Land zuständig in Trägerschaft der Evangelischen Stiftung Tannenhof. Dort arbeiten die Diplom-Psychologin Monika Wilhelmi (Leitung), der Diplom-Sozialwissenschaftler Arnd Bader und die Krankenschwester Susanne Bäcker. Bader stellte den Mitgliedern des Sozialausschusses am Mittwoch des Servicezentrum vor, das sich der Vorbeugung gegen Demenz verschrieben hat. „In Vorbeugung muss mehr als bisher investiert werden!“, forderte er.

Die häufigsten Ursachen einer Demenz sind Alzheimer-Erkrankung, Durchblutungsstörungen und Schlaganfälle (sog. vaskuläre Demenzen), Mischformen von Alzheimer-Demenz und vaskulärer Demenz, Lewy-Körperchen-Demenz, Parkinsonsche Krankheit, frontotemporale Degenerationen (z.B. „Morbus Pick“), Alkoholdemenz (Korsakow) sowie Vitamin- und Hormonmangelzustände. Die Wahrscheinlichkeit, an einer Demenz zu erkranken, steige mit dem Alter, sagte Arndt Bader. Experten gingen davon aus, dass jeder dritte Mensch, der das 65. Lebensjahr erreiche, im Laufe seines weiteren Lebens an einer Demenz leiden würde. „Die Zahl der Demenzkranken  wird dramatisch steigen, besonders in ärmeren Ländern“, kündigt der 2015 in London veröffentliche „Welt-Alzheimer-Bericht“ an. Die Prognose: Steigerung der weltweiten Erkrankungen von heute 46,8 Millionen über 74,1 Millionen im Jahre 2030 auf 131,5 Millionen in 2050. Forscher des Londoner King‘s College schätzen die gesellschaftlichen und volkswirtschaftlichen Kosten von Demenz weltweit auf jährlich 711 Milliarden Euro (Tendenz steigend). Und wie sieht es in Remscheid aus? Hier kamen im Jahre 2008, so der Demenz-Report des Instituts für Bevölkerung und Entwicklung in Berlin, auf 100.000 Einwohner 1.600 bis 1.900 Demenzkranke. Deren Zahl werde bis 2025 auf 1.900 bis 2.200 pro 100.000 Einwohner steigen, ein Plus von 300.

Arnd Bader.Arnd Bader, in Remscheid vielen besser bekannt als Langstreckenläufer (im Foto rechts  bei einer Ehrung als Sportler des Jahres), betonte, ohne frühzeitige Beratung und Vorbeugung würden die volkswirtschaftlichen Kosten von Demenz in den nächsten Jahren weiter deutlich steigen. Er verwies auf wissenschaftlich begründete Tipps, um die Leistungsfähigkeit des Gehirns zu erhalten und auch körperlich gesund zu bleiben, denn so könne der Ausbruch einer Demenz um bis zu sieben Jahre hinausgeschoben werden:

  • Intellektuelle Herausforderungen suchen
  • Sozial aktiv bleiben
  • Mehr bewegen
  • Mediterrane Kost
  • Stress reduzieren
  • Schlafqualität erhöhen
  • Medizinische Probleme behandeln lassen.

Zu den medizinische Problemen zählte Arndt Bader Nikotin- und übermäßiger Alkoholkonsum, Bluthochdruck, Diabetes mellitus, Herzrhythmusstörungen, erhöhte Blutfettwerte, Übergewicht, Bewegungsmangel und Blutgerinnungsstörungen. Unterschätzt werde häufig die Bedeutung nichtmedikamentöser Behandlungsverfahren, so Bader weiter. An Therapieverfahren zählt er auf:  Ergotherapie, Musiktherapie, Tanztherapie (regelmäßige Treffen in der „Esche auf dem Hohenhagen), Gedächtnistraining, Bewegungsangebote, Milieutherapie, Orientierungstraining und Logopädie.

Der Masterplan altengerechte Quartiere.NRW hat sich für Senioren ein möglichst langes und selbstbestimmtes Leben in der vertrauten Umgebung zum Ziel gesetzt – auch bei Krankheit oder Pflegebedürftigkeit. Allerdings setzt eine wohnortnahe Prävention und Stärkung der haushaltsnahen Versorgung (um soziale Folgekosten zu vermeiden) positive Beziehungen (mit sozialer Kontrolle und Hilfe) zwischen den Generationen voraus. Nicht nur innerhalb einer Familie, sondern auch unter den Bewohner/innen eines Quartiers. Zur vorbeugenden Demenzversorgung im Quartier zählte Bader Bewegungsprogramme (Ausdauer, Kraft & Koordination, Gruppenangebote, Spazierengehen, Tanzen, Yoga, Tai Chi …), Ernährungsberatung (Empfehlungen, Vermittlung von Erkenntnissen, Gemeinsames Kochen & Essen), geistige Aktivierung (Lernen von Sprachen und Musikinstrumenten, Meditation, Gedächtnistraining), Stressabbau (Resilienztraining, Salutotherapie, Entspannungs- und Wohlfühlprogramme, Selbstwirksamkeitstraining) und soziale Interaktion (zur Vorbeugung vor Depression und Isolation) durch Vernetzung und Selbsthilfegruppen. Wichtig sei auch bürgerschaftliches Engagement.

Daniel SchmidtWohnen im Alter bedeutet Abbau von Barrieren“ (Waterbölles vom 2. Dezember 2016). Daran arbeitet zurzeit in Rosenhügel Daniel Schmidt (GFoto links), wie Bader ein Langläufer. Bis zum 31. Januar 2018 koordiniert der Sozialarbeiter dort im Auftrag der Stadt das Modellprojekt „Altengerechte Quartiersentwicklung Remscheid-Süd“ des Landes NRW.  Dabei geht es um ausreichende Informationsmöglichkeiten über Angebote im Quartier und Beratung über in Frage kommende Hilfen, die bedarfsgerechte Versorgung im Wohnumfeld, präventive Hilfsangebote sowie niederschwellige Möglichkeiten der Begegnung und Kommunikation, die Beteiligung/Vernetzung und bürgerschaftliches Engagement.

Übergeordnet nehmen sich die Demenz-Servicecenter der gleichen Themenbereiche an, konzentrieren sich dabei aber auf soziales Clearing, Aufklärung, Support, Vernetzung, Impulsgebung und Strukturentwicklung. Zur Öffentlichkeits-  und „Lobby“-Arbeit gehören die Organisation und Moderation von Fachveranstaltungen, Aufbau, Moderation und Begleitung von Demenz-Netzwerken, Organisation und Moderation von Demenz-Tagen, Gremienarbeit (insbesondere kommunale Konferenzen zu Alter, Pflege und Gesundheit) sowie  Vorträge und Schulungen.

Besondere Themenschwerpunkte des Demenz-Servicezentrums Bergisches Land sind nach Angaben von Arnd Bader Demenz & Bewegung, Demenz & Sexualität, Demenz & (kulturelle) Teilhabe, Demenz & Schule, Demenz im Krankenhaus [Bader plädierte für einen Demenz-Berater pro Krankernhaus, um einem Krankheitsschub nach Operationen (Delir) vorzubeugen], Demenzversorgung (im Quartier) sowie Demenz & Prävention. Im Focus für 2017 (Landesweiter Themenschwerpunkt) stehen allein lebende Menschen mit Demenz. Für sie gebe es in Remscheid nicht genügend Kurzzeitpflegeplätze.

Zu den besonderen Gestaltungsaufgaben in den Kommunen zählte Bader „Pflegestützpunkte“ im Sinne des Pflegeversicherungsgesetzes 3, den Aufbau von Selbsthilfestrukturen (Gesprächskreise, Angehörigengruppen), inklusive (teilhabeorientierte) Bewegungs-, Kultur- und Freizeitangebote, sowie vollständige Versorgungsketten (d. h. niedrigschwellige Hilfen, ambulante Dienste, ambulant betreute Wohnformen, wohnortnahe Einrichtungen der Tages- und Nachtpflege, solitäre Kurzzeitpflegeeinrichtungen, wohnortnahe, ins Quartier integrierte vollstationäre Einrichtungen und demenzspezifische Hospiz- und Palliativstrukturen).

Betroffenen, Angehörigen, Interessierten, Professionellen und Ehrenamtlichen bietet das Demenz-Servicezentrum Bergisches Land eine Beratung an unter der leicht zu merkenden Telefonnummer RS 121212.

Integration ist nur gemeinsam zu bewältigen

25 Seiten umfasst der neue „Integrationsplan“, den die Verwaltung dem städtischen Integrationsrat zu seiner Sitzung am morgigen Donnerstag vorgelegt hat. Im Dezember 2015 hatte der Rat der Stadt  das aktualisierte Integrationskonzept der Stadt Remscheid für die folgenden zwei Jahre bewilligt. Die „Richtlinien zur Förderung“ des Landes NRW setzen eine solche Aktualisierung alle zwei Jahre voraus, damit das Land das Kommunale Integrationszentrum der Stadt auch weiterhin fördert. Der nun vorliegende Integrationsplan, der die im Integrationskonzept aufgeführten Handlungsfelder mit Leben fülle, sei eine Momentaufnahme der praktischen Umsetzung der Handlungsfelder auf der einen Seite und ein Strategieplan für den weiteren Integrationsprozess auf der anderen Seite, heißt es in der Vorlage. Zitat: „Integration kann nur vor Ort stattfinden! Integration ist keine Einzelaufgabe, sondern kann nur gemeinsam bewältigt werden. Das bedeutet: Nur unter Mitwirkung unserer Zuwanderinnen und Zuwanderer sowie aller Bürgerinnen und Bürger ohne Zuwanderungsgeschichte und nicht zuletzt nur mit Hilfe aller beteiligten Institutionen kann gelingende Integration vom Kindergarten über Schule, Arbeitsplatz, Sport und Verwaltung - also in allen Lebensbereichen - gestaltet werden.“ Weiter wird im Vorwort des neuen Integrationsplans ausgeführt:

„Remscheid ist eine Stadt der Vielfalt, in der seit Jahrzehnten Menschen aus über 120 Nationen friedlich zusammenleben und ihre Heimat gefunden haben. Diese Vielfalt bietet eine große Chance und ist zugleich auch eine große Herausforderung. Ende 2016 lebten 112.846 Menschen in Remscheid und 40.882 davon sind Menschen mit einem sogenannten Migrationshintergrund. Das bedeutet, dass mehr als 1/3 unserer Mitbürgerinnen und Mitbürger (36,2 %) eine Zuwanderungsgeschichte haben. Hierbei ist die Zahl der Geflüchteten, die inzwischen einen Aufenthaltsstatus haben und in Remscheid bleiben, nicht berücksichtigt. Nicht außer Acht gelassen werden darf, dass sich hinter dieser Zahl unterschiedliche Lebensstile, Biographien und auch Integrationsverläufe verbergen. Integration ist kein zeitlich begrenzter, sondern ein dauerhafter Prozess. Hierbei sind stets die für die jeweiligen Zuwanderergruppen relevanten unterschiedlichen Handlungsfelder zu berücksichtigen, den aktuellen Erfordernissen kontinuierlich anzupassen und zeitnah umzusetzen. Integration ist daher einer der wichtigsten Zukunftsaufgaben für uns. Sie ist keine Sonderaufgabe, sondern es gilt sie als einen Teil der Gesellschaftspolitik in unserer Kommune zu fokussieren. Integration gelingt nicht automatisch und kann auch nicht „von oben“ angeordnet werden und nur mit einem gemeinsamen Verständnis von Integration können die Fähigkeiten und Potentiale der Menschen gezielt gefördert werden. Erfolgreiche Integration beginnt mit einem Dialog und in enger Zusammenarbeit mit unseren Mitbürgerinnen und Mitbürgern aus Zuwandererfamilien.“

Verwaltungsgericht kippt verkaufsoffenen Sonntag

Das Verwaltungsgericht Düsseldorf hat gestern die Verordnung der Stadt Remscheid vom 15. Februar über das Offenhalten von Verkaufsstellen am 2. April in Remscheid-Lennep gekippt. Damit darf der in Zusammenhang mit der Veranstaltung „Lennep blüht auf“ geplante verkaufsoffene Sonntag am 2. April  nicht stattfinden. Das teilte soeben die Pressestelle der Stadt Remscheid mit. Ursprünglich hatte der Rat der Stadt Remscheid in seiner Sitzung am 9. Februar per Verordnung die Öffnung von Verkaufsstellen von 13 bis 18 Uhr innerhalb des Stadtbezirks Lennep im Altstadtkern zwischen Thüringsberg, Poststraße, Wupperstraße, Wallstraße, Hardtstraße beschlossen. Mit diesem Beschluss war er der Entscheidung der Bezirksvertretung Lennep vom Vortag gefolgt.

„In seiner Urteilsbegründung führte das Verwaltungsgericht aus, dass es sich ausweislich der plakatierten Werbung für diese Veranstaltung von der Darstellung und Reihenfolge zunächst um einen verkaufsoffenen Sonntag von 13 bis 18 Uhr handele. Die Ladenöffnung sei also nicht Ergänzung zu dem Frühlingsfest, das hätte im Vordergrund stehen müssen“, teilt die Stadt mit. „Mit Blick auf die Angaben der Veranstalterin Lennep Offensiv zu Art, Umfang und Ausgestaltung von „Lennep blüht auf“ bezweifelte das Verwaltungsgericht außerdem, dass das Frühlingsfest überhaupt geeignet sei, eine erhebliche Besucherzahl in die Altstadt zu locken.“ Das Gericht habe abschließend klargestellt, dass sein Urteil nicht einer Untersagung von „Lennep blüht auf“ gleich käme. Für eine Ladenöffnung bliebe aber eine verlässliche Prognose der erwarteten Besucherströme insbesondere in Bezug auf den konkreten Anlass im Vergleich zu der Zahl von Kaufinteressenten unumgänglich. Die Stadtverwaltung zieht aus der Gerichtsentscheidung das Fazit, das es im kommenden Jahr gelte, „den vom Verwaltungsgericht Düsseldorf eingeforderten Nachweis für die Sicherung eines verkaufsoffenen Sonntags in Zusammenhang mit „Lennep blüht auf“ zu führen“. Mit „validen Daten“ müsse dann nachgewiesen werden, „dass die Attraktivität von ‚Lennep blüht auf‘ hauptsächlicher Grund für den Aufenthalt von Besuchern ist und nicht die begleitende Ladenöffnung“

Städtischer Kunstbesitz dämmert weiter vor sich hin

Teile des städtischen Kunstbesitzes nur "Gerümpel"?, fragte der Waterbölles am 14. April 2016.  In einer Sitzung des Ausschusses für Kultur und Weiterbildung war damals angedeutet worden, um den städtischen Kunstbesitz – rund 2070 Gemälde, Zeichnungen, Stahlstiche, Radierungen, Lithografien, Holz- und Linolschnitte, Siebdrucke, Fotografien und Skulpturen, die im Stadtarchiv, Hastener Str. 100-102, eingelagert sind – stehe es noch schlechter, als bisher angenommen.

Im Januar dieses Jahres erinnerte die Fraktion der Linken die Verwaltung  an den Beschluss des Kulturausschusses vom 12. April 2016, dass man den Kunstbesitz der Stadt Remscheid sichten und ordnen sollte, um auf dieser Grundlage über eine Veräußerung von Einzelteilen bzw. eine Präsentation von Werken durch dritte Institutionen nachzudenken, und fragte nach, ob diese Sichtung bereits stattgefunden habe und, wenn ja, mit welchen Ergebnissen.

Die Antwort der Verwaltung liegt inzwischen vor und steht auf der Tagesordnung des Kulturausschusses am 21. März um 17 Uhr im Deutschen Röntgen-Museum. Die klare Botschaft: „Nein, für eine Sichtung und Ordnung des städtischen Kunstbesitzes sind in der Verwaltung weder die personellen noch die fachlichen Voraussetzungen gegeben.“ Und ein Zeitpunkt für eine Sichtung und Bewertung des Kunstbesitzes könne aus eben diesen Gründen nicht benannt werden. Eines Konzepts für die Sicherung und Bewahrung der Kunstobjekte bedürfe es im Übrigen nicht, „da der Kunstbesitz sicher und unter klimatisch guten räumlichen Bedingungen gelagert wird. Und ein Konzepts zur Ordnung und Bewertung des Kunstbesitzes sei nicht zielführend, weil dadurch nur suggeriert werde, dass beides in absehbarer Zeit erfolgen könne. Dem sei nicht so:: „Die hierfür erforderliche personell-fachliche Kompetenz in Gestalt einer/s Kunst-Kuratorin/s wird aufgrund der auch künftig bestehenden Restriktionen im Bereich der Personalwirtschaft nicht geschaffen werden können. Sollten sich personelle Ressourcen für Aufgaben im Bereich des Historischen Zentrums ergeben, müssten diese aus Sicht der Verwaltung prioritär zur Erfüllung der Pflichtaufgaben (Archivar/in im städtischen Archiv) verwandt werden.“

Stadtumbau West mit Kostenrahmen von zehn Millionen

In das Stadtumbaugebiet I - Stachelhausen, Blumental, Honsberg und Kremenholl –, vom Rat der Stadt als Stadtumbaugebiete gemäß 171 b BauGB förmlich festgelegt, sollten insgesamt 20 Millionen Euro o fließen  (bei einer Förderquote 70 Prozent aus Städtebauförderungsmitteln und einem städtischen Eigenanteil von 30 Prozent).  Für diese Gesamtkosten war der Grundförderantrag der Stadt aus dem Jahre 2007 gestellt worden. Der erste Zuwendungsbescheid in 2008 galt den notwendigen vorbereitenden Untersuchungen und der Konzeptentwicklung wie z. B. Freiraumkonzept, Planungswettbewerbe und Grundstückserwerb. In 2009 führte die prekäre Finanzlage der Stadt Remscheid dazu, dass die Kommunalaufsicht der Stadt eine Förderung der beantragten Maßnahmen für das Jahr 2009 verweigerte und „bis auf weiteres“ auch konsumtiven Maßnahmen (z. B. Hof- und Fassadenprogramm, Stadtumbaubüro etc.) untersagte. Intensive Gespräche zwischen Stadtverwaltung und Kommunalaufsicht/dem Ministerium für Bauen, Wohnen, Stadtentwicklung und Verkehr (MBWSV) hatten zum Ergebnis „eine Priorisierung aller im Grundförderantrag aufgeführten Maßnahmen und deren Reduzierung auf die vordringlichsten und realistisch kurzfristig umsetzbaren Maßnahmen mit einer gesicherten Finanzierung“. So nachzulesen in einer Vorlage der Verwaltung zur Sitzung des Ausschusses für Stadtentwicklung, Wirtschaftsförderung, Energieeffizienz und Verkehr legte die Verwaltung am vergangenen Donnerstag.

Gleichzeitig wurde damals der ursprüngliche Kostenrahmen auf rd. zehn Millionen Euro o reduziert bei einer Förderquote von 80 Prozent und einem Eigenanteil von 20 Prozent, von dem auf jeden Fall zehn Prozent durch die Kommune zu tragen waren. „Dies hatte zur Folge, dass nur noch für die Stadtteile mit dem vordringlichsten Handlungsbedarf, Stachelhausen und Honsberg, Maßnahmen planbar waren, für die eine Förderung in Aussicht gestellt werden konnte“ so die Verwaltung. In in den Jahren 2010 bis 2016 seien letztendlich folgende Projekte gefördert und umgesetzt bzw. angeschoben worden:

  • Gemeinschaftshaus Honsberg "Der Neue Lindenhof" (Einweihung Mai 2014) - vorbereitend: Durchführung städtebauliche offene Planungswerkstatt.        Gesamtkosten: rd. 6 Mio. EURO.
  •  Bestandsaufnahme, Analyse  und Erarbeitung umsetzungsorientierter Maßnahmen  des im Stadtentwicklungskonzepts (StEK) enthaltenen Freiraumkonzepts (u. a. generationsgerechtes Wegesystem zur Verbindung der Stadtteile untereinander und mit der angrenzenden Landschaft / Schaffung neuer Aufenthaltsorte und Treffpunkte).        Gesamtkosten: rd. 14.500 EURO.
  • Grundstücksankauf, Abbruch Gebäuderuine "ehem. Möbelhaus vom Stein" an der Honsberger Straße und Umgestaltung zu einer öffentlichen Grünfläche (Einweihung Richard-Heinrich-Platz im September 2014).   Gesamtkosten: rd. 700.000 EURO.
  •  Um- und Neugestaltung der Freiheitstraße – Durchführung städtebauliche, offene Planungswerkstatt und Verkehrsuntersuchung. Gesamtkosten: rd. 50.000 EURO.
  • Umstrukturierung und Weiterentwicklung der im Quartier Honsberg befindlichen Wohnungsbestände der GEWAG – Abrisskonzept – 1. Bauabschnitt  - Abbruch Siemensstraße / Halskestraße - Umgestaltung der Grundstücksflächen zur öffentlichen Grünfläche (Errichtung Stadtteilplatz in 2015); 2. Bauabschnitt – weiterer Abbruch Halskestraße und Nachnutzung einfache Begrünung.     Gesamtkosten:  rd. 500.000 EURO.
  • Honsberger Straße 4 (ehem. Stadtarchiv) – Abbruch und Nachnutzung öffentliche Grünfläche (Quartiersplatz) - vorbereitend:  Altlastenuntersuchungen und Erarbeitung Öffentlichkeits-Beteiligungskonzept  durch externes Büro (erste Befragungen mittels Fragebogen, analog und über Facebook über Kraftstation, Jugendrat, Der Neue Lindenhof etc.).          Gesamtkosten:  rd. 20.000 EURO.
  • Einrichtung Stadtumbaubüro / Stadtumbaumanagement im Neuen Lindenhof (2016).      Gesamtkosten: rd. 240.000 EURO.
  • Auflegung Hof- und Fassadenprogramm für Honsberg und Stachelhausen (Start mit Bekanntmachung Richtlinien Januar 2016, Beratung u. Antragsannahme durch Stadtumbaumanagement). Gesamtkosten: rd. 300.000 EURO.
  • Umsetzung von Teilmaßnahmen des Freiraumkonzeptes aus 2010,  - Aussichtspunkt/Sitzplatz Halskestraße (unmittelbar neben Stadtteilplatz), - Aussichtspunkt/Sitzplatz unterhalb Lindenhofstraße (Kremenholler Bachtal), - Aussichtspunkt/Sitzplatz Lobachstraße
  • - Wegeverbindung unterhalb KiTa Honsberg (in Erstellung), - Aufwertung, Verbesserung Wegeverbindung Kremenholl – Honsberg (in Erstellung).          Gesamtkosten:  rd. 260.500 EURO.
  • Anlegen des öffentlichen Vorplatzes und öffentlichen Innenhofs (Außenanlagen/Freianlagen)  DITIB-Zentralmoschee Stachelhauser-/ Weststraße.      Gesamtkosten: rd. 418.000 EURO.

Zur Aufnahme ins Städtebauförderungsprogramm 2017 wurden folgende Maßnahmen angemeldet:

  1. Durchführung Beteiligungsprozess zur Maßnahme "Quartiersplatz an der Kraftstation" (Moderation, Begleitung und Durchführung durch Stadtumbaumanagement). Gesamtkosten: rd. 25.000 EURO.
  2. Durchführung spezifischer, vertiefender Untersuchungen zur weiteren Qualifizierung des Stadtumbauprozesses (Anknüpfung an das StEK, Modifizierung Entwicklungsperspektiven vor dem Hintergrund der bisher gewonnen Erkenntnisse aus dem Stadtumbaumanagement). Gesamtkosten: rd. 27.000 EURO.
  3. Einrichtung eines Verfügungsfonds / Stadtteilfonds (Laufzeit zunächst 5 Jahre), (Budget  für bürgerschaftliche Projekte, die die Zielsetzung der StEK - Aufwertung der Stadtteile – unterstützen). Die entsprechenden kommunalen Richtlinien sind im Entwurf erarbeitet und werden nach Vorliegen des Bewilligungsbescheids veröffentlicht. Begleitung des Verfügungsfonds durch das Stadtumbaumanagement (z. B. Antragsverfahren). Gesamtkosten: rd. 126.000 EURO.
  4. Budget Stadtumbaumanagement für Image- und Öffentlichkeitsarbeit im Rahmen der allgemeinen Stadtteilarbeit (Imagekampagne, Aktivierungsveranstaltungen, Workshops, etc.). Gesamtkosten: rd. 49.500 EURO.

Bei Gesamtkosten der Einzelmaßnahmen und Maßnahmen der Vorbereitung von rd. 9.320.500 EURO wird folglich  der festgelegte Gesamtkostenrahmen von zehn Millionen  EURO  eingehalten.

"1. Herren, Rollhockey" ist Mannschaft des Jahres 2016

Genau 4589 Remscheider/innen beteiligten sich in diesem Jahr mit gültigen Stimmen an der Wahl der Remscheider Sportler/innen des Jahres. Oberbürgermeister Burkhard Mast-Weisz und Reinhard Ulbrich, der Vorsitzende des Sportbundes Remscheid, gaben gestern zwischen 19 und 21 Uhr im Teo Otto-Theater im Rahmen einer unterhaltsamen „Nacht des Sports“ die Namen der Gewinner/innen bekannt und ehrten nicht nur verdiente Sportfunktionäre, sondern auch Freizeitsportler, die im Laufe der Jahre bis zu 50 Mal die Prüfungen für das Sportabzeichen bestanden hatten.

Auf die ersten Plätze als Sportler des Jahres 2016 kamen:

  • Sportlerin 2016: Lena Henning (39 % der in dieser Kategorie abgegebenen Stimmen)
  • Sportler 2016: Hannes Schürmann (44 %)
  • Jugend: Anna Krzyzaniak (30 %)
  • Jugendmannschaft: IGR (24 %)
  • Mannschaft: IGR (40 %)

Die Ehrung  für Ehrenamtler (Plaketten) galt in diesem Jahr Uta Feldhoff (IGR Remscheid), Anja Wesasel (SC Rot-Weiß Remscheid) und Peter Ickert (Röntgen Sport Club). Den Sonderpreis „Bewegt gesund bleiben“ erhielt Christiane Haak (vielseitige Übungsleiterin beim Ehringhauser TV). Ausgezeichnet wurden ferner Freizeitsportler, die besonders oft Sportabzeichen gesammelt hatten: Manfred Isenberg (50), Reiner Quanz (50), Peter Allefeld (45), Ute Quanz (45), Anni Krause (40) und Jürgen Schoenenborn (40).

In seiner Begrüßungsrede appellierte Oberbürgermeister Burkhard Mast-Weisz an Remscheider Unternehmer u.a., sich im Breiten- und Spitzensport mehr als bisher auch finanziell zu engagieren.  „Etwas fürs Auge“, so der OB, waren die  beiden Auftritte der Remscheider „Verve Dance Company“. Die von der Tanzpädagogin Anita Frank trainierte Tanzformation erlebte im vergangenen Jahr mit dem Aufstieg in die Landesliga ihre bisher erfolgreichste Saison. In anderen Programmeinlagen machten Mitglieder des Remscheider Segelyachtclubs auf ihren Sport (auf der Bevertasperre) aufmerksam und  Boomwhacker in verschiedenen Farben aus den Zuschauern im Saal binnen weniger Minuten ein hörenswertes Rhythmus-Ensemble. Diese Schlagidiophone bestanden aus unterschiedlich langen Kunststoffröhren, deren unterschiedliche Töne harmonisch aufeinander abgestimmt waren. Den Abschluss des offiziellen Teils im Theater (bevor es ans Buffet ging) bildete das schon traditionelle Gruppenfoto auf der Bühne

Nachfolgend alle nominierten Sportler/innen und Mannschaften:

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"Kloaken-Parkhaus" würde Kino-Besucher abschrecken

Die schlechte Nachricht im Waterbölles vom 2. Mai 2013:"Im Park-and-ride-Parkhaus stinkt es bestialisch nach Urin“. Und dann am 10. Juni 2016 die gute: „Remscheid freut sich auf das "Kino mit Gleisanschluss". Im nächsten Jahr soll das Kino fertig sein. Pech nur, dass es im P&R-Parkhaus, das künftig viele Kino-Besucher anfahren werden, nach wie vor nach Kloake riecht. Und wenn dort abends der Boden des Aufzugs „schwimme“, dann sei das „mit Sicherheit kein Wasser“, sagte gestern im Bauausschuss Rosemarie Stippekohl (CDU).

Woher sollte das auch kommen? Denn einen Wasseranschluss gibt es im ganzen Gebäude nicht.  Die Firma, die im Auftrag der Stadt im Treppenhaus und im Aufzug trotz der drei inzwischen installierten Videokameras für Sauberkeit sorgt, muss das Wasser zum Reinigen deshalb mitbringen. Und muss das Schmutzwasser anschließend auch wieder aufnehmen und anderswo entsorgen. Denn das Parkhaus besitzt auch keinen Abwasseranschluss. Eine Fehlplanung aus finanziellen Gründen, klang gestern im Bauausschuss bei  Thomas Judt an, dem Chef des städtischen Gebäudemanagements. Er nahm aus der Sitzung den Auftrag mit, bis zum nächsten Treffen einen konkreten Lösungsvorschlag zu machen. Denn wenn alles beim Alten bleibe, würden motorisierte Kino-Besucher sicherlich lieber nach Wuppertal ins Cinemax fahren statt ins Cinestar in Remscheid.

Das P&R-Parkhaus am Remscheider Hauptbahnhof, nur einen Steinwurf entfernt vom neuen Kino, ist schon lange eine Zumutung. Für das Kino wäre es eine Anti-Werbung, wenn nichts geschehe, betonte in der Sitzung Jürgen Kucharczyk, im Ausschuss der Sprecher der SPD-Fraktion, die dazu eine offizielle Anfrage an die Verwaltung gestartet hat. Thomas Judt gab zu bedenken, dass mit mehr Parkhausbetrieb am Abend auch „eine größere soziale Kontrolle“ verbunden sein könnte. Doch das „Prinzip Hoffnung“ reichte den Ausschussmitgliedern nicht. Aber auch Kucharczyks Vorschlag, in einem Behälter Regenwasser zum Reinigen zu sammeln, war nicht zielführend. Denn wohin damit anschließend, so lange ein Abwasseranschluss nicht in der Nähe ist? Das Problem müsse alsbald gelöst werden, befand der Ausschuss. „Nicht erst, wenn das Kino fertig ist!“

„Eine zufriedenstellende Lösung ist bis dato nicht in Sicht.“ Das schrieb die W.i.R.-Fraktion am 11. Juni 2013 (!) und forderte, es müsse zeitnah durch die Installation einer Videoanlage "Nägel mit Köpfen" gemacht werden. Damals bat die W.i.R. die Verwaltung um die schriftliche Beantwortung der Frage „Welche Kosten entstehen für einen Wasseranschluss und die Entsorgung des Schmutzwassers zur Reinigung des Parkhauses?“ Vielleicht lässt sich ja verwaltungsintern feststellen, ob diese Frage damals wirklich beantwortet worden ist. Dann ließe sich für den Bericht zur nächsten Bauausschusssitzung Arbeitszeit sparen. Eines ist jedenfalls klar: Die drei installierten Videokameras haben das Problem nicht lösen können. Zumal das Aufzuginnere weiterhin unbeobachtet bleibt.

„Ins Blaue“ gewinnt Lübecker Nachbarschaftspreis

In die Endauswahl um den diesjährigen „Lübecker Nachbarschaftspreis“ kamen zwei Projekte aus NRW, ein Projekt aus Sachsen-Anhalt, zwei Projekte aus Baden-Württemberg und ein Projekt aus Schleswig-Holstein. Den ersten Preis, dotiert mit 4.000 Euro, vergab die Jury an die Kulturwerkstatt „Ins Blaue“ aus Remscheid. Der Verein für kulturelle Bewegung im Stadtteil Honsberg, über den der Waterbölles bereits mehrfach berichtete, bemüht sich mit kreativen Kunstprojekten darum, das von Abwanderung bedrohte Stadtviertel zu beleben und bezieht dabei erfolgreich die Bewohner/innen des Quartiers mit ein. Annika Wirth von „Ins Blaue“: „Wir freuen uns über die damit verbundene Anerkennung unserer Arbeit und sind sehr glücklich, den Preis nach Remscheid zu holen!“

ePunkt e.V. ist ein gemeinnütziger Verein, der soziales und bürgerschaftliches Engagement fördert. Das Herzstück ist die Freiwilligenagentur, eine professionell geführte Anlaufstelle zur Vermittlung, Begleitung und Qualifizierung von Ehrenamt in Lübeck. Die passgenaue Vermittlung in Ehrenämter ist die Kernkompetenz der Freiwilligenagentur. Im Audienzsaal des Lübecker Rathauses übergaben Schleswig-Holsteins Bildungsministerin Britta Ernst und der ePunkt-Vorsitzende Dr. Peter Delius Preis.  Nachfolgend die Laudatio von Dr. Peter Delius:

„Nachbarschaft braucht Veränderung in kleinen Dosen, aber manchmal braucht es auch mehr, ein Fanal, einen Skandal, etwas, wo alle aufmerken, dass hier etwas grundsätzlich die Richtung wechseln muss. Wenn wir ehrlich sind, ist das an vielen Stellen der Republik notwendig, die sich zunehmend in Gewinnerstädte und Verliererregionen entmischt. Die untoten Kleinstädte in Mecklenburg und im Saarland oder die ausgebluteten Industrieregionen im Osten und Westen: ihnen fehlt vielfach die Kraft, sich gegen den Sog der Entvölkerung zu wehren. Wo Nachbarschaften nur noch Erinnerungen an Nachbarschaften sind und oft nur die zurückbleiben, denen die Kraft für die Flucht fehlt. Hier braucht es ein kräftiges Zeichen, das man nicht übersehen kann. Und wer hätte gedacht, dass ausgerechnet der Honsberg dazu in der Lage ist. Honsberg, ein abgehängter, heruntergekommener Stadtteil von Remscheid, wo man bei Immoscout 24 Dutzende von äußerst günstigen Wohnungen findet, wo sich der Fußballclub 1. Spielvereinigung 07 Remscheid zuletzt in den 1950er Jahren des letzten Jahrhunderts über erfolgreiche Tabellenplätze freuen konnte, wie es in der Chronik heißt. Hier was losmachen? Da muss man schon ziemlich verrückt sein. Aber es geht, Sie werden es gleich sehen. Die Kulturwerkstatt „Ins Blaue“ - was für ein abgedrehter Name für ein graues Quartier!- nahm mit seinen Kunstprojekten zielsicher das auf, was das Quartier hat: Den Charme des Verfalls. Die Macher des kleinen Vereins begannen aus also Stroh Gold zu spinnen: Aus Graffiti werden Kunst-Graffiti, aus der Abgehängtheit machen sie eine Weltbaustelle, sie gründen ein Ministerium für harte Kultur und eine Kunstschule Heimat, den sich leerenden Häusern malten sie lange Nasen auf. Sie gründeten Ateliers in leeren Häusern und holten die internationale Kunstwelt auf den Honsberg.

Foto: Hans Georg Müller.Was sie dort anrichteten, sieht an manchen Stellen aus wie eine „Jetzt-lass-ich–mal-alles-raus“-Action, an anderen wie eine über die Ufer getretene Facebook-Party. Aber dies ist alles kalkulierte Wirkung. Das Vielvölkerviertel findet sich plötzlich ein bisschen besonders, vielleicht auch ein bisschen verrückt, vor allem aber: Es findet sich. Es machen natürlich nicht alle mit, aber es ist offen für alle und alle müssen sich dazu eine Meinung bilden, zum Honsberg, zu ihrem Viertel. Denn übersehen, nein, übersehen kann man das nicht, was die Künstler mit den Häusern angerichtet haben.

Und wenn da von außen alle möglichen wichtigen Leute kommen, „zu uns auf den Honsberg“, wenn große internationale Kunstfestivals in den Arbeiterhäuschen gefeiert werden, dann ist das der Beginn einer Revitalisierung, ein Imagewechsel. Eine Nachbarschaft, die sich neu erfindet. Wir fanden, dass diese Energieleistung, dieser Mut, etwas völlig Aussichtsloses anzufangen und zäh weiterzuführen über jetzt inzwischen vier Jahre, mit viel Ehrenamtlichkeit, mit viel Netzwerkarbeit, mit Einbeziehung der Wohnungsbaugesellschaften, wir fanden, dass das einfach der Hammer ist und den ersten Preis beim diesjährigen Wettbewerb hier in Lübeck verdient hat.“

Der Waterbölles freut sich mit den Akteuren von „Ins Blaue“ und sagt „Herzlichen Glückwunsch“!

 

 

Weicht abbruchreife "Villa Frantzen" einem Kita-Neubau?

Werner Grimm. Foto: Lothar KaiserSuche nach Kita-Standorten stößt schnell an Grenzen“ titelte der Waterbölles am 14. Januar nach einem Sachstandsbericht von Kita-Planer Werner Grimm (Foto links) im städtischen Jugendhilfeausschuss. Grimm soll bis Mitte dieses Jahres für 200 zusätzliche Kita-Plätze sorgen und zum Beginn des Kita-Jahres 2018/19 für weitere 500, insgesamt also für 700. Zur nächsten Sitzung des JHA am kommenden Mittwoch im großen Sitzungssaal des Rathauses liegt nun ein weiterer Bericht von ihm vor. Demnach interessieren sich drei potenzielle Träger für einen Wald- und Naturkindergarten. Diese hätten inzwischen den möglichen Standort auf dem ehemaligen Waldhofgelände in Küppelstein in Augenschein genommen. Von weiteren Interessenten sei auszugehen, so Grimm in seinem Bericht. Dort könnte eine Kita mit bis zu vier Gruppen entstehen. Seitens der Forstverwaltung bestünden keine Bedenken. In allen Stadtbezirken gebe es inzwischen erste mögliche geeignete Standorte:

  • Alt-Remscheid (*Bedarf 255 Plätze)                      vier bis max. sechs Standorte
  • Remscheid-Süd (*Bedarf 162 Plätze)     drei bis vier Standorte
  • Lennep (*Bedarf 194 Plätze)                                     zwei Standorte
  • Lüttringhausen (*Bedarf 91 Plätze)                        ein bis zwei Standorte

Mit dem Fachdienst 2.40 Schule und Bildung werden Möglichkeiten geprüft, auf den Flächen der Schulstandorte Dörpfeldschule und GGS Hackenberg zusätzlich eine Kindertageseinrichtung unterzubringen.

Zunächst drei städtische Grundstücke, die aus der Sicht der Stadtverwaltung für einen Kita-Neubau (mit vier Gruppen oder mehr) geeignet sind, sollen den 13 potenziellen Kita-Trägern, die sich an dem Interessenbekundungsverfahren beteiligt hatten, über ein Bieterverfahren angeboten werden, heißt es in der Vorlage weiter. Um welche es sich konkret handelt, steht dort nicht, ist aber inzwischen bekannt geworden. Es handelt sich um folgende Grundstücke:

  • Freiheitstraße (Alt-Remscheid): Die „Villa Frantzen“ am Frantzengässchen – unterhalb der Wilhelm-Engels-Straße und oberhalb der Freiheitstraße –  auf einem großen Grundstück mit Baumbestand gelegen, wartet seit Jahren auf dem Abbruchbagger.
  • Spichernstraße (Hohenhagen): Es handelt sich hier um ein unbebautes Grundstück oberhalb der der Walther-Hartmann-Schule.
  • Fritz-Ruhrmann-Straße (Lüttringhausen): Auch dieses Grundstück, an der Klauser Delle gelegen, ist unbebaut.

Die alte Villa Frantzen an der Freiheitstraße. Foto: Lothar KaiserEinen Kita-Neubau auf dem Gelände an der Freiheitstraße sah am vergangenen Donnerstag im Haupt- und Finanzausschuss der SPD-Fraktionsvorsitzende Sven Wolf mit Hinweis auf das starke Verkehrsaufkommen an dieser Stelle und hohe Feinstaubwerte kritisch: „Da kann ich mir alles vorstellen. Nur keine Kita! Für Kinder ist das kein geeigneter Platz!“  „Auch wegen der großen Lärmbelästigung!", ergänzte David Schichel. Weil die Emissionswerte an dieser Stelle bislang lediglich hochgerechnet worden seien, empfahl der grüne Kommunalpolitiker der Verwaltung, dort eine konkrete Messung vorzunehmen, bevor ein Kita-Bau auf diesem Grundstück weiter verfolgt werde. Sozialdezernent Thomas Neuhaus wandte ein, der Neubau solle im oberen Teil des Geländes entstehen, so dass „der Schutz der Kinder gewährleistet“ sei.

Seniorenbüro am Markt soll "innovative Impulse" setzen

In dem seit Jahren leerstehenden Radiogeschäft Kappen am Markt will die Verwaltung das vom Seniorenbeirat geforderte Senioren-Beratungsbüro einrichten. Auf einer Teilfläche und zunächst befristet auf drei Jahre. Dass der Seniorenbeirat diesem Plan in seiner Sitzung am kommenden Montag zustimmen wird, dürfte eine Formsache sein. Denn schließlich wurde in Vorgesprächen schon vereinbart, dass der Seniorenbeirat aus seinem (bescheidenen) Etat in diesem Jahr 3.300 Euro für Miet- und Mietnebenkosten bereitstellt, in den beiden Folgejahren jeweils 3.960 Euro und 2020 einen Betrag in Höhe von 660 Euro. Ein halbes Jahr vor Ablauf der drei Testjahre soll das Projekt von der Verwaltung in Zusammenarbeit mit dem Seniorenbeirat evaluiert werden (Erfahrungsbericht für die Gremien).

„Radio Kappen“ war in der Nachkriegs- und Wirtschaftswunderzeit gleichsam der zentrale Schnittpunkt von Markt, Alleestraße und Alter Bismarckstraße und laut Verwaltungsvorlage ebenfalls „ein für die Remscheider Stadtwerdung und Stadtplanung geschichtsträchtiger und zukunftsweisender Ort“. Das wird in der umfangreichen Vorlage für den Seniorenbeirat (im Hauptausschuss rätselte am vergangenen Donnerstag Fritz Beinersdorf von den Linken darüber, wer die wohl geschrieben haben möge) mit einem geschichtlichen Rückblick begründet, der bis zu Graf Engelbert I. von Berg (1161-1189) reicht (und deshalb den Rahmen dieses Berichts sprengen würde).
Waterbölles: Auf dem PC füllt eine Kopie der Vorlage 18 (!) Seiten. Auch sprachlich eher etwas für Akademiker im Elfenbeinturm als für handfeste Kommunalpolitiker - und noch handfestere Bürger/innen (es ginge auch weniger schwülstig).

Das Ladenlokal Markt 13 / Alte Bismarckstraße 2 umfasst eine Fläche im Erdgeschoss von ca. 220 m². Umlaufend befinden sich großzügige, teilweise sehr hohe Wandflächen, welche sich für die Präsentation bildender Kunst, aber auch hervorragend für die Präsentation der Projektentwicklungen eignen. Für die Kunst soll dann der Kunst- und Kulturförderverein Pro Arte e.V. zuständig sein. Neben dem Seniorenbüro werden dort (der Mietvertrag wurde bereits zum 1. März unterschrieben) für drei Jahre das Forschungsprojekt „Mosaik“ einziehen und das Beratungs- und Kontaktbüro Stadtteilmanagement. „Mosaik“ soll in Kooperation mit der Technischen Universität Dortmund, Zitat, „modellhafte, anwendungsorientierte Strategien zur integrierten Quartiersentwicklung im demografischen Wandel entwickeln“, und das „Büro Stadtteilmanagement“ soll im Rahmen des Förderprogramms Stadtumbau West zur festen Anlaufstelle werden „für Bewohner, Eigentümer und Geschäftsleute der Innenstadt sowie alle am Stadtumbauprozess eingebundenen Akteure“. Dabei steht „die Umsetzung von Maßnahmen und Projekten zur Aufwertung der öffentlichen Räume sowie Sicherung und Stärkung der zentrenspezifischen Nutzungen genauso im Fokus wie die Stärkung der städtebaulichen Strukturen, fußläufigen Wegebeziehungen und die Profilierung der Innenstadt als Wohnstandort“. Beispielsweise sollen mit einem Haus- und Hofflächenprogramms Innenstadt Anreize für Investitionen und Selbsthilfevorhaben zur Entsiegelung, Begrünung, Herrichtung und Gestaltung von privaten Hof- und Gartenflächen sowie von Fassaden und Dächern gegeben werden (Ratsbeschluss vom 30.6.2016).

Die Verwaltung hofft darauf, dass sich diese drei Einrichtungen „wie in einem Laboratorium modellhafte universitäre Strategien zur Quartiersentwicklung“ entwickeln, „bereichert von den Erfahrungen und der Arbeit eines innovative Impulse setzenden Seniorenbüros, dessen Publikum eine gemeinsame repräsentative Schnittmenge bildet mit der Bewohnerschaft der Quartiere und der Innenstadt“. Diese „korrelierende Open-Space-Nutzung“ könne dann „zusätzlich inspiriert und verlebendigt werden durch eine Nutzung der Hängeflächen der Wände mit Werken der Bildenden Kunst, aber auch mit zielgruppen- und themenspezifischen Ausstellungen der jeweiligen Projektbüros oder der Seniorenberatung“. Das führe dann „zu einer noch stärkeren Identifikation der Bürgerschaft mit ihrer Stadt, die so trendsetzende Künstler wie Johann Peter Hasenclever (1810-1853), Gerd Arntz (1900-1988) oder Teo Otto (1904-1968) hervorgebracht hat, und der gesellschafts- und zeitkritischen Sicht und auch den Zukunftsvisionen von Künstlern, Architekten, Fotografen und Designern, die unser Bewusstsein nicht selten geprägt und auf jeden Fall unseren Wahrnehmungshorizont erweitert haben“.