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Manager soll 16,4 Millionen veruntreut haben

Frühestens Mitte des Jahres wird vor der Großen Wirtschaftsstrafkammer des Hagener Landgerichts –  so dessen Pressesprecher Jens Bernd auf Nachfrage des Waterbölles – der Prozess gegen einen 69 Jahre alten Manager aus Remscheid beginnen, der im Herbst 2015 noch vom Internetportal „Regio-Manager“ als einer der 100 einflussreichsten Manager Südwestfalens gefeiert wurde. Was die Staatsanwaltschaft seitdem ermittelt hat, findet sich in der Anklage, die seit 25. August 2016 dem Gericht vorliegt, wie Oberstaatsanwalt Dr. Gerhard Pauli dem Waterbölles bestätigte.

Auf Untreue in 143 Fällen lautet der Vorwurf der Staatsanwaltschaft: Der Remscheider, der mehr als 25 Jahre in verantwortlicher Position bei der Firma Abus (August Bremicker und Söhne) KG in Wetter-Volmarstein arbeitete, zuletzt als Prokurist im Bereich Controlling und Finanzen, soll bei dem Weltmarktführer für Schlüssel- und andere Sicherheitssysteme innerhalb von fünf Jahren, zwischen 2010 und 2015, 16,4 Millionen Euro veruntreut haben – durch Umleitung dieser Firmengelder auf ein Konto, über das er "weitgehend alleine“ habe verfügen können, wie Oberstaatsanwalt Pauli erklärte. Das Geld habe der Angeklagte für persönliche Zwecke ausgegeben – und dies gegenüber den Ermittlungsbeamten auch eingeräumt. Der 69-Jährige habe sich „weitgehend geständig“ gezeigt, so Pauli. Das war auch der Grund dafür, dass die Staatsanwaltschaft auf eine Untersuchungshaft verzichtete; der Remscheider blieb auf freiem Fuß.

Nachdem die Untreue betriebsintern aufgedeckt worden war, hatte die Firma Abus im September 2015 ihrem langjährigen Prokuristen gekündigt und ihn angezeigt. Dieser meldete bereits einen Monat später Privatinsolvenz an. Dieses Verfahren wurde am 14. Dezember 2015 eröffnet, wie der Infodienst „Der Westen“ der Funke-Mediengruppe berichtete. Die Villa des 69-Jährigen bietet ein Makler im Internet zum Kauf an. „1,5 Millionen Euro soll die Stadtvilla mit 433 Quadratmetern Wohnfläche inklusive vier Badezimmern, beheizten Außenterrassen und einem parkähnlichen Garten kosten“, so der Infodienst weiter. Die Villa gehört zu jenen „prunkvollen Immobilien“,über die der Waterbölles im März 2016 berichtete. In dieser Villa wohnte der Manager viele Jahre. Bis er gleich nebenan durch ein Remscheider Architektenteam die weitaus kostspieligere Villa bauen ließ, die er dann bezog und die seit dem vorigen Jahr ebenfalls im Internet zum Verkauf steht.

334.600 Euro des Landes liegen für neue Moschee bereit

Im April, also drei Monate vor dem Putschversuch in der Türkei, beantragte die Stadt Remscheid bei der Bezirksregierung in Düsseldorf einen Zuschuss für den Moschee-Bau der muslimischen DITIB-Gemeinde an der Weststraße. Er wurde im Oktober bewilligt, aber bis heute noch nicht abgerufen. Das hat keinen politischen Grund. Die Frage, ob oder in welcher Weise sich die muslimische Gemeinde, die dem Aktionsbündnis „Remscheid Tolerant“ angehört, von den willkürlichen Verhaftungen und Entlassungen in der Türkei distanziert hat, spielt bei den Fördergeldern keine Rolle. Voraussetzung dafür, dass der Zuschuss des Landes in Höhe von 334.600 Euro aus Mitteln des „Stadtumbaus West“ ausgezahlt wird, ist vielmehr, dass die Remscheider DITIB-Gemeinde einen Eigenanteil von 83.650 Euro (gleich 20 Prozent der Gesamtsumme von 418.250 Euro) sicherstellen kann. Der Waterbölles sprach mit Oberbürgermeister Burkhard Mast-Weisz über das Bauprojekt und den Landeszuschuss, ohne die Menschenrechtsverletzungen in der Türkei nach dem gescheiterten Putsch auszuklammern.

40.000 qm Ackerland auf den Weg zur Gewerbefläche?

Wirtschaftsförderung sieht drei große Herausforderungen“, titelte der Waterbölles am 27. Mai 2015 nach der Sitzung der Ausschuss für Stadtentwicklung, Wirtschaftsförderung, Energieeffizienz und Verkehr vom gleichen Tag. Die Bestandpflege sei die Hauptaufgabe der Wirtschaftsförderung, und sie nehme den Großteil der verfügbaren personellen Kapazitäten in Anspruch, hatte dort die Verwaltung mitgeteilt. Des Weiteren stünden die „Ergänzung und Auffrischung der Unternehmenslandschaft durch Neuansiedlungen“ im Fokus. Dies setze die Verfügbarkeit von Gewerbeflächen / -immobilien voraus. Das Problem: „Derzeit lassen die gewerblichen Flächenangebote seitens der Stadt Remscheid und von privaten Anbietern nur beschränkt Neuansiedlungen zu.“ Besonders für die Verlagerungs- und Expansionsbedarfe der ansässigen Unternehmen, aber auch für die Ansiedlung neuer Unternehmen seien marktgängige Gewerbeflächen in nennenswerter Größenordnung vonnöten. Problem ungelöst!! Denn was damals galt, gilt auch heute noch. Und wie im Mai 2015 zählte die Stadtverwaltung auch in der letzten Ratssitzung 2016 am vergangenen Donnerstag zu den unverzichtbaren Entwicklungsflächen eine derzeit noch landwirtschaftlich genutzte Fläche nördlich des einstigen Edscha-Geländes bzw. östlich der Hohenhagener Fernsehturms (Foto unten rechts). 2006 hatte die Firma Edscha ihr Gelände an die Rickmers Immobilien, Hamburg, veräußert und gleichzeitig die aktuell belegten Flächen mit einer Vertragslaufzeit von 15 Jahren zurückmietet. Das angrenzende „freie Feld“, rund 40.000 Quadratmeter groß, findet sich im Entwurf des Regionalplans der Bezirksregierung Düsseldorf als künftiger Bereich für gewerbliche und industrielle Nutzungen (GIB) wieder, obwohl noch immer in Privatbesitz, d.h. die Stadt oder ein Investor verfügt dort noch über keinen Grundbesitz.

Die Entwicklung von Gewerbeflächen müsse beschleunigt werden, forderten in der Sitzung des Haupt-, Finanz- und Beteiligungsausschusses am 17. November die Fraktionen bzw. Gruppen von SPD, GRÜNE, FDP und WiR. Versäumnisse der vergangenen Jahre dürften nicht länger fortgeführt werden. Entsprechend beschlossen die Ausschussmitglieder in dieser Sitzung einstimmig, „potenzielle Gewerbeflächen im Rahmen einer gutachterlichen Stellungnahme ... zu bewerten und damit deren Entwicklung vorzubereiten“. Und:  Sollten die Kapazitäten in der Verwaltung nicht ausreichend sein, so erwarte die Politik „einen entsprechenden Hinweis des Oberbürgermeisters, um gemeinsam einen Weg in der Umsetzung finden zu können.“

Diesen Weg zeigte in der vergangenen Ratssitzung die Mitteilungsvorlage 15/3089 auf. Titel: „Einrichtung einer Stelle ‚Projektleitung Gewerbeflächenentwicklung‘“. Bestätigt wird darin „ein erheblicher Bedarf an Gewerbeflächen, der nur durch Entwicklung neuer Gewerbestandorte sowie Aktivierung vorhandener Brachflächen bedient werden kann“. Derzeit könne die Gewerbeflächennachfrage von ansässigen und auswärtigen Unternehmen nur schwer gedeckt werden. „So sind Remscheider Unternehmen in ihrer Entwicklungsmöglichkeit eingeschränkt mit der Folge, dass die Abwanderung von Firmen droht.“ Dem seit Jahren bekannten Problem soll nunmehr „durch die Erarbeitung eines Gewerbeflächenentwicklungskonzeptes“ begegnet werden. Auf der Basis „strategischer Grundlagen“ solle „die Flächenentwicklung vorangetrieben werden“, heißt es in der Vorlage. Und dafür soll bei der seit Oktober 2014 von Ingo Lückgen geleiteten Wirtschaftsförderung die Stelle eines „Projektleiters Gewerbeflächenentwicklung“ geschaffen werden. Zu den Aufgaben des neuen Stelleninhabers/der Stelleninhaberin sollen gehören

in der Planungsphase:

  • Flächenabstimmung und planerische Vorbereitung in der Verwaltung
  • Vorbereitung und Führung von Ankaufsgesprächen mit privaten Grundstückseigentümern
  • Vorbereitung notwendiger Flächenerwerbe
  • Einleitung Bauleitplanverfahren in Abstimmung mit der Bauleitplanung
  • Einleitung Erschließungsplanung in Abstimmung mit Erschließungsträger
  • städtebauliche Kalkulation
  • Koordination fachrelevanter Themen mit relevanten internen und externen Akteuren
  • Koordinierung von Fördermittelmaßnahmen
  • Dokumentation
  • Berichtswesen
  • Abrechnung

Und in der Umsetzungsphase:

  • Koordinierung der Gesamtmaßnahme
  • Kauf notwendiger privater Grundstücke und Abstimmung mit der Liegenschaftsverwaltung im Ankaufsprozess
  • Abstimmung der zeitlichen und inhaltlichen Vermarktungsstrategien mit der Verwaltung (marktgerechte Positionierung / Vermarktung)

Dabei stehen folgende städtische Gewerbeflächenentwicklungen im Fokus:

  • Gewerbefläche Lenneper Straße
  • Gewerbefläche Borner Straße („Erdbeerfelder“)
  • Gewerbefläche Hohenhagen
  • Gewerbefläche „Gleisdreieck“ (Bergisch Born).

Auf diese Weise könne „ein Gewerbeflächenentwicklungskonzept zeitnah entwickelt und Flächenpotentiale frühzeitig aktiviert werden“.

Zeitnah? „Die Verwaltung wird zeitnah eine Vorlage zur Einrichtung einer Stelle „Projektleitung Gewerbeflächenentwicklung“ erarbeiten und den politischen Gremien zum Beschluss vorlegen“, kündigte die Verwaltung am Donnerstag an. Eine kurzfristige Problemlösung ist wohl nicht zu erwarten. Die Politik muss der neuen Planstelle erst einmal zustimmen, bevor sie ausgeschrieben werden kann ...

Im Vereinsnamen der Akademie fehlt "Remscheid"

Die „Akademie Remscheid“ hat ihren Namen geändert. Fortan fehlt im Namen der Hinweis auf Remscheid. Es soll nun heißen „Akademie des Bundes und des Landes NRW“. Die Wählergemeinschaft WiR zeigte sich darüber in der jüngsten Ratssitzung irritiert: „Seit den Gründungsjahren als ‚musische Bildungsstätte‘ ist die Akademie sowohl im engeren Quartier Küppelstein und Reinshagen verwurzelt und in ganz Remscheid ein wichtiger Partner mit kulturellen Veranstaltungen wie auch Unterstützer im Bildungsbereich für Kitas und Grundschulen. Diese enge Verzahnung mit der Belegenheitsstadt sollte nach 50 Jahren erfolgreichen Miteinanders nicht einfach gekappt werden. Den wichtigen Werbeeffekt für die Stadt Remscheid wollen WiR dabei auch nicht verschweigen.“

Zu spät, wie die Verwaltung schriftlich entgegnete. Die Namensänderung sei im Rahmen einer außerordentlichen Mitgliederversammlung bereits am 5. Februar einstimmig beschlossen worden mit der Begründung, die bundes- und landesweite Bedeutung der Akademie  und die Wertigkeit ihrer Zertifizierungen solle hervorgehoben werden. Dieser Bitte der Akademieleitung habe die Stadt mit Schreiben vom 26. Oktober entsprochen, da die für die entsprechende Eintragung in das Vereinsregister beim Amtsgericht Wuppertal benötigt wurde. Im Übrigen sei die Stadt Remscheid zwar Mitglied im Verein „Akademie Remscheid für musische Bildung und Medienerziehung“, hat gem. § 13 der Satzung des Trägervereins in der Mitgliederversammlung und den Vorstandssitzungen aber nur eine beratende Stimme.

Wichtiger Meilenstein für das DOC wurde heute gesetzt

Nach fast vier Jahren Entwicklungszeit hat der Rat der Stadt Remscheid in seiner heutigen Sitzung den Beschluss über den Bebauungsplan zum Designer Outlet Center (DOC) in Lennep gefasst. „Damit ist der Weg für die Realisierung des Centers frei“, freute sich am Abend Investor McArthurGlen in einer Pressemitteilung. Für ihn ist das neue Center in Remscheid nach Berlin, Neumünster und Ochtrup das vierte in Deutschland. Dem Städtebaulichen Vertrag zwischen einer luxemburgischen Tochtergesellschaft des Investors und der Stadt Remscheid hatte der Rat der Stadt in einer zehnminütigen nichtöffentlichen Sitzung, für die der öffentliche Teil der Ratssitzung unterbrochen worden war, kurz nach 19 Uhr mit 41 Ja-Stimmen bei vier Nein und sechs Enthaltungen zugestimmt. Dieser Vertrag regelt in dem städtebaulichen Projekt die Rechte und Pflichten von Stadt und privatem Investor.

In öffentlicher Sitzung folgte anschließend der Satzungsbeschluss über den Bebauungsplan 657 – Gebiet Röntgen-Stadion, Jahnplatz und Kirmesplatz. Hier zählte Oberbürgermeister Burkhard Mast-Weisz 45 Ja, vier Nein und zwei Enthaltungen. Die Grünen, die zuvor durch David Schichel angekündigt hatten, sich enthalten zu wollen, sei im Gespräch der eilige Aufruf des OB zur Stimmabgabe entgangen, räumte Beatrice Schlieper nach der Sitzung ein. Ohne Überraschungen verlief die dritte und letzte Abstimmung zum DOC¸ die der Einziehung der Wupperstraße zwischen Rader Straße und der Straße „Am Stadion“ galt. Da waren die vier Grünen wieder „im Film“, wie das Abstimmungsergebnis mit 41 Ja, vier Nein und sechs Enthaltungen zeigte.

Vor der Abstimmung hatten die beiden Vertreter von Pro Deutschland erklärt, unterschiedlich votieren zu wollen (der eine mit Ja, der andere mit Nein). Thomas Brützel hatte angekündigt, sich gemeinsam mit Waltraud Bodenstedt für die Wählergemeinschaft der Stimme enthalten zu wollen. Das Nein von Fritz Beinersdorf namens der Fraktion der Linken klang kategorisch. Bei der SPD fehlte an diesem Abend Volker Leitzbach, bei der CDU Ottmar Gebhardt.

„Einer der wichtigsten Meilensteine liegt nun hinter uns. Mit dem Beschluss hat die Stadt das notwendige Baurecht zur Realisierung des McArthurGlen Designer Outlet Center in Remscheid geschaffen“, sagte Henning Balzer, Development Director bei McArthurGlen für Deutschland. „Der heutige Tag ist ein großartiger Erfolg“, ergänzte Oberbürgermeister Mast-Weisz. Das von McArthurGlen engagierte Düsseldorfer Architektur- und Städtebaubüro RKW kann nun gemeinsam mit den Architekten von Pickard Chilton den Bauantrag abschließen. Er soll noch in diesem Jahr bei der Stadt zur Genehmigung eingereicht werden. „Unser Ziel ist es, ein Center zu entwickeln, das für kommende Generationen eine architektonische und städtebaulich nachhaltige Bereicherung des Stadtteils Lennep darstellt”, so Balzer weiter. „Die Stadt Remscheid hat in den vergangenen Monaten mit Hochdruck daran gearbeitet, dass Bürgerschaft und Politik gemeinsam in die Lage versetzt werden, das Designer Outlet in Remscheid-Lennep auf die Schiene zu setzen. Der heutige Tag ist ein großartiger Erfolg“, betonte der OB nach der klaren Entscheidung des Rates.

Eine städtische Pressemitteilung folgte eine halbe Stunde später. Zitat: „Mit dem DOC soll ein neues, lebendiges Stadtquartier entstehen, das sich unmittelbar an die Altstadt Lenneps anschließt. Auf diese Weise entwickelt sich zum einen ein attraktiver Stadtraum für die Bewohnerschaft Lenneps und Remscheids. Zum anderen können die Gäste des Shoppingcenters ihren Einkauf mit dem Besuch touristischer und kultureller Ziele in Lennep verbinden."

Die öffentliche Diskussion im Rat, die der nichtöffentlichen Abstimmung über den Städtebaulichen Vertrag vorausging, hatte Mast-Weisz mit einer  Grundsatzrede eröffnet. Darin stellte er die große Bedeutung des Großprojekts DOC für Remscheid und die Region nochmals heraus: 

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Ein Armutszeugnis für Rat und Verwaltung

Waterbölles-Kommentar

Im Vorfeld der bedeutsamen Ratssitzung am 13. Dezember zum Designer Outlet-Center haben sich Medienvertreter an die Stadt Remscheid gewandt mit der Bitte um Video- und/oder Audioaufnahmen während der Diskussion im öffentlichen Teil der Sitzung. Wie die städtische Pressestelle gestern mitteilte, will Oberbürgermeister Burkhard Mast-Weisz zum Sitzungsbeginn auf die Wünsche der Medien hinweisen und die Anwesenden um ihre Zustimmung bitten, allerdings nicht unbedingt im Sinne der Antragsteller. Die Erlaubnis zu Aufzeichnungen während der laufenden Sitzung soll sich vielmehr auf die folgenden beiden Punkte beschränken:

  • Die Abstimmung zum Bebauungsplan 657 und von die offiziellen Verkündung des Abstimmungsergebnisses durch den OB
  • Die offizielle Verkündung des im nichtöffentlichen Teil herbeigeführten Ratsbeschlusses zum Städtebaulichen Vertrag durch den OB.

Um sicherzugehen fragte der Waterbölles bei Pressesprecherin Viola Juric nach: „Wenn ich das richtig verstehe, sollen von den eigentlichen Wortmeldungen der Ratsmitglieder in der öffentlichen Sitzung im Vorfeld der Entscheidung zum Bebauungsplan k e i n e Video- oder Audioaufnahmen erlaubt sein.“ – Antwort: „Ja, das trifft zu.“

Das von der Stadtverwaltung Remscheid vorgeschlagene Verfahren ist ohne gleichen. Merke: Auch in öffentlicher Sitzung soll in Remscheid nicht alles so ganz öffentlich werden. Möglich macht das eine Geschäftsordnung des Rates, die längst eine Auffrischungskur braucht (siehe Kommentar im Waterbölles vom 9. Oktober 2015 mit dem Tenor, ein weitgehendes Verbot von Bild- und Tonaufzeichnungen in Ratssitzungen entspreche nicht mehr den heutigen Standards von Transparenz und Partizipation in einem kommunalen Parlament).

Der Entwurf für eine Neufassung der Geschäftsordnung lässt nach wie vor auf sich warten. Schon im November 2015 verlautete aus dem Rathaus, in der Abteilung für Rats- und Gemeindeangelegenheiten, Beschwerdemanagement und Repräsentationen werde an einer neuen Fassung gearbeitet. Dass die Verwaltung damit überfordert wäre, kann ich mir allerdings nicht vorstellen. Dieses Thema auf die lange Bahn zu schieben ist ein Armutszeugnis für Rat und Verwaltung. Ein Kollege, der in Remscheid häufg mit der Vdeokemara unterwegs ist, sagte mir gestern: "Ich kenne keine Kommune, in der die Berichterstattung in Bild und Ton in einem solchen Maße eingeschränkt wird!" - Stimmt.

"Planungswettbewerb nicht nur für Ebertplatz!"

Die SPD-Fraktion und die Ratsgruppen von FDP und WiR haben den Antrag gestellt, die Verwaltung möge die Auslobungsunterlagen für den Planungswettbewerb zur Umgestaltung des Friedrich-Ebert-Platzes überarbeiten, d.h. diese nicht alleine auf eine ausschließliche Freifläche außerhalb der künftigen Flächen des Busbahnhofs konzentrieren, sondern auch die Errichtung oder Niederlegung von Gebäuden zuzulassen, ohne den Platzcharakter aufzugeben. Ausdrücklich integriert werden sollten die Maßnahmen

  • Fußgängerunterführung Elberfelder Straße,
  • Aufwertung Engelspassage,
  • Umgestaltung Wilhelm-Schuy-Straße,
  • Neubebauung Konrad-Adenauer-Straße 9-11,
  • Nachnutzungskonzept für ehemaliges Kino

des Konzeptes zur Revitalisierung der Innenstadt, so die FDP. Dies würde die Ausweitung des Wettbewerbsgebietes bedeuten. Zugleich schlagen die Antragsteller die Einrichtung  einer Lenkungsgruppe unter Beteiligung  von Vertreterinnen und Vertretern der Fraktionen und Gruppen des Rates, des Bezirksbürgermeisters und des Vorsitzenden des Ausschusses für Stadtentwicklung, Wirtschaftsförderung, Energieeffizienz und Verkehr vor. Diese Gruppe könne dann die  weitere fachliche und strategische Umsetzung des Konzepts zur Revitalisierung der Innenstadt kontinuierlich begleiten.

Zitat aus der Begründung:  „Das Konzept zur Revitalisierung der Innenstadt Remscheid umfasst ein Volumen in Höhe  von 21,5 Millionen Euro. Die Neugestaltung des Friedrich-Ebert-Platzes ist das zentrale Vorhaben dieses Programms und die bedeutendste städtebauliche Maßnahme der Innenstadt. Die dezidierte Vorstellung eines freien Platzes, der mittels Begrünung und Straßenmöbeln gestaltet werden soll, wird dem Vorhaben aus unserer Sicht nicht ausreichend gerecht. Der Kriterienkatalog ist zu eng formuliert, als dass von den Wettbewerbsteilnehmern erwartet werden kann, auch alternative Lösungen zu erarbeiten. Die Teilbebauung von Flächen im Wettbewerbsgebiet bereits im Zuge der Auslobung auszuschließen, ist nicht notwendig und schränkt den Spielraum der Wettbewerbs-teilnehmer unnötig ein. (Dazu passt der Waterbölles-Kurzkommentar vom 28. November: „Wäre es nicht besser, auf einige Vorgaben zu verzichten, die tatsächlich verzichtbar wären? Das würde den „Spielraum“ der Planer vergrößern!“).

Der Erfolg dieses Vorhabens hängt nicht alleine von der flächenmäßigen Reduzierung des Busbahnhofs und der künftigen Platzgestaltung, sondern vor allem von einer möglichst barrierefreien Anbindung an die umliegenden Gebiete, insbesondere die Alleestraße, ab. Eine Steigerung der Attraktivität des Friedrich-Ebert-Platzes ist aus unserer Sicht nur mit einer verbesserten Anbindung an die Alleestraße denkbar. Die funktionale Qualität des Platzes wird sich auch mit der Aufwertung der vorhandenen Wegebeziehungen und möglicherweise durch die Schaffung neuer Wege-beziehungen entscheiden.

Die aktuelle Vorlage enthält keine Darstellung des Wettbewerbsgebiets. Wir unterstellen daher, dass die Verwaltung den Vorschlag für die räumliche Abgrenzung, wie er in der Drs. 15/2344 (Stadtumbau West  Innenstadt - Durchführung eines Planungswettbewerbes zur Umgestaltung des Friedrich-Ebert-Platzes  - Rahmenbedingungen des ÖPNV als Wettbewerbsgrundlage) aufgeführt ist, für den Planungswettbewerb nutzen möchte. Aus unserer Sicht soll das angrenzende Gebiet mit der räumlichen Verbindung zur Alleestraße zum ausdrücklichen Bestandteil des Wettbewerbs werden. Bei einer Ergänzung des Planungswettbewerbs wäre das betreffende Gebiet um die südlich gelegene Fläche östlich der Wilhelm-Schuy-Straße (Verbindung Alleestraße und Konrad-Adenauer-Straße), nördlich der Alleestraße und westlich der Engelspassage zu erweitern.

Bereits das Konzept zur Revitalisierung der Innenstadt Remscheid enthält den Vorschlag, eine Lenkungsgruppe einzurichten und „politische Entscheidungsträger frühzeitig und kontinuierlich in die Entscheidungsprozesse mit einzubeziehen“. Aufgrund der Erfahrungen mit den Planungen für die Errichtung des DOC sollte diese Überlegung umgesetzt werden.“ (Zitat Ende)

Finanzielle Situation der Tafel hat sich gebessert

Pressemitteilung der Remscheider Tafel e. V.

Eine gute Nachricht hatte der Vorsitzende der Remscheider Tafel, Oliver Witte, in der jüngsten erweiterten Vorstandssitzung für die Mitgliedern parat, darunter auch Sozialdezernent Thomas Neuhaus: Dank zahlreicher Spender hat sich die finanzielle Situation der Tafel erheblich gebessert. Schien im Juli noch eine Insolvenz zu drohen (die Spenden waren stark rückläufig), so hat der Verein nunmehr dank des Aufrufes durch die Presse die höchste Spendensumme in seiner Geschichte zu verzeichnen. Hierfür bedankt sich der gesamte Vorstand herzlich bei allen Spendern. Einzelne Personen hatten zum Teil erhebliche Summen gespendet.

Gegriffen hat auch der 10-Punkte-Plan des Vorstandes (u. a. Anhebung des symbolischen Beitrages für den Erhalt von Lebensmitteln von zwei auf drei Euro sowie die Reduzierung der Zahl der Angestellten). Betrug das Defizit zwischen Einnahmen und Ausgaben in den Vormonaten noch rund 8.000 Euro, so konnte diese Deckungslücke gut um die Hälfte auf nunmehr rund 4.000 Euro reduziert werden. So betragen die monatlichen Ausgaben derzeit rund 9.000 Euro, die Einnahmen rund 5.000 Euro. Diese Deckungslücke ist auch weiterhin durch Spenden zu füllen.

Ihre Rücklagen in Höhe von rund 33.000 Euro musste die Tafel übrigens bislang nicht antasten. Und dank der hohen Spendenbereitschaft der Remscheider in den vergangenen drei Monaten ist dies auch künftig nicht notwendig, so der Vorsitzende. Fazit: Die Tafel kann nunmehr erst einmal wieder optimistisch in die Zukunft blicken. Dennoch ist die Tafel weiterhin auf Spenden angewiesen. Die verbliebenen drei Fahrer sowie die Geschäftsführung sind nicht durch ehrenamtliche Helfer ersetzbar, zumal sich trotz intensiver Bemühungen bis heute keine ehrenamtlichen Fahrer gefunden haben. Ohne zuverlässige Fahrer wäre der Betrieb der Tafel aber nicht möglich.

Uni Kirsehir strebt "Erasmus+"-Programme an

Oberbürgermeister Burkhard Mast-Weisz hieß gestern eine Besuchergruppe der Universität Ahi Evran aus der Partnerstadt Kırşehir willkommen: Prof. Dr. Vatan Karakaya (Rektor), Prof. Dr. Ahmet Gokbel (stellv. Rektor), Dr. Rustu Yesil (Generalsekretär), Dr. Huseyin Simsek (persönlicher Referent, der einen Teil seiner Kindheit in Remscheid verbracht hat) und Dr. Erman Akilli (Auslandskoordinator, Erasmus-Projektleiter). Begleitet wurden die türkischen Gäste, die sich ins Goldene Buch der Stadt eintrugen, von zwei Mitgliedern des Freundeskreises Remscheid-Kırşehir, Erden Ankay-Nachtwein und Ramazan Dalgali.

Für den OB war es nicht der erste „internationale Termin“ an diesem Tag; zuvor hatte er mit französischen Austauschschülern gesprochen. Und schon bei dieser Gelegenheit die Bedeutung der Städtepartnerschaft zwischen Remscheid und Kırşehir hervorgehoben, gerade für die türkischen Mitbürger/innen, „die zu beiden Städten ‚Das ist meine Heimat‘ sagen könnten“, so Mast-Weisz bei der Begrüßung der Delegation. Miteinander in Kontakt zu bleiben sei gerade in schwierigen Zeiten wichtig. Nicht zum ersten Mal betonte der OB, dass er „gelegentlich Fragen habe im Zusammenhang mit der politischen Entwicklung in der Türkei“. Auf Nachfrage des Waterbölles, ob auch an der Universität von Kırşehir Lehrende ihre Stelle verloren hätten, berichtete Rektor Prof. Dr. Vatan Karakaya von zehn ehemaligen Professoren und Lehrern, denen Volksverrat vorgeworfen werde. Im Ausland würden die Maßnahmen des türkischen Staates (Verhaftungen, Entlassungen) oft falsch verstanden. Sie ergäben sich aus dem gescheiterten Putschversuch mit mehr als 240 Toten.

Im anschließenden Arbeitsgespräch im Remscheider Rathaus, an dem auch Andrea Bieck, die Leiterin des  Akademischen  Auslandsamtes der Universität Wuppertal teilnahm, stand „Erasmus +“ im Mittelpunkt. An diesem EU-Programm, ausgestattet mit einem Budget von rund 14,8 Milliarden Euro, möchte die Universität Ahi Evran mit ihren 19.026 Studierenden (zum Vergleich: die Uni Wuppertal hat 21.000) und 700 akademischen Mitarbeitern gerne teilhaben. Das bis 2020 ausgelegte Programm bietet im Austausch bewährter Praktiken im Bildungs- und Jugendbereich zwischen Universitäten in Deutschland und anderen europäischen Ländern Auszubildenden, Berufsschüler/innen, Studierenden, Doktoranden, Lehrkräften und Jugendbetreuer/innen die Möglichkeit von Praktika, Freiwilligendiensten, Fortbildungen und Studien bis hin zu einem Masterstudiengang im anderen Land.

Die Universität von Kırşehir ging 1982 aus einer zweijährigen Höheren Lehrerausbildungsschule hervor, die 1988 zu einer vierjährigen Oberschule ausgebaut wurde. Die Fakultät für Bildungswissenschaften war 1992 die erste der jungen Universität, die am 17. Mai 2006 nach Ahi Evran benannt wurde, einem im Jahr 1171 geborenen muslimischen Gelehrten, der in Kırşehir begraben liegt. Die Universität besteht heute aus acht Fakultäten, drei Instituten, fünf Höheren Schulen, sieben Höheren Berufsfachschulen sowie 13 Forschungs- und Anwendungszentren. Sie unterhält nach Angaben ihres Rektors internationale Beziehungen zu 15 Universitäten weltweit. Dies sei wichtig für die wissenschaftliche Arbeit, so Karakaya. Andrea Bieck hatte für die türkischen Gäste Vertragsentwürfe mitgebracht und stellte ihnen Erasmus-Austauschprogramme (z.B. für Doktoranden) in Aussicht für die Bereiche Wirtschaftswissenschaften und Lehrerausbildung.

Einsatz für mehr Lebensqualität ausgezeichnet

Zum dritten Mal hat das „Lokale Bündnis für Familie“ das Engagement junger Remscheiderinnen und Remscheider für ihre Stadt gewürdigt. Dem Aufruf der Veranstalter, für die Aktion „Stark! Ausgezeichnet! Jugend engagiert in Remscheid“ unter der Schirmherrschaft von Oberbürgermeister Burkhard Mast-Weisz Gruppen und Einzelpersonen zwischen 14 und 24 Jahren zu benennen, waren zahlreiche Bürger/innen gerne gefolgt. Insgesamt wurden 39 Gruppen und Personen nominiert, denen ehrenamtlicher Einsatz für mehr Lebensqualität in Remscheid bescheinigt wurde. Aus diesen Vorschlägen wählte die Jury neun Preisträger aus. Weitere 30 erhielten eine „Auszeichnung für junges Engagement“. Zur Preisverleihung am Samstagabend erlebte das Jugendzentrum „Kraftstation“ an der Honsberger Straße ein „volles Haus“ in bester Stimmng und viele lobende Worte, u. a. von Oberbürgermeister Mast-Weisz.

Die Preisträger 2016 sind drei Gruppen und sechs Einzelpersonen:

  • die ehrenamtlichen Buddys in der Alkoholprävention
  • engagierte Schülerinnen und Schüler aus der Schülervertretung des Ernst-Moritz-Arndt-Gymnasiums
  • der 6. Jugendrat der Stadt Remscheid
  • Marius Höller
  • Christoph Krempel
  • Max Ley
  • Phillip Ley
  • Osman Pirzad und
  • Sirin Seydo

Die Auszeichnung für junges Engagement erhielten:

  • Anti-Drogen-Disco-Team der evangelischen Kirchengemeinde Lennep
  • Engagierte Schülerinnen und Schüler der Alexander-von-Humboldt-Realschule
  • Ehrenamtliche Mitglieder der Parkour-Gruppe
  • Das Team der Tanzgruppe E-Dancer der evangelischen Johannes-Kirchengemeinde
  • Die Gruppenhelferinnen und -helfer der Artistic Jumpers
  • Cedric Erfurt, Anne Marie Faßbender, Alicia Gackowski, Carolin Langenohl, Hanna Lorenzen, Anton Pembaur, Friedrich Pembaur, Lara Schäfer, Pearly Schulte, Sarah Schultheis, Cecilia Schwiertz, Melina Schwiertz und Julia Söderberg,

Auch diese 3. Aktion des Lokalen Bündnisses wurde wieder von vielen Partnern und Sponsoren unterstützt, u.a.: Rotary Club Remscheid-Lennep, Rotary-Club Remscheid, Sana-Klinikum, Wirtschaftsjunioren und oh! Kommunikation.