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Entsetzt über leichtfertigen Umgang mit Statik

Haus Cleff: Viel Lehm hinter dünnem Putz“, titelte der Waterbölles am 30. März nach einem Video-Rundgang durch das entkernte Patrizierhaus, zu dem Kulturdezernent Dr. Christian Henkelmann und Dr. Andreas Wallbrecht, der Leiter des Historischen Zentrums, eingeladen hatten. Anhand der Bauspuren zeigten damals beide auf, was seit 1883 in dem Gebäude durch unüberlegte bauliche Veränderungen bis hin zu gefährlichen Eingriffen in die Statik / Fachwerkkonstruktion alles falsch gemacht worden ist. Das muss jetzt mit viel Geld korrigiert werden, um die Existenz des Rokokobaus zu sichern.

Nach dem Krieg war das Haus als Heimatmuseum weiter ausgebaut worden. Inzwischen ist es weitgehend entkernt, und zur Sanierung stehen insgesamt 1,2 Millionen Euro zur Verfügung (100.000 Euro von der Deutschen Stiftung für Denkmalschutz, 495.000 Euro an Bundes-Fördermittel der Beauftragten der Bundesregierung für Kultur und Medien und 600.000 Euro an städtischen Rücklagen für Haus Cleff. Dass die Summe zur kompletten Wiederherstellung des Gebäudes nicht ausreichen wird, sagte Dr. Wallbracht am Dienstag in der Sitzung der Bezirksvertretung Alt-Remscheid. Er hofft auf Drittmittel der heimischen Industrie. Die konnte die Stadt dann wie Eigenmittel einsetzen, um so an weitere Öffentliche Gelder zu gelangen. Aber: „Das wird noch viel Klinkenputzen bedeuten“, betonte der Museumsleiter. Da die bislang zugesagten Fördergelder von 595.000 Euro an keine Fristen gebunden seien, könne man das Geld für die statische Ertüchtigung der Holzkonstruktion auch noch 2019 einsetzen. Denn mit der Genehmigung des zum Jahresbeginn einzureichenden Bauantrages sei nicht vor Sommer 2018 zu rechnen.

Mittels zahlreicher Detailaufnahmen aus dem Inneren des Hauses zeigte Wallbrecht den Mitgliedern der Bezirksvertretung die Schäden auf, die es dringend zu reparieren gilt. Reaktion von Rosemarie Stippekohl (CDFU): „Ich bin entsetzt, wie leichtfertig man früher mit den tragenden Holzpfeilern umgegangen sind und so die Statik des Hauses geschwächt hat!“

  • Da wurde in früheren Zeiten für Abwasserrohre einfach seitlich ein Loch in das Deckengewölbe des Kellers geschlagen, ohne an die Traglasten zu denken.
  • Da wurden in Wänden beim Einbau von Türen wichtige Querbalken in der Holzkonstruktion einfach weggesägt mit dem Ergebnis, dass sich buchstäblich „die Wände bogen“.
  • Das wurden unter einem schweren und wichtigen Deckenbalken gleich drei Ständerbalken weggenommen, was – unter einer Putzschicht – den Bruch des Deckenbalkens zur Folge hatte.
  • Da wurde vor einem Fenster ein anderer Ständerbalken entfernt, was „die ganze Sachkonstruktion instabil“ gemacht habe, so Wallbrecht.

Von Beatrice Schlieper, der Vorsitzenden des Fördervereins von Haus Cleff, kam die Bitte an den Museumsleiter, die Bezirksvertretung künftig zwei- bis dreimal im Jahr über den Fortgang der Sanierungsarbeiten zu informieren. Bei diesen würden nur solche Handwerker in der Ausschreibung Chancen haben, die gute Fachkenntnisse in der Restaurierung historischer Bauten vorweisen können, erfuhr die BV abschließend.

Breiter Überweg, kein kleiner Zebrastreifen

Mit einem überarbeiteten Verkehrskonzept für den Friedrich-Ebert-Platz sei im  Sommer 2018 zu rechnen, sagte Baudezernent Peter Heinze (Foto) am Dienstag in der Sitzung der Bezirksvertretung Alt-Remscheid. Er machte erneut keinen Hehl daraus, dass er den jetzigen Fußgängertunnel zwischen Ebertplatz und Ämterhaus für überholt hält und einer „überirdischen Lösung“ den Vorzug gibt. Dabei konnte sich Heinze auf die für die Verwaltung verbindliche Richtlinien für die Anlage von Stadtstraßen  (kurz RASt 06) beziehen, ein  bereits vor zehn Jahren von der Forschungsgesellschaft für Straßen- und Verkehrswesen in Köln herausgegebenes technisches Regelwerk, das in NRW anerkannt ist. Demnach soll „innerhalb bebauter Gebiete auf die Neuanlage von Über- und Unterführungen für Fußgänger verzichtet werden. Bestehende Unterführungen sollen mittel- bis langfristig durch plangleiche Überquerungshilfen ersetzt bzw. ergänzt werden“, wie Heinze am Dienstag berichtete.

Baudezernent Peter Heinze. Foto: Lothar KaiserDie Verkehrsplaner sehen darin mehrere Vorteile:

  • Barrierefreiheit
  • Beseitigung eines Angstraums
  • Fußgängerfreundliche Schaltung von Ampelanlagen

Rosemarie Stippekohl (CDU) warnte gleichwohl davor, auf den Tunnel zu verzichten, sondern schlug vor, darin eine Videoüberwachung zu installieren und ihn „zunächst einmal zu erhalten“. Alexander Ernst (W.i.R.) ging noch einen Schritt weiter und bezeichnete ihn als einzige Möglichkeit, dem Strom der EMA-Schüler/innen verkehrssicher zu lenken. Lothar Schiffer (FDP) regte an, die Zahl der Fußgänger, die die Elberfelder Straße n dieser Stelle ober oder unterirdisch passieren, doch erst einmal zu zählen. Peter Heinze stellte schließlich einen „breiten oberirdischen Fußgängerüberweg“ in Aussicht, weit breiter ausgelegt als ein sonst üblicher Zebrastreifen.

In der schriftlichen Antwort der Verwaltung auf eine Anfrage der CDU: Aufwertung und Ertüchtigung der Unterführung am Friedrich-Ebert-Platzwerden die Kosten für eine neue Farbgestaltung und/oder Beleuchtung des Tunnels - zur Aufwertung und hinsichtlich des subjektiven Sicherheitsempfindens -mit rd. 143.000 € angegeben.

Grundsätzlich sei die Alternative einer Unterführung allein aus verkehrlicher Sicht eine sichere Lösung für die Querung einer verkehrsreichen Straße, heißt es in der Mitteilungsvorlage weiter. Allerdings sei die vorhandene Unterführung der Elberfelder Straße nicht barrierefrei, „weil die Rampen mit elf Prozent Steigung zu steil sind und keine Zwischenpodeste haben. Erforderlich wären Rampen mit max. sechs Prozent  Steigung, wobei nach jeweils sechs Metern Rampenlänge ein ebenes Zwischenpodest mit 1,50 Länge vorzusehen ist. Insgesamt würde das einer durchschnittlichen Steigung von ca. fünf Prozent entsprechen. Daraus resultiert eine Rampenlänge von bis zu 96 Metern (...). Für diese Rampen würden angemessene Aufstellflächen nicht zur Verfügung stehen. Entsprechend große Rampen beeinträchtigen darüber hinaus das Stadtbild nachhaltig.“

Resümee der Verwaltung: „Eine Aufwertung des bestehenden Tunnels allein ist nicht ausreichend, weil eine barrierefreie Querung geschaffen werden muss. Der Tunnel könnte also allenfalls noch als zusätzliche Querung angeboten werden. Dieses wäre aber dann mit Blick auf die Betriebskosten des Tunnels zu hinterfragen. Auch die soziale Kontrolle im Tunnel würde sich verringern, weil sich die Anzahl der Fußgänger dann auf zwei Querungen verteilen würde. (...) Aus planerischer Sicht wird eine Fußgängerampel, die vorschriftsmäßig geplant und installiert wird, als die sicherste Lösung für Lösung für Fußgänger erachtet.“

Barrierefrei von der Allee zum Rathaus?

„Kann eine direkte, barrierefreie und sichere Zuwegung vom Theodor-Heuss-Platz zur oberen Alleestraße wie auch zum Taxistand eingerichtet werden?“, hatte die SPD wissen wollen, und die Verwaltung hatte am Dienstag in der Sitzung der Bezirksvertretung Alt-Remscheid die Antwort parat. Die längst vom Rat der Stadt beschlossene Maßnahme 1.12 „Umgestaltung Fastenrathstraße“, Teil des Konzeptes zur Revitalisierung der Innenstadt (http://www.remscheid.de/Remscheid_Tourismus/medienpool/dokumente010/Konzept_zur_Revitalisierung_der_Innenstadt.pdf).

Seit Jahren gibt es einen Weg zwischen Theodor-Heuss-Platz und Alleestraße. Er verläuft zwischen dem Sparkassengebäude und den Zu-/Abfahrten zur „Tiefgarage Rathaus“, ist jedoch nicht barrierefrei, da eine Treppe zum Theodor-Heuss-Platz hoch- bzw. herunterführen. Wer die Treppe vermeiden will, muss entweder einen großen Umweg durch das Allee-Center nehmen oder entlang der Fastenrathstraße über den Taxistand gehen. Und dabei muss er dann die kaum einsehbare Zu- und Ausfahrt zur Tiefgarage passieren. Die Verwaltung dazu: „Über eine Neugestaltung der Fastenrathstraße soll eine fußläufige und barrierefreie Alternative zum Fußweg zwischen Sparkassengebäude und Tiefgarageneinfahrt geschaffen werden. Das Ziel besteht bei dieser Maßnahme darin, die Gestaltung im Bereich des Fußgängerübergangs an der Alleestraße, Ecke Fastenrathstraße (höhengleiche Pflasterung zwischen Fahrbahn und Gehweg) nach Norden bis zum Zugang zum Theodor-Heuss-Platz fortzuführen. Einen Gestaltungsentwurf für diese Planungsaufgabe und den textlichen Hinweis auf das Ziel einer barrierefreien Verbindung entwickelt der derzeit in der verwaltungsinternen Abstimmung befindliche Gestaltungsleitfaden, allerdings auf dessen Maßstabsebene noch keinen graphischen Nachweis der Barrierefreiheit. Nach der öffentlichen Vorstellung des Gestaltungsleitfadens, Beteiligung der Bürger und Beschlussfassung ist der Leitfaden, bzw. der Entwurf für diesen Teilraum Grundlage der Ausführungsplanung, die die notwendigen Elemente zur Herstellung der Barrierefreiheit enthalten soll.“

Waterbölles: Könnte das bitte mal jemand so „übersetzen“, dass es auch Otto Normalverbraucher versteht?

Politik wünscht Gespräche mit Firmengründern

„Eine neue Gründerzeit in unserer Stadt schaffen“ hat die CDU-Fraktion ihren Antrag zur  morgigen Sitzung des Rates überschrieben, die Verwaltung möge den politischen Gremien „einen umfangreichen Bericht über die Unternehmensneugründungen und die Entwicklung der Gründerszene in Remscheid im Zeitraum von 2012 bis 2017“ vorlegen. Zugleich wünscht sich die CDU eine Einladung an die Unternehmensgründer aus dieser Zeit, um schließlich „Ziele und Strategien zur Stärkung Remscheids als Gründerstandort zu erarbeiten“. An Besichtigungen und Gesprächsrunden von Startup-Unternehmen aus diesem Zeitraum sollten die Mitglieder des Haupt-, Finanz- und Beteiligungsausschuss und des Ausschusses für Stadtentwicklung, Wirtschaftsförderung, Energieeffizienz und Verkehr teilnehmen, schlägt die CDU vor. Beide Ausschüsse sollten fortlaufend über aktuelle Maßnahmen und Projekte der Landesregierung zu Unternehmensneugründungen und Startup-Unternehmen unterrichtet werden. Abschließend fordert die CDU-Fraktion, „umfassend in der Öffentlichkeit zu berichten“.

In der Antragsbegründung heißt es, nur durch einen Dialog zwischen Gründern, Verwaltung und Politik könnten positive Standortvorteile Remscheids herausgestellt und notwendige Potentiale zur Verbesserung erkannt werden. Ziel sollte es auch sein, „Strategien und Ziele zur Gründerfreundlichkeit unserer Stadt gemeinsam zu erarbeiten und zu formulieren, die dann von der Verwaltung umgesetzt werden.“

Von der SPD-Fraktion stammt der ergänzende Antrag, neben den Unternehmungsgründungen auch über die Entwicklung der Lebenshaltungskosten in Remscheid zu berichten, da diese für Neugründungen eine positive Rahmenbedingung darstellen. . Und zu den Gesprächen sollten auch Vertreter der bestehenden Netzwerke wie die Gründerschmiede e.V., die Bergische Struktur- und Wirtschaftsförderungsgesellschaft mbH, die Neue Effizienz Bergische Gesellschaft für Ressourceneffizienz mbH eingeladen werden. Dabei sollten die Teilnehmer dann berichten, welche Rahmenbedingungen für Gründungen erforderlich und hilfreich und welche Cluster für Gründungen im Bergischen besonders geeignet sind.

Vorgeschlagen wird von der SPD ferner, die Bergische Universität mit ihrem Kompetenzfeld „Entrepreneurship und Innovation“ über Prof. Dr. Christine Volkmann einzuladen und durch einen gesonderten fachlichen Beitrag die weitere Debatte in den Remscheider Ratsgremien zu bereichern. Begründung: „Die Bergische Universität betont dabei, dass ihre Forschungsaktivität insbesondere auf innovatives Unternehmertum, unternehmerische Persönlichkeit, soziales Unternehmertum, Gründungsfinanzierung, Organisation des Innovations-managements, Wissenstransfer zwischen öffentlichen Forschungs-einrichtungen und Unternehmen sowie Forschungs- und Technologiepolitik gerichtet sei. Es wäre schade, wenn wir diese hohe Kompetenz direkt in unserer Bergischen Heimat nicht einbeziehen würden.“

Entscheidung über Bökervilla im Juni 2018

Noch wabert viel Nebel um die Böker-Villa“,  titelte der Waterbölles am 28. Oktober. Für das bisherige Domizil der Musik- und Kunstschule (MKS) – die Bökervilla, Elberfelder Straße 20 – hatte sich nach Angaben der CDU-Fraktion der neue Verein Gründerschmiede e.V. für ein Gründerzentrum interessiert. Daraufhin hatte Oberbürgermeister Burkhard Mas-Weist für die Ratssitzung am 16. Dezember vier potenzielle Interessenten angekündigt. Die stehen inzwischen fest, werden in der Vorlage für den öffentlichen (!) Teil der Ratssitzung aus Gründen des Datenschutzes aber nicht genannt, wohl aber „ihr Nutzungsinteresse skizziert“, wie es darin heißt:

  • Gründerzentrum IT mit öffentlichem Café, Co-Working-Spaces
  • Hotel mit Seniorenwohnen und öffentlichem Café
  • Seniorennutzungsprojekt in „Eigenregie“ (Mehrgenerationenwohnen)
  • Interkulturelles Zentrum

Im Hinblick auf die aktuelle politische Diskussion schlägt die Stadtverwaltung vor, auf ein formelles Interessenbekundungsverfahren zu verzichten. Sie weist gleichzeitig darauf hin, dass das städtische, denkmalgeschützte Gebäude „Böker Villa“ (Baujahr 1887) „aufgrund der Nutzung der Immobilie in den Jahren 2018 bis 2020 als Verwaltungsstandort“ erst ab 2021 verfügbar sein könnte.  

Die Remscheider Kunst- und Musikschule. Foto: Lothar KaiserDas weitere Vorgehen wird wie folgt beschrieben: „Alle Interessenten werden aufgefordert, aussagekräftige Umsetzungskonzepte der jeweiligen projektierten Nutzung einzureichen. Für das jeweilige Umsetzungskonzept stellt der Interessent verbindlich dar:

  • Nutzungsbeschreibung
  • Baukonzept für Nutzung des Bestandsgebäudes bei Berücksichtigung des Denkmalschutzes mit Zeitplan, Freiraumkonzept, Aussagen zur Gestaltung, Einfügung von möglichen An- und Neubauten, Platzierung der Stellplätze, Aussagen zur Behindertengerechtigkeit / Barriere-Armut.
  • Planungsrechtliche und baurechtliche Realisierbarkeit (Vereinbarkeit mit dem aktuellen Planungsrecht (BP 468) bzw. Notwendigkeit der Anpassung des Planungsrechtes)
  • Einbindung der zukünftigen Nutzung in das Revitalisierungskonzept der Innenstadt zur  „grünen Perlenkette“ zwischen Bökerspark und dem Rathaus sowie der künftigen Struktur und Funktionalität des Busbahnhofes „Friedrich-Ebert-Platz“
  • Aussagen zum Mehrwert der projektierten Nutzung für den Bereich Markt / Untere Alleestraße (Quartiersbedeutung)
  • Referenzprojekte des Bewerbers und / oder eines Projektpartners mit Vergleichbarkeit zum Verkaufsobjekt
  • Kaufpreisangebot

Die Stadtverwaltung will anschließend die eingereichten Unterlagen der Interessenten anhand der genannten Kriterien vergleichen und bewerten und im Nachgang den politischen Gremien in nicht-öffentlicher Sitzung zur Verkaufsentscheidung vorlegen. Der Versand der Unterlagen an die Interessenten ist für Januar 2018 vorgesehen, und die  Abgabe der Unterlagen wird bis März 2018 erwartet, so dass der Verwaltungsvorschlag den politischen Gremien im zweiten Quartal 2018 präsentiert werden könnte.

Kölner Straße soll gleich nach DOC kommen

Bereits im April 2015 hatte Bezirksbürgermeister Markus Kötter ein Konzept zur städtebaulichen Entwicklung der Kölner Straße gefordert, anknüpfend an die noch ältere „Boulevard“-Forderung von Klaus Kreutzer, Vorsitzender des Verkehrs- und Fördervereins Lennep e.V. Daran erinnerte in der Sitzung der Bezirksvertretung Lennep am 9. Februar Gabriele Kemper-Heibutzki (CDU) und bekam vom damaligen Stadtplaner Robin Denstorff folgende Antwort. Der richtige Zeitpunkt für ein Integriertes Handlungskonzept ergäbe sich, „wenn die Verwaltungsgerichtsverfahren gegen das DOC abgeschlossen sind und das DOC gebaut werden kann“.

In der gestrigen Sitzung wollte Michael Zirngiebl, „Pate der Verwaltung für die BV  und Chef der technischen Betriebe Remscheid (TBR) von einem „sehr komplexen“ Integrierten Handlungskonzept zwar nichts mehr wissen, bestätigte jedoch Platz 2 der Kölner Straße auf der Lenneper Prioritätenliste der Verwaltung („nach dem DOC“): “Die Straße ist in die Jahre gekommen und braucht langfristig eine Kompletterneuerung!“ Dass dies für die Planer und die Politik kein Sprint sein könne, ergänzte Bezirksbürgermeister Markus Kötter. „Das wird wohl noch einige Jahre dauern!“

Am 28., November hatten sich auf der Kölner Straße Markus Kötter, Klaus Kreutzer, Michael Zirngiebl und Verkehrsplaner Udo Wilde  getroffen um zu sehen, was sich an der Kölner Straße schon vor der Fertigstellung des DOC verbessern ließe. Und da war ihnen einiges aufgefallen. Das Protokoll der Begehung lag den BV-Mitgliedern gestern als Tischvorlage vor. Zu den darin vorgeschlagenen Sofortmaßnahmen gehören „überflüssiger Einbauten, Schilderpfosten und Absperrungen (z.B. an der ehemaligen Schule Glocke), durch die die Gehwegreinigung erschwert wird“. Diese sollen kurzfristig abgebaut und der Gehweg vor der alten Schule der Gehweg ausgebessert werden.

An der Einmündung Am Johannisberg (neben dem Eiscafé) soll ein zusätzlicher Papierkorb aufgehängt werden. An einigen Häusern stehen die Mülltonnen auf den Gehwegen. Hier sei zu klären, ob für die Nutzung der Gehwegflächen eine Sondernutzungserlaubnis vorliegt, so die Verwaltung. Auch sollen die Eigentümer angeschrieben werden, im Interesse der Stadtbildpflege die Abfallbehälter auf ihren eigenen Grundstücken abzustellen. Zu der auf den Gehwegen festgestellten „Spontanvegetation“ wurde ein Informationsschreiben an die Anlieger vereinbart, das sie an ihre Reinigungspflichten erinnert. Und die Betreiber der zahlreichen Gastronomiebetriebe und sollen gezielt auf ihre Reinigungspflichten rund um die Lokale hingewiesen werden.

An kurzfristige Maßnahmen wurden vereinbart:

  • Neugestaltung bzw. Instandsetzung der Bushaltestelle am Kreishaus
  • Größere Baumscheiben
  • Erneuerung und Vereinheitlichung des Gehwegbelages (Zirngiebl ironisch: „Ist derzeit ziemlich heterogen!“)
  • Sanierung des Kioskes (Anstrich)
  • Vereinheitlichung der Papierkörbe
  • Überprüfung und Reinigung der Stromkästen am Kreishaus
  • Entfernung einer Werbeanlage und einer Litfaßsäule
  • Abbruch des seit sehr langer Zeit nicht mehr funktionierenden Brunnens an der Sparkasse.

Langfristig sollen die Gedanken zum „Boulevard Kölner Straße" wieder aufgegriffen werden. Hierzu sei eine komplette Neuplanung der Straße notwendig, heißt es. Und dazu gehöre dann auch der Verzicht auf die  derzeitigen Pausenzeiten der Busse – jedenfalls von der Haltestelle Kreishaus. Pause könne auch am Bahnhof Lennep gemacht werden.

Neue Kitas an Sedan- und Oststraße geplant

Von den in Remscheid insgesamt fehlenden 700 Plätzen in der der Kindertagesbetreuung (Kitas) entfallen auf den Südbezirk – und können dort von zwei neu zu errichtenden, jeweils viergruppigen Kindertagesstätten gedeckt werden. Die Standorte der neuen Kitas befinden sich nach Mitteilung der Verwaltung (zur Sitzung der Bezirksvertretung Süd am 13.Dezember) in unmittelbarer Nähe Walther-Hartmann-Gemeinschaftsgrundschule (GGS) an der Sedanstraße bzw. der GGS Dörpfeld an der Oststraße.

Zur Sedanstraße: Auf das Bieterverfahren folgt derzeit der Grundstücksverkauf an die Firma Lindex als Investor des Trägers ISS Mehrsprachige Kindertagesstätten gGmbH. Detaillierte Planungen liegen nach Abstimmung mit dem Fachdienst Jugend, Soziales und Wohnen sowie dem Landesjugendamt noch nicht vor. Sobald dies geschehen ist, wird der Bauantrag gestellt werden, so die Verwaltung. Vorbehaltlich von Witterungseinflüssen und der Dauer des Baugenehmigungsverfahrens könnte ab Frühjahr 2018 mit dem Bau begonnen werden, der Investor rechnet mit einer Bauphase von etwa fünf Monaten. Nach anschließender Ausstattung der Einrichtung und Gestaltung des Außengeländes durch den Träger könnte günstigenfalls noch in der zweiten Hälfte 2018 der Betrieb aufgenommen werden.
Das Teilstück der Sedanstraße ab Ecke Metzer Straße zur GGS Walther Hartmann ist bereits jetzt durch den Schulbetrieb nahezu ausgelastet. „Der durch die Kindertagesstätte zusätzlich entstehende Verkehr erfordert ein noch zu erstellendes Verkehrskonzept unter Mitwirkung der Beteiligten und der entsprechenden Fachdienste. Es geht um die verkehrstechnische Umsetzbarkeit aber auch die Sicherheit von Anwohnern, Kindern, Angehörigen und übrigen Verkehrsteilnehmern. Der Bebauungsplan 452 sieht die Errichtung eines Wendehammers auf dem Grundstück vor und ist Bestandteil des Kaufvertrages. Mit der Errichtung des Wendehammers wird die gegenwärtige Situation zunächst verbessert“, heißt es in der Vorlage. Zudem soll über das Verkehrskonzept nach Möglichkeiten gesucht werden, um zusätzlichen Verkehr in dem Teilstück der Sedanstraße nicht entstehen zu lassen.

Zur Oststraße: „Über den Stand der Planungen für die Errichtungen einer Kindertagesstätte in der Oststraße neben der GGS Dörpfeld wird die Bezirksvertretung später ausführlich unterrichtet werden. Um das städtische Grundstück um Schulgelände und Turnhalle der Stadt dauerhaft zu erhalten, erfolgt die Vermarktung über Erbbaurecht. Die Gespräche zwischen dem potentiellen Träger und dem voraussichtlichen Investor sind fortgeschritten, aber noch nicht abgeschlossen. Erst danach werden erste Entwürfe vorliegen“, so die Verwaltung.

Unding: Stadtteilbibliothek ohne WC

Pressemitteilung des Heimatbundes Lüttringhausen

Mit Applaus quittiert der Heimatbund Lüttringhausen die Aussage von Nicole Grüdl-Jakobs, sich ohne Wenn und Aber für den Fortbestand der Stadtteilbibliotheken einzusetzen. Im Gespräch mit dem Lüttringhauser Anzeiger (s. Ausgabe vom 19. Oktober) hatte es die Leiterin des Kommunalen Bildungszentrums jedoch nicht bei dieser Zusicherung belassen, sondern auch einen Umzug der Lüttringhauser Bibliothek ins Auge gefasst – was ebenfalls die Zustimmung des Heimatbundes findet. Denn der gegenwärtige Standort im Haus Gertenbachstraße 22 weist beträchtliche Defizite auf, die nicht zuletzt der Vergleich mit der Bücherei in Lennep offenbart. Während die Räumlichkeiten dort eine zeitgemäße Weiterentwicklung der Bücherei erlauben, wie Hans-Ulrich Hochfeld, der Vorsitzende der Lütteraten bemerkt, gestatten die Verhältnisse in Lüttringhausen nicht mehr als die Verwaltung des Status quo. Hinzu kommt, dass die Besucher in Lüttringhausen keine Toiletten vorfinden! Und ein weiterer, mindestens ebenso gravierender Missstand ist zu nennen: Wer zu den Büchern will, stößt in Lüttringhausen sofort auf Treppen, das heißt, von Barrierefreiheit kann keine Rede sein!

Vor diesem Hintergrund ist es für den Heimatbund nicht nachvollziehbar, dass die Stadt Remscheid den Mietvertrag für das jetzige Domizil im vorigen Jahr für fünf Jahre verlängert hat. Genau wie die Lütteraten erblickt er in der Fläche des frisch renovierten und zur Vermietung stehenden ehemaligen Kaufparks in der oberen Gertenbachstraße eine gute Gelegenheit, die Defizite durch einen Ortswechsel zu beheben. Da der Eigentümer in Gesprächen mit dem Heimatbund glaubwürdig erklärt hat, er sei bereit, künftigen Mietern raumgestaltend und finanziell entgegenzukommen, geht der Heimatbund davon aus, dass auf dem Verhandlungswege Lösungen für die Erfordernisse der Bibliothek gefunden und zusätzliche Belastungen des städtischen Haushaltes minimiert werden können.

Deshalb appelliert der Heimatbund an die Stadt: Die sich jetzt bietende Chance sollte man nicht ohne weiteres verstreichen lassen, sie verdient eine intensive Prüfung. Eine Standortverlagerung darf nicht auf die lange Bank geschoben werden, eine befristete Nachfolgenutzung für den derzeitigen Standort gutes zu finden. Denn es ist ein Unding, in einer öffentlichen Einrichtung die Frage nach den Toiletten verneinen zu müssen. Und es ist ein Unding, mobilitätseingeschränkte Menschen für weitere vier Jahre von der Benutzung der Lüttringhauser Bibliothek auszuschließen. Vorstand und Beirat des Heimatbundes Lüttringhausen

Bauantrag für ehemaliges Möbelhaus angekündigt

Es tut sich wieder was am Bahnhof Lennep: Gebäude und Grundstück des ehemaligen Möbelhauses Giminski haben einen neuen Besitzer gefunden, wie die Verwaltung zur Sitzung der Bezirksvertretung Lennep am 6.Dezember mitgeteilt hat. Bislang gehörte die Immobilie der DB Netz Aktiengesellschaft aus Frankfurt/Main, und die BahnflächenEntwicklungsGesellschaft NRW mbH (BEG) hatte den Auftrag, sioch nach einem Käufer umzusehen. Der zuständige Projektleiter der BEG habe der Wirtschaftsförderung auf der Expo Real sowie in einem folgenden Telefonat mitgeteilt, dass ein Investor für das Grundstück des ehemaligen Möbelhauses gefunden worden sei. Der Investor habe der Stadt Remscheid eine „mit dem Umfeld verträgliche Planung im Rahmen einer Bauvoranfrage vorgelegt“. Inzwischen habe die BEG in Abstimmung mit dem Investor letzte ergänzende Untersuchungen zum Baugrund und zum Boden durchführen lassen. Nach Vorlage der Ergebnisse werde durch den Investor der Bauantrag vorbereitet. „Die Wirtschaftsförderung wird das Vorhaben im engen Austausch mit der BEG weiter begleiten und unterstützen und zur gegebenen Zeit in der Bezirksvertretung Lennep ausführlich vorstellen“, heißt es in der Mitteilung der Verwaltung abschließend – jedenfalls vorläufig.

Neue Kita an der Fritz-Ruhrmann-Straße

Von den in Remscheid insgesamt mehr als 700 fehlenden Plätzen der Kindertagesbetreuung in Kitas  entfallen 91 auf den Stadtbezirk Lüttringhausen. Dieser Bedarf werde im Wesentlichen von einer neu zu errichtenden viergruppigen Kindertagesstätte gedeckt, hat jetzt die Verwaltung zur Sitzung der Bezirksvertretung Lüttringhausen am 13. Dezember mitgeteilt. An der Fritz-Ruhrmann-Straße sei ein geeigneter Standort gefunden worden. Das städtische befindet sich in Nähe der Kita „Klauser Delle“ der Initiative Jugendhilfe e.V. am Ende der sehr kurzen Fritz-Ruhrmann-Straße. Nach Abschluss des Bieterverfahrens erfolgt derzeit der Grundstücksverkauf mit der Volksbank im Bergischen Land eG als Investor des Trägers Initiative Jugendhilfe e.V. Nach Abstimmung der Planungen mit dem Fachdienst Jugend, Soziales und Wohnen sowie dem Landesjugendamt soll der Bauantrag gestellt werden. Dann könnte frühestens im Frühjahr 2018 mit dem Bau begonnen werden. Der Investor rechnet mit einer Bauphase von etwa einem Jahr einschließlich Ausstattung der Einrichtung und Gestaltung des Außengeländes durch den Träger. Günstigenfalls könnte etwa zur Jahresmitte 2019 der Betrieb aufgenommen werden.