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Eindrucksvolle Innenansichten vom Leben

Im Rahmen der 10. Interkulturellen Lese- und Musikreihe liest die Autorin Olga Grjasnowa am 19. Oktober um 19 Uhr (Einlass 18.30  Uhr, Eintritt frei) in der Zentralbibliothek der Stadt Remscheid, Scharffstr. 4-6, vor Erwachsenen, musikalisch begleitet von Azad Schahwysi ( Santur), und am 20. Oktober vormittags im Schulzentrum Hackenberg für die Schüler der Abschlussklassen. Veranstalter sind auch diesmal wieder die Lütteraten, de Schlawiner, IKE, das Kommunale Integrationszentrum KI, der Kulturkreis im Heimatbund Lüttringhausen, die Caritas, die Deutsch-Indische-Gesellschaft, die Akademie der kulturellen Bildung Remscheid und das Katholisches Bildungswerk Wuppertal/Solingen/Remscheid.

Im Alter von zwölf Jahren siedelte Olga Grjasnowa als Kontingentflüchtling mit ihrer Familie nach Hessen, lernte Deutsch und beendete ihre Schulzeit mit dem Abitur. Ab 2005 studierte sie Kunstgeschichte und Slawistik und anschließend „Literarisches Schreiben“ in Leipzig. Längere Studien-aufenthalte in Polen, Russland, der Türkei und Israel schlossen sich an.

Olga Grjasnowa debütierte 2012 mit dem Roman „Der Russe ist einer, der Birken liebt“; 2014 folgte ihr zweiten Roman „Die juristische Unschärfe einer Ehe“. Ihre Geschichten erinnern daran, dass es nicht nur eine Welt vor unserer Haustüre gibt, sondern dass viele Welten existieren und es sich lohnt, diese kennen zu lernen. Sie vermittelt eindrucksvolle Innenansichten vom Leben in einer Einwanderungsgesellschaft und von einer Generation, die keine Grenzen kennt, aber auch keine Heimat hat. Zahlreiche literarische Auszeichnungen begleiten ihre Tätigkeit als freie Autorin, so der Anna Seghers Preis, der Michel-Kühne-Preis und der Chamisso-Förderpreis. Weiterhin erhielt sie verschiedene Stipendien namhafter Stiftungen. Sie lebt mit ihrer Familie in Berlin.

Thema „Heimat“ bewegte auch Herta Köber (95)

Vom 11. bis 14. Oktober 2017 läuft in der ErlebBar, Hindenburgstr. 8, die Ausstellung „Zusammen sind wir Heimat im Rahmen der Caritas-Kampagne 2017. Mit dieser Aktion setzt die Caritas ein Zeichen für eine solidarische und vielfältige Gesellschaft. Denn nur im Miteinander und im gegenseitigen Austausch zwischen denjenigen, die schon länger Heimat haben und jenen, die Heimat gerade erst neu gefunden haben, könne das Zusammenleben gelingend. Diesen Austausch stützen Caritasverband und ErlebBar mit ihrer Präsentation.

Im Juli hatte der Caritasverband Remscheider Bürgerinnen und Bürger gebeten, ihr ganz persönliches Motiv von Heimat auf einer Papiertüte in die geplante Ausstellung zu "transportieren". Die bunt bemalten, mit Fotos beklebten, mit Texten versehenen oder mit Erinnerungsstücken gefüllten Tüten konnten bis zum 25. September in der Caritas-Geschäftsstelle in der Blumenstraße eingereicht werden, wo sie vom Projekt-Team für die Ausstellung in der ErlebBar vorbereitet wurden. Die Rückläufe haben gezeigt, dass Heimat Vielfalt hat: Viele Teilnehmer*innen denken an Familie und Freunde und dokumentieren diese Bindungen mit Bildern aus Fotoalben. Für drei Seniorinnen aus dem CBT-Wohnhaus Katharinenstift löste diese Umsetzung von „Heimat“ bewegende Momente aus: Sie hatten in den 1940er Kriegsjahren durch Zerstörung und Flucht persönliche Fotos und Dokumente verloren. Gemeinsam mit Betreuerin Liane Fratta machten sie sich im Internet auf Spurensuche und verarbeiteten Bildmaterial aus dem ehemaligen Königreich Jugoslawien, aus dem spanischen Salamanca und aus dem niederschlesischen Ort Pohlsdorf. Die 95jährige Herta Köber erkannte auf einem Foto, das eine Schulklasse aus dem Ort zeigt, ihre Schwester Käthe und den Dorfschullehrer Beyer. Mit diesem Foto gestaltete sie ihr ganz persönliches Heimatmotiv.

Zu den jüngsten Teilnehmern zählen Mia und Martim, beide fünf Jahre alt. Während Mia ihre Eltern und Bruder Nevio porträtiert, nimmt Martim das Fußballspiel Frankreich gegen Portugal zum Anlass, seine Heimat Portugal als Siegermannschaft darzustellen. Darstellungen von leckeren Kirschen und bunten Blumen aus heimischen Gärten, von regionalen kulinarischen Spezialitäten, von der "großen Wäsche", die unter alten Bäumen an der Leine flattert, von der Abenddämmerung über der Skyline der Heimatstadt und auch der eingetütete Stein aus dem Bergischen Land … sie alle transportieren Gefühle von und für Heimat. Und alle 90 Tütenbotschaften zeigen: eine Heimat zu haben ist wichtig.

Auch wenn jede Tüte eine individuelle Vorstellung von Heimat wiederspiegelt, zeigt sich doch in der Verknüpfung der Botschaften eine gemeinsame Vorstellung von Heimat als Gefühl der Verbundenheit und Geborgenheit, das nur gemeinschaftlich gelebt werden kann. In der Ausstellung sollen sich daher die einzelnen „Heimaten“ begegnen und ein gemeinsames Bild von Heimat zum Ausdruck bringen.

Die Ausstellung will Menschen anregen, miteinander ins Gespräch zu kommen. Melanie Clemens hat als Stadtführerin elf Jahre lang über die bergische Heimat und über Remscheider Geschichte und Geschichtchen gesprochen. Bei der Eröffnung der Heimatausstellung am Mittwoch, 11. Oktober, plaudert sie aus dem heimischen Nähkästchen. Selbst für Alt-Remscheider*innen dürfte dabei noch manche Überraschung zu Tage kommen. Musikalisch begleitet wird die Eröffnung von Gitarrist André Rößeler. Beginn ist um 18 Uhr, der Eintrtitt ist frei. Besucher*innen, die am Rätsel zur Ausstellung teilnehmen, können eine Wundertüte gewinnen, die von der ErlebBar gefüllt wird. Teilnahmekarten liegen ab dem 11. Oktober in der ErlebBar aus, Teilnahmeschluss ist Samstag, 14. Oktober.

25 Jahre Arbeit für Interkulturelle Erziehung

Auf 25 bewegte wie erfolgreiche Jahre blickte der Förderverein für Interkulturelle Erziehung e. V. (IKE) vor wenigen Tagen im Rahmen einer Feierstunde in der Hauptgeschäftsstelle der Stadtsparkasse Remscheid zurück. Gegründet, um den schulischen Erfolg von Kindern mit Migrationshintergrund zu fördern, verfolgte der Verein von Anfang einen ganzheitlichen Ansatz, der auch eine aktive Elternarbeit umfasste. "Uns war es wichtig, die Eltern und insbesondere die Mütter mit ins Boot zu holen, um das Bewusstsein für die Wichtigkeit von Bildung in den Familien zu verankern", so die Vereinsvorsitzende Erden Ankay-Nachtwein.

Die Bedeutung der Elternarbeit wird an den Frauenbildungskursen deutlich, die der IKE seit vielen Jahren in den Kitas und in den Grundschulen  durchführt und womit die Mütter angesprochen werden. Darüber hinaus ist der Verein mit seinen zahlreichen Deutschkursen, seinen Projekten zur Schüler- und Kleinkinderförderung und als Mitveranstalter der Interkulturellen Lese- und Musikreihen in Remscheid aktiv. Der IKE ist zudem als Träger einer Kindertagesstätte bekannt - viele Jahre vom Otto-Pfeiffer-Haus und seit 2015 der Kita „Confetti“ auf dem Rosenhügel.

Dass die Anfangszeit nicht immer einfach war, sagte die Vorsitzende des Vereins in ihrer Festansprache. Nur durch die Spenden von Firmen, Stiftungen, Organisationen und von Privatleuten habe der IKE diese 25 Jahre stemmen können. Als kleiner Verein ohne große finanzielle Geldgeber sei das Geld immer knapp. Umso erfreulicher sei es, dass der IKE mit seinen Angeboten heute aus Remscheid nur noch schwer wegzudenken sei. "Wir haben seinerzeit eine Lücke geschlossen und leisten bis heute einen wichtigen Beitrag zur Integration. Dass Bildung hierfür von entscheidender Bedeutung ist, haben wir ein Stück weit in den Köpfen der Menschen - der Eltern wie der Politik gleichermaßen - verankern können", so Ankay-Nachtwein

Ein großes Dankeschön gelte allen Weggefährten und Mitarbeitern des Vereins. 25 Jahre erfolgreiche Arbeit für Kinder und Erwachsene sei ohne die vielen Mitstreiter nicht möglich gewesen. Die zahlreichen Gäste, unter ihnen Sozialdezernent Thomas Neuhaus und der Vorsitzender der Kreisgruppe Remscheid des Deutschen Paritätischen Wohlfahrtsverbandes Wolfgang Zöller, genossen den schönen Abend.

Brasilianische Theatergruppe in Lüttringhausen

Pressemitteilung des Katholischen Bildungswerks Wuppertal/Solingen/Remscheid

„Lebenslücken – Leben im brasilianischen Nordo“ heißt das Theaterstück, mit dem die Brasilianische Theatergruppe „Verde Vida“ am Donnerstag, 5. Oktober, um 19 Uhr im CVJM-Heim in Lüttringhausen, Gertenbachstr. 38, gastiert.  Veranstalter sind das Katholische Bildungswerk Wuppertal/Solingen/Remscheid, die Ökumenische Initiative Lüttringhausen e.V. und der flair-Weltladen Lüttringhausen. Eintritt: sechs € für Jugendliche bis 18 Jahren und zwölf € für Erwachsene. Im Mittelpunkt der Produktion mit Theater, Tanz und live gespielter Musik steht eine arme Landarbeiterfamilie aus dem Nordosten Brasiliens. Nach dem Tod des Vaters beschließen die älteren Kinder, in einer der großen Städte ihr Glück zu versuchen. Jahre später kehren sie zurück und berichten von ihrem Leben, sowohl von dem Unglück, das sie erlitten haben, als auch von ihren positiven Erlebnissen.

In den Theaterszenen werden die Probleme in der brasilianischen Gesellschaft veranschaulicht: Korruption in der Politik, sexuelle Ausbeutung von Kindern und Jugendlichen, Leben auf der Straße, Drogen, die Bedrohung des Amazonas, Sklavenarbeit, das Dilemma der Arbeitssuche von Landarbeitern in den Städten. Im Gegensatz dazu stehen die schönen Erinnerungen der Heimgekehrten. Sie werden mit der Vielfalt brasilianischer Kultur in Tanz- und Musikszenen gefeiert.

Die Gruppe »Verde Vida« ist auf Einladung der „Kinderkulturkarawane“ in Deutschland, einem Projekt unter der Schirmherrschaft der Deutschen UNICEF-Kommission e.V. Ziel von »Verde Vida« ist es, Kindern und Jugendlichen aus entrechteten Landarbeiterfamilien den Weg in eine bessere Zukunft zu ermöglichen. Vor allem eine solide Schulbildung soll ihnen Zukunftsperspektiven eröffnen, die nicht in den Favelas der großen Städte enden oder als Landarbeiter unter kargsten Bedingungen. Das Stück »Lebenslücken« wurde von den Darstellern der Gruppe »Verde Vida« selbst entwickelt. (Dr. Daniel Weisser, Katholisches Bildungswerk Wuppertal/Solingen/Remscheid)

Integrationsrat stellt sich auf einem Flyer vor

"Unsere Stadt ist Heimat für Menschen aus mehr als 120 Nationen. Fast 40 Prozent der Mitbürgerinnen und Mitbürger haben einen Migrationshintergrund, ca. 17 Prozent besitzen eine ausländische Staatsangehörigkeit. Damit gehört Remscheid zu den Städten mit dem höchsten Anteil an Einwohnerinnen und Einwohnern mit Migrationshintergrund in NRW.

Ein Gremium zur Vertretung der Interessen der hier lebenden Ausländerinnen und Ausländer hat in Remscheid lange Tradition. Um diesen Personenkreis stärker an der Politik in unserer Stadt zu beteiligen, wurde in Remscheid bereits 1971 ein „Arbeitskreis für Angelegenheiten ausländischer Arbeitnehmer" eingerichtet, im Jahr 1980 folgte der „Ausländerbeirat". Diese Gremien existierten in Remscheid bereits vor der gesetzlichen Verpflichtung, ein entsprechendes Gremium einzurichten. Seit 2014 gibt es einen Integrationsrat, den wir Ihnen mit diesem Flyer vorstellen möchten. Scheuen Sie sich nicht, sich mit Ihren Fragen und Anregungen an uns zu wenden. Lassen Sie uns gemeinsam an der Integration arbeiten. (...)

Der Integrationsrat gebildet... besteht aus 15 Migrantenvertreterinnen und -Vertretern, die von allen Migrantinnen und Migranten gewählt werden. Dazu kommen acht Mitglieder des Rates. So sollen Politik und Integrationsrat sich zusammen für die Interessen der vielen eingewanderten Menschen einsetzen. Der Integrationsrat kümmert sich um alle integrationspolitischen Themen in der Stadt. Er kann sich mit allen politischen Angelegenheiten in Remscheid befassen.

Nach den demokratischen Regeln kann der Integrationsrat Anträge an den Stadtrat stellen. So sollen Migrantinnen und Migranten an der politischen Willensbildung mitwirken. Seine Mitglieder vertreten die Interessen aller in Remscheid lebenden Migrantinnen und Migranten gegenüber Politik, Verwaltung und Öffentlichkeit. Darüber hinaus sind Mitglieder des Integrationsrates in weiteren Gremien wie dem Jugendhilfeausschuss, der Gesundheitskonferenz, der Konferenz Alter und Pflege und im Landesintegrationsrat NRW und vertreten dort ebenfalls die Interessen der Migrantinnen und Migranten. Themen im Integrationsrat sind zum Beispiel:

  • Interkulturelles Miteinander aller Remscheider Bürgerinnen und Bürger
  • Politische Teilhabe von Migrantinnen und Migranten
  • Umsetzung des Integrationskonzeptes der Stadt Remscheid
  • Bildung und Ausbildung von Kindern und Jugendlichen mit Migrationshintergrund
  • Spracherwerb und herkunftssprachlicher Unterricht
  • Situation von Flüchtlingen
  • Unterstützung von Migrantenvereinen

Der Integrationsrat arbeitet dabei eng mit dem Kommunalen Integrationszentrum der Stadt Remscheid, das Menschen bei der Integrationsarbeit unterstützt und berät, zusammen. Ebenfalls erfolgt eine gute Zusammenarbeit mit dem Fachdienst Zuwanderung. Nähere Informationen zu beiden Fachbereichen finden Sie auf der Internetseite der Stadt Remscheid unter www.remscheid.de. Die genaue Zusammensetzung des Gremiums finden Sie im Ratsinformationssystem der Stadt Remscheid. Darüber hinaus erfahren Sie dort die Sitzungstermine und -orte und haben Zugriff auf die Tagesordnungen und die öffentlichen Niederschriften der Sitzungen."  (aus dem jüngsten Informationsflyer des Remscheider Integrationsrates)

Festival für eine vielfältige und tolerante Stadt

Jugendpolitische Position der AGOT

Die in der AGOT zusammengeschlossenen Träger der offenen Kinder- und Jugendarbeit stehen gemeinsam mit vielen anderen demokratischen Kräften in unserer Stadt für

  • NULL TOLERANZ BEI GEWALT, RASSISMUS und EXTREMISMUS
  • NULL TOLERANZ GEGENÜBER INTOLERANZ!

Remscheid ist eine bunte und weltoffene Stadt, in der die Träger der offenen Kinder- und Jugendarbeit gemeinsam mit den Jugendverbänden gerne und hoch motiviert präventive und integrierende Arbeit leisten.

Demokratisches Verhalten, solidarisches Handeln und die Übernahme von Verantwortung in vielen Bereichen, gewaltfreie Konfliktlösung, Engagement für Vielfalt, Respekt und Menschenwürde sowie die Unterstützung der Entwicklung von jungen Menschen zu mündigen, kritikfähigen und gesellschaftsfähigen Persönlichkeiten durch Bildungs­angebote sind wesentliche Stichworte, die in der Kinder- und Jugendarbeit in Remscheid zentrale Bedeutung haben. Diese Ziele und Werte der Erziehung junger Menschen sind gesetzlicher Auftrag der Jugendhilfe und damit der AGOT. (vgl. Sozialgesetzbuch; Achtes Buch [Kinder- und Jugendhilfe9. Kinder- und Jugendfördergesetz NRW.)

 Die Verlässlichkeit und Beständigkeit des kontinuierlichen Engagements von Kolleg*innen in dieser Arbeit stärken die nachhaltige Wirkung einer Haltung, die Kindern, Jugendlichen und jungen Erwachsenen die notwendige Orientierung für ihre soziale Entwicklung bietet.

In unseren Einrichtungen und Angeboten achten wir darauf, dass niemand wegen seines Geschlechts, seiner Herkunft, seines Glaubens, seines Alters, seiner sexuellen Identität oder einer Behinderung benachteiligt oder gar Ziel von Gewalt wird.

Verbale Hetzparolen, aggressive Aufmärsche oder die Schändung von Mahnmalen und Gedenkstätten beeinträchtigen das Gefühl der Freiheit und Sicherheit und versetzen Menschen in Angst. Fremdenfeindliche Angriffe, Übergriffe auf Ausländer*innen, Asyl­suchende, Obdachlose oder Andersdenkende und -lebende sind durch nichts zu rechtfertigen und werden von uns entschieden abgelehnt.

Wir leben und arbeiten gerne in Remscheid und für die Kinder, Jugendlichen und jungen Erwachsenen in dieser Stadt. Wir stehen für aktives und gewaltfreies Handeln, Solidarität, Akzeptanz, Gerechtigkeit und Freiheit.

In der Kinder- und Jugendarbeit erleben junge Menschen Mitbestimmung, Menschen­würde, Eigenverantwortung, couragierte Vorbilder und Ansprechpartner*innen. Wer so in seiner Entwicklung begleitet und unterstützt wird, kann sich auch selbst für Demokratie stark machen. Deshalb ist die Förderung der Kinder- und Jugendarbeit eine Investition in die demokratische Zukunft unserer Stadt.

Pressemitteilung der Arbeitsgemeinschaft Offene Kinder- und Jugendarbeit Remscheid (AGOT)

Terroristische Anschläge, Fake-News, soziale Ungerechtigkeiten und eine daraus resultierende, angstschürende Polemik rechtspopulistischer Parteien und Wählergemeinschaften, scheinen in Teilen unserer Gesellschaft Fremdenfeindlichkeit wieder salonfähig werden zu lassen. Auch in Remscheid sind Einrichtungen der AG „Offene Kinder- und Jugendarbeit in Remscheid“ (AGOT) Ziel fremdenfeindlicher Aktionen geworden. In den Jahren 2014 und 2015 hat der Jugendrat der Stadt Remscheid Schilder der bundesweiten Aktion „Respekt – Kein Platz für Rassismus“ in verschiedenen Einrichtungen der AGOT als Zeichen der Toleranz angebracht. Zum wiederholten Male wurden Respektschilder nachts entfernt, Fenster und Türen beschädigt und mit fremdenfeindlichen Parolen beschmiert. Die polizeilichen Ermittlungen hierzu laufen.

Nicht nur Einrichtungen der AGOT sind von solchen Übergriffen betroffen, sondern auch Remscheider Vereine, Parteien, Kirchen, Gewerkschaften und Privatpersonen, die in der Flüchtlingshilfe aktiv sind. Gerade im Remscheider Stadtteil Lennep häufen sich Angriffe auf Eigentum von Menschen, die sich offen für eine tolerante Gesellschaft, gegen Fremdenfeindlichkeit und für Respekt gegenüber unterschiedlichsten Lebensentwürfen aussprechen und einsetzen.

Aber dennoch, nein gerade deswegen, sehen wir die Notwendigkeit, Jugendlichen die sich gegen Gewalt, Rassismus und Extremismus aussprechen wollen, eine Stimme und die Möglichkeit der Partizipation, in Form eines Musikfestivals zu geben, um sich in ihrer jugendtypischen Art für ein vielfältiges und tolerantes Remscheid stark machen zu können. „RS UNITED FESTIVAL“ findet am 29./30. September im Lenneper Jugendzentrum „Die Welle“, Wallstr. 54, statt. Einlass ist um 18 Uhr. Aus Solidarität mit den in Lennep lebenden, engagierten Menschen und Einrichtungen, haben wir den Veranstaltungsort dieses Jahr bewusst in diesen Stadtteil gelegt. Das „RS UNITED FESTIVAL“ ist ein Fest der Jugendkultur. Vertreter*innen der AGOT haben diesen Tag gemeinsam mit dem Jugendrat der Stadt Remscheid geplant. Neben der politischen Botschaft wird auch ein attraktives und ansprechendes Programm geboten werden.

Eingebunden ist das Festival in die Nacht der Jugendkultur. Mehr als 160 Kultur-Events von Jugendlichen für Jugendliche finden am 29. und 30. September während der Nacht der Jugendkultur, unter dem Titel „Nachtfrequenz2017“, in ganz Nordrhein-Westfalen statt.  Um eine Strahlkraft der Botschaft „RS United – wir leben das“ über den Tag hinaus zu erreichen, werden an die Besucher*innen des Festivals Bändchen mit dem RS United Logo verteilt. Nachhaltig tragen diese somit die Forderung nach Toleranz und Vielfalt auch über den Tag hinaus in die Stadt. Die Initiative „Kein Mensch ist illegal“ wird mit einem Infostand vertreten sein und es wird einen Büchertisch mit Informationen der „Landeszentrale für politische Bildung“ geben. Der Jugendrat der Stadt Remscheid wird außerdem mit einer Fotoaktion vertreten sein.

Stadt: Noch keine Vereinbarung mit der DITIB

Zur Ratssitzung am kommenden Donnerstag hat die Stadtverwaltung mitgeteilt:

„Nach wie vor gestaltet sich insbesondere die zukünftige Nutzung des "öffentlichen Innenhofs“ der Moschee als schwierig, vor allem unter der mit der geforderten öffentlichen Zugänglichkeit durch „Dritte“ einhergehenden Fragestellung nach Art und Maß der Ausübung eines Hausrechts durch die Eigentümer gegenüber der Öffentlichkeit. Da hier selbst die Meinungen und Forderungen des Vorstandes des Moscheevereins nicht gleichlautend und tlw. konträr zueinander sind, konnte eine entsprechende Vereinbarung zwischen Stadt und D.I.T.I.B. aufgrund mangelnder  verlässlicher Grundlage bisher nicht im Entwurf erstellt / vereinbart werden.

Aufgrund eines zwischen der Verwaltung und Teilen des Vorstandes des Moscheevereins geführten weiteren Gespräches wurden die offenen Fragestellungen noch einmal erörtert und seitens der Verwaltung aufgenommen, um diese mit dem Fördergeber abzustimmen. Das Gespräch mit dem Fördergeber  fand am 20. September bei der Bezirksregierung Düsseldorf statt. Als Ergebnis, hier verkürzt und auf die Kernpunkte reduziert wiedergegeben, lässt sich auf die noch offenen Fragen des Moscheevereins in Abstimmung mit dem Fördergeber  Folgendes festhalten:

  1. Der Fördergeber sieht im Hinblick auf den vorliegenden Zuwendungsbescheid die zu fördernden Flächen (also auch den Innenhof der Moschee) in ihrer Funktion als Gemeinbedarfsfläche an. In Hinblick auf mögliche Restriktionen für diese Flächen (z. B Ausübung Hausrecht, Platzverbote, Einschränkungen, Videoüberwachung, etc.) ist somit nur das „förderunschädlich“, was auch im öffentlichen Raum auf einer Gemeinbedarfsfläche an Verboten und Einschränkungen zulässig wäre.
  2. Eine „Herausnahme“ der Innenhoffläche aus der Förderung und Konzentration nur auf die Teilfläche des öffentlichen Vorplatzes wird als förderunschädlich angesehen und bei entsprechender Beantragung  durch die Bezirksregierung mitgetragen.

Auf Grundlage insbesondere dieser beiden Punkte wird ein weiteres Gespräch mit dem Vorstand des Moscheevereins zu führen sein. Nach aktueller Mitteilung durch den Vorstand läuft zurzeit eine Mitgliederabstimmung darüber, ob die Fördermittel für den Innenhof angenommen werden. Erst danach wird eine abschließende Entscheidung durch den D.I.T.I.B.-Vorstand erfolgen können, die dann der Stadt Remscheid mitgeteilt wird. Sollte man sich auf die Vorgehensweise "Herausnahme der Innenhoffläche" verständigen können, kann auf dieser Grundlage eine entsprechende Vereinbarung erstellt werden.“

Diagnose befördert die Sprachförderung

Pressemitteilung der Stadt Remscheid

Das Kommunale Integrationszentrum lädt Lehrerinnen und Lehrer für Dienstag, 26. September, von 13.30 bis 16 Uhr  in die Volkshochschule, Elberfelder Straße 32, Raum  227, zu einem fachlich moderierten : Austauschforum „Deutsch als Zweitsprache“ (DaZ) ein. Thema: „Diagnostik als Grundlage für erfolgreiche Sprachförderung“ Referentin ist Beatrix Heilmann. Die Veranstaltung ist kostenfrei. Es sind noch Plätze frei.
Die Veranstaltung richtet sich an alle Schulformen richtet - Grundschule, Sekundarstufe I und Berufskollegs und befasst sich mit der Profilanalyse als einem einfachen und praxiserprobten Verfahren, mit Pädagogen nicht nur den Sprachstand Ihrer Schülerinnen und Schüler ermitteln, sondern auch die Vorbereitung Ihres Unterrichts sprachlich daran ausrichten können. Anmeldungen werden erbeten im Kommunalen Integrationszentrum, Claudia Göncüoglu, E-Mail:
Claudia.Goencueoglu@remscheid.de">Claudia.Goencueoglu@remscheid.de, Tel. RS 162960, Fax 1612960.

Frauen aus Honduras werben für Kaffee-Kooperative

Die ökumenische Initiative Lüttringhausen e.V. und ihr Flair-Weltladen arbeiten mit der 2014 gegründeten Kaffeebäuerinnen-Kooperative „Asociación de Productoras Libres de Marcala“ (APROLMA) aus Marcala in Honduras zusammen (zuvor, seit 2004, mit der Vorgängerkooperative COMUCAP). Die Region von Marcala gilt als die wichtigste Kaffeeanbauregion in Honduras. Von dort kommen die besten Arabica-Kaffees des Landes. Der Verkauf des hochwertigen Bio-Kaffee ist wichtig für das Familien-Einkommen. Und darum kümmern sich APROLMA als reine Frauenkooperative mit 70 Mitgliedern. Zwei von ihnen –  Marta Dalila Aguilar Banegas und Cruz Dolores Benitez Espinoza - besuchten gestern Oberbürgermeister („Alcalde“) Burkhard Mast-Weisz im Rathaus, um mit ihm Möglichkeiten für eine Kooperation mit der Stadt Remscheid im Zuge der im vorigen Dezember anerkannten Initiative „Fairtrade Town Remscheid“ zu besprechen. Dabei stellten sie – wie später, am Abend, auch im F(l)air-Weltladen Lüttringhausen, den die gemeinnützige ökumenische Initiative Remscheid-Lüttringhausen seit 1999 führt – das aktuelle Projekt der Kooperative vor: Erwerb von Maschinen und Anlagen zur autarken Weiterverarbeitung der Kaffeebohnen bis zur Exportreife.

Auf diese Weise will die Kooperative den gesamten Prozess der Weiterverarbeitung des Rohproduktes bis zur Verschiffung nach Europa transparent in eigener Verantwortung übernehmen. Dazu bedarf es zum Beispiel einer eigenen Kaffeetrocknungsanlage. Diese ist für die exportfertige Verarbeitung des eigenen Kaffees zur Kostensenkung und damit Renditebildung wichtig, vor allem aber zur Qualitätssicherung und vollständigen Kontrolle der Produktion sowohl für die Bio-Zertifizierung als auch für die FLO-Zertifizierung als Fairhandelsunternehmen. Dafür werden einschließlich Grundstück und Lagerhaus 147.600 Euro benötigt. Die Kooperative hofft dabei auch auf finanzielle Hilfe aus Deutschland, etwa von der GEPA in Wuppertal, die den Kaffee importiert und von der „1. Lenneper Privatrösterei“ rösten lässt. Die Stadt Remscheid, die ökumenische Initiative Lüttringhausen und der F(l)air-Weltladen-Lüttringhausen treten gemeinsam für eine neue Entwicklungspartnerschaft zwischen Remscheid und der Kooperative ein. Burkhard Mast-Weisz gestern: „Statt über die ‚Festung Europa‘ nachzudenken, sollte man lieber die Perspektivlosigkeit in den Herkunftsländern der Flüchtlinge bekämpfen!“

„Fairtrade“

... verschafft den Produzenten Zugang zu Weltmärkten und einen besseren Einblick in das Geschehen auf diesen Märkten. Ziel von „Fairtrade“ ist es, Produkte so direkt wie möglich und im besten Falle ohne Zwischenhändler zu vertreiben. Alle Vertragspartner erklären sich zu langfristigen Handelsbeziehungen bereit. Die Kleinbauern bekommen für ihre Produkte einen Preis, mit dem sie ihre Produktions- und Lebenshaltungskosten decken können. Er liegt entweder auf Höhe des Weltmarktpreises, der international erzielt werden kann, oder darüber.
Als „Fairtrade Town“ wurde Remscheid erkannt, nachdem feststand, dass knapp 60 örtliche Lebensmittelgeschäfte, Supermärkte, Gaststätten und Restaurant fair gehandelte Produkte im Sortiment haben bzw. verarbeiten.

Kosten lässt sich der fair gehandelte, biologisch angebaute und handverlesene Premiumkaffee der Kooperative APROLMA  übrigens als Bauernmarktkaffee und -Espresso auf dem Bauernmarkt in Lüttringhausen, Gertenbachstraße, am kommenden Sonntag von 11 bis 18 Uhr.

Die Stadt Remscheid ist als exportorientierte Gemeinde auch historisch bekannt als ,,Seestadt auf dem Berge". Remscheider Kaufleute betrieben bereits Mitte des 19. Jahrhunderts Handel mit Mittel- und Südamerika. An diese Tradition soll das Projekt anknüpfen und die Prinzipien eines fairen und partnerschaftlichen Handelns dokumentieren. In Remscheid werden die beiden Vertreterinnen der Kooperative auch die Schulen besuchen, die sich aktiv am fairen Handel beteiligen: das Röntgengymnasium, die Albert-Schweitzer-Realschule und das Ernst-Moritz-Arndt-Gymnasium.

Damit komme die Stadt Remscheid auch ihrer Verantwortung zur nachhaltigen Entwicklung nach, wie sie u.a. in dem Strategiepapier zur Eine-Welt-Politik des Landes Nordrhein-Westfalen und den Sustainable Development Goals (SDGs) festgelegt sind, hieß es auf der gestrigen Pressekonferenz. Daran nahmen auch Sophia Merrem vom Forum für Soziale Innovation (FSI) teil, „Eine-Welt“-Promotorin für das Bergische Land, sowie Andreas Henning von der Außenstelle Düsseldorf von „Engagement Global“. Die Programme der Außenstelle NRW werden aus Mitteln des Bundesministeriums für wirtschaftliche Zusammenarbeit und Entwicklung (BMZ), des Landes Nordrhein-Westfalen und der Carl Duisberg Gesellschaft e.V. finanziert. Die Angebote richten sich an entwicklungspolitisch aktive Netzwerke, Gruppen und Einzelpersonen richten. Zu den Förderprogrammen zählt zum Beispiel der Konkrete Friedensdienst NRW. Hierüber könnten interessierte junge Frauen aus Remscheid zwischen 18 und 25 Jahren die Kaffeebäuerinnen-Kooperative in Honduras kennenlernen, oder, wie es Oberbürgermeister Mast-Weisz sagte, „die Realität der globalen Welt“.

1. Interkulturelle Sport- und Spielfest des Integrationsrates

Weil das Wetter mitspielte und am Nachmittag nach zögerlichem Zustrom doch noch zahlreicher Besucher kamen, war das gestrige 1. Interkulturelle Sport- und Spielfest des Remscheider Integrationsrates auf dem Gelände und in der Halle des Sportzentrums Hackenberg letztlich eine runde Sache. Auch dank des Engagements vieler ehrenamtlicher Helferinnen und Helfer aus diversen Vereinen und Organisationen. Zwischen 12 und 17 Uhr gab es viele unterschiedliche sportliche Aktivitäten selbst auszuprobieren oder zu bestaunen, und von den kleinen Besucher/innen wurden die Angebote des AGOT-Mobils dankbar angenommen, gelegentlich auch unter Muttis Obhut. Neugierig schauten fünf Kühe von der nahen Weide beim Bogenschießen zu, und wo erst kürzlich Fallschirmspringer mit dem Hubschrauber zu Wettbewerben gestartet waren, machte diesmal eine Weltkugel aus Gummi den Rasen platt. Nicht ausgeschlossen also, dass aus diesem ersten Experiment tatsächlich eine Institution wird... Im Video ein kleiner Ausschnitt aus dem Geschehen.