Alle Werbeeinnahmen kommen gemeinnützigen Institutionen in Remscheid zugute.
Im Schuljahr 2010/ 2011 wurden in Remscheid insgesamt 2.237 Kinder in OGS betreut. Für die im Schuljahr 2010/ 2011 rechnerisch gebildeten 96 OGS-Gruppen standen 72 Gruppenräume zur Verfügung. 85 OGS nutzten in unterschiedlichem Umfang auch Klassenräume (keine Doppelnutzungen in den Förderschulen). Neben den Gruppen- und Klassenräumen standen den OGS Lehrküchen, Werkstätten, Nebenräume, Computerräume, Sporthallen, Schulhöfe, Musikräume etc. zur Verfügung (Ausweichmöglichkeiten). Dies erforderte von den Beteiligten eine hohe Abstimmung. Ein gemeinsam erstelltes Raumnutzungskonzept gab es nur vereinzelt. Die Größe der Gruppenräume war nicht optimal, eine multifunktionale Nutzung und Raum für die kreative Entfaltung der Kinder nur bedingt gegeben. Bei einem Ganztagsbetrieb entsteht insbesondere bei den jüngeren Kindern der Bedarf nach einem Ruheraum. Die Bewertung der Angebote durch die Kinder war fast ausschließlich positiv. Tägliche Bewegungsangebote bildeten einen wesentlichen Schwerpunkt in der OGS-Arbeit.
In 22 der 25 OGS Standorte wurden Eltern einzelfallbezogenen Hilfen angeboten.. Mit zunehmendem Umfang kamen zum Ende des Schuljahres auch Beratungen rund um das Bildungs- und Teilhabepaket dazu. Als Gruppenangebote für Eltern wurden in 20 OGS verschiedene Aktionen vom Elterncafé über Gesprächskreise bis hin zu gemeinsamen Aktionen (gem. Spielnachmittage, Kochaktionen) genannt. An 17 OGS gab es einen Elternrat, der in die unterschiedlichsten Planungen und Entscheidungen eingebunden war.
Pro OGS-Gruppe a 25 Kinder werden 0,1 Lehrerstellenanteile vom Land bewilligt. Dies entspricht 2,8 Wochenstunden. Für das Schuljahr 2010/ 2011 wurden insgesamt 268 Lehrerstunden für bewilligt. Dies entsprach ca. zehn Lehrerstellen. Nach Auswertung der Rückmeldungen aus den Sachberichten wurden insgesamt 180 Stunden in OGS erteilt. In einer Schule ging der Einsatz von Lehrern in der OGS erheblich über den ermittelten Stundenumfang hinaus. In vollem Umfang wurden die Lehrerstunden in fünf Schulen eingesetzt. Mit der negativen Abweichung von ein bis zwei Stunden in der Woche wurden an sechs Schulen Lehrerstunden in der OGS erbracht, an fünf Schulen drei bis fünf Stunden weniger, an sechs Schulen als sechs bis neun Stunden weniger und an einer Schule an einer OGS und gar keine OGS-Stunden. Darüber hinaus wurde oftmals bemängelt, dass der Ausfall von Unterricht zu Lasten der OGS erfolgte. In den OGS an Standorten mit besonderen sozialen Belastungsfaktoren wurde ein besonderer Bedarf in der Zusammenarbeit mit Eltern, in der Schaffung von Frei- und Gestaltungsräumen für Kinder und in Möglichkeiten zur Teambesprechung gesehen.
Von den 2.237 Kinder in OGS besuchten 669 Kinder (30 Prozent) die erste Klasse, 592 Kinder die 2. Klasse (26,5 Prozent), 527 Kinder die Klasse 3 (23,5 Prozent) und 410 Kinder die 4. Klasse. (18 Prozent). Der Anteil der Jungen lag bei 51, 6 Prozent, der der Mädchen bei 48,4 Prozent und der von Kindern mit Zuwanderungsgeschichte bei 47,3 Prozent. Die in den OGS angebotenen Betreuungszeiten erstreckten sich im Allgemeinen von 7 bis 16 Uhr. Dabei wurden je nach Bedarf verlängerte Öffnungszeiten bis 17 Uhr angeboten. Eine Betreuung vor Unterrichtsbeginn, in der Zeit zwischen 7 bis 8 Uhr, wurde in 21 OGS angeboten. Der Bedarf an Frühbetreuung vor Unterrichtsbeginn wurde von vielen OGS als besonders hoch angegeben. Eine Betreuung bis 17 Uhr wurde von 16 OGS angeboten, eine OGS bot eine Betreuungszeit bis 16.30 Uhr an. Die Zahl der Kinder, welche die OGS nach 16 Uhr besuchten, waren sehr unterschiedlich. Sie war eher an solchen Standorten hoch, die aufgrund der sozialen Ortslage eine hohe Berufstätigkeit der Eltern vermuten lassen. (Auszüge aus einer Mitteilungsvorlage der Verwaltung an den Ausschussd für Schule uns Sport zur Sitzung am 24. Mai)
Im Schuljahr 2010/11 hatte in Nordrhein- Westfalen mehr als jede(r) vierte (26,2 Prozent) der rund zwei Millionen Schülerinnen und Schüler an allgemeinbildenden Schulen (ohne Weiterbildungskollegs und freie Waldorfschulen) eine Zuwanderungsgeschichte (in Remscheid 39,1 Prozent). Wie Information und Technik Nordrhein-Westfalen als Statistisches Landesamt mitteilt, wird bei mehr als der Hälfte der Schülerinnen und Schüler mit Zuwanderungsgeschichte zu Hause überwiegend nicht deutsch gesprochen. Das sind 15 Prozent der gesamten Schülerschaft (in Remscheid 25,1 Prozent). Die Hauptschulen hatten mit 25,6 Prozent den höchsten Anteil an Schülerinnen und Schülern mit Zuwanderungsgeschichte, bei denen zu Hause überwiegend nicht deutsch gesprochen wurde. Bei den Gymnasiast(inn)en war der Anteil mit fünf Prozent am niedrigsten. Diese und weitere interessante Ergebnisse zur Bildungsbeteiligung junger Menschen mit Zuwanderungsgeschichte in NRW sowie methodische Hinweise hat der Landesbetrieb Information und Technik Nordrhein-Westfalen jetzt in der Reihe "Statistik Kompakt" unter dem Titel "Bildungsbeteiligung von Schülerinnen und Schülern mit Zuwanderungsgeschichte" veröffentlicht. Unter http://www.it.nrw.de/wl/statistik_kompakt.html steht die Analyse zum kostenlosen Download bereit. 1) ohne Weiterbildungskollegs und freie Waldorfschulen – 2) an der gesamten Schülerzahl
Das Projekt „Kompazz“ der Kraftstation, Freie Jugendarbeit Remscheid Mitte e. V., und die Regionale Arbeitsstelle zur Förderung von Kindern und Jugendlichen aus Zuwandererfamilien (RAA) veranstalten am 30. Mai von 8 bis 16 Uhr in der Gelben Villa an der Eberhardstraße ein Interkulturellen Assessment-Center (IK-AC). Eingeladen sind Schüler und Schülerinnen mit Zuwanderungsgeschichte des Ernst-Moritz-Arndt-Gymnasiums. Der Grundgedanke des IK-AC: Integration ist eine gesamtgesellschaftliche Aufgabe, und nur durch ganzheitliches Denken können die Potentiale der Zuwandererkinder und die Wettbewerbsvorteile der interkulturellen Kompetenzen wie zum Beispiel die Mehrsprachigkeit richtig genutzt werden. Merke: Interkulturelle Kompetenz muss als eine Bereicherung angesehen werden. Konkret geht es in dem IK-AC um die Feststellung interkultureller Kompetenzen und Potentiale der Jugendlichen mit Zuwanderungsgeschichte. Ein weiteres IK-AC soll in diesem Jahr für die Multilinguale Klasse der Hauptschule Rosenhügel stattfinden.
Ein Wort in eigener Sache

Mit dem Waterbölles ist die "Lothar und Ulrike Kaiser-Stiftung" verbunden (siehe „Stiftungsverzeichnis des Landes NRW"). Zusätzlich zu den Erträgen der Stiftung kommen auch die Einkünfte aus Werbung im Waterbölles in voller Höhe gemeinnützigen Zwecken zugute: Ein Werbebanner, das 52 Wochen lang (jede Woche einmal neu) erscheint - bei freier Wahl des Wochentages -, kostet 300 Euro, ein einmaliges Werbebanner zwölf Euro. Die Idee in anderen Worten: Wer ohnehin vor hat, einer gemeinnützigen Einrichtung in Remscheid 300 Euro zu spenden, tut dies über die Stiftung des Waterbölles und bekommt dafür 52 Werbebanner „geschenkt“.
Pressemitteilung der Stadt Remscheid
Vom 18. Mai bis zum 9. Juni wird in der Remscheider Zentralbibliothek eine kleine Ausstellung mit privaten "Schätzen" aus Quimper und Umgebung gezeigt. Die Exponate stammen alle aus Familienbesitz und wurden von Bürgerinnen und Bürgern aus Quimper und Umgebung zur Verfügung gestellt. Neben historischen Kostümen, Gebrauchsgegenständen aus Porzellan und Keramik, Stickarbeiten und Kuriositäten werden auch alte Fotos zu sehen sein. Diesen kleinen Einblick in bretonische Alltagskultur ermöglicht der Partnerschaftsverein Remscheid-Quimper mit Hilfe seiner französischen Gäste, die vom 16. bis zum 20. Mai Remscheid besuchen. (Zentralbibliothek, Scharffstraße 4-6, geöffnet Di, Do, Fr, Sa von 10 bis 12 Uhr und Di, Mi, Do, Fr von 14 bis 19 Uhr). (Büro der Oberbürgermeisterin)
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Dokumentation zum Sparpakat „Stellenabbau in der Verwaltung muss weitergehen!“, forderte am Freitag, 20. April, die Wählergemeinschaft W.i.R. Das von Oberbürgermeisterin Beate Wilding in der jüngsten Ratssondersitzung vorgelegte Sparpakat zum Stärkungspakt-Gesetz des Landes hatten die Ratsmitglieder der W.i.R. zuvor durchgearbeitet. Und dabei waren sie auf „Luftnummern und andere Ungereimtheiten“ gestoßen. Das führte dann bei zahlreichen Einzelmaßnahmen der „Giftliste 2“ zu Fragen an die Verwaltung. Die W.i.R. stellte sie mit Datum 20. April schriftlich. Größtenteils beantwortete die Verwaltung die Fragen in der Sitzung überraschend schnell schon in der Sitzung des Haupt- und Finanzausschusses am 26. April.
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Maßnahme Nr. 24: Umzug der Remscheider Tafel. Die Verwaltung: „Der derzeit für den Betrieb der Remscheider Tafel in der Kronprinzenstraße anfallende Aufwand in Höhe von 50.000 € jährlich für Miete und Nebenkosten kann bei einer Abmietung des Objektes und einem Umzug in ein bereits angemietetes Objekt wie z.B. Wülfingstraße eingespart werden. Der im nachstehenden Konsolidierungsbeitrag von jährlich 50.000 € enthaltenen Kosten für Strom, Wasser und Heizung in Höhe von 14.200 € werden aus dem Produkt des FD 1.28 beglichen und sind weder im nachstehend ausgewiesenen Ansatz enthalten noch werden sie nachstehend in Abzug gebracht. Eine Berücksichtigung erfolgt über die Maßnahme 33 – Aufwandsminderung im Energieaufwand – beim FD 1.28 im Produkt 01.12.01. Die Aufwandreduzierung bewirkt eine Verbesserung des Ergebnisplanes in Höhe von jährlich 50.000 €. Kumulierter Konsolidierungsbeitrag 2012 - 2021: 400.000 Euro.“ Fragen der W.i.R.: „Die W.i.R.-Fraktion bittet um eine detaillierte Darstellung der für die Tafel zu nutzenden Flächen in der Wülfingstraße und eine Aussage, wofür die Flächen aktuell genutzt werden. Werden durch den Umzug der Tafel Aufnahmekapazitäten reduziert? Wie bewertet die Verwaltung, dass die Nutzer der Tafel in Zukunft deutliche weitere Wege zurückzulegen haben (Fahrtkosten?)? Welche Aufwendungen und evtl. Umbauten sind für den Umzug geplant? Des Weiteren möchten wir wissen, inwieweit die Flüchtlinge sich in die ehrenamtliche Arbeit der Tafel einbringen könnten?“ Antwort der Verwaltung: „Die Einsparung (von jährlich 35.800 Euro) wird ab 2014 möglich, wenn die Tafel Remscheid den Standort in der Kronprinzenstraße aufgibt, in die Wülfingstraße umzieht und keine zusätzlichen, von der Stadt zu tragenden Aufwendungen für Miete und Energie an einer Ausgabestelle im Innenstadtbereich entstehen. Der Standort Wülfingstraße wird als Wohnheim für Flüchtlinge benötigt. Es ist beabsichtigt, nicht genutzte Räumlichkeiten herzurichten und den … Mietvertrag für die Kronprinzenstraße fristgerecht im April 2012 zum 31.10.2012 zu kündigen. Falls Renovierungsarbeiten länger andauern, kann der Mietvertrag ggf. in Absprache mit dem Vermieter noch um einige Monate verlängert werden. - Zur Frage von Umbauten: „Es handelt sich um den großen Speisessaal im Erdgeschoss, zwei bis drei angrenzende Büroräume und Räumlichkeiten im Kellergeschoss. Entsprechende Pläne können voraussichtlich zur Fachausschusssitzung vorgestellt werden. Es wird davon ausgegangen, dass die Räumlichkeiten auch vom Umfang her für einen Tafelbetrieb ausreichen. Eine Leistungseinschränkung und lange Anfahrtswege für die Nutzerinnen und Nutzer sollen vermieden werden. Zurzeit wird ein Ersatzausgabestandort in der Innenstadt gesucht. (…) Ein erster Ortstermin hat stattgefunden. Aufwendungen für eventuelle Umbauten und den Umzug sind noch nicht eingeplant, eventuelle Kosten sollen eine Jahresnettokaltmiete nicht übersteigen. Der Konsolidierungsbeitrag wird deshalb ab 2014 ausgewiesen. Mit dem Gebäudemanagement wurde vereinbart, dass der Renovierungs-/Umbaubedarf im Laufe der nächsten Wochen ermittelt wird. - Zu Frage des Ehrenamtes: „Grundsätzlich können sich Flüchtlinge ehrenamtlich engagieren.“
Maßnahme Nr. 25: Reduzierung der Transferleistungen an die B.A.F. Die Verwaltung: „Die Transferleistungen an die B.A.F. werden reduziert, indem die im Konsolidierungszeitraum durch Renteneintritt freiwerdenden zehn Stellen nicht wieder besetzt werden. Diese Aufwandsminderung setzt weiterhin stabile Aufgabenverhältnisse voraus. Sollte sich zukünftig die derzeitige Ausgangslage durch eine bedeutende Zunahme an zugewiesenen Flüchtlingen gravierend ändern, ist eine Realisierung des Abbaus aller zehn Stellen fraglich. Kumulierter Konsolidierungsbeitrag 2012 - 2021: 1.733.000 Euro.“ Fragen der W.i.R.: „ „Die W.i.R.-Fraktion bittet um Angabe des aktuellen Personalschlüssels Flüchtlinge / Betreuer, und über die Änderung des Personalschlüssels im zeitlichen Verlauf des Konsolidierungsprozesses. Von der Verwaltung wird die Aussage gemacht, dass bei einem bedeutenden Zugang an zugewiesenen Flüchtlingen die Realisierung eines Abbaus aller zehn Stellen fraglich ist. Das heißt für uns im Umkehrschluss, dass der Vorschlag der Verwaltung die Zuschüsse an die B.A.F. zu kürzen unrealistisch ist. Ist diese Annahme richtig? Wie erklärt die Verwaltung die Prognose von Klaus-Dieter Hammes vom Amt für Unterbringung und Leistungsgewährung: ‚Unsere Heime sind voll, und die Flüchtlingszahlen dürften in nächster Zeit weiter steigen’. (13.4.2012 RGA), wenn sie gleichzeitig in ihrem Vorschlag vom Gegenteil ausgeht?“ Antwort der Verwaltung: „Aktuell verfügt die Stadt Remscheid noch über vier Übergangsheime mit einer gesamten Unterbringungskapazität von 184 Plätzen, die zurzeit mit 175 Personen belegt sind. Dies entspricht einer Auslastungsquote von ca. 95 Prozent. Die Bezirksregierung Düsseldorf erachtet eine Belegung von ca. 75 bis 80 Prozent als angemessen. Aufgrund vorgegebener Brandschutzauflagen und der in Remscheid gemachten Erfahrungen (Brand im Übergangsheim Wülfingstr. im Jahr 2001) werden die vier Übergangsheime durch die B.A.F. jeweils im Drei-Schicht-Betrieb betreut. Daneben ist die B.A.F. vertraglich mit der Hausmeistergestellung im Obdachlosenzentrum Schüttendelle 40a betreut. Dort wird der Betrieb des Tagestreffs und der Notschlafstelle für Obdachlose ebenfalls rund um die Uhr sichergestellt. Für die Sicherstellung eines 3-Schicht-Hausmeisterdienstes in einem Übergangsheim und des beschriebenen Obdachlosenzentrums werden unter Berücksichtigung von Urlaubs-, Krankheitstagen durchschnittlich pro Objekt fünf Stellen benötigt. Die B.A.F. verfügt aktuell über 29 Vollzeitstellen, davon eine Stelle Geschäftsführung, zwei Stellen Sozialdienst und 26 Stellen Hausmeisterdienst. (…) Die 26 Vollzeithausmeisterstellen werden aufgrund des erreichten Rentenalters/Vorruhestandes einzelner Mitarbeiter bis 2021 auf 16 reduziert. (…) Der von der W.I.R-Fraktion angefragte Personalschlüssel orientiert sich demnach nicht an der Personenzahl, sondern an der Anzahl der Übergangsheime und der damit verbundenen jeweiligen Unterbringungskapazität und den geforderten behördlichen Auflagen. Zusätzlich zur durchgehenden Hausverwaltung der Übergangsheime und des Obdachlosenzentrums werden zunehmend mobile Hausmeistertätigkeiten zur Anleitung von Flüchtlingsfamilien in Privatwohnungen notwendig. Diese Maßnahme resultiert aus der mittlerweile erfolgten Aufgabe von Gemeinschaftsunterkünften und den nahezu erschöpften Unterbringungskapazitäten in den Übergangsheimen. Dazu wurde der Rat bereits mit der DS 14/1404 am 15.12.2011 informiert. Mittlerweile werden 87 Flüchtlinge, die Leistungen nach dem Asylbewerberleistungsgesetz beziehen in 30 Wohnungen durch die B.A.F. bei Bedarf betreut. Eine alternative Wiederanmietung von Großunterkünften konnte durch diese Vorgehensweise vermieden werden. (…) Die Aussage von Herrn Hammes vom Zentraldienst Integration und Migration steht nicht im Widerspruch zu den Sparvorschlägen. Seine Aussage hinsichtlich des aktuellen Auslastungsgrades der Remscheider Übergangsheime trifft zu. Die gestiegenen Zuweisungszahlen sind aber noch als verkraftbar zu bezeichnen. (…) Nur eine überproportional steigende Zuweisungsentwicklung würde die beschriebenen Sparbemühungen zunichtemachen.

Nach der ersten Demonstration von Mitgliedern und Sympathisanten der rechten Splitterpartei Pro NRW gegen den geplanten Moschee-Bau an der Weststraße am 25. März titelte der Waterbölles: „Schon bald zog der Häuflein ewig Gestriger ‚bedröppelt’ ab“. Das ist nicht mehr steigerungsfähig. Schade eigentlich. Denn gegenüber damals – 95 rechte Demonstranten – fiel heute das „rechte Häuflein“ mit 25 noch weitaus kleiner aus (Foto links). „Nazis raus“, tönte es ihnen von den Gegendemonstranten entgegen, die die Maikundgebung am Rathaus geschlossen verlassen und sich auf der Weststraße unterhalb der DITIB-Demonstration versammelt hatten, um die „Braunen“ mit Tanz (Fotos rechts und YouTube-Video) zu vertreiben. Zugegeben: Auch deren Zahl war diesmal deutlich geringer. Statt 2.000 waren es diesmal 250. Aber erstens hatte nach der jüngst erfolgten Großrazzia in der rechten Szene Nordrhein-Westfalens niemand mehr eine „machtvolle Demonstration“ erwartet, und zweitens wollten sich viele Remscheider auch nicht die gute Laune beim Maifest auf dem Rathausplatz verderben lassen, das nach Angaben der Polizei rund 1.000 Remscheider besuchten.
Gleichwohl war es gut und richtig, dass das Aktionsbündnis „Remscheid Tolerant“ auf seiner Internetseite zur Gegendemonstration aufgerufen hatte. Motto: Wehret den Anfängen. Darauf ging auch Oberbürgermeisterin Beate Wilding zu Beginn der Maikundgebung ein: „Mit Entsetzen mussten wir hören, dass Neonazis in den vergangenen zehn Jahren eine ganze Serie von Morden an Mitbürgern mit Migrationshintergrund und einer Polizistin verübten und dass diese Terrorzelle jahrelang unentdeckt im Untergrund agieren konnte. Ihre Aufdeckung hat wohl auch dem Letzten klar gemacht, wie gefährlich der braune Sumpf in Deutschland ist. Es ist unverantwortlich, wegsehen oder beschwichtigen zu wollen. Es ist an der Zeit aufzustehen. Wir stehen auf gegen Hass und Gewalt. Wir stehen auf gegen Rassismus und Intoleranz. Wir stehen auf gegen Rechtsextremismus. Wir sind die Mehrheit in unserer Stadt. Wir stehen ein für ein tolerantes, weltoffenes und friedliches Remscheid! Wir fragen nicht nach Nationalitäten oder Herkunft. Wir fragen danach, wer guten Willens ist, etwas für unser Gemeinwesen und für unsere Stadt zu tun. Unser Bündnis „Remscheid tolerant“ ist sichtbares Zeichen dafür. Ich freue mich, dass so viele gesellschaftliche Gruppen – Kirchen, Religionsgemeinschaften, Gewerkschaften, Parteien, Verbände und Unternehmen – das Bündnis tragen. Ich rufe alle Remscheiderinnen und Remscheider auf, sich aktiv an den Aktionen unseres Bündnisses zu beteiligen. Wir zeigen damit den Feinden unserer offenen demokratischen Gesellschaft die Rote Karte!“ Marko Röhrig, 1. Bevollmächtigter der IG Metall Remscheid-Solingen, erinnerte in seiner Rede an das von „Remscheid tolerant“ am 25. März veranstaltete „Fest der Nationen“, ein friedliches Fest als Gegenpol zu Anti-Islam und Anti-Moschee-Hetze. Damit habe sich Remscheid entschieden gegen Rechts gewehrt und gezeigt: „In unserem großes bunten Miteinander ist ihre Hetze nicht erwünscht!“

Moschee-kritische und anti-islamische Karikaturen zu präsentieren hatte Pro NRW angekündigt. Daraufhin hatte das Polizeipräsidium Wuppertal dem Veranstalter die „versammlungsrechtliche Auflage erteilt, die ein Verbot für das Zeigen von ‚Westergaard-Karikaturen’ oder vergleichbaren Darstellungen beinhaltete“, so die Polizei in ihrem Beicht über die Demonstration. Und weiter: „om Verwaltungsgericht Düsseldorf und vom Oberverwaltungsgericht Münster wurde diese Auflage außer Kraft gesetzt.“ Doch als ein Vertreter der Berliner Rechten das Mikrofon ergriff und das Bild eines überfremdeten Deutschlands zeichnete, standen die Karikaturen noch immer verhüllt in einer Ecke. Allerdings sollen während der Veranstaltung dann doch mehrere islamkritische Karikaturen gezeigt worden sein, darunter auch eine "Westergaard -Karikatur", so die Polizei.
Weniger friedlich als in Remscheid verlief die islamfeindlichen Aktion von Pro NRW am Vormittag in Solingen. Dort durchbrachen radikale Islamisten (Salafisten) eine Absperrung der Polizei, warfen mit Steinen und attackierten die Beamten mit Fahnenstangen, so Polizeipressesprecherin Anja Meis. Drei Beamte und ein Passant seien verletzt und 44 Salafisten festgenommen worden. So bekamen beide Gruppen, was sie erhofft hatten: Schlagzeilen und Publicity.

In der gestrigen konstituierenden Sitzung des Remscheider Jugendrates wurde Murat Ahmet, Schüler des Gertrud-Bäumer-Gymnasium, zum Vorsitzenden gewählt. Seine beiden Stellvertreter sind Mirco Sinani und Victoria-Theresa Küfner. Alle drei sind 17 Jahre alt. Der Waterbölles wünscht ihnen ein gutes Gelingen und fruchtbare Diskussionen.
![(Fotos: Von Doris Werheid [2] und Barbara Zirbes [1])](/bilder2/kinderfest2012.jpg)
Am 23. April wird in jedem Jahr ein internationales Kinderfest in der Türkei gefeiert. Mustafa Kemal Atatürk, der Staatsgründer der modernen türkischen Republik, erklärte diesen Tag als „Tag der Kinder“. Er widmete ihn den Kindern dieser Welt unter dem Motto: „Unsere Kinder sind unsere Zukunft“. „Die Integration und das Verständnis für andere Kulturen bereits im Kindesalter zu fördern, ist ein wichtiges Anliegen“, so Joby Joppen, die Stadtteilmanagerin der Schlawiner. Diese veranstalteten gestern in Zusammenarbeit mit den „Lütteraten“, dem städtischen Fachdienst „Jugend, Soziales und Wohnen“, der RAA, dem „Bildung statt Ausgrenzung“ e.V., dem Internationaler Bund e.V., der OGGS Eisernstein, der Welle gGmbH, der ev. Kita Klausen und der Frauengruppe „El Ele“ das internationale Kinderfest erstmals seit mehreren Jahren nicht auf dem Vassbenderplatz am Remscheider Markt, sondern vor und in der Stadtteilbibliothek Lüttringhausen an der Gertenbachstrasse. Auf dem Programm standen u. a. Kinderschminken, eine Bilderbuchbetrachtung, ein Puppen-Theaterstück, eine Jonglier-Mitmach-Aktion oder ein Malwettbewerb.
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A />m Ostermontag flogen zehn Remscheider Schülerinnen und Schüler des Gertrud-Bäumer-Gymnasiums in die Türkei. In Kırşehir werden sie auf Vermittlung des Freundschaftsvereins Remscheid–Kırşehir e.V. die türkische Schule Haci-Fatma-Erdemir-Anadolou-Lisesi besuchen. Der Waterbölles veröffentlicht ihr Reisetagebuch. |
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VII.
von Emre Keserci, Max Motte, Mehmet Altiparmak und Rusan Öner
Die Geburtstagsparty von Ali A. (der drei Schüler aus Deutschland aufnahm) verlief in Form eines Wettkampfes. Die Mannschaften waren eine deutsch-türkische und in eine türkische. Ort dieser „Internationalen Begegnung“ war eine Sporthalle in Kırşehir. Das mitreißendes Spiel wurde durch die überragende Leistung von Max im Tor geprägt. Einen großen Anteil hatte auch der exzellente Stürmer Emre, der die Torschützenliste klar anführte. Allerdings wäre er ohne seine Mitspieler Recep (Spieler des Tages), Mehmet (Schwalbekönig des Tages) und Rusan (Publikumsliebling) nicht mal halb so gut gewesen. Die anstrengende und „faire“ Partie wurde durch einen super leckeren, aber leider Fenerbahce-Kuchen gekrönt.
Die ohnehin schon lange Fahrt in die türkische Hauptstadt Ankara wurde durch einen schlecht gelaunten Busfahrer noch anstrengender. Trotz der Qualen und seiner „Bescheidenheit“ brachte er die euphorische Gruppe zum großen Einkaufszentrum „Ankara-Mall“. Dort verabschiedeten wir unsre Lehrerin, Frau Cayci, die innerhalb kurzer Zeit die Herzen der Schüler erobert hatte. Im Anitkabir, der Grabstätte Atatürks, informierten anschließend die. türkischen Schüler die deutschen über die türkische Geschichte. Schon ziemlich „kaputt“,bestiegen wir dann alle den Fernseherturm Atakule, um Ankara aus der Vogelperspektive zu sehen. Die gute Laune ließ wir uns bei der Rückfahrt nicht durch die lange Fahrt von drei Stunden und auch nicht durch den Busfahrer trüben: Die Schüler beider Kulturen sangen zusammen Lieder und Hymnen. Max Motte, der Türkischexperte: Masallah cok güzel bir gezimiz oldu. Insallah bir daha görme imkanimiz olur. Herkesle cok iyi anlastik. Herkese gurubun adina tesekkür ederiz. (Unser Unternehmen war mehrsprachig. In Remscheid finden sich manche Nachbarn, die bei der Übersetzung sicher behilflich sind.)
Damit endet nun das Reisetagebuch über die Schülerbegegnung Remscheid-Kırşehir. Gestern standen noch einmal der Schulbesuch und abends ein Abschiedsessen auf dem Programm. Heute, am Donnerstag, geht es dann mit einem Zwischenstopp in München zurück in die Heimat. - Es wird nie wieder sein wie früher, sagte eine Teilnehmerin. Wenn man in Antalya oder Side als Tourist die Türkei erlebt, ist eben man eben Tourist. Das hat seine Reize. Wir aber waren Gäste in der Türkei und haben dort Freunde gefunden. Das ist manchmal anstrengend und macht müde. Aber es verändert dich und deine Einstellung zu den Mitmenschen. Und das lohnt sich auf jeden Fall. Allaha ismarladik.
Pressemitteilung der Stadt Remscheid
Am Mittwoch, 25. April, ist es endlich wieder soweit: In der Zeit von 14 bis 17.30 Uhr findet zum sechsten Mal das „Spielplatzfest Hohenhagen“ auf dem Spiel- und Bolzplatz „Am alten Flugfeld“ statt. Mit einem großen Spieleparcours, vielfältigen Bastel- und Kreativständen, Brandmalerei auf Baumscheiben sowie Aktionen der Polizei und der Jugendfeuerwehr werden abwechslungsreiche Spiel- und interessante Beschäftigungsmöglichkeiten für Alt und Jung geboten. Außerdem gibt es viele praktische Informationen rund um das Thema „Gesund genießen“. Kulinarisch locken Würstchen vom Grill, Kaltgetränke, Kaffee und natürlich eine große Auswahl an Kuchen. Veranstaltet wird das Fest mit Unterstützung der Stadt Remscheid von zahlreichen Einrichtungen, Initiativen und engagierten Bürgern: Arbeitskreis Zahngesundheit, engagierte Eltern, Evangelische Johannes-Kirchengemeinde Remscheid, Familienbildungsstätte „Die Wiege e.V.“, Gesundheitskonferenz – „mobil & gesund“, Jugendfeuerwehr Remscheid, Kindertageseinrichtung und Familienzentrum Ahörnchen e.V., Fachdienst Jugend, Soziales und Wohnen der Stadt Remscheid, Nachbarschaftsgruppe „Treppenhaus & Gartenzaun“, Polizeipräsidium Wuppertal, Seniorentreff Birkenstraße, Spielplatzpatinnen, Sportjugend, städtische Kindertagesstätte Sedanstraße, TV Jahn, Veranstaltungsservice und Sicherheitsdienst Remscheid, Verlässliche Grundschule Walther Hartmann, Fachdienst Grünflächen und Friedhöfe der Stadt Remscheid. (Büro der Oberbürgermeisterin)
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A />m Ostermontag flogen zehn Remscheider Schülerinnen und Schüler des Gertrud-Bäumer-Gymnasiums in die Türkei. In Kırşehir werden sie auf Vermittlung des Freundschaftsvereins Remscheid–Kırşehir e.V. die türkische Schule Haci-Fatma-Erdemir-Anadolou-Lisesi besuchen. Der Waterbölles veröffentlicht ihr Reisetagebuch. |
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VI.
von Mehmet Altiparmak und Emre Keserci
Am Freitag, den 13., dem „Unglückstag“, wollten wir nach Kayseri fahren. Unser Busfahrer kam für die türkischen Verhältnisse superpünktlich – mit nur einer Stunde Verspätung! Die anstrengende und langweilige Busfahrt, die über zweieinhalb Stunden gehen sollte, überstanden wir durch unserer guten Laune und Vorfreude - Frau Cayci stimmte ein „Humba“ an. Zuerst besuchten wir den unterirdischen Markt und kletterten auf die Mauern der Burg – was bestimmt total erlaubt war.
Danach gingen wir zum Essen in eines der teuersten und nobelsten Restaurants, was sich durch vergoldete Plumpsklos bemerkbar machte. Die kulturellen Unterschiede fielen dann auf, als Anja Keil auf einmal zwei Lahmacuns (türkische Pizza) vorgesetzt bekam und sie diese höflicherweise aß, während Jana Jäger komischerweise stundenlang vergeblich wartete…und wartete…und wartete. Als Frau Cayci den Kellner empört darauf ansprach, erwiderte dieser nur: „Das war für beide.“
Danach führten uns die drei Stadtexperten Emre Keserci, Max Motte und Serkan Toker durch die Stadt, damit wir unsere Einkaufsbedürfnisse preisgünstig befriedigen konnten. In der Türkei kann man übrigens gut Minderwertigkeitskomplexe bekommen – S ist gleich XXL. Was der Grund ist, warum auf unseren gekauften T-Shirts die Größen abgerissen sind... Zum Schluss blieben ein paar von uns zurück, um ihre Familien über das Wochenende zu besuchen, während wir anderen die Rückfahrt nach Kirsehir antraten. Max Motte blieb ebenfalls bei Emre Kesercis Familienmitgliedern, um am nächsten Tag in 3.500 Metern Höhe Skimotorrad zu fahren.
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A />m Ostermontag flogen zehn Remscheider Schülerinnen und Schüler des Gertrud-Bäumer-Gymnasiums in die Türkei. In Kırşehir werden sie auf Vermittlung des Freundschaftsvereins Remscheid–Kırşehir e.V. die türkische Schule Haci-Fatma-Erdemir-Anadolou-Lisesi besuchen. Der Waterbölles veröffentlicht ihr Reisetagebuch. |
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V.
von Hartmut Demski
Die erste Hälfte der Schülerbegegnung Remscheid-Kırşehir ist vorbei. Am Wochenende sind die Schülerinnen und Schüler in den Gastfamilien oder beim Verwandtenbesuch – Zeit für Gedanken aus der Sicht eines Reisebegleiters. Die Power und Dynamik der Jugendlichen ist unglaublich, erlebe ich mit meinen 55 Jahren.. Und so gestalten sie eine nationaltätsübergreifende Form von Jugendkultur.
Singen, tanzen und essen können sie zu jeder Zeit. Die lange Wartezeit vor dem Empfang beim Bürgermeister vertreiben sie sich vor der Stadtverwaltung mit Gitarrenmusik, Liedern und Tanzen. Die strengen Herren gucken nicht schlecht. Serkan spielt alles, was Saiten hat, plötzlich formt sich die Gruppe zum Tanz im Kreis und auch wer die Bewegungen vorher nicht kannte, ist wie selbstverständlich dabei. Musik und Rhythmus kennen keine Sprachbarrieren. Natürlich sind da die Schüler mit türkischem Migrationshintergrund erfahrener und spontaner. Da erscheint das Leben mit oder zwischen zwei Kulturen weniger als ein Problem sondern vielmehr als Reichtum. Und das ist die Zukunft: Die hat einen weiten Horizont und lebt von Einflüssen unterschiedlicher Völker und Kulturen.
Natürlich spüre ich als Alter in der Gruppe der Jungen auch Brüche: Was nicht wirklich Spaß macht, wird gnadenlos gestrichen: Ununterbrochen entlassen die Touristenbusse ihre Ladungen in das das weltberühmte Freilichtmuseum in Göreme. Die Jugendlichen erklimmen lieber auf Nebenwegen die Felsen und dunklen Höhlen. Auch der schneebedeckte Erciyes kann nicht verlocken: was sollen wir da? Zum Skifahren reicht die Zeit nicht, nur gucken? Warum? – Kayseri lädt ein zum Gucken und Shoppen, und nachmittags könnten wir zur Abwechslung mal - ins Einkaufszentrum gehen. Wird die alte Kultur zur Kultur der Alten? Wahrscheinlich ist das so.
Aber die ständige Herausforderung besteht gerade darin, im Gespräch zu bleiben – zwischen den Kulturen. Zwischen Jung und Alt, Türken und Deutschen, Muslims und Christen… und darum sind wir hier.
Für Mehraufwendungen bei den gesetzlichen Transferleistungen nach dem Asylbewerberleistungsgesetz (Leistungen für ausländische Flüchtlinge) muss die Stadt Remscheid in diesem Jahr zusätzliche Mittel in Höhe von 250.000 € überplanmäßig bereitstellen. Das geht aus einer Vorlage für die morgige Sitzung des Integrationsausschusses hervor. Bereits für das Haushaltsjahr 2011 hatte der Rat der Stadt am 15.12.2011 125.000 € überplanmäßig bereitgestellt. Der zusätzliche Mittelbedarf war erforderlich, weil mehr Flüchtlinge der Stadt Remscheid zugewiesen worden waren, als es bei der Ansatzplanung für das Haushaltsjahr 2011 vorhersehbar gewesen war. Das entsprach damals einer prozentualen Steigerung von ca. 23 Prozent. Und die Entwicklung in 2012 sieht nicht viel anders aus. Bis zum 12. März musste die Stadt weitere 34 Flüchtlinge /Asylbewerber aufnehmen. Zitat aus der Verwaltungsvorlage: „Es ist nach wie vor nicht zuverlässig planbar, wie viele Flüchtlinge langfristig aufzunehmen sind. Der Zuzug von Flüchtlingen wird von Faktoren bestimmt, auf die die Kommunen keinen Einfluss haben. Aktuell erhalten in Remscheid 245 Hilfeempfänger Leistungen nach dem Asylbewerberleistungsgesetz.“ In den Etats für 2011 und 2012 waren dafür jeweils 740.550 € eingeplant. Aber: „Es ist davon auszugehen, dass … das … auch für 2012 nicht ausreichen wird. Voraussichtlich werden zur Erfüllung der gesetzlichen Aufgabe zur Unterbringung und Versorgung von Flüchtlingen nach dem Flüchtlingsaufnahme- und Asylbewerberleistungsgesetz zusätzlich 250.000 € benötigt.“ Die zusätzliche Mittelbereitstellung ist nach Darstellung der Verwaltung „sachlich unabweisbar, da es sich ausschließlich um gesetzliche Pflichtaufgaben handelt.“ Das Geld soll bei den Etatposten zur Hilfe zum Lebensunterhalt (80.000 €), zur Unterbringung in Privatwohnungen (120.000 €) und zur Sicherstellung der ambulanten und stationären Versorgung im Krankheitsfall (50.000 €) überplanmäßig bereitgestellt werden. Für jeden Aslbewerber - derzueit kommen die meisten aus Afrika und dem Nahen Osten (Syrien) - rechnet die Stadt für Lebensunterhaltunt und Unterkunft pro Monat mit 500 Euro. In den vergangenen zwei Jahren wurden zwei Übergangsheime aufgegeben und die Einzelpersonen und Familie vorzugsweise in "normalen" Mietwohnungen untergebracht.
Zu den überplanmäßigen Mehrausgaben in 2011 hatte die Verwaltung im vergangenen Dezember im Hauptausschuss mitgeteilt, der Anstieg finanziellen Hilfen zum Lebensunterhalt sei in erster Linie auf die zusätzlichen Unterbringungskosten in Privatwohnungen zurückzuführen aufgrund der gestiegenen Zuweisungen von Flüchtlingen aus Serbien, Montenegro und Mazedonien, die die Stadt Remscheid, wie auch anderen Städte, im zweiten Halbjahr 2010 habe aufnehmen müssen. Zitat: „Die Unterbringungskapazitäten waren … nahezu ausgeschöpft. Um überhaupt weitere Flüchtlinge aufnehmen zu können, hätten … aufgegebene Übergangsheime wieder angemietet werden müssen. Dieser Weg wurde … bewusst nicht beschritten, weil eine langfristige Anmietung von Großobjekten vermieden werden sollte. Stattdessen wurde langjährig in Übergangsheimen lebenden Flüchtlingen die Genehmigung zum Bezug einer angemessenen Privatwohnung erteilt. Der so frei gezogene Unterbringungsplatz in den Gemeinschaftsunterkünften stand somit für die erstmalige Aufnahme von neuen Flüchtlingen zur Verfügung.“ Von den 200 Leistungsberechtigten nach dem Asylbewerberleistungsgesetz (AsylbLG) waren im vergangenen Jahr in Remscheid 29 Familien in Privatwohnungen untergebracht. Die zusätzlichen Kosten für Kaltmiete, Nebenkosten und Ersteinrichtung betrugen damals ca. 134.000 €.
Aus den derzeitigen vierten Klassen der Remscheider Grundschulen stehen zum Schuljahr 2012/2013 insgesamt 957 Schülerinnen und Schüler zum Wechsel in die Sekundarstufe I an, 82 weniger als im Jahr zuvor (da waren es 1.039 Kinder). Ein Rückgang um 7,9 Prozent. Bisher wurden insgesamt 1.007 Kinder (Vorjahr: 1.065) aufgenommen; davon 901 Kinder aus Remscheider Grundschulen und 106 auswärtige Kinder (Vorjahr 82), die hauptsächlich aus den Randbereichen von Wuppertal und Radevormwald kommen. Insgesamt wurden 45 Kinder aus Remscheider Grundschulen an auswärtigen Schulen angemeldet, 27 davon an der Wuppertaler Erich-Fried-Gesamtschule, und zwar ohne dass sie vorher von einer der beiden Remscheider Gesamtschulen angewiesen worden wären. In seiner Sitzung am Mittwoch, 18. April, ab 17 Uhrn im Großen Sitzungssaal des Rathauses wird sich der Ausschuss für Schule und Sport mit den aktuellen Zahlen beschäftigen – und mit der Tatsache, dass auch Migrantenkinder in den Gymnasien weiterhin eher die Minderheit bilden werden (siehe Tabellen zu den Schulformempüfehlungen: Stadtverwaltung oben: Jahrersvergleich, Waterbölles recht: Schulformempfehlung 2012/13. Migranten* = Deutsche mit Zuwanderungsgeschichte und Ausländer).
Die Zahl der Anmeldungen an den Remscheider Hauptschulen sei im Vergleich zum Vorjahr stark gesunken (von 145 auf 99), heißt es in der Verwaltungsvorlage. An der GHS Hackenberg wurden 55 Kinder angemeldet, n der GHS Wilhelmstrasse 44 Kinder, hiervon zwölf Kinder mit sonderpädagogischem Förderbedarf für eine integrative Klasse. „Bei den Realschulen ist die Zahl der Anmeldungen mit 221 Kindern im Vergleich zum Vorjahr gleich geblieben“, teilt die Verwaltung mit. Die Albert-Schweitzer-Realschule (mit 119 Anmeldungen) bildet vier Eingangsklassen sowie eine Klasse mit einer integrativen Lerngruppe, die Alexander-von-Humboldt-Realschule (mit 102 Anmeldungen) bildet vier Eingangsklassen.
„Die Zahl der Anmeldungen an den Gymnasien (351 Kinder) ist im Vergleich zum Vorjahr (357) konstant geblieben“, so die Verwaltung. Das Ernst-Moritz-Arndt-Gymnasium bilde mit 103 Anmeldungen vier Eingangsklassen, die übrigen drei Gymnasien jeweils drei. Am Leibniz-Gymnasium erfolgten 40 Anmeldungen von auswärtigen Kindern, hauptsächlich aus dem Bereich Wuppertal-Ronsdorf, am Röntgen-Gymnasium wurden zwölf auswärtige Kinder angemeldet.
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A />m Ostermontag flogen zehn Remscheider Schülerinnen und Schüler des Gertrud-Bäumer-Gymnasiums in die Türkei. In Kırşehir werden sie auf Vermittlung des Freundschaftsvereins Remscheid–Kırşehir e.V. die türkische Schule Haci-Fatma-Erdemir-Anadolou-Lisesi besuchen. Der Waterbölles veröffentlicht ihr Reisetagebuch. |
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III. von Anja Keil Wo sonst kriegt man morgens Schokoriegel von fremden Schülern? Genau – im Schulbus in Kırşehir. Als wir um 8.30 frisch gestärkt in der Schule ankamen, wurden wir auf verschiedene Klassen aufgeteilt und danach vom Fernsehen interviewt. Für den Schein des Touri–Daseins wurde extra ein Schmuckstand auf- und nach dem Interview sofort wieder abgebaut. Schließlich fuhren wir mit dem Bus zu dem Vater eines Austauschpartners zu einem Gelände, das sowohl Ranch, Fahrschule und Sommerhaus ist. Für uns war es heute ein Grillplatz, an dem wir aßen (wie sonst nie in der Türkei) und Musik machten, „Okey“ spielten und vor Katzen flüchteten. Wieder in Kirsehir kauften einige von uns Süßigkeiten, um jetzt im Moment eine Vorspeise (bestehend aus Pommes, Salat und Fleisch) sowie ein Hauptgericht (Reis, Fleisch und wieder Pommes) mit Tanzen zu verdauen, hier, im Paradies des Tülls. Und nachher gibt es wieder Essen in der Gastfamilie…
IV. von Serkan Toker Morgens um 8:30 Uhr trafen wir uns in der Schule, jedoch gingen wir glücklicherweise nicht in den Unterricht, sondern fuhren sofort Richtung Kappadokien los. Nach einer Stunde Autofahrt erreichten wir die Berge und Hügel Kappadokiens in Göreme (Foto). Die Landschaft und manche touristischen Attraktionen führten bei einigen zu kreativen und phantasievollen Gedanken: Die einzeln aufragenden Felsen z.B., die aussehen wie eine Rakete mit einer Kappe oben drauf, die man auch anders interpretieren könnte … Danach fuhren wir nach Uchisar, zu einem hohen, ehemaligen Wohnturm aus einem Felsen. Nachdem wir die Spitze des Turmes errungen hatten, bot sich eine super schöne Aussicht auf die große Landschaft und ihre bizarren Berge und Hügel. Im Anschluss genossen wir ein leckeres, für die Türkei berühmtes Mahl und gingen in eines der größten Einkaufszentren der Türkei in Nevshehir, wo wir auch deutsche bzw. in ganz Europa bekannte Läden gefunden haben.
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Am Ostermontag flogen zehn Remscheider Schülerinnen und Schüler des Gertrud-Bäumer-Gymnasiums in die Türkei. In Kırşehir werden sie auf Vermittlung des Freundschaftsvereins Remscheid–Kırşehir e.V. die türkische Schule Haci-Fatma-Erdemir-Anadolou-Lisesi besuchen. Der Waterbölles veröffentlicht ihr Reisetagebuch. |
I.
Während Emre und Serkan der Lufthansa-Stewardness gnadenlos die fehlenden Fernseher in dem Flieger vorhielten, sinnierten Frau Cayci und Herr Demski noch über das Chaos beim elektronischen Einchecken. Das hatte gefühlte zwei Stunden gedauert und zuletzt mindestens drei Lufthansa-Mitarbeiterinnen aktiviert, die eigentlich nur den selbst eincheckenden Passagieren zuschauen sollten. Bei Einzelreisenden und Paaren mag das ja funktionieren, bei einer zwölfköpfigen Gruppe geriet das System heillos an die Grenzen., zumal wenn die sich mit deutschen und türkischen Pässen auswiesen. So begann am Ostermontag der Gegenbesuch von zehn Remscheider Schülerinnen und Schülerinnen mit zwei Begleitmenschen am Anadolu-Liceum im Kirsehir. Im April 2011 waren fünf türkische Schülerinnen und Schüler in Remscheid gewesen. Nun hatte sich die Besuchergruppe verdoppelt – sehr zur Freude des Freundschaftsvereins Kirsehir – Remscheid e.V., der sich diese Begegnungen auf die Fahnen geschrieben hat. Nach dreistündigem Flug und dreistündiger Busfahrt sind alle in Kirsehir angekommen. Dort gab es bei einigen ein fröhliches Wiedersehen, bei anderen ein vorsichtiges Warmwerden. Nun ist gerade die erste Nacht über die Begegnung hereingebrochen und man darf gespannt die Rückmeldungen am Dienstagmorgen erwarten. Dann nimmt die Gruppe am Deutsch- und Englischunterricht der türkischen Schule teil. Es wird aber auch genug Zeit sein, um in mehreren Ausflügen das Weltkulturerbe Kappadokien, Kayserie und Ankara zu besuchen. Wenn die Zeit reicht, melden wir uns gerne mit Bildern und Stimmungen von unterwegs.
II.
von Anja Keil Um fünf Uhr früh (man beachte: fünf) wurden Jana und ich vom Wecker der traditonellen Art geweckt: dem Muezzin. Um 8.30 Uhr begann dann die Schule. Nach einer ersten Stunde besuchten Jana und ich die 10B des Haci-Fatma-Liseums im Englischunterricht. Dort wurden wir wie die Stars behandelt: Wegen uns wurde extra der Unterricht geändert. Es wurden englische Spiele gespielt. Außerdem beantworteten wir Fragen, die nach anfänglicher Zurückhaltung schnell ziemlich persönlich wurden. Die wichtigste Frage vor allem der Jungen in der Klasse war: Do you have a boyfriend? Am Schluss haben sie geschätzte tausend Photos mit uns gemacht: Einmal fühlen wie ein Star! Vom Äußeren her fielen wir schon allein auf durch die helle Haut, Janas blonde Haare und meine braunen Augen. Nach dem Schulbesuch gingen wir als Gruppe mit unseren Gastgebern in die Innenstadt von Kırşehir. Vor einem schönen Gebäude, das sich als das Gericht herausstellte, kam unsere Lehrerin auf die Idee, ein verrücktes Photo zu machen. Plötzlich kam ein Anzugträger aus dem Gebäude auf uns zu, und wir befürchteten schon das Schlimmste. Doch als er hörte, dass wir aus Deutschland kommen und eine Schülerbegegnung machen, lud er uns total herzlich ein hereinzukommen. Total perplex von so großer Offenheit: Wir erhielten eine Privatführung! Währenddessen tauchten pro Stockwerk, das wir aufsuchten, gefühlte weitere hundert Anzugträger auf, unsere persönlichen Paparrazzi hielten jede einzelne Situation fest. Schließlich stellte sich uns der oberste Richter vor und erzählte, dass er einen Bruder in Karlsruhe hat. Er führte uns in den Gerichtssaal, wo die schweren Fälle verhandelt werden – also genau das Richtige für uns (Foto rechts). Er forderte uns auf, auf das Richterpodium zu steigen und die heiligen Richterroben anzulegen; dann nahmen Jana, Max und ich den Vorsitz ein; Emre spielte den Angeklagten – sehr überzeugend. Zum Schluss erhielt jeder einen Riesenbrocken Onyxgestein, das in Kirsehir gefunden und verarbeitet wird und angeblich Radioaktivität ablenkt. Wie man sieht, kennt die Gastfreundschaft Kirsehirs keine Tore, die man nicht öffnen könnte.

Am Ostermontag, 9. April, um 6: Uhr geht’s los: zehn Schülerinnen und Schüler zwischen 15 und 18 Jahren aus Remscheid brechen auf nach Kirsehir in der Türkei. Acht von ihnen und eine begleitende Lehrerin kommen vom Gertrud-Bäumer-Gymnasium. Sie werden dort in Gastfamilien untergebracht sein und die türkische Schule Haci-Fatma-Erdemir-Anadolou-Lisesi besuchen. Eine Besonderheit der Anadolou-Schulen ist das Angebot von Deutsch als zweiter Fremdsprache. Superintendent Hartmut Demski, der auch Vorsitzender des Freundschaftsvereins Remscheid–Kirsehir e.V. ist, begleitet die Gruppe. Am Donnerstag, 19. April, kommen die Reisenden zurück nach Remscheid.

Fünf türkische Schülerinnen und Schüler waren im Mai vergangenen Jahres für zwei Wochen zu Gast in Remscheid und besuchten das Gertrud-Bäumer-Gymnasium (Foto rechts mit ihren Gastgebern). Der Freundschaftsverein Remscheid–Kirsehir e.V. hatte den Austausch ebenso wie verschiedene Delegationsreisen initiiert. Ziel ist es, jeweils bei Gästen und Einheimischen das Verständnis für Unterschiede und die Freude am Gemeinsamen zu fördern.
Mehrere tausend Remscheider verbinden die beiden Städte: Sie haben familiäre Wurzeln in der anatolischen Region von Kirsehir südöststlich von Ankara. Von dort waren sie oder ihre Vorfahren seit 1963 nach Remscheid gekommen. Die bislang 38 Mitglieder des 2008 gegründeten Freundschaftsvereins Kirsehir-Remscheid e.V., darunter auch der Evangelische Kirchenkreis Lennep, wollen die Kontakte erweitern und vertiefen. Mitglieder des Freundschaftsvereins Kirsehir-Remscheid e.V. sind u.a.: Erden Ankay-Nachtwein, Ramazan Dalgali, Hartmut Demski, Metin Göcer, Burkhard Mast-Weisz, Rolf Söhnchen und Barbara Zirbes.

Der am Theater gestartete Sternmarsch der Gegendemonstranten auf der Freiheitstraße am Amtsgericht. Ein Klick auf das Foto, und Sie sehen es in voller Größe.
Die … angemeldeten Demonstrationen und Kundgebungen verliefen störungsfrei und friedlich. An der Demonstration von Pro NRW nahmen etwa 120 Personen teil. Dem stellte sich das breite bürgerliche Bündnis "Remscheid Tolerant" mit ca. 2.000 Teilnehmern entgegen. Noch mehrere Stunden wird die Stadt Remscheid das Fest der Nationen feiern.“ – Beinahe dürftig fiel die Pressemitteilung aus, die die Polizei Wuppertal gestern um 13:57 Uhr im Internet veröffentlichte. Die Überschrift dazu hätte „Viel Lärm um nichts“ lauten können – aus der Sicht der Polizei, versteht sich. Denn fünf, sechs Anhängern von Pro NRW, die an der Bismarckstraße am Morgen auf auswärtige Gesinnungsgenossen warteten, stand ein Großaufgebot an (Bereitschafts-)Polizei gegenüber. Es wimmelte geradezu in der gesamten Innenstadt an grünen und blauen Mannschafts- und Streifenwagen, die Kradfahrer nicht zu vergessen. Insgesamt sollen mehrere hundert Uniformierte im Einsatz gewesen sein.
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Zu den Fotos: Das Publikum vor der Tribüne an der Weststraße (oben links);, der ev. Superintendent Hartmut Demski, Himmet Ertürk (Projektbeauftragtem der DITIB), Moderator Horst Kläuser und Dechant Thomas Kaster im Gespräch (oben rechts); die Stände der Remscheider Parteien vor dem Böker-Bau an der Westraße in seltener Einmütigkeit dicht beieinander (unten links); viele Fahnen und Transparente beim Sternmarsch auf der Alleestraße Richtung Amtsgericht /unten rechts).
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Als die erwarteten auswärtigen Demonstranten (darunter rechtsradikale Belgier, wie es hieß) zwei Omnibussen entstiegen waren und ihre Transparente entrollt hatten, war die kleine Truppe schnell durchgezählt, als sie unter dem „Südsteg“ am Hauptbahnhof Richtung Weststraße marschierte. Es waren insgesamt nicht 120 Demonstranten, wie von der Polizei geschätzt, sondern gerade mal 95. Zum Vergleich: An den beiden Sternmärschen des Bündnisses „Remscheid tolerant“ nahmen rund 700 Bürgerinnen und Bürger teil. Und beim späteren „Fest der Nationen“ schätzten die Veranstalter später die Zahl der Besucher von 2.500 bis 3.000. Für die Parolen, die Pro NRW per Lautsprecherwagen verbreitete, interessierten sie sich nicht. Wohl aber für die Musikgruppen auf der Bühne Ecke West- und Stachelhauser Straße, wo Horst Kläuser zwischendurch immer mal wieder Prominente interviewte, darunter Sandra Minnert. Die ehemalige Nationalspielerin der Deutschen Frauen Fußball Nationalmannschaft und Weltfußballlerin des Jahres 2005 ist Schirmherrin der Respekt-Initiative (www.respekt.tv). Die Initiative setzt sich über den Sportbereich hinaus für gegenseitigen Respekt und gegen Rassismus ein (kleines Foto unten).
Von Himmet Ertürk als Projektbeauftragtem der Türkisch-Islamischen Union (DITIB) ließ sich Kläuser erläutern, wie die Moschee aussehen soll, die auf dem Grundstück Stachelhauser Straße 41 entstehen soll (der Bauantrag liegt inzwischen im Rathaus vor). Und der evangelische Superintendent Hartmut Demski und der katholische Stadtdechant Thomas Kaster nutzten die Gelegenheit gerne, um noch einmal – und in aller Deutlichkeit – zu betonen, dass sie den Bau des muslimischen Gebetshauses sehr begrüßen.
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Zum unteren Fotoblock: Quirliges Leben auf der Weststraße (Foto oben) und Schmährufe gegen die Demonstranten von Pro NRW (Foto unten). Dazwischen die kleinen Fotos: Hammel am Spieß, Polizeifahrzeuge am Hauptbahnhof, Sandra Minnert im Interview und Polizeireiter in Wartestellung auf dem Baufeld 6 zwischen Weststraße und Bahnhof. |
Am 22. Oktober hatte die Nachricht im Waterbölles gestanden: Die DITIB plant ein „Gebets- und Begegnungszentrum für drei Millionen Euro“. Es dauerte nicht lange, da begann Pro NRW damit, im Internet gegen das Projekt zu hetzen. Auf 100 Straßenplakaten polemisierte die Gruppe Rechtsgerichteter gegen den Moschau-Bau und kündigte „weitere aufsehenerregende Aktionen in Remscheid“ an. (Heiße Luft, wie man seit gestern weiß. Und das ist gut so.)
Remscheids Antwort auf die Drohgebärden der Rechten war am 24. Januar die Gründung des Aktionsbündnisses „Remscheid Tolerant“. Aktionsbündnis macht mobil gegen ‚auswärtige Aktivisten’“, titelte der Waterbölles am 31. Januar. Kommunalpolitiker, Vertreter der evangelischen und katholischen Kirchen, der Wohlfahrtsverbände, der Gewerkschaften, von Migrantenorganisationen und zahlreicher Vereinen sowie Einzelpersonen hatten die Gründungserklärung für das Bündnis erarbeitet, das Anhängern der rechten Gruppierung ProNRW bedeuten soll: Ihr seid in Remscheid nicht erwünscht! Am 7. Februar präsentierten sich die Akteure des neuen Bündnisses gegen Rechts im Großen Sitzungssaal der Rathauses der Presse. Dabei betonte Oberbürgermeisterin Beate Wilding, wer nach Remscheid kommen wolle, um das gute Miteinander der verschiedenen Kulturen zu unterminieren, dem solle bunt, fröhlich und friedlich, aber auch entschieden klar gemacht werden, er könne am besten gleich wieder kehrtmachen. Diese Stadt stehe seit Jahrhunderten für Weltoffenheit und Toleranz - „und das lassen wir uns nicht von außen kaputt machen!“ Die Botschaft: „Remscheid zeigt Rechtsextremen die kalte Schulter“.
Kalte Schulter? Schon während der beiden Sternmärsche zur Weststraße (vom Teo Otto Theater aus über Hoch-, Allee- und Freiheitstraße und - nach dem Gottesdienst, in dem gelbe Bänder mit der Aufschrift „Suchet der Stadt Bestes“ verteilt wurden - von der ev. Stadtkirche am Markt aus über die Stachelhauser Straße) waren Rufe „Nazis raus“ und Trillerpfeifen zu hören. Und emotionslos blieb es erst recht nicht, als sich dann gegen 11.30 Uhr auf der Weststraße die Demonstranten von „Pro NRW“, die von der Unterführung aus über die Presov-Straße marschiert waren, und die Gegendemonstranten der drei Bündnisse gegenüberstanden, dicht vor dem Absperrgittern der Bereitschaftspolizei junge Türken, die die Pro NRW-Anhänger zuvor bereits am Hauptbahnhof hatten in Empfang nehmen wollen. Doch diese unangemeldete Gegendemonstration hatte sich nach ruhigem Zureden durch die Polizei schon nach kurzer Zeit wieder aufgelöst.

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Heute wollen die Bürgerbündnisse "REMSCHEID TOLERANT", "BUNT STATT BRAUN" aus Solingen und die Wuppertaler "NETZWERK FÜR DEMOKRATIE UND TOLERANZ" der geplanten Doppelkundgebung der Rechtspopulisten von Pro-NRW entgegentreten. Rechtsextreme Gruppen haben im Bergischen Land keinen Platz! Wir wollen es nicht zulassen, dass gegen Andersdenkende und –gläubige mit Parolen gehetzt wird, die Muslime pauschal als salafistische Hassprediger diskriminieren und das Schreckgespenst einer Islamisierung mit „orientalischen Großmoscheen“ und „Muezzin-Rufen“ an die Wand malen.
Wir wollen in einem toleranten und weltoffenen Land leben. Wir wollen, dass alle Bürgerinnen und Bürger, egal welcher Nationalität und Religion sie angehören, mit dem Bekenntnis zu Demokratie und Freiheit, mit Toleranz und gegenseitigem Respekt in unseren Städten friedlich zusammen leben können. Unser demokratisch verfasster und friedlicher Widerstand ist stark genug. Wir brauchen die Wander-Hass-Prediger von Pro-NRW hier nicht.
Die bergischen Bündnisse haben in den vergangenen Jahren erfolgreich verhindert, dass rechtsextreme Parteien und Gruppierungen in unserer Region Fuß fassen konnten. Deshalb rufen wir gemeinsam dazu auf, ein Zeichen für Demokratie, Toleranz und Respekt zu setzen, und laden alle Menschen dazu ein, ab 11 Uhr das "Fest der Nationen" auf der Weststraße in Remscheid zu feiern und ab 13 Uhr mit einer Kundgebung auf der Hauptstraße (Am Dicken Stein) in Solingen zu bekräftigten: "Solingen ist bunt statt braun".
Bündnis “Remscheid tolerant”, Wuppertaler Netzwerk für Demokratie und Toleranz, Bündnis „Bunt statt Braun" Solingen
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