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"Dicke Luft" auf der Freiheit- und der Lenneper Straße

Zuerst die gute Nachricht: Im Zuge des geplanten „Stadtumbaus West“ möchte die Stadt Baulücken an der Freiheitstraße schließen. Und jetzt die schlechte: Das wird die Luft über der vielbefahrenen Bundesstraße 229 aller Voraussicht nach noch ein wenig schlechter machen. Das ließ in der gestrigen Sitzung des städtischen Bauausschusses Baudezernent Helmut Kennepohl eher beiläufig anklingen, als sich der Ausschuss mit der Thematik „Schadstoffbelastung der Luft an stark befahrenen Straßen" befasste. Der hatte das zuletzt im Mai 2006 getan; damals hatte er beschlossen, an der B 229 in    Vieringhausen und an der Freiheitstraße sowie an der  Lenneper Straße den Verkehr zu zählen und auf der Basis der Ergebnisse Modellrechnungen anzustellen über die Schadstoffbelastungen (Feinstaub) in diesen Straßenabschnitten. Wie gestern bekannt wurde, kam bei den Berechnungen heraus, dass die Grenzwerten der Verordnung über Immissionswerte für Schad­stoffe in der Luft vom 11.09.2002 derzeit dort nicht überschritten werden. Aber:Das Ergebnis für Feinstaub liegt im untersuchten Abschnitt der Freiheitstraße sehr nahe am Grenzwert, und der zulässige Jahresmittelwert für Stickstoffdioxid, der in den nächsten Jahren stufenweite weiter gesenkt werden wird, dürfe dann an der Freiheitstraße und der Lenneper Straße überschritten werden.

Zitat aus der Verwaltungsvorlage: „Für Stickstoffdioxid kann es bei sonst unveränderten Bedingungen zu Grenzwertüberschreitungen an der Freiheitstraße ab 2009 und an der Lenneper Straße ab 2010 kommen.“ Dabei wird von gleichbleibenden Rahmenbedingungen ausgegangen  (tägliche Anzahl der Fahrzeuge in den verschiedenen Gruppen, Höhe der Emissionen dieser Fahrzeuge und die Höhe der örtlichen Vorbelastung aus anderen Quellen). Da sich aber die Entwicklung insgesamt nicht zuverlässig vorhersagen lasse, beauftragte der Bauausschuss die Verwaltung gestern, die Modellrechnungen für

  • a) Vieringhausen zwischen den Einmündungen Buchener Str. und Stockder Str.
  • b) Freiheitstraße zwischen den Einmündungen Südstraße und Brucher Straße
  • c) Lenneper Straße von der Einmündung Intzestraße bis zum Zentralpunkt
  • d) Burger Straße zwischen den Einmündungen Reinhard-Mannesman-Straße und Güterstraße

in den kommenden Jahren regelmäßig zu wiederholen und zu diesem Zweck an allen drei Stellen Verkehrszählungen vorzunehmen. Ausschuss und Verwaltung gehen dabei davon aus, „dass in Zukunft für die Freiheitstraße und die Lenneper Straße Aktionspläne bzw. Luftreinhaltepläne gem. § 47 Bundes-Immissionsschutzgesetz in Verbindung mit den Bestimmungen der Verordnung über Immissionswerte für Schadstoffe in der Luft erforderlich werden, wenn nicht zuvor schon Maßnahmen zur Emissionsminderung, insbesondere für Stickstoffdioxid, greifen. Derartige Pläne werden unter Beteiligung der Stadt durch die Bezirksregierung aufgestellt.“

Wie könnten solche Maßnahmen aussehen? Den Verkehr auf der B 229 zu verringern, scheint zunächst nicht vorstellbar. Doch die Modellrechnungen der Stadt mit Hilfe einer speziellen Software des Landes basieren auf Zahlen aus dem Jahre 2005. Damals gab es weder den neuen Burgholztunnel in Wuppertal, der die Strecke nach Ronsdorf verkürzt, noch die Autobahnauffahrt Remscheid-Lüttringhausen. Für Lothar Schiffer (FDP) war deshalb gestern klar: „Wenn beides besser ausgeschildert wird, kann das den Verkehr auf der B229 entlasten!“

Wolfgang Putz, der Leiter des städtischen Umweltamtes, kündigte die nächsten Verkehrszählungen für September an; dann könnten neue Modellrechnungen einen Monat später vorliegen. Wenn bis dahin die neuen Verkehrsschilder aufgestellt sind mit dem Ziel, die Strecke Burgholztunnel / Autobahnauffahrt Lüttringhausen besser bekannt zu machen für den überörtlichen Verkehr, könnten die Grenzwerte vielleicht schon nicht mehr so nahe liegen. Doch Vorsicht ist die Mutter der Porzellankiste. Der Bauausschuss bat deshalb die Verwaltung auf Vorschlag von Günter Bender (Grüne) und Lothar Schiffer, im Oktober Alternativen aufzuzeigen für den „Fall  X“, dass doch mit einer höheren Belastung durch Feinstaub und andere Schadstoffe gerechnet werden muss.


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Kommentare

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Chronist am :

Die Bezirksvertretung 1 sah es heute nicht anders als gestern der Bauausschuss. Ergänzend regte Alexa Schmitz in Namen der CDU an, auf den Grünstreifen der Freiheitstraße Bäume zu pflanzen und auch die Eigentümer von angrenzenden Grünstreifen dazu zu animieren, um so für eine bessere Luft zu sorgen. Das sei doch schon einmal (Kirschbäume) im Bereich Amtsgericht vergeblich versucht worden, glaubte sich Hannelore Haaaser (SPD) erinnern zu können. Und ihr Fraktionskollege Sigmar Paeslack wandte ein, da sei es schon besser, eine Lösung für den regen Schwerlastverkehr zu finden.

Chronist am :

Der Hauptausschuss stimmte gestern der Fortschreibung der Modellrechnungen zu, erweiterte den Verwaltungsvorschlag aber noch um die Burger Straße. Damit folgte er einer Anregung der Bezirksvertretung Süd.

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