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Vorschläge zum Fest, oder: doppelte Bürgerbeteiligung

SPD macht sich für Straßenfest stark“, titelte der Waterbölles 2. März. Warum denn die Stadtverwaltung gegen ein Straßenfest auf der Alten Bismarckstraße aus Gründen der Sicherheit Bedenken erhoben habe, hatte im Ausschuss für Stadtentwicklung, Wirtschaftsförderung, Energieeffizienz und Verkehr York Edelhoff (SPD) von der Verwaltung wissen wollen. Edelhoff: „Was auf der Luisenstraße in Wuppertal möglich ist, müsste auch auf der Alten Bismarckstraße in Remscheid möglich sein!“ Und der SPD-Fraktionsvorsitzende Sven Wolf ergänzte, im Rahmen des Innenstadtumbaus und dessen Aufwertung könnte ein solches Fest eine weitere Ergänzung zur Revitalisierung der Innenstadt bedeuten. Inzwischen steht fest: Das Anwohnerfest soll am „Tag der Städtebauförderung“ (Samstag, 5.Mai) stattfinden, und es hat auch einen Namen: „MyViertel Fest“. Der findet sich eher verschämt im vorletzten Absatz einer Mitteilungsvorlage der Verwaltung zur heutigen Sitzung der Bezirksvertretung Alt-Remscheid, allerdings verbunden mit der Ankündigung einer weiteren, intensiveren Öffentlichkeitsarbeit: „Die Bürgerinnen und Bürger sowie die betroffenen Bewohner der o.g. Straßen werden über diverse Medien (wie z.B. Presse, Flyer und Plakate oder Social Media) zum Dialog eingeladen,“ heißt es da. Wobei der Unterschied zwischen „Bürgerinnen und Bürgern“ und „betroffenen Bewohnern“ noch zu erklären wäre...

Am Samstag, 5. Mai, wird auch das Innenstadtbüro Markt 13 geöffnet sein, damit Bürgerinnen und Bürger dort ihre Ideen und Vorschläge für die in diesem Jahr geplante bauliche Umgestaltung von fünf Umgebungsstraßen bzw. Zugängen zur Innenstadt (Alleestraße) abgeben können: Scharffstraße, Fastenrathstraße, Wiedenhofstraße, Mandtstraße, Erholungsstraße, Fußwegeachse Alte Bismarckstraße und Alte Bismarckstraße. Die Ergebnisse aus der Bürgerbeteiligung sollen in den Planungsprozess einfließen.

Für ein Konzept zur Revitalisierung der Innenstadt (http://www.remscheid.de/Remscheid_Tourismus/medienpool/dokumente010/Konzept_zur_Revitalisierung_der_Innenstadt.pdf) hatte der Verwaltungsvorstand am 16. März die Ausschreibung/Vergabe eines Gestaltungshandbuchs und einen Gestaltungsleitfaden mit beispielhaften Entwürfen für die künftige Gestaltung des öffentlichen Raums beschlossen (liegt inzwischen vor). Diese Entwürfe sollen als Vorentwurf für die einzelnen, schrittweise umzusetzenden Planungen dienen.

„Hierbei sollen die interessierte Öffentlichkeit und die Politik ... die Gelegenheit erhalten, Anregungen und Hinweise zu geben“, so die Verwaltung. Zitat aus der aktuellen Vorlage: „Der Straßenraum ist der Mittelpunkt des öffentlichen Lebens, daher sollen bei der Planung alle Menschen, die Straßen und Wege - unabhängig vom Alter und körperlichen Einschränkungen - selbständig und uneingeschränkt nutzen, beteiligt werden.“ Es gehe darum, „die innerstädtischen Straßen, Wege und Plätze unter Berücksichtigung ihrer besonderen Funktionen so zu gestalten, dass sie sich in das äußere Erscheinungsbild der Innenstadt einfügen“.

Waterbölles: Etwas unkonkret! Vielleicht ließe sich interessierten Bürgerinnen und Bürgern noch näher läutern, in welcher Weise sich Straßen, Wege und Plätze in das äußere Erscheinungsbild der Innenstadt zurzeit noch n i c h t einfügen. Damit sie darauf mit konkreten Ideen und Vorschlägen am 5. Mai reagieren können.

Ein harmonisches Ganzes mit der Umgebung

10.

Tipps

 

  • Weitgehend verglaste „Wände“ als Windschutz, filigran konstruiert und max. 1,5 m hoch (a).
  • Natürliche Abgrenzungen mit Pflanzgefäßen, max. 1,5 m Höhe.
  • Passende Pflanzgefäße aus Materialien wie Terracotta, Beton oder Kunststoff, hochwertig ausgeführt. Durchgangsbreite von 1,5 m beachten.
  • Abgrenzung höchstens partiell und mit Bezug zu den Tischgruppen.

Ungünstig:

  • !!Geschlossene Abtrennungen, insbesondere Zelte.
  • !!Abgrenzung durch Podeste, Zäune, Teppiche und Kunstrasen.
  • !!Abtrennungen als Werbeträger.

 

"Mitten im Leben sitzen, sehen und gesehen werden, das macht den Reiz von Straßencafés aus und ist Teil einer lebendigen Stadt. Viel zu häufig aber werden Café- und Restaurantterrassen gegenüber Nachbarterrassen und dem öffentlichen Raum deutlich sichtbar abgegrenzt. Das wirkt einer offenen und kommunikativen Atmosphäre entgegen, kann den Fußgängerverkehr einschränken und den Gesamteindruck von Straßen und Plätzen stören. Eine besonders auffällige Form der Abgrenzung sind bunte Zeltpavillons, wie sie auch entlang der Alleestraße zum Einsatz kommen.

Abgrenzungen von Außenterrassen sollten sparsam erfolgen, möglichst offen gestaltet sein und zur Möblierung passen. Hier eignen sich „natürliche Abgrenzungen“ mit Pflanzgefäßen aus Ton, Beton oder Metall. Als Windschutz können transparente Elemente aus filigranen Stahl-Glas-Konstruktionen gewählt werden. Begrenzungselemente, die einen freien Blick verhindern, sind ungünstig. Dazu gehören Pavillons, Holzzäune und großflächig für Werbung genutze Glas- oder Kunststoffabtrennungen. Auch Bodenbeläge wie Kunstrasen und Podeste nehmen Straßen- und Platzräumen die Großzügigkeit.

Erst die sanften Übergänge zwischen den einzelnen Zonen machen Straßen und Plätze zu beliebten Aufenthaltsorten. Immer sollte die Gestaltung des Außenraumes einschließlich Begrünung mit dem Erscheinungsbild des Gebäudes und seiner Umgebung ein harmonisches Ganzes bilden."

(aus dem Entwurf des „GESTALTUNGSHANDBUCHS FÜR EINZELHANDEL UND GASTRONOMIE“, (c) stadtraum architektengruppe , Düsseldorf. Konzeption, Gestaltung und Bearbeitung Bernd Strey, Christopher Dierkes, Sylvia Winkel und Jens Hoppstädter. Die Erstellung des Gestaltungshandbuchs wurde wird mit Mitteln aus der Städtebauförderung des Landes NRW unterstützt.)

 

Passende Möbel machen Innenstadt attraktiv

9.

Tipps

  • Leicht wirkende Möblierung aus hochwertigen Materialien (Holz, Metall, hochwertiger Kunststoff, Aluminium), ansprechend angeordnet und farblich auf die Fassade abgestimmt.
  • Einheitliches Möblierungskonzept für räumlich zusammenhängende Bereiche.
  • Textilschirme in Naturfarben oder gedeckten Farben bis zu einer Größe von 4 x 4 m .

Ungünstig:

  • !!Auffällige Produktwerbung an Sitzmöbeln und Sonnenschirmen.
  • !!Ampelschirme und Zelte aller Art.

"Vor allem in der wärmeren Jahreszeit beleben Cafés, Kneipen und Restaurants die innerstädtischen Straßen und Plätze. Die Außenmöblierung mit Tischen, Stühlen, Blumenkübeln und Sonnenschirmen ist die Visitenkarte der Gastronomiebetriebe und wird von Besuchern als erstes wahrgenommen. Gastronomiebetriebe konzentrieren sich zum einen in der unteren Alleestraße und im Umfeld des Marktes, zum anderen im Bereich des Alleecenters. Dazu kommen die drei festen Pavillons im mittleren Teil der Alleestraße, die auch gastronomisch genutzt werden. Die Art und Weise, in der sich die Gaststätten im öffentlichen Raum präsentieren, ist sehr unterschiedlich und vor allem im unteren Teil der Alleestraße verbesserungsbedürftig.

Eine Außengastronomie, die sich gut in das Stadtbild einfügt, erhöht zweifellos die Attraktivität der Innenstadt. Die Menschen kommen und bleiben. Ziel sollte daher auch für die Alleestraße ein gelungenes Zusammenspiel zwischen Fassaden und Aufenthaltsmöglichkeiten im öffentlichen Raum sein. Dabei sind qualitativ hochwertige Möbel ebenso wünschenswert wie ein abgestimmtes Möblierungskonzept für räumlich zusammenhängende Bereiche, z. B. rund um den Markt."

(aus dem Entwurf des „GESTALTUNGSHANDBUCHS FÜR EINZELHANDEL UND GASTRONOMIE“, (c) stadtraum architektengruppe , Düsseldorf. Konzeption, Gestaltung und Bearbeitung Bernd Strey, Christopher Dierkes, Sylvia Winkel und Jens Hoppstädter. Die Erstellung des Gestaltungshandbuchs wurde wird mit Mitteln aus der Städtebauförderung des Landes NRW unterstützt.)

Werbeträger auf vertretbares Maß zu reduzieren

8.

Tipps

  • Maximal ein Aufsteller in einem 1,0 m breiten Streifen (a) unmittelbar vor dem Geschäft unter Einhaltung einer Gehwegbreite von min. 1,5 m.
  • Abstand zu den Gebäudeaußenecken 0,5 m.
  • Temporäre Aufstellung (tage- oder stundenweise) mit zeitlich begrenzten Angeboten.
  • Keine Fremd- oder Produktwerbung.

Nicht empfehlenswert:

  • !!Mobile Werbefahnen.
  • !!Grelle Farben, Rechtschreibfehler.
  • !!Fest verankerte Werbeträger.
  • !!Übergroße Dekorationselemente wie „Eistüten“ oder „Plastikhandys“.
  • !!Abgenutzte und verblichene Werbeträger.
  • !!Private Fahrradständer und Abfallbehälter, die gestalterisch nicht abgestimmt

"Schilder, Fahnen oder ganze Objekte als mobile Werbeträger sind weitere Elemente, die zum Bild von Einkaufsstraßen gehören, aber auch in der Remscheider Innenstadt zunehmend zum Problem werden. Passanten empfinden eine hohe Dichte und aufdringliche Gestaltung häufig als unangenehm. Selbst gut gestaltete Schaufensterfronten werden manchmal durch solche "Kundenstopper" gestört. Die Werbeträger beeinträchtigen das Straßenbild und sind insbesondere für Menschen mit Mobilitätseinschränkung oder Eltern mit Kinderwagen ein regelrechtes Hindernis.

Eine gestalterische Aufwertung der Innenstadt muss die mobilen Werbeträger mit einbeziehen. Ziel sollte es sein, sie in Qualität und Quantität auf ein vertretbares Maß zu reduzieren, auch mit Blick auf die Barrierefreiheit. Die Werbeträger sollten gestalterisch auf die Umgebung abgestimmt sein, nur unmittelbar vor dem beworbenen Laden stehen und auf einen Werbeträger pro Laden beschränkt bleiben. Gute Beispiele sind mit Kreide beschriftete Menütafeln. Besonders störend im öffentlichen Raum und nicht selten regelrecht im Weg sind dagegen Werbefahnen und überdimensionierte Dekorationselemente wie "Eistüten" oder "Plastikhandys". Grundsätzlich vermieden werden sollten grelle Farben, billig wirkende Materialien und Produktwerbung.

(aus dem Entwurf des „GESTALTUNGSHANDBUCHS FÜR EINZELHANDEL UND GASTRONOMIE“, (c) stadtraum architektengruppe , Düsseldorf. Konzeption, Gestaltung und Bearbeitung Bernd Strey, Christopher Dierkes, Sylvia Winkel und Jens Hoppstädter. Die Erstellung des Gestaltungshandbuchs wurde wird mit Mitteln aus der Städtebauförderung des Landes NRW unterstützt.)

 

Warenständer vor dem Laden wie Bollwerke

7.

Tipps

  • Ausgewähltes Warensortiment ansprechend und nur direkt vor dem Geschäft präsentiert.
  • Qualität vor Quantität!
  • 1 m² Verkaufsfläche je Meter Ladenfront, max. 1,0 m tief (a) über höchstens 75% der Ladenfront) unter Einhaltung einer Gehwegbreite von min. 1,5 m.
  • Abstand zu Gebäudeaußenecken 0,5 m.
  • Witterungsschutz nur durch Vordächer oder Markisen. Ungünstig

Nicht zu empfehlen:

  • Verkauf von der Palette.
  • Zusätzliche Sonnenschirme.
  • Restwaren oder Sonderposten in großen Mengen, präsentationsunwürdige Waren.

Hinweis:

!!Nutzung des öffentlichen Straßenraums nur mit Sondererlaubnis.

"Die Präsentation ausgewählter Waren vor den Geschäften ist heute eine weit verbreitete Form der Werbung. Warenauslagen im öffentlichen Raum können die Erlebnisqualität der Innenstadt erhöhen oder auch das Gegenteil bewirken. Sie entscheiden darüber, ob die Einkaufsstraße als „hochwertig“ oder „billig“ empfunden wird.

Eine ganze Reihe von Warenauslagen, große Mengen von Sonderangebotsware, mobile Warenständer aus Kunststoff und Verkaufsdisplays der Hersteller beeinträchtigen das Erscheinungsbild ganzer Straßenabschnitte, auch entlang der Alleestraße. Immer wieder stören großflächige Warenauslagen den Weg und das Blickfeld. Erst recht, wenn sie in zwei Reihen hintereinander oder mit einer "Gasse" zum Durchlaufen angeordnet sind. Verkaufsfläche wird dauerhaft in den öffentlichen Raum ausgedehnt.

Ziel muss es sein, auch über die Art und Menge der Warenpräsentation vor den Geschäften die Alleestraße in allen Teilen wieder attraktiv zu gestalten. Das belebt nicht nur die Innenstadt, sondern auch das Geschäft der Einzelhändler. Es gelingt, wenn Waren auf einer begrenzten Fläche anspruchsvoll dargeboten werden, auf Präsentationsmöbeln, die zum Stil des Ladens passen.

(aus dem Entwurf des „GESTALTUNGSHANDBUCHS FÜR EINZELHANDEL UND GASTRONOMIE“, (c) stadtraum architektengruppe , Düsseldorf. Konzeption, Gestaltung und Bearbeitung Bernd Strey, Christopher Dierkes, Sylvia Winkel und Jens Hoppstädter. Die Erstellung des Gestaltungshandbuchs wurde wird mit Mitteln aus der Städtebauförderung des Landes NRW unterstützt.)

Besser: Freier Blick auf Schaufensterauslagen

6.

Tipps

  • Logos und Namensschriftzüge auf Fensterscheiben zurückhaltend ausführen.
  • Hinweise auf zeitlich befristete Aktionen ansprechend gestalten.
  • Schaufensterwerbung über max. 15 Prozent der Glasfläche.

Nicht zu empfehlen:

  • !!Groß- und vollflächig abgeklebte Fensterflächen (Ausnahme bei längerfristigem Leerstand).
  • !!Schrille Farben und große Schriftzüge als dauerhafte Schaufensterwerbung.

"Die Schaufenster sind das Gesicht einer jeden Einkaufsstraße. Das gilt ganz besonders für die Alleestraße. Denn zu den architektonischen Besonderheiten der Nachkriegsmoderne zählten große Schaufensteranlagen und Vitrinen. Ihre charakteristische Leichtigkeit erhielten sie u.a. durch farbig eloxierte Metallprofile. Wenn man genau hinschaut, entdeckt man in der Remscheider Innenstadt immer wieder Ladenbereiche, die ihren ursprünglichen Zustand erahnen lassen. Eine aufwändige Schaufenstergestaltung war in der Wirtschaftswunderzeit für die Kundengewinnung wichtig.  Heute sind Schaufenster einfacher gestaltet, aber ihre Funktion ist geblieben. Sie laden zum unverbindlichen Anschauen ein, sie locken die Kunden mit Angeboten, und sie animieren zum Eintreten.

Schaufenster werden als schön, unangenehm aufdringlich oder auch nur informativ empfunden. Auf jeden Fall lenken sie sofort den Blick auf sich, mehr als alle anderen Fassadenelemente. Sie prägen ein Gebäude, und sie bestimmen mit ihrem Erscheinungsbild das Image einer ganzen Straße. Wenn Schaufenster großflächig für Werbezwecke genutzt werden, kann schnell ein minderwertiger Eindruck entstehen. Dauerhaft zugeklebte Fenster wirken regelrecht abweisend. Auch Fenster in den Obergeschossen, die z.B. als Lagerräume genutzt werden, sollten sich zum Straßenraum offen und ansprechend präsentieren.  

Eine attraktive Einkaufsstraße lebt nicht zuletzt vom freien Blick auf die Schaufensterauslagen und das Innere der Geschäfte. Der ist gewährleistet, wenn Firmenlogo oder Namensschriftzug dezent auf die Scheibe montiert sind, wenn auf Sonderangebote nur zeitlich begrenzt hingewiesen wird, die Schaufenster nur für die kurze Zeit eines Umbaus oder einer neuen Dekoration verhängt und Fensterflächen nicht dauerhaft verklebt werden. Dann kann eine Einkaufsstraße auch außerhalb der Ladenöffnungszeiten für Besucher interessant sein und die Innenstadt mit Leben füllen."

(aus dem Entwurf des „GESTALTUNGSHANDBUCHS FÜR EINZELHANDEL UND GASTRONOMIE“, (c) stadtraum architektengruppe , Düsseldorf. Konzeption, Gestaltung und Bearbeitung Bernd Strey, Christopher Dierkes, Sylvia Winkel und Jens Hoppstädter. Die Erstellung des Gestaltungshandbuchs wurde wird mit Mitteln aus der Städtebauförderung des Landes NRW unterstützt.)

Wohnqualität in den Obergeschossen leidet

5.

Tipps

Empfehlenswert:

  • Maximal ein Ausleger pro Geschäft.

    Ausleger sollten die benachbarten Wohnungen weder beleuchten noch verschatten.

    Auslegerbreite max. 1,0 m (a), Anordnung höchstens bis Oberkante Fenster 1. OG. Durchgangshöhe mind. 2,30 m .

Ungünstig:

  • Kombination von Kragplatten und Auslegern
  • Ausleger als Sonderformen wie Würfel, Pyramiden oder Prismen
  • Lange vertikale Schriftzüge. (siehe Foto links)

 

"Ausleger in Form von schmiedeeisernen Schildern, die auf Gaststätten und Handwerksbetriebe hinweisen, sind eine traditionelle Form der Werbung. Ausleger sind an der Hauswand verankert und ragen rechtwinklig in den Straßenraum. Das Ringen um Aufmerksamkeit führt dazu, dass immer mehr Schriftzüge vertikal montiert werden, selbst wenn es sich um lange Wörter oder Markennamen handelt.

Nicht zu empfehlen: Werbeausleger über mehrere bewohnte Etagen.Historisch, bezogen auf die Wiederaufbauphase, sind in Remscheid viele Gebäude mit Kragplatten ausgestattet. Sie sind heute in der Regel unproportional überformt und Träger großflächiger Werbung. Ausleger werden zusätzlich in die Kragplatten integriert oder oberhalb angeordnet. Eine solche Häufung von Werbung, auffällig und überdimensioniert, bietet wenig Orientierung und beeinträchtigt sowohl das Straßenbild als auch die Wohnqualität in den Obergeschossen.

Ausleger haben immer auch eine räumliche Wirkung. Sie sollten sich daher in die Fassade einfügen und auf andere Werbeelemente sowie auf Wohnnutzung in den Obergeschossen Rücksicht nehmen. Ausleger als grellbunte Leuchtkästen ergeben ein unruhiges Bild und sind zu vermeiden. Eine Alternative sind dezente Leuchtkästen oder angestrahlte Schilder."

(aus dem Entwurf des „GESTALTUNGSHANDBUCHS FÜR EINZELHANDEL UND GASTRONOMIE“, (c) stadtraum architektengruppe , Düsseldorf. Konzeption, Gestaltung und Bearbeitung Bernd Strey, Christopher Dierkes, Sylvia Winkel und Jens Hoppstädter. Die Erstellung des Gestaltungshandbuchs wurde wird mit Mitteln aus der Städtebauförderung des Landes NRW unterstützt.)

"Mit Außenwerbung sehr sensibel umgehen!"

4.

Tipps

  • Werbeanlagen in Art und Größe dem Gebäude unterordnen.
  • Mehrere Läden in einem Gebäude sollten sich abstimmen.
  • Keine durchlaufenden Werbeanlagen über mehrere Gebäude.
  • Keine grellen Farbkombinationen.
  • Vermeidung großflächiger Werbeanlagen, Rücksicht auf Gliederung und Farben der Fassade.
  • Montage nur zwischen Erdgeschoss und Brüstung 1. Obergeschoss, bei Vordächern aus Glas nur unterhalb des Daches.
  • Höchstens ein Schriftzug pro Geschäft je Fassadenseite.
  • Flachwerbung max. über die Hälfte der Fassadenlänge, Höhe max. 0,6 m.
  • Abstand zu den Gebäudeaußenecken und zu angrenzenden Gebäuden min. 0,5 m.
  • Aufeinander abgestimmte Werbung bei mehreren Geschäften in einem Gebäude.
  • !! Werbeanlagen sind ab einer Größe von 1 m² grundsätzlich genehmigungspflichtig.
  • !! Werbeanlagen oberhalb des 1. Obergeschosses stören die Straßenperspektive empfindlich.

 

"Werbeanlagen sind notwendiger Bestandteil der Außendarstellung von Geschäften, Dienstleitungs- und Gastronomiebetrieben. Da sie aber über die Botschaft des einzelnen Unternehmens hinaus auf das ganze Gebäude, die Nachbargebäude und den Straßenraum wirken, ist hier besondere Sensibilität und Verantwortung gefragt. Man unterscheidet unmittelbar auf der Fassade montierte Flachwerbung, Ausleger, die im rechten Winkel zur Fassade angebracht werden sowie Fahnen und Schaufensteraufschriften. Werbeanlagen dieser Art prägen in vielen Innenstädten das Bild der Einkaufsstraßen. Sie werden von Passanten oft eher wahrgenommen als die Fassaden und Schaufenster. Auch beeinflussen Werbeanlagen den Charakter und die Attraktivität von Straßen und Plätzen. Zu viel, zu groß, zu bunt, das spricht nicht unbedingt für Qualität und stört das Bild der Innenstadt, auch immer wieder entlang der Alleestraße.

In den 1950er und -60er Jahren war die Werbung durch Schriftzüge geprägt, die häufig in Typografie und Farbe zum Leitbild des Unternehmens passten und einen Bezug zur Fassade hatten. Auch heute gilt: Werbeanlagen sind dann gelungen, wenn sie gut lesbar sind und sich gestalterisch in Gebäude und Umgebung einfügen. Fangen die ersten Geschäfte an, aufdringlicher zu werben, wirkt das häufig "ansteckend". Aus Sorge, nicht mehr wahrgenommen zu werden, ziehen die Nachbarn nach oder geben den Standort auf. Wenn sich diese Entwicklung fortsetzt, wird der Straßenzug langfristig entwertet. Die Qualität der Läden sinkt ebenso wie die Höhe der erzielbaren Mieten. Leerstand kann die Folge sein. Ziel muss es sein, trotz der Fülle berechtigter Werbebotschaften darauf hinzuwirken, dass die Alleestraße in allen Teilen wieder zu einem zentralen Einkaufsbereich mit durchgehend angenehmer Einkaufs- und Aufenthaltsqualität wird.

Bei der Flachwerbung handelt es sich in der Regel um den Namensschriftzug, die wichtigste Werbebotschaft für ein Geschäft. Die Architektur der Nachkriegszeit lieferte mit den integrierten Kragplatten hierfür ideale Werbeträger. Der Schriftzug bestand in der Regel aus aufgesetzten farblich abgestimmten Einzelbuchstaben und wurde damit selbstverständlicher Bestandteil der Fassade.

Grundsätzlich können Schriftzüge auf flachen Kastenkörpern, auf transparenten Trägermaterialien oder als Einzelbuchstaben auf die Fassaden gebracht werden. Dabei fallen flächige Beschriftungen eher unangenehm auf als Schriftzüge aus Einzelbuchstaben und ohne Grundplatte. Das gilt vor allem für die Beschriftung von Kragplatten. Einzelbuchstaben lassen dagegen die Fassade „durchscheinen“ und erhalten die Einheit von Erd- und Obergeschossen. Werbeanlagen sollten möglichst nicht mit wechselndem und bewegtem Licht, Lichtwerbung in grellen Farben und Wechselbildern arbeiten. Auch wenn sich die Kunden an den Namen orientieren, sollte Werbung unmittelbar auf der Fassade zugunsten des Gebäudecharakters zurückhaltend sein. Es ist darauf zu achten, dass Werbeanlagen nur am Geschäftsgebäude – dort, wo die Leistung erbracht wird – montiert werden. Auf zusätzliche Fremd- oder Produktwerbung sollte verzichtet werden."

(aus dem Entwurf des „GESTALTUNGSHANDBUCHS FÜR EINZELHANDEL UND GASTRONOMIE“, (c) stadtraum architektengruppe , Düsseldorf. Konzeption, Gestaltung und Bearbeitung Bernd Strey, Christopher Dierkes, Sylvia Winkel und Jens Hoppstädter. Die Erstellung des Gestaltungshandbuchs wurde wird mit Mitteln aus der Städtebauförderung des Landes NRW unterstützt.)

Filigrane Kragplatten und transparente Vordächer

3.

Tipps

  • Kragplatten, Vordächer und Markisen mit Rücksicht auf Entstehungszeit und Gliederung des Gebäudes gestalten.
  • Aufkantung der Kragplatten max. 60 cm (a), helle Farben bevorzugen.
  • Mit transparenten und frei tragenden Stahl-Glaskonstruktionen den optischen Zusammenhang zwischen Erd- und Obergeschoss erhalten.
  • Markisen max. 2,5 m tief, Abstand von min. 0,5 m zu den Gebäudeaußenkanten einhalten, textilähnliche Oberfläche passend zur Fassade.
  • Abgestimmte Ausführung in räumlich zusammenhängenden Bereichen.
  • Keine oder deutlich untergeordnete Werbung.

"Kragplatten, Vordächer und Markisen gehören zum Bild der Innenstadt. Sie bieten Wetterschutz für Waren und Passanten und laden zum Stehenbleiben ein. Als gestalterisch integrierter Bestandteil von Gebäuden können filigrane Kragplatten, transparente Vordächer und schlichte Markisen die Einkaufszonen angenehm und abwechslungsreich gestalten. In den 1950er und -60er Jahren waren Kragplatten ein bewusst eingesetztes Bauelement. In Verlängerung der Geschossdecken ragten sie waagerecht und ohne Stützen aus der Fassade hervor und bildeten ein leichtes Vordach. Entlang der Alleestraße ist diese Qualität weitgehend verloren gegangen. Vor allem im mittleren und unteren Teil fällt ein enges Nebeneinander bunter und teilweise mächtiger Kragplatten und Vordächer auf.

Nachträglich angebrachte oder vergrößerte Kragplatten wirken fast immer störend. Sie erscheinen schwer, trennen Erd- und Obergeschosse und verhindern den Blick nach oben. Erst recht, wenn sie großflächig für Werbezwecke genutzt werden. Weitgehend transparente Vordächer aus Stahl und Glas sind insbesondere bei Neubauten eine Alternative, solange sie nicht massiv und unruhig konstruiert sind. Auch Markisen sollten schlicht sein und in Form und Farbe zur Passade passen. Zugunsten einer hohen Stadtraumqualität sind Gebäudeelemente wie Kragplatten, Markisen und Vordächer nicht isoliert, sondern immer auch im Zusammenhang mit den Nachbargebäuden zu betrachten."

(aus dem Entwurf des „GESTALTUNGSHANDBUCHS FÜR EINZELHANDEL UND GASTRONOMIE“, (c) stadtraum architektengruppe , Düsseldorf. Konzeption, Gestaltung und Bearbeitung Bernd Strey, Christopher Dierkes, Sylvia Winkel und Jens Hoppstädter. Die Erstellung des Gestaltungshandbuchs wurde wird mit Mitteln aus der Städtebauförderung des Landes NRW unterstützt.)

"Ein Trading-Down-Effekt ist unübersehbar!"

2.

"Die Stadt Remscheid ist Mittelzentrum in der Metropolregion Rhein-Ruhr und neben Wuppertal und Solingen Teil des bergischen Städtedreiecks. Der zentrale Innenstadtbereich rund um die Alleestraße liegt in Alt-Remscheid. Weder die Eröffnung des Alleecenters 1985 noch die aufwändige Neugestaltung der Fußgängerzone ab 1990 konnten verhindern, dass die Haupteinkaufsstraße in den Folgejahren an Attraktivität und Kaufkraft verlor, eine Folge überall zu beobachtender Strukturveränderungen. Heute weist der zentrale Einkaufsbereich große qualitative Unterschiede auf, sowohl im Versorgungsangebot als auch im Erscheinungsbild der Gebäude, der Läden und des Außenraumes. Besonders im Bereich der unteren Alleestraße sind die aktuellen Leerstände Zeugen dieser Entwicklungen.

Als erste Reaktion gründeten private Anlieger und Eigentümer 2012 den „Verein der Immobilien- und Standortgemeinschaft Alleestraße“ - ISG Alleestraße e.V. Er gab den Anstoß für das Städtebauliche Entwicklungskonzept zur „Revitalisierung der Innenstadt Remscheid“. 2015 wurde das „Stadtumbaugebiet Innenstadt“ förmlich festgelegt und kurz darauf in das Förderprogramm „Stadtumbau West“ aufgenommen. Bis 2020 wird die Stadt an vielen Stellen Verbesserungen im öffentlichen Raum vornehmen und das Bild der Alleestraße deutlich aufwerten. Damit sich „öffentlich“ und „privat“ zu einem ansprechenden Straßenraum verbinden, ist die Mitwirkung von Hauseigentümern und Gewerbetreibenden gefragt, wenn Veränderungen am Gebäude anstehen. Das Gestaltungshandbuch ist Leitlinie und Entscheidungshilfe für den Umgang mit dem Gebäudebestand, für die Gestaltung von Fassaden und Werbeanlagen und für Sondernutzungen im öffentlichen Raum. Es hat zunächst nur empfehlenden Charakter, kann aber wesentlich dazu beitragen, die Innenstadt attraktiver, lebendiger und lebenswerter zu machen.

Läden an der Alleestraße.Der Geltungsbereich des Gestaltungshandbuchs bezieht sich auf den zentralen Einkaufs- und Versorgungsbereich Remscheids, die Fußgängerzone rund um die Alleestraße zwischen dem Alleecenter im Westen und dem Markt im Osten. Das Teo Otto Theater und die an den Markt angrenzenden Straßenabschnitte sind mit einbezogen, ebenso die großen Plätze „Theodor-Heuss-Platz“ und „Friedrich-Ebert-Platz“. Die Fläche umfasst etwa 17 ha. Innerhalb des Geltungsbereichs des Gestaltungshandbuchs liegen viele der Stadtumbaumaßnahmen mit höchster Priorität. Die Aussagen und Empfehlungen des Gestaltungshandbuchs werden hier einfließen.

Die Alleestraße erstreckt sich über eine Länge von 800 m und zeigt im Hinblick auf die Versorgungsqualität ein deutliches Ost-West-Gefälle. Der obere Teil ist geprägt durch das Alleecenter und seinen großmaßstäblichen Gebäudekomplex. Es bietet ein umfassendes Einzelhandels- und Dienstleistungsangebot, das viele Kunden anzieht.

Auf der unteren Alleestraße bis zum Markt fällt dagegen die Qualität: nur noch wenige alteingesessene Händler, Billiganbieter, Räumungsverkauf, einzelhandelsnahe Dienstleitungen und einfache Gastronomiebetriebe bestimmen das Bild der Einkaufsstraße. Ein Trading-Down-Effekt ist unübersehbar, verbunden mit einer deutlich schwächeren Kundenfrequenz. Die einzelnen Abschnitte der Alleestraße sind mit unterschiedlichen Herausforderungen verbunden. Aber überall ist auch eine gestalterische Aufwertung gefordert. Die Empfehlungen des Gestaltungshandbuchs müssen dabei nicht auf den ausgewiesenen Geltungsbereich beschränkt bleiben. Sie sind auch in den angrenzenden Räumen geeignet, das Straßenbild und damit die Innenstadt insgesamt den heutigen Anforderungen an ein attraktives und lebendiges Stadtzentrum anzupassen."

(aus dem Entwurf des „GESTALTUNGSHANDBUCHS FÜR EINZELHANDEL UND GASTRONOMIE“, (c) stadtraum architektengruppe , Düsseldorf. Konzeption, Gestaltung und Bearbeitung Bernd Strey, Christopher Dierkes, Sylvia Winkel und Jens Hoppstädter. Die Erstellung des Gestaltungshandbuchs wurde wird mit Mitteln aus der Städtebauförderung des Landes NRW unterstützt.)