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Den Streik der Feilenhauer schlichtete ein Fabrikant

In einer Remscheider Gießerei Anfang des 20. Jahrhunderts .Die Feile wird schon vor 1800 hergestellt. Von Bedeutung ist ihre Produktion aber erst um 1850. Ihr Rohmaterial ist Fluss­stahl, für die feineren Sorten Gussstahl. Mit Hilfe von Form­gesenken werden die Rohlinge im Hammerwerk ausge­schmiedet. Nach dem Ausglühen, Richten und Schleifen er­folgt der Hieb mit Hilfe eines gröberen oder feineren Meißels. Bis 1891 war das ausschließlich die Arbeit des Handhauers mit seinem eigenartigen Hammer. Da­mals gab es an die 2500 Feilenhauer. In ihrer kleinen Werkstelle mit den charakteristischen großen Fensterflächen, oft im Souterrain oder »Versprong« gelegen, verrichteten sie ihr eintöniges, zwölf- bis vierzehnstündiges Tagewerk. Dabei hatte Mannesmann schon 1850 die ganze Feilenfabri­kation zu einem zentralisierten Betrieb vereinigt. Diese Ent­wicklung verstärkte sich von 1870 an.

Nass- oder Knieschleifen, eine Arbeit in Zwangshaltung mit gesundheitsgefährdenden Begleiterscheinungen.In einer Remscheider Gießerei Anfang des 20. Jahrhunderts .Bis zum Weltkrieg blieb die Remscheider Industrie wegen der Vielfältigkeit der Artikel, Unterschiedlichkeit der Arbeitsgänge, die eine Formulierung der Forderungen erschwerten, von Streiks weitgehend verschont. Nur die Feilenhauer, die einen Verein gegründet hatten (er bestand bis 1908), führten heftige Ar­beitskämpfe. 1872 und 1873 streikten sie. Die Feilenfabri­kanten unter Führung der Firma A. Mannesmann antworteten, soweit es sich um Feilenhauer ihrer Fabriken handelte, mit Aussperrung. Doch die günstige Konjunktur bescherte den Arbeitern tarifliche Erfolge, die sie erst in der Zeit der nachfolgenden Depression wieder einbüßten. Als der Streik 1873 fast das ganze Remscheider Wirtschaftsleben lähmte, übertrug die Arbeiterschaft die Entscheidung in den auch noch nach Monaten strittigen Punkten dem von ihr hoch­verehrten Reinhard Mannesmann, also einem Fabrikanten. Seine Vorschläge wurden angenommen. Dieses Faktum ist bezeichnend für die damalige Seelenlage der streitenden Par­teien. Noch empfand man sich nicht als Gegner, sondern als Streiter auf ein und demselben Felde. Dampfhämmer, die allmählich die Wasserhämmer abgelöst hatten, entwickelten sich zu immer größeren Kolossen.Wie anders wäre sonst die Unterstützung der Gewerkschaftsbewegung in den 1890er Jahren durch einen Teil der Arbeitgeber zu verstehen gewe­sen? Die Vereinigungen der Arbeiter gingen langsam in Ge­werkschaften über, aber die zerstreute Lage der Arbeitsstät­ten und die große Zahl der kleinen Betriebe erschwerten deren Arbeit. Die Fabrikanten aber akzeptierten die tarifliche Ver­pflichtung, niemand Arbeit zu geben, der nicht Mitglied im Feilenhauerverein war. In einer gemeinsamen Satzung - auch dies damals noch möglich - erklärten Fabrikanten und Fei­lenhauer es für verbindlich, weder unter Tarif arbeiten zu lassen noch zu arbeiten. Diese Bestimmung schuf die Vor­aussetzung für die Unternehmer, gegen den qualitätsverschlechternden Wettbewerb, der auf Löhne und Preise drückte, vorzugehen.

Feilenhauer liefert seine Ware aus.Aber auf den großen industriellen Aufschwung, der mit dem Einzug der ersten Dampfmaschine 1853 in die Fabrik der Gebrüder Böker an der »Alten Wendung« begonnen hatte, folgte eine wirtschaftliche Krise, die 1889/90 einen Höhe­punkt erreichte. Diese Situation führte zu einer Verhärtung der Fronten auf beiden Seiten. Der Feilenhauerstreik von 1903 wurde zu einer ernsten Kraftprobe. Noch schlimmer war es 1911, als der Streik über ein halbes Jahr dauerte. Der Arbeitgeber-Verband lehnte lange Zeit jede Verhandlung mit dem Metallarbeiter-Verband wegen dessen marxistischer Orientierung ab. Erst 1918 konnte es zum ersten Tarifvertrag für die Metallindustrie kommen. Viele Männer waren bis zu dieser Übereinkunft dem harten Existenzkampf nicht gewachsen und verfielen der Trunk­sucht. Arbeiterfeindliche Zeitungen zeigten in gewiss unzu­lässiger Verallgemeinerung zu jener Zeit den Proletarier gern mit der Ballonmütze und der Schnapsflasche in der Rockta­sche. Aber eine Vielzahl von Familien musste doch unter dem Alkoholmissbrauch des Ernährers leiden,  und die Arbeiterorganisationen führten dagegen einen energischen Kampf. Solche Begleiterscheinungen des Siegeszuges der Maschine, unter denen die an Selbständigkeit gewöhnten Remscheider in großer Zahl besonders litten, dürfen nicht verschwiegen werden, und auch nicht, dass früher die Ausnutzung der Lehrlinge in Klein- und Mittelbetrieben als billige Arbeits­kraft gang und gäbe war. In der Kleinindustrie waren Jungen beschäftigt, die im Haushalt des Arbeitgebers untergebracht und verköstigt wurden. Meist waren es Jungen, die in Hessen angeworben worden waren. Die Hesseninsel auf dem Markt verdankt ihren Namen diesen Jungen, die sich dort am Sonn­tagmorgen nach dem Kirchgang trafen.

Das Stahlwerk Richard Lindenberg auf Hasten im Jahre 1906. Dort wurde zum ersten Mal in der Welt der Elektrostahl nach dem Patent des französischen Ingenieurs Paul Heroult hergestellt. Er eröffnete eine neue Ära der Edelstahlfabrika¬tion.Die Remscheider Industrie ist bis in die Gegenwart in ihrem Schwerpunkt eine Werkzeugindustrie geblieben. Der Anteil der Frauen in den Belegschaften der eisenverarbeitenden In­dustrie war in den früheren Jahren wegen der hohen körper­lichen Anforderungen verschwindend gering, doch als mit dem Ersten Weltkrieg wegen der Rekrutierung Männerman­gel in den Betrieben entstand, mussten die Frauen einsprin­gen, und in manchem Unternehmen, das völlig auf Rü­stungsproduktion umgestellt war, beherrschten sie die Szene allein. Nach dem Zusammenbruch 1918 war eine der ersten Maß­nahmen der Volksbeauftragten die Einführung des Acht­stundentages, der wenig später die »Verordnung über die Ta­rifverträge« folgte. Zwischen Arbeitgebern und Arbeitneh­mern begannen von Staats wegen geordnete Zeiten. (aus: „Remscheid so wie es war“, von Dr. Gerd Courts, erschienen 1974 im Droste Verlag.)

24.8.: Podiumsdiskussion zur Bundestagswahl

Pressemitteilung der Industrie- und Handelskammer Wuppertal-Solingen-Remscheid

Gemeinsam mit den drei regionalen Wirtschaftsjuniorenkreisen veranstaltet die Bergische IHK am 24. August einen „Parlamentarischen Abend“ in Form einer Podiumsdiskussion zur Bundestagswahl. Die Veranstaltung beginnt um 17 Uhr in der IHK-Hauptgeschäftsstelle Wuppertal am Heinrich-Kamp-Platz 2. Auf dem Podium werden bergische Kandidatinnen und Kandidaten aller im Bundestag vertretenen Fraktionen sein. Die Diskussion wird von Thorsten Kabitz, Chefredakteur von Radio RSG, moderiert.

„Wir wollen den Politikern ‚auf den Zahn fühlen‘ und sie unter anderem zu ihren wirtschaftspolitischen Zielen für unsere Region befragen“, so IHK-Hauptgeschäftsführer Michael Wenge. Teilnehmende Unternehmerinnen und Unternehmer werden während der Veranstaltung die Möglichkeit haben, gezielte Fragen an die Kandidaten zu richten. Für das Podium zugesagt haben Jürgen Hardt (CDU), Manfred Todtenhausen (FDP), Helge Lindh (SPD), Anja Liebert (Grüne), Till Sörensen-Siebel (Linke) sowie Frederick Kühne (AfD). Trotz der andauernden Corona-Situation wird die Diskussionsrunde als Präsenzveranstaltung durchgeführt. Teilnehmen können alle Mitgliedsunternehmen der Bergischen IHK sowie die Mitglieder der Wirtschaftsjunioren. Alle Teilnehmenden werden gebeten, sich an die bestehenden Abstands- und Hygienevorschriften zu halten. Der Einlass ist nur mit gültigem „GGG“-Nachweis (geimpft, genesen, getestet) möglich sowie nach vorheriger digitaler Anmeldung über bergische.ihk.de/parlamentarischerAbend2021.

„Löwen Schrei Festival“ mit sechs Bands

Pressemitteilung von Maximilian Süss, MS Events

Angelique Bark und Maximilian Süss präsentieren am 21. August im „Kultschock“, Stockder Str. 142, beim ersten „Löwen Schrei Festival“  sechs Bands der etwas härteren Art. Mit Corpsepain, Running with Lions, Johnny Deathshadow, Voidemolition, Der Schulz und Band und Schlagwetter stehen gestandene Größen und Newcomer der „Neue Deutschen Härte“- Szene (NDH) auf der Bühne. Einlass ist ab 14 Uhr, Vollgas ab 15 Uhr.

Die Idee für das Festival entstand in der Zeit des langen Corona-Lockdowns. Angelique Bark, die in der NDH-Szene sehr gut vernetzt ist, wollte für die Bands ein Benefizkonzert starten, um den Künstlern eine Auftrittsmöglichkeit zu geben und über Crowdfunding und Spenden die Gagen zu bezahlen. Maximilian Süss war schnell überzeugt, und so startete die Planung für Festival, das zunächst als reines Stream-Event geplant war, im Frühling des Jahres. Auf Grund der aktuellen Situation kann daraus nun ein Hybrid-Event werden, d.h. es wird einen Stream geben auf YouTube und Facebook und zugleich mindestens 50 Zuschauer/innen live vor Ort, die sicherlich für eine fantastische Stimmung sorgen werden. Wir werden die Regelungen an die gültige Coronaschutzverordnung anpassen. Aktuell könne wir sagen, dass die Gäste eines der GGG vorweisen können müssen (Getestet, Geimpft, Genesen).

Alle Beteiligten freuen sich, endlich wieder auftreten zu können und ihre Musik vor Publikum zu präsentieren. Als Moderator wurde der bekannte Szenekenner Dr. Mark Bennecke verpflichtet, der in den Umbaupausen die Bands interviewen und vorstellen wird, so dass den ganzen Tag für kurzweilige Unterhaltung gesorgt sein wird. Finanziert wird das „Löwen Schrei Festival“ durch Sponsoren und Spenden. Unter diesem Namen gibt es bei startnext.com eine Crowdfunding Kampagne. Auch im Stream wird es die Möglichkeit geben zu spenden.

Tagesticket 30 €, buchbar über tickets@loewenschrei.de">tickets@loewenschrei.de. Wir bieten zunächst nur ein kleines Kartenkontingent an. Wenn die Corona-Lage mehr Besucher ermöglicht, werden wir kurzfristig noch weitere Karten anbieten können.

Über die Sanierungsmaßnahmen in der Alten Schule (1)

Seit Anfang 2017 dokumentiert der Remscheider Fotograf Thomas E. Wunsch die Sanierungsmaßnahmen auf Schloss Burg. Von Anfang empfand er die Entwicklungen und baulichen Maßnahmen als sehr spannend : „Ich war sehr glücklich dabei sein zu können!“ Dabei entstanden viele Fotos und auch so manches Video. Vor wenigen Tagen, am 6. Juli, folgte auf YouTube das erste von zwei Videos über die Restaurierung der Altern Schule auif dem Burggelände,  unterlegt mit gema-freier Musik: "Peace of Mind" Kevin MacLeod (incompetech.com) Licensed under Creative Commons: By Attribution 3.0 License http://creativecommons.org/licenses/b...

Pressemitteilungen der Stadt in aller Kürze

Französisch (Stufe A2, Wiedereinstieg). Dieser VHS-Kurs 10 x Mi/Do, ab 4. August von 18 bis 19.30 Uhr im Ämterhaus am Ebertplatz, Raum 226, eignet sich für alle Französischlernenden, die ihre Sprachkenntnisse wieder auffrischen und festigen wollen, um fit zu sein für den nächsten Frankreich-Urlaub. Beim Erwerb und der Wiederholung von Grammatikinhalten der französischen Sprache spielen alle vier Grundfertigkeiten eine Rolle: Das Lese- und Hörverstehen, das Schreiben und Sprechen werden gleichermaßen gefördert. Ein besonderer Schwerpunkt liegt auf der Konversation. Ebenso wird Kulturelles vermittelt, sodass Sie in keine Fettnäpfchen mehr treten müssen. Lehrwerk: Perspectives Allez-y! A2 (Cornelsen). Der Kurs findet in Kooperation mit dem Quimper e.V. statt. Kursleitung: Gudrun Neuser, Entgelt 46 Euro.

Französisch (Stufe A2, Wiedereinstieg). Dieser VHS-Kurs – 10x mittwochs und donnerstags ab Mittwoch, 4. August, 18 bis19:30 Uhr, im Ämterhaus, Raum 226, Seminarraum 3 – eignet sich für alle Französischlernenden, die ihre Sprachkenntnisse wieder auffrischen und festigen wollen, um fit für den nächsten Frankreich-Urlaub zu sein. Beim Erwerb und der Wiederholung von Grammatikinhalten der französischen Sprache spielen alle vier Grundfertigkeiten eine Rolle: Das Lese- und Hörverstehen, das Schreiben und Sprechen werden gleichermaßen gefördert. Ein besonderer Schwerpunkt liegt auf der Konversation. Ebenso wird Kulturelles vermittelt, sodass Sie in keine Fettnäpfchen mehr treten müssen. Lehrwerk: Perspectives Allez-y! A2 (Cornelsen). Der Kurs findet in Kooperation mit dem Quimper e.V. statt. Kursleitung: Gudrun Neuser. Entgelt: 46 Euro.

Deutsches Röntgen-Museum / Ferien-Workshop „Xperimente-Kits“ für Schülerinnen und Schüler der Klassen 5 bis 7. Zum Ferienende vom 11. bis 13. August in der Zeit von 10 bis 13 Uhr bietet das Deutsche Röntgen-Museum einen Workshop im Schülerlabor an. Dazu nutzt es die Xperimente-Kits. Es erwarten Euch faszinierende Experimente aus der Physik! Wir röntgen, wir machen Unsichtbares mit einer Infrarot-Kamera sichtbar, setzen einen Schokokuss ins Vakuum und vieles mehr… Und wir gehen spannenden Fragen nach, ob man sich im Weltraum unterhalten kann oder wie man Töne sichtbar machen kann! Die Kosten hierfür betragen 30 Euro. Anmeldungen bitte per E-Mail an info@roentgenmuseum.de">info@roentgenmuseum.de.

Mit dem Smartphone online bezahlen. Dieser VHS-Kurs richtet sich am Samstag, 7. August, von 10 bis 12.15 Uhr im Ämterhaus, Raum 129, EDV-Seminarraum 1, an alle, die sich mit den Online-Bezahlmöglichkeiten noch nicht genügend auskennen und gerne kontaktlos mit dem Smartphone per PayPal, Paysafe sowie Sofortüberweisung bezahlen möchten oder Geld an Freunde transferieren wollen. Kursleitung: Michael Jaschinski. Entgelt: 14,40 Euro.

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Kein Ausbildungsplatz? Beratung beim Einkaufen!

Pressemitteilung der Bergischen Struktur- und Wirtschaftsförderungsgesellschaft mbH

Freie Ausbildungsplätze auf der einen, suchende Bewerber*innen auf der anderen Seite. Am Ende des Schuljahres und kurz vor Start der Ausbildungen in den Betrieben haben beide Seiten oft noch nicht zueinandergefunden. Im Juli starten daher an mehreren Einkaufszentren in Remscheid, Solingen und Wuppertal Infoangebote, die junge Menschen oder Eltern ohne Termin und am Rande des Einkaufens wahrnehmen können. Ca. 1380 offenen Ausbildungsplätzen stehen rund 1290 Bewerber*innen gegenüber. Einige Gründe: Corona-bedingt gab es keine Infobörsen, durch Kontaktbeschränkungen konnten viele Schnupper-Praktika nicht stattfinden. Die jungen Menschen hatten weniger Möglichkeiten, sich zu informieren, derzeit gibt es bei vielen Unsicherheiten. Wie also kommen die Informationen an den Nachwuchs? Der Bergische Ausbildungskonsens hat sich dazu ein ganzes Bündel von Maßnahmen unter dem Motto „Abflug in Ausbildung“ überlegt. Schirmherren sind die Oberbürgermeister der drei bergischen Großstädte.

Ein Baustein: Beratung beim Einkaufen. Damit kommen die Informationen direkt zu den potenziellen Ausbildungsinteressenten. Gut sichtbar und hörbar positionieren sich Berater*innen an den Einkaufszentren, an denen jeder mal vorbeikommt. Vertreter*innen der Jobcenter, der IHK; der Handwerkskammern, Ausbilder aus den Unternehmen – sie alle stehen Schüler*innen und Eltern Rede und Antwort, dazu, wo welche Ausbildungs- oder Praktika-Plätze zu finden sind. Völlig unkompliziert und ohne Termin kann das Angebot wahrgenommen werden.

Wo sind die Angebote zu finden? Am 11. August, 12 bis 15 Uhr, in Remscheid im Allee-Center. Bereits vor den Sommerferien wurden erfolgreich Beratungen auf Schulhöfen angeboten, ebenso Online-Elternabende.

"Trotz seiner 65 Jahre arbeitete er im Stadtparlament mit!"

Ehrenbürgerbrief für den Geheimen Kommerzienrat Dr. e. h. Moritz Böker (1925)

Moritz Böker (1853-1933), Bruder Robert Bökers. Ein Mann hat in den unruhigen 1920er Jahren besonders nachhaltig für Remscheid gewirkt: Moritz Böker, der Bruder des Straßenbahn- und Talsperrenförderers, der geistige Kopf der Bergischen Stahlindustrie und Erhalter vieler tausend Arbeitsplätze in schwierigsten Situationen. Er hatte mit sei­nem Bruder zusammen gearbeitet und, als jener starb, seinen Weg allein ge­macht, und er hat während des Ersten Weltkrieges viel Not von Rem­scheid gewendet, nach Kriegsschluss im Stadtparlament trotz seiner 65 Jahre mitgearbeitet und die Stadt vor unsinnigen Beschlüssen der Radikalen bewahrt. Als am 20. November 1923 die Kommunisten im Stadtrat von Produktionssabotage sprachen, antwortete er: »Das ist ein ungeheuerlicher Vor­wurf. Von den überhaupt noch in Remscheid beschäftigten Arbeitern gehört der vierte Teil der Bergischen Stahlindustrie an. Das Auf-Lager-Arbeiten hat seine Grenzen. Von der Verwaltung ist geschehen, was geschehen kann. Dass es ihr ernst ist, den Betrieb aufrechtzuerhalten, geht daraus hervor, dass sie 30.000 Zentner Kartoffeln beschafft hat. Es ist leicht gesagt, die Betriebe zwangsweise zu öffnen. Geben Sie den Weg an! Wie wollen Sie arbeiten, wenn keine Aufträge da sind? Sobald wir Aufträge haben, werden wir die Betriebe wieder öffnen.«

So wie in diesem Falle hat Moritz Böker manche Situation gemeistert, und als er mit 71 Jahren aus dem Stadtverordne­tenkollegium schied, wurde ihm als verdiente Anerkennung die Ehrenbürgerwürde angetragen. Als er im Januar 1933, fast 80jährig, starb, sagte Oberbürgermeister Dr. Hartmann in der Trauerfeier: »Nach dem Zusammenbruch und der Um­wälzung, wo sich so viele mutlos und resigniert zurückzogen, blieb er in seinem strengen Pflichtgefühl dem Dienst der Stadt treu und ließ sich in seinem tiefsten Glauben an Deutschlands Zukunft nicht irremachen. In den schwersten Tagen der Un­ruhen setzte er unerschüttert das Gewicht seiner ganzen Per­sönlichkeit ein und bewährte sich als getreuer Ekkehard sei­ner Vaterstadt.« Noch nie hatte Remscheid bis dahin ein Trauergefolge gese­hen, das jenem hinter dem Sarge Moritz Bökers glich. Schwarz umflort waren die brennenden Laternen der Straßen, auf Halbmast wehten die Fahnen, zu Tausenden standen die Remscheider entblößten Hauptes am Wege des Trauerzuges. (aus: „Remscheid so wie es war“, von Dr. Gerd Courts, erschienen 1974 im Droste Verlag.)

Judoka Johannes Frey gelang Olympia-Bronze

Pressemitteilung des TV Judoteams

Johannes Frey, Judoka des Remscheider TV Judoteams, erkämpfte mit dem deutschen Mixed-Team bei den Olympischen Spielen sensationell die Bronzemedaille. Ein historischer Erfolg, , denn der Mannschaftswettbewerb feiert in Tokio seine Premiere.

In ihrer ersten Begegnung traf die deutsche Mannschaft zunächst auf das Olympiateam der Flüchtlinge. Beim souveränen 4:0-Erfolg, gewann Johannes seinen Kampf vorzeitig gegen den ehem. Asienmeister Javad Mahjoub. Im Anschluss gab es im Viertelfinale eine knappe Niederlage (2:4) gegen Turnierfavorit Japan. Johannes bekam es dabei mit dem amtierenden Olympiasieger Aaron Wolf zu tun, welchen er nach einem aufopferungsvoll geführten Kampf an den Rande einer Niederlage brachte. Der Japaner rettete sich jedoch in die Verlängerung (Golden Score) und konnte dort die entscheidende Wertung erzielen. Dennoch war auch dieser Kampf ein weiterer Beleg dafür dass Johannes in der Weltspitze angekommen ist.

Für das deutsche Team ging es nun in der Hoffnungsrunde gegen die Mongolei weiter, welche mit 4:2 bezwungen wurde. Auch hierzu steuerte Johannes einen wichtigen Sieg bei: Gegen den WM-Medaillengewinner von 2018, Duurenbayar Ulziibayar, gewann der 24-jährige abermals vorzeitig (Ippon).

Der letzte und entscheidenden Kampf um Bronze gegen die Niederlande wurde zu einem epischen Krimi. Für Johannes ging nun sein Bruder Karl-Richard auf die Matte. Er bekam es mit dem dreifachen Europameister Henk Grol zu tun. "Kalle" begeisterte mit seinem gewohnt attraktiven "Angriffsjudo", welches Grol mit einer Kontertechnik allerdings erfolgreich eliminierte und somit den Kampf für sich entscheiden konnte. Die starke deutsche Teamleistung wurde dennoch belohnt. Ein 4:2 Sieg gegen die Niederlande bedeutete Bronze fürs deutsche Mixed-Team!

In der Einzeldisziplin erkämpfte sich Karl-Richard Frey zuvor den 7. Platz. U.a. durch beeindruckende Siege gegen den Weißrussen Mikita Swirid und den Weltranglistendritten Michael Korrel aus den Niederlanden. Das Karl-Richard zu den weltbesten Athleten seiner Klasse gehört,  hat er damit einmal mehr bewiesen. Derzeit gehört er noch zum Verein Bayer Leverkusen, hat aber die Freigabe des Vereins für einen Wechseln zum TV Judoteam Remscheid schon in der Tasche für den (erwarteten) Fall, dass dieser 2022 in die 1. Bundesliga aufsteigt. (Cedric Pick)

Ausbildungsstart: Mehr Lehrstellen als Azubis

Pressemitteilung der Bergischen Industrie- und Handelskammer Wuppertal-Solingen-Remscheid

Für viele junge Menschen im Bergischen Städtedreieck begann gestern mit ihrem ersten Ausbildungstag ein neuer Lebensabschnitt. Nachdem die Pandemie den Ausbildungsmarkt im Vorjahr ausgebremst hatte, wurden die Zahlen zum Ausbildungsstart 2021 besonders gespannt erwartet. „Nun sind sie da. Die Bergische IHK verzeichnet aktuell 1.409 neue Auszubildende – 15,1 Prozent mehr als im Vorjahr“, freut sich Carmen Bartl-Zorn, IHK-Geschäftsführerin für Aus- und Weiterbildung. „Das Plus macht Mut. Wenn die Wirtschaft wieder anzieht, braucht sie Fachkräfte. Die kann sie nun vermehrt wieder selbst ausbilden“, so die IHK-Expertin.

Die Bergische IHK rechnet damit, dass in den kommenden Wochen noch viele weitere Ausbildungsverträge geschlossen werden. Doch es fehlt an Bewerbern auf die vielen freien Ausbildungsplätze. Aktuell sind in Wuppertal, Solingen und Remscheid noch mehr als 1.200 Stellen frei. Prinzipiell gibt es für alle Ausbildungsinteressierten eine ausreichende Auswahl an Ausbildungsplätzen – und das über alle Branchen hinweg. Bartl-Zorn macht noch unentschlossenen Schulabgängern aller Schulformen Mut: „Die Chancen auf einen Ausbildungsplatz stehen so gut wie lange nicht und jeder hat die Möglichkeit mit der beruflichen Weiterbildung einen Abschluss auf Bachelor- oder Masterniveau zu erreichen.“ Auch seien die Übernahmechancen nach einer dualen Ausbildung überaus gut.

Spätentschlossene sollten eine Frist im Blick behalten: Wer seine Ausbildung bis spätestens zum 1. Oktober beginnt, kann in der Regel am Ende der Ausbildung noch mit den August-Startern in die Abschlussprüfung. Für alle, die noch nicht fündig geworden sind, hat Bartl-Zorn einen Tipp: „Wer schon weiß, was er oder sie werden will, sollte in der IHK-Lehrstellenbörse (www.ihk-lehrstellenboerse.de) vorbeischauen und sich so schnell wie möglich bewerben.“ Allen anderen hilft Christine Köhler, IHK-Beraterin für passgenaue Besetzung, T. 0202 2490-833, c.koehler@bergische.ihk.de">c.koehler@bergische.ihk.de, mit Orientierung und Beratung weiter.

Vier neue Auszubildende bei der EWR GmbH

Pressemitteilung der Stadtwerke Remscheid

Zum diesjährigen Ausbildungsbeginn begrüßten gestern Geschäftsführer Prof. Dr. Thomas Hoffmann, die Ausbildungsleiterin Nancy Fuchs sowie die Ausbildungskoordinatorin Ricarda Tellmann die neuen Auszubildenden der EWR. Gemeinsam mit ihren Angehörigen erhielten die „Neuen“ in einer Einführungsveranstaltung einen Überblick über die einzelnen Gesellschaften des Unternehmensverbundes und den Ausbildungsverlauf. Anschließend wurden im Rahmen einer Rundfahrt die Verbundunternehmen und die Staumauer der Eschbachtalsperre erkundet. Bevor die Azubis an ihre neuen Arbeitsplätze gehen, können sie am heute und morgen bei einer Fahrradtour, beim Bogenschießen sowie bei gemeinsamen Vorträgen als Team zusammenwachsen. Bei der EWR GmbH werden junge Leute in den Berufen Industriekauffrau/-mann, Elektroniker/in für Betriebstechnik, Fachinformatiker/in für Systemintegration und Rohrleitungsbauer/in ausgebildet. Von den vier neuen Auszubildenden in diesem Jahr erlernt einer den Beruf des Industriekaufmanns, zwei den Beruf des Elektronikers für Betriebstechnik und einer wird Rohrleitungsbauer. Bei den Stadtwerke Remscheid werden Kfz-Mechatroniker/in sowie Fachkräfte im Fahrbetrieb ausgebildet. Im H2O kann der Beruf eines Fachangestellten für Bäderbetriebe erlernt werden. Zurzeit zählt der Unternehmensverbund insgesamt 17 Auszubildende. „Unsere umfangreichen Ausbildungsaktivitäten sind gute Investitionen in die Zukunft der Menschen und der Unternehmen sowie ein Beitrag für den Ausbildungs- und Arbeitsmarkt in Remscheid“, erklärte Geschäftsführer Hoffmann.

Straßensanierung geht in den Endspurt

Pressemitteilung der Stadt Remscheid

.Die Arbeiten auf der Baustelle Lüttringhauser Straße und Lindenallee in Lüttringhausen neigen sich dem Ende entgegen. Nachdem die alte Fahrbahn gefräst wurde und die Schächte reguliert wurden, wird am 3. und 4. August die Asphaltdecke eingebaut. Am 3.8.i st die Fahrbahn Richtung Ortsmitte Lüttringhausen/Eisernstein an der Reihe, am 4.8. die Fahrbahn Richtung Lennep. Während des Asphalteinbaus und in der Abkühlphase werden im Einbaubereich die Einmündungen der Nebenstraßen und die Zufahrten der Anlieger dem Baufortschritt entsprechend für zwei bis maximal drei Stunden gesperrt.
Am Donnerstag, 5. August, sind noch Restarbeiten durchzuführen, bevor dann voraussichtlich am Freitag (6.8.) die Baustelle abgebaut wird und der Verkehr auf der Lüttringhauser Straße wieder in beiden Richtungen fahren kann. Mit dem Abbau der Baustelle in Lüttringhausen wird gleichzeitig am 6. August die Baustelle des 2. Bauabschnitts in Lennep eingerichtet. Am 9. August beginnen die Arbeiten der Deckensanierung in der Lüttringhauser Straße in Lennep, und zwar ab der Ortsgrenze Lennep vor der Ampelanlage zur B51/Ringstraße bis zur Einmündung Platanenallee/Knusthöhe für Notfallfahrzeuge wie Krankenwagen und Feuerwehr gilt weiter freie Fahrt.