Skip to content

Anzeige

Bau-Innung Remscheid Innung für elektrotechnische Handwerke Remscheid Fachinnung für Metall- und Graviertechnik Innung für Sanitär- und Heizungstechnik Remscheid
Dachdecker-Innung Remscheid Friseur-Innung Remscheid Maler- und Lackierer-Innung Remscheid Kraftfahrzeughandwerk Remscheid

Bei „vielfalt. viel wert.“ hatten viele Spaß

Unsere Gesellschaft ist heute vielfältiger denn je. Vielfalt bedeutet mehr Individualität und mehr persönliche Freiheit. Gleichzeitig braucht Vielfalt aber auch Flexibilität und faires Aushandeln gemeinsamer Regeln. Deshalb warb der Caritasverband Remscheid e. V.  in den vergangenen Monaten mit seiner Kampagne „vielfalt. viel wert.“ für ein positives Verständnis von Vielfalt. Um Begegnungen zu schaffen und das Miteinander in unserer Gesellschaft zu fördern. Mit Musik, Mitsing- und Mitmachaktionen für kleine und große Besucher*innen feiert das Caritas-Kultur- und Netzwerkprojekt „vielfalt. viel wert.“ gestern in der Lenneper „Klosterkirche“ ein buntes, multikulturelles Fest voller Vielfalt. Kreatives und Klangvolles waren dabei zu entdecken und zu erleben. Und viele Kinder hatten ihren Spaß.

41 Wohnungen für Flüchtlinge derzeit in Reserve

Bei den Flüchtlingsunterkünften wird unterschieden zwischen Übergangswohnheimen und Wohnungen zur Flüchtlingsunterbringung. Übergangwohnheime/Gemeinschaftsunterkünfte dienen entsprechend der Unterbringungskonzeption des Fachdienstes „Zuwanderung“ als erste Aufnahmeeirichtung nach Zuweisung der Flüchtlinge aus einer Landesaufnahmestelle. Aufgrund der direkten Hilfs- und Betreuungsmöglichkeiten in diesen Einrichtungen kann eine erste Orientierung und Integration hier leichter und schneller als in einzelnen Wohnungen erreicht werden. Die Flüchtlinge verbleiben in der Regel bis zur Anerkennung durch das Bundesamt in diesen Einrichtungen. Ferner können Familien im laufenden Asylverfahren und bei nachgewiesener Wohnfähigkeit in Wohnungen untergebracht werden, die von der Stadt angemietet wurden. Nachfolgend die derzeit angemieteten oder in Eigentum der Stadt Remscheid stehenden  Gemeinschaftsunterkünfte, die bis auf weiteres alle noch benötigt und bis zum Vertragsende auch entsprechend genutzt werden.

In den Objekten Königstr. 159 und Schwelmer Str. 55 werden ausschließlich männliche Einzelpersonen, in der Alleestr. 64 nur alleinstehende Frauen untergebracht. Die übrigen Gemeinschaftsunterkünfte sind für Familien vorgesehen und haben einen wohnungsmäßigen Charakter mit eigenem Sanitär- Küchen- und Wohn/Schlafbereich. Bedingt durch die hohe Anzahl an zugewiesenen Flüchtlingen ab dem 4. Quartal 2014 mussten aufgrund der gesetzlichen Aufnahmepflicht zusätzliche Aufnahmeplätze geschaffen werden. Dies geschah durch die Inbetriebnahme der Gemeinschaftsunterkünfte Alleestr., Königstr. und Oberhölterfelder Straße sowie überwiegend durch die Anmietung von freien Wohnungen bei den Remscheider Wohnungsgesellschaften.

Von der Stadt zur Flüchtlingsunterbringung angemietete Wohnungen waren am 31.Dezember 20.17 233 Wohnungen für ca. 940 Personen angemietet, am 30. April 2018waren es noch 205 Wohnungen für ca. 800 Personen. Davon waren am 30. April noch 164 Wohnungen mit 474 Personen (möglich 600) belegt. Aufgrund der rückläufigen Zuweisungszahlen konnten bereits ab Mitte 2017 diverse Wohnungsmietverträge gekündigt und Wohnungen abgemietet werden. Im Zeitraum 7/2017 – 12/2018 wurden insgesamt schon 63 Mietverträge (für ca. 250 Personen) gekündigt. Das hochgerechnete Einsparvolumen für diese 63 abgemietete Wohnungen beträgt monatlich ca. 41.000 €. In Reserve gehalten werden somit derzeit 41 Wohnungen für ca. 200 Personen. Für Kaltmiete, Betriebs- und Energiekosten fallen monatlich ca. 25.000 € an.

 

maximale
Belegung

Belegung
am 30.04.18

Ende
Mietvertrag

       

Alleestr. 64

42

31

31.05.2019

Talsperrenweg 3

120

54

31.12.2019

Oberhölterfelder Str. 54-56

120

65

31.03.2026

Königstr. 159

42

19

30.04.2027

Wülfingstr. 1

83

55

31.12.2027

Klauser Delle 6  

45

32

städtisch

Klauser Delle 8

23

15

städtisch

Schwelmer Str. 55

50

29

städtisch

Freiheitstr. 191 - 193

186

161

städtisch

 

711

461

 

In den Remscheider Flüchtlingsunterkünften waren am 30. April insgesamt 935 Personen untergebracht. Weitere 83 Personen leben in Wohnungen mit eigenem Mietvertrag. (Mischfälle SGB II und AsylbLG). Alle Gemeinschaftsunterkünfte werden bis zum Vertragsende noch zur Aufnahme von neu zugewiesenen Flüchtlingen genutzt. Gleiches gilt für stadteigene Heime, solange hier Unterbringungsbedarf besteht. Die Mietverträge der Übergangsheime haben in der Regel eine zehnjährige Laufzeit mit der Möglichkeit einer optionalen Verlängerung.  Das Objekt Alleestr. 64 wurde lediglich für drei Jahre angemietet bis 31. Mai 2019. Einzelne Wohnungen wurden nur mit gesetzlicher Kündigungsfrist von drei Monaten angemietet.

Die spätere Nutzung der angemieteten Übergangswohnheime obliegt in erster Linie den jeweiligen Eigentümern, Planungen hierzu sind dem Fachdienst „Zuwanderung“ zurzeit nicht bekannt. Sollte der Unterbringungsbedarf insgesamt weiter zurückgehen, wäre bei den stadteigenen Heimen eine alternative Nutzung nach Verkauf denkbar. Jedoch gibt es auch hier derzeit keine konkreten Pläne.  (aus: Antwort der Stadtverwaltung auf eine Anfrage der CDU-Fraktion durch Mitteilungsvorlage zur Sitzung des Haupt- und Finanzausschusses am 5. Juni)

Gestern Aktionstag „Mobil in Remscheid“ am Rathaus

Auf dem Theodor-Heuss-Platz dreht sich gestern alles um das Thema „klimafreundliche Mobilität“. Der Fachdienst „Umwelt“ der Stadt Remscheid hatte zu einem bunten Mitmachprogramm eingeladen und informierte quasi nebenbei über das Fahrradfahren und die Nutzung des Öffentlichen Personennahverkehrs. Einige Remscheider Autohäuser – ohnehin bei der 16. Remscheider Motorshow auf der Alleestraße mit dabei – präsentierten neben den Informationsständen Fahrzeuge mit emissionsarmen Antrieben (Elektro-, Hybrid-, Wasserstoff- und CNG-Erdgas-Autos). Und auf einem Bewegungsparcours konnten die Besucher E-Bikes ausprobieren und das Fahren mit einem Segway erlernen. (siehe Waterbölles-Video).

Vor Ort informierten Barbara Reul-Nocke, Beigeordnete für Ordnung, Sicherheit und Recht, Wolfgang Putz, Fachdienstleiter Umwelt, und die städtische Klimaschutzmanagerin Nicole Schulte die lokale Presse über die gesamtstädtische Mobilitätsstrategie, die derzeit erarbeitet wird und im Sommer 2018 vom Stadtrat beschlossen werden soll. Sie ist die Voraussetzung dafür, dass sich die Stadt Remscheid um entsprechende Fördergelder bewerben kann für den Fuß- und Fahrradverkehr, aber auch den öffentlichen Personennahverkehr. Zugleich soll die städtische Mobilitätsstrategie zu einer Minderung bzw. emissionsarmen Gestaltung des motorisierten Individualverkehrs beitragen im Sinne von Klimaschutz und Luftreinhaltung. Hintergrund ist das „Integrierte Klimaschutzkonzept Remscheid“ (IKSK), das im Februar 2014 vom Rat der Stadt beschlossen wurde. Dieser Beschluss beinhaltet u.a. folgende Leitziele:

  • Reduktion der örtlichen CO2-Emissionen um 14 Prozent bis 2022 und um 20 Prozent bis 2030 (Bezugsjahr 2011)
  • Verlagerung von zehn Prozent der PKW-Fahrten auf das Fahrrad und den ÖPNV bis 2022

Weiterhin enthält das IKSK zahlreiche Maßnahmen, die zur Erreichung dieser Ziele beitragen wie z.B. die Erstellung eines Mobilitätskonzeptes. Mithilfe der für die Jahre 2017 bis 2019 eingerichteten Stelle der Klimaschutzmanagerin wurde diese Maßnahme nun umgesetzt.

Im Rahmen der gesamtstädtischen Mobilitätsstrategie beschreibt ein handlungsweisendes Leitbild eine Zukunftsvision der Mobilität in den nächsten fünf bis zehn Jahren, das bei allen künftigen Entscheidungen zur Mobilität eine einheitliche Orientierung geben soll. In einem Workshop hatte die Arbeitsgruppe „Mobilität“ die folgenden ökologischen, ökonomischen und sozialen Gesichtspunkte erarbeitet:

 

Artikel vollständig lesen

Deutsche Meister im Speedskydiving mit Rekord

Pressemitteilung des Fallschirmclubs Remscheid e.V.

Moritz Friess und Lucia Lippold, hier im Bild vor der Absetzmaschine, holten bei der Deutschen Meisterschaft im Speedskydiving in Illertissen / Bayern beide Meistertitel für den FSC Remscheid, wobei Moritz Friess mit einem Sprunggeschwindigkeit von 571,12Stundenkilometern einen neuen Deutschen Rekord aufstellte. Klaus Mathies, Präsident des FSC ist stolz auf seine beiden Athleten: „Besser kann’s nicht laufen!“ Oberbürgermeister Burkhard Mast-Weisz sei einer der ersten  Gratulanten gewesen, so Mathies.

Die 16. Remscheider Motorshow in 48 Sekunden

„Viele unterschiedliche Charakter“ auf vier Reifen versprach die 16. Auflage der Remscheider Motorshow, die Samstag und Sonntag zahlreiche Autofans auf die Alleestraße lockte. Das Waterbölles-Video zeigt einen Teil der insgesamt mehr als 150 ausgestellten Fahrzeuge, darunter viele PS-starke SUV, in  einer Kühler-Parade unter heißer Sonne. Weshalb die meisten Passanten sich bei der Promenade auch lieber im Schatten der Häuser aufhielten und Kaufverhandlungen – wenn überhaupt – für einen späteren Tag verabredeten. Vor allem am gestrigen verkaufsoffenen Sonntag war der Publikumsverkehr eher gemäßigt, zumal das Allee-Center kraft Gerichtsentscheidung geschlossen bleiben musste.

Veranstaltungen des Teo Otto Theaters im Mai

Mittwoch, 30. Mai, 19.30 Uhr
Danke Helene!
Die Helene-Fischer-Tribute-Show

Wo ihre Songs laufen, herrscht Party-Stimmung – die Rede ist von Helene Fischer. Kein deutscher Künstler hat in den vergangenen Jahren so viele Preise gewonnen wie Helene Fischer (alleine 16 Mal den Echo). Sie ist der absolute Star am deutschen Schlagerhimmel und hat sich inzwischen als beste deutsche Schlagersängerin einen Namen gemacht! Und das erstaunlicherweise bei Jung und Alt. Hits wie „Atemlos“, Ich will immer wieder dieses Fieber spüren“ und „Die Hölle morgen früh“ lassen keinen Besucher ruhig auf seinem Stuhl sitzen.
Die Tribute-Show “Danke Helene!” bringt für einen Abend das Feeling einer Helene Fischer Show auf die Bühne. Musical-Star Nadine Kühn singt die besten Songs live. Begleitet wird sie dabei von vier Tänzern und zwei weiteren Sängern. Im Stil einer Helene Fischer Show erleben Sie einen Abend lang von Nadine Kühn und ihrem Ensemble die größten Hits und viele spannende Musical-Songs.
Tolle Kostüme, ein hinreißendes Bühnenbild und viele witzige Momente machen „Danke Helene!“ perfekt für einen unterhaltsamen Abend, denn Helenes Musik ist Kult.
Kat. II ab 21 €; Jugendticket fünf €.

 

Immer wieder gerne ins Deutsche Werkzeug-Museum

Montag, 28. Mai, 19 Uhr
Die Werkzeughändler Hilger, Cleff und Ihre Mitbewerber
Ein Spaziergang zu Geschichtsstationen mit Weinverkostung
Unter dem Titel „Die Werkzeughändler Hilger, Cleff und ihre Mitbewerber. Ein Spaziergang zu Geschichtsstationen mit Weinverkostung“ steht am Montag, 28. Mai, von 19 bis 21 Uhr eine besondere Veranstaltung des Deutschen Werkzeugmuseums. Die Gebrüder Hilger sowie die Brüder Cleff bauten und bewohnten das Haus Cleff und handelten mit Kleineisen. Doch nicht nur diese Familien taten das in Remscheid oder ‚auf dem Hasten‘. An diesem Abend suchen wir weitere wichtige Patrizierhäuser, andere geschichtsträchtige Orte oder Denkmale auf und erfahren die Geschichte, die dahinter steht. Hierfür haben wir in diesem Jahr Klaus R. Schmidt gewinnen können, der sich auf dem Hasten bestens auskennt und viele interessante und spannende Geschichten zu erzählen hat. Sie werden staunen, was auf dem Hasten alles passiert ist und wer hier gewohnt hat. Wer Handel mit Werkzeugen aus Remscheid treibt, fährt vollbeladen von hier los, aber er bekommt bestimmt nicht mit leerem Wagen zurück. Und da ist es nicht unwahrscheinlich und sogar geschichtlich verbürgt, dass Wein ein beliebtes Handelsgut war. Aus diesem Grund werden wir bei unserem Rundgang an bestimmten Stellen sehr leckere Weine verkosten. Lassen Sie sich vom Museumsleiter Dr. Andreas Wallbrecht einschenken und ich verspreche Ihnen, die Weine schmecken nicht nur bei einer Weinbergwanderung gut.
Bitte melden Sie sich für diese Veranstaltung unter der Rufnummer 02191/16 2519 oder per E-Mail werkzeugmuseum-hiz@remscheid.de bis zum 24. Mai an. Die Gebühr beträgt 10 Euro pro Teilnehmer inklusive der Weinverkostungen

Nachfolgend die Jahresübersicht:

Artikel vollständig lesen

Remscheider Institutionen berichten oder laden ein

Ökumenische Initiative Lüttrighausen / 32. Literaturcafé im F(l)air-Weltladen. Am Montag, 28. Mai, gibt es ab 16 Uhr beim 32. Literaturcafé im F(l)air-Weltladen eine Premiere. Vorgestellt wird nicht ein Buch aus dem aktuellen Büchermarkt, sondern ein klassisches Werk. Es ist der Roman „Abu Telfan oder die Heimkehr vom Mondgebirge“ von Wilhelm Raabe (1831-1910). Raabe gilt als Vertreter des poetischen Realismus. Seine Erzählungen, Novellen und Romane leben von gesellschaftskritischen Beobachtungen und einer leicht ironischen Schreibweise. In Abu Telfan, entstanden zwischen 1865 und 1867, wird von der Rückkehr Leonhard Hagebuchers aus Afrika erzählt. Hagebucher – so der Roman – hatte als 27-Jähriger das Studium satt und war nach Ägypten geflohen, um am Suez-Kanal-Bau sein Brot zu verdienen. Bei einem Ausflug ins Landesinnere wurde er von afrikanischen Nomaden gefangen genommen und als Sklave gehalten, bis er von einem reisenden Tierhändler ausgelöst werden konnte. Hagebucher fasst als „abgebrannter“ Mann im von Kleinstaaterei und ständischem Denken geprägten Deutschland nur schwer wieder Fuß. Raabe zeichnet in phantasievoller Erzählweise die vergeblichen Versuche „des Afrikaners“ nach, mit seiner deutschen Verwandtschaft und der durch viele kleine Herzog- und Fürstentümer aristokratisch-kleinbürgerlich geprägten Heimat nach der Revolution von 1848 zurecht zu kommen. Abu Telfan zählt zu den drei großen Romanen Raabes. Das Buch ist in die Liste der 100 Werke der deutschen Literatur durch die Wochenzeitung „Die Zeit“ aufgenommen worden. Die Umkehr der Perspektive macht den Roman aus dem 19. Jahrhundert so aktuell. Referent ist Johannes Haun. Erwartet werden kann ein vergnügliches Literaturcafé mit Kuchen der Dabringhauser Hausbäckerei Gosse. Der Eintritt ist frei.

„AG 60plus“ der SPD Remscheid / Die Rüstungspolitik im Mittelpunkt. Die SPD-Senioren bleiben sich auch bei der dritten Auflage ihres Stammtisches treu, „heiße Eisen“ anpacken zu wollen. Im Mittelpunkt des dritten Stammtisches der „AG 60plus“ am Montag, 28. Mai, um 19 Uhr in der Gaststätte „Brauerhaus“ am Markt wird die Rüstungspolitik stehen. Der stellv. Vorsitzende des SPD-Unterbezirks Remscheid, Ralf Gassen, wird in das Thema einführen. Zum Stammtisch können auch Freunde und Bekannte mitgebracht werden. (Antonio Scarpino)

Artikel vollständig lesen

Wochenrückblick vom 21. bis 27. Mai 2018

Der OB vor einer politisch schwierigen Reise

Waterbölles-Kommentar

"... dass viele Menschen diese Partnerschaft mit Leben füllen!" Mit diesem Zitat überschrieb der Waterbölles am 11. Februar 2015 die Pressemitteilung des Freundschaftsvereins Kırşehir–Remscheid, die über die Unterzeichnung von zwei Partnerschaftsurkunden in Türkisch und Deutsch in Remscheids neuer Partnerstadt Kırşehir berichtete. Dort waren die Urkunden am Vortag von den Stadtoberhäuptern Yasar Bahceci und Burkhard Mast-Weisz unterzeichnet worden. Bis dahin hatte der Freundschaftsverein Kırşehir-Remscheid unter dem Vorsitz von Superintendent Hartmut Demski fünf Jahre lang Kontakte geknüpft, einen Schüleraustausch ins Leben gerufen und für Verständnis geworben. "Es bleibt zu hoffen, dass viele Menschen diese Partnerschaft mit Leben füllen", wünschte sich der Superintendent damals genauso wie der pensionierte Sozialarbeiter Ramazan Dalgali. Er hatte mit 21 Jahren seine Heimatstadt Kırşehir verlassen, um, wie viele seiner Landsleute, in Remscheid neue Wurzeln zu schlagen. Die Zahl der Remscheider, die aus Kırşehir und Umgebung stammen, schätzt er auf rund 2.000.

Dass die Städtepartnerschaft zwischen Remscheid und Kırşehir nicht weiter aufgeblüht ist, wie es sich gerade die türkischen Migranten gewünscht hätten, liegt nicht an mangelnder Bereitschaft, sondern hat politische Gründe, angefangen bei dem Putschversuch des Militärs in der Nacht vom 15. auf den 16. Juli 2016. In der Folgezeit verabschiedete sich die Türkei unter ihrem Präsidenten Recep Tayyip Erdoğan vom demokratischen Rechtsstaat. Tausende wurden verhaftet und unter dem (bis heute vielfach unbewiesenen) Verdacht, Anhänger von Fethullah Gülen zu sein, aus dem Staatsdienst entlassen. Auch viele Journalisten traf es hart. (Da kann es nicht verwundern, dass viele deutsche Urlauber der Türkei seitdem fern bleiben.)

„Einige Entscheidungen, die nach dem Putsch getroffen worden sind, sind aus hiesiger Sicht unverständlich. Ich hoffe sehr, dass schnellstmöglich der Notstand wieder aufgehoben werden kann und dass Parlament und Regierung gemeinsam Verantwortung für das Land übernehmen. (...) Leider haben aus unterschiedlichen, vor allem aber terminlichen Gründen, Wirtschaftsvertreter und ein Vertreter der Regierungspräsidentin eine Mitwirkung an der geplanten Reise im Oktober abgesagt. Das bedauere ich sehr. Daher möchte ich diese Fahrt nach Kırşehir ins kommende Frühjahr verschieben“, schrieb Oberbürgermeister Burkhard Mast-Weisz am 19. August 2016  an Yasar Bahceci. Zu einem Zeitpunkt also, als das ganze Ausmaß des politischen Wandels zum Depotismus in der Türkei noch gar nicht zu überschauen war.

Aus der verschobenen Reise mit Vertretern der Remscheider Wirtschaft wurde nichts. Aus verständlichen Gründen (siehe oben). Die Vertreter der Wirtschaftsvereinigungen (Kreishandwerkerschaft, Arbeitgeberverband, IHK ) und der Bezirksregierung winkten Anfang 20117 ab, und auch unter den politischen Vertreter/innen und Vertreter fand sich auf Nachfrage keine Mehrheit für eine Reise nach Kırşehir, wie der OB im März vergangenen Jahres berichtete. Aber dem Bürgermeister der Stadt Kırşehir solle übermittelt werden, wie wichtig der Stadt Remscheid die Verbindung zu der türkischen Partnerstadt sei.

Um den Gesprächsfaden nicht abreißen zu lassen, will Mast-Weisz nun am 28. Juni zu einem Arbeitsgespräch nach Kırşehir fliegen, begleitet von Superintendent Hartmut Demski, dem Vorsitzenden des hiesigen Partnerschaftsvereins. Beim Besuch des türkischen Amtskollegen seien keine offiziellen Auftritte vor Journalisten vorgesehen, betont der OB. Vom CDU-Fraktionsvorsitzende Jens Nettekoven bekam er über eine Pressemitteilung der Partei den Wunsch mit auf den Weg, er möge doch bitte auch die seit Wochen andauernde Haft des Remscheider Sozialarbeiters Adil Demirci in einem türkischen Gefängnis ansprechen.

Die Reise des Remscheider Oberbürgermeisters fällt in eine in der Türkei politisch hochbrisante Zeit zwischen der Parlaments- und Präsidentschaftswahl am 24. Juni und der erwarteten Stichwahl am 8. Juli zwischen Erdoğan und Muharrem İnce von der Partei CHP als dem voraussichtkich stärksten Kandidaten des neuen Oppositionsbündnisses. Der Sieger der Wahl wird als Folge von Gesetzesänderungen, die Erdoğan durchgesetzt hat, sowohl Staatsoberhaupt als auch Regierungschef mit großen Befugnissen, wodurch auch das Amt des türkischen Ministerpräsidenten künftig entfällt. Mit Hinweis auf diese Wahl hatten Remscheider Kommunalpolitiker dem OB von dieser Reise zu Yasar Bahceci abgeraten. Denn der gehört zu Erdoğans Partei AKP. Da könnte das Zusammentreffen als deutsche Wahlhilfe verstanden und auch so genutzt werden, lautet eine Befürchtung. Das macht die Reise von Burkhard Mast-Weisz noch um einige Grade schwieriger.