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Manfred Eckart ist der neue Hahnenkönig auf Büchen

Fotos: Lothar Kaiser

Ein Klick auf das Foto oben, und Sie sehen es in einem neuen Fenster in voller Größe. (Tipp, falls nicht: Im neuen Fenster Ansicht+Zoom anklicken!)

Zugegeben, „Hahneköppen“ ist nichts für zarte Seelen, ist nicht jedermann Sache. Und wer zu nahe am Geschehen steht, kann auch schon mal ein paar Blutspritzer abbekommen. Denn der Hahn, um dessen Kopf es da geht (kleines Foto links), ist erst ein paar Stunden tot. Aber im Bergischen hat es nun mal Tradition. Und die  „Büchener Einigkeit“,  Remscheids ältester Bescherungsverein, der an diesem Wochenende auf dem Parkplatzgelände der Firma VBW an der Lange Straße sein 125-jähriges Bestehen feierte, hält diese Tradition aufrecht. Meines Wissens als letzter Verein in Remscheid. Und wegen des Jubiläums war die Zahl der Bewerber um den Titel des „Hahnenkönigs“ diesmal besonders groß:  Gleich 19 Mitglieder des „Hahnenclubs von 1953“, nahmen den Degen in die Hand, ließen sich die Augen verbinden, einen Schnaps verabreichen und versuchten dann, mit einem Schlag den Kopf des Vogels vom Rumpf zu trennen. Unter ihnen war auch Thomas Gilsbach aus Lüttringhausen (im Bild oben 4. von links), der vorjährige Sieger des „Hahneköppens“, dessen Frau vom Büchen stammt. Doch da mochten die Schaulustigen noch so oft rufen „Wir woll’n den Kaiser sehen“ – sein Schlag blieb auch in der zweiten Runde erfolglos. Es war schließlich der 1. Kassierer der „Büchener Einigkeit“, Manfred Eckart (Foto oben), der nach anderthalb Stunden den Vogelkopf so schwungvoll abtrennte, dass er fünf Meter weit flog. Als Trophäe wurde er Eckart kurz darauf an der Spitze eines Stabes überreicht (kleines Foto rechts), da hatte dieser die Königskette schon angelegt. Und der Hahn im Korb, was wurde aus ihm? Der Senior, der ihn geschlachtet hatte, verriet es mir: „Der kommt in die Suppe!“

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Kommentare

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Nicole Rensmann am :

Entschuldigung, wie bitte? Ich bin entsetzt. Ich bin sprachlos. Ich starre schon eine Weile auf dieses Kommentarfenster, habe schon mehrmals ein paar Worte getippt und sie wieder gelöscht. Es war mir nicht bewusst, dass im Bergischen noch mittelalterliche Spiele dieser Art vorherrschen. Das ist abartig! Aus meiner Sicht ist dieses "Spiel" die dämlichste Art das Ego aufzupolieren und sich mit stolzgeschwellter Hühnerbrust "Hahnenkönig" zu nennen. Tradition - ein Wort, das gerne als Ausrede verwendet wird, um sich den niederen Instinkten unser Vorfahren hinzugeben. Es gibt nichts Schlimmeres als ein "Das war schon immer so". Das Köpfen eines Hahnes - ob er nun tot oder lebendig war - hat keinen Nutzen, sondern lässt Teilnehmer und Zuschauer - sorry - in meinen Augen tief sinken. Trauriges Bergisches Land.

Klaus R. Schmidt am :

Liebe Frau Rensmann, Ihre Empörung mag echt sein, aber Ihre Ausführungen zeigen, dass Sie sich mit dem Thema nur oberflächlich befasst haben. Hahnenköppen im Bergischen Land ist ähnlich wie das "Gänseköpfen" und andere Kirmes- und Erntebräuche eine uralte Tradition. Eine volkskundliche Dokumentation zu dem Thema fand vom 14.9. bis 19.10.1986 im Bergischen Museum auf Schloss Burg statt. Schon im Jahre 1984 hatte der RGA eine heftige Leserreaktion ausgelöst. Ich zitiere aus dem Heft 3 "Romerike Berge" vom September 1986: "Die historische Analyse des Wandels der jeweiligen Brauchgebundenheit des Hahnenschlagens macht die Intentionen seiner heutigen Trägergruppen deutlich. Für sie hat der Brauch die Funktion der Stabilisierung der Hofgemeinschaft. An die Stelle des alten sozialen Netzes der Nachbarschaft trat der Hahneköpperverein, in dem sie Identität fanden. Die Brauchübung innerhalb der Gemeinschaft muß also heute verstanden werden als heimat- und identitätsstiftender Akt". Übrigens ist das Hahnenköppen auch in Teilen der Eifel eine uralte Tradition und wird von Dorf- und Hofgemeinschaften gepflegt.

Hans Gerd Göbert am :

Liebe Frau Rensmann, Sie haben sicher Recht damit, dass Hahneköppen eine unappetittliche Sache Ist. Aber es hat Tradition, wohl noch viel mehr in Solingen. Klar, mir tut so ein Hahn auch leid. Aber er hatte mit Sicherheit ein schöneres Leben hinter sich als alle Masthähnchen dieser Erde. Ich denke, die Bilder von höchstens sechs Wochen alten Hähnchen, die mit dem Kopf nach unten an einem Messer vorbei geführt werden, dürften Ihnen auch geläufig sein. Für mich übrigens einer der Gründe, warum ich bis heute kein Geflügel gegessen habe. So sind z.B. auch die illegalen Rennen spätpubertärer Autofahrer, von Freitag- bis Sonntagabend, zwischen Trecknase und Hochstrasse, zu einer festen Tradition geworden. Dabei hat es bereits Tote gegeben, und diese Dinge bleiben sogar weitgehend ungestraft. Die Protagonisten werden das auch als schöne Freizeitbeschäftigung ansehen. Ebenso wie Killerspiele im TV. Deshalb würde ich den Ball im Fall des Hahneköppens vielleicht etwas flacher halten. Oder fahren Sie grundsätzlich auch nicht nach Spanien in Urlaub? Das wäre sehr konsequent.

Armin Gerhardts am :

Ich kann Frau Rensmann zur Sache nur zustimmen, und ihr Einwand bzgl. der Tradition wurde hier auch direkt unterfüttert. Tradition ist kein Wert an sich und sollte schon gar nicht als Rechtfertigung für eine Handlung herangezogen werden. "Das ist Tradition" ist eine Rechtfertigung der Sache aus sich selbst heraus, ein Zirkelschluß, der jede Rationalität vermissen lässt. Und die hier in den Kommentaren herangeführten Vergleiche sind mit "absurd" noch freundlich beschrieben. Die Tatsache, dass es noch schlimmer und dümmer geht, macht es nicht wirklich besser, oder? Ich habe mir als Kind übrigens beim jährlichen Sommerfest auf der Bökerhöhe das Spektakel auch immer angeschaut. In dem Bild hier sieht man ja auch, sind die Kinder vorne dabei. Rückwirkend muss ich konstatieren, dass die von Korn gestählten Recken, die über den Platz torkelten, nichts waren, auf was ich in Tradition bauen möchte. Eigentlich war es nur peinlich. Und wenn ich eine Horde alter Frauen zum Kreischen bringen will, reicht auch ein schmutziger Pfaffen-Witz.

Hans Gerd Göbert am :

Hallo, Herr Gerhardts, dass Sie Frau Rensmann in der Sache zustimmen, ist erfreulich. Haben Sie aber vielleicht Tradition mit Traditionalismus verwechselt, wenn Sie geradezu die Existenzberechtigung jeglicher Tradition infrage stellen? Wenn Sie früher die vom Korn gestählten Recken auf der Bökerhöhe über den Platz torkeln sahen, fanden Sie das peinlich. Sie würden bestimmt keinen Wert darauf legen, wenn ich hier Ihnen bekannte Personen benennen würde, die ich dort auch in der von Ihnen bezeichneten Form habe "wandern" sehen? Was soll das also, mit dem ehemaligen Verhalten auf der Bökerhöhe eine grundsätzliche Ablehnung von Tradition zu ver knüpfen? Und wenn Sie "eine Horde alter Frauen zum Kreischen bringen wollen" erzählen Sie einen Pfaffenwitz? Das finde ich, mit Verlaub gesagt, nun doch etwas weit unter der Gürtellinie. Meinen Sie etwa, damit Traditionen abschaffen zu können? Sie wissen, dass ich Ihre Kommentare schätze, aber heute muss ich mich fragen, was in Sie gefahren sein könnte. Hoffentlich lesen das keine älteren Damen vom Büchel und der Bökerhöhe.

Lutz E. Fassbender am :

Hallo Herr Göbert, ich kann ihnen hier nur zustimmen, Herr Gerhardts ist an Unsachlichkeit kaum zu übertreffen, schade.

Armin Gerhardts am :

Ach, Herr Göbert, lesen Sie meinen Beitrag doch noch mal, ganz in Ruhe. Ich habe überhaupt nichts gegen Tradition, ich habe nur etwas dagegen, etwas mit Tradition als Alleinstellungsmerkmal zu begründen, oder gute Gründe gegen etwas mit Tradition abzuwerten. Der Unterschied zwischen Tradition und Traditionalismus, verfolge ich hier die Kommentare, scheint fließend zu sein. Ich fand Hähneköppen auch nicht früher peinlich, sondern rückblickend. Deswegen schrieb ich bewusst "rückwirkend". Was die Korn gestählten Körper betrifft: Mir ist es nicht zu vermitteln, warum man jemanden abfüllt, um dann auf ein (totes) Tier einzuschlagen. Das ist mit Mittelalter, wie Frau Rensmann schrieb, ziemlich gut getroffen. Ich habe übrigens bewusst keine Namen genannt, auch wenn mir durchaus genug einfallen, vielleicht sogar nähere, als Sie denken. An wen Sie gerade dachten, würde mich brennend interessieren! (vielleicht per E-Mail) Und ich muss mich wundern: Die älteren Frauen der Bökerhöhe, zumindest zu meiner Zeit, waren für Pfaffenwitze nicht nur zu haben, sie kultivierten sie gerade zu! (Kegeln, Jakobi)

Lothar Kaiser am :

Gute Idee - ein E-Mail-Wechsel außerhalb des Waterbölles über gemeinsame Bekannte etc. aus alten Zeiten...

Hans Gerd Göbert am :

Dem Vorschlag kann ich mich gerne anschließen. Sonst verbrenne ich mir am Ende des Tages noch die Schnute. Aber zur Sache würde ich doch noch gerne etwas schreiben dürfen: "Als Alleinstellungsmerkmal (U.S.P) wird im Marketing und der Verkaufspsychologie das herausragende Leistungsmerkmal bezeichnet, mit dem man sich deutlich vom Wettbewerb abhebt. Synonym ist veritabler Kundenvorteil. Es sollte "verteidigungs- fähig" (daher der Bezug zum Hahneköppen?), zielgruppenorientiert und wirtschaftlich sein. " Tradition oder nicht? Quelle: Wikipedia

Armin Gerhardts am :

Sie sagen es, Herr Göbert. Man wird dem Hahneköppen gerne das Alleinstellungsmerkmal attestieren, dass es Tradition ist, wenn es darum ginge, es gegen etwas Freundlicheres zu ersetzen. Hier kam ja auch reflexartig die Tradition als Rechtfertigung, sogar mit dem Hinweis auf Schriftbeweise (als wolle man es anzweifeln). Noch ein wenig Futter für Google: Traditionsblindheit. Zu Herrn Faßbender: Ich lasse mir nicht meine Unsachlichkeit vorwerfen, wenn hier gleichzeitig "Ich bin ein Star, holt mich hier raus" in den Raum geworfen wird, Killerspiele im TV (was immer er damit meint) oder, noch schlimmer, der Eindruck erweckt wird, dass die illegalen Straßenrennen irgendwas kulturell Akzeptiertes dieser Zeit wären.

Lutz E. Faßbender am :

Liebe Frau Rensmann, es liegt in der Natur der Sache und erst Recht in der Natur der Meinungsfreiheit, und da bin ich sehr dankbar, dass wir diese heute in Deutschland haben, auch bei solchen Themen unterschiedlicher Meinung zu sein. Ich respektiere ihre Meinung, auch wenn ich sie nicht teilen kann. Es wäre jedoch schön, wenn man versucht, seine Meinung in der Weise zu vertreten, dass man andere nicht direkt oder indirekt angreift, auch das gehört zu den Spielregeln einer demokratischen Gesellschaft. Sie erwähnen einen nicht vorhandenen Nutzen, ok, aber bei einem Volk, dass sich stundenlang mit DSDS oder GZSZ oder "Holt mich hieraus, ich bin ein Star", usw. mit Rekordeinschaltquoten berieseln lässt oder bis spät in die Nacht Boxkämpfe anschaut, da sollte man die Frage nach dem Nutzen entweder pausenlos oder gar nicht stellen. Ich freue mich dennoch, auch ihre Meinung hier lesen zu können. Herzliche Grüße Lutz E. Faßbender; 2. Vorsitzender der Büchener Einigkeit und Mitglied im Hahnenclub

Jürgen Koball am :

Eigentlich wollte ich mich zu diesem Thema gar nicht zu Wort melden. Aber ich tue es dennoch. Tradition ist sicherlich zu bewahren und zu pflegen. Könnte der Hahn nicht aus Pappmaschee bestehen? Über die Sinnhaftigkeit, ob es ein sportlicher oder ein mit Geschicklichkeit verbundener Wettbewerb ist, habe ich wohlgemerkt meine Zweifel. Ich habe mir selbst mehrmals ein "Hahneköppen" in Solingen angesehen, weil ein Arbeitskollege dort Mitglied ist. Ich denke, es ist reine Glücksache, dem Hahn den Kopf abzuschlagen. Mein Vorschlag: liebe Leute, bewahrt Eure Tradition und ersetzt den Hahn durch Pappmaschee. So hätten wir die Kuh vom Eis.

Nicole Rensmann am :

Meine Herren! Mir war natürlich bewusst, dass ich hier unter Umständen eine Diskussion in Gang trete. Meine Meinung jedoch ist gesagt, und ich denke, nicht jeder muss immer für alles Verständnis zeigen. Ich bin eine durchaus tolerante Frau, aber bei manchen Verhaltensweisen, mögen Sie aus Tradition oder Dummheit (wobei das eine mit dem anderen nicht verknüpft sein muss) ausgeführt werden, fühle ich schlichtweg Entsetzen. In der Tat halte ich Tradition sogar für sehr, sehr wichtig, es gibt jedoch durchaus traditionelle Verhaltensweisen, die ich - für mein persönliches Empfinden - als abartig bezeichnen würde. Ich bitte um Nachsicht, wenn ich den Herrn des Vereins beleidigt haben sollte, aber ich bin ein emotionaler Mensch und bei solchen Bildern schüttelt es mich. Im Übrigen ist es mir relativ egal, wo diese Art der Tradition abgehalten wird, ich halte sie in jeder Stadt und in jedem Ort für unangemessen. Und nebenbei bin ich Pescetarier (Vegetarier, der Fisch, jedoch kein Fleisch ist) und das nicht nur wegen der Hühner. Den Vorschlag von Herrn Koball finde ich klasse! An Herrn Schmidt muss ich noch sagen: Nein, ich habe mich nicht mit dieser Sache beschäftigt, da gebe ich Ihnen vollkommen recht, aber das muss ich auch nicht, um zu sagen, dass ich das Köpfen eines Hahns aufgrund Belustigung der Zuschauer oder für ein Gefühl des Gewinnens nicht Gut heiße. Nur weil diese Tradition in vielen Städten durchgeführt wird, muss sie nicht gut sein. Nichts für ungut und herzliche Grüße, Nicole Rensmann

Chronist am :

Auf die Büchener Einigkeit folgte die Bücheler Einigkeit. Auch dieser Bescherungsverein hat einen neuen Hahnenkönig. Von den 15 Bewerbern war es schließlich Klaus Peter Mohr, der den entscheidenden Schlag mit dem Degen führte.

Chronist am :

Das war 2011. Neuer Regent der Büchener Einigkeit von 1886 ist in diesem Jahr Marcel Eckart (29), der schon einmal, 2007, Büchener Hahnenkönig war, der jüngste in der Geschichte des Vereins. Nach dem 86. Schlag war der Wettkampf zu seinen Gunsten beendet.

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