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"Alles unternehmen, um die Müngstener Brücke zu erhalten!"

Foto: Hubert Kaiser (1960)

Zur Sitzung des Rates am 14. Juli haben die Fraktionen von CDU, SPD, FDP, GRÜNE, W.i.R. und DIE LINKE den folgenden Beschluss vereinbart: „Die Verwaltung wird beauftragt, zusammen mit der Eigentümerin der Müngstener Brücke und in Abstimmung mit der Stadt Solingen die notwendigen Schritte einzuleiten, um die Anerkennung der Müngstener Brücke als Kulturdenkmal von nationaler Bedeutung und damit die Förderwürdigkeit im Rahmen des Programms ‚National wertvolle Kulturdenkmäler’ des Bundes zu erreichen.“

Die Müngstener Brücke sei nach dem Denkmalschutzgesetz des Landes Nordrhein-Westfalen als Baudenkmal anerkannt, heißt es in der Begründung des Antrages. Eine Anerkennung als Kulturdenkmal von nationaler Bedeutung durch den Beauftragten der Bundesregierung für Kultur und Medien und die damit verbundene Förderwürdigkeit im Rahmen des Programms „National wertvolle Kulturdenkmäler“ des Bundes wäre aber sehr viel weitergehender und würde die Möglichkeit finanzieller Zuschüsse an den Eigentümer (DB Netz AG) eröffnen. Zitat: „Bei der Müngstener Brücke handelt es sich um ein Bauwerk von besonderer Bedeutung sowohl aus technischer als auch aus historischer Sicht. Sie wurde als Projekt durch den Elberfelder Kreisbaurat Bormann in den 80er Jahren des 19. Jahrhundert ausgearbeitet und schließlich durch die Königliche Eisenbahndirektion Wuppertal gefördert. Zwei Gleise wurden zur Bewältigung des Verkehrsaufkommens erforderlich gehalten. 1880 beschloss der preußische Landtag den Bau der Brücke und stellte die Mittel bereit. Aus dem Wettbewerb für Planung und Bau der Brücke ging der Entwurf des Ingenieurs Anton von Rieppel von der Maschinenfabrik Augsburg-Nürnberg (MAN) als Sieger hervor.

Die Brücke wurde als Stahlfachwerk-Bogenbrücke in freiem Vorbau geplant und gebaut. Sie hat eine Gesamtlänge von 465 m, die größte Stützweite beträgt 170 m und die Höhe ist 107 m. Sie ist hinsichtlich der Konstruktion und Bauart als ein bedeutendes Bauwerk des 19.Jahrhunderts einzustufen und ist hinsichtlich der Ingenieurleistung und der Montage durchaus in die gleiche Klasse einzuordnen wie der Eiffelturm. Aus bautechnischer Sicht haben Planung und Bau der Brücke einen wesentlichen Beitrag – vielleicht den entscheidenden Beitrag - auf dem Gebiet des Freivorbaus von Brücken geleistet. Diese Technik, die zur Bauzeit weitgehend unbekannt war, beeinflusste spätere Brückenbauwerke im In- und Ausland und ist heute Standard im Brückenbau. Die Müngstener Brücke ist ein hervorragendes Ingenieurbauwerk des 19. Jahrhunderts. Sie gilt auch heute noch als ein hervorragendes Beispiel für die Einbindung eines technischen Bauwerks in die natürliche Landschaft. Mit den Bemühungen, die Müngstener Brücke in das Programm „National wertvolle Kulturdenkmäler“ des Bundes aufnehmen zu können, sollen keinesfalls die laufenden Gespräche mit den jeweils zuständigen Stellen bezüglich des Erhalts und der Sanierung der Brücke ersetzt werden. Es sollte jedoch sowohl auf verkehrspolitischer als auch auf kulturpolitischer Ebene alles unternommen werden, um die Brücke sowohl als voll funktionierende Verkehrsverbindung wie auch als hervorragendes Kulturdenkmal und Tourismusmagnet zu erhalten.“

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Kommentare

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Chronist am :

Wie zu erwarten war, wurde der Antrag gestern im Rat einstimmig angenommen. Ob die Müngstener Brücke Weltkulturerbe werde oder nicht, entscheide sich wahrscheinlich erst 2015, sagte die Oberbürgermeisterin.

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