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"Straße Osterbusch zu Weihnachten neu und breiter!"

Foto: Lothar Kaiser.

Osterbusch: Kein Ende der Straßensperrung abzusehen“, titelte der Waterbölles am 8. September 2010. Nun endlich kommt Bewegung in die Angelegenheit: Gestern unterzeichnete Bezirksbürgermeister Otto Mähler (SPD) nach einer Ortsbesichtigung eine Eilentscheidung, die sich morgen auf der Tagesordnung des Rates wiederfinden wird. Denn nur, wenn der Rat in seiner letzten Sitzung vor der Sommerpause drei Fluchtlinienpläne für das Gebiet Osterbusch und Stachelhauser Straße, Papenberger und Stachelhauser Straße sowie Osterbusch, Blumentalstraße und Lobach ändert, könnte es Bauingenieur Roger Nebelo gelingen, bis Weihnachten dort eine bis zu 6,50 Meter hohe und im ein Meter tiefen Fundament 4,5 Meter breite Gabionenmauer errichten zu lassen, sieben Meter von der einsturzgefährdeten Backsteinmauer der Firma Thyssen Krupp Real Estate GmbH entfernt (Foto rechts: Die alte und die neue Mauer als Skizze). Die Firma hatte im August 2009 die ebenfalls einsturzgefährdete "Halle Osterbusch" gut 20 Meter oberhalb der gleichnamigen Straße abreißen lassen. Seitdem ist der gesamte Straßenabschnitt Osterbusch 14 bis 24 und die Einmündung Walkürenstraße für den Fahrzeugverkehr gesperrt – sehr zum Ärger der Anwohner, wie gestern bei der Ortsbesichtigung durch die Bezirksvertretung Alt-Remscheid deutlich wurde.

Foto: Lothar Kaiser.

Hans-Otto Heming vom Fachdienst Straßen und Brückenbau verwies auf langwierige und schwierige Verhandlungen mit Thyssen Krupp. Zunächst sei eine elf Meter hohe Betonwand direkt vor der alten Mauer geplant gewesen. Doch schließlich habe man sich dagegen entschieden, weil die Gefahr, dass die Verankerungen der neuen Mauer mit der alten und dem dahinter liegenden Gestein sich eines Tages lockern könnten, nicht habe ausgeschlossen werden können. Otto Mähler und Alexander Ernst (W.i.R.) kritisierten gleichwohl die mangelnde Informationsbereitschaft der Verwaltung seit Sperrung der Straße. Mähler berichtete sogar von einem internen Vermerk der Verwaltung, wonach auf eine Pressemitteilung ausdrücklich verzichtet werden sollte: „Eine derartige Informationspolitik verwundert und enttäuscht mich! Die Bürger haben ein Anrecht zu erfahren, was hier wann geschieht!“

Der Bauverwaltung liegt inzwischen der Antrag der Firma auf Bau einer Gabionenmauer vor. Gabionen sind mit Steinen gefüllte Drahtkörbe – in Remscheid am Hauptbahnhof und in der Haddenbach zu besichtigen. Bei dieser so genannten Schwergewichtsmauer (standsicher allein aufgrund ihres Gewichtes) handele es sich in diesem Fall um die technisch und wirtschaftlich beste Lösung, bestätigte gestern Ronald Paas, bei Thyssen Krupp Gruppenleiter technisches Management. Und Roger Nebelo, Bauleiter Tiefbau bei der Heinrich Walter Bau GmbH aus Borken ergänzte, auch städtebaulich habe diese Lösung Vorteile, da die Wand durch die Gabionen ansprechender gestaltet und niedriger ausgeführt werden könne als eine Betonvorsatzmauer. So soll sie im rechten Teil eine Höhe von drei Metern bekommen, im linken Teil (am steilen Straßenabschnitt) lediglich von 30 Zentimetern. Beim treppenartige Anstieg bis auf 6,50 Meter sich Absperrgitter eingeplant, um gefährliche Kletterpartien auszuschließen.

Foto: Lothar Kaiser.Die Entwässerungsverhältnisse an der alten Mauer sind kompliziert (Hangwasser, Brunnen und unterirdische Gewässerverläufe). Geplant ist, das saubere (Quell-)Wasser zunächst durch eine Rohrleitung und später offen in den im Tal fließenden Lobach einzuspeisen.

Die Bautiefe der Schwergewichtsmauer von bis zu 4,50 Metern und der Abstand zur alten Backsteinmauer von bis zu sieben Metern (siehe Plan links) macht es erforderlich, die Straße Osterbusch talwärts zu verschieben. Das Gelände befindet sich im Besitz von Thyssen Krupp bzw. der Stadt. Durch das Bauvorhaben würden der Stadt „keinerlei Kosten entstehen“, sagte Hans-Otto Heming gestern auf Fragen von BV-Mitgliedern. Und deshalb brauchen die Anlieger auch keine Erschließungsbeiträge befürchten. Die Firma hatte sich bereit erklärt, die Straße in der neuen Form auf eigene Kosten herzustellen und nach Fertigstellung an die Stadt Remscheid zu übergeben. Roger Nebelo: „Die Straße wird neu und breiter!“ Und weil der geplante Straßenausbau von den in den rechtkräftigen Fluchtlinienplänen festgesetzten Straßenbegrenzungslinien abweicht, muss der Rat der Stadt heute einen „Mehr- und Minderausbaubeschluss gem. §125 (3) BauGB“ fassen. Bauleiter Nebelo gestern zuversichtlich: „Wenn alles klappt, kann ich zu Weihnachten auf der neuen Mauer einen Tannenbaum aufstellen!“

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Waterbölles am : Gabionenmauer steht und Straße kurz vor der Freigabe

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„Straße Osterbusch zu Weihnachten neu und breiter“, titelte der Waterbölles am 13. Juli 2011. Doch da hatten die Beteiligten den Mund etwas zu voll genommen. Erst jetzt ist es – bald – soweit: Die neue Gabionenmauer ist samt Schutzzaun auf der Mauerkron

Kommentare

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ThyssenKrupp AG am :

Sobald die Stadt Remscheid die Baugenehmigung erteilt hat, wird ThyssenKrupp als Grundstückseigentümer mit der Sicherungsmaßnahme beginnen. Bis zum Ende der Baumaßnahme wird es jedoch aus Sicherheitsgründen notwendig bleiben, dass die Straße Osterbusch bis zur Bestätigung der Standsicherheit und Freigabe durch einen Statiker gesperrt bleiben muss.

Hans Georg Müller am :

Eine Gabionenmauer würde der Gebirgsstelze,die ja in den Nischen der alten Mauer nistete,wohl auch wieder Heimat geben. Bitte für sie kleine Nischen offen lassen!Auch ein offener Zulauf zum nahen Bach wäre gut.

Klaus Kowakowski am :

Und so standen sie dann am 12. Juli 2011 an der Mauer auf Osterbusch und ergaben sich in ernsthaften Betrachtungen über Unzulänglichkeiten im Zusammenspiel von Immobilienbesitz, Stadtverwaltung und Kommunalpolitk. Immerhin mangelte es nicht an Absichtserklärungen. Bauanträge sollen schnell und unbürokratisch von Verwaltung und Politik zum Abschluß gebracht werden und die Bauleitung sagte vage eine endgültige Fertigstellung von Mauer und Straße bis zum Jahresende 2011 zu. Allerdings sind Restrisiken nicht auszuschließen. So ist zum Beispiel die Gabionenmauer (in Drahtkörben lose aufgeschüttes Steinzeug) mit 6,5 Meter ungewöhnlich hoch und vielfach wird selbst bei niedrigeren Ausführungen Gewähr für statischen Aufbau versagt. Das führt zur Fragen, warum überhaupt Gabionenmauer, warum wurde beim vorhandenen Mauerwerk von 1904 die stabilisierende Mauerkrone im seitlichen Bereichen abgetragen, warum nicht einen anerkannten Betonbauer mit Sanierung der vorhandenen Gewerke beauftragen, die in vier Wochen abzuschließen wäre? Kommt hier als Ersatz für zwei Jahre geistiger Windstille falsche operative Hektik zum Einsatz?

Chronist am :

An die Bezirksvertretung Alt-Remscheid richtete Klaus Kowakowski gestern die Bürgeranfrage, ob die Verwaltung nicht durch finanzielle Auflagen die Bauarbeiten an der Straße „Im Osterbusch“ und der Trasse des Werkzeugs an der Honsberger Straße (Trafo-Umbau von EWR und RWE) beschleunigen könne, damit beide Bereiche bis März nächsten Jahres wieder passierbar seien. Hans-Otto Heming vom Fachdienst Straßen und Brückenbau machte da keine Hoffnungen: Die neue Stützmauer werde wohl erst Mitte 2012 fertig; die Bauausführung könne die Verwaltung zeitlich nicht beeinflussen. Das sahen die Kommunalpolitiker nicht anders. Gleichwohl zeigte sich Bezirksbürgermeister Otto Mähler enttäuscht, dass ThyssenKrupp seine Zusage nicht einhalten könne, die Stützmauer werde bis Weihnachten fertig sein. Die Trasse ist nun schon seit mehr als einem Jahr durch die Umbauarbeiten der Energieunternehmen unterbrochen. Aus Entschädigung dafür wünschte sich Kowakowski von der EWR einen „Bürgerbegegnungsplatz“ nahe dem alten Tankwagen der Fa. Frantzen und zwei neue Kastanien an gleicher Stelle.

Norbert Stippekohl (CDU) am :

Die bereits für 2011 zugesagte Fertigstellung der Stützmauer konnte bisher noch nicht realisiert werden. Die betroffenen Bürgerinnen und Bürger interessiert, wann mit der Fertigstellung der begonnenen Baumaßnahmen sowie der Erstellung des neuen Straßenverlaufs zu rechnen ist.

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