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Diskussion um Steylars-Papier hat sich versachlicht

Angemessener als zuvor Hans Peter Meinecke (SPD) im Schulausschuss ging am Dienstag im Sozialausschuss Alexander Pehn (CDU) mit der Verwaltungsvorlage über die Probleme von Mädchen aus moslemischen Migrantenfamilien um, auf die Lehrerinnen die städtische Gleichstellungsbeauftragte Christel Steylaers aufmerksam gemacht hatten. „Wir können diese Probleme als Politiker nicht hinnehmen sind aufgerufen, etwas zu tun“, war seine klare Ansage. Der Sozialausschuss war der letzte von mehreren städtischen Ausschüssen, die sich seit Anfang November mit dem Papier befassten, in dem die Gleichstellungsbeauftragte u.a. fordert, das Selbsthilfepotential der moslemischen Frauen und Mädchen stadtteilbezogen weiter zu stärken. Denn bisherige sozialarbeiterische Ansätze erreichten diese nur unzureichend und in Einzelfällen. Wie diese Hilfsangebote aussehen sollen, soll eine Fachtagung klären, die für den 7. bis 23. März kommenden Jahres terminiert ist.

Die guten Vorschläge im Papier von Christel Steylars seien dabei sicher sehr hilfreich, lobte Brigitte Neff-Wetzel (SPD). Sie wünschte sich, dass die von Steylaers angesprochenen Probleme von der Politik offen und fair behandelt würden. Dass darüber gesprochen werden müsse, war für Erden Ankay Nachtwein (sie konnte mit Zustimmung des Ausschusses als Zuhörerin das Wort ergreifen) außer Zweifel. Allerdings sollte nicht über, sondern mit den Migrantinnen gesprochen werden.

Dabei wird die Remscheider Politik um eine Diskussion von – strafrechtlich relevanten – Zwangsverheiratungen türkischer Mädchen nicht herum kommen. Zwar konnte die Gleichstellungsbeauftragte hier keine genauen Zahlen nennen. Doch sie wisse von Sozialarbeitern und Lehrerinnen, dass Mädchen aus Migrantenfamilien diesbezüglich immer wieder Hilfsangebote nachfragten. Im Übrigen sei die Grenze zwischen Zwangsverheiratungen und „arrangierten“ Ehen durchaus fließend. Ramazan Dalgali, für die SPD als sachkundiger Bürger im Ausschuss, betonte, eine Zwangsverheiratung sei schon eine zuviel. Doch dabei handele es sich um kein religiöses, sondern um ein kulturelles Problem.

In der Vorlage wird die Zusammenarbeit mit islamischen Vereinen als problematisch bezeichnet. Zwingend erforderlich für eine Zusammenarbeit sei deren Bereitschaft zum offenen Dialog. Angelika Heinzel (W.I.R.) sah das ähnlich: „Integration bedeutet, soziale Nähe zuzulassen!“ Die Migrantenvereine sollten nicht die alleinigen Ansprechpartner sein. Schließlich gebe es viele Migranten/-innen, die gar nicht organisiert seien, forderte Ankay-Nachtwein. Ausschussvorsitzender Norbert Schmitz stimmte zu: „Es geht nicht um große Politik oder um Religion; es geht um ganz konkrete Ängste und Anliegen von Schülerinnen!“

Die Vorlage beschreibe „Phänomene (Anm.: darunter das überhöhte männliche Rollenverständnis bei männlichen Jugendli­chen), die bisher wenig benannt worden sind in Remscheid“, sagte die Gleichstellungsbeauftragte. Als Pauschalverurteilung des Islam sei das Papier keineswegs zu verstehen. Steylaers räumte ein, dass der Titel („Probleme mit politischem Islamismus in Remscheid aus Gleichstellungssicht“) treffender hätte sein können. Sie reagierte damit auf die Forderung des „grünen“ Harald Sellner, den Titel zu ändern in „Situation von Migrantinnen aus Gleichstellungssicht“. Ein „Nebenkriegsschauplatz“, der zum Glück schnell wieder verlassen wurde, nachdem Sozialdezernent Burkhard Mast-Weisz („Der Titel passt in der Tat nicht zu den Inhalten“) sich zuversichtlich gezeigt hatte, dass diese in die politische Arbeit des kommenden Jahres einfließen werden. Den Auftakt macht die Fachtagung im März.

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