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Hohenhagen: 1972 wurde der Flugbetrieb eingestellt

Der „Hans-Bertram-Weg“ und die Straße „Am alten Flugplatz“ auf dem Hohenhagen erinnern an Zeiten, da war nicht der große Kinderspiel- und Bolzplatz gleich nebenan  d e r  Anziehungspunkt für Jung und Alt, sondern es war der Flugplatz, der sich über die gesamte Anhöhe erstreckte, von der Hohenhagener Straße bei Edscha bis zum heutigen Ev. Gemeindezentrum an der Eschenstraße. Der am 26. Februar 1906 in Remscheid geborene Hans-Karl Bertram, Sohn eines Gastwirts aus der Salemstraße/Nordstraße, soll in den 1920er Jahren, als er zuerst in Hamburg und danach in München Flugunterricht nahm und die Kunstfliegerprüfung ablegte, als einer der Ersten einen Flugplatz auf dem Hohenhagen gefordert haben. (Bertrams schillernder Lebenslauf als Pilot, Schriftsteller und Regisseur  ist bei Wikipedia nachzulesen).

Zu den ersten Segelfliegern in Remscheid kurz nach dem 1. Weltkrieg gehörten Heinz Klein und  Max Brück. Um 1924 entstand der Flugplatz auf dem Hohenhagen (Foto links). Als nach dem Zweiten Weltkrieg die Alliierten die Fliegerei verboten hatten, trafen sich die begeisterten Luftsportler dennoch weiterhin im Lokal Breidenbach auf dem Hohenhagen. Und gingen mit dem selbstgebauten "Schulgleiter 38 - Tü Pitter" in die Lüfte, kaum war das 1950/51 wieder erlaubt. Die Gründung des Luftsportclubs Remscheid ließ nicht lange auf sich warten. Am 11. November 1950 war es soweit, und kurz darauf folgte der zweite Segelflieger "Tü Pitter II", ein Doppelsitzer (für Lehrer und Schüler). Gestartet und gelandet wurde auf dem kleinen Flugplatz in der Hildener Heide. 

Der Motor- und Segelflugbetrieb auf dem Hohenhagen wurde erst 1958 wieder zugelassen. Er lockte in den Folgejahren insbesondere an schönen Wochenenden viele Schaulustige aus Remscheid und Umgebung an. Zumal dem Luftsportclub Remscheid auch Flieger aus Wuppertal, Solingen, Wipperfürth, Bergisch Gladbach und Wermelskirchen beitraten. Nicht alle kamen so heil wieder herunter, wie sie gestartet waren. Auch tödliche Abstürze (zum einen, weil die Technik noch nicht so weit fortgeschritten war, zum anderen, weil die Begeisterung größer war als das fliegerische Können) waren zu verzeichnen (Foto unten rechts), darunter der des Lebensmittelhändlers Sersch aus dem Steinberg (wie hieß er noch gleich mit Vornamen?)  – und wurden von den Schaulustigen schaudernd fotografiert. Auch ein Rentner kam zu Tode, als eine Cessna über die Startbahn Richtung Stadtzentrum hinausschoss und ihn auf einer Bank traf. 1972 wurde der Flugbetrieb auf dem Hohenhagen eingestellt. Somit wurde der Flugplatz Remscheid nach dem Zweiten Weltkrieg gerade mal 14 Jahre alt.

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Kommentare

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Hans Kadereit am :

Der Steinberger Flieger hieß Werner Sersch.

Hans Georg Müller am :

Mit Herrn Plätzer, in einer Piper, bin ich über die Rumpelpiste gegen den Stadtkegel von Remscheid gestartet.15 Minuten Rundflug für zehn Mark, glaube ich mich zu erinnern. Den Stadtkegel wieder hinter uns, kippte der " Vogel" über die Tragfläche runter zur Landung und mir war schlecht. Aber die erste Flugerfahrung war gemacht und im Nachhinein wunderschön, "dat lieve Remsched" von oben gesehen zu haben.

Chronist am :

Heute vor 80 Jahren musste Hans Bertram auf seinem Flug um die Welt im australischen Outback lotlanden.

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