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Fehlentwicklungen in der Landschaft entgegenwirken

Um eine nachhaltige Flächennutzung in der Industriestadt Remscheid ging es gestern Mittag Gabriele Lipka, der Vorsitzenden des städtischen Landschaftsbeirates, in einer Pressekonferenz im Rathaus. Der Landschaftsbeirat ist in allen Angelegenheiten des Naturschutzes und der Landschaftspflege der Stadt beratend tätig. Dabei arbeite er ohne einem übergeordneten Gremium unterstellt zu sein – vertrauensvoll mit der unteren Landschaftsbehörde zusammen, so Lipka. Die nachhaltige Entwicklung der Industriestadt Remscheid berge Konfliktpotenzial. Hier komme es sehr auf einen in Offenheit und Vertrauen geführten Dialog an zwischen den Nutzern der Flächen und den Naturschützern. Hierzu wolle der Landschaftsbeirat mit seiner beratenden Tätigkeit gerne beitragen. Mit der Agenda 21 der Vereinten Nationen 1992 in Rio de Janeiro verpflichtet sich die Bundesrepublik eine nachhaltige Entwicklung im Flächenverbrauch zu fördern. NRW hat sich das Ziel gesetzt den heutigen Bedarf von 11,5 ha pro Tag bis 2020 auf 5 ha bis 2050 auf 0 ha zu reduzieren. Dies sollte in das anstehende Regionalplanungsverfahren einfließen, so die Vorsitzende des Landschaftsbeirates. Das Ziel sei zu erreichen durch:

  • Rückbau oder Umbau von nicht genutzten Gebäuden
  • Entsiegelungsmaßnahmen.

Maßnahmen im Naturschutz:

  • Ausgleich auch in der Innenstadt durch Kleinbiotope (Baumschutz, Rasenflächen als Blumenwiesen entwickeln)
  • Entwicklung von Pufferzonen zu Naturschutzgebieten
  • Festschreibung der Naturschutzmaßnahmen in Baugenehmigungen
  • natürliche Kreisläufe in baulichen Gegebenheiten fördern (z. B. Nistmöglichkeiten für Vögel, Schlafquartiere für Fledermäuse, Insektenhotels, Dachbegrünung).
  • Die Gesundheit des Menschen ist von funktionierenden Naturkreisläufen abhängig. Besucherlenkung in sensiblen Gebieten ist zum gegenseitigen Schutz von Nöten.
  • Lebensraum Wasser fördern und schützen.

Die Mitglieder des Landschaftsbeirates sind von den Verbänden beauftragt und vom Rat der Stadt gewählt. Das Gremium besteht es zu etwa gleichen Teilen aus dem Naturnutzern und -schützern: Rheinischer Landwirtschaftsverband (RLV), Landesgemeinschaft Naturschutz und Umwelt – LNU,  (Berg. Naturschutzverein, Sauerländischer Gebirgsverein, Schutzgemeinschaft Deutscher Wald e.V),  Waldbauern NW, Naturschutzbund Deutschland (NABU), Landesverband Gartenbau, Bund für Umwelt und Naturschutz Deutschland (BUND), Landesjagdverband NW, Fischereiverband NW, Imkerverband Rheinland e.V. und LandesSportBund NW e.V. Das Gremium ist berechtigt (und verpflichtet):

  • Vorschläge und Anregungen in allen Angelegenheiten des Naturschutzes und der Landschaftspflege von örtlicher Bedeutung der Stadt zu unterbreiten, im Innenstadt wie im Außenbereich,
  • Fehlentwicklungen in der Landschaft entgegenzuwirken und
  • der Öffentlichkeit Absichten und Ziele von Landschaftspflege und Naturschutz zu unterbreiten.

Im vergangenen Jahr wurden neben dem „Tagesgeschäft“ – das sind laufende Befreiungsverfahren und die Begleitung der Bauleitplanung – in den Sitzungen u. a. auch  die Entwicklung von Wald und Forst unter Gesichtspunkten des Klimaschutzes, das Naturschutzfachliche Bewertungsverfahren, das Arbeitsprogramm und das Programm der Biologischen Station Mittlere Wupper behandelt. In Vorbereitung sind „Erneuerbare Energien und deren Auswirkung auf Natur und Landschaft“, die Neuaufstellung der Regionalplanes und dessen Bedeutung für die Landschaftsentwicklung und das Thema „Flächenentsiegelung/-verbrauch“. Auch mit Tourismus/Freizeitwirtschaft und deren Verträglichkeit mit der Natur will sich der Beirat demnächst beschäftigen, ferner mit „Konfliktlösungsansätzen der Hobbytierführung in der freien Landschaft“.  

Die Flächennutzung in Remscheid (Stand 2009):

Agrarflächen                                        

23,70%

Waldflächen                                        

30,80%

Erholungsfläche, Sport-, Grünfläche               

04,50%

Wasser                                             

01,60%

Siedlungsfläche                                  

29,00%

Verkehrsfläche                                   

09,40%

Unter Naturschutz                                

09,60%

Unter Landschaftsschutz                 

50,00%

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