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Rettungsdienst muss ohne Dr. Klaus Westhof auskommen

Das Sana-Klinikum ist jetzt als Regionales Traumazentrum zugelassen worden. Da war auch die enge Kooperation mit Feuerwehr bzw. Rettungsdienst gefragt. Von li. n. re. Ulrich Schnell (Leiter Rettungsdienst der Feuerwehr Remscheid), Dr. Klaus Westhof (Notarzt der Stadt Remscheid), Susanne Atug (Funktionsoberärztin der Klinik für Orthopädie und Unfallchirurgie), Chefarzt Dr. Jan Krolczyk und Dr. Christopher Rose (Ärztlicher Leiter Rettungsdienst)„Die Überlebenschancen eines Unfallopfers hängen entscheidend von der Qualität und Schnelligkeit der medizinischen Versorgung ab“, hieß es am 24. Februar im Waterbölles in einer Pressemitteilung des Sana-Klinikums. Darin wurde mitgeteilt, dass die Klinik zu dem Trauma-Netzwerk gehöre, durch das die Schwerverletztenversorgung im Großraum Köln optimiert werden solle. Denn: „Nach wie vor ist eine schwere Verletzung nach Verkehrs-, Arbeits- oder häuslichem Unfall die häufigste Todesursache bei Menschen unter 45 Jahren.“ Eine enge Abstimmung mit Feuerwehr und Rettungsdienst sei dabei unabdingbar. Ein Foto zeigte damals die Protagonisten dieses Netzwerkes: Ulrich Schnell (Leiter Rettungsdienst der Feuerwehr Remscheid), Dr. Klaus Westhof (Notarzt der Stadt Remscheid), Susanne Atug (Funktionsoberärztin der Klinik für Orthopädie und Unfallchirurgie), Chefarzt Dr. Jan Krolczyk und Dr. Christopher Rose (Ärztlicher Leiter Rettungsdienst). So positiv wie vor zweieinhalb Wochen kann die Organisation des Rettungsdienstes in Remscheid inzwischen nicht mehr dargestellt werden:

Das Trauma-Netzwerk, das es sich zum Ziel gesetzt hat, eine flächendeckende, best- und schnellstmögliche Versorgung aller schwerverletzten Personen rund um die Uhr zu ermöglichen, hat in Remscheid inzwischen ein Problem. Dr. med. Klaus Westhof (63), Urologe in Lüttringhausen, kann derzeit keine Notarzteinsätze mehr fahren. In Remscheid nicht und auch nicht in Wuppertal. Bei seinem letzten Einsatz ist er im Helios-Krankenhaus in Barmen nach einem Riss in einer Gefäßwand zusammengebrochen (Aneurysma verum). Er überlebte nur, weil andere Ärzte sofort Hilfe leisten konnten. Inzwischen befindet sich Dr. Westhof, der als Notarzt im Städtedreieck bekannt, beliebt und unermüdlich unterwegs war, zum Glück auf dem Weg der Besserung. An weitere – mit Stress verbundene – Notarzteinsätze ist jedoch derzeit (und wahrscheinlich auf Dauer) nicht zu denken. Und damit stehen Dr. Christopher Rose, der in Remscheid den Einsatzplan des Ärztlichen Notdienstes führt, und Ulrich Schnell (der Chef des Feuerwehrrettungsdienstes) vor einem Problem: Wer kann und will für Dr. Westhof in die Bresche springen?

Nach Informationen des Waterbölles ist es nach dem Ausfall von Dr. Westhof schon zweimal vorgekommen, dass in Remscheid bei einem schweren Unfall kein Notarzt greifbar war und erst aus Köln mit einem Rettungshubschrauber eingeflogen werden musste. Denn natürlich kann es passieren, dass der an der Feuerwehrleitstelle rund um die Uhr stationierte Notarzt schon zu einem Unfall gerufen worden ist, wenn ein zweiter Notarzt-Einsatz erforderlich wird. Das kommt relativ häufig vor, und dann war für die Einsatzleiter des Rettungsdienstes jedes Mal Dr. Westhof die „Dauer-Rufbereitschaft“. Er nutzte seinen eigenen Wagen für die Rettungsfahrten (der BMW war längst stadtbekannt).

Nunmehr muss die „eiserne Reserve“ neu organisiert werden. Denn der Vertrag zwischen der Stadt Remscheid und dem Sana-Klinikum regelt nur den 24-Stunden-Dienst in der Leitstelle, nicht den „Springerdienst“, den Westhof gerne und zur Zufriedenheit aller Beteiligten übernahm. Der Vertrag verpflichtet das Sana-Klinikum, täglich einen Notarzt zu stellen. Rund 30 Ärzte von Sana wechseln sich in diesem Dienst ab, eingeteilt von Dr. Christopher Rose. Der „Springerdienst“ ist nicht vertraglich geregelt. Doch ohne ihn kommt Ulrich Schnell vom Rettungsdienst der Feuerwehr nicht aus, will er nicht auf Notärzte umliegender Städte – so denn überhaupt möglich – oder die Rettungshubschrauber in Köln, Duisburg oder Lünen zurückgreifen.

Dass der „Springerdienst“, wenn alles seine Ordnung haben soll, künftig von fünf Ärzten im Wechsel übernommen werden muss, scheint zwischen den Beteiligten unstrittig zu sein. Für die Stadt Remscheid ergibt sich daraus ein finanzieller Kraftakt. Entweder muss der Vertrag mit Sana verändert werden, oder mit einzelnen Ärzten oder einer Ärzte-Gemeinschaft muss ein zweiter Vertrag abgeschlossen werden. Unter Umständen ist auch die Anschaffung eines zweiten Notarztwagens erforderlich. Mit anderen Worten: Durch das Ausscheiden von Dr. Klaus Westhof aus dem bisherigen Einsatzsystem hat sich eine große Lücke aufgetan. Sie zu schließen wird den Rettungsdienst der Stadt Remscheid verteuern.

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Chronist am :

„Aufgrund einer akuten Erkrankung des 2. Notarztes ist die notärztliche Versorgung im Rettungsdienst der Stadt Remscheid nicht mehr umfassend sichergestellt. Zunächst wurde die fehlende Notarztversorgung durch den vermehrten Einsatz der Notärzte aus den Nachbarstädten sowie Inanspruchnahme des RTH Christoph 3 aufgefangen. Für die Zeit vom 13.7.2011 bis einschließlich 19.8.2011 konnte kurzfristig eine vertraglichen Vereinbarung mit dem Sana Klinikum getroffen werden. (…) Ab 20.8.2011 muss für die notärztliche Versorgung … eine andere Lösung gefunden werden. Der Rettungsdienst für das Stadtgebiet Remscheid kann nur mit dem Einsatz eines 2. Notarztes im 24-Stunden-Dienst an 365 Tagen im Jahr sichergestellt werden. Da wegen der Kürze der Zeit eine Ausschreibung nicht durchgeführt werden kann, wurde Kontakt mit entsprechenden Anbietern aufgenommen. Daraufhin wurden Angebote von zwei Anbietern mit folgendem Ergebnis vorgelegt: Angebot 1 - 407.213,00 €; • Angebot 2 - 553.897,70 €. (…) Wegen des günstigeren Preises wird der Fachdienst 1.37 mit dem Anbieter zu 1 einen Gestellungsvertrag für den 2. Notarzt abschließen. Der Vertrag soll am 20.08.2011 beginnen und wird bis 31.12.2011 befristet. (…) Im Sachkostenbudget des FD 1.37 ist ein Betrag von 125.000 € für … den 2. Notarzt enthalten. Hiervon wurden für … den bisherigen 2. Notarzt 50.125 € ausgegeben und für die zu erwartenden Zahlungen für die befristete Übergangslösung rd. 22.000 € reserviert. Der zurzeit noch zur Verfügung stehende Restbetrag in Höhe von 53.875 € reicht nicht aus, die vertragliche Verpflichtung bis zum Jahresende abzudecken. Nach dem Angebot ist von einer Zahlung in Höhe von rd. 34.000 € monatlich auszugehen; für den Zeitraum vom 20.8.2011 bis 31.12.2011 sind insgesamt rd. 150.000 € zu zahlen. Der FD 1.37 benötigt somit für die notwendige vertraglich Vereinbarung zusätzliche Haushaltsmittel in Höhe von 100.000 €. Die Mehrkosten …sind … überplanmäßig bereitzustellen.“ (aus einer Verwaltungsvorlage für die morgige Ratssitzung zur Begründung einer Dringlichkeitsentscheidung der Oberbürgermeisterin vom 2. August)

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