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RS gegen Ende des 19. Jahrhunderts: Talsperre

Die ereignisreichen 1880er Jahre brachten unter Bür­germeister Ludwig von Bohlen aber nicht nur so idealistische Manifestationen der Liebe zum Bergischen Land wie den be­ginnenden Wiederaufbau des zerstörten Schlosses an der Wupper. Es gab auch technische Taten, auf die Remscheider späterer Generationen stolz sein konnten: so etwa den Bau der Eschbachtalsperre. 1881 begann man in Remscheid, des­sen Einwohnerzahl auf 30.000 angestiegen war, mit der Er­richtung eines Wasserwerks. 1884 konnte es seinen Betrieb aufnehmen, 1885 schon musste es erweitert werden. 1888 bewilligte der Remscheider Stadtrat 643.000 Mark für den Bau einer Talsperre. Die chemische und bakteriologische Unter­suchung des zu sperrenden Eschbaches fiel gut aus. Das Niederschlagsgebiet von 4,5 Quadratkilometern bestand — und besteht bis heute — aus Wald und Wiesen und bot auch von daher günstige Voraussetzungen. Schließlich galt Rem­scheid von jeher als „Regenloch" mit einer Niederschlagsmenge, die doppelt so hoch war (und ist) wie die im ganzen Land: 1260 mm im Jahr. In einem späteren Lied auf die Stadt heißt es darum auch: „In Remscheid kommt, wer auf sich hält, schon mit dem Regenschirm zu Welt."

Nun konnten die Talsperrenplaner aber nicht einfach den Esch­bach absperren und sein gesamtes Wasser umleiten. Wegen der weiter unterhalb gelegenen Wasserkraftbetriebe musste sich die Stadt verpflichten, zwischen 7 Uhr und 19 Uhr täglich 6.000 Kubikmeter Wasser abzulassen, 4.500 cbm durften für die Was­serversorgung der Bevölkerung entnommen werden. Für den Bau der Talsperre wurde der bekannte Fachmann Professor Intze von der TH Aachen gewonnen. Der Stau­weiher, so das damalige Wort für Talsperre, sollte eine Million Kubikmeter Wasser fassen, eine Oberfläche von 134.000 Quadratmetern und eine größte Tiefe von 17 Metern haben. Die Sperrmauer wurde bei einer Stärke von 15 Metern am Grunde, einer Höhe von 25 Metern und einer Kronenbreite von vier Metern als Kreisbogen angelegt, zur Verstärkung der Sicherheit. Die erste deutsche Talsperre dieser Art wurde ein Meisterwerk. Zur Festigkeit hatte der devonische Tonschiefer im Untergrund nicht wenig beigetragen.  (aus: „Remscheid so wie es war“, von Dr. Gerd Courts, erschienen 1974 im Droste Verlag.)

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Dr. Wilhelm R. Schmidt am :

In der WDR-Mediathek ist ein Film abrufbar, der z.T. im Lenneper Tuchmuseum und im Wülfingmuseum Dahlerau gedreht wurde: „Wie die Talsperren in Bergische Land kamen“. (http://tinyurl.com/bm6dhbn)

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