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Hochkultur bleibt eine Chance, wenn sich Sponsoren finden

Waterbölles-Kommentar

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Lothar Kaiser. Foto:privat

Schön, wenn eine Stadt sich all das leisten kann, was für ihre Bürger gut ist. Ein Theater, ein Orchester, eine Musik- und Kunstschule, die individuelle Förderung von Spitzensportler/innen ebenso wie die Förderung des Breitensports in den Sportvereinen. Doch die Realität sieht leider seit Jahren anders aus: Remscheid ist pleite. Daran ist nicht zu deuteln. Deshalb muss gespart werden – und wird es auch, wie der im Juli vorigen Jahres vom Rat der Stadt beschlossene Maßnahmekatalog beweist. Die Freunde der Hochkultur wollen das bislang nicht wahrhaben. In ihren Stellungnahmen zum Erhalt der Bergischen Symphoniker erwecken sie den Eindruck, als hielten sie die von den Städten Remscheid und Solingen jährlich mit Millionen Euro subventionierte Orchester GmbH für einen elitären Bereich, der sakrosankt sei, also außerhalb jeder Spardebatte.

Die Wählergemeinschaft W.i.R. hat heute in einer Pressekonferenz die Diskussion um die Zukunft der Bergischen Symphoniker neu eröffnet und eine Gegenposition bezogen, indem sie nicht die kulturelle Bedeutung des einen bzw. der beiden Orchester im bergischen Städtedreieck in den Vordergrund stellt, sondern die wirtschaftlichen Aspekte. Konkret: Die Einsparpotenziale, die sich für die Stadt Remscheid ergeben, wenn

  • es bei Fusion der Bergischen Symphoniker mit dem Wuppertaler Symphonieorchester zu keinen betriebsbedingten Kündigungen kommt
  • es bei Fusion der Bergischen Symphoniker mit dem Wuppertaler Symphonieorchester zu betriebsbedingten Kündigungen kommt
  • die Bergischen Symphoniker im niedrigeren C-Tarif (heute B) mit nur noch 56 Planstellen (heute 72) fortgeführt werden
  • statt der heutigen städtischen GmbH ein Trägerverein die Bergischen Symphoniker als Bürgerorchester“ übernimmt (B-Tarif)
  • die Bergischen Symphoniker ersatzlos aufgelöst und die 23 Musiker/innen mit verbrieftem Rückkehrrecht zur Stadt Remscheid bis zu ihrer Pensionierung als festangestellte oder Honorarkräfte in der Musikschule weiterbeschäftigt werden.

Zusätzlich hat die W.i.R. die Idee zur Diskussion gestellt, beide Klangkörper als fusioniertes B-Orchester fortzuführen, langfristig abgeschmolzen auf 72 Musiker/innen. Dieser Vorschlag entspreche den katastrophalern Haushaltslagen von Wuppertal, Solingen und Remscheid und könne ein eigenes bergisches Orchester langfristig sicherstellen. Die W.i.R.: "Natürlich werden die Kulturfreunde bei dieser Idee aufschreien und den Untergang des Abendlandes ausrufen."

Doch es geht längst nicht mehr darum, was wir uns leisten wollen, sondern um das, wir wir uns noch leisten können. Es geht nicht um das Wünschenswerte, sondern um das Machbare. „Es kann nicht sein, was nicht sein darf“ gilt hier ebenso wenig wie „Augen zu und durch“. Den Politikern in den bergischen Großstädten bleibt keine Wahl: Sie müssen konkret über Geld reden. Aber bitte nicht auf der Basis des Actori-Gutachtens, das sich streckenweise liest, als habe es die Deutsche Orchestervereinigung als Gefälligkeitsgutachten in Auftrag gegeben! Denn Actori schlägt für eine Fusion („aus künstlerischen Gründen“) eine (teurere) A-Eingruppierung aller Musiker/innen vor. Mit Einsparungen rechnet Actori erst in zwölf bis 13 Jahren, dafür in den ersten sieben Jahren mit Mehrkosten durch den A-Tarif von insgesamt rund 2,6 Millionen €. Sparen sieht anders aus! Die W.i.R. hat deshalb recht, wenn sie das Gutachten als unrealistisch bezeichnet.

Wenig aussichtsreich erscheint derzeit auch die Hoffnung, das Land NRW könne auf Basis von Actori die Orchesterfusion mit Millionen finanzieren. Landeszuwendungen sind bislang lediglich für die Entschuldung der Kommunen in Aussicht gestellt. Genau das aber weckt Begehrlichkeiten. Vielleicht könne man vom Land ja die Zustimmung erhalten, einen Teil dieser Gelder für die Orchesterfusion „abzuzweigen“, wird bereits gemunkelt. Auch hier kann ich Wieland Gühne, dem Fraktionsvorsitzenden der W.i.R., nur zustimmen, wenn er erklärt: „Das wäre so, als wenn der Enkel, der einen hohen Kredit abzahlen muss und von seiner Oma Geld dafür bekommt, sich ein neues Auto kauft!“

Der Waterbölles fragte heute Klaus Triesch, den Vorsitzenden des Remscheider Turnvereins, per E-Mail: „Wenn Sie sich aus finanziellen Gründen zwischen der individuellen Förderung von Spitzensportlern und der Förderung des Breitensports entscheiden müssten, wie fiele dann Ihre Entscheidung aus?“ Die Antwort kam postwendend: „Dann würden wir die Gelder in den Breitensport stecken! Leistungsorientierter Sport wird bei uns solange unterstützt, wie er finanziell tragbar ist. Spitzensport hat bei uns nur dann eine Chance, wenn er durch Sponsoren finanziert wird.“

Freunde der Hochkultur, Ihr seid am Zuge!

Trackbacks

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Kommentare

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Chronist am :

Zusammenfassung der Berechnungen der W.i.R.: Zuschussbedarf (B-Orchester SG/RS) der Stadt Remscheid kumuliert, inkl. 2% Kostensteigerung bis zum Jahr 2035 66,77 Mio. € Zuschussbedarf der Stadt Remscheid für den Actori-Vorschlag (ohne Betriebsbedingte Kündigungen)bis zum Jahr 2035: 61,67 Mio. €; Einsparmöglichkeit für RS bis 2035 :5,10 Mio. € Zuschussbedarf der Stadt Remscheid für den modifizierten Actori-Vorschlag (mit betriebsbedingten Kündigungen) bis zum Jahr 2035: 55,47 Mio. €; Einsparmöglichkeit für RS bis 2035: 11,30 Mio. €. Zuschussbedarf der Stadt Remscheid für ein C-Orchester SG/RS bis zum Jahr 2035: 52,17 Mio. €; Einsparmöglichkeit für RS bis 2035: 14,60 Mio. €. Zuschussbedarf der Stadt Remscheid für ein Bürgerorchester bis zum Jahr 2035: 37,50 Mio. €; Einsparmöglichkeit für RS bis 2035: 29,27 Mio. €. Verbleibende Kosten für die Stadt Remscheid bei Auflösung der Bergischen Symphoniker bis zum Jahr 2035: 1,7 - 3,7 Mio. €; Einsparmöglichkeit für RS bis 2035: 63 - 65 Mio. €.

Chronist am :

Zur Sitzung des Haupt- und Finanzausschusses am 15. September und zur Sitzung des Rates am 13. Oktober hat die W.i.R.-Fraktion die Verwaltung um die schriftliche Beantwortung folgender Fragen gebeten: Welche finanziellen Auswirkungen auf den jährlichen Zuschussbedarf durch die Stadt Remscheid hat eine Fusion der Bergischen Symphoniker (Solingen und Remscheid) mit dem Wuppertaler Sinfonieorchester, wenn alle Musiker des neuen Orchesters nach B-Tarif bezahlt werden und folgende Szenarien angenommen werden: a) Verzicht auf betriebsbedingte Kündigungen unter der Annahme, dass überzähliges Personal zumindest teilweise für andere Aufgaben (Musik- und Kunstschule, Schulmusik, VHS etc. ) eingesetzt wird, und b) betriebsbedingte Kündigungen.

Hartmut Bau, Remscheider Schwimm Verein von 1897 e. V. am :

„Wenn Sie sich aus finanziellen Gründen zwischen der individuellen Förderung von Spitzensportlern und der Förderung des Breitensports entscheiden müssten (Daumen rauf, Daumen runter), wie fiele dann Ihre Entscheidung aus?“ - Eine sehr interessante Frage! Denn im Sport haben wir ebenfalls die parallele Entwicklung von (teurem) Leistungssport und Breitensport. Es gibt eigentlich zwei grobe Modelle, die ich als tragfähig erachte, Leistungssport zu betreiben. 1. Der Leistungssport finanziert sich komplett selbst durch eigene Einnahmen. Dies wird in Remscheid z.B. durch die HG Remscheid im Handballsport umgesetzt. Dort haben zwei Vereine (HTV und LTG) eine Gemeinschaft gegründet. Diese Gemeinschaft trägt sich selbst durch Ehrenamt, Sponsoren, Eintrittsgelder und sonstige Einnahmen. Die Vereine selbst betreiben Nachwuchsarbeit, die ich in die Kategorie "leistungsorientierter" Breitensport einordnen würde, und reinen Freizeitsport für Mitglieder, die aus vielerlei Gründen keinen Leistungssport treiben wollen oder können. Verein und Leistungssport sind voneinander unabhängig. Er endet sofort, wenn er sich nicht mehr finanzieren kann. Finanziell würde dies keine Auswirkungen auf den Verein haben. 2. Der Leistungssport ist enger mit dem Breitensport verzahnt, und es besteht die Möglichkeit, Sportler aus dem Leistungsbereich im Breitensport als Trainer zu beschäftigen. Das ermöglicht unter Umständen einen kostengünstigeren Leistungssport und bedeutet eine große Flexibilität der Sportler in Hinsicht Arbeitszeit, Verdienst und Engagement. Ein großer Nachteil ist allerdings die finanzielle Kopplung von Leistungssport und Breitensport, da eine evtl. Unterdeckung des Leistungssportes Auswirkungen auf die Finanzierung des Gesamtvereins haben könnte. Dies kann bis zur Insolvenz des Vereins gehen. Vielleicht ist meine mögliche Entscheidung zwischen den Zeilen schon mehr oder weniger angeklungen. Der Leistungssport (auf welchem Niveau er auch immer beginnt) muss sich selbst finanzieren! Ist die Finanzierung nicht gesichert, gibt es eben keinen Leistungssport mehr. Priortät würde bei meiner Entscheidung der Gedanke geniessen, auf breiter Basis Menschen für Bewegung und den Sport zu begeistern. Ist jemand so talentiert und engagiert, dass er für den Leistungssport in Frage kommt, dann helfe ich ihm gerne, in der Nähe Remscheids eine Möglichkeit zu finden, die ihm weiter hilft. Stadt und Verein lassen sich sicher nicht direkt miteinander vergleichen, denn für die Stadt ist eben auch der Ausstieg aus ihrem "Leistungssport" sehr teuer. Doch unumgänglich ist auch hier eine rasche Entscheidung: Was wollen wir? Wie soll sich unser Remscheid in 20 Jahren präsentieren? Sind diese Fragen beantwortet, fällt die Entscheidung sicher leichter. Vielleicht kommt man ja auch zu dem Schluss, dass eine städtische Zweitligamannschaft (Handball oder Fußball) wichtig für Remscheid wäre…

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