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1849: Cholera in Lennep und bis zu acht Tote täglich

„Das Schützenfest von 1849 war zu Ende, der Katzenjammer noch nicht vorüber, als die Schreckensbotschaft von Mund zu Mund eilte, in Lennep seidie Cholera aufgetreten. Ein Kutscher aus Köln, der Festgäste gebracht hatte und bei Kind auf der Kölnerstraße logierte, war am letzten Schützenfesttage an der Cholera gestorben. Es dauerte nicht lange, da verbreitete sich die Krankheit in den engsten, schmutzigsten Gassen. In der Splittergasse, der jetzt verschwundenen Kunstgasse, dem Kraspütt und auf dem Munsterplatz hatte sie den richtigen Nährboden gefunden, auf dem sie sich entwickeln konnte. In kurzer Zeit starben viele Bewohner der Stadt, und eine allgemeine Panik ergriff die Gemüter. Jeder, der es ermöglichen konnte, entfloh der Gefahr, sogar ein sehr beschäftigter Mediziner. Die Schulen wurden geschlossen und die katholische Schule als Krankenhaus eingerichtet.  Anfangs läutete man noch bei jedem Begräbnis die Totenglocke, doch das wurde bald eingestellt, da das Läuten die Menschen nervös und krank machte. (…) In der schlimmsten Zeit starben täglich acht Personen an der Cholera. Für eine kleine Stadt von höchstens 5.000 Einwohnern eine sehr große Zahl. Wie überall, so fand auch hier die Seuche hauptsächlich unter der ärmeren Bevölkerung und an den Stellen ihre meisten Opfer, an denen schlechtes Wasser und schlechte Luft vorhanden und der Boden durch mangelnde Kanalisation verseucht war. Die Kunstgasse, eine Sackgasse an der Schwelmerstraße, war ganz ausgestorben, die alten Gebäude wurden von der Stadt angekauft, abgebrochen und an dieser Stelle die Bürgerschule, das spätere Bezirkskommando und jetzige Versorgungsamt errichtet. Sodann wurde das frühere Krankenhaus, jetzige Waisenhaus, erbaut, konnte aber erst nach dem Erlöschen der Seuche fertig gestellt werden. Die enggebaute Stadt mit ihren winkligen schmalen Straßen, schmutzigen Höfen, verseuchten Brunnen, ohne Kanalisation, war sehr geeignet zur Entstehung und Verbreitung von Krankheiten. Es war deshalb zu begrüßen, dass 1883 Kanalisation und Wasserleitung erbaut wurden, wodurch sich die gesundheitlichen Verhältnisse ungemein verbesserten.“ (aus: „Albert Schmidt · Ein Leben in der Bergischen Kreisstadt Lennep“, herausgegeben von Wilhelm Richard Schmidt, Gießen und Frankfurt am Main im Jahre 2000)

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