Skip to content

Anzeige

Bau-Innung Remscheid Innung für elektrotechnische Handwerke Remscheid Fachinnung für Metall- und Graviertechnik Innung für Sanitär- und Heizungstechnik Remscheid
Dachdecker-Innung Remscheid Friseur-Innung Remscheid Maler- und Lackierer-Innung Remscheid Kraftfahrzeughandwerk Remscheid

Amoklauf-Drohung von zwei Jugendlichen sofort geahndet

Eine Drohung mit einem Amoklauf in der Schule ist in Remscheid mit einer schnellen, spürbaren Bestrafung der beiden jugendlichen Täter geahndet worden. Wie die Staatsanwaltschaft Wuppertal heute berichtete, hatte am Mittwoch Abend der Vater einer Schülerin die Polizei darüber informiert, dass zwei Schüler der Alexander-von-Humboldt-Realschule in Remscheid für den heutigen Freitag im Internet die Tötung von vier namentlich genannten Lehrern der Schule angekündigt hätten. Bei der daraufhin erfolgten Durchsuchung stellte die Polizei bei einem der Beschuldigten unter anderem zwei Luftgewehre, acht Kleinwaffen sowie ein Jagdmesser, zwei Computer und einen Laptop sicher.

Gestern Morgen wurde der zuständige "Staatsanwalt vor Ort" informiert, der im Rahmen eines Pilotprojekts des Justizministeriums in Remscheid seinen Dienst versieht. Nach Besprechungen mit dem Jugendrichter, der Jugendarrestanstalt, den von ihm beantragten Pflichtverteidigern und den Eltern der Beschuldigten erhob er noch im Lauf des Donnerstag Vormittag Anklage im so genannten vereinfachten Jugendverfahren. Am Amtsgericht Remscheid fand dann bereits am Mittag die Hauptverhandlung statt. Die Angeklagten waren geständig und wurden wegen Störung des öffentlichen Friedens durch Androhung von Straftaten (§ 126 StGB) zu je drei Wochen Dauerarrest rechtskräftig verurteilt. Die Waffen wurden eingezogen.

Das Pilotprojekt am Amtsgericht Remscheid hat das Ziel, zwischen Vergehen und Anklage/Erziehungsmaßnehme möglichst wenig Zeit vergehen zu lassen. Umso eindeutiger würden den Jugendlichen die Konsequenzen ihrer Tat bewußt und entsprechend größer sei die pädagogische Wirkung. Wie der WDR heute in seinen Regionalnachrichten berichtete, sind seit dem Amoklauf von Emsdetten bereits 82 so genannte "Trittbrettfahrer" aufgefallen, gegen die konsequent vorgegangen werde.

Weil die Jugendarrestanstalt  in das Remscheider Verfahren mit einbezogen war, konnten die Jugendlichen unmittelbar nach der Hauptverhandlung – und damit weniger als 24 Stunden nach Aufdeckung der Tat - den Arrest antreten. Die Schulleiterin wurde über die Polizei und durch den Staatsanwalt vor Ort kontinuierlich über den Verfahrensablauf informiert.

"Dies ist ein eindrucksvolles Beispiel dafür, dass durch eine enge Zusammenarbeit aller beteiligten Stellen in Fällen von Jugendkriminalität die Strafe der Tat auf dem Fuß folgen kann", lobte Justizministerin Roswitha Müller-Piepenkötter. "Zugleich senden wir ein klares Signal an alle potenziellen ‚Trittbrettfahrer’ aus, dass die Drohung mit einem Amoklauf kein Schülerstreich ist, sondern konsequent bestraft wird." Die Ministerin rief alle beteiligten Stellen auf, in vergleichbaren Fällen ebenso konsequent und schnell durchzugreifen.

 Nach Informationen des Watebölles bekommen die beiden Jugendlichen, 14 und 16 Jahre alt, über Weihnachten „Urlaub“ vom Arrest. "Fröhliche Weihnachten" dürften allerdings in diesem Jahr in den Familien der Schüler wohl ausfallen.

Trackbacks

waterboelles.de am : Schulleiter berieten Abwehrpläne gegen Amoklauf

Vorschau anzeigen
Nicht erst vergangene Woche, als die Amoklauf-Drohung von zwei Schülern der Alexander-von-Humboldt-Realschule in Remscheid bekannt wurde und sofort Konsequenzen hatte – die Jugendlichen sitzen zur Zeit einen dreiwöchigen Arrest ab – war die ungewöhnliche

waterboelles.de am : Schule reagiert auf Drohungen mit Rausschmiss

Vorschau anzeigen
Zwei Schüler der Alexander-von-Humboldt-Realschule in Remscheid hatten im Dezember 2006 im Internet die Tötung von vier namentlich genannten Lehrern angekündigt und waren vom Amtsgericht Remscheid – ruckzuck - wegen „Störung des öffentlichen Friedens durc

Kommentare

Ansicht der Kommentare: Linear | Verschachtelt

Jörg Müller am :

Immer noch nichts draus gelernt…- auch die Medien nicht! Kurz nachdem der erste Amoklauf eines Schülers am 26. April 2002 am Gutenberg-Gymnasium in Erfurt für Entsetzen gesorgt hatte, befragte man einen Militär-Psychologen nach seiner Meinung über sog. Ego-Shooter wie „Counter Strike“. Der Militär-Psychologe antwortete: „Wir verwenden solche Spiele, um die angeborene Tötungshemmschwelle eines Menschen bei unseren Soldaten herabzusetzen. Jeder Mensch hat zunächst diese Hemmschwelle. Damit unsere Soldaten im Falle eines Falles nicht das große Zittern bekommen, sondern wirklich abdrücken, müssen sie dies vorher trainiert haben. Im Gegensatz zum Training im Freien mit Beschuss von Pappfiguren erweist sich das Training mit Ego-Shootern als äußerst effektiv, da die Darstellungen sehr realistisch sind.“ Jugendlich spielen „Counter Strike“ und ähnliche Ego-Shooter täglich bis zu mehrere Stunden lang, über Monate. Wer an dieser Stelle noch von harmlosen Spielen und einem harmlosen Spielverhalten spricht, ist nicht an der Realität orientiert. Hier vernachlässigen Eltern auf eklatante Weise Ihre „Aufsichtspflicht“ und lassen es zu, dass ihre Kinder systematisch seelisch verrohen und zudem die Hemmschwelle vor Gewalthandlungen bis hin zur Tötung eines Menschen sukzessive verlieren. Auch wenn viele der Ansicht sind, ein Verbot würde nichts nützen und die Kids würden sich die Spiele dann aus dem Internet holen, ein Verbot ist aber zumindest schon mal richtungweisend für Jugendliche, fungiert als Rahmenbedingung und führt vielleicht dazu, dass die Mehrzahl der Jugendlichen diese Spiele nicht spielen. Zudem gibt es da ja noch die Eltern, die ein solches Verbot im Interesse ihrer Kinder unterstützen sollten. Bezeichnend ist auch das Verhalten der Medien nach solchen Fällen wie Erfurt: die „Schuldigen“, bzw. Gründe für diese Taten werden nicht etwa zuerst einmal in der Familie, dem Umfeld und in der Sozialisierung des Jugendlichen durch sein Umfeld gesucht. Zuerst einmal wird nur die Frage nach einem Verbot der Ego-Shooter laut und dass es an Schulen Waffenkontrollen geben müsse. Die wirklich relevanten Themen wie z.B. die Unfähigkeit mancher Eltern, die nicht in der Lage sind, an dem Leben ihres Kindes so teilzunehmen, dass sie die Entwicklung zu einem Gewalttäter verhindern könnten, oder auch, was wir als Gesellschaft unseren Kindern an Zukunftsperspektiven bieten, diese Themen werden nicht nachhaltig kommuniziert! Und an der nächsten Ecke wird parallel dazu das nächste Jugendheim aus Geldmangel geschlossen. Es sei an dieser Stelle auch einmal auf die „fehlenden Väter in unserer Gesellschaft“ hingewiesen. Immer mehr allein erziehende Mütter und eine Gesellschaft, in der es wichtiger ist, dass Väter Fläschchen geben und Haushaltsarbeiten selbstständig erledigen können, weichen ein Männerbild auf, welches männliche Jugendliche psychologisch extrem wichtig ist. Ein jugendlicher Mann braucht einen starken Vater als Vorbild und Leitfigur, um sich an dem Mann im Vater abzuarbeiten und das eigene Rollenverhalten zu definieren. Ein Vater ist sozusagen ein wichtiger „Spiegel“ für den Jugendlichen. Und wo sind die Väter, wenn es um diese Art der Verantwortung geht? Und vor allem auch: Für was stehen die Väter dieser Gesellschaft? Sind das die Manager von heute? Sind das die Mittelständler, die um das Überleben Ihres Arbeitsplatzes kämpfen? Sind das die, die Abends nach ihrem anspruchsvollen Fulltimejob, wo es ums nackte Überleben geht, keinen Bock mehr haben, sich mit noch was anderem als dem TV zu beschäftigen? Oder sind das die hippen Fläschchengeber mit Laptop auf dem Wickeltisch und einem Mobilheadset am Ohr, über das sie sich beim Wickeln von Ihrer Frau gerade die aktuellen Börsenkurse für den Aktienkauf durchgeben lassen? Frankreichs Jugendliche haben es vorgemacht! Brennende Autos, Amokläufe und eine gehäufte und vor allem härtere Gewalt an Schulen sollte uns klarmachen: unsere Kinder sind die Spiegelbilder unserer Gesellschaft, Spiegelbilder des Verhaltens der Eltern, der Politik und des nahen Umfeldes. Und wenn man sich das Verhalten unserer Kinder einmal ansieht, dann muss man sich ernsthaft fragen, in was für einer menschenverachtenden, ausschließlich konsumorientierten und von Wertemangel geprägten Gesellschaft wir leben! Alles ist möglich, wenn es um Konsum geht. Geht es um Verantwortung, Nachhaltigkeit, Empathie und unsere Kinder, ist „hängen im Schacht“. Und das spüren unsere Kinder…

Chronist am :

Inzwischen haben die beiden Jugendlichen ihre Strafe abgesessen. Über die schulischen Konsequenzen für die 14 und 15 Jahre alten Schüler hat nun eine Konferenz aus Lehrern, Eltern und Schülern zu entscheiden.

Kommentar schreiben

Die angegebene E-Mail-Adresse wird nicht dargestellt, sondern nur für eventuelle Benachrichtigungen verwendet.

Um maschinelle und automatische Übertragung von Spamkommentaren zu verhindern, bitte die Zeichenfolge im dargestellten Bild in der Eingabemaske eintragen. Nur wenn die Zeichenfolge richtig eingegeben wurde, kann der Kommentar angenommen werden. Bitte beachten Sie, dass Ihr Browser Cookies unterstützen muss, um dieses Verfahren anzuwenden.
CAPTCHA

Standard-Text Smilies wie :-) und ;-) werden zu Bildern konvertiert.
Formular-Optionen

Die einzelnen Beiträge im "Waterbölles" geben allein die Meinung des Autors / der Autorin wieder. Enthalten eingeschickte Texte verleumderische, diskriminierende oder rassistische Äußerungen oder Werbung oder verstoßen sie gegen das Urheberrecht oder gegen andere rechtliche Bestimmungen oder sind sie nicht namentlich gekennzeichnet nebst E-Mail-Adresse, werden sie nicht veröffentlicht. Das gilt auch für substanzlose Bemerkungen ("Find ich gut/schlecht/blöd...etc."). Aus den oben genannten juristischen Gründen sowie bei längeren Texten sind auch Kürzungen nicht ausgeschlossen.

Kommentare werden erst nach redaktioneller Prüfung freigeschaltet!