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Schwierige Suche nach qualifiziertem Pflegepersonal

Die Pflege und die sonstige Versorgung in der eigenen Wohnung kann entweder durch private  Pflegepersonen oder aber – falls dies im privaten Umfeld niemand übernehmen kann oder möchte – durch professionelle Pflegedienste erfolgen. In Remscheid liegt der Anteil der zuhause Versorgten derzeit mit insgesamt rund 3/4 (2.696  von 3.598 Personen) noch deutlich höher als der bundesweite Schnitt von 2/3 aller Pflegebedürftigen. Die Zahl der ambulant durch Privatpersonen Gepflegten der Stufen I bis III liegt in Remscheid laut der aktuellen Landespflegestatistik (IT NRW) zum Stichtag 15.12.2009 bei 1.603 (Pflegestufe I: 1.107 Personen, Pflegestufe II: 407 Personen, Pflegestufe III: 89 Personen). Damit werden in Remscheid rund 45 Prozent aller als pflegebedürftig eingestuften Personen durch Privatpersonen im häuslichen Umfeld versorgt („Pflegegeldempfänger“); das sind zwei Prozent mehr als im Bundesdurchschnitt. Hinzuzurechnen sind noch diejenigen Menschen mit einem nichtpflegerischen Unterstützungsbedarf und/oder einem pflegerischen Bedarf unterhalb der Pflegestufe I, die entsprechend zuhause betreut werden. Deren genaue Anzahl lässt sich nicht beziffern.  In Remscheid erhielten am Stichtag 31.12.2010 insgesamt 70 Personen „Pflegegeld“ und 45  Personen „Pflegebeihilfe“ gemäß §§ 64 ff SGB XII durch den örtlichen Sozialhilfeträger zur Deckung ihres pflegerischen Bedarfes, weil sie bedürftig waren und entweder nicht pflegeversichert waren oder ihr Pflegebedarf unterhalb der Pflegestufe I lag.

Die pflegerische Tätigkeit ist oftmals viele Jahre lang mit erheblichen zeitlichen, körperlichen und psychischen Belastungen für die Pflegepersonen verbunden. Und erfahrungsgemäß ist das Alter der privaten Pflegepersonen in vielen Fällen bereits selbst relativ hoch, so dass die  Belastung für sie nicht einfach zu bewältigen ist und sie bei der Pflege einer Unterstützung  bedürfen. Auch der mit dem Alter steigende Anteil demenzieller Erkrankungen  stellt für viele Pflegende eine zusätzliche Belastung dar. Eine sehr wichtige Hilfestellung für private Pflegepersonen bieten in Remscheid die verschiedenen  Beratungsstellen, die beispielsweise auch Hilfestellung beim Umgang mit demenziell erkrankten Pflegebedürftigen leisten. Äußerst wichtig  zur Förderung der Pflegebedürftigen und insbesondere auch zur Entlastung der sie Pflegenden sind auch die Angebote der Tagespflege sowie der  Kurzzeitpflege. Auch die sogenannten „zusätzlichen Betreuungsangebote“  gemäß § 45 a SGB XI, die i. d. R. durch ambulante Pflegedienste angeboten  werden, dienen der Entlastung pflegender Angehöriger. Die Pflegekassen selbst bieten Pflegenden ebenfalls Hilfestellung an (z.B. Pflegekurse für  Angehörige) und oftmals werden auch professionelle Pflegedienste ergänzend bzw. unterstützend zur Sicherstellung der häuslichen Pflege in Anspruch genommen.

 

 Allgemein bedeutsam für die weitere Entwicklung der privaten ambulanten Pflege im eigenen  Haushalt ist … die grundsätzliche Bereitschaft, im Bedarfsfall einen bedürftigen Angehörigen zu pflegen  und betreuen. Da sich die allgemeinen Familienstrukturen verändern dürften  (weniger Mehrgenerationenhaushalte, mehr Singlehaushalte, berufsbedingte Mobilität,  Berufstätigkeit von Frauen) wird das „familiäre Pflegepotential“ künftig voraussichtlich abnehmen. Langfristig wird dies dazu führen, dass eine Versorgung  im häuslichen Bereich in immer mehr Fällen nur dann möglich ist, wenn professionell  Pflegedienste und sonstige professionelle oder ehrenamtliche Versorgungsangebote zur  Stützung und Ergänzung des privaten Hilfenetzwerkes in Anspruch genommen werden. Immer  öfter müssen professionelle Pflegedienste die komplette  Betreuung und Pflege übernehmen.

Die ambulante Pflege zuhause durch professionelle Pflegedienste ist wird mittlerweile von sehr vielen Menschen genutzt, in Remscheid von 30,4 Prozent aller eingestuften Pflegebedürftigen (Bundesdurchschnitt 21,7 Prozent) gleich 1.093 Bürger/innen (Pflegestufe I: 588 Personen, Pflegestufe II: 406 Personen, Pflegestufe III: 99 Personen).  115 nicht pflegeversicherte Personen oder Personen, bei denen die Leistungen der Pflegekassen  nicht zur Deckung des pflegerischen Bedarfes ausreichten, erhielten in Remscheid am Stichtag 31.12.2010 gemäß dem SGB XII (ergänzende) Pflegesachleistungen durch den örtlichen Sozialhilfeträger.  In Remscheid waren Ende 2010 insgesamt 29 ambulante Pflegedienste tätig (Stadtbezirk 1 – Alt-Remscheid: 16; Stadtbezirk 2 – Süd: drei; Stadtbezirk 3 – Lennep: sieben; Stadtbezirk 4 – Lüttringhausen drei). Im Jahr 1998 gab es in Remscheid noch 44 ambulante Pflegedienste, die 922 Personen gepflegt  haben. Die Verringerung  der Anzahl der Dienste ergab sich durch Betriebsaufgaben und  Fusionen. Trotzdem gibt es in Remscheid (114.419 Einwohner) im Vergleich zu anderen kreisfreien  Großstädten absolut noch relativ viele ambulante Pflegedienste.  Aus dem Vergleich der Quoten im Bergischen Städtedreieck sowie auch im Vergleich zu  anderen Großstädten im Land ergibt sich, dass Remscheid mit einer Versorgungsquote von  20,3 Beschäftigte bzw. von 13,7 Vollzeitäquivalenzstellen (jeweils je 1.000 Einwohner ab 65  Jahren) mit ambulanten Pflegedienste sehr gut versorgt ist. Als problematisch wird seitens der Pflegedienste die Akquise von qualifiziertem  Fachpersonal beschrieben. Dies wird auch langfristig betrachtet als großes Problem angesehen.
(aus: Drucksache 14/1132 der Stadtverwaltung RS, Bericht zur Situation der Versorgung unterstützungsbedürftiger / pflegebedürftiger Menschen in Remscheid aus Sicht des örtlichen Sozialhilfeträgers)

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Chronist am :

Die W.i.R. hat den „Bericht zur Situation der Versorgung unterstützungsbedürftiger / pflegebedürftiger Menschen in Remscheid aus der Sicht des örtlichen Sozialhilfeträgers“ offenbar aufmerksamer gelesen als andere Fraktionen. Jedenfalls ist sie die einzige, der dazu bislang Fragen eingefallen sind. Zur morgigen Sitzung des Seniorenbeirates hat sie sie gestellt. Anknüpfend an die Feststellung, dass die eigenen vier Wände eine hohe Bedeutung für Selbstwert und Selbstbestimmung haben, möchte die W.i.R. wissen: Welche konkreten Planungen für Rahmenbedingungen zum Verbessern der Wohnungsqualität, der Versorgung und der Mobilität liegen vor? Wie sollen die Verbesserungen realisiert und finanziert werden? Woraus soll das Hilfesystem bestehen und mit welcher wirksamen Unterstützung kann der Betroffene rechnen? Ferner weist die W.i.R. im Zusammenhang mit den komplementären Hilfen darauf hin, dass die Unterstützung durch eine Haushaltshilfe (Putzen, Kochen, Wäschepflege) im Durchschnitt pro Stunde 22 € kostet, bei täglich zwei Stunden von Montag bis Freitag also pro Monat 880 €. „Diese Ausgaben sind von den meisten älteren Menschen nicht zu schultern!“ Fragen: In welcher Form sind die Kosten für Haushalthilfe bedürftiger Menschen zu finanzieren? Was wurde bis heute getan, dass für weniger finanzstarke Menschen preisgünstigere Angebote zur Verfügung stehen? In welcher Form wird die ab 6/2012 gültige Pflegereform - die Familien und Angehörige entlastet - jetzt noch bestehende finanzielle Defizite ausgleichen?

Gerda Spaan am :

Langfristig rechnet es sich in jedem Fall, wenn die Stadt Remscheid auf eine gute ambulante Pflege setzt. Die Bereitschaft der Familien, die Pflege der Angehörigen zu übernehmen, ist immer noch sehr hoch. Der Wunsch der Pflegebedürftigen, zuhause bleiben zu können und nicht ins Heim zu müssen, steht ebenfalls ganz vorne in der Wunschliste. Andere Städte wie z.B. Bielefeld setzen konsequent auf eine Strategie weg von Heimplätzen. Dieses kommt den Wünschen der Menschen entgegen. Für die Stadt Bielefeld bedeutet das gleichzeitig riesige Kosteneinsparungen. Die Zuschüsse der Stadt für die Heimplätze wären eben auch sehr viel teurer. Wenn man in diese Richtung gehen will, muß man sich m. E. jetzt entscheiden und mehr tun, um qualifiziertes Personal zu gewinnen. Gerade für unsere pleite Stadt Remscheid ergäben sich größte Einsparpotentiale. Gleichzeitig würde man dem Wunsch der pflegebdürftigen Menschen gerecht und hilft deren Familien.

Stadt Remscheid am :

"Seit dem Inkrafttreten des Pflege-Weiterentwicklungsgesetzes zum 1. 7.2008 können Pflegebedürftige die Ansprüche auf Tages- und Nachtpflege, Pflegegeld und Pflegesachleistung nach ihrer Wahl miteinander kombinieren und zwar bis zu 150 vom Hundert des für die jeweilige Pflegestufe vorgesehenen Höchstbetrages. Diese Gesetzesänderung hat die Tagespflege für viele Betroffene erst interessant gemacht. Aufgrund steigender Nachfrage nach Tages- und Kurzzeitplätzen auf der einen und dem Ausbau des Angebotes an Tagespflegeeinrichtungen alleine in Remscheid (2010 neu: DRK Dresdener Straße und Caritas Hasenberger Weg) auf der anderen Seite hat die Zahl derer, die diese Leistungen in Anspruch nehmen, stark zugenommen. Diese Tendenz hält an. Eine Folge dieser Steigerung (und die damit einhergehende Entlastung betreuender Angehöriger) ist ein (vom Gesetzgeber gewünschter) längerer Verbleib der pflegebedürftigen Menschen in der eigenen Wohnung. Für 2011 rechnet die Stadt bei der Tagespflege mit Gesamtausgaben von rd. 244.000 Euro. Da der Antrag auf Zuschuss (gem. § 3 PflFEinrVO) monatlich bis zum 15. des folgenden Kalendermonates zu stellen ist, gehen die Anträge für Dezember erst im Januar im Rathaus ein und werden in der Regel erst im Februar ausgezahlt." (aus der Vorlage 14/1426, die vom Rat der Stadt in seiner letzten Sitzung in 2011 beschlossen wurde)

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