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Neue DOC-Initiative will "nur das Beste für Remscheid!"

Mit „I love“ (ich liebe) beginnt der variable Slogan, mit dem die neu gegründete „Initiative engagierter Remscheider pro D.O.C.“, eine Idee der drei Wirtschaftsvereinigungen FIT, MIT und WIJU, in den drei Wochen vor der entscheidenden Bürgerbefragung am 16. Oktober zum geplanten Designer Outlet Center an der Blume die wahlberechtigten Remscheider Bürger/innen an die Urnen bringen will in der Hoffnung, dass möglichst viele von ihnen dann auf dem Stillzettel das „Ja“ ankreuzen.  Ein variabler Slogan, weil sich die Initiatoren mit Unterstützung der Remscheider Werbeagentur von Gabi Marx und Stefan Böhmer mehrere Enden dieses Satzes für Anzeigen, Plakate, Handzettel und eine Internetseite (http://www.i-love-doc.de, die in den nächsten Tagen freigeschaltet wird) haben einfallen lassen:

I
… Remscheid
… Designermode
… Arbeitsplätze
… Klamotten
… Zukunft
Shopping
… Touristen.

Und die Fortsetzung wurde gestern Nachmittag auf einer Pressekonferenz im Restaurant „Concordia“ an der Brüderstraße gleich angesagt. „Wir haben noch einiges im Köcher“, kündigten Franz-Bernd Daum, der Vorsitzende des Fördervereins Innovation und Technologie Remscheid e.V.  (FIT), Henner Blecher, der Vorsitzende der Mittelstandsvereinigung der CDU Remscheid, und Thorsten Kapitza von den Remscheider Wirtschaftsjunioren (Wijus) an und verwiesen auf eine fünfstellige Summe, die jetzt schon verplant sei. Die könne noch aufgestockt werden, denn, so Daum, „der Kreis der DOC-Unterstützer wird von Tag zu Tag größer!“

Das ist sehr im Sinne der drei Initiatoren, die in den nächsten Tagen und Wochen die Mitglieder ihrer Verbände auffordern wollen: „Geht am 16. Oktober zur Abstimmung und nehmt mit, wen Ihr nur könnt!“ Henner Blecher: „Das Schlimmste, was passieren könnte, wäre, wenn viele Remscheider sagen würden ‚Meine Stimme brauchen die nicht; es wird schon gut gehen’, und dann am Wahlabend feststellen müssen, dass das von ihnen gewünschte DOC keine Mehrheit gefunden hat!“

Die jetzt anlaufende Kampagne soll das verhindern; sie soll für eine große Wahlbeteiligung sorgen. Auch durch Werbung auf den Linienbussen der Stadtwerke, die sich beim Preis der Werbung entgegenkommend zeigten. Daum: „Überall, wo wir nachgefragt haben, sind wir auf breite Unterstützung gestoßen!“ Die Erkenntnis setze sich durch, so Gabi Marx, dass Remscheid mit dem DOC „eine Jahrhundertchance bekommt“. Derzeit sei die Abwanderungsquote junger Arbeitnehmer groß und die Entwicklung der Arbeitsplätze rückläufig. Mit einem DOC in Remscheid, da sind sich die „engagierten Remscheider“ sicher, würde auch die Attraktivität der Arbeitsplätze in Remscheid insgesamt steigen. Blecher: „Für Remscheid nur das Beste! Und das wäre in diesem Fall ein Designer Outlet Center an der Blume – ein Anschub für die ganze Stadt!“ Nach Ansicht der „Initiative engagierter Remscheider pro D.O.C.“ sind es insbesondere die folgenden acht Argumente, die für ein DOC in Remscheid sprechen:

  1. "Unsere Stadt braucht Perspektive: Remscheid muss in die Zukunft aufbrechen. Aber die Stadtkassen sind leer. Wir brauchen dringender denn je Investoren, die an den Standort Remscheid glauben und neuen Schub in diese Stadt bringen.
  2. Handel braucht Wandel: Zum Einkaufen in die City und zum Shopping ins Outlet. Unterschiedlicher kann das Angebot nicht sein. Die Innenstadt bringt uns bisher die Basisversorgung und wird es in Zukunft weiter tun. Das besondere Shoppingerlebnis haben wir bisher in anderen Städten gefunden und dort gekauft. Wir meinen – das darf und muss sich ändern! Remscheid wird Shoppingmetropole der Region.
  3. Weg vom Dornröschenimage: Remscheid muss eine Stadt mit Charakter werden. Die Attraktivität und Bekanntheit der Stadt wird mit einem Zugpferd immens gesteigert. Remscheid soll in aller Munde und wir Remscheider müssen wieder stolz auf unsere Heimatstadt sein. Ein Designer-Outlet-Center ist für uns der erste, aber riesengroße Schritt zu einer neuen Wahrnehmung als Stadt.
  4. Touristen willkommen: Das Bergische Land wird bisher mit seinem touristischen Potenzial absolut unterbewertet. Unsere Landschaft und Kultur ist etwas ganz besonderes. Ein D.O.C. kann dafür sorgen, dass das anders wird. Es bindet den Tourismus ein und macht Menschen neugierig auf eine Region. Auf uns, auf Remscheid. Kommen die Gäste, wächst das Freizeitangebot. Auch für uns.
  5. Mehr Geld bleibt in der Stadt: Sind wir mal ehrlich, wie viel Prozent unseres Kleider- oder Markenbudgets geben wir momentan in den umliegenden Städten aus? 20 Prozent, 50 Prozent oder mehr? Das machen wir, weil wir etwas suchen, was Remscheid nicht bietet. Wenn Remscheid das gesuchte Angebot hat – dann gehen die Euros hier über den Ladentisch. Nicht nur unsere, sondern auch die Euros der Einkaufenden aus dem gesamten Einzugsgebiet!
  6. Arbeitsplätze für Remscheid: Ein D.O.C. bringt Arbeits- und Ausbildungsplätze in die Stadt. Teils werden es Vollzeit- teils werden es Teilzeitarbeitsplätze sein. Teils werden sie durch Branchenprofis besetzt, zum Teil wird auch Branchenfremden eine Chance geboten. Und – es werden auch andere Branchen und Unternehmen langfristig profitieren, z. B. Gärtner, die Außenanlagen des Outlets pflegen, Elektriker, Gebäudereiniger u. v. m.
  7. Lebensqualität: Wir wollen eine Stadt mit Lebensqualität. Bisher bieten andere Städte hier weitaus mehr als Remscheid. Daher suchen viele junge Menschen ihren Weg in anderen Städten und Unternehmen finden zu selten Spezialisten, die mit ihren Familien nach Remscheid ziehen wollen. Daher sehen wir ein D.O.C. als Bereicherung und einen großen, extrem wichtigen Schritt für eine lebenswerte Heimatstadt.
  8. Mut zu neuen Wegen: Es braucht immer Mut, um neue Wege zu gehen. Ohne den einen oder anderen gewagten Schritt bleiben wir dort, wo wir sind. Wir sehen Remscheid an einem Punkt, wo das Wagnis so groß nicht ist! Unser Aufruf an die Remscheider Bürger: Sagen Sie JA zu einem Designer-Outlet-Center. Gehen Sie zur Wahl, erst dort zählt Ihre Meinung! Und machen Sie Ihr Kreuz bei JA!“

Trackbacks

Waterbölles am : Remscheider DOC-Freunde im Schützenhaus auf Kuschelkurs

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Die Stimmung war DOC-freundlich bis -euphorisch, und unter den gut 70 Gästen der „Initiative engagierter Remscheider pro DOC“ im Schützenhaus schien gestern Abend der Begriff „alternativlos“ zu kursieren. Der ist zwar „Unwort des Jahres 2010“, wurde aber

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Waterbölles am : Klarer Auftrag der Bürger an die Politik: Das DOC muss her!

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Das Ergebnis der heutigen Bürgerbefragung zum Designer Outlet Center an der Blume fiel deutlicher aus, als es viele erwartet hatten: Drei von vier der 33.703 Bürger/innen, die sich an der "Wahl" in insgesamt 61 Wahllokalen beteiligten, sehen i

Waterbölles am : Die Situation erscheint ausweglos, und die Zeit drängt

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Waterbölles-Kommentar Woher das Geld nehmen für das Gutachten, das die Auswirkungen des an der Blume in Lüttringhausen geplanten Designer Outlet-Center (DOC) für den Einzelhandel in Remscheid und Umgebung untersuchen soll? Vor diesem Problem steht

Kommentare

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Torben Clever, Vorsitzender der Jungen Liberalen Remscheid am :

Aus Sicht der Jungen Liberalen (JuLis) Remscheid ist das geplante Designer-Outlet-Center in Lüttringhausen eine Riesenchance für die Stadt. Wir müssen die verbleibende Zeit bis zur Bürgerbefragung am 16.Oktober nutzen, um den Menschen in Remscheid klar zu machen, was das DOC bewirken kann. Für die JuLis steht außer Frage, dass das DOC ein Gewinn für die Stadt wäre. 800 Arbeitsplätze würden geschaffen, tausende Besucher ins Stadtgebiet gelockt. Deshalb wollen die JuLis bis zum Bürgerentscheid für ein positives Votum werben. Am 16. Oktober geht es darum, der Politik und der Verwaltung in Remscheid den Auftrag zu erteilen, die Voraussetzungen für die Ansiedlung zu schaffen! Außerdem müssen die Remscheiderinnen und Remscheider ein klares Zeichen setzen, um der Regierung in Düsseldorf und nicht zuletzt dem Investor zu zeigen, dass wir dieses DOC hier in unserer Stadt haben wollen. Ob es dann tatsächlich gebaut wird, steht auf einem anderen Blatt, aber diese Bürgerbefragung wird Grundlage allen weiteren Handelns sein und ist deshalb so wichtig.

Haimo Bullmann* am :

Wie zu erwarten, wird das Vorhaben von dem Investor „schöngeredet“. Seine Auswirkungen auf die Innenstädte und den Einzelhandel wurden nicht oder nur fragmentarisch erläutert. Das Sortiment ist ausschließlich innenstadtrelevant und umfasst ca. 80 % Bekleidung, Wäsche, Schuhe; Lederwaren und Sportartikel, ca. 14 %, Wohnen, Schmuck, Kosmetik und ca. sechs % Gastronomie. Werden diese Anteile auf die geplante Geschäftsfläche (20.000 qm) bezogen, ergeben sich folgende Flächen: 16.000 qm für Bekleidung, Wäsche, Schuhe, Lederwaren und Sportartikel, 2.800 qm für Elektroartikel, Haushaltswaren usw. und 1.200 qm für Gastronomie. Der Investor rechnet in seinem DOC mit wesentlich höheren Umsätzen, als im konventionellen Einzelhandel. Die Auswirkungen auf den Einzelhandel von Remscheid und einigen Nachbarstädten von dem Investor mit „Umsatzverteilungsquoten“ wie folgt angegeben: Remscheid 4,9 % Umsatzverteilungsquote, Wuppertal 2,2 %, Solingen 2,9 %, Wermelskirchen 2,1 % und Radevormwald 1,9 %. Aus diesen niedrigen „Umsatzverteilungsquoten“, die vermutlich Kaufkraftabflüsse sein sollen, schließt der Investor, dass von dem Vorhaben keine wesentlichen Auswirkungen auf den Einzelhandel zu erwarten sind und das Vorhaben deshalb genehmigt werden müsse. Diese Auffassung des Investors ist grob fehlerhaft, weil sie sich auf den gesamten einzelhandelsrelevanten Umsatz in den Städten bezieht. Ein Großteil dieses Umsatzes erfolgt mit Sortimenten, die der Investor nicht anbietet – z. B. die Grundversorgung mit Lebensmitteln und gehobenen Wirtschaftsgütern, wie Möbel und Autos. Die Auswirkungen des geplanten Outlet-Centers auf Einzelhandelsgeschäfte mit gleichen Sortimenten, wie Textilfachgeschäfte, und damit die Auswirkungen auf die Innenstadt von Remscheid und auf benachbarte Innenstädte, werden von dem Investor nicht genannt. Bekleidung, Schuhe und Sportartikel sollen auf einer Verkaufsfläche von 16.000 qm deutlich billiger angeboten werden als in der Innenstadt von Remscheid und den benachbarten Innenstädten. Es ist zu erwarten, dass zumindest die traditionellen Bekleidungs- und Schuhgeschäfte keine Zukunft haben, wenn das geplante Outlet-Center in Remscheid gebaut wird. Wie attraktiv sind dann die Innenstädte von Remscheid, Elberfeld, Barmen, Solingen, Wermelskirchen, Radevormwald und andere? Haimo Bullmann*, Rheinischer Verein für Denkmalpflege und Landschaftsschutz, Vorsitzender des Regionalverbandes Wuppertal-Solingen-Remscheid

Eija Tirkkonen am :

„70 % unter dem Herstellerpreis“ ist ein sehr relativer Begriff und im DOC keinesfalls mit billig zu verwechseln. Wir reden von einem Schuhpreis, der aus 10% Schuh und 90% Marke besteht. Anbieter dieser Markenware sind in Remscheid rar. Ein DOC hat ein Einzugsgebiet von 1,5 Stunden Anfahrt, weil in jeder Stadt nur eine sehr dünne Bevölkerungsschicht sich die Ware leisten kann. Der Einzelhandel an der Alleestraße hat seine Kundschaft unter Remscheidern, die die Alltagsware in der Stadt mitkaufen wollen. Für das Allee-Center gestaltet sich die Lage allerdings anders. Es ist für ein Einzugsgebiet von 30 Minuten Anfahrt mit über 300.000 Einwohnern konzipiert. Das Allee-Center muss mit dem DOC um Kunden unter den 190.000 Einwohnern aus dem bergischen Umland konkurrieren. Der Betreiber des Allee-Centers ist ECE mit einem Jahresumsatz von über 15 Milliarden € und 132 Shopping-Centern in Deutschland. Offensichtlich ein Riese wie McArthur Glen. Wenn das DOC realisiert wird, gibt es für ECE Handlungsbedarf in der Remscheider Innenstadt. Es mag einen Teil der bisherigen Kundschaft verlieren, kann aber im Sinne der Umwegsrentabilität an einem nicht unerheblichen Teil der 3,75 Millionen Jahresbesucher des DOC partizipieren. Spannend wird es auf jeden Fall. Und einen Gewinner gibt es jetzt schon: Remscheid!

Günter Bender am :

Ich möchte auf den mit Spannung erwarteten Konkurrenzkampf zwischen DOC und Alleecenter eingehen. Ganz neu ist das Thema für Remscheid nicht, eine ähnlich Situation ergab sich ja mit der Ansiedlung des Pro-Marktes auf der unteren Alleestrasse. Zwei Marktgrössen, Saturn und Pro-Markt, lieferten sich einen Kampf um die Gunst der Kunden im Einzugsgebiet. In den Tageszeitungen fanden sich regelmässig Beilagen über die Rabattaktionen beider Kontrahenten, sehr vorteilhaft für die Remscheider Kundschaft. Wir wissen, dass es nicht dabei blieb, am Ende reichte der erzielte Umsatz Pro-Markt nicht, um sich weiter am Ort zu angagieren, man verliess Remscheid. Das war aber nicht alles, wärend beide Konkurenten die Kunden mit Angeboten beglückten, gaben fast alle Läden für Unterhaltungselektronik, CD's, Computer, Elektrogross- und Haushaltsgeräte im Einzugsgebiet der Alleestrasse auf. Geschäftsaufgabe - vielleicht Insolven -z, Arbeitsplatzverlust und Leerstand waren die Folge. Der mit Spannung erwartete Konkurrenzkampf zwischen ECE und DOC würde eben auch viele Verlierer haben, und das wären, wie schon im Beispiel beschrieben, Händler vor allem auf der Alleestasse. Warum sollte ich bei Böcker einkaufen, wenn ich im DOC vielleicht vVergleichbares günstiger bekomme. Quasi verbrieft sind ja schon Umsatzeinbußen von 4,9 % für den Bereich Textilien usw. für die City. Das ist aber ein Durchschnittswert, für Anbieter wie KiK wird es keinen Verlust geben, wärend er bei mittleren und gehobeneren Sortimenten überdurchschnittlich sein wird, 10, 15 vielleicht mehr Prozent. Wenn nun die Argumentation über die darbende Innenstadt wahr ist, wird man eher von grenzwertigen als von üppigen Umsätzen ausgehen, und da ist die Gefahr, ins Minus zu rutschen, höchst realistisch. Bemerkenswert finde ich, dass die Verlierer die wären, um die sich die Vertreter der "Wirtschaftsorganisationen", Verwaltung und Politik angeblich immer so sehr bemühen, Stichwort: Öffnung der Allee und andere Aktivitäten. Vielleicht würde ja das Ergebnis der Marktbereinigung so aussehen, wegen der Leerstände im mittleren und oberen Bereich der Alleestrasse rücken KiK und Co weiter Richtung Center, im unteren Bereich würde der Verkehr wegen dem nun fehlendem Handel vollends freigegeben. Spannend fände ich zu wissen, welche Ideen die Akteure zur Belebung der Innenstadt dann noch hätten und wie die Verwaltung die Aquirierung von Fördermittel für eine darbende Innenstadt begründen würde.

Christoph Humpert am :

Damals hat Saturn Pro-Markt verdrängt, und jetzt verdrängt das Internet Saturn und das DOC den Böcker... Halt der normale Verdängungswettbewerb! Die untere Alleestraße ist ohnehin mehr oder weniger verloren. Der große Profit durch die von Frau Tirkkonen angesprochene Umwegrendite wird tendenziell in Lennep und Lüttringhausen verbleiben. Die Tankstellenwächter in dem Gebiet dürften schon die Dollarzeichen in den Augen haben... Gibt es bereits Prognosen / Berechnungen zur Umwegrendite? Wo liegt diese pro Person, und welche Bereiche (Einzelhandel, Gastronomie, Hotellerie, ÖPNV/Taxi) profitieren mit welchem Anteil?

Eija Tirkkonen am :

ProMarkt gegen Saturn oder Thalia Buchhandlung gegen Mayersche sind gute Beispiele für die Situation im Remscheider Zentrum: Die jeweiligen Konkurrenten boten dasselbe Sortiment in einem nahezu identischen Ambiente und mit ähnlich dünnem Beratungsangebot an. Der Anbieter im Alleecenter gewann. Das Konzept der Shoppingcentern der ECE ist vernichtend für den umliegenden Einzelhandel: Sie decken mit ihrem Sortiment alles ab, was man für den täglichen Gebrauch benötigt. Sie betreiben eine Rundumversorgung im engsten Raum mit Vollsortiment. Für die Geschäfte der Alleestraße bleibt nur die Strategie des Preisdumpings. Für Sondersortimente gibt es nicht genügend Nachfrage. ECE hat in Leverkusen ein modernes großes Shoppingcenter gebaut, und das nächste soll in Solingen entstehen. Sie werden die Kunden aus dem bergischen Umland an sich ziehen. ECE verlagert die eigenen Kunden aus dem im Ambiente veraltet wirkenden Remscheider Alleecenter nach Solingen. Gleichzeitig wurde im Alleecenter die Anzahl der Parkplätze für die Spitzenbesucherzeiten erweitert. Kein Kunde sollte aus Mangel an Parkplätzen den Wagen anderswo lassen müssen und Impulskäufe in Geschäften der Alleestraße tätigen. Der Wochenmarkt auf dem Rathausplatz begünstigt ebenso vorwiegend nur das Alleecenter. Ein DOC mit dem Konzept "Erlebniskaufen" und mit einem preiswerten Angebot im hochwertigen Bekleidungssektor ist ein Konkurrent für die Shoppingcentren der ECE. ECE beschäftigt ein neues Problem: Sie braucht zum Überleben eine attraktive authentische Innenstadt. In der Landesregierung weiß jeder, dass die Städte weder die Mittel noch die Möglichkeiten haben, um ihre Innenstädte neu zu gestalten und zu beleben. Dass die SPD-Minister trotzdem dies propagieren und die Ansiedlung eines DOC in NRW verhindern, muss so verstanden werden, als das was es ist: Resultat einer marktsichernden Lobbyarbeit.

Günter Bender am :

Ihre Betrachtungen über das Alleecenter, seine Marktführerschaft mit den Auswirkungen auf den städtischen Einzelhandel teile ich durchaus. Nun aber ein zweites Center zehn Kilometer entfernt zu bauen, was den jetzt schon gebeutelten Handel noch stärker in Bedrängnis brächte, halte ich für absolut kontraproduktiv. Es glaubt doch wohl keiner, dass der Remscheider Bürger so brav ist und das Noble im DOC kauft und das Normale in der City. Wenn die besseren Marken aus der City verschwinden, wird es für die Menschen aus dem Umland und der City noch weniger Grund geben hier zu kaufen. Da wird man sich vielleicht neben dem DOC stärker nach Wuppertal oder Düsseldorf orientieren, denn da gibt es nach wie vor das Komplettangebot. Ausserdem weiß ich nicht, ob es nicht im DOC auch ein niederschwelligeres Angebot geben würde, und es ist auch nicht jede Marke Topdesign. Da sich in den historisch gewachsenen Innenstädten nicht nur der Handel einer Stadt konzentriert, sondern neben Dienstleistern und Verwaltung auch Gastronomie, Theater, Kino usw. angesiedelt ist, wird es noch andere Verlierer geben als den Handel. Wer solch einen Eingriff in die Stadt vornehmen will, sollte sich über die Risiken im klaren sein, die auch nennen und keine Friede-Freude- Eierkuchendarstellung bieten wie die Sprecher der Initiative auf dieser Seite. Zu Herrn Humpert vielleicht noch, ich sehe nicht, dass die untere Alleestrasse nicht zu retten ist, ganz im Gegenteil, sie hat einen Wandel hinter sich. Mit der Verfestigung hoher Arbeitslosigkeit, Minijobs, die kaum den Lebensunterhalt sichern, hat sich eine Käuferschicht mit geringer Kaufkraft gebildet, wie bedauernswert das auch ist, dem der Handel auf der unteren Allee mit preisgünstigen Produkten Rechnung trägt. Um das Beispiel weiter zu verwenden: Dass das DOC Böker verdrängt, wäre das Ergebnis eines Wettbewerbes, soweit richtig, aber eines hausgemachten Wettbewerbs. Mit der Entscheidung aller Beteiligten für ein DOC wären die Weichen für diesen Verdrängungswettbewerb gestellt. Ich bin mal gespannt, ob irgend jemand der Verantwortlichen den Mumm hat, den Betroffenen vor den Kopf zu sagen, das nun schwere Zeiten auf sie zukommen.

Eija Tirkkonen am :

Wenn ich die Lage in der Alleestraße sehe, fällt mir auch jetzt nicht als erstes „Friede-Freude-Eierkuchen“ ein. Ein Geschäft kann nur einmal eingehen oder eine Strategie entwickeln zu überleben. Wenn es eingeht, ist es relativ unerheblich, ob dies aus einem oder mehreren Gründen geschieht. Ich war Kundin bei Böker, als er noch Anbieter von Kinderkleidung war. Seit die Abteilung geschlossen ist, bin ich es nicht mehr. Anscheinend hat es Böker nicht geschadet, sondern er hat einen anderen Kundenkreis gewinnen können. So ist der Einzelhandel dauerhaft im Wandel und muss auf Änderungen reagieren. Warum man nun nicht glaubt, dass man nicht von dieser Ballung von Kaufkraft im DOC profitieren kann, ist irrational. Im DOC werden ein nicht unerheblicher Teil von Familien unterwegs sein, die nur Schaufensterbummel betreiben und in der Preisklasse nichts kaufen können. (Es ist eine Illusion zu glauben, dass in den Preisen nicht anteilig die Kosten für das niedliche Ambiente inbegriffen ist.) Für die Kinder der zahlungskräftigen Familien gibt es kein Angebot. Ein nicht unerheblicher Teil der Besucher besitzen keinen Modellkörper und finden nichts in ihrer Konfektionsgröße. Das gleiche gilt noch vermehrt für Familienväter, deren Schmerzgrenze nach einer halben Stunde Bummel erreicht ist. DOC ist so anstrengend wie ein Vergnügungspark. Für alle gelten, dass sie noch die täglichen Versorgungen tätigen müssen. Anders als im Shopping-Center der ECE, bleiben in einem DOC viele Beürfnisse der Kunden unbefriedigt. Darin steckt das Potential für den Remscheider Einzelhandel.

Offener Brief von OB Wilding am :

Sehr geehrter Herr Bullmann, mit Verwunderung habe ich Ihr Schreiben gelesen, in dem Sie als Anwesender des Pressegesprächs am 13. September feststellen, Herr Balzer von McArthurGlen habe u.a. Aussagen und Wertungen zu „Umsatzumverteilungsquoten“ vorgenommen. Herr Balzer hat sich hierzu im Rahmen des Gesprächs nicht geäußert. Eine Zusammenfassung der wesentlichen Inhalte und Ergebnisse der Ersteinschätzung der von der Stadt Remscheid in Auftrag gegebenen Auswirkungsanalyse wurden im Pressegespräch ausschließlich durch den Unterzeichner vorgetragen. Zu Ihren Feststellungen im Einzelnen: So behaupten Sie u.a., der Investor McArthurGlen würde das in Remscheid geplante Outlet Center durch (angeblich) fehlerhafte Umsatzumverteilungsquoten „schönreden“. Wie bereits eingangs gesagt, hat der Investor, vertreten durch Herrn Henning Balzer, die von mir erläuterten Ergebnisse der Ersteinschätzung zur Auswirkungsanalyse an keiner Stelle bewertet oder kommentiert. Sie führen in Ihrem Schreiben aus, der Investor würde falsche „Umsatzverteilungsquoten“ nennen, weil sich diese „auf den gesamten einzelhandelsrelevanten Umsatz in den Städten“ beziehen. Hierzu wird dann wie folgt weiter ausgeführt: „Ein Großteil dieses Umsatzes erfolgt mit Sortimenten, die der Investor nicht anbietet – z. B. die Grundversorgung mit Lebensmitteln und gehobenen Wirtschaftsgütern, wie Möbel und Autos. Die Auswirkungen des geplanten Outlet-Centers auf Einzelhandelsgeschäfte mit gleichen Sortimenten, wie Textilfachgeschäfte, und damit die Auswirkungen auf die Innenstadt von Remscheid und auf benachbarte Innenstädte, werden von dem Investor nicht genannt.“ Abgesehen von der bereits oben beschriebenen falschen Aussage, dass die Umsatzumverteilungsquoten durch den Investor genannt worden seien, geht dieser Vorwurf in der Sache fehl und ist faktisch falsch; entsprechend ist diesem mit aller Deutlichkeit zu widersprechen. Wie Sie durchaus richtig erkannt haben, wird sich die Ansiedlung eines Designer Outlet Centers (DOC) in Remscheid insbesondere auf Einzelhandelsbranchen mit denselben Sortimenten wie im geplanten DOC auswirken. Folgerichtig wurden in der ecostra-Analyse gerade auch die Auswirkungen des DOC auf diese – für ein Outlet Center relevanten – Sortimente untersucht. Die im Pressegespräch im Rathaus Remscheid am 13. September 2011 genannten Umsatzumverteilungsquoten der jeweiligen Städte beziehen sich daher in keinem Fall – wie Sie in offensichtlicher Unkenntnis behaupten – auf den gesamten Einzelhandel der genannten Städte, sondern ausschließlich auf die in einem Outlet Center geführten Sortimente. Also auf genau jene Sortimente, welche Sie als Bezugsrahmen für die Untersuchung einfordern. Entsprechend ist Ihre Forderung, dass die „Auswirkungen des geplanten Outlet-Centers auf Einzelhandelsgeschäfte mit gleichen Sortimenten“ untersucht werden müssen, in der vorliegenden Auswirkungsanalyse eindeutig erfüllt. Wenngleich davon auszugehen ist, dass es sich hier wohl um ein Missverständnis Ihrerseits handelt, spricht doch einiges eher für das Gegenteil, da Sie Ihrem offenen Brief vom 14. 9.2011 einen Zeitungsartikel der Westdeutschen Zeitung vom 14.9.2011 beigefügt haben, in dem der Sachverhalt wie folgt eindeutig festgehalten ist: „Wie die Remscheider Stadtverwaltung gestern mitteilte, würde in den betreffenden Branchen 4,9 % des Umsatzes in Remscheid (...) abgezogen.“ Insofern hätte Ihnen doch eigentlich bekannt sein müssen, dass sich die genannten Umsatzumverteilungswerte eben nicht auf den gesamten örtlichen Einzelhandel, sondern auf genau die relevanten Branchen beziehen. Darüber hinaus sind in Ihrem Schreiben einige begriffliche Ungenauigkeiten vorhanden. Um weiteren Missverständnissen vorzubeugen, erlaube ich mir noch folgende fachliche Erläuterungen: „Umsatzverteilungsquoten“ (oder begrifflich richtig: Umsatzumverteilungsquoten) sind nicht identisch mit „Kaufkraftabflüssen“, wie Sie mutmaßen. Umsatzumverteilungsquoten stellen – wie es der Name schon sagt – den relativen Abzug von Umsatz beim bestehenden Einzelhandel durch ein neues Einzelhandelsobjekt dar. Dieser Umsatz des Einzelhandels besteht immer aus Kaufkraft der jeweils örtlichen Wohnbevölkerung sowie von Kaufkraftzuflüssen von Außerhalb. Insofern darf Umsatz und Kaufkraft nicht verwechselt werden. Mithin ist es irreführend, wenn Sie in diesem Zusammenhang pauschal von „Umsatzverteilungsqoten“ sprechen, „die vermutlich Kaufkraftabflüsse sein sollen“. Mit freundlichen Grüßen Beate Wilding

Chronist am :

„Der lokale Einzelhandel muss ... dem Internet da Paroli bieten, wo es selbst Schwächen hat. (...) Man muss dem Kunden eine Einzigartigkeit in Warensortiment, Service und Beratung bieten. Der Kunde muss den berühmten Erlebniseinkauf erleben können. Das Feeling beim Einkauf im Geschäft – die Interaktion mit dem Verkäufer, die kompetente Beratung – kann der Online-Handel einfach nicht bieten.“ (Der Remscheider Ralf Engel, Geschäftsführer des Handelsverbandes Nordrhein-Westfalen, in einem Interview, das im RGA und in der Bergischen Morgenpost erschien.)

Norbert Landen am :

Jawohl, Herr Engel, der Einzelhandel hat Schwächen, die auch gravierend sind.da gibt es keine Interaktion.Und kompetente Beratung findet leider nicht überall statt. Aber fürs Jahr 2019 gutes Gelingen bei Ihrer schweren Aufgabe, den Einzelhandel, den Sie vertreten, auf Vordermann zu bringen.

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