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Stadt kann Warenangebot eines DOC klar festlegen

 Im Gegensatz zum ersten 'Freitagsgespräch' war das zweite sehr gut besucht. Nicht alle hatten Platz.  Foto: Lothar Kaiser.

„Es gibt zwar eine Kampagne für ein Designer Outlet Center an der Blume und viele bunte Bilder, aber noch immer wenig Informationen“, leitete Jutta Velte, Fraktionsgeschäftsführerin der Grünen, das zweite „Freitagsgespräch“ ihrer Partei im Röntgenmuseum ein.  „Für die Informationen wollen wir sorgen – ergebnisoffen!“ Davon war am Ende der Veranstaltung Ralf Wieber, der Vorsitzende des Remscheider Marketingrates, allerdings nicht recht überzeugt. Die angekündigten Fakten habe er lediglich von Stefan Kruse gehört. Von Herbert Peter Wiedersprecher und Frank Mombauer dagegen „nur Stimmungen“. Wiedersprecher, der in der Tat gegenüber Kruse seinem Namen gerecht geworden war, ist CDU-Ratsmitglied in Bad Oynhausen und dort  Vorsitzende der Senioren.Union, eine Woche im Monat aber auch Bürger von Lennep (dort unterhalt er eine Zweitwohnung). Und Frank Mombauer, als Teilnehmer der Podoiumsrunde gar nicht angekündigt – das hatte sich eher zufällig ergeben – war bis 2003 Manager des Alleecenters, danach aktives Mitglied der Remscheider Wirtschaftsjunioren und stellte sich am Freitag als selbständiger Immobilienmakler vor.

Stefan Kruse vom Dortmunder Planungsbüro Junker & Kruse, das für das DOC-Projekt von  McArthur Glen bald in Neumünster eine Wirkungsanalyse lieferte und im Auftrag der öffentlichen Hand Einzelhandelskonzepte erstellt, hatte seinen Vortrag mit „Daten, Fakten, Mythen von Factory Outlet Centern“ überschrieben. Die Abkürzung „FOC“ treffe den Kern der Sache eher als „DOC“. Denn echte Designer-Mode („A-Marken“) sei in kleineren Arealen wie dem in Ochtrup so gut wie gar nicht und in größeren auch nur zu 20 bis 30 Prozent zu finden. Dass es sich dabei um Ware der vorherigen Saison, um Retouren des Einzelhandels, von den Firmen nicht mehr produzierte bzw. Waren zweiter Wahl handele – all das könne die Kommune, in der ein DOC/FOC entstehen soll, nach § 11, Absatz 3, der Baunutzungsverordnung oder in einem eigenen städtebaulichen Vertrag explizit festlegen – und später auch kontrollieren. Wobei im Falle vom Verstößen hohe Konventionalstrafen verhängt werden könnten. All dies geeignete Mittel, um Auswirkungen des DOC/FOC auf den lokalen Einzelhandel in Grenzen zu halten.

Im Bild v. li. n. re. Herbert Peter Wiedersprecher, Jutta Velte, Stefan Kruse und Frank Mombauer. Foto: Lothar Kaiser„Im Unterschied zum Einzelhandel vor Ort gilt für ein DOC: Es hat ein klares Konzept mit dem Schwerpunkt Textilien und ist einheitlich geplant, gebaut und finanziert“ fuhr Kruse fort. „Vom Remscheider Alleecenter unterscheidet es sich durch ein weitaus größeres Einzugsgebiet. Je nach Besonderheit und Verkaufsstrategie des DOC kann das zwischen einer Anfahrtszeit von 60 Minuten bis zu zwei Stunden liegen.“ Auch die Verweildauer in einem DOC sei mit der des „normalen Einzelhandels“ nicht zu vergleichen. „Wer eine lange Anfahrt hatte, bleibt in dem DOC-Areal gut zwei bis drei Stunden!“ Weil Nordrhein-Westfalen so dicht bevölkert sei, sei die Region für DOC-Investoren besonders interessant. „Eine ganze Reihe von Städten in NRW liebäugeln inzwischen mit einem DOC!“ (Nachzulesen auf http://www.gma.biz) In den bislang oft sehr emotional geführten Diskussionen um ein DOC sehr habe inzwischen „Sachlichkeit eingesetzt. Denn es liegen eine ganze Reihe von wissenschaftlichen Untersuchungen vor, die belegen, dass der örtliche Einzelhandel ein DOC nicht fürchten muss!“

Bad Oeynhausen hat zwar kein DOC/FOC, aber ein Einkaufszentrum (EKZ). Und das wurde vor zehn Jahren nicht in der Innenstadt, sondern anderthalb Kilometer entfernt gebaut. „Wir sind der Verwaltung damals in die Falle gelaufen. Am liebsten würden wir das Projekt wieder rückgängig machen“, berichtete Peter Wiedersprecher. „Auswärtige Kunden des EKZ machen keinen einzigen Schritt in die Innenstadt. Dort haben inzwischen ein Hotel und mehrere Gaststätten dicht gemacht. Weil das EKZ die Kaufkraft aus der Stadt abzieht. Das Leben spielt sich mittlerweile im EKZ ab!“ - Da müsse man das DOC eben in die Innenstadt holen, meinte Frank Mombauer. Dafür sei der Ebertplatz mit dem angrenzenden Bökerspark durchaus groß genug. Parkplätze könne man schließlich „auch übereinander und nicht nur auf einer Fläche anordnen“. Ein „städtebaulicher Tipp“, der für Ralf Wieber „nicht nachvollziehbar“ war. Und auch die Situation in Bay Oeynhausen sei mit der in Remscheid nicht vergleichbar.

Zur Erinnerung: Wenn sich bei der Bürgersanhörung am 16. Oktober – die Wahlbenachrichtigungen müssten bei den Wahlberechtigten inzwischen eingetroffen sein - eine Mehrheit mit mindestens 8700 Stimmen (10 Prozent der Wahlberechtigten) ergibt, wird sich die Ratsmehrheit daran gebunden fühlen. Kommt eine solche Mehrheit nicht zustanden, d.h. bleiben die meisten Remscheider am 16. Oktober zuhause, entscheidet Rat, wie er es für richtig hält. Bis auf Grüne und Linke haben sich alle Fraktionen bereits klar für ein DOC ausgesprochen.

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