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Remscheider DOC-Freunde auf Kuschelkurs im Schützenhaus

Marketingmanager Thomas Junge mit einer PLanskizze des neuen DOC. Archivfoto: Lothar KaiserDie Stimmung war DOC-freundlich bis -euphorisch, und unter den gut 70 Gästen der „Initiative engagierter Remscheider pro DOC“ im Schützenhaus schien gestern Abend der Begriff „alternativlos“ zu kursieren. Der ist zwar „Unwort des Jahres 2010“, wurde aber mehrfach in der Diskussion über die Präsentation von McArthurGlen erwähnt. Und noch eine Schippe drauf: Von „übermächtiger Chance“ war die Rede, von einem „Geldregen, der Remscheid nach vorne bringt“, von einer ausgesprochenen „Win-Win-Situation“. Zwar hatten die Moderatoren Henning Röser (Bergische Morgenpost) und Axel Richter (rga) angekündigt, dass dies „keine Kuschelveranstaltung“ für die Repräsentanten des DOC-Investors McArthurGlen und seiner Promoter aus FIT (Förderverein für Innovation und Technologie), MIT (Mittelstands- und Wirtschaftsvereinigung der CDU) und den WiJus (Wirtschaftsjunioren) werde.

Aber kuschelig wurde es dann doch. Denn es fehlten sowohl auf dem Podium als auch im Auditorium die kritischen Stimmen zum geplanten DOC. Die aber gibt es auch in Remscheid; vielleicht waren sie nicht eingeladen.  Denn FIT-Vorsitzender Franz-Bernd Daum (Foto rechts) machte keinen Hehl aus dem Ziel der Veranstaltung: Man wolle für das DOC „begeistern“, damit werde ein „Magnet installiert“. Die erwarteten Investition in dreistelliger Millionenhöhe, die McArthurGlen hier tätigen wolle, brachte Daum auf eine Kurzformel:Franz-Bernd Daum. Foto: Lothar Kaiser „Wenn es für die Investoren gut ist, muss es auch für die Stadt gut sein.“ Henner Blecher, Vorsitzender des MIT, erklärte, man wolle Remscheid – allen Schwierigkeiten zum Trotz – nach vorne bringen. „Wir brauchen Belebung in Remscheid!“ Und dazu müsse die Bürgerbefragung am 16. Oktober gewonnen werden. Denn bisher habe Remscheid für Auswärtige (Führungskräfte und Touristen) nicht viel mehr zu bieten als einen schönen Wald. Die „unattraktiven Innenstädte“ von Remscheid, Lennep und Lüttringhausen könnten aufgewertet, die Kaufkraft durch auswärtige Besucher gesteigert werden, meinte Blecher. Es gelte, einen Trend zu stoppen. „Ohne DOC wandern Einwohner und Kaufkraft ab.“ Zwar sei es für einzelne Remscheider Händler schwer, mit diesen eventuellen Neuerungen umzugehen. Aber diese Skeptiker wollte Constanze Epe von den WiJus beruhigen: Das DOC habe schließlich ein anderes Sortiment als die Alleestraße, die sei eher geeignet für Geschäfte des täglichen Bedarfs.

Henning Balzer. Foto: Lothar KaiserAngesichts dieser positiven Vorbemerkungen auf dem Podium brauchten die Repräsentanten von McArthurGlen nicht mehr viel Überzeugungsarbeit zu leisten. Henrik Madsen (Managing Director Northern Europe), Henning Balzer (Development, Foto links) und Thomas Junge (Marketing, im Foto rechts oben bei der Vorstellung des Projektes vor wenigen Tagen im Rathaus) stellten in einer Präsentation ihr Unternehmen und dessen Outlet-Center vor. Dabei betonten sie, dass sie sich stets als Partner der Kommunen und des Stadtmarketings sehen, als „Teil der kulturellen und sozialen Öffentlichkeit“. Das bedeute, dass sie sich der Region zugehörig fühlten und auch für sie werben könnten – international auf Messen und Fachtagungen, im DOC selbst durch Hinweise auf die Angebote in Remscheid und Umgebung. 800 Arbeitsplätze könne man schaffen, 70 Prozent für feste (Voll- und Teilzeit), 30 Prozent für aushelfende Mitarbeiter/innen. Und ein „touristisches Wahrzeichen“ (Balzer) fürs Bergische und die angrenzenden Metropolen setzen. Für viele „neue Kundengruppen“, die Remscheid sonst nicht besucht hätten.

Anhaltender Beifall am Ende der Präsentation – als Ausdruck der auch gedruckten Liebeserklärung mit dem großen roten Herzen der "engagierten Bürger"  fürs DOC, das nun bis zum 16. Oktober für die Teilnahme an der Bürgerbefragung werben soll. Und für ein positives Votum. Eine solche „Liebeserklärung“, das freute die McArthur-Glen-Manager, haben sie bislang an anderen Investitionsorten noch nicht bekommen. Allerdings hatten sie es auch noch nicht mit einer Bürgerbefragung zu tun. Was sie für den positiven Ausgang dieser Befragung tun wollten, wurden sie gefragt. Balzer: „Informieren, informieren, informieren.“

Henner Blecher. Foto: Lothar KaiserEin möglichst überzeugendes Votum der Befragung sei ein wesentliches Argument, um einer weiteren Hürde zu begegnen: der Landesregierung, die dem geplanten Remscheider DOC eher ablehnend gegenüber steht. Balzer: „Ein starkes Votum aus Remscheid kann die Landesregierung überzeugen!“ Dann stünde dem Zeitplan nichts mehr im Wege, und schon 2015 könne das DOC eröffnet werden. Dieser zügige Verlauf hätte für Henner Blecher nur einen kleinen Schönheitsfehler: „Wenn alles gut und schnell geht – dann steht die falsche Frau auf unserem Platz bei der Einweihung“, meinte er in Anspielung auf Oberbürgermeisterin Beate Wilding …

Aber selbst das nimmt er in Kauf für eine zügige Planung des DOC an der Blume.

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Chronist am :

„Wir sagen ‚JA ZUM DOC!’“, heißt es in einem Von Sven Wolf, stellvertretender Vorsitzender des SPD-Unterbezirks Remscheid Unterbezirk Remscheid, im Namen des Vorstandes unterschriebenen Brief an alle Remscheider Parteimitglieder vom 28. September. Darin werden den Genossinnen und Genossinnen gebeten, im Kreise von Familie, Freunden und Arbeitskollegen für die Bürgerbefragung zum DOC am 16. Oktober zu werben. Entsprechend dem Beschluss des Unterbezirksparteitag vom 16. Juli, die Bemühungen zur Ansiedlung eines Designer Outlet Centers zu unterstützen, weil sich hiermit eine Chance für den weiteren Strukturwandel in unserer Stadt verbinde, gehöre die Remscheider SPD zum Aktionsbündnis "JA ZUM DOC", das in den kommenden Wochen für eine Zustimmung der Bevölkerung zu dem Projekt werben werde. Wolf: „Wir werden gemeinsam mit CDU, FDP und W.i.R. einen Wahlaufruf über das Anzeigenblatt und den Lüttringhauser Anzeiger an alle Remscheider Haushalte verteilen lassen. Darüber hinaus werden wir am 1., 8. und 15. Oktober in der Zeit von 11 bis 14 Uhr auf der Alleestraße (Brunnen vor dem Allee-Center) mit einem Infostand für unsere Position werben. In gleicher Weise werden am 8. und 15. Oktober in Lüttringhausen vor dem Rathaus und in Lennep auf dem Wochenmarkt in der Altstadt jeweils von 10 bis 13 Uhr Infostände stattfinden.“

Wolfgang Rau am :

Den Link zum Designroulett habe ich mir zu Gemüte geführt. Die farbenprächtigen Bilder mit den jeweiligen Gebäuden im Lokalkolorit kommen schon stimmungsvoll daher. Bin da mal auf das bergische Fachwerk (oder was McArthurGlenn dafür hält) gespannt. Wenn's dann doch die erwartete Rendite nicht bringt, und der Investor nach acht Jahren seinen Koffer packt, kann man wenigsten noch einen schnuckeligen der Autobahn nahen Bordellbetrieb daraus machen.

Uli Frank am :

Eindrucksvoll und wirklich informativ, die Hochglanzbilder auf der Investoren-Website. Vor allem die durch die Bank jugendlich-frischen Besucher mit Modelcharakter wirken ganz natürlich. Oder sind die Bilder etwa gephotoshopt? Für diesen unwahrscheinlichen Fall drängt sich mir die Frage auf, was denn sonst noch so beim geplanten Blume-DOC an Infos geschönt sein könnte... Zur "I love DOC"-Werbung auf Remscheider Bussen: Werben die Gegner – gerne mit Vereinscharakter - auch auf Bussen mit "I love Blume" oder so? Wohl nicht, denn Werbung kostet Geld. Neutralität seitens der Stadtwerke (wie bei Wahlen sonst üblich) wäre wünschenswert gewesen.

Chronist am :

Ab sofort kann sich jeder ein eigenes Bild von den Planungen für das Designer Outlet Center in Remscheid machen. Unter www.designeroutlet-remscheid.de finden Remscheids Bürgerinnen und Bürger zahlreiche Informationen rund um das Projekt im Gewerbegebiet an der Blume in Lüttringhausen. Der britische Entwickler, Investor und Betreiber McArthurGlen stellt den Stand der aktuellen Planungen vor und skizziert die Chancen, die ein Designer Outlet in Remscheid der gesamten Region Bergisches Land bietet. „Angesichts der bevorstehenden Bürgerbefragung wollen wir die Bürger der Stadt so umfassend über das Projekt informieren, wie es uns im jetzigen frühen Stadium der Planungen möglich ist“, sagt Henning Balzer, Development Director von McArthurGlen. „Wir wollen den Menschen der Stadt Remscheid Vertrauen in das Projekt geben und Ihnen die einmalige Chance verdeutlichen, die ein Designer Outlet sowohl der Stadt als auch der gesamten Region Bergisches Land bietet.“ Neben einer Bildergalerie, die Impressionen von anderen McArthurGlen Designer Outlet Centern in Europa zeigt, werden erste Zeichnungen einer möglichen architektonischen Gestaltung präsentiert. Zudem finden Besucher auf der Seite Antworten auf die häufigsten Fragen sowie Informationen zum Investor McArthurGlen.

Fraktionen von CDU, SPD, FDP Und W.i.R. am :

„Ja zum DOC“, das ist die Meinung von CDU, SPD, FDP und der Wählergemeinschaft in Remscheid. Dieses „Ja“ vertreten die drei Remscheider Parteien und die Wählergemein-schaft auch gemeinsam. Sie haben sich zu einem Aktionsbündnis „Ja zum DOC“ zusam-mengefunden. Auf einem gemeinsamen Flugblatt rufen sie die Bürgerinnen und Bürger Remscheids auf, an der Bürgerbefragung am 16. Oktober ihr Votum für die Zukunft Remscheid abzugeben. Sieben wichtige Gründe für ein „Ja zum DOC“ sind auf der Rück-seite des Prospekts aufgeführt. Um mit den Wählerinnen und Wählern ins Gespräch zu kommen, wird das Aktions-bündnis gemeinsame Infostände haben. Auf der Remscheider Alleestraße gibt es die-se Möglichkeit am 1., 8., und 15. Oktober jeweils von 11 bis 14 Uhr. In Remscheid-Lennep (auf dem Wochenmarkt) und in Remscheid-Lüttringhausen (vor dem Rathaus) werden diese Gesprächs- und Informationsmöglichkeiten am 8. und 15. Oktober je-weils von 10 bis 13 Uhr angeboten.

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