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"Kinderschutz in Schulen" hat noch ein paar weiße Flecke

Kontrollbögen für das Wohl von Kindern und Jugendlichen“ kündigte er Waterbölles am 5. Oktober 2007 an. Sie basieren auf den "Leitlinien zum Schutz des Kindeswohls bei akuten Gefährdungssituationen“, die eine Arbeitsgruppe der Arbeitsgemeinschaft "Hilfen zur Erziehung" erarbeitet und die der Jugendhilfeausschuss am 25. Mai 2007 verabschiedet hatte. Eine Konsequenz aus dem am 1. Oktober 2005 in Kraft getretenen "Gesetzes zur Weiterentwicklung der Kinder- und Jugendhilfe (KICK)", das die Normen zum Schutz bei Kindeswohlgefährdungen präzisiert. Die Leitlinien verpflichtet alle Träger der Jugendhilfe, das Jugendamt zu informieren, wenn die Gefährdung des Kindeswohls aus eigener Kraft nicht abgewendet werden kann. Ferner existiert eine Kooperationsvereinbarung zwischen 30 (von 40) Remscheider Grund-, Förder- und Gesamtschulen sowie Gymnasien und dem Fachdienst  Jugend, Soziales und Wohnen, die ebenfalls dem Schutzauftrag bei Kindeswohlgefährdung dient (gemäß § 42 Abs. 6 SchulG NRW). (Haupt- und Realschulen haben bislang nach Angaben der Verwaltung noch keine Kooperationsvereinbarung abgeschlossen.)

Alle Träger und Einrichtungen der Jugendhilfe sowie die 30 beteiligten Schulen legte die Verwaltung in diesem Jahr einen kurzen Fragebogen vor, um herauszufinden, wie oft Anlass bestanden habe, einen Kontrollbogen („Kinderschutzbogen“) auszufüllen und mit Eltern Gespräche zu führen. Ergebnis: In 15 der 57 beteiligten Kindertageseinrichtungen wurden im vergangenen Jahr insgesamt 28 Kontrollbögen ausgefüllt; es fanden insgesamt 52 Elterngespräche statt. In 21 Fällen mussten Fachkräfte hinzugezogen werden. Die Verwaltung: „Der Rücklauf der Fragebögen aus den Kindertageseinrichtungen beträgt knapp 54 Prozent; die  Zahlen haben somit eine mittlere Aussagekraft.“ Auffällig ist jedoch, dass die in den 15 Einrichtungen beobachteten Risikolagen zu 75 Prozent im Innenstadtbereich aufgetreten sind.

Aus den Einrichtungen der offenen Kinder- und Jugendarbeit sowie der  Jugendverbände gingen im Rathaus keine ausgefüllten Fragebögen ein.Gab es dort 2010 gar keine Fälle, in denen die Notwendigkeit bestand, ein Kindeswohlverfahren einzuleiten? „Diese Annahme wurde in Gesprächen mit den Arbeitsgemeinschaften  Bestätigt“, heißt es in dem Bericht der Verwaltung, den der Jugendhilfeausschuss jetzt zur Kenntnis nahm. Ab er „Für die nächste Evaluation wurde hierdurch die Notwendigkeit … einer Leermeldung  deutlich.“  
Beim Allgemeinen Sozialdienst (ASD) gingen 2010 219 Hinweise auf Kindeswohlgefährdung ein. In 60 Fällen bestand kein Handlungsbedarf, in 91 Fällen wurde von den Erziehungsberechtigten das Beratungsangebot des ASD od. anderer Beratungsstellen angenommen. In 25 Fällen kam es zum Einsatz Flexibler Erziehungshilfe und in 43 Fällen zu einer außerfamiliären Unterbringung des Kindes/ der Kinder. Zitat aus der Veraltungsvorlage: „Standardmäßig verschaffen sich die Mitarbeiter/-innen bei jeder Meldung zu zweit vor Ort einen  persönlichen Eindruck von der Gefährdungslage. Anschließend wird in kollegialer Beratung mit  mindestens einem weiteren Teammitglied über erforderliche Schutzmaßnahmen entschieden.  Liegt eine akute Notlage vor, erfolgt zum Schutz des Kindes umgehend eine Inobhutnahme. (…) In fast 20 Prozent  der Fälle wurden Kinder anderweitig untergebracht.
Von den 22 Anbietern von „Hilfen zur Erziehung“ schickten 14 die Fragebögen an die Verwaltung zurück und meldeten darin insgesamt 14 ausgefüllte Kinderschutzbögen sowie 16 Eltern- und zwölf Fachgespräche. Der Rücklauf habe mit 60 Prozent eine überdurchschnittliche Saussagekraft, so die Verwaltung.  Da es sich hier um Fälle handele, in denen  bereits eine Hilfe zur Erziehung, überwiegend Flexible Erziehungshilfe, eingesetzt worden sei, hätten diese Zahlen n besondere Bedeutung. Von li. n. re: Staatssekretär Günter Wienands, Oberbürgermeisterin Beate Wilding und der Schulwissenschaftler Dr. Detlef Garbe. Foto: Lothar Kaiser„Die  Gesamtzahl der ausgefüllten Kinderschutzbögen von 14 auf ein Jahr gesehen zeigt, dass es  bei 193 Fällen von Flexibler Erziehungshilfe im Jahr 2010 in 7,25 Prozent der Fälle zu riskanten  Kindeswohlgefährdungslagen gekommen ist. (…) Die Zahl der hinzugezogenen Fachkräfte… macht deutlich, dass  in nahezu 86 Prozent der Fälle, in denen Kinderschutzbögen ausgefüllt wurden, die Situation für das  Kind als so gravierend eingeschätzt wurde, dass eine fachliche Unterstützung notwendig war, um mit der Familie Lösungen zu erarbeiten oder  weitergehende Maßnahmen des Jugendamtes einzuleiten.“  Von den 20 Remscheider Grundschulen, mit denen eine Kooperationsvereinbarung zum  Schutz des Kindeswohls besteht, meldeten sich 29. Berichtet wurde von 42 ausgefüllten Kinderschutzbögen, 91 Eltern- und 28 Fachgesprächen. Die Verwaltung: „ Bei rund 75 Prozent der von 14 Schulen beobachteten Risikolagen von Kindern handelte es sich um  Kinder, die Schulen in Alt-Remscheid und im Südbezirk besuchen.“

Vertreter/-innen der Schulformen und der Jugendhilfe arbeiten seit rund drei Jahren im  Qualitätszirkel "Kinderschutz in Schulen" an der qualitativen Weiterentwicklung der  Zusammenarbeit der beiden Systeme im Kinderschutz. Die weitere regelmäßige  Zusammenarbeit ist nunmehr Bestandteil des Regionalen Bildungsnetzwerkes,  das am 8. Juni 2009 mit einem Kooperationsvertrag zwischen dem Ministerium für Schule und  Weiterbildung des Landes Nordrhein-Westfalen und der Stadt Remscheid gegründet wurde (Foto rechts).

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