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Architekt Brune: „DOC zerstört die nahegelegene Stadt!“

Architekt Walter Brune.

Pressemitteilung des Heimatbundes Lüttringhausen

Der bekannte Düsseldorfer Architekt, Stadtplaner und Immobilienunternehmer Walter Brune hat sich in einem Schreiben an den Heimatbund Lüttringhausen entschieden gegen die Planungen der Stadt Remscheid zur Errichtung eines Designer Outlet Centers ausgesprochen. Die Brune-Immobiliengruppe gehört mit über 200 Beschäftigten zu den größten Architekturunternehmen in Deutschland, die sich schwerpunktmäßig mit Stadtplanung und Projektentwicklungen beschäftigt. Brune plante zahlreiche Karstadt-Gebäude sowie die Karstadt-Hauptverwaltung in Essen und erhielt eine Fülle von Auszeichnungen. Seit Anfang der 1980er Jahre machte sich Brune einen Namen als Architekt, Entwickler, Consulter und Betreiber von innerstädtischen integrierten Einkaufszentren. Aus der Einsicht über die negativen Folgen großer Shopping-Center (von ihm selbst stammt das vor 40 Jahren geplante Rhein-Ruhr-Zentrum, dessen Planung er später als einen großen persönlichen Fehler bezeichnete) lehnte er später entschieden die an ihn herangetragene Planung des Centro in Oberhausen ab. Stattdessen entwickelte er das Konzept einer „Stadtgalerie“, das er erstmalig bei der „Kö-Galerie“ in Düsseldorf und in der „Heuvel-Galerie“ in Eindhoven umsetzte. Auch die Schadow-Arkaden in Düsseldorf sind sein Werk. Neben der Betätigung als Planer und Bauherr betätigt er sich seit Jahren als Streiter für die Erhaltung lebendiger Innenstädte. Nicht zuletzt wegen der negativen Auswirkungen zu großer und nicht integrierter Einkaufscenter veröffentlichte er u.a. die Bücher „Angriff auf die City“ und „Die verschobene Stadtmitte – Centro Oberhausen – Ein Beispiel verfehlter Stadtplanung“. Nachstehend veröffentlichen wir Auszüge aus dem Schreiben von Walter Brune an den Heimatbund Lüttringhausen e.V.:

„Die Planungen bezüglich eines DOC auf der grünen Wiese am Stadtrandbereich von Remscheid kann man doch wirklich nur äußerst kritisch sehen und ich bin gerne bereit, Ihnen bei diesem Problem beratend zur Verfügung zu stehen. Da ich mich seit 60 Jahren mit Einzelhandelsgroßprojekten beschäftige (Anmerkung: Walter Brune wurde in diesem Jahr 85 Jahre), können Sie davon ausgehen, dass ich die Wirkung solcher Projekte zuverlässig einschätzen kann.

Das solch ein Center mit 20.000 Quadratmetern Verkaufsfläche eine enorme Verkehrsbewegung durch PKW´s verursacht, können Sie in Roermond täglich beobachten. Am Wochenende und vor den Weihnachtsfeiertagen kommt es dort zu erheblichen Verkehrsstaus, die den Anliegern große Probleme bereiten.

Die ständig in dem DOC angebotene hochwertige Designermode zu äußerst günstigen Preisen hat eine enorme Magnetwirkung. Warum sollte noch irgendjemand „Mittelmäßiges“ in der Innenstadt Remscheid kaufen, wenn er doch dieses zu gleichen Bedingungen im DOC im neuesten Trend und mit höchster Qualität erhalten kann? Früher war es einmal so, dass ein DOC hochwertige Designerware zu günstigeren Preisen verkauft hat, da diese außerhalb des Modetrends nicht mehr verkauft werden konnte oder durch neuere Designertrends nicht mehr so aktuell war. Das hat sich aber im Wesentlichen verändert.

Da die Umsätze in diesen Centern sehr positiv sind, stellen die Produzenten der DOC heute extra zusätzliche Ware her, die dem neuesten Trend entspricht und trotzdem zu den günstigsten Preisen verkauft werden. Hier wird der nötige Preis durch die Masse erzielt. Das ist natürlich noch schlimmer für die Innenstadt, als wenn nur Außertrendware verkauft werden würde. Ist der Kunde einmal im DOC bleibt er dort und mittlerweile sind die Sortimente in vielfältiger Weise ergänzt worden, so dass man dort Schuhe, Taschen und selbstverständlich auch Gastronomieangebote erhalten kann. D.h., der Innenstadt wird nicht nur der Umsatz für Textilien entzogen, sondern ein viel größeres Gesamtpaket der Innenstadtgeschäfte geht verloren.

Die Folge ist, dass ein Sterben der guten Geschäfte in der Innenstadt stattfindet und dies ist nicht reversibel. Die Stadt wird am Schluss, gerade bei einem solch großen Center und so einem nahegelegenen DOC, total an Attraktivität und Lebendigkeit verlieren und damit veröden. Wenn die Verantwortlichen dies Ihrer Stadt antun wollen, müssen sie dies auch eines Tages verantworten. Die Frage, die sich auch hier stellt, ist: „Zu welchem Interessenkreis gehören die Akteure, die solch ein Center verfolgen, was bekannter Weise die nahegelegene Stadt zerstört?“.

Die Zusammenhänge können Sie dem von mir herausgegebenen Buch „Die verschobene Stadtmitte“ (Centro Oberhausen) entnehmen, und was hinter den Kulissen in Oberhausen stattgefunden hat, wird in Remscheid nicht anders sein.“

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Kommentare

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Martin Wilcke am :

Herr Brune disqualifiziert sich selbst mit seiner Ansicht über das Centro in Oberhausen. Wäre dies ein weiterer leerer Konsumtempel, würde ich seine Meinung nachvollziehen können aber viele meiner Bekannten reisen extra nach Oberhausen und schwärmen von den tollen Einkaufsmöglichkeiten. Mag ja sein, dass das DOC ein wenig am Umsatz der bestehenden Händler nagt aber viel schlimmer kann die Alleestraße nicht mehr aussehen (Leerstände, Handyläden und Friseure). Als das Allee-Center gebaut wurde, waren viele Remscheider dagegen aber wie sieht's heute aus? So lange sich Remscheids Einzelhändler lieber gegenseitig bekämpfen, als an einem Strang zu ziehen, sind mir extern geführte Einkaufstempel wie Centro, Allee-Center oder eben DOC viel lieber als eine vor sich hin verrottende Alleestraße.

Karl Heinz Humpert am :

Der Stadt Remscheid droht in den beiden kommenden Jahrzehnten der stärkste Bevölkerungsrückgang unter den kreisfreien Städten in NRW. Immer weniger Menschen müssen für die Bezahlung der Infrastruktur (Straßenunterhaltung und Straßenreinigung, Wasserver- und entsorgung, Schul- und Kultureinrichtungen usw.) aufkommen. Wenn dieser Trend nicht zumindest gestoppt wird, werden alle Bürger - ob Eigentümer oder Mieter - diese Lasten tragen müssen. Eine wesentliche Ursache für das Problem ist die Monostruktur (letzte echte Industriestadt in NRW) des Gewerbes in unserer Stadt. Das DOC ist daher zumindest eine reale Chance, die oben beschriebene Entwicklung aufzuhalten. Der Investor will pro Einwohner Remscheids mehr als 1.000 €, nämlich 120 Mill. €, investieren. Wer diese Chance nicht nutzt, schadet nicht nur der Allgemeinheit, sondern auch sich selbst.

Eija Tirkkonen am :

Der Beitrag des Kollegen Brune ist äußerst interessant, allerdings nicht im fachlichen Sinne. Der Architekt Brune ist eng mit der ECE liiert, dem Betreiber des Remscheider Allee-Centers. ECE ist ebenso der Betreiber der Düsseldorfer Kö-Galerie, wo das Büro Brune seinen Sitz hatte. Das riesige 70.000 qm große Einkaufszentrum „RheinRuhrZentrum" in Mühlheim, mit dem der erfolgreiche Geschäftsmann Brune ein gewaltiges Honorar verdient hatte, bevor er sich davon distanzierte, steht ebenso in der Liste desselben Betreibers. Da kann die ECE schon von dem Hausarchitekten Brune erwarten, dass er einen pseudofachlichen Beitrag zum Städtebau verfasst, um eine Bürgerbefragung zum Nachteil des ärgsten Konkurrenten, McArthur Glen, zu beeinflussen. Das zeigt deutlich die Kräfte der Lobbyisten in der Landesregierung in Düsseldorf, die das Projekt DOC zum Nachteil Remscheids torpedieren wollen. Lieber Heimatbund Lüttringhausen, Ihnen geht es offensichtlich lange nicht mehr um die eigene Überzeugung, sondern um Rechthaben mit allen Mitteln.

Jens Jahn am :

"Da kann die ECE schon von dem Hausarchitekten Brune erwarten, dass er einen pseudofachlichen Beitrag zum Städtebau verfasst"... Na, da haben wir aber irgendwas falsch verstanden. "In seinem Buch wirft er den Hamburgern jetzt unter anderem 'Raubrittertum' vor und eine Mitverantwortung für die Verödung der Innenstädte. 'Wenn ich die aktuellen Entwicklungen in den Innenstädten betrachte, befällt mich ein Grausen' schreibt Brune." (FAZ vom 11.1.2007) Also da von einer guten Beziehung zu sprechen, zeugt schon von Ahnungslosigkeit bez. der tatsächlichen Sachverhalte. Anscheinend geht es nur darum, DOC-Gegner zu diskreditieren.

Christoph Humpert am :

Ich habe heute gelesen, dass Herr Brune es immerhin zu einem Vermögen von 600 Mio. € gebracht hat und damit zu den 500 reichsten Deutschen zählt. Kann er dann zu 100 Prozent unparteiisch sein, wenn er einen Großteil seines Vermögens der ECE zu verdanken hat? Ich könnte es jedenfalls nicht!

Michael Dickel am :

Na dann haben wir ja den Investor für ein DOC auf dem Fr.Ebert Platz oder in der Lenneper Altstadt. :-)

Armin Gerhardts am :

Ach, das ist doch eine Werbeveranstaltung von Herrn Brune. In einer Pressemitteilung eine interessante Frage stellen und bzgl. einer Antwort frohlockend auf das eigene Papierwerk verweisen... "Die verschobene Stadtmitte" - das stimmt. Ich kann daran nichts Schlechtes erkennen. Warum hält man so krampfhaft daran fest? Wir brauchen keine Stadtmauer mehr, wir haben in den letzten paar 100 Jahren die Kirche dezentralisiert, wir haben in den letzten 60 Jahren die öffentliche Organisation dezentralisiert, wir haben unsere Wohnbauanordnung dezentralisiert, wir haben die freie Wahl des Einkaufs, wir sind mobiler denn je, wir haben funktionierende Konsumstrukturen, ganz ohne einen Fuß vor die Tür setzen zu müssen, wir haben Nahversorgung vor der Tür am Rand des Wohngebiets, wir müssen für Zahlungsverkehr nicht mehr eine zentralisierte Institution aufrufen. Bei jedem Schritt vor die Tür fällt man über Ärztetafeln und Apotheken. Warum um alles in der Welt brauchen wir eine Stadtmitte wie vor 50 Jahren? Stadtmitte ist ein historisch begründeter Ort, der sich in Remscheid bereits heute höchstens noch durch den Friedrich-Ebert-Platz als ÖPNV-Verkehrsknotenpunkt äußert.

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