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Pflegebedarf von Senioren mit eigener Wohnung steigt

In Remscheid lebten laut Landesstatistik am 15. Dezember 2009 insgesamt 3.598 als pflegebedürftig eingestufte Personen (2.463 Frauen und 1.135 Männer). Davon waren 1.924 in die Pflegestufe I („erheblich Pflegebedürftige“), 1.264 Personen in die Pflegestufe II („Schwerpflegebedürftige“) und 409 Personen in die Pflegestufe III („Schwerstpflegebedürftige“) eingestuft. Daneben kann auch in Remscheid von einer großen Anzahl von Personen ausgegangen werden, die einen Bedarf an pflegerischer Grundversorgung unterhalb der Pflegestufe I haben und / oder nichtpflegerische Unterstützungen (z.B. hauswirtschaftliche Hilfen) benötigen. Das Institut Infratest Sozialforschung hat aufgrund einer im Jahr 2002 durchgeführten Untersuchung berechnet, dass je als pflegebedürftig eingestufte Person weitere 2,1 Personen unterhalb der Pflegestufe I einen grundsätzlichen Bedarf an nichtpflegerischer Unterstützung haben. In Remscheid kann demnach von rund 7.500 bis 7.600 weiteren Menschen in Privathaushalten ausgegangen werden, die Einschränkungen bei vorrangig hauswirtschaftlichen alltäglichen Verrichtungen unterhalb der Schwelle des erheblichen Pflegebedarfes (d.h. unterhalb der Pflegestufe I) aufweisen. Externe Hilfen nehmen sie jedoch zumeist nicht in Anspruch. (...)

Die stundenweise teilstationäre Pflege und Versorgung von Personen mit einem pflegerischen Bedarf (Tagespflege) … an einem oder an mehreren Wochentagen … dient der Aktivierung und Rehabilitation. So soll eine vollstationäre Unterbringung möglichst lange vermieden werden. Auch soll die Tagespflege die Angehörigen entlasten, die die Pflege in der übrigen Zeit sicherstellen. Denn die private ambulante Pflege ist für die Pflegenden neben vielerlei Entbehrungen in den meisten Fällen auch mit großen körperlichen und psychischen Anstrengungen / Belastungen verbunden, für die ein Ausgleich zu schaffen ist. Während im Jahr 1999 in Deutschland noch rund 10.000 Pflegebedürftige diese Hilfe in Anspruch genommen haben, waren es 2003 schon 17.000 und im Jahr 2007 bereits 23.000 Menschen. Und die Entwicklung steht nach allgemeiner Einschätzung gerade aufgrund des hohen Anteils der durch Privatpersonen Gepflegten noch am Anfang. Bei Inanspruchnahme von Tagespflegeleistungen wirkte sich dies bis zum Jahr 2008 direkt auf die übrigen Leistungen des Pflegebedürftigen aus.

Seit dem 1.8.2008 hat sich dies mit Einführung des Pflege-Weiterentwicklungsgesetzes geändert. Seither erfolgt keine Anrechnung auf das Pflegegeld mehr, wenn die Höchstbeträge für Tagespflege lediglich bis zur Hälfte in Anspruch genommen werden. Nimmt etwa ein Pflegebedürftiger der Pflegestufe II mit einem monatlichen Tagespflegeanspruch von bis zu 1.040 € lediglich bis zu 520 € für Tagespflege in Anspruch, so wird das Pflegegeld für die pflegenden Angehörigen weiterhin ohne jegliche Abzüge ausgezahlt. Die Möglichkeiten zur Inanspruchnahme von Tagespflegeleistungen sind somit durch die Gesetzesänderung faktisch ausgeweitet worden und die Nachfrage nach Tagespflege zur Entlastung der pflegenden Angehörigen ist dadurch in den letzten Jahren deutlich gestiegen. (...) In Remscheid waren am Stichtag 15.12.2009 insgesamt 34 Personen Besucher einer Tagespflegeeinrichtung. (...) Nach der alten Berechnungsformel im Rahmen des „2. Pflegebedarfsplanes der Stadt Remscheid“ wurde ein Bedarf von kontinuierlich 29 bis 31 Tagespflegeplätzen prognostiziert. Tatsächlich liegt der Wert in Remscheid aber bereits seit  Jahren deutlich darüber.

2010 konnte in Abstimmung  mit den Trägern eine Versorgung der zuvor nicht versorgten Stadtbezirke Remscheid-Süd (Tagespflege DRK, Dresdner Straße, 14 Plätze) und Remscheid-Lennep (Tagespflege  Caritasverband, Hasenberger Weg, 12 Plätze) sichergestellt werden. Aufgrund vorliegender Absichtserklärungen bzw. Planungen werden in Kürze zwei weitere Tagespflegeeinrichtungen umgesetzt (Stockder-Stiftung sowie Diakoniezentrum Hohenhagen. Die Eröffnung soll jeweils im Laufe des Jahres 2012 erfolgen. Thomas Köppchen (städtische Sozial- und Altenhilfeplanung): „Es ist noch nicht sicher abschätzbar, wie viele Menschen diese Betreuungsform in Zukunft nachfragen und in Anspruch nehmen werden. Jedoch lässt sich bereits jetzt erkennen, dass wir in Remscheid mit 64 Tagespflegeplätzen bei einer Auslastung von 85 bis 100 Prozent (je nach Einrichtung) liegen, somit deutlich oberhalb des Landesschnittes von 80 Prozent. Man kann also sagen, dass und ein weiterer schrittweiser Ausbau notwendig ist.“

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