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Kleine kreisfreie Städte im Ballungsgebiet schrumpfen rapide

Von Eija Tirkkonen

Der Begriff „Einkaufszentrum auf der grünen Wiese“ entstand nach der Wende in den neuen Bundesländern, als der Bedarf an Konsum schnell befriedigt werden musste. In den neuen Einkaufszentren außerhalb der Stadtkerne lag die neue Westware, während die alten Geschäfte in den Stadtkernen nicht nachkamen. Die Stadtkerne verödeten. Daraus entstand eine grundlegende Negativhaltung gegenüber Einzelhandel außerhalb der Stadtkerne, während Shoppingzentren im Innenbereich sich ungehemmt vermehren  konnten. Die neuen Shoppingzentren setzten auf Markenkleidung, deren Präsentation individuell dem  Markenlabel entsprechenden Marketingkonzept folgen musste. Diese Markentempel mit Arkaden und Galerien ruinierten nun die traditionellen Warenhäuser, deren Konzepte als überholt angesehen werden mussten.

Beispielhaft für funktionierende Stadtkerne in Remscheids Größe sind Ulm, Freiburg, Trier, Osnabrück und Würzburg (LaSalle). Bezeichnend für diese mittelgroßen Städte ist deren Alleinstellung in der Umgebung. Für das NRW-Ballungsgebiet sind keine anderen Städte genannt außer Düsseldorf und Köln: Sie haben die bundesweit meistbesuchten Flaniermeilen, „Kö“ und „Schildergasse“. Hier offenbart sich das riesige Einzugsgebiet von 20 Millionen Einwohnern. Die kleineren Städte wie Remscheid haben nur Verluste zu verzeichnen. Die feindliche Gegenüberstellung „innen vor außen“ in Bezug auf Schutz der Stadtkerne ist hier fehlerhaft. Im dichten Ballungsgebiet stehen die Stadtkerne im Konkurrenzkampf miteinander. Die größeren Stadtkerne mit einem besseren Angebot gewinnen, während die kleineren bei jedem ausbleibenden Angebot schneller aussterben. Übrig bleibt das  innerstädtische Shopping-Center. Ist das das Ziel? Soll die belebte Innenstadt sich auf den Mikrokosmos des Shopping-Centers begrenzen? Das ist leider die momentane ernüchternde  Entwicklung. Wenn die Landesregierung die Leitlinie „innen vor außen“ für das Ruhrgebiet anwendet, greift sie in den Konkurrenzkampf zwischen den Stadtkernen ein und zwar zum Vorteil und Schutz der Größeren. Das städtebauliche Instrument reicht nicht als Regulator für ein Ballungsgebiet aus, sondern wirkt  kontraproduktiv für die Kleinen.

Es ist zutiefst unbefriedigend, dass der Aufruf zur Stärkung der Stadtkerne an den realen Problemen der kleinen kreisfreien Städte im Ballungsgebiet vorbei geht. Diese Städte schrumpfen rapide, sie sind handlungsunfähig wegen völliger Überschuldung und deren Stadtkerne, die vor Leerstand gähnen, können keine Investoren begeistern. Ohne einen einzigen Ansatz  einer Konzeptlösung für diese Städte verfasst die Landesregierung nochmals ein vom Gericht als Gängelung der Kommunen abgestempeltes Gesetz zur Stärkung der Stadtkerne, das im dichtesten Ballungsgebiet Deutschlands den Sinn der Urheber verfehlen muss. Ganz im Sinne der gültigen Rechtsprechung sollten die Lösungen für die vielfältigen Probleme der Städte den Städten selbst überlassen werden.  

Ein überregionaler Magnet wie ein DOC würde Remscheid wieder konkurrenzfähig machen. Ein DOC zieht nach Ausleseprinzip aus einem großen Flächengebiet eine dünne Schicht Kaufkraft an. Von einem Bruchteil dieser Kaufkraft könnte Remscheid schon gewaltig  profitieren. Dass diese Symbiose zwischen einem DOC und einer Stadt funktioniert, zeigen andere schon verwirklichte Standorte des Investors über Roermond hinaus. Das bauliche „Village“-Konzept des Investors McArthur Glen ist tragend für das Designer Outlet Center und kann nicht in einem Stadtkern realisiert werden. Soll man ihm deswegen ein Generalverbot für NRW aussprechen?

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Kommentare

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Felix Staratschek am :

Warum ist das "Village-Konzept" tragend? Ist das nicht eher der Umsatz? Und kann man zur Erzielung des Umsatzes nicht verschiedene Wege gehen? Eine Illusion eines Villages kann ich mit heutiger Beleuchtungstechnik und perspektivischer Malerei auch in einem Hochhaus schaffen. Welche Alternativen gibt es zur Blume? a) Die Genossenschaft: Die vorhanden Einzelhändler bieten sich als Dienstleister an für den Fabrikverkauf und werden von McArthurGlen koordiniert. Sie bleiben aber Eigentümer ihrer Läden. b) Große Flächen gibt es auf Industrienbrachen und über Gleisanlagen. Es spricht doch nichts dagegen, Gleise und auch Reserveflächen für eine Wiederbelebung des Güterverkehrs mit Stelzen zu überbauen. Durch die heute mögliche horizontale Verschiebung von Containern könnte ein Güterbahnhof auch unter einem DOC existieren. Ebenso kann der Friedrich Ebert Platz überbaut werden. Die Busse fahren sozusagen durch das Erdgeschoss und behalten ihren heutigen Platz. Oben drüber steht ein Hochaus mit Aussichtsplattform oder auch eine Imitation einer alten Ritterburg mit Bergfried als Aussichtsturm. Und die Fahrgäste sind vor regen und Wind geschützt. Bleibt noch die Frage der Parkplätze. Diese sind in einem Parkhaus überall möglich. Für ein Zentrum am Ebertplatz könnten die auch über dem Hauptbahnhof entstehen. Die Busse oder gar eine Straßenbahn könnten zwischen Parkhaus, Bahnhof und Ebertplatz kostenlos fahren. Ein Altstadt-DOC in Lennep (einschließlich Karstadt und Kölner Straße) könnte einen Parkplatz am Lenneper Bahnhof erhalten. Fakt ist aber auch, dass zuerst versucht werden sollte, die Lage so zu wählen, das möglichst wenige Kunden mit dem Auto anreisen. Dafür wäre eine Stadtbahnlinie Solingen Graf Wilhelm Platz - Remscheid Friedrich Ebert Platz über die Müngstener Brücke sinnvoll und eine weitere Linie Köln - Remscheid Mitte über die Balkanstrecke. Aber wie soll Remscheid von einen Bruchteil der Kundschaft eines DOC profitieren? Wer fährt mit seinem Auto denn über die Trecknase und B 229 weiter zur Alleestraße? Wer wird in die Buslinie 654 steigen um einen anderen Bereich von Lennep oder Remscheid zu besuchen? Die Kunden werden über die Autobahn genauso schnell verschwinden, wie diese gekommen sind. Und wenn Remscheid anfängt, werden andere Kommunen auch so einen Konsumtempel in Autobahnnähe planen. Deutschland überbaut jährlich eine Fläche von der Größe des Bodensees neu. Dieser Platz geht der Vegetation verloren mit ihren vielfältigen Funktionen für unser Leben. Können die Outletbefürworter mal an den Waterbölles einen Bericht schicken, wo sich außer in Roermonmd ein DOC in die örtlichen Strukturen einfügt? Warum setzen sich nicht alle Einzelhändler der Alleestraße mit GlenMcArthur an einen Tisch und überlegen, wie man die Allee zu einem DOC machen könnte. Dabei übernimmt GlenMcArthur alle Leerstände und die Einzelhändler beraten, welcher bestehende Laden fortgfeührt werden kann als Berreicherung und welcher Laden für das DOC ein neues Sortiment aufnimmt. McArthurGlen koordiniert alle Parkhäuser an der Alleestraße. So könnte z.B. an den wichtigen Zufahrtsstraßen eine Infdobucht gebaut werden, wo man eine Parkhauskarte ziehen kann, die alle für die Anfahrt wichtigen Daten enthält, um per Stadtplan oder NAVI das Parkhaus zu finden. Eventuell muss es ein Qualifizierungsangebot für Einzelhändler geben, die von anderen Bereichen auf Kleidung umstellen. Aber warum soll ein DOC nicht auch auf der Alleestraße existieren! Buslinien nach ganz Remscheid und nach Wermelskirchen - Burscheid - Köln sorgen schon heute für eine bessere Anbindung als an der Blume. Und Parkhäuser existieren auch schon, die müssen nur bekannt gemacht werden.

Eija Tirkkonen am :

Das „Village“ ist das Markenzeichen des Designer-Outlet-Centers des Investors McArthur Glen. Es ist ein fester Bestandteil seines Geschäfts- und Marketingkonzeptes. Dadurch wird das Unternehmen unverwechselbar. Ich kann mir nicht vorstellen, dass der Investor sein erfolgreiches Geschäftskonzept für Remscheid aufgibt, wenn er unwesentlich weiter in einem anderen Bundesland sein „Village-DOC“ verwirklichen kann. Schwierigkeiten macht ihm ja nur das Land NRW.

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