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Es bleibt dabei: Auch Auflösung des Orchesters wird geprüft

Neuer Prüfauftrag schließt die Auflösung des Orchesters ein“, überschrieb der Waterbölles am 28. September eine Pressemitteilung von SPD, FDP und Grünen. In dem Antrag, der gestern vom Haupt- und Finanzausschuss angenommen wurde, wird die Verwaltung aufgefordert, folgende Varianten bezüglich der Zukunft der Bergischen Symphoniker zu untersuchen:

  • Die Fortführung des Status quo mit Beibehaltung des derzeitigen Zuschussrahmens,
  • die Verkleinerung des Orchesters,
  • die Veräußerung des städtischen Anteils an die Stadt Solingen oder Dritte und
  • die Auflösung des Orchesters.

Karl Heinz HumpertNeben der so genannten Gestaltungsmehrheit stimmte auch Wieland Gühne, Fraktionsvorsitzender der W.i.R., für den Antrag, und zwar „ohne Wenn und Aber! Wir haben ohnehin schon sehr viel Zeit verloren, indem wir nur auf ein Pferd gesetzt haben!“ Damit meinte er die von Wuppertal inzwischen kategorisch abgelehnte Fusion. Wir müssen unsere Möglichkeiten und Spielräume kennen, damit wir uns dann entscheiden können“, betonte Gühne. Deshalb sei er insbesondere froh über die Frage 4. „Die können wir nicht ausklammert!“ Genau das wollte die CDU. Deshalb beantragte sie eine getrennte Abstimmung. Den ersten drei Punkten werde die Fraktion dann zustimmen, erläuterte Karl Heinz Humpert, Vorsitzender des Kulturausschusses (Foto rechts). Als dies mit Mehrheit abgelehnt wurde, stimmten die CDU-Mitglieder und Fritz Beinersdorf, Fraktionsvorsitzender der Linken, gegen den Antrag.

Zuvor hatte der SPD-Fraktionsvorsitzende Hans Peter Meinecke noch einmal an das Actori-Gutachten erinnert, in dem die Fusion des Orchesters Remscheid/Solingen mit dem Beatrice Schlieper. Foto: Lothar KaiserWuppertaler Orchester vorgeschlagen worden war. „Das hätte zunächst zwar mehr Geld gekostet“, stellte Meinecke fest. „Aber das hätte wahrscheinlich die Zustimmung der Kommunalaufsicht gefunden!“ Durch das Nein aus Wuppertal müssten nun Alternativen untersucht werden. Denn die Kommunalaufsicht beim Regierungspräsidenten in Düsseldorf untersage der finanzschwachen Stadt Remscheid, für das Orchester zusätzliches Geld auszugeben, es sei denn, es käme aus dem Kulturetat der Stadt. Das aber ist nicht zumutbar“, stellte Meinecke fest. Hintergrund: Merke: Was das Orchester mehr bekäme, würde dann etwa beim Theater fehlen.

Als seine persönliche Meinung bezeichnete der SPD-Fraktionsvorsitzende seine Prognose, es werde „sehr schwierig werden, das Orchester zu erhalten!“ Er begründete das mit dem “Stärkungspakt Stadtfinanzen“. Wolle die Stadt Remscheid aus diesem Topf Landeszuschüsse bekommen, müsse sie noch mehr sparen als bisher – „einen zweistelligen Millionenbetrag!“  Karl Heinz Humpert bestätigte eine entsprechende Selbstbeteiligung der Stadt, verwies aber zugleich auf die im Zusammenhang mit der Orchester GmbH bestehenden vertraglichen Verpflichtungen gegenüber der Stadt Solingen. An den Bergischen Symphonikern müsse festgehalten werden, betonte Humpert, und Helmut Epe, Kassenwart der Remscheider Orchesterfreunde, der aus Zuhörer in die Sitzung gekommen war, nickte dazu. Auch Humperts „Eine Orchesterauflösung ist für die CDU nicht verhandelbar“, dürfte Epe gerne gehört haben. Nicht minder, dass Humpert eine „städtische Daseinsberechtigung ohne Orchester“ in Zweifel zog. Hans Peter Meinecke reagierte auf das Nein zu Frage 4 mit leichter Ironie: „Im Kulturbereich Denkverbote zu erlassen, ist immer schwierig!“ Und Beatrice Schlieper von den Grünen (Foto links) warnte davor, das Orchester „auf Gedeih und Verderb erhalten zu wollen. Denn das wäre dann das Ende für andere Kultureinrichtungen dieser Stadt!“

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Kommentare

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Ralf Lohmann am :

Irgendwie bekommt man den Eindruck, dass das Orchester der beste Überschriftenlieferant ist. Oder gab es sonst in der Sitzung gestern nichts Spannendes? Dass man sich seiner Optionen klar wird, ist richtig. Aber man gewinnt den Eindruck, dass um das Orchester immer ein Riesen Hype gemacht wird. Vielleicht deshalb ein paar Fakten, die hin und wieder zu lesen waren, in dem großen Trubel aber auch wieder vergessen wurden: Dieses Orchester ist das günstigste, was man in Deutschland bekommen kann, wenn man das Angebot dazu in Relation setzt. Denn die Stadt Remscheid (wie auch Solingen) bezahlt nur die Hälfte desselben, bekommt aber deutlich mehr Leistung. Dieses Orchester hat mit über acht Mio. Euro schon einen beachtlichen Sparbeitrag erbracht. Warum werden leichtfertig andere Sparvorschläge des actori-Gutachtens verworfen? Stichwort "kleine bergische Lösung"? Da hört man nichts, außer dass Herr Humpert behauptet, da wäre mit falschen Zahlen gearbeitet worden. Wenn das aber zuträfe, könnte man das ganze Gutachten in die Tonne hauen. Also warum nicht sofort 100.000 Euro pro Jahr Einsparung mitnehmen??? Das darüber nicht geredet wird, finde ich befremdlich! Schlußendlich ist es meine persönliche Meinung, das die Wuppertaler Stadtspitze noch ihr blaues Wunder erleben wird, denn eine Ankündigung zur Orchestererhaltung ohne Abstriche ist sicherlich auch der BezReg. nicht verborgen geblieben. Und auch Wuppertal muss sich den Sparvorgaben stellen.

Lothar Kaiser am :

Stimmt, Herr Lohmann. Auch der Waterbölles arbeitet nach dem journalistischen Grundsatz "Das Wichtigste immer zuerst!" Deshalb erschien gestern der Bericht zum Orchester, gleich heute Früh gefolgt von dem zum U3-Ausbau der Kitas. Weiteres im Laufe des Tages, wenn zwischen drei Terminen Zeit dafür ist. Einen "Mitschreiber" habe ich bislang leider noch nicht gefunden.

Chronist am :

"Manche wollen eben nicht wahrhaben, dass wir kein Geld mehr haben!" Arno Voss (W.i.R.) heute im Kulturausschuss.

Chronist am :

Jeweils nach der Vorstellung "Die 10 Gebote" am 15. und 16. Oktober verteilten Teo Otto Theater Mitglieder des Betriebsrates und des Orchestervorstandes der Bergischen Symphoniker insgesamt 1.500 Flyer, um für das Orchester zu werden. Darauf stand zu lesen: „Liebe Konzertbesucher, wir hoffen, dass Ihnen das Konzert gefallen hat......und dass wir weiterhin einen Beitrag zur Bereicherung des Lebens hier in Remscheid leisten dürfen. Aber wie Sie der lokalen Presse entnehmen konnten, gibt es Überlegungen im Rat Ihrer Stadt, Ihr Orchester komplett abzuschaffen. Ein solcher Schritt würde zu einer inneren Verarmung Remscheids führen. Es ist unbegreiflich, dass grundsätzlich dort gekürzt werden soll, wo es für die Öffentlichkeit nach großen Einsparungen aussieht, jedoch in Wirklichkeit finanziell wenig bringt und einen enormen Schaden anrichtet. Besuchen Sie unsere Konzerte, erleben Sie Oper, Operette, oder Schauspiel im Teo Otto Theater oder im WTT, genießen Sie die Ausstellungen in der Galerie. Nehmen Sie an all dem teil, was Ihre Stadt lebenswert und liebenswürdig macht. Und tragen Sie somit auch zu einem vitalen Remscheid bei... Wir wünschen einen schönen Abend und viele weitere in Ihrer, unserer Stadt...Ihre Bergischen Symphoniker.“ Die Resonanz des Publikums sei ausgesprochen positiv gewesen, berichteten die Musiker.

Chronist am :

In einer schwierigen Situation sieht Kulturdezernent Dr. Christian Henkelmann die bergischen Symphoniker. Nach „bisher ernsthaften Verhandlungen“ sei für ihn die Absage des Wuppertaler Oberbürgermeisters an eine Orchesterfusion überraschend gekommen. „Nur eine Fusion kann beide Orchester retten. Alles andere bedeutet ein Sterben auf Raten!“, sagte Henkelmann gestern im Kulturausschuss. Den klaren Prüfauftrag, den der Rat der Stadt der Verwaltung erteilt habe, werde bis zum 1. Dezember erledigt werden. „Dann liegt es an der Politik zu sagen, wie es weitergehen soll!“

Klaus Schmidt am :

Meine Partnerin und ich werden im Falle der Auflösung der Bergischen Symphoniker unsere Kulturheimat aus Solidarität nicht in Wuppertal suchen, sondern uns nach Köln, Düsseldorf oder auch Hagen orientieren. Bei aller Wertschätzung des Wuppertaler Orchesters sollte doch soviel bergischer Gemeinsinn vorhanden sein, dass eine Fusion zumindest in Betracht gezogen werden müsste, und nicht von vorneherein bei dem Dirigenten und der Stadtverwaltung auf kategorische Ablehnung stößt.

Rolf Lehmann am :

Man schaue nur nach Oberhausen. Das löste sein Orchester 1991 auf. Deshalb hat es heute auch seine Finanzen im Griff und ist eine lebenswerte Stadt mit viel Zulauf geworden...??? Mit dem Kulturetat kann man keine Stadt sanieren. Von allgemeinen Sparbeiträgen ist m.E. viel zu wenig die Rede. Auch von Plan B und C des actori Gutachten.

Lothar Kaiser am :

Hinter diesem Link (http://tinyurl.com/6fp94tn) verbirgt sich eine interessante Deutschlandkarte. Auf ihr hat der Deutsche Musikrat alle Orchester verzeichnet, die im vergangenen Jahr öffentlich gefördert geworden wurden. (Danke an Waterbölles-Leser Michael Dickel, der auf diese Seite gestoßen war.)

Rolf Lehmann am :

Auf dieser Karte sieht man schön, dass in Deutschland als Kulturland eine Basisausstattung hat, die es als Kulturlandschaft anerkannt acht Spitzenorchester. Aber nichts dahinter. Das macht einen Unterschied!

Rolf Lehmann am :

Da ist wohl etwas durcheinander geraten. Ich wollte schreiben, dass es in Amerika acht Spitzenorchester gibt, aber nicht viel dahinter. Tatsächlich wird die deutsche Kulturlandschaft maßgeblich von den vielen kleinen öffentlich finanzierten Orchestern bestimmt.

Chronist am :

Im Haupt- und Finanzausschuss regte Wieland Gühne (W.i.R.) gestern an, in die nächste Sitzung einmal Sprecher (Personalrat/Orchestervorstand) der Bergischen Symphoniker einzuladen. Diese hätten in jüngster Zeit den Eindruck vermittelt, als hätten sie konkrete Lösungsvorschläge. Daran müsse die Politik Interesse haben.

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