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Rückblick: Remscheid im Oktober 2001

Vor zehn Jahren entschied sich der Remscheider Rat für das Gewerbegebiet Blume und lehnte den Antrag von 7.000 Bürgern, das Gewerbegebiet nicht zu bauen, mit großer Mehrheit ab. Lediglich zwei Ratsmitglieder von Bündnis 90 / Die Grünen stimmten für den Bürgerantrag. Ein Kompromissantrag der SPD, eine Bürgerbefragung zu dem Industriegebiet durchzuführen, hatte zuvor keine Mehrheit gefunden. Der "Lüttringhauser Heimatbund", der den Einwohnerantrag eingebracht hatte, äußerte sich anschließend, die Meinung der Mehrheit der Bürger sei mit Füßen getreten worden. Sprecher von CDU, FDP und der Wählervereinigung WIR hatten vor der Abstimmung erklärt, für die wirtschaftliche Entwicklung Remscheids sei das Gewerbegebiet "Blume" unverzichtbar. Die SPD hatte erklärt, sie sei weder für noch gegen die "Blume", solange nicht bekannt sei, welcher Flächenbedarf  in Remscheid für die nächsten Jahre zu erwarten sei. Dann hatte sie aber doch mit CDU, FDP und W.i.R. für das Gewerbegebiet gestimmt.

Eine Altlast-Sanierung, die wiederholt Schlagzeilen gemacht hatte, wurde im Oktober 2001 konkret: Das Gebäude der ehemaligen Hartverchromerei Feige werde in Kürze abgerissen, sobald die Werkshallen von giftigen Chromstäuben befreit worden seien. Nicht zum ersten Mal befasste sich damals der Bauausschuss mit dem Umweltskandal, der den Steuerzahler Millionen kostete.

Zum neuen Sozialdezernenten der Stadt Remscheid wurde im Oktober 2001 der damals 45 Jahre alte Burghard Mast‑Weisz gewählt, damals Ressortleiter für Jugend und Soziales in Wuppertal. Amtsantritt: 1. Dezember. Die ebenfalls freie Stelle des Kulturdezernenten konnte noch nicht besetzt werden. Der von der CDU lange favorisierte Wirtschafts- und Verwaltungslehrer Karl Heinz Humpert hatte seine Bewerbung zurückgezogen, und die daraufhin von der Remscheider CDU präsentierte neue Bewerberin hatte die Düsseldorfer Bezirksregierung abgelehnt (“mangelnde Führungserfahrung“), was der Fraktionsvorsitzende Manfred Schwick als nicht nachvollziehbar bezeichnete. Die Aufgaben des Kulturdezernenten übernahm damals vorübergehend Oberbürgermeister Fred Schulz. Eine Intervention der CDU beim Innenministerium bezügl. der fachlichen Qualifikationen von Kandidaten blieb erfolglos.  Deshalb wurde die Stelle, für die die CDU das Vorschlagsrecht hatte, neu ausgeschrieben.

Kämmerer Jürgen Müller schätzte in seiner Haushaltsrede  im Oktober 2001, dass der städtische Haushalt erst in 20 Jahren  ausgeglichen sein werde, also 2021. Ursprüngliches Ziel war das Jahr 2008. Als Grund nannte Müller damals die schlechte wirtschaftliche Lage  - die Remscheider Betriebe würden immer weniger Gewerbesteuer bezahlen – und die Abgaben für den Aufbau Ost, gestiegene Personalkosten und höhere  Ausgaben im sozialen Bereich. Probleme bereite auch die finanziell angeschlagene  Wirtschaftsförderung.

Mit dem sozialen Umfeld in den Stadtteilen Kremenholl, Honsberg und Rosenhügel  beschäftigte sich im Oktober 2001 eine Studie der Stadt Remscheid. Darin war von einem drohenden Verfall die Rede. Insbesondere die Situation am Rosenhügel sei alarmierend wegen überdurchschnittlicher Arbeitslosigkeit, hoher Jugendkriminalität und einem überdurchschnittlich hohen Ausländeranteil. Das  verstärke Abwanderungstendenzen, die letztlich zu Wohnungsleerständen führten.

Der Aufsichtsrat der Mannesmann Hoesch Präzisrohr, kurz mhp (Mutterkonzern Salzgitter AG), hatte bereits die Schließung des Remscheider Mannesmann-Werk beschlossen, da hieß es vor zehn Jahren plötzlich, die Produktion von Großröhren gehe doch weiter. Dafür sei der Standort in Bliedinghausen ideal. Das bedeutete damals den Erhalt von 80 Arbeitsplätzen. Ursprünglich waren im Remscheider Mannesmann-Röhrenwerk 540 Mitarbeiter beschäftigt.

Mit einer Geldbuße von 10.000 Mark endete im Oktober 2001 für Remscheider Baudezernenten Helmut Kennepohl, damals 50,  ein Verfahren vor dem Amtsgericht. Die Staatsanwaltschaft hatte dem Beigeordneten Untreue vorgeworfen, weil er für einen Lagerarbeiter zu Unrecht Überstunden in Höhe von rund 2.600 Mark angewiesen haben. Gegen einen Strafbefehl in Höhe von 36.000 Mark hatte Kennepohl Einspruch eingelegt. Gegen die Zahlung von 10.000 Mark an den Verein für Bewährungshilfe Remscheid stellte das Gericht das Verfahren wegen Geringfügigkeit ein.  

Vor zehn Jahren begann der Bau des neuen Arbeitsamtes am Hauptbahnhof. In das Wohn- und Bürogebäude investierte der ADAC damals zwanzig Millionen Mark.  Das Arbeitsamt miete später von den 4.000 Quadratmeter 2.500.

Im Oktober 2001 zeigte der Caritasverband in der Remscheider Zentralbibliothek eine Ausstellung über deutsche Migranten aus der früheren Sowjetunion.  Rund 4.000 Spätaussiedler seien zwischen 1991 und 2001 nach Remscheid gezogen, sagte Ausstellungsorganisator Herbert Dünnebeil damals. Auf Bild- und Texttafeln zeigte die Wanderausstellung die Geschichte der Russlanddeutschen, ihre Kultur und Lebensgewohnheiten. (Im März dieses Jahres kam wiederum eine Wanderausstellung zu diesem Thema nach Remscheid, diesmal ins Rathaus, und wieder organisiert von der Caritas)

Zum 1. Röntgenlauf in Remscheid, der im Oktober 2001 stattfand, meldeten sich mehr als 1.700 Teilnehmer an, unter anderem aus Marokko, der Ukraine, Rumänien, England und Frankreich. Zu den verschiedenen Laufwettbewerben gehörte schon damals auch der Supermarathon von 63 Kilometern Länge rund um Remscheid und ein Crosslauf.

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