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Zauberlaterne erweckt bemalte Glasbilder zum Leben

Marita Kuhn, Hans Lothar Schiffer und Herman Bollaert vor der Laternsa Magica. Foto: Lothar KaiserHermann Bollaert aus Deinze in Belgien ist der “Galantee Showman”. Mit seiner „crew of projectionists“ hatte er schon vielbeachtete Auftritt in Washington, London, Paris und Leipzig. Und als ihn die Lenneper Papierrestaurateurin Marita Kuhn in Köln erlebte, war die Idee geboren: Der “Galantee Showman” gehört in die „Nacht der Kultur“. Dafür waren auch Thilo Ehrhardt vom Kunsthandel „EGO-ART“ und Zbigniew Pluszynski vom Jugendzentrum „Die Welle“ zu begeistert. Und als dann Hans Lothar Schiffer mit dem KulturStadt Remscheid e.V. als Mitfinancier gefunden war, konnte Hermann Bollaert für den 29. Oktober unter Vertrag genommen werden. Das Mitglied der „Laterna Magica Gesellschaft ist vom alten Spiel mit Licht und Schatten der “Zauberlaterne”, von der feenhaften Märchenwelt, die sie auf der Leinwand entstehen läßt, derart fasziniert, das er auch schon mal ein paar hundert Kilometer fährt, um sie einer Handvoll Journalisten vorzustellen. So gestern im Atelier für Papierrestaurierung. (“Paperdoc”) an der Berliner Straße in der Lenneper Altstadt. Mitgebracht hatte er eine historische “Zauberlaterne” mit zwei Objektiven. Denn wie beweglich bemalte Glasbilder im Lampenlicht auf der Leinwand sein können, muss man gesehen haben. Schiffer: “Schon vor gefühlten 100 Jahren hat mich das Spiel der Laterna Magiva auf der Remscheider Kirmes fasziniert!”

Von 1840 bis 1910 war die Glanzzeit der Laterna Magica. Spielwarengeschäfte verkauften Geräte und Bilder für die Projek­tion im Wohnzimmer. Größere Apparate und stärkere Lichtquellen ermöglich­ten die Projektion in großen Sälen. Und Laternen mit bis zu drei Objektiven ließen das eine Bild ins andere überfließen. Feinmaler schufen auf Glas Bilder höchster künst­lerischer Qualität. Und komplexe Systeme drehender und schiebender Elemente (Foto links) machten die Figuren auf den Bildern auf der Leinwand lebendig. An Themen mangelte es nicht: Reiseschilderungen, religiöse und moralische Geschichten, heitere und komische Begebenheiten, Volkslieder und –dichtungen…

Hermann Bollaert, Schauspieler und Regisseur im Rentenalter, besitzt eine der größten Laterna Magica-Sammlungen weltweit:  Rund 60 “Zauberlaternen” unterschiedlicher Größe – mit einem, zwei oder gar mit drei Objektiven (letztere kommt am 29. Oktober zum Einsatz), und dazu geschätzte 500 bis 600 bemalte Glasplatten von meist zehn mal zwanzig Zentimeter Durchmesser, die er auf Flohmärkten fand, manchmal aber auch auf Auktionen, z.B. bei Christie's, ersteigerte. Da kostete dann eine einzige Platte auch schon mal 800 Euro. “Gezählt habe ich sie noch nie”, verriet er gestern. Mit rund 80 Platten wird er in der “Nacht der Kultur” in der “Welle” ein einstündiges Programm gestalten, musikalisch begleitet von einem Trio. Das erinnert an den frühen Stummfilm. Doch Herman Bollaert ist mehr als nur der Vorführer einer historischen Bidtechnik mit erstaunlichen optischen Effekte, sondern er steuert auch die passenden Texte bei und, wenn es sein muss, sogar die Geräuschkulisse. So entsteht ein Totalspektakel, das dem  Zeichentrickfilm nahe kommt.

Laterna MagicaAm Anfang des 19. Jahrhunderts war der Zau­berlaternenspieler in europäischen Städten und Dörfern eine bekannte und oft ge­sehene Figur. Der umherziehende „Savoyarde" trug die Zauberlaterne auf dem Rücken und kündigte seine Auftritte durch  den Ruf „ga­lante show", („feine Vorführung") an. Luden ihn die Leute dann für ein paar Groschen oder ein war­mes Mahl ein, brannte in der Laterna Magica alsbald eine Petroleumlampe oder (noch früher) eine starke Kerze. Da war die Leinwand dann nicht weit vom Objektiv entfernt. In der „Nacht der Kultur“ wird es das Licht von drei Glühbirnen möglich machen, die Glasbilder in zehn Metern Entfernung auf eine drei mal drei Meter große Leinwand zu projizieren. Geschichten wie „Napoleon auf Elba“, „Lagerraum im Feuer“, „Macao und ein nächtliches chinesisches Bankett“ oder „Diogenes und die bösen Buben“. Das einstündige Programm ist für ein breites Publikum bestimmt. Jung und alt will  Hermann Bollaert „ durch die wahrhafte Phantasmagoric von Licht, Farbe, Bewegung und Musik verführen“.

Bei „flickr“ im Internet ist er übrigens schon mit der „Zauberlaterne“ zu sehen, mit der er in der „Nacht der Kultur“ in der Lenneper „Welle“ gleich zwei auftritt – um 19 und um 21.30 Uhr. Und auf seiner eigenen Homepage verrät ein kleiner Film, mit was Schausteller im 18. und 19. Jahrhundert bei ihren Gastspielen in verdunkelten Wirtschaften und Wohnzimmern ihr Publikum begeistern konnten.

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Chronist am :

Zur „Vaillant: Nacht der Kultur und Kirchen 2011" waren die beiden Vorstellungen der „Laterna Magica Galantee Show" in Lennep völlig ausverkauft. Auf Grund dieses großen Interesses wird es in diesem Jahr (28. Oktober) drei Veranstaltungen (17.30, 19.30 und 21.30 Uhr) geben sowie .zusätzlich eine Veranstaltung am Sonntag, 28. Oktober, 17 Uhr, im Jugendzentrum „Die Welle", Wallstraße 54.

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