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Migrantenorganisationen sind Teil des Bildungsprozesses

Auf Einladung des Bundesverbandes spanischer sozialer und kultureller Vereine e.V. diskutierten vor einigen Tagen im neuen Interkulturellen Jugendzentrums des Bundesverbandes an der Hindenburgstraße engagierte Remscheider/innen im Rahmen der Bildungskampagne “AB In die Zukunft” und der „Bildungswoche“ über Möglichkeiten von Migrantenorganisationen, in Remscheid die Bildungssituation von jungen MigrantInnen zu verbessern. Den mehr als 40 Teilnehmern, unter denen sich Vertreter städtischer Einrichtung im Migrations- und Bildungsbereich, von Migrantenorganisationen sowie Lehrer städtischer Schulen und des muttersprachlichen Ergänzungsunterrichtes befanden, erläuterte José Povedano Sánchez, der Vorsitzende des Bundesverbandes, die Hauptziele der Bildungskampagne. Sie soll einen Beitrag dazu leisten, dass mehr junge Menschen mit Migrationshintergrund Abitur erwerben und studieren – dies auch in Anbetracht des großen Bedarfs an jungen Fachkräften und des demographischen Wandels, der für das Jahr 2025 in Deutschland sieben Millionen Arbeitskräfte weniger vorhersagt (von momentan 43,5 auf 36,5 Millionen). Und um das zu erreichen, sollen gemeinsam mit Migrantenorganisationen zentrale Aspekte der Bildungsdiskussion aufgegriffen bzw. konkrete Unterstützungsmöglichkeiten entwickelt bzw. verbreitet werden. Mit gutem Beispiel geht dabei der Spanische Bundesverband voran: In Anlehnung an die Kampagne will er in den kommenden Wochen - innerhalb seines Programmspektrums für das Interkulturelle Jugendzentrum und die Seniorentages- und Familienbildungsstätte - Bildungsangebote für Jugendliche und Unterstützungsangebote für Eltern einführen, Seminare zur Stärkung der Elternkompetenzen, Hausaufgabenbetreuung und Nachhilfe, Sprachkurse, muttersprachlichen Unterricht, Beratungsstunden und Seminare zur akademischen, weiterbildenden und beruflichen Orientierung.

Die Vorsitzende des Jugendhilfeausschusses der Stadt Remscheid, Therese Jüttner, übernahm an dem Abend eine kurze Einführung in die Jugendhilfe und Jugendsozialarbeit. Für sie beginnt Bildung schon mit der Geburt im Elternhaus und wird, erst im Nachhinein, im Kindergarten und in der Schule fortgesetzt. Für Kinder mit Migrationshintergrund sei es Grundlegend wichtig, sowohl Deutsch als auch die Muttersprache korrekt in der Hochsprache zu erlernen. In den Kindergärten würden diese Kinder zudem ihre Fähigkeiten und Talente, aber Bewegungen, Fertigkeiten und die persönliche Feinmotorik entwickeln. Zu den Aufgaben der Eltern in diesen Erziehungsprozess gehörten Gesprächen, umfassenden Erklärungen von zu Alltagssituationen, Aufgabenstellungen, Bildungsspiele und Freizeitangebote wie Musik-, Theater- oder Sportunterricht begleiten, so Jüttner – all dies Erziehungsgrundsteine in den ersten Lebensjahren. Im Schulalter kämen dann außerschulische Angebote von Jugendvereinen, religiösen Gemeinden und Migrantenorganisationen hinzu, auch diese grundlegend für die Erziehung und Bildung. Es sei daher notwendig, dass sich diese Organisationen als Teil des Bildungsprozesses verantwortlich fühlten. Denn sie könnten das schulische Versagen vieler junger Menschen mit Migrationshintergrund verhindern helfen, wenn diese sich von Lehrern unverstanden fühlten, denen die notwendigen interkulturellen Kompetenzen fehlten.

Im Anschluss beschrieb Hamide Ural, Mitarbeiterin der Regionalen Arbeitsstelle zur Förderung von Kindern und Jugendlichen aus Zuwandererfamilien (RAA) in Remscheid, die Situation der jungen MigrantInnen in der Übergangsphase zwischen Schule und Beruf befinden. In diesem Zusammenhang beklagte sie die anhaltenden Bildungsunterschiede von jungen Deutscher und Jugendlichen mit Migrationshintergrund. Die repräsentativsten Daten seien die Quoten der Jugendlichen in der Berufsausbildung, die bei jungen MigrantInnen, die in wenigen Jahren mehr als die Hälfte aller Jugendlichen in dieser Stadt stellen werden, im Vergleich, zwei- bis dreimal niedriger liegt. Seitens der RAA werden in diesem Bereich mehrere Projekte, wie Berufsfindungsspiele, Einzelberatungen und Bewerbungshilfen oder Infoveranstaltungen zur Orientierung von Eltern in der beruflichen Beratung ihrer Kinder, durchgeführt, mit denen man versucht, dieser Situation entgegenzuwirken.

Im letzten Beitrag informierte Erden Ankay-Nachtwein, Lehrerin für türkischen Muttersprachenunterricht und Vorsitzende des Fördervereins für interkulturelle Erziehung (IKE), über das Elternbildungsangebot für Frauen im Rosenhügel, dem Stadtteil mit dem höchsten MIgrantenanteil in Remscheid. In dortigen „Bildungscafé“ würden Alphabetisierungs- und Deutschkurse, Infoveranstaltungen zu schulischen Fragestellungen und allen möglichen Themen im Jugendbereich stattfinden, um die Mütter von Migrantenkindern zu schulen, damit sie ihren Kindern intensiver und effizienter zur Seite stehen könnten. In der nachfolgenden Diskussionsrunde wurde deutlich, dass die Grundsteine für eine Verbesserung der Bildungsbeteiligung von jungen MigrantInnen insbesondere in der Förderung der Muttersprache im Elternhaus, der Weiterbildung und der Orientierung der Eltern im Bildungsprozess sowie der Nutzung der interkulturellen Kompetenzen der jungen Menschen liegen, die täglich zwischen mindestens zwei Kulturen stehen. Aufgabe der Migrantenorganisationen könne es sein, Angebote zur die Eltern in ihrer Aufgabe im Bildungsweg der Kinder zu bestärken. wobei allerdings immer die persönlichen Kompetenzen der Eltern zu berücksichtigen seien, aber eventuelle soziale und finanzielle Schwierigkeiten, die bei der Erziehung ein großes Hindernis darstellen könnten. Die Migrantenorganisationen seien aufgerufen, der Kampagne „Ab In die Zukunft“ des Paritätischen beizutreten und öffentlich zu vertreten.

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