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Gebets- und Begegnungszentrum für drei Millionen Euro

Stadtplaner Hans Gerd Sonnenschein (4. v. li.) vertrat gestern auf der Pressekonferenz des D.T.I.B.  e. V.  in der Moschee Ecke Stachelhausder Straße / Weststraße den verhinderten Verwaltungsvorstand.  Er geht davon aus, dass die Baugenehmigung für die neue Moschee im nächsten Frühjahr vorliegen wird.

Bevor jetzt gleich, wie damals in Köln, eine Welle subtiler und offener Empörung hochschwappt und das Zusammenleben von Christen und Muslimen in Remscheid womöglich gar für lange Zeit belastet: Ja, das schlanke Minarett der Moschee, das die Türkisch-Islamischen Union (DITIB) auf ihrem Grundstück Stachelhauser Straße 41 plant, wird von der Weststraße aus 27,80 Meter in den Himmel ragen, 8,16 Meter über den angrenzenden zweigeschossigen Gebetsraum hinaus, dessen Kuppel einen Durchmesser von 10,58 Metern haben und deren zur Weststraße hin überragende Wand gen Mekka zeigen wird. Was soll daran schon aufregend sein? Nichts, urteilen der evangelische Superintendent Hartmut Demski und der katholische Stadtdechant Thomas Kaster. Unisono befürworten sie dieses Bauvorhaben, das die muslimische Gemeinde mit Hilfe eigener Mitgliedsbeiträge, vor allem aber zahlreicher Spenden aus den übrigen 900 DITIB-Gemeinden in Deutschland in einer Bauzeit von 18 Monaten realisieren will „Es ist gut, dass der Islam endlich einmal aus dem Hinterhofmilieu in die Öffentlichkeit kommt!“, betont Demski. Schließlich sei die DITIB ein anerkannter Partner im interreligiösen Dialog, Remscheid eine freundliche Stadt und Deutschland ein Land mit Religionsfreiheit (im Gegensatz zu einigen anderen).

Das Gelände des Moscheevereins, auf dem die neue Moschee errichtet werden soll. Foto: Lothar KaiserDie Vertreter christlicher Kirchen nahmen gestern zusammen mit den beiden Kommunalpolitikern Thea Jüttner (CDU) und Luigi Costanzo (SPD) sowie Stadtplaner Hans Gerd Sonnenschein, der den Verwaltungsvorstand vertrat, an einer Pressekonferenz des 250 Mitglieder (200 Familien) zählenden Vereins teil, um mehr über das Projekt zu erfahren. Die jetzige Moschee sei in einem maroden Zustand, die Haustechnik und die Gebäude seien veraltet, schilderte Mehmet Tosun, der Vorsitzende der Türkisch-Islamischen Union in Remscheid, die Ausgangslage. „Im Winter ist es kalt, im Sommer unerträglich heiß. Das ist kein würdiger Rahmen für ein Gebets- und Begegnungszentrum!“ Schon seit zehn Jahren wünsche sich die islamische Gemeinde eine neue Moschee – natürlich mit Minarett. Der mit dem Projekt betraute Himmet Ertürk ergänzte: „Minarett und Kuppel prägen das Erscheinungsbild der traditionellen Moscheebauten und sind fester Bestandteil des islamischen Glaubens.“ Das Minarett sei als „stilles Minarett“ vorgesehen, d.h. es wird von dort keinen Ruf des Muezzins geben. An der Fassade zur Weststraße ist es im Erdgeschoss sowie im 1. und 2. Obergeschoss „halbschalig“ geplant, d.h. als runder Turm mit einem Durchmesser von 2,30 Metern nur weiter oberhalb sichtbar.

Ansicht von der Weststraße aus.Auf der Empore des Kuppelbaus mit einer lichten Höhe von 13,46 Metern wird, wie im Islam Tradition, der Platz für die Frauen sein (205 Quadratmeter), darunter der für die Männer (473 Quadratmeter). Auf insgesamt 14.570 Kubikmeter (Garagengeschoss 3354 m³, Zwischengeschoss 3546 m³, Erdgeschoss 3688 m³, Obergeschoss 3613 m³, Minarett 72 m³, Kuppel 297 m³) summiert sich der umbaute Raum dieses Moscheeneubaus mit Büro-, Seminar-, und Schulungsräumen für die vom DITIB e.V. angebotenen Bildungs- und Kulturveranstaltungen sowie Gewerbe- und Büroflächen, einem Senioren- und einem Jugendtreff.

Schon im nächsten Frühjahr hofft der Moscheeverein, 30 Prozent der mit drei Millionen Euro veranschlagten Baukosten zusammen zu haben, um mit den Arbeiten beginnen zu können, erläuterte Himmet Ertürk. Bei der Kreiditaufnahme werde der DITIB-Dachverband helfen. Und die Bauplanung steht. Die Kölner Architekten Ali-Ihsan Günes und Gerald Klapczynski haben sie übernommen. Sie sind zuversichtlich, im Frühjahr mit dem Abriss der alten Gebäude beginnen zu können, sobald die Baugenehmigung der Stadt vorliegt. Bis dahin will der Moscheeverein ein Ausweichquartier für die Zeit der Bauarbeiten gefunden haben. Stadtplaner Hans Gerd Sonnenschein: „Noch ist der Bauantrag nicht gestellt. Doch diese Frist ist realistisch!“

Ansicht der neuen Moschee von der Stachelhauser Straße aus.

Ein Problem war für die Architekten die starke Hanglage des Grundstücks, auch wenn Ali-Ihsan Günes nur von einer „reizvollen Aufgabe“ spricht. Rund. 45 Prozent der Baumasse mussten in den Hang geschoben werden. Deshalb ist die Tiefgarage mit ihren 36 Stellplätzen und das Zwischengeschoss fast ausschließlich nur von der Weststraße als Gebäude wahrnehmbar. Von der Stachelhauser Straße werden die Moscheebesucher über eine Treppenanlage auf einen ruhigen Vorplatz mit Brunnen, Bäumen und Sitzbänken gelangen. Am Innenhof soll es auch drei kleine Läden geben. Entlang der Weststraße sind auf dem jetzigen Parkplatz Bäume und Stehleuchten vorgesehen sowie der Eingang zu einem zweiten Treppenhaus – mit behindertengerechtem Aufzug, zugänglich auch von der Tiefgarage aus. Die Fassaden im Garagen- und Zwischengeschoss sollen mit Sandstein verkleidet werden, die übrigen Fassadenteile lichtgrauen mineralischem Oberputz erhalten. Der an die Kaaba in Mekka erinnernde kubische Gebetsraum wird sich davon dunkler abheben. 

Trackbacks

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Kommentare

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Armin Gerhardts am :

Ein drei Millionen Euro Projekt für einen 250 Mitglieder zählenden Verein? Das freut mich wirklich maßlos, dass die christliche Kirche mitmischen darf und nichts gegen die Moschee oder das Minarett hat. Da können wir ja alle beruhigt sein und hoffen, dass die Pestpocken von Pro-NRW fernbleiben. Dieser Artikel macht den selben Fehler, den auch Bundespräsident Wulff gemacht hat: Er verschweigt den nicht unwesentlichen Teil, der konfessionsfrei durch die Welt spaziert. Dieser ganze Dialog ist vollkommen verkrustet und darüber hinaus an der Realität vorbei. Sollte wirklich ein gesellschaftlicher Dialog geführt werden, müsste dieser anders aussehen.

Ermre Sahin am :

Super, Ich freue mich sehr. Dieses Projekt wird auch anderen Moschee-Vereinen in Remscheid Auftrieb geben, etwas in diese Richtung zu wagen.

Fraktion der W.i.R. am :

Sehr geehrter Herr Tosun, sehr geehrter Herr Ertürk, mit großer Anerkennung haben W.i.R. zur Kenntnis genommen, dass Sie im Vorfeld eines Bauantrages umfassend über den von Ihnen geplanten Bau einer Moschee an der Weststraße in Remscheid die Öffentlichkeit informiert haben. Ein guter und kluger Schritt, welcher die Möglichkeit schafft, denkbare Vorbehalte und Fragen seitens der Remscheider Bevölkerung mit nichtmuslimischem Hintergrund frühzeitig anzusprechen und für beide Seiten einvernehmlich zu klären. Immer wieder, so zeigt sich bei Projekten in anderen Städten, ist der öffentliche Ruf des Muezzin ein sehr emotional geführter Streitpunkt. Mit großer Erleichterung haben wir Ihre Aussage zur Kenntnis genommen, dass Sie auf den öffentlichen Ruf des Muezzin (stilles Minarett) an Ihrer neuen Moschee verzichten wollen. Wir sind sicher, dass Ihre Zusage von großen Teilen der nichtmuslimischen Bevölkerung sehr positiv aufgenommen wurde. So auch bei uns, der Wählergemeinschaft. W.i.R. wünschen uns, dass diese Zusage in einer geeigneten schriftlichen Form verbindlich fixiert wird. Dazu gibt es diverse Möglichkeiten, welche W.i.R. Ihnen und der Stadtverwaltung nicht vorschreiben wollen. Wünschenswert ist für uns, dass spätestens mit der Baugenehmigung eine vertragliche Vereinbarung erfolgt. Wir sind uns sicher, dass dieses ein gutes Miteinander zwischen der nichtmuslimischen Remscheider Bevölkerung und Ihrer Moscheegemeinschaft fördern wird, zumal es ja Ihr eigener Vorschlag ist.

Bürgerkreis RS-Stachelhausen am :

Nun soll im Stadtteil Remscheid Stachelhausen (Migrantenanteil mehr als 60 Prozent) mit Geldern des türkischen Staates und stillschweigendem Zuschuss öffentlicher Mittel eine Moschee gebaut werden. Absehbar, so wie bei der Moschee in Köln-Ehrenfeld, werden Baukosten und Baumängel unbegrenzten Verlauf nehmen. Die DITIB kann dann doch eigentlich die ursprünglich geplanten Räume im Honsberger Multikultizentrum Neue Mitte nicht mehr benötigen. Denn die Moschee mit ihren vielen Räumen ist nur einen Steinwurf von dem neuen Zentrum in Honsberg entfernt. Die Frage stellt sich, wie viel Finanzlast die Stadt und damit alle Steuerzahler für ein Prestigeobjekt dann zahlen müssen. Dass durch den Bau der Moschee, wie die Stadt betont, islamische Gruppierungen aus den Hinterhöfen geholt werden, halten wir für unrealistisch, da diese Moschee ausschließlich Eigentum der DITIB ist, und so bleiben die Hinterhöfe ergänzend bestehen. Die vielen Festlichkeiten, die jetzt bereits in dem vorhandenen Gebäude stattfinden mit vielen auswärtigen Besuchern, werden dann durch die neue Größenordung noch verstärkt und bieten so wohl kaum Platz für Randgruppen. Was vor allem im Vordergrund steht, ist keine Parallelgesellschaft durch immer größer gebauten Begegnungszentren, die rein dem Islam dienen, wie in Stachelhausen und Honsberg geplant sind, zu fördern. Wo sind die anderen Religiongemeinschaften geblieben? Was jedoch erfreulich ist, dass der mit Bau beauftragte Himmet Ertürk von einem „stillen Minarett“ spricht, von dem es keinen Muezzinruf geben werde. Das sollte für den Hauptausschuss der Stadt Remscheid Anlass sein, diese Zusage als festen Bestandteil in die Baugenehmigung aufnehmen zu lassen, um damit unbefristet sicher zu stellen, dass diese Regelung auf Dauer verbindlich festgeschrieben ist.

Eija Tirkkonen am :

Die Ausführung der Moschee in Honsberg wird den deutschen Normen und Gesetzen Folge leisten müssen und wird nicht mehr oder weniger Kosten oder Baumängel verursachen wie ein beliebiges nicht islamisches Gebäude. Das neue Honsberger „Multikultizentrum“ soll meines Wissens kein religiöses Zentrum werden und kann nicht mit den Räumen der Moschee vermengt werden. Genauso wenig wie städtische Jugendzentren und Begegnungstätten mit kirchlichen Gemeindezentren verwechselt werden können. Die Menschen definieren sich doch nicht ausschließlich durch ihre Religionszugehörigkeit.

Walter Roland Nusch am :

Mit solch unbedachten und-- in meinen Augen und Ohren-- unmöglichen Äußerungen stellt man sich selbst ein Armutszeugnis aus, meine Damen und Herren vom "Bürgerkreis Stachelhausen". Ich frage mich, welche Bürger sie eigentlich vertreten?! Ich habe jedenfalls noch nicht gehört, das sich Menschen islamischen Glaubens über Kirchengeläut am Sonntag beklagt hätten. Hier wäre in meinen Augen eindeutig mehr Toleranz und Hintergrundwissen angebracht!

Ursel Bickenbach-Schmidt am :

Hallo Herr Nusch, da Sie zu den Leuten gehören, die abseits unserer Probleme wohnen, also Hasten weit ab von allem, sollten Sie nicht über Leute urteilen, die immer mehr belastet werden. Der Bürgerkreis Stachelhausen vertritt Bewohner von Stachelhausen und nicht Bürger, die außer einer eigenen Meinung zu haben, nicht betroffen sind.

Eija Tirkkonen am :

Eine der Aufgabenstellungen für die geförderte Planung „Neue Mitte Honsberg“ mit einem interkulturellen Zentrum war die Integration. Der Bürgerkreis Stachelhausen beteiligte sich aktiv an der städtischen Planung, wie man durch die veröffentlichten Protokolle sehen kann. Damals bedauerten die Vertreter der Bezirksregierung, dass die Mitbürger mit türkischen Wurzeln an der Planung trotz Einladung nicht teilgenommen haben. Jetzt frage ich Sie und die federführende Stadtverwaltung, wie kann man die Integration einerseits proklamieren und Parallelgesellschaften verdammen, wenn man andererseits die islamische Bevölkerungsgruppe für eine Belastung hält? Nicht etwa eine betrunkene, jodelnde Meute nach einem Fußballspiel, sondern eine Gruppe von Islamgläubigen, die einen Gottesdienst in einer Moschee besuchen will. Was genau ist belastend bei dieser Vorstellung? Es kursiert in Remscheid ein nicht öffentliches Emailforum mit dem Credo, die einzige richtige Religion ist das Christentum. Ausländerfeindlichkeit verschwindet nicht dadurch, dass man das Thema für ein Tabu erklärt und aus der öffentlichen Diskussion verbannt. Toleranz ist nicht angeboren, sondern stellt einen Lernprozess dar.

Walter Roland Nusch am :

Sehr geehrte Frau Bickenbach-Schmidt, lesen Sie doch bitte den ersten Absatz des Leserbriefes, unterzeichnet mit Bürgerkreis Stachelhausen, noch einmal in aller Ruhe und Gelassenheit durch. Vielleicht sind Sie dann in der Lage zu verstehen, was ich aussagen wollte. Im Übrigen sind mir die Probleme auf Stachelhausen durchaus bekannt - auch aus meiner politischen Zeit von 2000 bis 2009 - soviel dazu. Falls Sie sich persönlich angegriffen gefühlt haben, sei ihnen gesagt, dies lag nicht in meiner Absicht. Ich werde mich aber auch weiterhin stadtteilübergreifend zu solchen Leserbriefen äußern.

Ursel Bickenbach-Schmidt am :

Hallo Herr Nusch, Ihre Aussage, Sie hätten noch nie gehört, dass Moslime sich über Kirchengeläut beschwert hätte, dieser Satz kursiert durch ganz Remscheid,also nachahmerprinzip. Meine Gegenfrage, sind wir nicht im Ursprung ein christlicher Land mit Kirchen und Glockengeläut? Es ist unsere Kultur, wie für Mosleme im Ursprung fünfmal am Tag der Muezzinruf. Ich muss weder als Christ noch als Moslem in ein Land ziehen, dessen Kultur ich nicht respektiere. Toleranz steht bei Gegenseitigkeit. Nur augenblicklich wird man in die Ecke gestellt. Die sind fremdenfeindlich, die nicht mit in das gleiche Horn blasen.

Armin Gerhardts am :

Die Frage ist, wo man den Ursprung setzt. Fängt man erst nach der, speziell in Deutschland durch einen Kuhhandel aufgrund von Einzelinteressen initiierten Zwangschristianisierung an, dann sind wir sicherlich im Ursprung ein christliches Land. Es amüsiert mich als einer, der der Religion kritisch gegenübersteht, wie die Fraktion der Nächstenliebe landauf und landab reagiert, wenn es ernst wird. Letztendlich: Würde der Muezzin ertönen, ist das gleichberechtigt mit dem Gebimmel. Die qua Verfassung dem Christentum eröffneten Rechte müssten natürlich auch anderen Glaubensrichtungen eröffnet werden, dies wäre nur konsequent. Wer das nicht möchte, sollte mal kritisch hinterfragen, ob es richtig ist, als Minderheit jeden Morgen die Gesellschaft zu bebimmeln. Das es hier nach eigenen Gutdünken ungerecht verteilt ist, sieht jeder, der sich einen Moment frei macht von seiner Frömmigkeit. Wenn es nach mir geht, ist beides überflüssig. Wir leben im 21. Jahrhundert und brauchen keine Marktschreier für Ideologien mehr. Wer unbedingt den Muezzin hören will, kann ihn sich ja als Klingelton aufs Handy legen, genauso wie das erhabene Kirchengebimmel. Da brauchen wir keine Ruhestörung mehrmals am Tag. Andernfalls möchte ich dann doch bitte auch mehrfach am Tag die Fanfare auspacken und quer durch die Stadt schreien: TADATADA Ich mag Sigmund Freud TADATADA. Ach wäre das schön, morgens um 6 kommt aus Norden der Muezzin und aus Süden die Kirchenglocke. Und wer das höchste Gebäude baut, und am lautesten schreit oder bimmelt hat recht mit seinem Wahrheitsanspruch. Manchmal schäme ich mich. Wie arm sind wir selbst, dass wir es scheinbar auch 2000 Jahre später nicht anders können.

Felix Staratschek am :

Sind wir nicht vom Ursprung her ein christliches Land, fragt Frau Bickenbach. Wenn wir dass vom Ursprung her sind, was sind wir dann heute? Ein christliches Land müsste man daran erkennen, dass die Eckpfeiler der christlichen Soziallehre "Subsidiarität, Solidarität, Personalität, Gemeinwohl" das Fundament allen politischen Handelns sind. Wenn wir ein christliches Land sind, wo sind dann die Christen, die so vorbildlich leben, dass die Muslime mehr vom Christentum wissen wollen? Wo sind die Christen, die sich mit der Glaubensverkündigung an die Gesellschaft befassen? Kein Christ ist daran gehindert, in Stadtviertel mit vielen Muslimen zu gehen und dort Informationen über seinen Glauben in die Briefkästen zu werfen und die Muslime zu einem Gespräch einzuladen. Über den Muezzinruf kann man geteilter Meinung sein, ob sich unser Land oder eine Partei christlich nennen dürfen, hängt aber von ganz anderen Dingen ab und würde nicht davon beeinflusst, wenn es auch ein paar Muezzine gäbe. Ich habe auf ideologischer Ebene meine Fragen an den Islam, weil neben dem Kommunismus aus dieser Religion die stärkste Christenverfolgung weltweit kommt. Und ich kann viele im Dialog von Muslimen genannte Koranverse nicht nachvollziehen, weil die im Kontext m.E. meist nicht das aussagen, was sie uns im Dialog zu sagen vorgeben. Und da frage ich, wie kommt das? Wären muslimische Bräuche und Frömmigkeit von diesen Ballast frei, wäre der Islam eine interessante Religion. Fünf Prozent Muslime sind für unser Land keine Gefahr, viel eher ist die demographische Entwicklung der Deutschen ein Problem, zu dem kein Muslim beigetragen hat. Wenn wir wieder ein christliches Land würden, dass die Familie gerechter behandelt, könnte der Schwund der einheimischen Bevölkerung gestoppt werden und die fünf bis zehn Prozent Muslime wären dann eine schöne Bereicherung für unser Land. Wenn aber die Implosion der autochonen Bevölkerung anhält, kann nichts auf der Welt es aufhalten, dass Menschen anderer Herkunft diese Lücken irgendwann füllen werden. Und eine Erfahrung habe ich auch gemacht: Viele Muslime würden lieber in einem wahrhaft christlichen Staat leben, als in unserem Wischi-Waschi-Staat, wo das Christliche im Alltag meist nur Propaganda.

Eija Tirkkonen am :

Soll die Religionsfreiheit in Deutschland abgeschafft werden?

Felix Staratschek am :

Worauf bezieht sich die Frage zur Religionsfreiheit? Kein Evangele, der den Papst ablehnt und das begründet, wird ein Verbot der Katholen fordern. Ein Minarett, der Gebetsruf oder ein Kirchturm gehören zur Tradition, aber nicht zwingend zum Glauben, siehe die Klosterkirche in Lennep. Im Zweifelsfall kann ja ein Disput vor dem Bundesverfassungsgericht entschieden werden. Außerdem habe ich über die architektonische Manifestation der Religion hier gar nicht diskutiert. Wenn Sie sich an dem "christlichen Staat" reiben, damit meine ich keinen Kirchenstaat mit Bischof Meisner oder einer Essener Äbtissin an der Spitze, sondern einen Staat, in den sich viele überzeugte Christen im Rahmen unserer Verfassung einbringen. Und da könnte unser Land theoretisch viel christlicher sein, als es heute ist, wenn die Christen endlich aktiver wären. Aber gerade wegen der Religionsfreiheit habe ich Fragen an den Islam, wie dort die Koranaussagen heute gelesen werden, die in vielen Ländern negative Konsequenzen für Christen und andere Minderheiten haben. Das osmanische Reich war vom Staatsrecht her Mitte des 19 Jahrhunderts schon weiter, als die heutige Türkei. Die haben nämlich damals, obwohl die einen Kalifgen an der Spitze hatten, die Religionsfreiheit eingeführt. Leider kam es trotzdem zu mehreren Armenierprogromen. Der Angriff der Griechen auf die Türkei nach dem 1. Weltkrieg und die Fluchthilfe für als Kriegsverbrecher angeklagte Türken nach Deutschland bewirkten aber einen Wandel, der bis heute in der türkischen Politik zu spüren ist. Vielleicht findet ja aufgrund meiner Frage DITIB antworten aus dieser Zeit und vielleicht wirkt das Nachfragen zurück in die Türkei. Wir haben hier unseren Rechtsterrorismus, der jetzt aufgeflogen ist - und das ist gut so. Aber die Ermordung der Christen von Matalya, vom Armenier Hrant Dink und mehrerer Priester im letzten Jahrzehnt von dieser kleinen christlichen Minderheit von nur noch 0,5% der Einwohner, die gibt es ebenso. Aramäer, Armenier und auch Griechen sind verglichen mit den Türken Ureinwohner Kleinasiens und werden in der Türkei an den Rand gedrängt. Man informiere sich nur mal über die juristischen Angriffe auf das uralte Kloster Mor Gabriel, die dessen Existenz bedrohen. Akut allerdings erlebt die orthodoxe Kirche einen kleinen Aufschwung, da Gastarbeiter aus Südosteuropa in die Türkei einwandern und so viele kleine Restgemeinden stabilisieren. Aber solange das 1970 vom Staat geschlossene Priesterseminar auf der Insel Chalki nicht wieder eröffnet werden darf und zahlreiche andere staatliche Regeln nichtmuslimischen Gemeinden das Leben erschweren, kann dort nicht von Religionsfreiheit gesprochen werden.

Chronist am :

Am Rosenmontag habe die Türkisch-Islamischen Union (DITIB) ihren Bauantrag für die neue Moschee an der Weststraße bei der Stadtverwaltung eingereicht, teilte Stadtkämmerin Bärbel Schütte in der heutigen Ratssitzung mit.

Chronist am :

Wer wissen will, wie sich die neue Moschee in die bestehende Bebauung an der Weststraße einfügen wird, kann sich bei YouTube eine Animation ansehen, die die Architekten von DITIB dort eingestellt haben: http://tinyurl.com/d4mgj7t

Lothar Kaiser am :

Nach Informationen von Bezirksbürgermeister Otto Mähler soll am 25. Januar, also am kommenden Freitag, mit dem Abbruch der alten Moscheeräume an der Weststraße / Papenberger Straße begonnen werden. Wohin der Moscheeverein vorübergend umgezogen ist, ist bislang nicht bekannt.

Chronist am :

Für die Übergangszeit befindet sich die Ditib-Gemeinde in der Weststr. 27 (ehemals Asylantenwohnheim).

Lothar Kaiser am :

Mit dem Bau der Ditib-Moschee an der Weststraße kann begonnen werden. Denn die Finanzierung steht. Wie gestern bekannt wurde, haben sich Himmet Ertürk, der Projektleiter der Ditib-Gemeinde (Türkisch-Islamische Union), und die Stadtsparkasse Remscheid über die Konditionen eines Baukredites geeinigt. In einem Jahr soll der Rohbau fertig sein. Mit der Einweihung des Neubaus wird im Herbst 2015 gerechnet.

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