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Bis 1920 gehörte letztlich alles dem Peter Ehlis

VVorne Schlepenpohl, Mitte rechts Ehlishammer II, Rechts davon ins Tal geht es zur Heintjesmühle. Foto: HIZ Remscheid on der Heintjesmühle zurück ins Eschbachtal, wo Peter Ehlis um 1880 seine Feilenfabrik (Friedrichstein) betrieb, sind es etwa 150 Meter. Zu erkennen ist davon heute nichts mehr, denn alles ist zu Wohnzwecken umgebaut worden. Wasserkraft war nicht erforderlich zum Hauen der Feilen. Irrtümlich verwechseln manche Historiker dieses Feilenwerk mit dem Ehlishammer. Unmittelbar am Heintjesmühlenbach, wo er an der Talstraße in einen Teich mündet, befand sich bis zum Zweiten Weltkrieg das Restaurant "Zum Friedrichstein" von Friedrich Rehbold, der an dem steil abfallenden Berg der "Hohen Mark" eine der größten Feilenhaustuben der näheren Umgebung errichtete. Er übernahm die Handhauerei von Peter Ehlis. Rehbolds Söhne gingen später von der Handhauerei zum Maschinenhauen über. Das alles geschah bis zum Zweiten Weltkrieg.

Gegenüber ist ein wunderbarer Bruchsteinbau, der ebenfalls eine Feilenhauerei beherbergte. Diese wurde durch eine Turbine mit dem Wasser des Teiches gegenüber der Straße (neben der ehemaligen Schule) angetrieben. Dieser ebenfalls als Ehlishammer bezeichnete Betrieb hatte eine Schmiede mit großer Esse, wobei die Bausubstanz heute dringend renovierungsbedürftig ist. Er liegt nur etwa 300 Meter unterhalb der Ehlis´schen Feilenfabrik auf der Höhe des Heintjesmühlenbaches. Man muss uber die Talstraße gehen, um Näheres zu sehen. Aber es lohnt sich, denn hinter dem Haus ist eine sehr gut erhaltene Wehranlage, die von einer Brücke aus gut einzusehen ist.

Schlepenpohl 1905, später Esgenskotten. Repro: G. Schmidt Vom Ehlishammer aus gesehen auf der anderen Seite des Baches, etwas unterhalb von "Friedrichstein", lag an dem alten Verbindungsweg Pohlhausen-Bliedinghausen, der das hier verhältnismäßig breite Wiesental des Eschbachs durchquert, der Esgenskotten, der noch nach 1945 als Nasschleiferei von Hans Esgen betrieben wurde. 1685 errichtete Tillmann Hasenclever zu Bliedinghausen dort einen Reckhammer. Später wurde dann ein Schleifkotten errichtet. Anhand historischer Kartenwerke kann man zumindest nachvollziehen, das bereits 1827  der Hammerteich existiert, der Hammer und die Gräben ebenso. Am 23. März 1846 erhalt der Schleifer Josua Pickard zu Wermelskirchen von der Düsseldorfer Regierung die Erlaubnis, den Bau eines Schleifkottens zu realisieren. 1853 wurde ein zweiter Hammer am gleichen Teich hinzugebaut. 1858 wird erwähnt, dass sich ein zweiter Schleifkotten hinzugesellt hat. 1859 wird ergänzt, dass ein oberschlächtiges Wasserrad, drei Schleifsteine und ein Gefälle von 21 Fuß vorhanden sind. 1864 kam noch ein dritter Schleifkotten zu der bereits recht großen Anlage hinzu. Dieser konnte sowohl mit Dampf- als auch mit Wasserkraft betrieben werden. 1867 ist als Eigentümer immer noch Jos. Pickard zu Schlepenpohl vermerkt.

Esgenskotten 1928. Foto: PaasAuf einer Fortschreibungskarte des Katasteramtes von 1870 sind insgesamt vier Gebäude dargestellt. "Langenbroch" hieß das Gebiet einmal. Bis 1920 gehörte letztlich alles dem Peter Ehlis. An diesem Standort hat sich heute der Fischereiverein des Eschbachtales festgesetzt. Das Ursprungsgebäude des Esgenskotten war ohne Stockwerk umgebaut worden und diente als Vereinsheim der Fischzüchter. Das ehemals weit außerhalb laufende Wasserrad hatte man abgebaut, und auch sonst erinnerte einen Laien wenig an eventuelle Betriebsamkeit mit Wasserkraft. Im Jahre 2000 wird das gesamte Gebiet zum Bodendenkmal erhoben. Im Gelände finden sich noch zahlreiche Hinweise auf die alte Industrieanlage. So erweitert sich der Wasserzulauf vom Wehr nordwestlich der Heintjesmühle zu einem Hammerteich, der sich früher nach Westen hin verengte und dessen Wasser über einen Obergraben zum Hammer führte. Noch heute sieht man die nördliche Begrenzung des Teiches. Als ich 2005 diesen Standort noch mal kurz einsehen wollte, war der alte Kotten abgerissen.

Begnügen wir uns mit den wenigen Informationen über diesen Standort und gehen rechts an den Fischteichen vorbei Richtung Bliedinghauser Kotten. Sollte dort gesperrt sein, muss man den Weg nach oben durch den Wald nehmen. Es sind genau 400 Meter, bis wir an dem Standort ankommen. Unten in der Kurve sieht man das ehemalige Wohnhaus der Schleifer vom Kotten, welches ab 1988 sehr schön renoviert worden ist. Dort wohnte übrigens Regierungsbaumeister Gustav Küchler, der das Gebäude 1888 erstellt und die Wermelskirchen-Burger-Bahn gebaut hat. (nach: Hämmer- und Kottenforschung in Remscheid. Herausgegeben von Günther Schmidt, Band 5 - Vom Blombach bis Eschbach)

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Kommentare

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Cornelia Schmidt am :

Die Teiche, unterhalb des sehr schön renovierten Hauses Schlepenpohl 1 auf dem oberen Bild recht gut zu erkennen, werden heute unter privater Pacht als Fischteiche weitergeführt. Die Wehranlage ist zwar noch vorhanden, kann aber leider nicht mehr per Kurbel von Hand bedient werden. Das hinter der Holzbrücke anschließende Gebäude wurde vom Alteigentümer Ehlis vor einigen Jahren an einen neuen Eigentümer aus Solingen veräußert. Im Einfahrtsbereich dieses Hauses sind noch einige Schleifsteine als Rinnenführung zu betrachten. Ansonsten verfällt das Gebäude immer mehr, obwohl noch immer bewohnt.

Klaus R. Schmidt am :

Da ich mich gerade intensiv mit dem Ehlis-Gelände in Schlepenpohl befasse, kann ich auch noch meinen Senf dazu tun: Das Gebäude an der Eschbachtalstrasse gegenüber der Strasseneinmündung von der Heintjesmühle, das heute von Klavierbaumeister Stolz benutzt wird, liess 1854 Ernst Ehlis errichten, und zwar im linken unteren Teil als Keller und Knochenstampfe, im rechten unteren Teil als Keller und Schleiferei. Darüber auf Strassenniveau links eine Schmiede und Packstube und rechts zwei Wohnungen. Angetrieben wurden die Aggregate durch ein mittelschlächtiges großes Wasserrad, das mitten im Haus installiert wurde. Der Wasserzulauf für diese ungewöhnliche Konstruktion erfolgte durch einen unterirdischen Kanal aus einem Stauteich jenseits der Strasse, der vom Heintjesmühler Bach gespeist wurde. Eigentlich müsste dieses interessante Bauensemble unter Denkmalschutz gestellt werden, was aber vermutlich nicht mehr möglich ist, da an dem Objekt im Laufe der Jahrzehnte zu viel verändert wurde.

Cornelia Schmidt am :

Lt. Wikipedia, Liste der Baudenkmäler in Wermelskirchen, ist unter der lfd. Nr. 58 das genannte Objekt aufgeführt. Das Haus steht unter Denkmalschutz. Es ist allerdings richtig, das am Objekt einiges äußerliches verändert wurde. Wo allerdings der Stauteich zu finden war, ist mir leider nicht schlüssig.

Cornelia Schmidt am :

Der am Haus in Schlepenpohl vorbeiführende Wanderweg des Sauerländischen Gebirgsvereins (A2) ist aufgegeben worden lt. offizieller Mitteilung. Da das gesamte Gelände in Privateigentum steht, wird der allseits beliebte Wanderweg wahrscheinlich kurzfristig vom Eigentümer geschlossen.

Cornelia Schmidt am :

Das Objekt Eschbachtalstr. 30 steht mittlerweile bei Ebay-Kleinanzeigen zum Verkauf. Ebenso die umliegenden Wälder und die Fischteiche.

Cornelia Schmidt am :

Das Haus Eschbachtalstraße 30 wurde im Jahr 2018 (endlich) verkauft. Derzeit erfolgt eine Kernsanierung des Gebäudes, wobei größter Wert auf die Vorgaben des Denkmalschutzes gelegt wird. Es geht voran im Tal.

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