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Thema DOC: „Gewonnen hat man erst mit dem Abpfiff!“

von Hans Gerd Göbert

I love Zukunft ! Wer liebt die wohl nicht?  Remscheid darf erst einmal wieder kräftig durchatmen. Eine wählende Minderheit von 25.771 = ca. 30 % der Wahlberechtigten hat sich als Mehrheit eindeutig für das DOC ausgesprochen. Das ist überzeugend und gut so. Denn nun dürfen die Zweifler, Kritiker und Gegner, die zuletzt nur noch zur schweigenden Mehrheit von schlappen 61.230 Bürgern = ca. 70 % der Wahlberechtigten zählten, wieder etwas sagen.  Ohne  dafür gleich heftig beschimpft oder verspottet zu werden: “Verhinderer des Fortschritts“, „Stänkerer“,  „Quertreiber“,  „Ihr von gestern“ oder  „notorische Bedenkenträger“  waren noch  vornehme Ausdrücke - keineswegs nur allgemein, sondern auch sehr persönlich vorgetragen. Lediglich deshalb, weil man eine andere Meinung vertrat  und diese ebenso sachlich begründet wie emotionslos vortrug.

Man hatte phasenweise den Eindruck, als ob in Remscheid die im Grundgesetz verankerte Meinungsfreiheit zu Grabe getragen würde. Dieses ebenso unwürdige wie unangemessene Verhalten hat dazu geführt, dass jetzt ein Riss durch die Remscheider Gesellschaft geht.Nachdem aber nun vermeintlich alles in trockenen Tüchern ist, dürfen auch die Kritiker  hoffentlich wieder relativ gefahrlos ihre Meinung zu dem Projekt vortragen. In der Glückseligkeit des  Abstimmungssieges  wird  ihnen nun verziehen, wenn sie kritische Anmerkungen machen. Weil sie dem Ganzen, dem Großen offenbar nicht mehr im Wege stehen können. Nachdem alles entschieden ist, wie man meint.  Nun wird sich  zeigen, ob die Befürworter  auch fähig sind,  sich sachlichen Argumenten zu öffnen, und sich an  das Leitwort von Johannes Rau  „Versöhnen statt Spalten“ erinnern. Oder ob sie munter so weiterholzen, wie es im „Wahlkampf“  tägliche Praxis war. Denn bereits einen Tag nach der Abstimmung  hatte Euch,  liebe Befürworter, der harte Alltag wieder eingeholt. Ich habe nichts gegen die Idee eines DOC, aber bestimmt etwas gegen die Art und Weise, wie sie in den vergangenen  Monaten publiziert wurde. 

 
Wer zum Beispiel meint, das vorgelegte, so genannte Verkehrsgutachten wäre die Lösung aller sich abzeichnenden Verkehrsprobleme und könnte zur Befriedung der Debatte beitragen, der hat mit Verlaub gesagt, null Ahnung von Verkehrsabläufen. Es könnte sein, dass später in erster Linie die Lüttringhauser und Lenneper, die sich für das DOC ausgesprochen haben, den Tag verfluchen, an dem sie mit Ja gestimmt haben. Wie auch alle anderen, die dann den Weg durch Lüttringhausen nehmen.
 
Logisch, die klugen und reichen Leute bei McArthurGlen werden schon eine geniale Lösung parat haben und die erforderlichen Umbauarbeiten sozusagen aus der Portokasse finanzieren. Schade nur, dass sie bis heute immer noch nicht gesagt haben, wie denn ihr konkreter, prozentualer Anteil an der Gesamterschließung aussehen wird. Das können sie allerdings auch  nicht aus freien Stücken, weil McArthurGlen nämlich nur der Betreiber, nicht jedoch der Investor des Centers  sein wird, wie beispielsweise in Neumünster. Sie haben lediglich ein Joint-Venture mit der Henderson Global Investors Ltd. und dem Warburg-Henderson Deutschland Immobilien-Fonds geschlossen. Die oft einen ganz neuen Fonds auflegen müssen, um frisches Geld für ein neues Projekt wie unser DOC einzusammeln!  Wenn ein bereits bestehendes DOC nicht mehr rentabel ist oder ein Verkauf  immensen Gewinn verspricht, stoßen sie es gewinnmaximierend wieder ab. Was danach ein anderer Betreiber damit macht, steht in den Sternen. Wie in den französischen Städten Roubaix und Troyes praktiziert. Das Schicksal der Mieter ist den Investoren danach ziemlich schnuppe. Sie verkaufen nämlich keine Klamotten, sondern bewegen nur Dollars und Euros. 

 
Nun kommt seit etwa drei Jahren erschwerend hinzu, dass der Immobilienmarkt weltweit am Stock geht, in manchen Ländern sogar kurz vor dem Kollaps steht. Man hörtinzwischen fast stündlich neue Hiobsbotschaften von den Kapitalmärkten. Warum sollte daher ausgerechnet Henderson-Warburg, mit der McArthur Glen Group im Schlepptau, im frischen Geld schwimmen? Interessant ist nämlich, dass man in keinen Henderson-Warburg-Fond Einsicht nehmen kann. Also auch nicht weiß, wie er aktuell von den Rating-Agenturen bewertet wird. Bei deutschen Immobilienfonds wie Hausinvest, etc., ist das überhaupt kein Problem.
 
Ich würde deshalb darauf drängen, dass sich McArthurGlen sofort auf eine Beteiligungsquote für die Erschließungskosten festlegt, und darf  in diesem Zusammenhang an die Aussagen von Ratsmitgliedern kurz vor der Abstimmung erinnern: „ Der Investor soll vor der Wahl sagen, mit wie viel Prozent er sich an den Kosten beteiligen will.“ Oder: „Wenn er die Kosten nicht übernimmt, kann er gleich woanders bauen.“ Wahr wohl nix mit den erhofften Antworten vor der Abstimmung! Und, nachdem eine Woche ins Land gegangen ist, immer noch nicht! Man kann selbstverständlich auch einen streng geheimen Vertrag mit McArthurGlen aushandeln und am Ende so reinrasseln, wie es in Remscheid schon gute Tradition ist. Danach in aller Ruhe und Gelassenheit die zu erwartenden Klagen vor den Verwaltungsgerichten abwarten, getreu dem Motto: „Die bei McArthurGlen sind so clever, die kriegen alles hin, auch vor Gericht.“ Nur möglicherweise auch so clever, um die Stadt Remscheid und die Grundstückseigentümer  richtig über den Löffel zu barbieren. Das hätte dann  wenig mit der Sinnhaftigkeit des Projektes zu tun,  aber viel mit der realistischen Umsetzung eines Traumschlosses. Ich lasse mich gerne eines Besseren belehren – aber bitte erst nach der Grundsteinlegung. Bis dahin gilt die alte Fußballerweisheit: „Gewonnen hat man erst mit dem Abpfiff.“

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Kommentare

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Michael Dickel am :

Ach ja - Herr Göbert. Sie reihen sich nahtlos in die Reihe derjenigen ein, die die Haare in der Suppe suchen, bevor sie überhaupt zubereitet wird. Diese Mentalität ist in Remscheid überproportional verbreitet. Es hat gerade mal noch zum Bau der Müngstener Brücke und der A1 gereicht, die ja quasi "von oben" beschlossen wurden. Schon die Elektrifizierung der Bahnstrecke ist meines Wissens einem "brauchen wir nicht" zum Opfer gefallen. Es hätte doch gereicht, wenn sie einfach den Verantwortlichen bei der Stadt die Qualifikation für die Verhandlungen abgesprochen hätten. Dieses "Kaffeesatz-Lesen", was wäre wenn, bringt Remscheid keinen Stück weiter. Ihr Orakeln, dass der Investor die Stadt über den Tisch zieht und das ein Grund ist, weshalb "Ja-Sager" sich zu früh freuen, ist ihre Lebenseinstellung. Ich teile diese nicht. Es ist eher der Stillstand in dieser Stadt, der mich verrückt macht. Ideen werden ständig diskreditiert und lächerlich gemacht. In Holland diskutiert man ernsthaft, in Zeeland einen 2000 Meter hohen, künstlichen Berg zu schaffen. Dabei war die Idee eher aus einem launischen Kommentar zum Abschneiden holländischen Skifahrer gedacht. Bei uns würden solche Ideen wahrscheinlich mit Aufenthalt in der Stiftung Tannenhof nicht unter drei Jahren "belohnt".

Armin Gerhardts am :

Da täuscht Sie Ihr Wissen. Im Weg steht man sich selbst aufgrund des Denkmalschutzes der Müngstener Brücke. Die Bahn wollte schon ewig die S7 über Remscheid verlängern, immerhin ist die Strecke eine der meistgenutzten ÖPNV-Bahnstrecken und im Personenverkehr äußerst rentabel.

Michael Dickel am :

Nein Herr Gerhardts - den Zeitpunkt meine ich nicht. Wo im ganzen Land Bahnstrecken elektrifiziert wurden, war die Müngstener Brücke noch kein Denkmal - damals hat man sich hier einfach dagegen entschieden, weil man dem keine Zukunft gegeben hat. Jetzt ist es dafür zu spät..., abgesehen von den baulichen Problemen durch zu niedrige Tunnel.

Armin Gerhardts am :

Ich möchte nicht zu weit vom Thema ablenken, aber das wäre tatsächlich mal interessant herauszuarbeiten. Die Haupttrasse durch Wuppertal ist Mitte der 60er Jahre elektrifiziert worden. Seit wann ist die Brücke denn denkmalgeschützt? Die niedrigen Tunnel sind übrigens nur ein Problem von vielen. Die Brücken über die Strecke sind auch nahezu alle zu niedrig. Dazu zählt m.W. auch z.B. die Unterführung unter der Autobahn bei Garschagen.

Hans Gerd Göbert am :

Ich habe es geahnt, dass sich sofort jemand melden würde, für den Toleranz gegenüber Andersdenkenden offenbar so etwas wie eine Geißel der Menschheit ist. Der selbst nach einer erfolgreichen Bürgerbefragung nicht Willens oder in der Lage ist, sich in Ruhe und Gelassenheit mit anderen Meinungen zum DOC auseinander zu setzen. Nicht, was Sein oder Nichtsein des Projektes anbelangt, sondern den Modalitäten der raschen Umsetzung. In erster Linie die Lösung der Verkehrsprobleme oder Fragen der Finanzierbarkeit für Remscheid. Stattdessen verfährt man weiter nach der einfachen Formel - auf alles draufhauen, was sich wagt, auch nur geringste Zweifel anzumelden. Ohne die gute Chance zu nutzen, sich mit einem solchen politischen Hintergrundwissen zielführend in die Debatte einzubringen. Das ist mehr als mager. Darf ich das Schweigen zu meinen meinetwegen orakelhaften Fragen der Finanzierung so verstehen, dass Sie nicht dafür sind, den Betreiber/Investor zu verpflichten, eine schriftliche Aussage zur Beteiligung an den gesamten Erschließungskosten zu machen? So fahrlässig könnte nur jemand handeln, der nicht mehr in politischer Verantwortung steht und deshalb auch nicht die Suppe auslöffeln muss, in denen andere Haare entdeckt haben. Den interessanten (DOC-focussierten?) Spannungsbogen von der Müngstener Brücke, über einen 200 Meter hohen Berg in Zeeland bis hin zur Stiftung Tannenhof möchte ich nicht näher kommentieren. Mit dieseer Form von Streitkultur kann ich mich leider nicht messen. Zu meinen Lebenseinstellungen sei aber gesagt, wer im Nachkriegs-Bliedinghausen aufgewachsen ist, hatte vor allen Dingen die Einstellung:"Gelobt sei, was hart macht." Deshalb schätze ich auch solche Debatten, möchte sie aber trotzdem hier für mich beenden. Um sie erst dann wieder aufzunehmen, wenn es zum DOC fundamental Neues zu vermelden gibt. Daher meine letze Frage im aktuellen Zusammenhang: Sie halten Ihre Art der Auseinandersetzung mit anderen Meinungen bestimmt für erfolgreich? Im Allgemeinen und mit einer zeitnahen Verwirklichung des DOC im Besonderen, gell?

Michael Dickel am :

Wer austeilt, muss auch einstecken können, Herr Göbert. Sie stecken die "Befürworter" in eine Schublade, in die sie nicht gehören. Und Sie benutzen dabei auch "schwere Geschütze". Sie merken es vielleicht gar nicht mal, aber als Befürworter empfinde ich Ihren Kommentar so, dass diese ja eigentliche Minderheit die Meinungsfreiheit einschränken will, blind und taub einfach nur ja sagt und unfähig ist, die Probleme zu sehen. Das soll man dann aber kommentarlos hinnehmen, sonst sind Sie beleidigt und beenden die Diskussion. Ich kann es nur gebetsmühlenartig wiederholen. Jetzt gibt es ein Abstimmungsergebnis, und eine große Mehrheit - diejenigen die nicht wählen gegangen sind - haben sich tatsächlich ihrer Stimme beraubt. Und nun geht es darum, alle Unwägbarkeiten, alle Probleme zu beseitigen - dazu braucht es Arbeit.

Felix Staratschek am :

Für die Elektrifizierung ist es nicht zu spät, im Gegenteil: Moderne Technik erlaubt das Fahren über die Brücke oder durch Tunnel mit Kurzzeitstromspeichern oder mit einer Stromschiene zwischen den Gleisen, die nur leitet, wo der Zug darüber fährt. So eine Straßenbahn mit Stromschiene wurde gerade in Reims eröffnet. Auch andere Bahnbrücken stehen unter Denkmalschutz und wurden elektrifiziert. Ich vermute, die DOC-Euphorie in Remscheid hat viel mit dem Euro zu tun. Denn viele Preise sind heute so, als hätte man die alten DM- Preisschilder wieder herausgeholt. Die Löhne sind aber vom Zahlenwert halbiert worden. Bei dieser enormen Preissteigerung gibt alles Hoffnung, was geringere Ausgaben verspricht, auch ein DOC. Die Frage ist nur, ob diese Symptombehandlung am Ende wirklich was bringt? Warum schließen so viele Kneipen und Stammtische? Weil einfach das Geldausgeben bei immer mehr Menschen auf das notwendige beschränkt werden muss. Die Schnäppchen von heute sind die Normalpreise von Gestern, sagte letzte Woche eine Kollegin im Betrieb. Bei den Löhnen und Renten gibt es Nullrunden, nicht aber beim Discounter etc. Und dass die höheren Preise dazu führen, dass die Produzenten der Ware endlich gerechte Löhne für ihre Arbeit in der Landwirtschaft oder Textilindustrie bekommen, glaubt ja auch keiner! Irgendwo wird da ganz dick das Geld aus unseren Taschen in die Taschen von wenigen Reichen gesogen. Und die wissen dann nicht, wohin mit dem Geld und verursachen durch unsinnige Spekulationen Finanzkrisen. Und dann sollen wir wieder mit unseren Steuergeldern für das risikoreich angelegte Geld der Reichen bürgen, dass man uns schon durch die Händlerkartelle abgenommen hat. Für Schule, Bildung, Infrastruktur und sinnvolle Zukunftsinvestitionen oder Substanzerhalt oder unser Remscheider Orchester fehlt aber das Geld. Als ob da ein DOC wirklich helfen würde!

Christoph Humpert am :

Ich bewundere es, Herr Staratschek, wie Sie uns in einem Zehnzeiler zunächst die Bahnwirtschaft, anschließend vollumfänglich die Geldwirtschaft und Landschaft sowie zuguterletzt elegant noch die Kommunalwirtschaft erklären. Da kann selbst die Linke noch von lernen. Hut ab! Ich bin mir sicher, dass ein DOC mit Burberrymänteln für 1200 Euro den Menschen in Remscheid helfen wird, die Ausgaben nachhaltig (:-)) zu senken. Vielleicht werden sich die Menschen auch bereit erklären das gesparte Geld in einen "Rettet-Remscheid-Fonds" einzuzahlen und damit bürgerschaftlich Theater, Schulen, Sport und Rathaus landfristig zu sichern. Vielleicht bleibt am Ende auch noch Geld übrig für eine elektrifizierte Bahnstrecke. Alternativ könnte man das zusätzliche Geld auch in eine Beheizung der Remscheider Straßen stecken, um ein zufrieren im Winter zu vermeiden. Damit könnte man sich dann auch Reparaturen für den Asphalt nach jedem Winter sparen!

Martin Klück am :

Na, da haben Sie ja sowas von recht, wie sonst nichts anderes! Danke!

Johannes Hedderich am :

Sehr geehrter Herr Göbert, schade, dass Sie so teilweise fundierte Kritik in so unschöner Art und Weise vorbringen. Die ersten zwei Absätze sind schon sehr ärgerlich und verderben den ansonsten guten Eindruck Ihres Artikels. Nach meinem aus etwas Entfernung erfolgten Blick auf die Diskussionen waren beide Seiten nicht zimperlich mit Vorwürfen und persönlichen Angriffen. Und wenn "die Zweifler, Kritiker und Gegner" tatsächlich "zuletzt nur noch zur schweigenden Mehrheit von schlappen 61.230 Bürgern = ca. 70 % der Wahlberechtigten zählten", warum haben genau diese dass dann nicht geändert und sind zur Abstimmung gegangen? Immerhin konnte man auch "NEIN" ankreuzen. Hinterher jammern, weil man verloren hat, soll guter Stil sein? Ansonsten bietet ihr Artikel in der Tat viele Punkte, über die man nachdenken sollte. Aber ich werde das Gefühl nicht los, dass man den Verantwortlichen jeglichen Realitätssinn abspricht, sobald die Dollar-, respektive Euro-Zeichen in den Augen leuchten. Einer der Gründe, weshalb ich FÜR ein DOC bin, ist das Zeichen, dass so eine Investition setzt. Ich erlebe es täglich, was es bedeutet, in einer Stadt zu leben, in der alle immer davon reden, dass es bergab geht, dass alle wegziehen und dass die Jugend keine Zukunft mehr am Platz sieht. Trotz der deutlichen Parallelen rede ich nicht über Remscheid. Allein die dadurch verbreitete allgemeine Stimmung führt dazu, dass man nicht bleiben möchte, auch wenn man einen angemessenen Job findet und die Möglichkeit dazu hat. Eine solche Investition, die weit überregionale Strahlkraft entwickelt, kann ein Zeichen sein, dass es mit dieser Stadt eben nicht nur bergab geht, sondern dass es Leute gibt, die an die Zukunft glauben, sie gestalten wollen und die etwas Positives in der Stadt bewegen wollen. Ich weiß nicht, ob es mir jetzt gelungen ist, mich klar auszudrücken. Aber das erste Mal habe ich in Remscheid wieder das Gefühl, dass etwas bewegt wird und dass zumindest versucht wird, die Abwärtsspirale aufzuhalten! Und ich würde mir wünschen, dass das nicht an all den schreienden Bedenkenträgern scheitert, sondern dass sich dieser Geist endlich einmal durchsetzt! Selbstverständlich mit der Einschränkung, dass die Kritiker, die konstruktiv mitarbeiten und ihre Kritik sinnvoll einbringen wollen, dazu die Gelegenheit bekommen.

Hans Gerd Göbert am :

Sehr geehrter Herr Hedderich, besten Dank für Ihre Stellungnahme. Sie haben Recht damit, dass sehr es bedauerlich ist, wenn fast 70% der Wahl ferngeblieben sind. Das hatte ich in meinem Kommentar genauso dargestellt, nur ist es in der Waterboelles-Schreibmaschine irgendwie hängen geblieben. Macht nix. Ich finde es auch gut, dass Sie für das DOC sind und klar dargelegt haben, warum. So argumentieren auch die meisten Ja-Wähler, in der Hoffnung, dass sich in Remscheid etwas bewegt, die Abwärtsspirale aufgehalten wird. Diese Wünsche, junge Menschen in Remscheid zu halten und neue, hoch qualifizierte Bürger in die Stadt zu holen, sind gut nachvollziehbar. Was ich dann aber nicht verstehe und man mir bitte erklären möge, ist Folgendes: Ich dachte immer, die Menschen werden in erster Linie durch einen zukunftsträchtigen Vollzeit- Arbeitsplatz an eine Stadt gebunden, statt durch alte und 2.Wahl-Klamotten? Dann hätte man doch bereits in den letzten 20 Jahren lange Auswanderer-Trecks sehen müssen, die Stadt für immer verlassend, eine DOC-lose Stadt Ich kenne sehr viele dieser potentiellen Auswanderer, jung wie alt, die reden jeden Tag davon, wohnen aber immer noch hier. Also kann es doch nicht an dem fehlenden DOC alleine gelegen haben? Was einen an Remscheid zweifeln lässt, ist doch die schier endlose Reihe von Unzulänglichkeiten in allen Lebensbereichen. Glauben Sie, dass sich diese Dinge, geprägt duch fehlende Mittel und immer länger werdende Streichlisten, tatsächlich durch ein DOC (ach so, wissen Sie, wo die Gewerbesteuern landen werden) nachhaltig verbessern lassen? Es mag ja sein, ich würde mich aber erst nach dem "Abpfiff" wagen, das zu beurteilen.

Johannes Hedderich am :

Sehr geehrter Herr Göbert, sie haben Recht, dass ein Arbeitsplatz sicher ein gutes Argument ist, in einer Stadt zu bleiben. Aber soll man auf weitere Investitionen verzichten, nur weil Arbeitsplätze fehlen? Oder geht es Ihnen um den Flächenverbrauch, der dann für weitere Industrie nicht mehr zur Verfügung steht? Ich kenne mich in den Flächenverhältnissen in Remscheid nicht gut genug aus, um mich in diesem Fall mit Ihnen zu streiten, aber ich glaube nicht, dass hunderte potenzielle Arbeitsplätze verloren gehen, weil eine Firma gerade an der Blume investieren wollte und das mit einem DOC nicht mehr könnte. Die verfehlte Wirtschaftspolitik (z.B. abwandernde Unternehmen, die in Remscheid nicht expandieren können) muss woanders korrigiert werden! Übrigens soll es auch Leute geben, die sich für 400-€- und Teilzeitjobs interessieren oder auch für "die paar" Vollzeitjobs, die im DOC entstehen. Und ich kann auch nicht glauben, dass in den Innenstädten in Remscheid durch das DOC so viele Arbeitsplätze verloren gehen, wie im DOC neu entstehen. Ich glaube dafür aber, dass ein DOC ein erster Schritt sein kann, an der langen Mängelliste in Remscheid zu arbeiten. Sicher müssen diesem Schritt weitere folgen, die auch unabhängig von einem DOC erfolgen könnten. Aber ohne einen ersten Schritt kommt man nicht vorwärts, und ich glaube, dass ein DOC Remscheid sehr viel mehr Gutes als Schlechtes bringt!

Hans Gerd Göbert am :

Sehr geehrter Herr Hedderich, weil Sie sich so sachlich mit der Materie befassen, breche ich nun zum zweiten Mal mein Versprechen, mich zu diesem Zeitpunkt hier nicht mehr zum DOC zu äußern. Niemand wird Ihnen den Glauben an die Sinnhaftigkeit des DOC nehmen wollen. Wenn Sie aber etwas über die Reserveflächen für potentielle Gwerbegebiete in Remscheid erfahren möchten, dann sollten Sie sich mal bei der Wirtschaftsförderung (Ludwigstraße) diese Flächen anhand des aktuellen Flächennutzungsplanes zeigen lassen. Aber bitte nicht erschrecken, das sind die bescheidenen Restflächen für alle Zeiten. Ob man die Verluste von abwanderenden Firmen samt hoch qualifizierten Mitarbeitern durch ein DOC für Altkleidung kompensieren kann, wird sich zeigen müssen, wenn es jemals gebaut werden sollte. Für Gewerbe wird die Fläche dann aber schon lange verloren sein. Niemand sollte jedoch daran zweifeln, daß Phyrrussiege auch schöne Siege sein können.

Armin Gerhardts am :

Das mit der "Altkleidung" ist nett pointiert, geht aber eklatant an der Wirklichkeit vorbei und suggeriert ein vollkommen falsches Bild. ndererseits könnte man mit gleicher Pointierung fragen: Und die Remscheider Innenstadthändler und das gesamte Umland hat Bedenken vor Altkleidersammlungen?

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