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Solinger Verleger übernehmen den General-Anzeiger

Der Friedrich-Ebert-Platz. Im Hintergrund das Gebäude des RGA. Foto: Lothar Kaiser

Monatelange Gerüchte haben sich bewahrheitet: Remscheids Traditionszeitung, der „Tüpitter“ (RGA), hat den Besitzer gewechselt „Das Medienhaus B. Boll, Verlag des Solinger Tageblattes GmbH & Co. KG, erwirbt über eine neue Remscheider Tochtergesellschaft von der J. F. Ziegler KG, Druckerei und Verlag in Remscheid, alle Titel- und Verlagsrechte des Remscheider General-Anzeigers (RGA) mit seinen Kopfausgaben Wermelskirchener General-Anzeiger, Hückeswagener Stadtanzeiger und Radevormwalder Zeitung.  Vom Erwerb umfasst sind die Titel- und Verlagsrechte der Anzeigenblätter Bergischer Anzeiger und RS-Anzeigenblatt, die Mehrheitsbeteiligung am Heimatanzeiger in Radevormwald sowie weitere Medienbeteiligungen.  Der Erwerb steht unter dem Vorbehalt der gesetzlich erforderlichen Genehmigung durch das Bundeskartellamt“, beginnt eine gleichlautende Presseerklärung der beiden Verlage, die heute veröffentlicht wurde. Darin werden die Solinger Verleger Bernhard und Michael Boll mit den Worten zitiert: „Seit über 200 Jahren publiziert unser selbstständiges, mittelständisches Unternehmen die mit Abstand führende Zeitung in Remscheids Nachbarstadt Solingen. Zugleich heimatverbunden und weltoffen versuchen wir unserer großen Verantwortung gegenüber der Stadt und ihren Menschen gerecht zu werden. Mit dem gleichen Engagement wollen wir an der Spitze des RGA bodenständig wirken, um die Existenz der in Remscheid und in seinem Umland verwurzelten modernen Heimatzeitung in Zukunft zu sichern. Gleichzeitig sichern wir auf diese Weise die seit 1949 erfolgreiche Zeitungskooperation Westdeutsche Zeitung Plus. Die Vergrößerung der Basis unseres unabhängigen Medienunternehmens trägt maßgeblich dazu bei, die Entwicklungschancen zu stärken, die wir als im Bergischen Land verankerter Medienanbieter sehen.“

Damit ist es RGA-Verleger Dr. Wolfgang Pütz – zur Erleichterung der Mitarbeiter/innen in Redaktion und Verlag – nach längerer Zitterpartie doch noch gelungen, den Fortbestand der Zeitung zu sichern. Wobei die neu gegründete „Remscheider Tochtergesellschaft“ der Verleger Boll nicht darüber hinwegtäuschen kann, dass künftig nicht mehr in Remscheid, sondern in Solingen über die Geschäftspolitik, sprich: die publizistische Ausrichtung entschieden wird. Pütz zuversichtlich: „Bei der seit Jahrzehnten mit uns vertrauensvoll kooperierenden bergischen Verlegerfamilie Boll ist der RGA publizistisch bestens aufgehoben und für die Zukunft wirtschaftlich abgesichert.“ Pütz selbst soll den (Telefon-)Buchverlag behalten. Wie andere Tageszeitungen auch leidet der RGA unter Auflagenverlusten. Aktuell verkauft er insgesamt rund 17.800 Zeitungsexemplare.  Im Vergleich zum Vorjahresquartal entspricht dies einem Minus von drei Prozent, in fünf Jahren sind es minus 13 Prozent (Quelle: meedia.de).

In wirtschaftliche Schieflage war RGA  durch seine Druckerei in Ueberfeld geraten. Sie soll nun zum Jahresende geschlossen werden. „Die damit verbundenen Arbeitsplatzverluste werden abgemildert durch einen zwischen der Gewerkschaft Ver.di und der J. F. Ziegler KG unter Mitwirkung des Betriebsrats ausgehandelten Sozialtarifvertrag, der die Gründung einer Transfergesellschaft und die Zahlung von Abfindungen vorsieht“, heißt es in der Presseerklärung der beiden Verlage. Darin steht nicht, dass die Belegschaft im vergangenen und in diesem Jahr auf wesentliche Teile ihres Weihnachts- und Urlaubsgeldes verzichtet hatte, um dem Unternehmen gegenüber den Banken, in denen es in der Kreide stand, noch etwas Spielraum zu geben. Als Gegenleistung erhielten die Mitarbeiter/innen eine Beschäftigungsgarantie bis Ende 2012. Derzeit fragen sie sich, ob der RGA das Verlagsgebäude am Ebertplatz halten wird oder nicht.  Auch wer neuer Chefredakteur werden wird, ist noch nicht bekannt. Nach dem Weggang von Wolfgang Schreiber im Juni 2009 hatte Verleger Pütz die Chefredaktion selbst übernommen. Inzwischen ist im Impressum der Zeitung unter „Redaktion“ allerdings nur noch der stellvertretende Chefredakteur Axel Richter genannt.

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Kommentare

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Chronist am :

In den regionalen Hörfunknachrichten des WDR hieß es heute, Verleger Bernhard Boll habe gesagt, er wolle alle Ausgaben erhalten und den Mitarbeitern in den Redaktionen und Anzeigenabteilungen eine Weiterbeschäftigung anbieten.

Wolfgang Schreiber am :

„Gute Gründe, dem Tüpitter treu zu bleiben!“ 2009 war es eine persönliche Entscheidung, warum ich – übrigens nicht als einzige Führungskraft –, den RGA nach knapp drei Jahren als Chefredakteur verlassen habe. Zu guter Letzt sogar noch von einem Tag auf den anderen, was mir mit Blick auf mein tolles Redaktionsteam sehr schwer gefallen ist. Die Hintergründe mag ahnen, wer den spannenden Beitrag des WDR-Kollegen Malte Linde in der Lokalzeit gesehen hat, der ebenso klar wie respektvoll auf die doch sehr spezielle Situation im Verlagshaus am Friedrich-Ebert-Platz eingeht. Ein ebenso persönliches Anliegen ist es mir jetzt, in Remscheid um Vertrauen für den neuen Weg des Tüpitter zu werben: Die Redaktionsmannschaft des RGA hat es verdient, nach einer solch langen Zeit des Durchhaltens und Improvisierens wirklich durchstarten zu können! Dass die Rettung des Hauses ausgerechnet aus der nicht ganz so geliebten Nachbarstadt auf der anderen Seite der Müngstener Brücke kommt, mag manchen alteingesessenen Remscheider verdrießen – aber in genauer Kenntnis beider Verlagshäuser halte ich den nun vollzogenen Kauf durch den Verlag B. Boll für einen Glücksfall. Im Übrigen nicht nur für Remscheid: Denn neben dem publizistischen Riesen Rheinische Post mit seiner Leistungsstärke können die lokalen Verlage der bergischen Heimatzeitungen nur in einem engen Verbund bestehen, den RGA, Solinger Tageblatt (ST) und Westdeutsche Zeitung (WZ) nach dem Krieg gegründet haben. Dieser Verbund war jedoch durch die Schieflage in Remscheid mehr als gefährdet – zumal die Mitarbeiter der J. F. Ziegler KG nicht zum ersten Mal mit massiven finanziellen Zugeständnissen ihr Unternehmen und damit ihre Arbeitsplätze stützen mussten. Doch auch für den Tüpitter selbst dürfte der nun beschrittene Weg vorteilhaft sein. Aus mindestens fünf Gründen: 1. Das Solinger Verlagshaus ist hochsolide und wirklich zukunftsorientiert: Selbst als relativ kleines Haus macht der Verlag immer wieder von sich reden, wenn es um Neuerungen geht. 2. Die Verleger, Vater und Sohn, sind echte Publizisten. Punkt. Sie wissen, was eine Heimatzeitung für ihre Stadt bedeutet und werden mit Sicherheit dafür sorgen, dass der Tüpitter dies auch für Remscheid bleiben wird. Im Hause Boll hat man ein gutes Gespür für die Eigenheiten der drei bergischen Städte – und man weiß, dass Entscheidungen vor Ort und auf kurzem Weg fallen müssen. Dass beide Verleger auch noch Unternehmer mit dem klassischen Verständnis unternehmerischen Handelns sind, ist eine gute Fügung. 3. Ich gehe fest davon aus, dass der Verlag den RGA rasch an die Standards heranführen wird, die in ST und WZ seit langem bestehen: vor allem beim redaktionellen Angebot in der Zeitung und online, in das bei den Nachbarn schon immer deutlich stärker und dabei zukunftsorientiert investiert wurde. 4. Für die Redaktion bedeutet dies schlichtweg würdigere Arbeitsbedingungen mit einem zeitgemäßen Redaktionssystem und damit mehr Zeit für das, was Journalisten wirklich leisten sollen: eine gute Zeitung für ihre Leser zu machen. 5. Für Remscheid bleiben wird mit Sicherheit die Verlässlichkeit eines lokalen Zeitungshauses, das sich der Stadt und ihren Bürgern verpflichtet fühlt. Und das in Solingen über viele Jahrzehnte hinweg viel bürgerschaftliches Engagement hervorgerufen und vorangetrieben hat. Dennoch ist es natürlich traurig, dass es soweit kommen musste. Und dass es vor allem so lange gedauert hat, dass wohl viele der hochqualifizierten RGA-Kollegen außerhalb der Redaktion den neuen Weg nicht mehr mitgehen können bzw. dürfen. Darüber können auch Sozialpläne oder Transfergesellschaften nicht hinwegtäuschen. Die Kollegen müssen sich betrogen fühlen, denn sie waren teilweise Jahrzehnte mit Leib und Seele beim RGA – und waren vor allem in den letzten Jahren alles andere als blind, wenn es um die Situation des Hauses ging. Sie nun als Verlierer der an sich sinnvollen und zukunftsweisenden Entwicklung zu sehen, macht auch mich noch einmal wütend.

Lothar Kaiser am :

Lieber Kollege Schreiber, danke dafür, dass Sie sich so deutlich zum Verkauf der Zeitungstitel geäußert haben. Und schade, dass der WDR die Manuskripte seiner Fernsehbeiträge nicht veröffentlicht. Den von Ihnen angesprochenen "spannenden Beitrag des WDR-Kollegen Malte Linde in der Lokalzeit" würden sicherlich viele Remscheider/innen im Waterbölles gerne noch einmal nachlesen.

H. Harro Schmidt am :

Die Berichte der "Lokalzeit" sind eine Woche ab Ausstrahlung in der WDR Mediathek abrufbar: http://tinyurl.com/65e5n37

Jürgen Koball am :

Die Übernahme kann für den Tüpitter ein Neuanfang in punkto journalistisch saubere und neutrale Berichtserstattung sein. Ich denke da an die letzten Wahlen, wo eine Vorstellung der Kandidatinnen und Kandidaten der Partei "die Linke" den Leserinnen und Lesern einfach unterschlagen wurde. In diesem Sinne wünsche ich dem Verlagshaus Boll, viel Erfolg und ein gutes Gelingen.

Michael Mahlke am :

Ich bin mit dem RGA aufgewachsen. Der RGA hatte immer ein Profil. Ich hänge an der Zeitung. Auch wenn man nicht mit allem einverstanden war, so ist es doch eine gute Lokalzeitung gewesen, die leider einen eher schlechten überregionalen Teil hat. Da war die Rheinische Post in den vergangenen ca. 15 Jahren sicher besser. Die Lokalredaktion des RGA stand immer für seriöse Arbeit vor Ort, und jede Redakteurin bzw. jeder Redakteur hat auch ein eigenes Profil. Die Entwicklungen in der Region spiegeln sich nun in den Ereignissen um den RGA wieder. Dies alles wird die kommunikative Landschaft in Remscheid ebenso verändern wie es die Arbeitsplatzverluste und Insolvenzen in der Region schon getan haben. Übrigens ist auch der Waterboelles ein Zeichen für eine neue Kommunikationsstruktur. Abschließend ein Vorschlag, Remscheid ist nicht Solingen. Solingen hat strukturelle und verwaltungstechnische Vorteile. Eine erste gute journalistische Massnahme im Sinne Remscheids wäre sicherlich, das Thema Busverbindungen zwischen Remscheid und Solingen anzupacken. Wer über den Burger Bahnhof will, der weiß, was ich meine (nur stündlich mit der 653, keine Toiletten, kein ParkandRide etc.).

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